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Ein Taxifahrer will einen Fahrgast abholen und besucht dessen Wohnung. Jemand klingelt an der Tür und feuert dann eine Waffe durch die Tür, wodurch der Fahrer verletzt wird.
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00:00Untertitelung des ZDF für funk, 2017
00:30Untertitelung des ZDF für funk, 2017
01:00Ja? Ja, würden Sie bitte mal raufkommen. Dritter Stock rechts. Danke.
01:13Guten Tag, ich bin gleich fertig. Könnten Sie meinen Gefallenturm etwas für mich abholen?
01:17Ein Blumenstrauß. Der ist schon bestellt bei dem Geschäft vorne am Platz.
01:20Ja, in Ordnung. Muss ich was bezahlen?
01:21Nein, das ist schon erledigt. Auf den Namen Rudow.
01:23Auf Rudow. Ist gut.
01:24Danke.
01:40Ja?
01:54Kommen Sie ran. Danke.
01:58Sehr schön. Sehr schön.
02:00So einen Blubenschloss habe ich lange nicht gesehen.
02:02Der ist bestimmt also nicht teuer.
02:04Ich will Ihnen mal was sagen. An Blubensparen heißt
02:06am falschen Platz sparen.
02:08Ich bin gleich fertig.
02:17Hallo, wer ist da?
02:19Hallo!
02:21Hallo!
02:24Wer ist da, bitte?
02:34Dann würden Sie mal fragen, wer da ist. Aber nicht aufmachen.
02:36Ja.
02:38Hallo?
02:39Wer ist da, bitte?
02:40BAM!
02:42BAM!
02:43BAM!
02:44BAM!
02:45BAM!
02:46BAM!
02:47BAM!
02:48BAM!
02:49BAM!
02:50BAM!
02:51BAM!
02:52BAM!
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02:54BAM!
02:55BAM!
02:57BAM!
02:58BAM!
03:00BAM!
03:01BAM!
03:02BAM!
03:03BAM!
03:04Der Täter ist die Treppe runtergelaufen.
03:34Man hat ihn gehört.
03:35Aber gesehen hat ihn niemand.
03:36Nein, niemand.
03:44Das galt mir. Mir galt das. Ich war gemeint.
03:48Und jetzt hat es eine Taxifahrer getroffen.
03:51Es hat an der Tür geklingelt.
03:53Ja. Ich ging an den Sprechapparat und fragte, wer da ist.
03:57Keine Antwort. Ich sagte Hallo. Nichts.
03:59Da dachte ich, vielleicht steht schon jemand vor der Tür.
04:01Ich schaue durch und sehe noch, wie jemand die Hand vor das Guckloch schiebt.
04:07Kann ich jetzt mal Ihre Personalien haben? Sie heißen?
04:10Rudo. Alexander Rudo. Warten Sie. Ich gebe Ihnen meinen Pass.
04:15Bitte sehr.
04:17Was sind Sie vom Beruf?
04:19Im Moment arbeite ich nicht. Ich bin immer kaufmännisch tätig gewesen.
04:22In guten Positionen. Aber ich wollte mich verändern.
04:25Und so bin ich nach München gegangen.
04:29Ja, Herr Runo.
04:31Was glauben Sie nun selbst?
04:33Wer hat Sie töten wollen?
04:36Töten wollen?
04:38Keine Ahnung. Nicht die geringste.
04:44Wo wollten Sie eigentlich mit dem Taxi hin?
04:46Ich wollte einen Besuch machen.
04:49Bei einer Dame?
04:51Ja.
04:54Die Sie gut kennen.
04:57Ja.
04:58Ich habe Sie aber schon angerufen und gesagt, dass ich später komme.
05:02Haben Sie ihr auch erzählt, was hier passiert ist?
05:04Nein, ich wollte Sie nicht erschrecken.
05:12Ja, Herr Rudo, der Täter, der kann ja wohl nur unter den Leuten zu suchen sein, die Sie kennen.
05:17Mit denen Sie irgendwie zu tun haben.
05:21Wo wollen Sie hin?
05:23Wir werden Sie hinbringen.
05:25Nein, nein. Das geht nicht.
05:28Ich kann da doch nicht mit Polizei erscheinen.
05:31Ich verstehe. Das ist unangenehm.
05:34Ich wollte mich heute verloben.
05:38Es sollte eine kleine Feier stattfinden.
05:41Ganz in Familie.
05:42Geben Sie mir Namen und Adresse.
05:45Ich habe Frau Baruda zufällig auf dem Tennisplatz kennengelernt.
05:50Und aus dieser Freundschaft wurde eine enge Beziehung.
05:53Wer ist Frau Baruda?
05:55Erzählen Sie mir von ihr.
05:58Frau Baruda ist Witwe. Ihr Mann ist vor fünf Jahren gestorben.
06:02Verhältnis hier.
06:04Äußeren Verhältnisse sind sehr gut, soviel ich weiß.
06:07Und ich hoffe, Sie verstehen Ihnen, was für eine Situation ich bin, wenn ich jetzt komme als Opfer eines Mordanschlages.
06:14Ich frage Sie nochmals, müssen Sie mit rein kommen?
06:32Na, ich verstehe Sie nicht.
06:34Wollen Sie denn, Frau Baruda, Sie wollen sich doch mit ihr verloben.
06:38Ja.
06:38Wollen Sie ihr verschweigen, dass auf Sie geschossen wurden?
06:41Ja, ich würde es gern, weil es Sie erschrecken würde, was ich hier nicht antun will.
06:46Könnte ich nicht zunächst alleine hineingehen?
06:48Na ja, kommen Sie.
06:56Er ist ganz schön nervös.
06:58Ich dachte schon, er wird es sich doch nicht überlegen.
07:13Guten Tag.
07:14Guten Tag.
07:15Die Herren sind von der Polizei.
07:18Kriminalpolizei.
07:19Kriminalpolizei?
07:20Ja, mein Name ist Derrick.
