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  • 7 months ago
Ein Mann wird erhängt in einer verlassenen Fabrik aufgefunden. Selbstmord kommt nicht in Frage.

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Transcript
00:00Frau Reinhardt?
00:06Ja, Herr Doktor?
00:08Ich kann mein Dr. Kett nicht finden.
00:22Entschuldigen Sie, Herr Doktor, ich hätte den Anzug auf den Balkon gelüftet und das Schicke draußen vergessen.
00:27Oh, war ganz kalt.
00:31Es tut mir leid, Herr Doktor, aber es roch sehr stark nach Zigaretten und Parfum.
00:37Einem sehr aufdringlichen.
00:40Und dieses Taschentuch, es war in Ihrer Brusttasche.
00:44Ein Damen-Taschentuch.
00:47Der Lippenstift ist nicht ganz rausgegangen.
00:49Danke, Frau Reinhardt. Ich will es der Dame zurückheben.
00:55Und das Abendessen?
00:56Heute nicht.
00:58Sind Sie mit meiner Küche nicht mehr zufrieden?
01:00Aber, liebe Frau Reinhardt, machen Sie sich keine Sorgen.
01:05Ich schätze Ihre Küche durchaus, das wissen Sie.
01:09Ich werde nicht müde, das zu betonen.
01:11Seit einer Woche haben Sie nicht mehr zu Hause gegessen.
01:14Macht Sie doch bitte keine Sorgen.
01:16Aber ich mache mir Sorgen.
01:17Um mich?
01:18Ernsthaft, Herr Doktor.
01:20Ganz unnötigerweise.
01:21Sie gehen jeden Abend aus und wenn Sie nach Hause kommen, sind Sie nicht mehr sehr fest auf den Beinen.
01:29Es geht mich ja streng genommen nichts an, aber es könnte ja sein, dass Sie sich ein bisschen zu viel zumuten.
01:34Sie sind ja nicht mehr der …
01:46Sie sind gewöhnt, dass ich die Abende in diesem Zimmer verbringe. Mit meinen Büchern, mit meiner Musik.
01:52Aber ganz plötzlich, Frau Reinhardt, gefällt mir diese Art, mein Leben zu verbringen, nicht mehr.
02:04Sie befriedigt mich nicht mehr. Und ich hatte das Gefühl, als versäume ich etwas.
02:10Was versäumen Sie denn?
02:13Die Wirklichkeit. Die Realität. Das Leben. Und den Spaß, den es alle macht, wenn man es lange nicht da hat.
02:26Spaß!
02:28Verzeihen Sie, beim Säubern Ihres Anzugs habe ich diese Rechnung in der Jacketttasche gefunden.
02:34Ich hatte vergessen, sie auf den Schreibtisch zu legen.
02:36Mischen Sie, gefällt es nicht in meine Angelegenheiten.
02:50Rufen Sie bitte ein Taxi.
03:06Rufen Sie, beim
03:12Rufen Sie, beim Rufen Sie, beim Lachen Sie, beim Lachen Sie, beim Nachhinein.
03:16Rufen Sie, beim Lachen Sie, beim Lachen Sie.
03:20Herr Dr. Dr., darf Ihnen das Tisch nehmen?
03:22Der Kopf ist, was Sie sehen?
03:24Rufen Sie bitte auch.
03:27Wieder etwas Gesellschafter, Herr Dr.?
03:29In Gottes Willen lassen Sie den Dr. Peck. Hier bin ich mit.
03:32Hier darf ich sein.
03:33Letztens die Sandra am Tisch, oder?
03:34Ja, ich glaube, die Sandra, ja.
03:37Ich werde mal nachsehen, ob sie frei ist.
03:38Warten Sie mal.
03:40Wieso? War die nicht in Ordnung?
03:42Ich hatte das Gefühl, Sie haben sich sehr gut unterhalten.
03:45Doch, doch, doch.
03:47Nicht zu sagen gegen die Sandra.
03:49Ich werde Ihnen erst mal was zu trinken bringen,
03:51so einen kleinen vorneweg, wie immer.
03:53An der Bar.
03:55Die neben dem Herrn, der gerade trinkt.
03:59Wie immer?
04:00Ja.
04:01Aber es scheint ja...
04:05Es ist wahrscheinlich mit dem Herrn da.
04:09Ich würde das schon machen.
04:16Champagnerprin.
04:18Hast du einen Freier?
04:19Ich unterhalte mich aber gerade mit mir.
04:21Dazu bist du nicht angestellt.
04:22Geh ruhig rüber.
04:23Ich will dich ja von deinem Hausformpflicht nicht abhalten.
04:26Was ist denn das überhaupt für mich?
04:27Tisch 6.
04:28So eine Art Professor Unreif, patenter Kerl.
04:32Seit einer Woche jeden Abend hier, dritte Jugend.
04:34Vielleicht hat er aber auch nur am Lotto gewonnen.
04:35Ich avisiere dich schon mal.
04:36Nicht so auffällig, sonst denkt er, du willst dich mit ihm düdelieren.
04:44Viel Vergnügen!
04:45Alles zum Wohl.
04:45Alles in bester Ordnung.
04:56Sehr zum Wohl.
04:57Danke sehr.
04:57Wie ist das so?
04:59Versteht die einen Spaß?
05:00Wenn die Geld sieht, versteht die alles.
05:03Zeigen Sie es hier ruhig, aber nicht zu viel.
05:05Zum Wohl.
05:06Danke.
05:06Was darf ich bringen?
05:08Die Vera trinkt am liebsten gleich Champagner.
05:11Da wollen wir nicht geizen.
05:12Ich schick sie Ihnen rüber.
05:14Und der Herr?
05:14Ich meine...
05:15Der ist nur so privat da.
05:17Bekannter von ihr.
05:23Na Peter, dann bis später.
05:25Champagner, französischen.
05:31Ist der bestimmt?
05:32Sieht so aus.
05:34Vera wird es schon rausfinden.
05:41Ganz alte Schule.
05:46Die sind alle drin.
05:55Lieber Doktor Blomann?
