- 6 months ago
Ein Fotomodell begeht Selbstmord, nachdem es eine Abschiedsnachricht auf dem Anrufbeantworter ihres Bruders hinterlassen hat.
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00:30Ralf, du bist nicht da, aber ich will mich von dir verabschieden, Ralf, ich habe etwas so entsetzliches erlebt.
01:00Ich will, ich kann nicht mehr leben, entschuldige, es ist unmöglich, ganz unmöglich, ich habe Schlaftabletten genommen, ich spüre, dass sie wirken.
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02:28Herr Carbos, wo ist meine Schwester?
02:55Die ist abgeholt worden. Man hat sie ins Krankenhaus gebracht.
03:00In welches Krankenhaus?
03:03Herr Doktor, mein Name ist Carbos, Karl Carbos.
03:08Meine Schwester ist bei Ihnen eingeliefert worden. Selbstmordversuch.
03:12Die Hilfe kam zu spät. Sie ist gestorben.
03:25Sie sind gestorben.
03:55Sie ist tot.
04:18Gut. Haben Sie einen Schlüssel für die Wohnung?
04:26Danke.
04:27Es tut mir schrecklich leid.
04:28So ein junges Mädchen. Hatte doch noch das ganze Leben vor sich.
04:36So ein junges Mädchen.
04:47So ein junges Mädchen.
04:48So ein junges Mädchen.
04:50Das war's für heute.
05:20Ja, mein Name ist Römer. Kriminalpolizei. Ein Todesfall in dieser Wohnung?
05:38Ich war schon im Krankenhaus. Habe mit den Ärzten gesprochen. Selbstmord mit Schlaftabletten.
05:45Der Name der Toten ist Hannelore Caracus.
05:48Richtig.
05:48Wer sind Sie?
05:50Ich bin Ihr Bruder.
05:52Sie wohnen hier?
05:54Nein, ich wohne eigentlich in Augsburg.
05:57Wieso Kriminalpolizei?
06:00Nun, es ist meine Aufgabe, Todesfälle zu untersuchen.
06:05Um was es sich handelt.
06:08Um natürlichen Tod oder um unnatürlichen Tod?
06:12Um unnatürlichen Tod.
06:13Nun, man kann einen Selbstmord auch einen unnatürlichen Tod nennen.
06:19Aber er ist es nicht im Sinne des Gesetzes. Ich muss Fremdverschulden ausschließen.
06:24Das kann man nicht ausschließen.
06:25Meine Schwester hatte mich angerufen. Ich war nicht zu Hause. Sie hat mir aufs Band gesprungen.
06:35Ralf?
06:36Ralf, du bist nicht da.
06:39Aber ich will mich von dir verabschieden.
06:48Ralf, ich habe etwas so Entsetzliches erlebt.
06:54Sie hat entsetzliche Dinge erlebt. Wissen Sie, was sie meint?
07:10Nein. Aber es beweist, dass es sich um keinen natürlichen Tod handelt.
07:14Es beweist, dass sie Selbstmord begangen hat. Worauf es mir ankommt?
07:20Im Sinne des Gesetzes.
07:21So ist es. Der Grund, den sie hatte, ist Privatsache.
07:27So entsetzlich er auch sein mag.
07:30Um darauf polizeilich reagieren zu können, müsste man mehr wissen.
07:34Tja, meine Arbeit ist zu Ende. Ein natürlicher Tod.
07:44Ist das Ihre Schwester?
07:46Ja, sie war Fotomodell.
07:48Sie haben Ihre Schwester gerne gehabt?
07:50Natürlich habe ich das.
07:52Und ich werde herausfinden, was hier passiert ist.
07:55Dass sie es vorzog, nicht mehr weiterzuleben.
08:03Was machen Sie beruflich?
08:05Ich bin Assistent an der Philosophischen Fakultät.
08:08Fahren Sie zurück nach Augsburg?
08:10Nein, ich bleibe hier.
08:12Meine Schwester hat Freunde hier.
08:13Vielleicht erfahre ich von denen hier.
08:16Es werden einem Schmerzen auferlegt und man muss sie ertragen.
08:21So gut es geht.
08:21Ich bin dran.
08:22Ich bin dran.
08:22Ich bin dran.
08:23Untertitelung des ZDF, 2020
08:53Untertitelung des ZDF, 2020
09:23Was ist mit Lore?
09:27Sie ist tot. Selbstmord.
09:32Selbstmord?
09:34Vor zwei Stunden.
09:37Mit Schlaftabletten.
09:39Ja.
09:42Aber wieso denn Selbstmord?
09:44Keine Ahnung. Kann ich zu dir kommen?
09:51Ja, natürlich.
09:52Was ist denn los?
10:12Was ist denn los?
10:18Lore hat sich das Leben genommen.
10:26Was passiert?
10:29Ja, Lore.
10:30Hat sie angerufen?
10:34Warum kommt sie nicht?
10:36Ihr Bruder hat angerufen.
10:46Lore hat Selbstmord begangen.
10:48Was steht hier da?
11:09Und jetzt?
11:11Er kommt her.
11:15Aber er sollt dann.
11:27Wir sollten es ihm nicht sagen.
11:28Natürlich sind wir alle erschüttert.
11:34Völlig fassungslos.
11:35Klar, aber...
11:37Wir haben natürlich gar keine Erklärung dafür.
11:44Thea.
11:50Thea.
11:51Ich hab' verstanden, was du gesagt hast.
12:05Es kam für uns wie...
12:08aus heiteren Himmel.
12:11Ja.
12:14Logisch.
12:16Er wird kommen.
12:18Er wird mit dir sprechen.
12:18Aber ich werde nicht dabei sein.
12:22So.
12:25Willst du nicht.
12:26Kannst du mir auch sagen, warum nicht?
12:28Du warst ihr Freund.
12:30Ihr Freund, ihr Liebhaber.