07:21Frau Baruda, entschuldigen Sie bitte die Störung, aber aufhören.
07:25Rudow ist von einem Unkanttäter in Anschlag verliebt worden.
07:28Alles klar.
07:30Absoluter Wahnsinn.
07:31Schießt dreimal durch die geschlossene Tür.
07:33Getroffen wurde ein Taxifahrer.
07:34Ja, wen ich bestellt hatte, der hat mir die Blumen abgeholt.
07:37Ja, die Blumen, ich habe sie im Wagen gelassen.
07:38Ja, der stand an der Tür und wurde getroffen.
07:43Oh, so Gott.
07:44Er ist jetzt im Krankenhaus und wir alle hoffen, dass er mit dem Leben davon kommt.
07:48Alexander, dir ist nichts passiert?
07:51Nein, nichts, nichts.
07:53Bitte kommen Sie herein.
07:54Danke.
08:03Stellt euch vor, es ist ein Anschlag verübt worden.
08:06Auf Alexander ist geschossen worden.
08:10Was sagst du da?
08:13Es ist geschossen worden?
08:15Auf wen geschossen?
08:17Auf Alexander wurde geschossen, durch seine Wohnungstür hindurch.
08:21Ist das ein Scherz?
08:23Nein, das wäre aber ein ziemlich übler Scherz.
08:24Mein Name ist Derrick, Mordkommission.
08:27Das ist der Klein.
08:28Wieso Mordkommission?
08:31Wenn jemand auf Rudow geschossen hat, hat er ihn ganz offensichtlich verfehlt.
08:34Offensichtlich, ja.
08:35Die Schüsse trafen den Taxifahrer, der an Rudow abholen wollte.
08:39Haben Sie eine Erklärung für diesen unglaublichen Vorfall?
08:44Sie müssen noch eine Erklärung haben.
08:50Er hat nicht die geringste Erklärung.
08:52Ja, ich bin völlig ratlos.
08:54So, ratlos sind Sie.
08:57Und der Täter ist davongekommen?
09:01Ich meine, eine Schießerei in einem Treppenhaus und da gibt es keine Zeugen?
09:05Nein, die gibt es nicht.
09:07Und warum sind Sie hier?
09:09Ich hätte gerne mit Frau Baruda gesprochen.
09:12Mit ihr allein.
09:13Es tut mir sehr leid.
09:32Ich hatte mir diesen Tag ganz anders vorgestellt.
09:34Tja, ich bin nun wie aus Hallen Wolken gefallen.
09:40So, sind Sie.
09:42Und ich bin der Meinung, dass Sie uns eine Erklärung vorenthalten.
09:47Eine Erklärung, die zweifellos mit Ihrer Person zu tun hat.
09:52Sagen Sie, wie schwer verletzt ist denn der Taxifahrer?
09:56Der Notarzt sagte hoffentlich, kriegen wir ein Lebend ins Krankenhaus.
10:03Sie sind verwitwet, Herr Riech.
10:05Ja, mein Mann starb vor fünf Jahren.
10:08Und nun wollen Sie wieder heiraten?
10:10Ja, Herrn Rudow.
10:12Die Verlobung sollte heute gefeiert werden im kleinen Kreis mit den Herren, die Sie gesehen haben.
10:20Wie lange kennen Sie Herrn Rudow?
10:21Seit vier Wochen, äh, seit fünf Wochen.
10:27Er sagt, er ist seit zwei Monaten in München.
10:31Ja, er hat vorher in Hamburg gelebt.
10:35Hamburg, Frankfurt, Düsseldorf.
10:37Er hat ein sehr unruhiges Leben geführt.
10:39Warum unruhig?
10:42Nun, äh, er war unzufrieden mit sich selbst.
10:47Mit seinem Beruf.
10:48Er ist Kaufmann?
10:49Ja, ein Angestellter, der niemals die Stellung hatte, die ihn befriedigte.
10:56Frau Baruda, wir wüssten sehr gerne etwas über seinen Umgang.
11:00Seinen Umgang?
11:02Was wollen Sie wissen?
11:04Ja, in welchen Kreisen er sich bewegt, welche Bekannte er hat, welche Freunde.
11:08Hier in München hat er sehr wenig Bekannte.
11:15Und es ist schon gar keiner darunter, von dem man annehmen könnte, dass er einem solchen Menschen,
11:21der die Liebenswürdigkeit und Freundlichkeit selbst ist, den Tod wünschen kann.
11:26Vater, Sie möchten dich sprechen.
11:34Sie sind der Schwiegervater von Frau Baruda, ja?
11:51Ja.
11:52Wohnen Sie auch hier, hier im Haus?
11:54Nein.
11:56Ich habe dieses Haus kurz vor dem Kriege gebaut, bin dann aber ausgezogen, als mein Sohn Vera heiratete.
12:03Wollen wir uns nicht setzen?
12:05Danke, nein.
12:08Ihr Sohn ist gestorben?
12:11Ja, vor fünf Jahren.
12:14Völlig überraschend.
12:15Am Schreibtisch.
12:17Ein Mann, der nichts als seine Arbeit kannte.
12:19Wie lange kennen Sie Herrn Rudeau?
12:23Meine Schwiegertochter hat ihn mir vorgestellt.
12:27Sie sagte, ich habe da einen ganz reizenden Menschen kennengelernt.
12:33Und Ihr Eindruck?
12:37Der erste Eindruck war nicht schlecht.
12:40Keineswegs schlecht.
12:42Ein Mann mit Manieren, mit ausgezeichneten Manieren.
12:46Verkäufertyp.
12:48Ein Verkäufertyp?
12:49Ja, so wurden bei uns in der Firma Leute genannt, die über die gesegnete Gabe verfügen, überzeugen zu können.
12:58Sie können gut verkaufen.
13:00Vor allem sich selbst?
13:01Natürlich.
13:03Vor allen Dingen sich selbst.
13:07Sagen Sie mal, Herr Baruda, waren Sie mit der Wahl Ihrer Schwiegertochter nicht einverstanden?
