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  • vor 5 Monaten
Borderlands 4 führt uns auf Kairos, eine ganze neue Welt und die erste nahezu nahtlose Open World der Serie. Hier werden wir nur in absoluten Ausnahmefällen mal mit einem Ladebildschirm belästigt. Ansonsten bringt Borderlands 4 aber viel von dem zurück, wofür die Serie bekannt ist: Loot, Koop, Humor und Ballern. Mit dabei sind auch ein paar bekannte Figuren aus den Vorgängern, die neue Hauptquest konzentriert sich aber auf den Zeitwächter, den neuen Hauptbösewicht des Shooters.

Das erzählerische Highlight sind aber die Nebenquests, hier schlägt das wahre Herz von Borderlands 4. Bei der Open World gibt's hingegen abseits von Haupt- und Nebenquests fast nur 08/15-Inhalte, also genau die Art von Open-World-Ballast, die die Entwickler eigentlich nicht mit ihrem Spiel in Verbindung bringen wollten. Dank Milliarden von Waffen-Kombinationen und den deutlich verbesserten Bewegungsmöglichkeiten ist Borderlands 4 aber trotz einiger Schwächen für wahrscheinlich fast alle Serienfans eine Reise wert - selbst wenn sie mit dieser Reise noch warten, bis in ein, zwei Jahren alle DLCs da sind, ein paar Patches noch Verbesserungen vorgenommen haben und vielleicht auch die Performance etwas optimiert wurde. 

Borderlands 4 gibt's erstmal nur für PC, PS5 und Xbox Series X/S. Am 3. Oktober steht aber auch der Release für die Nintendo Switch 2 an.

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Transkript
00:00Schwarzer Humor, unzählige Waffen und Gegner, soweit das Auge reicht.
00:04Das Prinzip von Borderlands lässt sich leicht zusammenfassen.
00:07Ob Borderlands 4 aber eine gute Fortsetzung für die Reihe wird, daran hatten einige Fans Zweifel.
00:14Doch jetzt ist es endlich soweit.
00:16Der Loot-Shooter erscheint für PC, PS5, Xbox Series X und S und Anfang Oktober auch für die Switch 2.
00:24Wir haben schon ausführlich gespielt und können euch jetzt endlich sagen,
00:28Borderlands 4 ist durchaus ein würdiger Eintrag in der Shootereihe, wenn auch mit einigen sehr ärgerlichen Schwächen.
00:36Aber fangen wir am Anfang an.
00:38In Borderlands 4 landen wir entweder allein oder mit bis zu drei Koop-Partnern auf dem neuen Planeten Kairos,
00:44der von einem Diktator, dem sogenannten Zeitwächter, beherrscht wird.
00:48Der hat was gegen Chaos bringende Kammerjäger und schmeißt uns direkt einmal in den Knast.
00:53Nach unserer Flucht wollen wir deshalb sein tyrannisches Regime ein für allemal beenden.
00:58Dafür müssen wir wie üblich jede Menge Leute, Roboter und Kreaturen abknallen,
01:03Bosse erledigen und quer durch die erstmals fast komplette zusammenhängende Welt reisen.
01:09Zuerst müssen wir uns aber für eine von vier spielbaren Figuren entscheiden, die sogenannten Kammerjäger.
01:14Jeder von ihnen hat nicht nur seine eigene Persönlichkeit und Vorgeschichte,
01:18sondern vor allem einzigartige Fähigkeiten und Stärken.
01:21Rafa ist ein ehemaliger Soldat, der auf sein Exoskelett angewiesen ist.
01:26Er packt entweder im Nahkampf zwei Klingen aus, feuert ein schultermontiertes Geschütz ab
01:30oder rüstet eine Spezialwaffe in seiner zweiten Hand aus.
01:34Harlow ist eine Wissenschaftlerin, die mit ihren Geräten eine Energiekugel über das Schlachtfeld schickt
01:39und explodieren lässt, ein schützendes Feld für ihre Verbündeten erschafft
01:44oder Gegner in einer Blase einschließt und auf den Boden schleudert.
01:47Eamon ist eine Art Muskelbepackter Weltraumwikinger, der mit Elementarexten wirft,
01:53mit seinem Panzerhandschuh zuschlägt oder sich mit Schilden vor Beschuss schützt.
01:58Als einziger der vier Kammerjäger hat er sogar immer zwei Skills gleichzeitig ausgerüstet.
02:04Vex ist eine Sirene, ein Wesen mit mächtigen übernatürlichen Fähigkeiten.