12:32Du warst der Mann, den sie heiraten wollte.
12:36Er wird sich an dich halten.
12:37Stimmt.
12:48Wir hören auf für heute.
13:01Hat es sich denn so schwer genommen?
13:03So etwas vergisst du noch gleich.
13:06Ich hätte es vergessen.
13:08Ich hätte gesagt, okay, okay, was soll's.
13:11Wann drüber?
13:11Weißt du, warum ich so gedacht hätte?
13:17Weil ich keine Illusionen habe.
13:19Nicht mehr.
13:23Weißt du überhaupt, was das heißt?
13:25Ein Model in meinem Alter.
13:27Ich nehme doch nur noch Kinder für diesen Job.
13:29Ich bin immer jünger und jünger.
13:35Aber Lore.
13:36Er hat ja noch diese Illusionen.
13:43So etwas ist wie ein Geschenk des Himmels.
13:49Ja?
13:50Ja!
13:52Ach, Ralf.
13:54Komm doch rein.
14:02Okay.
14:02Danke.
14:03Setz dich da.
14:15Ich bin völlig fertig.
14:18Ich kann es einfach nicht begreifen.
14:22Nach deinem Telefonat haben wir heute gleich mit der Arbeit aufgehört.
14:25Ich habe...
14:26Ich habe alle nach Haus geschickt.
14:31Alle waren ja wie vor den Kopf geschlagen.
14:33Und wie die anderen kann ich...
14:36Ich kann es mir einfach nicht erklären.
14:41Sie hat mit mir telefoniert.
14:44Sie hat...
14:46Sie sagte, sie hat etwas Entsetzliches erlebt.
14:50Was es ihr unmöglich macht, weiterzuleben.
14:54Und was?
14:57Was meinte sie?
15:00Weißt du es nicht?
15:03Hat sie es dir denn nicht gesagt?
15:06Nein.
15:07Nein.
15:09Ich dachte, du wüsstest was.
15:14Sagen wir so.
15:17Ich habe da etwas mitgekriegt, aber...
15:21Möchtest du etwas trinken?
15:23Nein, danke.
15:23Aber ich...
15:24Du hast da nichts dagegen.
15:28Bitte.
15:29Hast du dir schon etwas getrunken?
15:30Ja.
15:35Ich bin...
15:36Das kannst du mir glauben.
15:38Ich bin völlig gleich am Heimler.
15:41Und ich frage mich...
15:41Hat sie es so ernst genommen?
15:46Sie hat was zu ernst genommen?
15:52Na gut, ich sage es dir.
15:56Es hatte ja auch mich ungeheuer beschäftigt.
16:00Wir hatten ein kleines Fest.
16:02Ein paar Kunden eingeladen.
16:03Es wird mir sehr schwer, es dir zu erzählen.
16:09Ja, das sehe ich.
16:12Solche Feste müssen sein.
16:14Unseren Kunden so lieber aus geschäftlichen Gründen.
16:16Ich meine, schließlich leben wir von unseren Kunden.
16:19Und bei solchen Festen werden sie verwöhnt.
16:21Mit Essen, Getränken.
16:23Es geht da immer hoch her.
16:24Und oft ergibt sich dabei eine lockere Stimmung.
16:26Und unsere Mädchen, unsere jungen Mädchen,
16:30die spielen da eine besondere Rolle, logischerweise.
16:36Ja.
16:43Und da ist nun etwas passiert.
16:46Ich habe es gar nicht mitgekriegt.
16:48Ich habe es erst später erfahren.
16:50Was hast du erst später erfahren?
16:52Einer unserer Kunden.
16:54Oder waren es beide?
16:58Es waren zwei, die plötzlich mit Lore verschwunden waren.
17:04In einem Zimmer.
17:08Mensch, reich, wir waren alle betrunken und in einer irren Stimmung.
17:12Und da haben die beiden mit Lore...
17:16Verstehst du?
17:18Nein.
17:24Die beiden haben sie vergewaltigt, sagt sie.
17:30Sagt sie.
17:32Aber das alles ist natürlich gar nicht zu beweisen.
17:35Die Herren sprechen darüber ganz anders.
17:37Sie hätten ihren Spaß gehabt, sagen sie.
17:40Alle drei.
17:42Auch Lore hätte dabei ihren Spaß gehabt.
17:44Ich habe zu ihr gesagt.
17:53Ich habe ja gesehen, wie sehr sie mitgenommen hat.
17:56Ich habe zu ihr gesagt,
17:58nimm es nicht so tragisch.
17:59Lass die Polizei aus dem Spiel und versuch es zu vergessen.
18:02Mensch, was hätte ich ihr denn anderes sagen sollen?
18:05Und dann habe ich wirklich gedacht,
18:07dass sie drüber weg ist.
18:07Wer sind denn die beiden?
18:14Die mit Lore ihren Spaß gehabt haben.
18:19Was willst du wissen?
18:23Ihren Namen?
18:25Ihren Namen?
18:26Du kannst ja nichts unternehmen, Ralf.
18:29Das bringt nichts.
18:30Ohne Zeugin?
18:33Lore kann doch auch gar keine Aussagen mehr machen.
18:37Sag mir ihre Namen.
18:44Es tut mir leid.
18:46Die kann ich dir nicht sagen, Ralf.
18:49Wer will jetzt keine Kunden verlieren?
18:52Es sind doch noch deine Kunden.
18:54Ich bin da.
18:56Gebunden durch langfristige Verträge.
18:59Das Wohl der ganzen Firma hängt daran.
19:02Ich wusste, dass du kommst.
19:06Komm rein.
19:07Den ganzen Tag über denke ich an Lore.
19:13Und an dich.
19:14Bitte.
19:18Eigentlich mehr an dich.
19:20Ich weiß, wie sehr ihr aneinander gehangen habt.
19:25Ich habe sie immer beneidet.