13:13Sagen wir so, mir geht Familie über alles.
13:17Da hat es jemand schwer, den Maßstäben gerecht zu werden, die ich mir selber setze.
13:23Ich hatte Vorbehalte.
13:26Und habe Sie noch.
13:30Herr Lenau, Sie sind Teilhaber in der Firma, die...
13:33Ja, ich bin Kompagnon in der Firma, die Baruda, Richard Baruda, seiner Frau, unterlassen hat.
13:40Wir führen das Geschäft zusammen und sind miteinander befreundet.
13:43Das seit vielen Jahren.
13:45Wir sind sehr familiär.
13:48Ah ja.
13:49Na ja, dann wird Ihnen doch Frau Baruda sicher sehr bald Herrn Rudo vorgestellt haben.
13:54Ja.
13:56Was haben denn Sie für einen Eindruck von Herrn Rudo?
14:01Für mich ist der Mann ein Windei.
14:04Können Sie das ein bisschen genauer definieren?
14:08Es gibt Leute, die bestehen nur aus Luft.
14:13Die haben keinen Kern.
14:15Bei einem Mann spürt man doch, ob da jemand ist.
14:18Aber vielleicht irre ich mich.
14:24Und der ist doch jemand.
14:27Offenbar jemand, auf den man schießen möchte.
14:32Sie sind der Sohn von Herrn Lenau.
14:35Walter Lenau.
14:36Sie arbeiten auch in der Firma?
14:38Nein.
14:41Ich bin kein Kaufmann.
14:44Mein Vater sagt...
14:46Ich sei das Gegenteil davon.
14:52Dann sind Sie Künstler.
14:54Künstler sein.
14:57Das heißt doch,
14:59das was man fühlt,
15:02zum Ausdruck zu bringen,
15:08Gestalt
15:08werden zu lassen.
15:12Ja, so sollte das eigentlich sein.
15:14Und das kann ich nicht.
15:18Na, da haben Sie sicher ein paar persönliche Probleme.
15:23Was wissen Sie von Rudo?
15:26Da kann ich Ihnen gar nichts sagen.
15:29Oder wissen Sie irgendetwas,
15:30was sich in Zusammenhang bringen ließe
15:32mit diesem Mordanschlag?
15:36Nein.
15:36Aber
15:40kann das sein,
15:43dass dieser Mann
15:46Verbrechen anzieht,
15:49weil er selber ein Verbrecher ist?
15:54Ja, Herr Baruder ist mein Großvater.
15:56Und Sie leben hier in diesem Haus?
16:05Ja.
16:06Meine Eltern sind geschieden.
16:10Mein Vater sucht sein Glück
16:11bei einer anderen Frau in den USA.
16:14Ich weiß nicht wo,
16:15weil ich keine Verbindung zu ihm habe.
16:18Und meine Mutter ist krank.
16:21Sie lebt in einem Sanatorium.
16:22Da hat mich mein Großvater aufgenommen.
16:26Das heißt, meine Tante,
16:27der dieses Haus hier gehört.
16:29Was wissen Sie über Herrn Rudo?
16:32Was soll ich wissen?
16:34Ich bin ihm ja nicht oft begegnet.
16:37Wonach fragen Sie?
16:39Es könnte sein,
16:40dass der Täter im näheren Umkreis
16:41zu suchen ist.
16:42Und wir fragen Sie,
16:44ob Sie uns dazu was sagen können.
16:47Ich kann Ihnen nur eines sagen.
16:50Mir ist dieser Mann zutiefst zuwider.
16:52Warum ist er Ihnen zuwider?
16:56Ich habe da eine ganz persönliche Meinung.
16:59Die worauf beruht?
17:01Kann man das immer gleich begründen?
17:05Mir ist dieser Mann zu freundlich,
17:07zu liebenswürdig.
17:11Er ist zu sympathisch.
17:14Und damit möglicherweise nicht ehrlich.
17:16Was geschieht denn da eigentlich?
17:23Finden da Verhöre statt?
17:25Vernehmungen?
17:26Das sieht so aus.
17:29Was kann mein Schwiegervater dazu sagen?
17:32Was?
17:32Klienau oder Walter und Rudo.
17:35Das alles hat sich doch außerhalb unseres Hauses abgespielt.
17:41Also Freund hat Rudo in dem Hause nicht?
17:44Nee.
17:45Aber ich meine,
17:46trotzdem haben wir nichts erfahren,
17:47was uns irgendwie weiterhilft.
17:48weder in Bezug auf eine Person
17:50noch auf irgendwelche Konflikte.
17:53Dagegen steht nur diese unglaubliche Tat,
17:57dass da jemand in den dritten Stock raufmarschiert,
17:58dreimal losballert.
18:00Ich meine,
18:00entweder muss das ein eiskalter Profi gewesen sein,
18:02weil er muss ja damit rechnen,
18:03dass er abgefangen wird.
18:05Oder einer,
18:05der von blindem Hass getrieben war.
18:09Und dieser Udo Müller,
18:11der da sagt,
18:12dass Rudo ihm zutiefst zuwider sei?
18:16Ja, ich meine,
18:16würd er das sagen,
18:17wenn er der Täter wäre?
18:23Ich habe eine Frage noch,
18:25die ganz plötzlich aufgetaucht ist.
18:28Könnte sich der Anschlag wiederholen?
18:30Ja,
18:31solange wir den Täter
18:32und das Motiv nicht kennen,
18:33ist es nicht auszuschließen.
18:35Herr Rudo,
18:35bleiben Sie bitte zu Hause.
18:36Vielleicht warten Sie unsere Anweisungen ab, ja?
18:39Ja.
18:40Ich danke Ihnen.
18:41Auf Wiedersehen.
18:42Wiedersehen, Herr Herr.
18:56Da liegen ja noch die Blumen im Wagen lang.
19:03So, bitte.
19:12Die Blumen?
19:13Das sind die Blumen,
19:13die ich im Wagen gelassen habe.