02:09Sie kann sich im Kampf entweder komplett heilen, lässt sich von ihrer Geisterkatze begleiten
02:14oder schickt geisterhafte Kopien von sich selbst in den Kampf.
02:23Haben wir uns für eine Klasse entschieden, wählen wir eine von drei aktiven Fähigkeiten
02:27und ihren Skillbaum, in den wir mit jedem Levelaufstieg einen neuen Punkt investieren.
02:33Meist schalten wir passive Fähigkeiten frei, die etwa bei einem Abschuss den Cooldown unserer Fähigkeiten senken
02:39oder für zusätzlichen Schaden sorgen. Aber es gibt auch Modifikationen und neue Varianten unserer aktiven Fähigkeit.
02:46Kammerjäger Eamon tauscht sein Energieshield etwa durch ein gewaltiges Schwert aus,
02:51das einen Feind trifft und Schockschaden verursacht.
02:54Und Harlos explodierende Strahlungskugel fliert getroffene Gegner mit einer Modifikation auch noch ein.
03:00Sind wir mit unseren aktiven Fähigkeiten nicht mehr zufrieden,
03:05setzen wir gegen eine kleine Gebühr jederzeit unsere Skillpunkte zurück und verteilen sie neu.
03:10Die unterschiedlichen Fähigkeiten einer Figur verlangen oft nach einem ganz anderen Spielstil.
03:16Kammerjäger Eamon kann etwa je nach Fähigkeit ein schneller Nahkämpfer
03:19oder ein unterstützender Tag mit Fokus auf schwere Waffen sein.
03:23Aber auch innerhalb eines Skillbombs spezialisiert er sich entweder auf Feuer, Kryo oder Schockschaden.
03:29Jeder einzelne Kammerjäger hat mindestens eine Fähigkeit im Gepäck,
03:33die uns richtig viel Spaß macht und ein einzigartiges Spielerlebnis bietet.
03:37Vex lässt ein paar Geister auf ihre Feinde los,
03:40Raffa rast wie ein Blitz über das Schlachtfeld,
03:43Eamon kann selbst Angriffe von Bossgegnern abwehren
03:46und Harlo wirft Gegner einfach auf deren eigenen Leute zurück.
03:50Gearbox ist es auch gelungen, die Fähigkeiten der Kammerjäger gut auszubalancieren.
03:55Sie können mit Geschick eingesetzt den Kampf zu euren Gunsten wenden
03:59und fühlen sich richtig mächtig an.
04:02Die Fähigkeiten sind aber zugleich auch nicht so stark,
04:05dass sie Waffen zur Nebensache machen.
04:07Und damit sind wir auch schon beim nächsten Thema.
04:11Auch Borderlands 4 wirft wieder mit Millionen,
04:13nein diesmal sogar mit Milliarden von unterschiedlichen Waffen,
04:18die durch das zufällige Kombinieren verschiedener Teile und Effekte entstehen.
04:21Und wie jedes Mal ist das in erster Linie ein Marketing-Slogan.
04:26Die Auswahl der Standardwaffen umfasst aber Pistolen,
04:29Schrotflinten, Sturmgewehre, Maschinenpistolen und Scharfschützengewehre
04:34von insgesamt acht Herstellern mit ihren eigenen Stärken und Eigenschaften.
04:39Mit Jacobs Gewehren landen wir etwa vernichtende kritische Treffer,
04:44Malivan-Waffen sind auf Elementarschaden spezialisiert
04:47und die Knarren des Ordens laden wir für stärkere Angriffe auf.
04:51Für zusätzliche Abwechslung sorgen alternative Feuermodi und spezielle Munition.
04:56Unser Sturmgewehr schießt etwa eine mächtige Rakete ab
04:59oder die Munition unserer Schrotflinte explodiert beim Nachladen am getroffenen Feind.
05:05Obendrein gibt es ab Stufe 20 dann noch lizenzierte Teile,
05:08die Eigenschaften verschiedener Hersteller kombinieren.
05:11Unsere Jacobs Schrotflinte feuert mit einem lizenzierten Torque-Teil
05:15etwa Explosivgeschosse ab.
05:17Noch mehr Möglichkeiten, noch mehr Wumms.
05:20Theoretisch gibt es auch die Möglichkeit,
05:22Waffen mit lizenzierten Teilen noch einmal stärker zu machen.
05:26Sogenannte Verbesserungen verstärken die lizenzierten Teile
05:28eines bestimmten Herstellers mit mächtigen Buffs.