19:28Um ihren Bruder.
19:31Um so einen Bruder.
19:34Wie geht's dir?
19:35Ich lebe plötzlich in einer anderen Welt.
19:41In der es anders zugeht.
19:43In der andere Gesetze gelten.
19:47Du verstehst mich nicht.
19:50Nein.
19:52Ich kenne nur die Welt, in der ich lebe.
19:55Und das alles gleich.
19:56Was war eigentlich los an dem Abend?
20:02Ich kenne nur die Welt.
20:22Was hat dir das denn erzählt?
20:40Was mit Lore passiert ist?
20:42Erzähl mir deine Version.
20:44Alle waren schon ziemlich betrunken.
20:47Ich traf Homburg und fragte ihnen, wo Lore sei.
20:50Ich sehe sie nicht.
20:50Er sagte, es ist eine blöde Geschichte.
20:55Zwei haben sich Lore geschnappt und sind mit ihr in einem Zimmer.
20:59Lass mich!
21:00Nein!
21:02Nein!
21:04Nein! Lass das!
21:06Bruno!
21:07Ich bin mir!
21:09Ich bin mir!
21:13Was machen Sie?
21:15Die Tür abgeschlossen.
21:17Man hält sie auf einen und schreien.
21:18Sie sollen sie rauslassen.
21:20Ja?
21:22Was willst du jetzt machen?
21:23Sie rausholen.
21:24Hör mal zu.
21:25Was passiert denn da drin?
21:27Sie werden sich ein bisschen an sie ranmachen, aber Sie werden sie nicht gleich umbringen.
21:30Wir sind unsere besten Kunden.
21:32Sollen wir sie verlieren?
21:32Ach Gott!
21:35Sie werden von alleine rauskommen.
21:37Es wird Ihnen keinen Spaß machen.
21:39Und er hat sie da nicht rausgeholt?
21:46Nein.
21:48Er wartete, bis ich selber rauskam.
21:52Beide!
21:53Bruno!
21:56Gehen Sie doch mal rein und sagen Sie, er soll nicht so ein Theater machen.
21:58Und wir gehen zum Champagner.
21:59Sie hatten sie ziemlich zugerichtet.
22:06Sie weinte ununterbrochen.
22:18Sie hat mir was kaputt gemacht.
22:21Für immer kaputt gemacht.
22:22Und bei dir jetzt auch.
22:29Diese guten Kunden.
22:33Kennst du sie?
22:35Ihren Namen?
22:39Ja, die sage ich dir gern.
22:40Der eine heißt Hauser.
22:46Der andere
22:46Hohwald.
23:10Herr Bühner.
23:35Stefan, servus.
23:36Grüß dich.
23:39Wer ist der Tote?
23:40Albert Hohwald heißt er.
23:42Jetzt ist er Bewohner dieses Hauses.
23:43Die Täter waren auf der anderen Straßenseite.
23:45Haben dann gewartet, bis das Auto vorfuhr.
23:46Und dann, ne?
23:47Hat man die Familie schon gefragt?
23:50Ja, Frau und Tochter.
23:51Aber die können nicht die geringste Aussage machen.
23:55Ralf?
23:56Ja, am Apparat.
23:59Du bist also nicht nach Augsburg zurückgefahren?
24:02Nein.
24:03Natürlich nicht.
24:05Ich warte, bis Ihre Leiche freigegeben wird.
24:08Ralf?
24:08Ja.
24:10Ja.
24:11Hast du gehört, dass gestern Abend jemand vor seiner Garage erschossen wurde?
24:15Du wirst mir sicher sagen, um wen es sich handelt.
24:17Um einen gewissen Hohwald.
24:19Albert Hohwald.
24:21Ja, ich glaube, ich habe den Namen schon mal gehört.
24:24Ist das nicht einer deiner guten Kunden?
24:26Ja, einer meiner guten Kunden.
24:28Ralf.
24:30Ralf, hast du was damit zu tun?
24:33So viel oder so wenig, wie du damit zu tun hast.
24:36Und jetzt entschuldige mich bitte.
24:37Ich frühstücke gerade.
24:38So viel oder so wenig, wie ich damit zu tun habe.
24:48Was meint er damit?
24:52War er das?
24:56Könnte er das gewesen sein?
24:57Aber woher wusste er dann von Hohwald?
25:04Was will er?
25:09Uns alle umbringen.
25:10Es ist ja nicht auszuschließen, dass er den Verstand verloren hat.
25:16Er hat mit einer Affenliebe an seiner Schwester gehangen.
25:18Tja, was meinst du?
25:29War er es?
25:34Ich weiß es nicht.
25:39Ich rufe die Polizei an.
25:42Das müssen wir noch, oder?
25:43Also, zwei Ihrer Kunden haben beim Fest, bei dem es etwas hoch herging, wie Sie sagten,
25:51eines Ihrer Fotomodelle vergewaltigt.
25:53Das kann man doch sagen, vergewaltigt, nicht wahr?
25:56Ja, so war es.
25:58Letzten Endes war es so.
26:00Und einer der beiden ist Albert Hohwald, nicht wahr?
26:02Ja.
26:04Und Sie halten es nun für möglich, dass der Bruder der Vergewaltigten,
26:07sie hat ja selbst noch begangen,
26:10also dass der Bruder Herrn Hohwald erschossen hat.
26:14Ich halte das für möglich.
26:17Oder sagen wir so, ich gebe das als Frage an Sie weiter.
26:20Sagen Sie, kam es in dem Gespräch mit dem Bruder, wie heißt er?
26:23Ralf Cargus.
26:24Er ist Assistent an der Hochschule in Augsburg.
26:26Kam es da zu irgendwelchen Drohungen?
26:29Nein, nein.
26:31Er benimmt sich seltsam.
26:33Er ist so,
26:34so wahnsinnig ruhig, aber gerade das glaube ich ihm nicht.