19:25Danke, Alexandra.
19:27Danke.
19:27So, jetzt werden wir erst mal
19:36die Personalien von Rudo überprüfen.
19:42Wunderschön, Alexander.
19:44Wunderschöne Rosen.
19:46Danke.
19:50Aber du hast gehört,
19:52was man befürchten muss,
19:53dass sich der Anschlag wiederholen kann.
19:55Du kannst unmöglich in deiner Wohnung bleiben.
20:02Wir fahren sofort los,
20:04holen das Nötigste
20:05und dann ziehst du hier ein.
20:08Hier?
20:09Ja, hier.
20:09Hier in die Saus.
20:17Alexander zieht hier ein.
20:19Er soll hier einziehen?
20:20Was sagen Sie, Lennon?
20:24Ich weiß nicht, ob das gut ist.
20:26Warum soll es nicht gut sein?
20:29Ihr habt doch gehört,
20:30der Anschlag könnte sich wiederholen.
20:32Er kann doch nicht in seine Wohnung zurück.
20:35Es gilt zu überlegen,
20:36ob wir da nicht hineingezogen werden.
20:38In eine Sache,
20:39die doch noch völlig ungeklärt ist.
20:41Ja, das würde ich auch sagen.
20:44Aber begreift ihr denn nicht?
20:46Er ist doch vielleicht in Lebensgefahr.
20:48Ja, wir fahren in deine Wohnung.
20:51Udo, hilfst du uns?
20:53Ich?
20:54Was soll ich denn dort?
20:56Ein paar seiner Sachen holen.
20:58Wo soll er denn wohnen hier?
21:01Haben wir nicht genug Platz in diesem Haus?
21:05Komm.
21:09Ja, vorbestraft.
21:11Er hat gesessen wegen Betrug.
21:13In Verbindung mit Heiratsschwindel.
21:15Ein mieser Heiratsschwindel.
21:16Der sich an Frauen meistens
21:17auf falschem Namen herangemacht hat,
21:19in die Ehe versprach,
21:20sich Vorschüsse geben ließ.
21:21Auf größere Projekte.
21:23Wie gehabt, wie gehabt.
21:24Er war zweimal angeklagt
21:26und wurde zweimal verurteilt.
21:27Vermutet werden eine ganze Anzahl von Fällen,
21:30in denen die geschädigten Frauen
21:31gar nicht zur Polizei gegangen sind.
21:33Na, warte.
21:33Das ist aber ein weites Feld.
21:35Welcher alte Fall kann da jetzt eine Rolle spielen?
21:38Oder es ist ein neuer Fall.
21:39Ja.
21:39Ja.
21:46Udo, hilf ihm doch.
21:48Na, das wird er doch wohl noch selber schaffen.
21:55Danke.
21:56Besten Dank.
21:57Sie brauchen mir nicht zu danken.
21:59Ich tue es aber,
22:01weil mir danach ist.
22:02Komm, Alexander.
22:04Steig ein.
22:04Frage, was tun?
22:14Na, wir werden den Rudo vernehmen.
22:16Das ist das Nächste jetzt.
22:19Ja?
22:20Ja, Frau Baruda?
22:23Ah ja, ich verstehe.
22:25Moment mal bitte.
22:27Der Rudo ist bei ihr eingezogen.
22:31Sag ihr, wir kommen vorbei.
22:33Frau Baruda?
22:35Ja, wir kommen noch mal bei Ihnen vorbei.
22:38In einer Stunde?
22:40Wiedersehen.
22:43Er bekommt das Gästezimmer,
22:45das Zimmer neben Udo.
22:47Das gibt Udo Gelegenheit,
22:48die Augen offen zu halten.
22:50Man kann ja die Möglichkeit nicht ausschließen,
22:52dass der Täter dieser,
22:53dieser Wahnsinnige versuchen wird,
22:55auch hier einzudringen.
22:57Bist du nicht einverstanden?
23:00Würdest du darauf Rücksicht nehmen?
23:04Nein.
23:09Bitte.
23:11Ich kann doch nicht anders.
23:14Zeigst du Alexander das Gästezimmer?
23:18Ich möchte nur ein paar Worte mit Udo sprechen.
23:20Udo, was ist mit dir?
23:37Meine Beziehung zu Alexander gefällt dir nicht.
23:40Nein, sie gefällt mir nicht.
23:43Udo.
23:44Dieser Mann bedeutet alles für mich.
23:52Alles?
23:54Was ist alles?
23:56Was bedeutet das?
23:57Ein Leben ohne ihn
24:00bedeutet mir nichts mehr.
24:05Ich bitte dich.
24:06Wie kann man so etwas sagen?
24:08Das ist doch völlig übertrieben.
24:11Es ist nicht übertrieben.
24:12Das ist mir klar geworden.
24:14Heute klar geworden.
24:15Hilf mir, Udo.
24:22Du bist wahnsinnig, Vera.
24:25Doch, doch.
24:25Das ist eine Art von Bewusstseinsverlust.
24:29Es kann doch kein Mensch von einem anderen so abhängig sein.
24:32Das darf doch nicht sein.
24:33Das ist doch krank.
24:40Dann bin ich krank.
24:41Herr Baruder, ich bin Ihnen sehr dankbar.
24:52Dazu haben Sie gar keine Ursache.
24:54Überhaupt keine.
24:56Gefällt Ihnen das Zimmer?
24:59Sehr.
24:59Es ist wunderschön.
25:01In diesem Zimmer ist mein Sohn groß geworden.
25:04Frühere Kinderzimmer.
25:08Herr Baruder,
25:08ich weiß, dass ich Ihnen nicht willkommen bin.
25:12Sie haben es mich bei jeder Gelegenheit spüren lassen.
25:16Geben Sie mir eine Chance.
25:18Wofür?
25:22Guten Tag, Herr Müller.
25:23Wir sind es noch mal.
25:24Guten Tag.
25:24Wir möchten gerne mit Frau Baruder sprechen.