05:31Doch die Chance, vier verschiedene Waffen mit lizenzierten Teilen
05:35desselben Herstellers zu finden, die uns gefallen,
05:38halbwegs auf unserem Level sind
05:40und auch noch passenden Elementarschaden verursachen,
05:43sind sehr überschaubar.
05:45Das ganze System läuft also erstmal ins Leere
05:48und wird nur im Endgame bedeutsam,
05:50wenn wir uns ganz auf das Loot-Sammeln konzentrieren.
05:53Hier werden dann auch nochmal die neuen Set-Boni wichtiger,
05:56die als Firmware an Ausrüstung und Kampfmitteln hängen
05:59und nach dem Ende der Kampagne sogar übertragen werden können.
06:03Das ist die einzige Respec-Option bei der Ausrüstung,
06:07der Rest wird wie üblich bei Borderlands vom Zufall bestimmt.
06:10Das Arsenal von Borderlands 4 ist dabei mindestens so abwechslungsreich
06:13wie das jedes Vorgängers, auch wenn bestimmte Waffen-Grundformen
06:17jetzt fast nur noch bei schweren Waffen oder als Bonus-Funktion auftauchen.
06:22Wie gewohnt finden wir auch ständig neue Waffen und Ausrüstung
06:25in verschiedenen Seltenheitsstufen.
06:26Aus zufälligen Bossen in der Open World putzeln beispielsweise
06:31allein schon etliche Knarren raus, die man dann erstmal in Ruhe auschecken kann
06:35oder für Geld am Automaten verkauft.
06:38Nur die besonders mächtigen, legendären Waffen
06:40machen sich im Gegensatz zum Vorgänger eher rar.
06:44Wobei das auch stark vom Zufall abhängt.
06:47Innerhalb von 40 Stunden fand unser erster Kammerjäger
06:51gerade mal eine einzige legendäre Waffe.
06:53Unser Kollege Fritz hatte da deutlich mehr Glück
06:56und hatte nach derselben Zeit schon legendäre Waffen
06:59für alle vier Waffenslots und eine Klassen-Mod.
07:02Allerdings nicht für seine Klasse.
07:05Trotzdem scheint es keine Legendary-Flut wie in Borderlands 3 zu geben.
07:10Da legendäre Waffen in Teil 3 aber kaum noch etwas Besonderes waren,
07:14ist eine Korrektur der Drop-Raten auf jeden Fall der richtige Schritt.
07:17Nach kurzer Zeit ist unser Inventar trotzdem oft voll.
07:20Selbst wenn wir nur seltenere Waffen aufsammeln.
07:24Wie in den Vorgängern ist es nicht einfach,
07:26auf einen Blick die Nützlichkeit einer neuen Waffe zu beurteilen.
07:29Allein schon, weil verschiedene Feuermodi
07:32ja auch die Handhabung der Waffe abseits der Werte verändern.
07:36Da entwickelt wahrscheinlich jeder mit der Zeit auch andere Vorlieben.
07:40Immerhin.
07:41Neue Filter und Tags erleichtern das Sortieren des Inventars
07:44und auch die Menüs wurden übersichtlicher gestaltet.
07:46Waffen zeigen jetzt etwa den Schaden pro Sekunde an,
07:49was sich als Vergleichswert anbietet.
07:51Und das Inventar erstreckt sich über den ganzen Bildschirm,
07:55was die Übersicht deutlich erleichtert.
07:57Und die Vielzahl von Waffen, Skills und die späteren im Spiel
08:01freigeschalteten Klassenmods und Waffenverbesserungen
08:04lassen sich mit Geduld und Kreativität zu absurd starken Builds kombinieren,
08:09die Bossgegner innerhalb von Sekunden schmelzen.
08:12Wie auch bei vielen anderen Action-Rollenspielen auch,
08:15sind bei Borderlands 4 richtige Builds im Verlauf des ersten Kampagnen-Durchlaufs
08:19aber nicht zwingend notwendig.
08:21Sie werden erst bei den Endgame-Inhalten
08:23und ihren besonders hohen Schwierigkeitsgraden bedeutsam.
08:27Das bedeutet, wir können uns erst einmal ganz aufs Schießen konzentrieren.
08:31Gut so, denn die Kämpfe sind definitiv ein Highlight von Borderlands 4.
08:35Wie für die Reihe üblich,
08:37müssen wir hier auf den oder die Lebensbalken unserer Gegner achten.
08:41Gelb bedeutet Panzerung,
08:43wir packen also am besten eine Korrosivwaffe aus.