26:38Seine Schwester bedeutete ihm alles.
26:41Tja, wo kann man den erreichen?
26:43Da kommt er ja.
26:52Guten Tag.
26:54Grüße Gott.
26:55Wollen Sie zu mir?
26:56Ja, sind Sie Herr Cargus?
26:58Ja, bin ich.
26:59Mein Name ist Derek, ich bin von der Kriminalpolizei.
27:02Aha.
27:03Ja, Moment.
27:04Bitte.
27:05Nein.
27:06Entschuldigen Sie, das Frühstücksgeschirr steht noch hier.
27:06Ich hoffe, das stört Sie nicht.
27:07Nein, überhaupt nicht.
27:08Aber mich stört es.
27:12Sagen Sie, das Frühstücksgeschirr steht noch hier.
27:14Ich hoffe, das stört Sie nicht.
27:16Nein, überhaupt nicht.
27:18Aber mich stört es.
27:21Sagen Sie ruhig, warum Sie hier sind.
27:28Ihre Schwester hat Selbstmord begonnen.
27:30Ja, wer hat Ihnen das erzählt?
27:35Udo Tessinger, richtig?
27:36Ja, ist richtig.
27:38Er war Ihr Arbeitgeber.
27:40Ihr Freund und Ihr Geliebter.
27:41Hat er noch gesagt, warum?
27:44Ja, hat er.
27:45Aber bitte kommen Sie doch.
27:46Es würde mich interessieren, was er Ihnen erzählt hat.
27:52Er verschweigt nämlich gerne eine gewisse Stelle.
27:54Was ich übrigens gut verstehen kann.
27:55Also hören Sie zu, er hat mir erzählt,
27:57dass wir an eines Festes in seinem Studio
27:59zwei seiner Gäste, die ihre Schwester vergewaltigt haben.
28:02Ja, das ist richtig.
28:03Es waren zwei Kunden.
28:04Zwei sehr gute Kunden,
28:05die für ihn und das Geschäft sehr wichtig sind.
28:07Ja, und?
28:07Was hat er nun verschwiegen?
28:09Man hat meine Schwester weinen und schreien gehört.
28:11Man wollte ihr zu Hilfe eilen.
28:13Aber Tessinger hat sich vor die Tür gestellt.
28:15Den Weg versperrt, verstehen Sie?
28:16Nee, verstehe ich nicht.
28:18Er sagte, es sind unsere besten Kunden.
28:20Und Sie werden sie ja nicht gleich umbringen.
28:22Was Sie letzten Endes doch getan haben.
28:27Aber warum sind Sie eigentlich gekommen?
28:30Kennen Sie die beiden Männer,
28:32die Ihre Schwester vergewaltigt haben?
28:35Ja, natürlich.
28:36Der eine heißt Hohwald und der andere Hauser.
28:39Es sind zwei sehr seriöse Leute.
28:42Sie haben Geschäft und Familie.
28:43Und einen sehr guten Hof.
28:44Was natürlich nicht ausschließt,
28:47dass man mal über die Stränge schlägt.
28:50Wissen Sie schon,
28:50dass einer der beiden Männer gestern Abend erschossen wurde?
28:55Ach ja?
28:56Hohwald, der kam nach Hause,
28:58er stieg aus dem Wagen,
28:59da passiert es.
29:01Man hat von der anderen Straßenseite auf ihn geschossen.
29:05Mit mehreren Schüssen.
29:06Sie erwarten jetzt sicher eine Reaktion von mir.
29:12Weit und breit ist kein Motiv zu sehen.
29:16Außer dem, das ich habe, meinen Sie.
29:20Ja, das wäre natürlich ernst.
29:23Und was für ernst.
29:25Wissen Sie, für meine Schwester war die Welt noch in Ordnung.
29:27Ein Grundgefühl, mit dem man vielleicht geboren wird.
29:31Man wird geboren und hat ein Geschenk mitbekommen.
29:33Ich bin gut, die Welt ist gut.
29:36Man hat ein kleines,
29:38lachen Sie jetzt bitte nicht,
29:39ein kleines Paradiesgefühl.
29:42Aber es ist so,
29:43als ob jeder Mensch in seinem Leben
29:44noch einmal aus dem Paradies vertrieben wird.
29:47Manche ganz sanft, ohne dass sie es merken.
29:49und andere auf sehr grausame Weise.
29:57Tja.
30:00Ich nehme an, das ist sie, ja?
30:02Ja, das war sie.
30:07Ein sehr schönes Mädchen.
30:11Haben Sie Hohwald erschossen?
30:14Sie haben ziemlich lange gebraucht,
30:15mir diese Frage zu stellen.
30:16Ja, aber Sie haben die Frage erwartet, ne?
30:21Ich habe den Mann nicht erschossen.
30:24Na gut, wo waren Sie denn gestern Abend um 10.30 Uhr?
30:28Hier.
30:31Bleiben Sie hier in dieser Wohnung?
30:34Ich fahre heute Abend zurück nach Augsburg.
30:36Ihre Leiche ist freigegeben worden.
30:38Ich lasse meine Schwester nach Augsburg überführen.
30:41Aber morgen bin ich wieder hier.
30:43Ach, warum kommen Sie wieder her?
30:45Ja.
30:46Wohnungsauflösung.
30:48Eine Lebensauflösung.
30:53Und?
30:54Dein Eindruck war es.
30:58Ich meine, er hat ein erstklassiges Motiv.
31:00Ja, das hat er.
31:01Ich weiß das.
31:02Und er weiß das selber.
31:04Dieser Junge ist...
31:06Ich weiß nicht, ich komme nicht mit ihm zurecht.
31:10Er, ich weiß nicht, spielt er mir was vor?
31:12Spielt er da irgendeine Rolle?
31:14Er ist nicht betroffen haben.
31:17Er ist höflich.