06:01Nein, der Herr Oberstudienrat ist nicht zu Hause.
06:05Ach, Herr Jakobi.
06:07Sehr ungewiss, wenn der Herr Doktor nach Hause kommt.
06:11Hinterlassen Sie ihn doch bitte, dass ich angerufen habe.
06:14Ja.
06:25Ist nicht da.
06:38Ganz ruhig, Ritschen.
06:41Ruhig.
06:42Max.
06:43Ganz einfach Max.
06:48Das kommt doch sicher von Maximilian.
06:51Das stimmt, aber...
06:53Max schrieb mich völlig.
06:55Maximilian.
07:06Vera.
07:06Aber Sandra, kennst du doch?
07:30Wieso? Ich meine, warum?
07:31Weil du so rüberschickst.
07:34Man könnte meinen, du wärst scharf auf sie.
07:36Ich schiel nicht zu Sandra, aber ich habe den Eindruck, dass der Herr da ...
07:44Welcher?
07:45Mit dem Sandra in der Bar, mit dem du vorher da gesessen bist.
07:51Bist du vielleicht schwul?
07:54Vera.
07:55Ja.
07:56Ich habe das Gefühl, der sieht manchmal so rüber.
08:08Ja.
08:09Kann das sein, dass er eifersüchtig ist?
08:13Ich meine, du kennst ihn noch näher.
08:16So nah auch wieder nicht.
08:20Und wenn er mich näher kennen würde?
08:24Erst mal Prost.
08:25Dann wäre er nicht eifersüchtig.
08:34Ich werde dich doch nicht verdursten.
08:48Herr Ober, wir sitzen auf dem Trocknen.
08:56Nein, nein, nein, ich fahr mit der U-Bahn, danke.
09:01Darf ich dir meinen Arm anbieten?
09:03Nein.
09:04Nimm lieber meinen, bist du sicherer.
09:06Hey, hallo!
09:07Hallo, ich hab ja.
09:08Wo hast du denn los?
09:09Ich bin ja nicht.
09:14Nein, nein, ich fahr mit der U-Bahn, danke.
09:16Darf ich dir meinen Arm anbieten?
09:17Nein.
09:18Nimm lieber meinen, bist du sicherer!
09:21Hey, hallo!
09:24Hallo, ich habe ihn ja noch nicht bezahlt?
09:28Hab ich überhaupt bezahlt?
09:30Sei sicher, du hast bezahlt.
09:31So lieber deinen Haustür-Schlüssel.
09:34Ach, war viel zu heiß.
09:36Das ist ja in eurem Lokal.
09:41Sehr komisch.
09:46Morgen.
09:47Morgen.
09:49Hallo.
09:50Guten Tag, Herr Blomann.
09:51Vom Urlaub zurück.
09:52Ja, gestern Abend.
09:54Ich habe Sie auch gleich angerufen.
09:55Haben Sie.
09:57Aber Ihre Haushälterin sagte mir, dass Sie im Augenblick viel unterwegs sind.
10:01Das ist doch sonst nicht Ihre Art.
10:03Wir alle, liebe Kollegen, haben nur die Art, die wir uns angewöhnt haben, zu der wir erzogen sind.
10:14Es ist nicht die Art, die wir wirklich haben.
10:33Es ist nicht die Art, die wir uns angewöhnt haben.
11:03Ich bin aus dem Tod.
11:04Ich bin aus dem Tod.
11:12Ich bin aus dem Tod.
11:19Wann kommen Sie bitte?
11:21Ich bin bei dir.
11:22Bitte.
11:23Wie kann ein Kaxi für Dr. Blomann?
11:24Isabella Straße 7.
11:26Danke.
11:27Wenn dein Doktor kommt.
11:32Oh, entschuldige mich.
11:34Na, dann posten wir hin.
11:37Bleib doch noch ein Momentchen an der Bar.
11:39Wieso denn?
11:40Bleib an der Bar, sag ich. Ich lade dich ein.
11:57Na, dann posten wir hin.
12:02Na, dann posten wir hin.
12:05Wir sind versprachlich.
12:07Wir sind versprachlich.
12:09Um Weltruhe.
12:10Viertel nachher.
12:22Na, Doktorchen, kennst mich nicht mehr.
12:25Na klar kenn ich dich noch.
12:26Was heißt klar? So klar warst du gestern Abend gut hier.
12:29Nicht, dass du glaubst. Der Film war gerissen.
12:32Ich erinnere mich gern noch.
12:34Ich erinnere mich gern.
12:36Du, ich muss dir sagen, ich fand's gestern Abend ganz entzündig.
12:40Bestell schon mal.
12:42Ich muss mir nur noch mal die Hände waschen.
12:45Ich komme gleich.
12:49Champagner.
12:52Nächste Flasche kannst du auch schon kalt stehen.
12:55Ich mach's schon.
12:56Ich mach's schon.
12:58Ich mach's schon.
13:00Dann, dann, we flow, oh, oh.
13:05So.
13:06So.
13:07So.
13:30Was weg ist, ist weg.
13:37Ich habe schon mal angefangen.
13:38Richtig.
13:40Also dann, auf dein Wohl.
13:44Auf dein Wohl, Doktor.
13:46Sag das nicht.
13:47Was soll ich nicht sagen?
13:48Doktor will ich hier nicht hören.
13:51Mir gefällt das.
13:54Mir gefällt das, dass ich mal nicht mit einem Dummkopf herumsitze, wie sonst, der lauter blödes Zeug redet.
14:00Na doch, der blöde Zeug red ich doch auch.
14:04Das klingt aber bei dir ganz anders.
14:19Ja, bei Doktor Blomann?
14:21Ach Sie, Frau Doktor Hart.
14:23Nein, leider, er ist immer noch nicht da.
14:25Nach den Erfahrungen der letzten Tage kommt er heute sicher nicht mehr.
14:30Irgendwie anders heute.
14:47Wieso, anders?
14:56Ich weiß auch nicht.
14:59Irgendwie anders.
15:07Geht okay, es läuft.
15:09Okay.
15:09Prost, Maximilien.