08:47Blau steht für Schilde, gegen die Schockschaden hilft.
08:50Rote Lebensbalken sind dagegen anfällig für Feuer.
08:53Soweit so bekannt.
08:54Doch Borderlands 4 hat auch einige Neuerungen im Gepäck.
08:58So sind jetzt Granaten,
09:00sowie Raketenwerfer und andere schwere Waffen
09:02in einem Slot zusammengefasst.
09:04Sie brauchen außerdem keine Munition mehr,
09:06sondern werden nach einem Cooldown wieder verfügbar.
09:09Am wichtigsten sind aber die neuen Bewegungsoptionen.
09:13Unsere Kammerjäger können jetzt per Tastendruck ausweichen,
09:16gleiten und einen Doppelsprung ausführen.
09:19An vorgegebenen Stellen klettern wir,
09:21ziehen uns mit einem Greifhagen hoch
09:23oder schwingen uns vorwärts.
09:25Außerdem schnappen wir uns mit dem Greifhagen
09:28zum Beispiel herumliegende Gastanks
09:30und schleudern sie auf Feinde.
09:32Diese zusätzlichen Möglichkeiten
09:33machen uns nicht nur mobiler,
09:35sondern bringen auch mehr Spaß in die Kämpfe,
09:38denn es gibt jede Menge Einsatzmöglichkeiten.
09:41Wir weichen Nahkampf- und Bereichsangriffen aus
09:43und schwingen oder gleiten über das Schlachtfeld,
09:46um Deckung zu finden
09:47oder einen versteckten Feind
09:48mit einer Schrotflintenladung zu überraschen.
09:51In den besten Momenten
09:52kommt all das zusammen
09:54und erinnert an Gameplay-Vorreiter wie Destiny.
09:57Es fühlt sich einfach cool an,
09:59wenn wir gleitend, hüpfend und ausweichend
10:01etliche Gegner erledigen,
10:03wie die unaufhaltsamen Krieger,
10:05als die die Kammerjäger ja immer beschrieben werden.
10:08Nur manchmal fährt uns Borderlands 4 dann in die Parade,
10:11wenn es uns plötzlich Gegner
10:13weit über unserer Stufe vor die Nase wirft,
10:15die wir kaum besiegen können.
10:18Da sich die Gegner für gewöhnlich unserer Stufe anpassen
10:20und Quests oder Orte keine Levelangabe haben,
10:23lässt sich das unmöglich hervorsehen.
10:26In einem Fall wurden wir sogar während einer Hauptquest
10:29mit viel zu schweren Gegnern konfrontiert.
10:32Einen Abschnitt weiter
10:33waren die Gegner aber wieder auf unserem Level.
10:35Ob es sich hier um einen Bug handelte,
10:38blieb unklar.
10:39Abgesehen von diesen seltenen Aussetzern
10:41ist die Balance aber gut gelungen.
10:43Wir wählen einen von drei Schwierigkeitsgraden.
10:46Im Endgame können wir die Schwierigkeit
10:48außerdem noch insgesamt viermal erhöhen.
10:51Auf dem mittleren Schwierigkeitsgrad
10:52erwartet Durchschnittsspiele
10:54eine moderate Herausforderung.
10:56Auch die ganz großen Bossgegner der Kampagne
10:58bleiben beherrschbar.
11:00Sie halten uns zwar mit Bereichsangriffen
11:02und besonderen Tricks ordentlich auf Trab,
11:04wir benötigen aber selten mehr als zwei Versuche,
11:07um sie zu besiegen.
11:09Auch hier kommt uns unsere neue Beweglichkeit zugute.
11:12Setzt der Boss den Boden unter Strom,
11:15können wir uns von Plattform zu Plattform schwingen,
11:17um am Leben zu bleiben.
11:19Will der Boss uns mit einem Riesenlaser brutzeln
11:21oder uns zu sich ziehen,
11:24weichen wir schnell aus.
11:25Überhaupt sind die Bosse die Besten,
11:27die die Serie je hatte,
11:29also zumindest spielerisch.
11:31Ihre Geschichte könnt ihr hingegen gleich wieder vergessen.
11:35Kämpfe und Kammerjäger schneiden bei uns also recht gut ab,
11:38aber was ist mit dem Drumherum,
11:40also der Welt und Story von Borderlands 4?
11:42Hier muss sich der Loot-Shooter
11:44deutlich mehr Kritik gefallen lassen.
11:46Borderlands 4 hat als erstes Spiel der Reihe
11:50eine fast komplett zusammenhängende Open World,
11:53in der wir nur ganz selten über einen Ladebildschirm
11:55in ein abgeschlossenes Gebiet reisen.