31:18Na ja, gut.
31:19Aber er ist...
31:21Da benutze ich besser seine eigenen Worte.
31:26Aus dem Paradies vertrieben.
31:29Ja, was ist denn das für ein Unsinn?
31:32Die Frage ist doch, hältst du ihn für einen Mörder?
31:35Wenn er ein Mörder ist, dann ist er kein typischer.
31:39Aber auch das ist wieder Unsinn.
31:40Was ist schon ein typischer Mörder?
31:41Ja, das ist...
31:44Also ich...
31:46Ich komme nicht mit ihm zu Rande.
31:51Da du gerade sitzt, nebenan ist Herr Hauser, der zweite Beteiligte.
31:56So, um 25.
32:00Ah, Herr Hauser, guten Tag.
32:03Ja, guten Tag.
32:05Man hat ihn mir bereits erzählt.
32:07Ja, ja, ich weiß Bescheid.
32:08Es geht um das Fest, ein Werbestudio.
32:10Und um die damit verbundenen besonderen Vorkommnisse während des Festes.
32:13Ja, ja.
32:15Ne?
32:15Weil...
32:16Ach so, ja, kommen Sie.
32:17Los.
32:17Es gibt da Vermutungen, dass unter Umständen diese besonderen Vorkommnisse ein Motiv darstellen
32:30für den Mord an Hohwald.
32:34Ich habe gehört, dass bereits in dieser Hinsicht gewisse Recherchen angestellt worden sind.
32:39Wie meinen Sie?
32:41Naja, das Mädchen hat doch Selbstmord begangen.
32:43Ich höre, gibt es da einen Bruder, der diese Kurzschlusshandlung möglicherweise zum Anlass nimmt
32:51für ähnliche Kurzschlusshandlungen.
32:56Haben Sie da etwas herausbekommen?
32:57Ich meine, bin ich auch in Gefahr?
33:02Ach, das meinen Sie.
33:04Ja, ja, das kann ich nicht ausschließen.
33:07Sie haben den Mann also nicht festgenommen?
33:09Wir ermitteln auch gegen ihn mit.
33:11Das heißt also, er läuft noch frei herum?
33:13Läuft frei herum, ja.
33:15Im Moment ist es auf dem Weg nach Augsburg, weil die Leiche seiner Schwester dahin überführt
33:18wird.
33:20Es hat sich doch um eine Vergewaltigung gehandelt.
33:27So kann man das nicht sagen.
33:30Ist jemand eine Anzeige erstattet?
33:33Niemand hat eine Anzeige erstattet.
33:36Also gibt es keine Vergewaltigung.
33:41Sie hat eine Anzeige für Sie.
33:42Sie hat eine Anzeige gehandelt.
33:45Tag, Herr Derick.
33:58Grüß Gott.
33:59Zufall?
34:02Nein, ich habe Sie gesucht.
34:04Ihre Nachbarin hat mir gesagt, dass Sie aus Augsburg zurück sind und wohin Sie zum Essen gegangen sind.
34:09Darf ich mich setzen?
34:10Bitte nehmen Sie doch.
34:11Ganz schön.
34:13Ist man hier gut?
34:14Sehr gut.
34:15Ein sehr angenehmer Platz.
34:17Ich war mit meiner Schwester oft hier.
34:19An diesem Tisch.
34:21Bis Sie gekommen sind, saß sie mit am Tisch.
34:25Wann sind Sie zurückgekommen?
34:28Heute Morgen.
34:29Und wann wird Ihre Schwester beerdigt?
34:32In drei Tagen.
34:34Merkwürdige Vorgänge.
34:36Beträge, Anzahlungen, Anweisungen an den Totengräbern.
34:42Man bespricht alles ganz sachlich.
34:44Obwohl es sich nicht um eine Sache handelt.
34:47Bitte.
34:49Worum?
34:51Worum handelt es sich?
34:55Tja, worum?
34:57Um eine...
34:58Nehmen Sie mich jetzt bitte ernst.
35:03Meine Idee Gottes.
35:05Mit jedem Menschen hat Gott eine Idee gehabt.
35:07Und wir werfen diese Idee in ein Loch und bedecken sie mit Erde.
35:12In drei Tagen wird auch Hohwald beerdigt.
35:20Ach ja?
35:22Dem Toten Hohwald, dem geben Sie kein Pardon, was?
35:26Diese Frage stellt sich für mich nicht.
35:32Sie sagten vorhin, dass Sie nicht zufällig gekommen sind.
35:34Worum geht's also?
35:35Das ist immer noch die alte Frage.
35:39Sind Sie der Mörder, Hohwalds?
35:42Das geht Ihnen nicht mehr aus dem Kopf.
35:44Sie haben doch eben gerade gesagt.
35:46Kein Pardon für den Toten.
35:49Nein, nein.
35:49Ich sag, wie diese Frage stellt sich für mich nicht.
35:51Das heißt, kein Pardon.
35:55So muss es wohl auch sein.
35:56Der zweite Mann, der beteiligt war in der Vergewaltigung ihrer Schwester...
36:02Hauser.
36:05Ah ja.
36:06Sie erinnern sich an den Namen.
36:08Aber ja.
36:10Ich hab mich genau erkundigt, wer der Mann ist.
36:12Naja, der war bei mir und er wollte wissen,
36:14ob auch er Grund habe, Angst zu haben.
36:18Was haben Sie ihm gesagt?
36:20Ich hab ihm gesagt,
36:22dass er wohl durchaus Grund hat, Angst zu haben.
36:26Solche Leute haben wohl allen Grund, sich zu fürchten.
36:32So, jetzt glaub ich's.
36:34Er ist der Täter.
36:35Er hat Hohwald erschossen.
36:37Also, Haftbefehl.
36:39Ja.
36:40Woraufhin denn?
36:41Mein Gefühl, meine Überzeugung, die zählen nicht.