15:23Prost.
15:30Eigentlich möchte ich weg von hier.
15:32Sekt habe ich auch zu Hause.
15:37Musik auch.
15:39Ja, aber mich doch nicht, Maximilien.
15:42Du weißt doch, die sehen das hier nicht so gerne.
15:45Die wollen, dass du dein Geld hier verdrinkst.
15:47Prost, Maximilien.
15:49Prost.
15:49Blumen für die Dame.
15:56Hosen.
15:59Den ganzen Strauß.
16:01Ist das nicht ein bisschen übertrieben, Maximilien?
16:03Omnia Vinkitsch Amor.
16:06Du hast sicher recht.
16:07Was ist das entdeckt worden?
16:11Von einem Mann, der hier nach der Stadt suchte.
16:13Keine Stunde.
16:14Wo ist der Mann?
16:15Er hat sich nur telefonisch gemeldet.
16:16Seinen Namen nicht genannt.
16:17Aha.
16:18Das Staatsamt ist hier verboten.
16:19So.
16:27Machen Sie mal das Tor auf, dann haben wir mehr Licht.
16:34Totenstau ist schon eingetreten.
16:35Das ist doch kein Selbstmord.
16:37Das heißt, sicher nicht.
16:39Die Hände sind gefesselt.
16:41Das deutet auf Fremdverschulden.
16:43Wahrscheinlich hat man ihn auf den Stuhl gestellt und den Stuhl dann weggestoßen.
16:53Der Tote heißt Molz Bernhard.
16:56Was haben wir hier?
16:58Eine Rechnung aus dem Nachtclub.
17:02Ich schneide den ab.
17:03Das ist mühsam.
17:07Ja.
17:09Das dauert dein Zimmer, Partner.
17:11Oh, warte mal, Harry.
17:12Oh, hier ist es.
17:24Ist er nicht da?
17:25Grüß Gott.
17:26Wie meinen Sie, Herr Molz?
17:28Wohnt hier Bernd Herr Molz?
17:29Ja, ja.
17:30Der wohnt da.
17:31Aber der muss doch da sein.
17:32So früh geht der wie aus dem Haus.
17:34Werner, machst du mal ein Auge?
17:39Ich bin Frau Winterfeld.
17:41Ich wohne nebenan.
17:43Frau Winterfeld, wenn Herr Molz da allein wohnt, dann kann er nicht laufen machen.
17:46Er ist nicht da.
17:46Er hat nicht Familie, Angehörige.
17:49Familie?
17:49Ja, das weiß ich nicht.
17:52Darüber hat er nie gesprochen.
17:54Aber jeder Mensch hat auch Familie.
17:56Wir sind von der Kriminalpolizei.
17:57Gibt es noch jemanden, der einen Schlüssel für diese Wohnung hat?
18:00Von der Kriminalpolizei sind Sie?
18:02Ja.
18:03Ja, aber was wollen Sie denn von Bernhard Molz?
18:07Na, also von dem können Sie nun wirklich nichts wollen.
18:11Warum nicht?
18:12Weil er ein guter Junge ist.
18:17Ein guter Mensch.
18:20Das weiß ich.
18:21Weil ich neben ihm wohne.
18:23Seine Nachbarn kennt man ja schließlich, ob die was taugen oder nicht.
18:27Übrigens, ich habe einen zweiten Schlüssel zu der Wohnung.
18:30Na, für.
18:31Ja, weil ich ihn so ein bisschen betreue und auch bei ihm sauber mache.
18:35Eine andere Tätigkeit, die habe ich ja nun nicht mehr im Leben.
18:38Was wollen Sie denn von Bernhard?
18:43Machen Sie mal auf.
18:53Er hat ja gar nicht geschlafen hier.
18:57Frau Winterfeld, wir werden jetzt die Wohnung durchsuchen.
19:01Durchsuchen?
19:02Herr Molz ist tot, wahrscheinlich ermordet worden.
19:08Oh Gott.
19:12Kollege Blumann nicht da?
19:14Nein, Frau Dr. Hart.
19:16Der Herr Dr. Blumann hat um eine Vertretung gebeten.
19:19Könnten Sie vielleicht seine Klasse übernehmen?
19:21Ja, natürlich.
19:32Guten Morgen.
19:33Guten Morgen.
19:34Guten Morgen.
19:38Bitte neben den Platz.
19:44Ist das, wo man kommt?
19:46Das weiß ich nicht.
19:47Auf jeden Fall habe ich die Vertretung übernommen.
19:54Oh Gott, der gute Junge.
19:58Wer tut so was?
20:01Wer bringt so einen Menschen um?
20:03Frau Winterfeld, wo hat er gearbeitet?
20:12Wo war er beschäftigt?
20:13Er hat gegen ein ganz geringes Entgelt gearbeitet.
20:19Fast ehrenamtlich.
20:21In einem Verein, der Menschen hilft.
20:26In Indien hilft.
20:28Der ganz armen Menschen in Indien hilft.
20:34Bernhard hat mir mal Bilder gezeigt.
20:36Da gibt es Leute, die haben noch nicht mal ein Dach über dem Kopf.
20:42Und für die tun sie nur Pfennige, von denen sie natürlich nicht leben können.
20:48Was ist denn das für ein Verein?
20:51Wo ist der und, äh, wie heißt der?
20:54Der heißt, wie der heißt, der hat keinen Namen.
21:00Hilfe für Indien.
21:03Da steht auch draußen dran.
21:04Du, da ist ein Mann, der sich für unsere Arbeit interessiert.
21:24Ah ja, guten Tag.
21:25Guten Tag, ich sehe, ich störe.
21:27Nein, nein, überhaupt nicht.
21:29Sie sind von der Presse?
21:30Nein, nein, ich sagte schon, der jungen Dame hier.
21:33Ich komme hier fast täglich vorbei.
21:36Das Schild Hilfe für Indien machte einen immer stärkeren Eindruck auf mich.
21:41Du, ich gehe dann wieder, ne?
21:43Gut.
21:44Das freut mich hier.