11:58Passend zur neuen Welt gibt es auch neue Komfort-Features.
12:00Wir teleportieren uns etwa direkt zu Koop-Partnern
12:03oder rufen jederzeit unser Fahrzeug herbei,
12:06was wirklich praktisch ist.
12:08Aber es gibt auch neue Open-World-Aktivitäten und Mechaniken.
12:12Wir entdecken kleine Verstecke mit Beutel,
12:14zufällig erscheinende Arenen mit Weltbossen
12:16oder mit Gegnern vollgestoffte Dungeons oder Lager.
12:20Meistens müssen wir wenig überraschend irgendetwas töten.
12:23Manchmal gibt es aber auch simple Parcours-Rätsel,
12:26bei denen wir mit Klettern, Springen
12:27und unserem Greifhaken an einen schwer erreichbaren Ort kommen müssen.
12:31Als Belohnung warten entweder zufällige Beute,
12:34kosmetische Anpassungen,
12:36Audioaufnahmen zur Hintergrundgeschichte
12:38oder eine neue Art von Währung,
12:40mit der wir Erweiterungen für unsere Munitions-
12:42und Inventarkapazität freischalten.
12:45Das ist zwar an sich motivierend,
12:47doch irgendwann kennen wir jede Art von Aktivität auswendig,
12:50weil sie immer gleich abläuft.
12:53Bei Crawlern klettern wir einen Riesenbagger hoch
12:55und schnappen uns einen Fahrzeugskin
12:56und in Bunkern und Minen kämpfe wir uns einfach zum Bossgegner vor.
13:01Selbst die Walls spielen sich bis auf den Boss immer gleich
13:04und sehen auch noch identisch aus.
13:06Besonders ironisch wird die Sache,
13:08wenn man bedenkt, dass Gearbox-Chef Randy Pitchford
13:10letztes Jahr noch betont hat,
13:12dass er Borderlands 4 nicht als Open-World-Spiel bezeichnen wolle,
13:15weil der Begriff Open-World so viel Ballast mitschleppen würde.
13:19Doch jetzt haben sein Team und er mit Borderlands 4
13:22halt doch ein Open-World-Spiel abgeliefert,
13:24das abseits von Story- und Nebenquests
13:26eigentlich nur noch aus dem besteht,
13:28was man sich wohl unter Open-World-Ballast vorstellen würde.
13:32Ihr bekommt also eine Welt,
13:33die in jeder Region mit den identischen Aktivitäten,
13:37meist sogar in identische Anzahl, zugeschüttet ist.
13:41Diese Aktivitäten sind auch nicht groß mit der Story verknüpft,
13:45sondern einfach nur da,
13:46damit die Karte am Ende in lauter kleinen To-Do-Symbolen ertrinkt.
13:50Wer will, kann all diese Tätigkeiten aber immerhin ignorieren,
13:54bis auf eine.
13:55Denn Schnellreisepunkte werden in Borderlands 4
13:57zum größten Teil nicht mehr einfach freigeschaltet.
14:00Stattdessen müssen wir fast immer erst ein Datenpad finden
14:04und es in die Konsole eines zukünftigen Außenpostens stecken.
14:07Manchmal blockieren auch Gegner den Weg,
14:10den wir dann erstmal freiräumen müssen.
14:12Da es aber nicht besonders viele Schnellreisepunkte gibt,
14:15sind wir versucht, jeden freizuschalten.
14:17Andernfalls stehen oft minutenlange Fahrten durch die Open-World an,
14:20sobald wir zu einem bestimmten Punkt zurückkehren wollen.
14:23Außerdem kann man sich an den Außenposten
14:25ja auch noch zufällige Sammel- und Killquests abholen,
14:28die allerdings auch immer identisch ablaufen.
14:32Wäre eine offene Welt für Borderlands 4 also notwendig gewesen?
14:36Definitiv nicht.
14:37Borderlands 4 ist nicht plötzlich ein Erkundungsspiel
14:39und das Gefühl einer zusammenhängenden Weltkarte
14:42bleibt beim Looten und Schuten Nebensache.
14:44Die Welt ist nicht mal grafisch sonderlich einfallsreich.
14:47Es gibt eine Wald- und Wiesenregion mit ein bisschen Sumpf,
14:51eine asiatisch angehauchte Eis- und Gebirgsregion
14:54und eine Wüstenregion mit Mad Max Feeling.