36:43Der Haftrichter würde mich auslachen.
36:46Wir haben keine Beweise.
36:51Ich möchte, dass Cargos überwacht wird,
36:54und zwar rund um die Uhr, 24 Stunden lang.
36:57Ich will wissen, wie er den Tag verbringt.
37:01Er hat gegen 9 Uhr das Haus verlassen
37:03und ging zu Fuß in die Stadt.
37:05Er benutzte nicht seinen Wagen?
37:08Nein.
37:11Er ging dies mir schien ziellos.
37:14Er wechselte die Richtung.
37:16Ich hatte den Eindruck, es war ihm gleich, wohin er ging.
37:18Ich möchte genaue Straßen bezeichnen.
37:21Na, der Bericht ist hier.
37:23Einmal suchte er ein Café auf.
37:26Er bestellte einen Café, kaufte eine Zeitung,
37:29aber er las sie nicht.
37:31Was für einen Eindruck machte er?
37:34Sehr ruhig, sehr nachdenklich.
37:36Ganz in sich zurückgezogen.
37:39Dann stand er auf und ging wieder.
37:41Ohne dass man eine Richtung erkennen konnte.
37:44Es war ihm absolut gleichgültig.
37:45Er war dann etwa eine halbe Stunde im Englischen Garten,
37:51saß auf einer Bank, völlig regungslos.
37:55Ging dann weiter bis zur Isar, den Isarweg hoch.
37:59Saß regungslos auf einer Bank, sagst du.
38:02Was macht er am Abend?
38:04Gegen 5 ging er nach Hause
38:05und kam nicht wieder zum Vorschein.
38:09Darf ich mal sehen?
38:10Bitte.
38:10Scheinbar alles ohne Ziel.
38:23Ich habe ein paar Fragen an Sie, Herr Karkus.
38:25Sie haben Ihre Arbeitsstelle in Augsburg aufgegeben.
38:28Ist das richtig?
38:29Ja.
38:30Endgültig aufgegeben?
38:35Ja, meine Einstellung hat sich geändert.
38:38Einstellung? Wozu?
38:39Zu allem.
38:41Vor allem zu meiner Zukunft.
38:42Sie hat an Bedeutung verloren.
38:45Vieles hat an Bedeutung verloren.
38:47Tja, kann ich verstehen.
38:49Sie haben einen Mord begangen.
38:50Ach, Sie meinen, man müsste sich verändern,
38:54wenn man jemanden umgebracht hat?
38:56Nicht jeder.
38:57Nicht unbedingt, aber Sie.
39:00Ich habe aber niemanden umgebracht.
39:02Sind Sie da zu irgendwelchen Feststellungen gekommen?
39:05Natürlich.
39:07Zu welchen?
39:07Ich werde es ganz simpel ausdrücken.
39:09Sie haben alles über Bord geworfen.
39:12Sagen Sie, was wollen Sie eigentlich von mir?
39:13Ein Geständnis.
39:16Ich habe nicht den geringsten Grund,
39:17irgendetwas zu gestehen.
39:19Kann ich gehen?
39:20Ja.
39:22Wiedersehen.
39:27Weiß er, wovon du redest?
39:29Ja, das weiß der ganz genau.
39:32Ja, warum nimmst du ihn da nicht fest?
39:34Ich meine, den Kopf war so lange weich,
39:35bis wir ihn wieder laufen lassen müssen.
39:39Ja, wir können ihm nichts nachweisen.
39:42Und das müssen wir.
39:43Noch mehr Regenabeln.
40:05Ja, wir können ihm den Kopf wiederholen.
40:06Ja?
40:07Ja.
40:09Ja.
40:18Ja.
40:22Ja.
40:23Ich bitte, ich lasse dich nicht stören.
40:42Ich sehe, man erinnert sich an das Fest.
40:48Es fand doch hier statt.
40:49Ja, ja, natürlich.
40:53Ralf, du musst uns glauben, dass etwas geschehen muss.
41:01Es tut uns irrsinnig leid.
41:04Ein Mensch ist gestorben, den ihr alle gekannt habt,
41:09und dem ihr nicht geholfen habt.
41:13Warum bist du hier gekommen, Ralf?
41:15Noa hat noch Kleider hier.
41:32Ja, das sind sie.
41:33Das hat sie oft angehabt, wenn sie mich besuchte.
41:40Wir sind dann ausgegangen, fast jeden Abend.
41:44Und immer in irrsinnig guter Laune.
41:48Gute Laune ausdrücken zu können, das setzt eine Begabung voraus, die nicht jeder hat.
41:52Lore hatte sie.
41:53Sag ich was Falsches?
41:59Nein, du sagst nichts Falsches.
42:01Sie war eigentlich der fröhliche Mensch schlechthin.
42:04Diese Fröhlichkeit
42:05ist von den beiden missverstanden worden.
42:11Nimmst du mal?
42:12Bist du das passiert?
42:23Ja.
42:42Du bist mir! Bitte! Bitte! Lass mich! Nein, nein! Nein, ich bin nicht! Nein!
43:09Die Tür war zu, ja?
43:12Und sie hat um Hilfe gerufen? Nein. Um Hilfe gerufen hat sie nicht.
43:30Aber sie hat doch geschrien und geweint. Thea!
43:36Ja, das hat sie.
43:38Und du wolltest ihr doch helfen. Du und Hamburg. Ihr habt sie schreien gehört und wolltet die Tür aufmachen.
43:48Die Tür war doch abgeschlossen.
43:56Und du bist davor gestanden. Mit ausgebreiteten Armen.
44:02Zeigst du mir, wie du davor gestanden bist?
44:04Was soll das?
44:06Du hast die Tür versperrt!
44:10Ich doch.
44:12Nicht stören. Nicht aufmachen.
44:14Sie werden sie ja nicht gleich umbringen.