21:45Ich nehme Sie doch Platz.
21:46Dankeschön.
21:47So dass ich mir entschloss, einmal zu fragen, was Sie hier eigentlich machen.
21:53Wie ist der Name?
21:55Hohner.
21:56Darf ich fragen, Herr Hohner, was Sie beruflich machen?
21:59Ich bin wissenschaftlich tätig.
22:01Wissenschaftlich und auf welchem Gebiet?
22:02Alte und neue Geschichte.
22:06Aber Sie werden mein besonderes Interesse sofort verstehen, wenn ich Ihnen sage, dass ich
22:09im frühen Jahr eine Studienreise nach Indien gemacht habe.
22:12Nach Indien?
22:13Sie waren da, Sie kennen das Land.
22:15Naja, ich war tief betroffen, erschüttert.
22:18Von Armut in die Ehle, nicht wahr?
22:20Manchmal zeige ich Besuchern, die hierher kommen und das Land nicht kennen Fotos, die ich selber gemacht habe, in den Slums von Bombay und Kalkutta.
22:27Einfach, um einen Einblick zu gewähren und um Verständnis und Unterstützung zu binden für unsere Hilfe.
22:33Das wollte ich wissen.
22:36Was tun Sie?
22:40Wir verschicken Hilfsgüter aller Art.
22:43Alles, was benötigt und gebraucht wird.
22:46Von Medikamenten bis zu Nahrungsmitteln.
22:48Das sind natürlich die beiden wichtigsten Sachen, aber darüber hinaus verschicken wir Gebrauchsgegenstände, Decken, Textilien, alles Mögliche.
22:56Es gibt da kaum eine Grenze.
22:59Ich verstehe. Und wohin geht das Ganze? An indische Organisationen?
23:04Ja, natürlich. Wir sind ja auf Leute angewiesen, die dafür sorgen, dass die Bestimmungen eingehalten werden.
23:10Aber, und das ist ganz wesentlich, und darüber sind wir auch sehr froh und stolz,
23:15wir helfen auch ganz unmittelbar Personen und Leuten, die besonders bedürftig sind.
23:19Ich habe hier zum Beispiel eine Liste mit Namen und Adressen und dahinter ist jeweils der Grad der Bedürftigkeit eingetragen.
23:29Ach, ich verstehe.
23:34Das klingt sehr gut.
23:36Ich habe gesehen, Sie haben Helfer hier im Büro.
23:40Ja. Alles ehrenamtliche Mitarbeiter, alles junge Leute.
23:44Fast ehrenamtlich. Sie arbeiten für ein ganz geringes Entgelt.
23:48Jetzt habe ich eine Frage. Kann ich da mitmachen?
23:53Mitmachen?
23:54Na, Herr Gott, ich habe das Elend dieser Leute gesehen.
23:57Es würde mich tief befriedigen, wenn ich dazu beitragen könnte, dieses Elend zu melden.
24:06Hier muss es irgendwo sein.
24:08Moment, da, da ist es.
24:08Alle Sachen, die wir kaufen oder die uns als Spenden übergeben werden, werden hier gelagert, gesichtet, auf Qualitäten überprüft und natürlich auch auf Tropenfestigkeit.
24:24Eliane.
24:30Guten Tag, Kriminalpolizei. Wir hatten ja den Leiter des Büros gesprochen.
24:34Das ist der Gull.
24:36Kommst du, Hannes?
24:38Du, kommst du mal?
24:40Entschuldigen Sie mich, weil wir sind.
24:41Grüß Gott, Herr Gull.
24:44Grüß Gott.
24:45Kriminalpolizei.
24:46Es geht um einen Ihrer Angestellten.
24:50Da muss ich, glaube ich, gleich darauf aufmerksam machen, dass wir hier keine Angestellten wirklich in Sinn haben.
24:54Unsere Mitarbeiter sind alles mehr oder weniger freiwillige Helfer und stehen in keinem arbeitsrechtlichen Verhältnis zur Vereinigung.
25:01Ja, ja, sehr interessant.
25:01Das spielt wohl in diesem Zusammenhang keine allzu große Rolle.
25:05Es handelt sich um Herrn Molz.
25:06Herr Molz?
25:07Ja, das tut mir leid. Der ist nicht da.
25:10Er ist heute Morgen nicht gekommen. Oder hast du ihn gesehen, Eliane?
25:13Nee, heute noch nicht.
25:15Er ist tot.
25:18Was ist der?
25:20Ja, er ist gestern Nacht ermordet worden.
25:23Kommen Sie bitte mit dem Anruf.
25:24Gerne.
25:37Ist Ihnen nicht gut?
25:40Ja.
25:42Ja.
25:43Im Moment nicht besonders.
25:45Soll ich Ihnen ein Glas Wasser holen?
25:46Nein, nein, danke.
25:49Walter, bring doch bitte mal ein Glas frisches Wasser.
25:53Es geht schon. Sehr lieb von Ihnen. Es geht schon wieder.
25:57Ich muss jetzt weiter.
25:58Alles, was ich hier gesehen habe, ist sehr beeindruckend.
26:05Ich werde mich gern beteiligen, Ihnen helfen, soweit es meine schwachen Kräfte erlauben.
26:16Es geht darauf.
26:23Wann haben Sie Herrn Molz das letzte Mal gesehen? Genau, bitte.
26:29Gestern.
26:31Wissen Sie, das geht hier rein und raus.
26:35Ja, gegen vier Uhr am Nachmittag.
26:37Er brachte Pakete zur Post und ist dann wohl nicht mehr zurückgekommen.
26:42Herr Gull, ich brauche jetzt jede Information über Herrn Molz.
26:46Ja, alles, was Ihnen so einfällt. Zu seiner Person.
26:49Über seinen Umgang, seine Freunde, Bekannte.
26:55Aufgehängt, sagten Sie?
26:58Aufgehängt.
26:58Das war eigentlich mehr eine Hinrichtung.
27:02Untertitelung.
27:15Das war eigentlich.
27:16Das war eigentlichita Face.
27:17Das war eigentlich ja ...