14:57Und am Ende kommt noch eine zerstörte Stadt dazu,
15:00in der ihr aber nur zu Fuß unterwegs seid.
15:03In Sachen Vielfalt und Einfallsreichtum
15:05hatten die Vorgänger da schon mehr drauf.
15:08Immerhin gibt es in einigen Regionen aber ganz nette Wettereffekte,
15:12mit Ausnahme vom Regen im ersten Gebiet.
15:14Negativ bemerkbar macht sich die große offene Welt
15:18außerdem bei der Technik.
15:20Denn beim ersten Besuch von Gebieten
15:22und beim schnellen Fahren durch die Welt
15:24treten trotz eigentlich stabiler FPS
15:26immer wieder kleine Nachladeruckler auf.
15:29Die stören zwar nicht wirklich,
15:30nervig sind sie aber trotzdem.
15:33Der Day-One-Patch soll hier zwar einiges beheben,
15:36ist aber erst zum Release verfügbar.
15:38Mehr Details zur Performance gibt es deshalb nach dem Release
15:42so schnell es geht auf Gamestar.de,
15:44inklusive Tipps, wie ihr die Leistung optimieren könnt.
15:47Wir erwarten hier aber realistischerweise
15:49auch kein Wunder von dem Update.
15:52Auch generell fällt Borderlands 4
15:54durch seine hohen Systemanforderungen auf.
15:56Die Nachladeruckler treten selbst
15:58auf unserem High-End-Test-PC auf,
16:00das stärker ist als die empfohlene Hardware.
16:03Selbst auf unserem Test-PC ist es außerdem Pflicht,
16:06Upscaling-Optionen wie DLSS, FSA oder XESS zu aktivieren,
16:11um bei den höchsten Grafikeinstellungen
16:13mindestens 60 FPS zu erreichen.
16:15Ohne Upscaling verkommt der Shooter zu Diashow.
16:18Hier fehlt es einfach an der nötigen Optimierung
16:20bei dem Unreal Engine 5 Spiel.
16:22Aber immerhin, der Shooter sieht trotz der Cell-Shading-Optik,
16:26die stilistisch keine allzu großen Sprünge ermöglicht,
16:29in einigen Bereichen deutlich besser aus als der Vorgänger.
16:31Gerade Wasseroberflächen wirken realistischer
16:34und auch die Beleuchtung,
16:36besonders in Innenräumen oder auch nachts
16:38bei Sonnenauf- und Untergängen,
16:40kann sich sehen lassen.
16:42Die Level und Umgebung sind außerdem
16:44meist zumindest auf mittlere Distanz gestaltet,
16:47allerdings gibt es auch oft deutliche,
16:48sichtbare Objekt-Pop-Ins.
16:50Am Ende spielen wir Borderlands 4
16:52dann aber nicht für die Grafik.
16:54Und der Shooter sieht auch nicht so schön aus,
16:57dass er solche hohen Systemanforderungen rechtfertigt.
17:00Gerade ältere Systeme,
17:02die nicht ganz mit den modernen Standards mithalten,
17:04könnten in Borderlands 4 auf Performance-Probleme stoßen.
17:08So kündigte Chef-Entwickler Randy Pitchford selbst schon an,
17:11dass Borderlands 4 auf Systemen,
17:13die die Mindestanforderungen nicht erfüllen,
17:16kaum laufen könne.
17:17Wie die Performance auf den Konsolen aussieht,
17:19können wir übrigens noch gar nicht beurteilen.
17:22Gearbox hat vor dem Release keine Testversionen
17:25für Playstation und Xbox zur Verfügung gestellt.
17:27So, nun bleibt aber nur noch ein Thema,
17:31das nach Borderlands 3 viele Fans bewegte.
17:34Die Story.
17:35Nach den nervigen Bösewichten
17:37und dem manchmal übertriebenen Humor des Vorgängers
17:40geht Borderlands gleich mehrere Schritte zurück.
17:43Die Hauptstory bleibt überraschend ernst
17:45und die wirklich witzigen abgefahrenen Geschichten
17:48beschränkt Borderlands 4 auf die Nebenquests.
17:51Hier therapieren wir eine Rakete mit Fehlzündung
17:54oder sammeln für den Roboter Claptrap Erinnerungen
17:57an seine verlorenen Freunde.
17:58Die Nebenquests sind meist spielerisch unspektakulär,
18:01aber fahren dafür witzige Dialoge
18:04oder kleine Überraschungen und Twists auf.