44:16Es sind unsere besten Kunden.
44:18Von denen leben wir ja schließlich.
44:20Und außerdem ein bisschen Spaß muss ja auch sein.
44:28Ach, Sie sind es.
44:30Bitte, kommen Sie rein.
44:31Danke.
44:32Ich weiß, warum Sie das sind.
44:33So.
44:34Ich frühstücke gerade. Wollen Sie eine Tasse Kaffee?
44:35Nein, danke.
44:40Stört Sie doch nicht, wenn ich weiter esse?
44:41Aber nein, aber nein.
44:42Tja.
44:43Sie wissen also, warum ich hier bin?
44:45Ich nehme an, Sie haben gehört, dass ich bei Tessinger war.
44:48Ja, davon habe ich gehört.
44:49Ich habe noch Kleider von meiner Schwester abgeholt.
44:51Und Sie haben sich den Raum zeigen lassen, in dem das alles passierte.
44:55Ja, das habe ich.
44:56Er war ja Ihr Freund, Ihr Geliebter.
44:58Hab ich das schon gesagt?
44:59Ja, das haben Sie schon gesagt.
45:00Sie wollten ihn heiraten.
45:01Ja, ich weiß.
45:02Ich habe Ihnen also gebeten, mir zu zeigen, wie er die Leute abgewährt hat, die ihr helfen
45:06wollten.
45:07Ich konnte ihn kaum dazu bewegen.
45:08Die Schreie und das Weinen haben ihn scheinbar nicht berührt.
45:13Das haben Sie schon gesagt.
45:14Sie wollte ihn heiraten.
45:16Ja, ich weiß.
45:18Ich habe ihn also gebeten, mir zu zeigen, wie er die Leute abgewährt hat, die ihr helfen wollten.
45:22Ich konnte ihn kaum dazu bewegen.
45:24Die Schreie und das Weinen haben ihn scheinbar nicht berührt.
45:29Wie weit reicht eigentlich Schreien und Weinen eines Menschen?
45:33Hört man es nicht mehr?
45:35Ist es nicht mehr wichtig?
45:37Ihr Besuch im Studio hat Tessinger sehr erschreckt.
45:41Ich glaube, seine Erinnerung erschreckt ihn.
45:46Jeder will dem eigenen Schrecken aus dem Wege gehen.
45:49Wissen Sie, was ich glaube?
45:51Er weiß, dass er einen Fehler gemacht hat.
45:54Ah ja, den Sie ihm nicht verzeihen können.
45:57Nein, nein.
45:58Das ist ganz unabhängig von meiner persönlichen Meinung.
46:03Es gibt Fehler, die verfolgen einen Menschen.
46:06Bis ans Ende seiner Tage.
46:09Frieren Sie?
46:11Was glauben Sie, warum ich Whisky trinke?
46:15Sie trinken zu viel Whisky.
46:19Ich habe heute etwas länger gearbeitet.
46:22Ich komme aber jetzt nach Hause.
46:24Also, bis später.
46:26Das ist ein bisschen.
46:28Ich bin.
46:28Ich bin.
46:29Das ist ein bisschen.
46:31Ich bin.
46:31Ich bin.
46:31Ich bin.
46:32Ich bin.
46:32Ich habe einen Durchsuchungsbefehl.
47:01Sie lassen wirklich nicht nackern. Bitte.
47:13Es steht Ihnen selbstverständlich alles zur Verfügung. Was suchen Sie eigentlich?
47:17Eine Waffe. Ich beschuldige Sie heute Abend, einen zweiten Mord begangen zu haben.
47:22Ich sehe, Sie neigen dazu, Irrtimmer nicht aufzugeben.
47:25Bei Gelegenheit erzähle ich Ihnen mal, wozu ich neige.
47:31Bitte.
47:39Sagen Sie mir, wer zu Tode gekommen ist? Das werden Sie mir noch nicht verschweigen.
47:43Hauser ist zu Tode gekommen, wie Sie sich ausdrücken.
47:49Er wurde wie Hohwald erschossen.
47:53Hauser? Ach ja, der zweite gute Kunde, der die angeborene Fröhlichkeit eines Menschen missverstanden hat.
48:01Ich meine, so drückte sich Tessinger aus.
48:05Ist Ihnen wieder kalt?
48:07Jetzt sagen Sie mir, was ich machen soll.
48:13Was soll ich tun? In Urlaub fahren, das Geschäft sausen lassen?
48:16Warum sperrt man ihn nicht ein? Er war es doch.
48:19Ich weiß es, Sie wissen es, alle wissen es.
48:21Fragen Sie meine Leute.
48:23Das erste, was Sie sagten, als Sie hörten, dass auch Hauser erschossen wurde?
48:26Ralf Cargos. Er. Er war es niemand anders.
48:30Aber Sie sperren ihn nicht ein.
48:33Eine Entscheidung des Richters.
48:35Also gut, dann bin ich jetzt wohl dran, dann bin ich wohl der Nächste.
48:40Das alles gilt doch nur mir.
48:42Hohwald Hauser, das war doch nur das Vorspiel.
48:45Der meint mich.
48:49Was halten Sie davon?
48:53Ich meine, dass Sie das Recht haben können.
49:05Sie schon wieder.
49:09Ich beschäftige mich ständig mit Ihnen.
49:12Und Sie wahrscheinlich mit mir, ist das richtig?
49:14Ja, sehr recht.
49:16Haben Sie mich eigentlich gefunden?
49:17Ich lasse Sie überwachen. Ich weiß immer, wo Sie sind.
49:26Ich habe wahnsinnig viel Zeit.
49:29Viel Zeit, wenig Zeit, das spielt alles keine Rolle mehr.
49:31Was für ein Zustand in dem Zeit seine Bedeutung verliert.
49:36Ein angenehmer Zustand.
49:38Sie fragen mich das?