25:30Ach, Moment.
25:31Wir möchten mit Ihnen gerne sprechen.
25:32Guten Tag, Frau Baruder.
25:34Guten Tag.
25:34Bitte kommen Sie hier rein.
25:35Danke.
25:36Danke.
25:38Möchten Sie Platz nehmen?
25:41Nein, danke.
25:41Ich muss Ihnen eine Mitteilung machen.
25:45Sie ist nicht sehr angenehm.
25:48Welche?
25:51Herr Rudo ist vorbestraft.
25:53Er ist zweimal verurteilt worden.
25:54Beide Male wegen Betrug im Zusammenhang mit Heiratsschwindel.
25:58Und er hat deswegen zweimal Gefängnisstrafe bekommen.
26:02Einmal vier Jahre, dann nochmal drei Jahre.
26:05Ach, das wissen Sie?
26:08Ja, ich weiß es.
26:10Er hat es mir gesagt.
26:12Wann hat er es ihm gesagt?
26:14Vor ein paar Tagen.
26:16Und das hindert Sie nicht, ihn zu heiraten?
26:20Nein.
26:22Er hat Fehler begangen und er hat dafür seine Strafe bekommen.
26:26Zweimal?
26:26Für mich und vor dem Gesetz hat er sein Vergehen gebüßt.
26:37Frau Baruder, sind die Vorstrafen von Herrn Rudo hier in diesem Hause bekannt?
26:43Nein, nein, das weiß niemand.
26:46Und das sollte auch niemand erfahren.
26:50Können wir jetzt bitte mit Herrn Rudo sprechen?
26:52Sie werden ihm doch nicht diese alten Geschichten vorhalten.
27:01Die sind doch vorbei.
27:02Ja, ist schon richtig.
27:04Nur wir glauben, dass dieser Mordanschlag mit diesen alten Geschichten im Zusammenhang steht.
27:17Er hat es dir gesagt.
27:19Ist allerdings erstaunlich.
27:21Warum tut er das?
27:22Nun, mir scheint sich Ihre Zuneigung sehr sicher gewesen zu sein.
27:32Ich habe gerade gehört, dass Sie Bescheid wissen.
27:37Was ich Frau Baruder vorausgesagt habe.
27:39Ich sagte, es ist doch klar, dass die jetzt ihren Apparat in Bewegung setzen.
27:43Die werden sofort Bescheid wissen.
27:46Das dauert Sekunden und die wissen, dass ich vorbeschafft bin.
27:49Sie haben es also Frau Baruder gesagt.
27:52Ja, weil...
27:54Ich wollte klare Verhältnisse schaffen.
27:58Ich wollte keine Angst haben, dass sie es vielleicht irgendwann einmal erfährt.
28:02Und da habe ich mir gedacht, sag sie und sag sie rechtzeitig.
28:07Herr Rudo, nun mal ganz offen.
28:10Sie haben Menschen betrogen, Sie haben sie unglücklich gemacht.
28:12Sie haben sich Feindschaften zugezogen.
28:14Die Frage ist jetzt nur, bei wem war es.
28:18Bei wie vielen Leuten?
28:27Mein Eindruck ist, der Mann wird verhört.
28:30Ein Verbrechen ist begangen worden.
28:34Aber die Gründe liegen wohl bei ihm.
28:36Oder?
28:38Oder?
28:39Ist die Vermutung falsch?
28:41Sie ist ganz sicher falsch.
28:43Da bin ich nicht so sicher, liebe Vera.
28:46Wir werden Ihre Angaben nachprüfen.
28:48Das ist mir klar.
28:49Wir gehen, Frau Baruder.
28:55Auf Wiedersehen.
28:56Auf Wiedersehen.
28:57Es gibt keinen Grund, die Verlogen zu verschieben.
29:09Wir feiern Sie heute Abend.
29:12Willst du Linau Bescheid sagen, dass Sie auch immer kommen?
29:20Soll ich glauben, dass man im Hause Baruda nicht gewusst hat,
29:22dass Rudo vorbestraft ist?
29:24Dass er ein Heiratsschwindler ist?
29:25Ich meine, wenn Sie es gewusst hätten,
29:27hätten Sie doch die Frau gewarnt.
29:29Dann hätten Sie doch gesagt,
29:30weißt du eigentlich, wen du da heiratest?
29:32Das wäre normal.
29:33Stefan, da marschiert irgendjemand den dritten Stock rauf,
29:36ballert blindlings drauf los.
29:39Ich meine, ich frage mich,
29:40warum hat er nicht gewartet, bis die Tür geöffnet wurde?
29:44Da muss eine Art von Irrsinn unterwegs sein.
29:48Ich kann es nicht anders benennen.
29:51Kann natürlich auch durchaus sein,
29:52dass wir die eigentliche Geschichte noch gar nicht kennen.
29:55Sie will es feiern.
29:57Sie lässt sich nicht abbringen.
29:59Nein.
30:00Ich sag ja,
30:01sie ist im Hörig.
30:05Und der Karl wohnt jetzt hier.
30:08Ja.
30:09Wo wohnt er?
30:11Im Gästezimmer.
30:13Jedenfalls hat er dort seine Sachen untergebracht.
30:16Schlafen wird er wohl woanders.
30:17Ich wollte nicht herkommen,
30:28aber ich fand keine Ausrede.
30:30Du wolltest keine finden.
30:34Wollte ich nicht.
30:36Warum kommt er denn nicht rüber?
30:38Ja.
30:38Weiter.
30:38Walter.
30:47Walter.
30:52Entschuldigung.
30:56Was ist mit ihm?
30:58Er ist so aufgeregt.
31:00Du bist nun mal für ihn eine Heilige,
31:01die gerade dabei ist,
31:04in den Dreck zu fallen.
31:05Schon gut, Vera.
31:22Alexander,
31:23würdest du bitte den Champagner aufmachen?
31:24Das ist für mich
31:32ein ganz bewegender Augenblick,
31:35der mir sehr viel bedeutet.