18:06Hier steckt die wahre Seele von Borderlands 4 drin,
18:09der Charme, der Humor, das Besondere,
18:12das Borderlands zu Borderlands macht.
18:14Also mal von den Millionen von Waffen abgesehen.
18:18Und zum Glück gibt es auch wirklich viele Nebenquests.
18:21Viel mehr als die Hauptmission.
18:24Für die Story-Inhalte von Borderlands 4
18:26könnt ihr deshalb auch mindestens 40 Stunden einplanen.
18:29Das ist ein ordentliches Paket,
18:31das über die ansonsten generischen Copy- und Paste-Aktivitäten
18:35in der offenen Welt ganz gut hinwegtröstet.
18:38Dass ausgerechnet die Vaults aber als traditionelles Highlight der Serie
18:41so einfallslos ausgefallen sind, ist ganz schön bitter.
18:45Immerhin soll es nach dem Release ja auch noch jede Menge neue Inhalte geben,
18:49viele davon allerdings kostenpflichtig.
18:52Fans werden zudem vielleicht die einzigartigen Waffen- und Ausrüstungsstücke vermissen,
18:57die es in den Vorgängern als Quest-Belohnungen gab.
19:00Stattdessen bekommen wir jetzt nur noch generische Beute
19:03beim Abschluss der Aufgaben überreicht.
19:05Die Hauptstory selbst lässt uns derweil übrigens mit gemischten Gefühlen zurück,
19:09was unter anderem am neuen Bösewicht dem Zeitwächter liegt.
19:13Nach einem starken Einstieg,
19:15in dem uns der Diktator auf erschreckende Weise seine Macht beweist,
19:18hält sich der Zeitwächter über lange Strecken fast komplett im Hintergrund.
19:22Über die Story hinweg bleibt er als großer Bösewicht deshalb sehr blass.
19:27Seine doch etwas komplizierten Motivationen werden erst ganz am Ende enthüllt.
19:32Überhaupt nimmt die Story eigentlich erst im letzten Viertel ein bisschen Fahrt auf
19:36und bietet dort auch endlich ein paar richtig gute Hauptmissionen.
19:40Abgesehen davon ist die Geschichte von Borderlands 4 routiniert erzählt.
19:44Wir treffen auf liebenswürdige und sympathische Verbündete und fiese Widersacher.
19:50Allerdings ist die Story-Struktur sehr vorhersehbar
19:52und stellt sich mit der offenen Welt selbst ein Bein.
19:56Schon in den ersten Stunden macht uns das Spiel klar,
19:58dass wir im Grunde genommen drei Bosse in drei verschiedenen Gebieten besiegen müssen.
20:02Nur dann kommen wir in die Stadt des Zeitwächters und können ihn erledigen.
20:06Genau so verläuft die Story-Geschichte auch und hält wenige Überraschungen bereit.
20:12Zumindest einen Story-Twist haben wir aber nicht kommen sehen.
20:16Die drei großen Story-Abschnitte können wir im Sinne der offenen Welt in beliebiger Reihenfolge angehen,
20:21doch das schadet der Geschichte mehr, als dass es dem Open-World-Design hilft.
20:26Denn so verliert die Geschichte immer wieder an Schwung
20:28und beginnt in den drei Regionen eigentlich immer wieder von Null.
20:31Es fehlt auch einfach ein zentraler Hub wie die Sanctuary in Borderlands 3,
20:36der die losen Fäden besser zusammenführt.
20:39Interaktionen zwischen den Charakteren oder einzelnen Gebieten gibt es quasi gar nicht
20:43und jeder Abschnitt fühlt sich wie eine losgelöste eigene kleine Geschichte an.
20:47Auch eine Verbindung zu den Figuren,
20:49die dann für den Rest der Story lange im Erdboden verschwinden,
20:52können wir so kaum aufbauen.
20:54Selbst die drei großen Regionen, die ja immerhin optisch ihren eigenen Charakter haben,
20:59verlieren durch die immer gleichen Open-World-Beschäftigungen viel von ihrer Einzigartigkeit.
21:05Insgesamt erzählt Borderlands 4 aber eine bodenständigere Story
21:08mit einigen schönen inszenierten Zwischensequenzen
21:11und fällt damit deutlich ernster aus als der Vorgänger.
21:15Den Großteil des Humors gibt's in den Nebenquests.
21:18Und da geht's dann auch wieder angenehm unter die Gürtellinie.
21:21Die neuen Bösewichte bleiben hingegen plass und uninteressant
21:25und selbst die neuen Freunde bieten kaum Profil.