49:39Ja, ich frage Sie, ob das ein angenehmer Zustand ist.
49:48Nein.
49:50Kein sehr angenehmer Zustand.
49:54Dann, bitte. So schnell geht das was.
49:58Sie sind Alkoholiker geworden.
50:02Ja, ich trinke mehr als früher.
50:03Das ist richtig.
50:06Hören Sie, ich habe Ihnen schon einmal gesagt, gewisse Taten verändern.
50:10Sie haben zwei Menschen umgebracht.
50:13Und das verändert Sie.
50:15Und ich, ich bemerke diese Veränderungen.
50:19Und von welcher Art sind diese Veränderungen?
50:21Herr Kargus, jeder Mensch hat so etwas wie seine eigene Art von innerer Ruhe.
50:27Und Sie verlieren Sie.
50:29Eine innere Ruhe.
50:31Mhm.
50:33Ein Mensch, der seine innere Ruhe verliert, der steht ganz plötzlich neben sich selber.
50:38Aber er erkennt sich nicht mehr.
50:41Und Sie meinen, ich erkenne mich nicht mehr?
50:44Ja.
50:46Warum suchen Sie mich?
50:50Ich will Ihnen helfen.
50:54Ich werde Ihnen sagen, wie Sie Ihre innere Ruhe zurückgewinnen können.
51:00Und wie?
51:01Durch ein Geständnis.
51:04Durch ein Geständnis.
51:32Warum kommst du hier?
51:35Ich weiß nicht.
51:37Vielleicht um dich noch mal zu sehen.
51:39So viel Zeit, du bist ja ganz grau im Gesicht.
51:43Können wir miteinander sprechen?
51:45Nein.
51:48Ich kann hier jetzt nicht weg.
51:50Ja, ja, das verstehe ich.
51:52Da schreist er etwa im Kopf.
51:55Wollte man dir zur Hilfe kommen?
51:58Thea?
52:00Kümmere du dich bitte um ihn.
52:08Komm, wir gehen.
52:09Ja, ja, natürlich.
52:13Er sagte, ich kriege es einfach nicht aus dem Kopf.
52:19Hat mir so leid getan.
52:20Nein.
52:23Plötzlich wurde er ganz ruhig.
52:26Er nahm meine Hand und ließ sie gar nicht mehr los.
52:31Und fragte, hoffentlich habe ich dich nicht geängstigt.
52:39Es war ihm sehr wichtig, dass ich sagte, nein, nein, du hast mich nicht geängstigt.
52:46Ich, äh, ich habe ihn angerufen.
52:51Er ist zu Hause.
52:55Welchen Sinn hätte mein Besuch?
52:58Oder, welchen Sinn sollte er haben?
53:03Er ist auf eine schreckliche Weise allein.
53:06Und, äh, er hält das nicht mehr lange durch.
53:16Ich werde zu ihm fahren.
53:17Tja?
53:18Ja.
53:19Darf ich reinkommen?
53:20Ja, ja, natürlich.
53:21Komm rein.
53:22Ähm, ich will nicht stören.
53:23Nein, du störst nicht.
53:24Entschuldigung, ich habe mich aufgeräumt.
53:25Es sieht schlimm aus.
53:26Ich warte erst weg.
53:28Das störe ich doch nicht.
53:29Sag, ich helfe dir.
53:30Weißt du, ich bin allein da.
53:31Wird man nachlässig.
53:32Bleibst du denn hier in der Wohnung?
53:33Wie denn?
53:34Na, ich meine, gehst du nicht wieder zurück?
53:35Du hast doch einen Beruf.
53:36Na, nein, das ist nicht mehr wichtig.
53:37Das hat seine Wichtigkeit verloren.
53:38Ja, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein.
53:52Hallo!
53:53Bleibst du denn hier in der Wohnung?
53:55Wie denn?
53:56Ja, ich meine, gehst du nicht wieder zurück?
53:58Du hast doch einen Beruf.
53:59Ach, nein, nein, das ist nicht mehr wichtig.
54:01Das hat seine Wichtigkeit verloren.
54:03für mich ist dem, was man tut, viel zu viel bedeutend war.
54:07Und das muss wohl auch so sein, normalerweise.
54:10Aber das Normale lässt sich auch infrage stellen.
54:14Warum bist du gekommen?
54:20Thea!
54:22Sag es nichts.
54:26Thea, ich bin in keiner guten Verfassung.
54:30Ich weiß.
54:43Was ich jetzt erlebe,
54:46mit dir erlebe,
54:49kann ich gar nicht sagen, was ich empfinde.
54:53Irgendwie bin ich die ganze Zeit neben mir gestanden.
54:57Wie jemand, der nicht mehr beurteilen kann, was er tut.
55:01Er hat recht gehabt.
55:04Ich habe eine innere Ruhe verloren.
55:11Ich will, dass du sie wieder findest.
55:16Es gibt Dinge, wenn man sie verliert,
55:18verliert man sie für immer.
55:20Außerdem,
55:20es ist ein Fehler, sich selbst zuzuhören.
55:27Du musst doch noch ins Studio, oder?
55:30Ich bring dich hin.
55:31Was?
55:32Ich nehme ein Taxi.
55:34Warum denn?
55:34Mein Wagen steht unten.
55:35Nein!
55:49Nein!
55:49Nein!
55:54Kalf!
55:55Ruf Derek an.
56:08Nicht nötig.
56:25Sie haben recht gehabt, ich gehe zugrunde daran.
56:32Aber solange Menschen sich gegenseitig töten, werden wir wohl alle irgendwie zugrunde gehen.
56:42Das zu verhindern liegt an uns.
56:45Alles liegt an uns.
56:55Das ist der Ende.
57:20Das ist der Ende.
57:27Das ist der Ende.
57:29Die Inocentes.
57:33Untertitelung. BR 2018
58:03Untertitelung. BR 2018