27:18Das war's.
27:48Wer sind Sie?
27:52Und was machen Sie hier?
27:53Was ich hier mache? Nichts Besonderes.
27:56Ich interessiere mich für Fabriklandschaften.
27:59Chaotisch, auf allem des Vergehendes,
28:01am Rahmen des Fortschritts.
28:03Kriminalpolizei.
28:04Können Sie sich ausweisen?
28:06Ja, natürlich.
28:09So, bitte.
28:15Sie sind Lehrer.
28:16Ich bin Oberstudienrat in einem Gymnasium
28:20und verfasser ein der Bücher über alte Kulturen.
28:24Ihren Aufstieg, ihren Niedergang.
28:27Sie wissen, was hier passiert ist?
28:30Ja, ich nehme an, dass hier ein Unternehmen,
28:33wie man heute sagt, am Bedarf vorbeiproduziert hat
28:35und Pleite machte.
28:39Darf ich fragen, was Sie hier machen?
28:41Nein.
28:42Ich muss Sie bitten, das Gelände zu verlassen.
28:44Ich bin schon dabei.
28:46Was heißt nichts?
28:54Nicht die geringsten Spuren?
28:56Nichts.
28:58Nicht mehr Reifenspuren?
28:59Jede Menge, aber alle durcheinander.
29:01Und die meisten von Lastwagen.
29:03Fußabdrücke natürlich auch jede Menge.
29:06Ja, aber der Boden ist so schwierig.
29:08Wir müssen erst den genauen Laborbericht abraten.
29:12Sag mal, sonst noch was Unwesentliches?
29:14Ja, da tauchte plötzlich ein Mann auf.
29:18Was für ein Mann?
29:20Mein älterer Herr.
29:21Er sagte, er interessiere sich für den Untergang von Industrielandschaften.
29:27Was ist los?
29:29Er interessiert sich für den Untergang von Industrielandschaften.
29:31Ich habe mir seine Personalien aufgeschrieben.
29:37Er ist Oberstudienrat an einem Gymnasium.
29:39Doktor, Doktor Blomann.
29:43Und was suchte der da?
29:45Nichts, reine Neugier.
29:47Er sagte, er wolle mal sehen, wie sowas aussieht.
29:49Der Untergang einer Industriekultur.
29:53Stell mal fest, an welchem Gymnasium der unterrichtet.
29:55Wenn er überhaupt unterrichtet.
29:57Also ein bisschen Menschenkenntnis habe ich auch.
29:59Der Mann ist absolut seriös.
30:00Man sieht doch gleich, wie man Fohlen sich hat.
30:02Sag mal, glaubst du das wirklich?
30:26Nun finden wir bei Blutarch eine besonders schöne Charakterisierung Numas.
30:30Den die Römer zum König machen wollten.
30:47Soll ich weitermachen?
30:50Ja, ich bitte darum.
30:51Wir sind bei Blutarch, Lycurgus und Numa.
30:55Sehr gut.
30:55Ich zitiere diese wunderschöne Charakterisierung Numas.
31:03Schon von Natur zu jeglicher Tugend wohlgeartet,
31:06hatte er sich durch Erziehung, Selbstsucht und Fantasie noch mehr veredelt.
31:11Und nicht nur die allgemein verworfenen Leidenschaften,
31:14sondern auch Gewalttätigkeit und Herrschsucht aus seiner Seele ausgemerzt.
31:18In der Überzeugung, dass die wahre Tapferkeit in der Beherrschung der Begierden
31:23in der eigenen Brust durch Vernunft bestehe.
31:26Daher verband er aus seinem Hause Weichheit und Üppigkeit
31:30und verwandte seine Muße nicht auf Wohlleben und Gelderwerb,
31:34sondern auf den Dienst der Götter
31:37und auf das Nachdenken
31:42über ihr Wesen und ihre Macht.
31:46Über ihr Wesen und ihre Macht.
31:56Wir schließen die Stunde jetzt.
31:58Beschäftigen Sie sich allein.
32:00Und denken Sie nach über den Text, den Sie eben gehört haben.
32:06Kommen Sie.
32:06Das ist die Adresse und Telefonnummer von diesem komischen Oberstudienrat.
32:16Und seine Schule.
32:18Untergang von Industrielandschaften.
32:20Na, von mir aus, wenn es Spaß macht.
32:23Aber warum war der nicht in der Schule?
32:26Na, vielleicht hat er keinen Unterricht gehabt.
32:28Das lässt sich ja feststellen.
32:29Na, dann stellen wir es mal fest.
32:31Nein, Herr Dr. Blomann hat heute keinen Unterricht gehalten.
32:39Ja, doch, doch.
32:40Aber er hat um eine Vertretung gebeten.
32:43Möglicherweise ist er krank.
32:45Gut, danke, wiederhören.
32:49Er hat um meine Vertretung gebeten,
32:52um Sie an Fabrikgeländern zu sehen.
32:55Ich war kaum drei Wochen weg.
32:57Na ja.
32:59Alles hat sich verändert.
33:01Ja, ich hab's gehört.
33:03Wir haben eine Schülerin verloren.
33:05Die kleine Ahrens.
33:06Durch Selbstmord.
33:09Sie erhängte sich.
33:11Aber warum?
33:12Warum?
33:14Das Mädchen hat eine Vorgeschichte.
33:18Sie war rauschgiftabhängig.
33:21Aber sie hat die Sucht mit großer Energie im Rahmen einer Therapie besiegt.
33:25Sie war wieder gesund.
33:28Und entfaltete ihre ganze Begabung.
33:31Die Fähigkeit, alles neu zu erdenken.
33:35Sie machte ihr Bestes sichtbar.
33:39Das, was man in der Jugend das Beste nennen kann.
33:42Glaube und Hoffnung.
33:44Und hängt sich auf?
33:49Jemand
33:49hat sie rückfällig gemacht.
33:53Nur für einen Tag.
33:54Das ertrug sie nicht.
33:58Sie gab alles verloren und hängte sich auf.
34:02Ich frage mich, ob Schicksalsabläufe unabwendbar sind.
