Zum Player springenZum Hauptinhalt springen
  • vor 7 Monaten
Weg mit dem Beton, her mit dem Erdreich: Die Asphaltknackerinnen wollen die Schweizer Innenstädte entsiegeln, das heißt, die Zementflächen aufbrechen. Erdboden kann viel besser Regenfälle aufnehmen und auf diese Weise das Abwassersystem entlasten.

Kategorie

🗞
News
Transkript
00:00Stark Regen und Überschwemmungen, Wasser, das ungebremst durch Dörfer und Gemeinden fließt.
00:06Ein Wetterphänomen, das immer häufiger in Europa auftritt.
00:10Schuld daran der Klimawandel.
00:12Aber auch der Mensch, der mehr und mehr Bodenflächen versiegelt und asphaltiert.
00:18Wir sind die Asphaltknackerinnen und sensibilisieren zu Klimawandel und Biodiversität,
00:22indem wir solche versiegelten Böden freilegen, naturnah begrünen und darüber berichten.
00:30Der beste Hebel im Umgang mit dem Klimawandel gegen Hitze, Dürre und Starkregen,
00:36mehr Natur, mehr Erde und weniger Asphalt oder Beton.
00:41Zürich in der Schweiz. Es wird laut, wenn Bettina Walch Hand anlegt.
00:47Die ehemalige Journalistin kennt sich inzwischen gut mit Presslufthämmern aus.
00:51Im Schweizer Fernsehen hatte Bettina Walch früher eine eigene Sendung zum Thema Biodiversität.
01:00Jetzt berät sie mit ihrer Mitstreiterin Isabel Sedivy vor allem Hausbesitzer und Wohnungsgenossenschaften.
01:07Ihr Ziel, da wo Menschen wohnen, betonierte Flächen wieder aufzubrechen.
01:12Denn die schaffen Probleme, egal ob bei Trockenheit oder Starkregen.
01:18Wir möchten gerne aufzeigen, dass ohne Boden sind wir nichts.
01:21Ein Drittel der Böden global sind degradiert.
01:25Also da wächst nichts mehr, da gibt es keine Nahrung, da kann auch kein Wasser vielleicht mehr versickern.
01:31Also wir sollten unbedingt wieder mehr uns um den Boden kümmern.
01:35Und es freut uns, wenn wir da tatsächlich ein bisschen Influencerinnen wären.
01:38Denn neben dem Presslufthammer ist für die beiden auch das Internet ein wichtiges Instrument.
01:45Isabel Sedivy sorgt als Biologin für den wissenschaftlichen Tiefgang.
01:49So erklärt ihre Webseite, dass allein in der kleinen Schweiz so viele Parkplätze begrünt werden könnten,
01:56wie insgesamt 900 Fussballfelder.
01:59In der Schweiz ist das Potenzial an Parkplatzflächen, die versiegelt sind,
02:03liegt bei 64 Quadratkilometern, also eine riesige Fläche, die man sofort entsiegeln könnte.
02:12Aber viel schöner ist es natürlich dann noch, wenn ein Innenhof von einem Parkplatz zu einem Lebensraum wird für die Menschen,
02:20wo sie nachher einen Garten haben, wo sie sich aufhalten können,
02:24statt eben einfach nur das Auto hinzustellen.
02:27Wie bei diesem Projekt in Winterthur.
02:30Statt Betonplatten, die im Sommer heiß werden und kein Regenwasser aufnehmen,
02:34soll künftig begrünter Schotter und Vegetation für Kühle sorgen.
02:39Die jungen Hausbesitzer sind Teil eines Pilotprojekts mit dem Namen Schwammstadt.
02:44Die Vorplätze dieser Gebäude sollen wie ein Schwamm Regenwasser speichern können
02:48und damit die Kanalisation bei Starkregen entlasten.
02:52Im Gegenzug bezahlt die Stadt die Entsorgung des abgetragenen Schutz.
02:57Hier war vorher Asphalt, es sind Fahrzeuge abgestellt worden,
03:00jetzt wird es ein Lebensraum für eine Familie mit Essplatz, mit Blumenmöglichkeiten,
03:05mit vielleicht ein bisschen Kies oder mit einer anderen Pflanzengesellschaften wachsen können.
03:11Also für die Kinder, ich meine ein Traum, was willst du mehr als so ein Haus mit so einem Garten, den es hier gibt, fantastisch.
03:18Die Asphaltknackerinnen sind sich sicher, jedes neue Projekt zählt.
03:22Denn Trockenheit und Starkregen bringen längst auch ein Land wie die Schweiz an ihre Grenzen
03:28mit den vielen hohen Bergen und engen Tälern, so wie Zofingen im Aargau.
03:33Das war dann plötzlich hier, Samstag Nachmittag, es ging an zu regnen, immer mehr, immer fester und es hörte nicht auf.
03:41Und dann kam dann von hier, kam viel Wasser, welches dann hier über die Strasse kam,
03:46etwas ging runter in Richtung Bahnhof und überflutete zahlreiche Keller innerhalb der Altstadt.
03:53Deshalb lässt der Stadtrat solche Asphaltflächen seit dem Hochwasser vor acht Jahren nach und nach zurückbauen.
04:00Mehr Grünstreifen, weniger Straße. Das entlastet beim nächsten Starkregen die Kanalisation.
04:06Es ist sicher wichtig, dass wir möglichst viel Fläche entsiegeln wieder.
04:11Wir haben zu viel versiegelt, dann kann das Oberflächenwasser nicht mehr versickern,
04:16sondern fließt dann irgendwo hin, meistens dorthin, wo man es nicht will, wenn zu viel kommt.
04:22Und hier haben wir geschaut, dass wir möglichst viel Wasser wieder zum Versickern bringen können.
04:28Projekte wie im Aargau sind ganz im Sinne der Asphaltknackerinnen.
04:32Hier in Winterthur sind beide zufrieden mit dem neuen Garten, der bei Regen das Wasser speichern und bei Hitze für Kühle sorgen soll.
04:40Wenn du natürlich umgeben bist von Asphalt, Beton, Glas, von diesen 0815-Gebäuden, die sich auch alle immer mehr angleichen,
04:47dann ist natürlich auch das Bedürfnis des Einzelnen sehr viel größer,
04:52vielleicht da und dort sich doch eine naturnahe, lebensfreundlichere Nische zu schaffen.
04:58Asphalt und Beton sind hier erst einmal weg.
05:02Noch ein Gruppenfoto für die Webseite für ein weiteres Projekt,
05:06das in der klimageplagten Schweiz viele Nachahmer finden soll.
Schreibe den ersten Kommentar
Kommentar hinzufügen

Empfohlen