21:27Da löst das Wiedersehen mit einigen bekannten Gesichtern aus den Vorgängern
21:31wahrscheinlich schon deutlich größere Gefühle aus.
21:34Sind wir mit der Hauptquest fertig, wird es dann Zeit fürs Endgame.
21:38Dazu kreieren wir entweder einen neuen Kammerjäger,
21:41der auf Stufe 30 beginnt,
21:42und überspringen bei Bedarf die Hauptquest.
21:45Oder wir machen einfach mit unserem aktuellen Charakter weiter.
21:49Im Endgame können wir nach und nach vier zusätzliche Schwierigkeitsgrade freischalten,
21:54mit denen Gegner deutlich stärker werden als im Story-Modus,
21:57aber auch bessere Beute abwerfen.
21:59Alles dreht sich im Endgame, wie für die Reihe üblich, um die Jagd nach besserem Loot.
22:05Bosse können beliebig wiederholt werden,
22:07wir können aber auch gezielt legendäre Beute jagen,
22:10indem wir Herausforderungen bestehen.
22:12Zum Release soll es dann außerdem wöchentliche Aktivitäten
22:15mit garantierten legendären Belohnungen geben,
22:18wie die sogenannten Wildcard-Missionen.
22:20Das sind wiederholbare Hauptquests, in denen Gegner über bestimmte Modifikationen verfügen.
22:25Sie heilen sich etwa oder hinterlassen beim Tod ein schwarzes Loch,
22:29das alles um sie herum zu sich zieht und beschädigt.
22:32Auch für theoretisch ewigen Fortschritt ist gesorgt.
22:36Nach dem ersten Abschluss der Hauptquests
22:38schalten wir einen ganz neuen Skillbaum frei,
22:40die sogenannten Spezialisierungen.
22:43Hier warten ganz neue passive Fähigkeiten,
22:45wie etwa zusätzlicher Waffenschaden bei vollen Schilden,
22:48aber auch kleine Boni, die wir unbegrenzt aufleveln können.
22:52Für jeden Skillpunkt erhalten wir dann etwa mehr Nahkampfschaden.
22:56Wer Lust hat auf den Loop aus Kämpfen, Looten und Leveln
22:59und keine neuen Story-Missionen und Bosse braucht,
23:02kann also noch dutzende Stunden im Endgame versenken.
23:05Zum Release gibt es aber noch keine Raids oder ähnliche Inhalte,
23:08die tatsächlich etwas Neues bieten.
23:10Das Endgame beschränkt sich vorerst auf die ewige Wiederholung des bekannten Contents,
23:15in etwas angepasster Form auf der Suche nach perfekten Drops.
23:19Also, wo reiht sich Borderlands 4 nun in der Geschichte der Shooterei ein?
23:23Unsere erhöhte Beweglichkeit in Kämpfen und die vielseitigen Kammerjäger
23:28machen Borderlands 4 zum spielerisch besten Teil der Serie.
23:31Auch bei der Grafik legen die Entwickler in manchen Bereichen spürbar nach,
23:36allerdings zum Preis einer wackeligen Performance.
23:39Die Open World ist zudem extrem nach Schema F gebaut
23:41und vollgestofft mit sich ständig wiederholenden Belanglosigkeiten.
23:46Und selbst die Walls sind tatsächlich alle bis auf den Boss am Ende identisch.
23:51Zum Glück könnt ihr auch oft einfach bei Haupt- und Nebenquests bleiben,
23:55sogar die Walls sind optional.
23:56Man kann also viel vom Füller-Content, mit dem Borderlands 4 mitunter ganz schön zugemüllt ist,
24:02einfach ignorieren.
24:04Und wer vor allem fürs Endgame spielt,
24:07hat wahrscheinlich ohnehin keine Probleme mit den immer gleichen Inhalten
24:10und wird sich vielleicht sogar über die vielen sehr ähnlichen To-dos freuen.
24:14Angesichts der eher durchschnittlichen Story
24:16wird Borderlands 4 aber wohl nie so hoch in der Fangunst aufsteigen wie Borderlands 2.
24:21Trotzdem lohnt sich aber der Ausflug zum neuen Planeten Kairos
24:24wahrscheinlich für fast alle Fans der Vorgänger.
24:27Es muss ja nicht gleich zum Release sein.
24:29Wer das komplette Paket haben will, kann ja noch ein, zwei Jahre warten,
24:33bis alle DLCs da sind und Patches für bessere Performance
24:36und andere Fehlerbehebungen gesorgt haben.
24:38Untertitelung des ZDF für funk, 2017
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