31:40Im Zusammenhang damit
31:42muss ich etwas sagen,
31:43ehe ihr es von anderer Seite erfahrt.
31:47Alexander ist vorgestraft.
31:48Ja, wie?
31:56Ihr zeigt gar keine Überraschung.
31:59Habt ihr das gewusst?
32:01Wir haben nichts gewusst.
32:03Aber sprich nur weiter.
32:05Was hat er sich zu Schulden kommen lassen?
32:08Es muss gesagt werden,
32:10Alexander.
32:14Er ist verurteilt worden.
32:16Zweimal.
32:16Wegen Betrug
32:19begangen im Zusammenhang
32:20mit Heiratsschwindel.
32:24Er hat Frauen die Ehe versprochen,
32:26in der betrügerischen Absicht,
32:28sich Vermögensvorteile zu verschaffen.
32:31Was ist?
32:33Nun, ich meine,
32:33das ist auch eine Art,
32:34zu Geld zu kommen.
32:36Keine schöne.
32:39Aber möglicherweise
32:40eine angenehme.
32:46Ich bitte dich,
32:48lass mich aussprechen.
32:51Alexander hat es mir gesagt.
32:53Er hat mir rückhaltlos
32:55alles gesagt.
32:57Er hat sich nicht geschont.
32:58Nicht mal Entschuldigungen
32:59dafür gesucht,
33:00obwohl es sich gibt,
33:00sicher gibt.
33:02Er war absolut ehrlich.
33:05Und ich glaube ihm,
33:06dass er sich geändert hat.
33:08Völlig geändert hat.
33:10Dass er nichts mehr zu tun hat
33:11mit dem Menschen,
33:12der er mal war.
33:12Bitte, Alexander.
33:39Danke, nein.
33:42Udo?
33:46Du musst verstehen, Vera.
33:48Ich kann nicht
33:49mit einem Heiratsschwindler anstoßen.
33:52Ein solcher Mann
33:53hat meine Mutter unglücklich gemacht.
33:55Was du ja weißt.
34:00Entschuldige, Udo.
34:06Warum gehen Sie nicht nach
34:07Sie, Frau und Tröster?
34:12Aus der Feier
34:20wird wohl nichts mehr.
34:39Wille.
34:39Ich werde das Haus verlassen.
34:45Ich habe keine Chance hier.
34:47Das Haus verlassen.
34:49Wie kannst du das sagen?
34:51Alexander, das will ich
34:51nie wieder hören.
34:58Was sagte Udo da?
35:00Er sprach von seiner Mutter?
35:02Ja.
35:04Von meiner Schwägerin.
35:05Sie ist das Opfer eines Mannes geworden,
35:10der
35:10ihr Gefühl für ihn ausgenutzt hat.
35:15Sie hat Selbstmord begehen wollen
35:16mit Tabletten.
35:18Wurde in letzter Minute gefunden
35:20und hat
35:21irreparable Schäden zurückbehalten.
35:22Welcher Arzt?
35:30Ihr Gehirn ist beeinträchtigt.
35:35Und wo ist sie jetzt?
35:37In einem Sanatorium.
35:40Sie kann nur unter ärztlicher Aufsicht leben.
35:42Jetzt verstehe ich Udo.
35:49Er hat recht.
35:50Ich kann ihm nicht böse sein.
35:53Ja.
35:54Das werde ich ihm sagen.
35:56Dass ich für seine Haltung
35:57Verständnis habe.
35:58Ja.
36:00Ja, tu das.
36:03Es läge mir so viel daran,
36:04dass ihr euch versteht.
36:05Warum wollt ihr denn schon gehen?
36:22Walter.
36:23Ich glaube, Vera,
36:23wir brauchen jetzt alle ein bisschen Zeit.
36:26Ich jedenfalls brauche sie.
36:28Komm, Walter.
36:31Lass diesen Mann laufen, Vera.
36:32Lass ihn laufen.
36:53Vera hat mir gerade erzählt
36:54die Geschichte von ihrer Mutter.
36:58So, hat sie das.
37:02Sie versuchte,
37:05selbst noch zu begehen?
37:09Ja, mit Tabletten.
37:13Als sie gefunden wurde,
37:14war sie eigentlich schon tot.
37:17Man hätte sie besser sterben lassen sollen.
37:23Und, ähm,
37:25ein Mann war die Ursache?
37:27Ja, er hatte sie verlassen.
37:32Sie fühlte sich unendlich einsam.
37:36Aber sie werden ja die Gemütsverfassung
37:37von solchen Frauen kennen.
37:42Sie brauchen mich nicht zu schurmen.
37:44Ich weiß, dass ich deinen Makel
37:45mit mir herumtrage
37:46und dass ich das auszuhalten habe.
37:49Kann man so etwas aushalten?
37:50Ich versuch's.
37:52Ich versuche zu leben
37:53und mein Bestes zu geben
37:53und nicht zu vergessen,
37:56wofür ich bestraft wurde.
37:58Das hört sich gut an.
38:00Udo,
38:01das läge mir sehr viel daran,
38:02mich mit Ihnen zu verständigen.
38:05Nun ja.
38:06Aber das haben wir ja nicht in der Hand,
38:08wohin die Dinge laufen.
38:10Wenn sie laufen.
38:18Der Mann ist außer Gefahr.
38:19Sie können auch kurz mit ihm sprechen.
38:21Die zweite Tür links mit.
38:23Ich danke Ihnen, Doktor.
38:30Gehört?
38:32Gehört habe ich gar nichts.
38:34Nicht das Geringste.
38:37Nichts gehört
38:38und nichts gesehen.
38:42Weiß man eigentlich schon,
38:44wer geschossen hat?
38:47Nee, Herr Schröder,
38:48das wissen wir noch nicht.
38:49Nein,
38:51dann sehen Sie mal zu,
38:51dass erst wieder auf die Beine kommen.
38:55Sind Sie verheiratet?
38:57Nein.
38:59Aber Ihre Familie lebt hier.