34:12Dass einem nur übrig bleibt, sie hinzunehmen.
34:17Oder ob man sich dagegen wehren soll.
34:21Ja, wehren, selbstverständlich muss man sich wehren, aufklären, informieren, nicht nachlassen, die Folgen zu beschreiben.
34:31Reicht das?
34:32Sie haben Besuch, Herr Doktor.
34:35Nein, Mann, Weber, Brandt, Maltis und Jakobi.
34:39Nein, Herr Doktor.
34:40Sie sind nur Jakobi.
34:42Niemand von Ihren Schülern.
34:44Kriminalpolizei.
34:45Hat man Ihnen Fragen gestellt?
34:52Man hat mir sogar ein Foto gezeigt.
34:54Von einem Toten.
34:57Natürlich kannte ich den Mann nicht.
35:01Die besprechen sich da draußen.
35:13Guten Tag, meine Herren.
35:15Ich bin Dr. Blomann.
35:17Polizeihörig?
35:18Oberinspektor Derk, Mordkommission, Inspektor Klein.
35:22Vom Himmels Willen, was habe ich mit der Mordkommission zu tun?
35:25Sie kommen aus der Schule, Doktor?
35:27Nicht direkt.
35:29Aber Sie hatten heute Unterricht.
35:31Ich habe jeden Tag Unterricht.
35:34Heute habe ich mich allerdings vertreten lassen.
35:36Warum?
35:40Ich fühlte mich nicht besonders wohl.
35:42Was einen einfachen Grund hat.
35:46Ich habe gestern so viel getrunken.
35:52Kurz, ich hatte einen Brummschädel und mochte so nicht vor meine Schüler treten.
36:00Das ist verständlich.
36:01Ja, bitte sitzen wir uns doch.
36:03Danke.
36:06Bitte.
36:08Wie haben Sie dann den Vormittag verbracht, Doktor?
36:11Ich bin spazieren gegangen.
36:13Ja, ja.
36:14Ja, man hat Sie da in einer stillgelegten Ziegelei gesehen.
36:18Ach, jetzt begreife ich.
36:19Ich bin da angesprochen worden von Polizeibeamten.
36:21Steht das im Zusammenhang mit Ihrem Besuch?
36:25Ja.
36:26Wir wollten Sie noch mal fragen, was Sie da eigentlich hingeführt hat.
36:31Das wurde ich bereits gefragt.
36:33Reine Neugier.
36:36In der vergangenen Nacht wurde dort ein Mord verübt.
36:40Ein Mord?
36:41Es ist dort jemand gehängt worden.
36:44Gehängt?
36:45Gehängt worden?
36:48Ja, man hat jemanden aufgehängt.
36:51Nachdem er ihm die Hände gefesselt hat.
36:54Ach, jetzt wird mir klar, warum Sie hier sind.
36:59Da komme ich und gehe da ohne jede Erklärung,
37:04ohne jede sofort begreifbare Erklärung,
37:06in einem Gelände rum, wo es einen Mord gegeben hat.
37:11Sind denn die Täter?
37:13Der Täter ist nicht bekannt?
37:15Nein.
37:16Der Tote wurde erst am frühen Morgen gefunden.
37:19Von wem?
37:21Von einem Schrotthändler.
37:26Kennen Sie diesen Mann?
37:28Ist das der Tote?
37:29Ja.
37:31Und das da sind Strangulationsmale?
37:34Genau.
37:36Wer ist denn der Mann?
37:37Der Mann heißt Molz.
37:40Ich kenne den Mann recht.
37:42Ich habe den Namen nie gehört.
37:43Gut.
37:46Vielen Dank, Doktor.
37:48Ach ja, Moment, ich habe da doch noch eine Frage.
37:51Wo haben Sie denn gestrigen Abend verbracht, Doktor?
37:53In einem Nachtlokal.
38:00Es ist da eine besonders reizende Tischdraube.
38:03Also, ich habe dich, ich habe den Namen einfach.
38:05Ich habe ihn Angst, wer hat den Mann gebeten,
38:07das ist, was ich war.
38:08Ich habe ihn jetzt nicht mehr.
38:09Ich habe ihn laut,
38:09weil ich nachher kommen.
38:10Ich habe ihn zu sagen,
38:10dass ich die Liveau schredien.
38:12Ich bin jetzt in mir.
38:13Ich bin jetzt auch wieder zu viel.
38:13Das ist ja.
38:15Ich bin jetzt auch wieder bei mir.
38:16Ich bin jetzt schwer.
38:17Der Tischname sieht man es doch mal an.
38:37Das machen wir heute Abend.
38:39Tagsüber sind die nicht so ansehnlich.
38:47Herr Jakubi ist da.
39:05Ja bitte.
39:09Herr Jakubi ist da.
39:17Da hast du mir nichts zu sagen.
39:47Herr Jakubi ist da.
40:17Kann ich nicht doch mit reinkommen?
40:27Nein, nein, das wäre falsch.
40:29Glaub mir.
40:31Der fahr hier weg.
40:47Wir bekommen Hilfe.
41:03Herr Hohner, weiter.
41:04Können Sie Pisten entpacken?
41:05Ja, ich tue, was verlangt wird.
41:07Allerdings, handwerklich bin ich nicht besonders geschickt.
41:12Dann, ach, es müssen Papiere fertig gemacht werden.
41:18Sie ahnen nicht, wie viele Erklärungen ausgefüllt werden müssen.
41:21Können Sie Schreibmaschine schreiben?
41:23Ja, das geht schon eher.
41:24Und uns würden Sie sehr damit helfen.
41:25Finde ich toll, dass uns auch ältere Leute helfen.
41:27Was verpacken Sie da?
41:30Fischkonserven, Proteine.
41:31Es würde mich sehr interessieren, was Sie eigentlich verschicken.
41:34Die Liste haben wir hier.
41:43Ach, Missburger verschicken Sie auch.
41:45Ja, natürlich.
41:47Wissen Sie, wie hoch die Säuglingssterblichkeit ist?
41:49Ja, ja, ich weiß.
41:52Ach, richtig.
41:54Sie waren ja da.
41:55Sie kennen ja die Verhältnisse.
41:56Und die Empfängeradressen haben Sie auch?
42:02Ja.
42:03Äh, hier.
42:08Dankeschön.
42:09Ich zeige Ihnen mal ein Muster.
42:13Miliane!
42:15Das Paket hier ist eben zurückgekommen.
42:19Wie war doch Ihr Name, Herr?
42:22Runa.
42:23Ich war so beeindruckt von dem, was Sie heute Vormittag erklärten,
42:28dass ich mich entschlossen habe,
42:29mit meiner Mitarbeit und Hilfe
42:31bei so einer verdienstvollen Sache
42:34nicht länger zu zögern.
42:37Und was machen Sie da?
42:39Herr Runa füllt die Zeugpapiere aus
42:41und schreibt die Adressen.
42:43Ach, die Adressen.
42:45Herr Runa, das habe ich nicht so gerne.
42:47Ich möchte nicht, dass da irgendwelche Fehler gemacht werden
42:50beim Ausfüllen der Erklärungen oder der Adressen.
42:53Aber wenn Sie weiter bei uns mitarbeiten wollen,
42:56ich habe eine Verwendung für Sie.
42:57Entschuldig.
42:58Nur nicht gerade die.
43:00Mir ist selbstverständlich jeder recht.
43:03Springst du das Paket mal hier rüber?
43:06Herr Runa, wo wohnen Sie?
43:09Heilmannstraße.
43:10Eliane?
43:11Eliane?
43:12Ja?
43:13Kommst du mal?
43:15Bring doch mal das Telefonbuch.
43:18Herr Runa, ich möchte Sie vorsorglich um Entschuldigung bitten,
43:20aber ich werde Ihre Angaben überprüfen.
43:23Alle unsere Mitarbeiter haben einen Fragebogen ausgefüllt.
43:28Such doch mal eine Telefonnummer.
43:29Sie haben doch Telefon.
43:30Ja.
43:32Runa.
43:32Der Vorname?
43:34Wolfgang.
43:34Wolfgang Runa.
43:35Aber seine Telefonnummer kann Herr Runa dir doch selbst sagen.
43:39Tu, was ich dir gesagt habe.
43:49Runa, Wolfgang, Historiker.
43:51Entschuldigen Sie, aber ich habe heute früh von der Polizei erfahren,
43:56dass einer unserer Mitarbeiter ermordet wurde.
43:59Es handelt sich dabei um einen Mann,
44:01der offensichtlich keinen einwandfreien Lebenswandel führte.
44:04Hatten Sie seinen Fragebogen nicht überprüft?
44:07Doch, doch.
44:09Ich fürchte, er hat falsche Angaben gemacht.
44:16Nie hier rutinäre Protest.
44:19Nichts zurückzuhalten.
44:21Nichts ist aufzuhalten.
44:30Sie haben noch zwei, drei Stunden vor seinem Tod mit ihm an einem Tisch gesessen.
44:34Und Gespräche mit ihm geführt.
44:37Molz verließ das Lokal.
44:40Sagen Sie, Doktor, was wollten Sie von ihm?
44:47Ich hätte das Fabrik-Gerländer nicht besuchen sollen.
44:52Aber ob es letzten Endes ein Fehler war, ich weiß es nicht.
44:57Ich möchte Ihnen etwas zeigen.
44:59Das ist meine Schülerin, Margot Ahrens, die kleine Ahrens.
45:10Hochbegabt, sehr sensibel, voller Fantasie.
45:12Sie war rauschgiftabhängig.
45:18Ich sagte, sie war.
45:21Sie hat eine Therapie mitgemacht und hat es geschafft.
45:27Sie war wieder sauber.
45:30Sie war es ein Jahr lang.
45:34Bis vor zwei Wochen.
45:37Dann ist sie wieder überredet worden von einem, der sie früher als Kundin gekannt hat.
45:45Molz.
45:45Ja, Molz.
45:49Eine Spritze.
45:51Nur eine.
45:52Kostenlos.
45:56Aber sie hatte das sich selbstgegebene Versprechen gebrochen und war darüber so entsetzt,
46:04dass sie sich in ihrer elterlichen Wohnung erhängte.
46:07Ihre Klasse trug Trauer.
46:19Auch ich trug Trauer.
46:21Wir befanden uns in einer Stimmung, die ich nicht beschreiben kann.
46:27Wir schwankten zwischen Tränen und unglaublicher Wut.
46:33Wir beschlossen, das Ereignis nicht hinzunehmen, um es schließlich wieder zu vergessen.
46:40Wir wollten den Täter, die Täter überführen.
46:45Wir wollten eine Quelle zuschütten, für immer zuschütten.
46:48Von Mord war nicht die Rede.
46:55Erzähl Sie ruhig weiter.
46:58Wir verabredeten, dass ich mich mit Molz bekannt mache.
47:02Wir hatten seine Beschreibung und das Lokal, in dem er sich aufhielt.
47:08Ich wollte meine Schüler aus diesem Milieu heraushalten.
47:12Ich machte mich an ihn heran, in einer Weise, die für ihn unverdächtig war und interessierte mich für Heroin.
47:18Und verabredete mit ihm einen Treffpunkt für die Übergabe.
47:23Das Fabrikgelände?
47:25Ja.
47:26Aber er wollte dort nicht von mir empfangen.
47:30Sondern?
47:32Von den Schülern.
47:35Von einigen Schülern.
47:36Die Idee war, den Mann unter Druck zu setzen.
47:58Wir wollten wissen, woher kommt das Heroin?
48:00Wir wollten der Polizei fertige Ergebnisse liefern.
48:19Woher kommt das Zeug?
48:20Woher?
48:22Wer steckt dahinter?
48:23Wer?
48:23Wer sind die Hintermänner?
48:26Wer steckt dahinter?
48:27Wer sind die Hintermänner?
48:29Die ja die Größeren, die eigentlichen Verbrecher sind.
48:32Woher?
48:33Woher?