39:01Ich habe niemanden.
39:05Dafür haben Sie aber
39:06schöne Blumen hier stehen.
39:08Weiß nicht mal von wem.
39:10Was?
39:12Sie wissen nicht mal von wem?
39:14Ein Pote brachte die Blumen
39:16aus einem Geschäft.
39:17Aus welchem Geschäft?
39:18Keine Ahnung.
39:20Danke.
39:21Tschüss.
39:22Bitte.
39:22Moment, ich habe noch eine Frage.
39:23Hat sich vielleicht irgendjemand
39:24nach dem Befinden des Verletzten erkundigt?
39:27Ja, gestern hat zweimal jemand angerufen.
39:29Und heute Morgen auch.
39:31War das ein Mann oder eine Frau?
39:32Ein Mann.
39:34Aber er hat seinen Namen nicht genannt.
39:37Er war aber erleichtert,
39:38als ich sagte,
39:38es besteht keine Lebensgefahr mehr.
39:41Danke.
39:42Bitte.
39:43Der Täter schickt Blumen.
39:49Ist mir auch noch nicht vorgekommen.
39:51Er hat Mitgefühl,
39:52weil er den Falschen erwischt hat.
39:53Es tut ihm leid,
39:54er ist ganz erleichtert,
39:55dass der Mann lebt.
39:58Wir brauchen den Hintergrund
39:59von Baruda, dem Schwiegervater,
40:01von Lenor, dem Kompagnon,
40:02von seinem Sohn Walter
40:03und von Udo Müller, dem Enkel Baruders.
40:08Was für Leute sind denn das?
40:10Was für eine gemeinsame Geschichte
40:12verbindet sie?
40:12Und was haben Sie vor?
40:17Sagen Sie, Herr Lenor,
40:18Sie haben, wie ich höre,
40:19ein sehr gutes Verhältnis zu Frau Baruda.
40:22Sie arbeiten ja hervorragend zusammen.
40:23Und das heißt,
40:25dass Sie sich auch privat ausgezeichnet verstehen.
40:28Wir haben Erkundigungen eingezogen.
40:30Ja, das stimmt.
40:31Aber wo erkundigt man sich nach sowas?
40:34Und vor allen Dingen, warum?
40:37Da könnte ein Motiv sein.
40:39Ich sage es Ihnen ganz offen.
40:41Auch Sie haben Ihren Ehepartner verloren.
40:43Sie haben möglicherweise mit dem Gedanken gespielt,
40:45mit Frau Baruda zusammenzuleben.
40:48Respekt.
40:50Den Gedanken hatte ich in der Tat.
40:53Vera Baruda ist eine Frau
40:55von Geschmack und Kultur.
40:57Außerdem versteht sie sich hervorragend
40:59mit meinem Sohn.
41:01Ich habe Sie gefragt,
41:02ob Sie meine Frau werden will.
41:06Sie wollte nicht.
41:09Auf was für einen Gedanken bringt Sie das?
41:11Ob Sie eine Waffe haben, Herr Lenor.
41:13Ob ich eine Waffe habe?
41:15Natürlich habe ich eine Waffe.
41:16Aber ich renne damit nicht
41:17in fremden Treppenhäusern herum
41:19und schieße damit durch Türen.
41:21Haben Sie die Waffe hier?
41:24Nein, die habe ich zu Hause.
41:26Können wir die bei Gelegenheit mal sehen?
41:28Jederzeit?
41:29Jetzt.
41:31Bitte.
41:31Walter, ich komme mit der Polizei,
41:36die sich da mit Theorien herumschlägt.
41:38Kommen Sie, meine Herren.
41:39Danke.
41:40Guten Tag.
41:42Ach, du bist auch da.
41:44Dann ist das ja ein Aufwaschen.
41:46Guten Tag.
41:46Es wird nach meiner Pistole gefragt,
41:49die ich vorzeigen soll.
41:50Einen Augenblick,
41:51ich habe sie im Arbeitszimmer.
41:54Wonach wird gefragt?
41:55Nach einer Pistole?
41:56Ja, aber machen Sie sich keine Sorgen.
41:58Reine Routinefragen.
42:00Sie sind befreundet miteinander?
42:01Ja, wir sind sehr gute Freunde.
42:04Und Sie sind hier so gut wie zu Hause?
42:06Das kann man so sagen, ja.
42:10Ich finde meine Pistole nicht.
42:12Es tut mir leid.
42:13Ich hätte sie mal im Schreibtisch,
42:15aber da ist sie nicht mehr.
42:16Hast du eine Ahnung,
42:17wo sie sein könnte?
42:19Nein.
42:20Zeigen Sie mir bitte Ihren Waffenschein.
42:21Bitte.
42:22Danke.
42:24Eine Walter 7,65.
42:27Mhm.
42:28Die Schüsse, die abgegeben wurden,
42:29die waren vom Kaliber 7,65.
42:31Was wollen Sie denn damit sagen?
42:33Ja, nur, dass es sich um das gleiche Kaliber handelt.
42:36Wollen Sie jetzt bitte jeder nacheinander
42:38einen Text auf dieses Tonband sprechen?
42:40Ja, was für ein Text?
42:41Hab's auch geschrieben.
42:43Bitte.
42:46Wenn Sie sich was davon versprechen, bitte.
42:50So, bitte.
42:51Verzeihen Sie, ich habe eine Frage, Schwester.
42:52Da ist doch bei Ihnen ein Taxifahrer eingeliefert worden
42:54mit Schusswunden.
42:56Wie geht es diesem Mann?
42:57Danke.
43:01Bitte.
43:04Verzeihen Sie, ich habe eine Frage, Schwester.
43:06Da ist doch bei Ihnen ein Taxifahrer eingeliefert worden
43:09mit Schusswunden.
43:09Wie geht es diesem Mann?
43:10Aber ich würde doch ganz gern wissen, was das bedeuten soll.
43:16Wir werden Ihre Stimmen der Krankenschwester vorspielen.