48:34Wer sind die Hintermänner?
48:35Wer steckt dahinter?
48:36Wer steckt dahinter?
48:36Wurde ausmahnen.
48:37Wurde ausmahnen.
48:38Wer steckt dahinter?
48:39Wer steckt dahinter?
48:40Wer steckt dahinter?
48:40Wer?
48:41Allerdings fanden meine Schüler eine Art der Befragung, mit der ich nicht gerechnet hatte.
48:46Meine Meinung war, die bloße Drohung mit der Polizei würde genügen, den Mann zu Breden zu bringen.
48:55Offenbar genügte sie nicht.
48:56Und so hatten sie sich eine massivere Art der Bedrohung ausgedacht.
49:19In Erinnerung daran, dass die kleine Ahrens sich erhängt hatte.
49:23Ich billige die Art und Weise nicht.
49:28Ich hätte mir gar nicht vorstellen können, dass es zu so etwas kommen konnte.
49:32Meine Schüler hatten mir versprochen, ich hatte mir versprechen lassen, dass keine Gewalt angewendet würde.
49:42Und sie haben ihn zum Reden gebracht.
49:46Sie erfuhren, von wem Moltz das Heroin hatte.
49:50Und auf welchem Wege es ins Land kam.
49:54Also gut, gut, ich weiß nicht so viel.
49:57Aber was ich weiß, das will ich euch sagen.
50:01Also der Stoff.
50:05Den Stoff, den habe ich von...
50:07Ein eingetragener Verein.
50:10Aber nicht offiziell.
50:12Keiner, der im staatlichen Auftrag handelt.
50:15Auch nicht im kirchlichen.
50:16Das Unternehmen ist völlig privat und dient auch ganz privaten Zwecken.
50:20Die Leute verschicken alles Mögliche an diese Adressen.
50:24Es arbeiten hier sehr junge Leute mit, ohne die geringste Ahnung zu haben, welche Nebengeschäfte der Leiter dieses Büros macht.
50:33Sie sehen da zwei, drei Adressen durchgestrichen.
50:40Ja.
50:41Und was bedeutet das?
50:43Privatadressen.
50:45Adressanten, verzogen, unauffindbar.
50:50Die Sendungen als unzustellbar kamen zurück.
50:53Na, was war denn der Inhalt der Sendung?
50:55Milchpulver.
50:56Ja, und die Sendungen, die zurückkamen, ungeöffnet.
50:59Vom Zoll ungeöffnet?
51:00Ja.
51:00Die Dosen unversehrt.
51:02Scheinbar unversehrt.
51:04Scheinbar unversehrt.
51:05In Wahrheit...
51:05Wurden sie umgefüllt.
51:07Also in Indien ist Milchpulver raus, das Heroin rein.
51:12Ist aber riskant.
51:13Rauschgift im Transport der Post zu überlassen, was?
51:16Na ja.
51:17Ich meine, bis jetzt hat es ja geklappt und funktioniert.
51:20Im Nebenraum.
51:22Da werden Sie eine Sendung finden.
51:24Heute zurückgekommen.
51:26Weil nicht zuständbar.
51:30Das ist Konrad.
51:36Konrad Herr Kubi, der Ihnen das erzählen wird, was noch fehlt.
51:39War ein Freund der kleinen Ahrens.
51:42Setzen Sie sich.
51:43Auf dem Fabrikgelände hatten wir erfahren, was wir noch wissen wollten.
52:00Wir waren gerade dabei, wegzufahren.
52:07Den Mann hatten wir auf dem Stuhl stehen lassen.
52:11Mit der Schlinge um den Hals.
52:13Hey, ihr seid doch verrückt geworden.
52:15Wo geht ihr hin?
52:17Hey, komm zurück, mach mich los!
52:18Ich hab doch alles gesagt!
52:22Fahrt nicht weg!
52:25Wir wollten ihn auf diese Weise bestrafen.
52:28Er sollte stehen bis morgens früh.
52:32Bis ihn irgendjemand finden würde,
52:34denen er dann ja erzählen könnte,
52:36warum er ihn in diese Lage gebracht hat.
52:38Nicht wegfahren!
52:48Wir hörten ihn rufen.
52:50Aber wir dachten an Margot.
52:53An Margot Ahrens.
52:55Und daran, was dieser Mann ihr angetan hatte.
52:58Hey, du, komm her!
53:01Mach mich los, ich kann nicht die ganze Nacht.
53:02Ich war mit dir befreundet.
53:05Ihr Tod hatte mich...
53:06Eil dich ein bisschen!
53:09Ich hatte im Wagen einen Hund.
53:11Es war nicht mein Hund.
53:12Komm schon!
53:13Es war ihr Hund.
53:15Sie hatte mir mal gesagt,
53:17wenn mir irgendetwas passiert,
53:19nimm du den Hund.
53:24So hab ich ihn bekommen.
53:29Was ist denn los mit dir?
53:32Das ist dir, Hund.
53:37Was geht mich der Scheißhund an?
53:38Wind mich los!
53:45Was machst du denn da?
53:49Was soll denn das?
53:51Wo gehst du hin?
53:52Er sagt, er...
53:53Was geht mich dieser Hund an?
53:56Ebenso hätte er sagen können,
53:57was geht mich die Ahrens an?
53:58Vergiss du ihn!
54:17Ich hab den Hund nicht gerufen.
54:21Aber...
54:23er kam.
54:24Dann bin ich eingestiegen
54:31und weggefahren.
54:35Und Ihre Klassenkameraden,
54:37die wussten nichts von Ihrem Vorhaben?
54:39Das war kein Vorhaben.
54:40Ja, und am nächsten Morgen?
54:43Da haben Sie in der Schule
54:44nichts davon erzählt?
54:46Nein!
54:47Ich hab es ja selber noch nicht fassen können.
54:49Ich hab es ja auch noch nicht fassen können.
55:19Ich kann es mir gar nicht vorstellen.
55:27Das ist auch schwer zu begreifen.
55:49Das ist auch schwer zu begreifen.
56:19Das ist auch schwer zu begreifen.

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