43:19Vielleicht erinnert sie sich.
43:20Ach so.
43:21Aber die wird sich doch nie erinnern.
43:23Und wenn, das ist doch kein Beweismittel.
43:26Das hebt Ihnen doch jeder Strafverteidiger sofort aus den Angeln.
43:29Kann ich das nicht ablehnen?
43:30Natürlich.
43:30Aber da müsste ich Sie fragen, warum Sie es ablehnen.
43:34Also gut.
43:37Verzeihen Sie, ich habe eine Frage, Schwester.
43:40Da ist doch bei Ihnen ein Taxifahrer eingeliefert worden
43:42mit Schusswunden.
43:43Wie geht es diesem Mann?
43:44Danke.
43:46Kann ich Sie jetzt bitte einen Augenblick allein sprechen?
43:48Darf ich die Herren bitten, uns einen Moment allein zu lassen?
43:50Bitte sehr.
43:51Herr Müller, Ihre Mutter lebt in einem Sanatorium.
44:03Ja?
44:03Sie hat vor einigen Jahren nach einer traurigen Erfahrung mit einem Betrüger
44:08einen Selbstmordversuch unternommen.
44:13Ja.
44:14Sie hat sich nie wieder richtig erholt.
44:17Sie bedarf der ständigen Pflege.
44:18Das kann man so sagen, ja.
44:22Und jetzt begegnen Sie einem Mann, der einschlägig vorbestraft ist
44:26und der Ihre Tante heiraten will.
44:30Verstehe.
44:33Ja, der Mann ist mir zutiefst zuwider.
44:37Aber Sie begehen einen Denkfehler.
44:39Denn als auf diesen Mann geschossen wurde,
44:41hatte mir meine Tante die Eröffnung noch gar nicht gemacht,
44:43um wen es sich da eigentlich handelt.
44:45Denn das sagte sie mir,
44:46ja, das sagte sie uns allen erst gestern Abend.
44:52Was soll ich?
44:53Ja, nur zuhören und mir sagen,
44:55ob Sie die Stimme wiedererkennen.
44:59Verzeihen Sie, ich habe eine Frage, Schwester.
45:01Da ist doch bei Ihnen ein Taxifahrer eingeliefert worden
45:03mit Schusswunden.
45:05Wie geht es diesem Mann?
45:06Könnte es sein, dass Sie dieser Mann angerufen hat?
45:09Nein, es war eine andere Stimme.
45:11Vielleicht die?
45:11Ja.
45:13Verzeihen Sie, ich habe eine Frage, Schwester.
45:16Ach, du bist schon da.
45:26Ja, ich warte auf euch.
45:28Ich wollte euch fragen,
45:29ob wir nicht vielleicht ein bisschen rausfahren mit dem Auto.
45:32Aber ja, Udo, nichts dagegen.
45:35Ein sehr guter Vorschlag.
45:37Mir ist alles recht,
45:38was unser Leben,
45:39Zusammenleben normalisiert.
45:41Wir fahren sehr gern mit,
45:42nicht wahr, Alexander?
45:43Ja.
45:44Wohin?
45:46Wohin?
45:48Zum Seehof.
45:49Gibt es keine andere Möglichkeit?
46:11Nein, Großvater.
46:34Sie hat keine der Stimmen erkannt.
46:36Das war wirklich eine gute Idee von dir, Udo.
46:50Und dass du deinen guten Willen zeigst.
46:53Schon gut, Vera.
46:55Ich tue nur, was ich tun muss.
46:56Halt, Udo.
47:11Halt an!
47:19Hier, hier.
47:20Warum?
47:20Warum nicht?
47:26Was ist denn hier?
47:28Warum hierher?
47:32Damit alles aus dem Weg geräumt ist.
47:35Das ist das Sanatorium hier,
47:37in dem sich Udos Mutter befindet.
47:41Ja, Mutter.
47:43Was sagen wir hier?
47:44Darf ich jetzt weiterfahren?
47:51Ja.
47:53Fahr weiter.
47:53Ja.
48:14Ja.
48:38Guten Tag?
48:38meinen Kindern?
48:39écrit
48:39union
48:39Omin.
48:40Ja.
48:40Dies, tysięcy.
48:40Ja.
48:41Ja.
48:41cane
48:42Dat.
48:42Vielen Dank.
49:12Maria.
49:24Alexander, du kennst Maria?
49:34Woher kennst du Maria?
49:42Alexander!
50:04Alexander!
50:04Alexander!
50:07Alexander!
50:14Seit wann weißt du's?
50:19Seit ein paar Tagen.
50:22Warum hast du mir nichts gesagt?
50:34Warum hast du mir nichts gesagt?
50:48Ich wollte es dir ersparen.
50:52Du musst mir sagen, ob ich halten soll.
51:03Wie?
51:04Wie?
51:05Seit wann?
51:06Wie?
51:08Wie?
51:09Wie?
51:10Wie?
51:12Wie?
51:13UNTERTITELUNG
51:43UNTERTITELUNG
51:51Bitte frag mal, da können wir hineingehen.
51:55UNTERTITELUNG
51:59UNTERTITELUNG
52:03UNTERTITELUNG
52:07UNTERTITELUNG
52:09UNTERTITELUNG
52:13Ich darf mich entschuldigen.
52:39Die Krankenschwester hat keine der Stimmen wiedererkannt.
52:51Aber es fehlt uns ja noch eine.
52:55Herr Baruda, Ihre Stimme fehlt uns noch.
52:58Wollen Sie bitte ins Telefon sprechen?
53:00Verzeihen Sie, ich habe eine Frage, Schwester.
53:02Da ist doch bei Ihnen ein Taxifahrer eingeliefert worden mit Schusswunden.
53:06Ja, Schwester, kriege ich den bitte.
53:06Wie geht es diesem Mann?
53:09Schwester Grete?
53:10Ja, Inspektor Klein.
53:12Moment mal, es kommt noch eine Stimme.
53:16Kommen Sie bitte.
53:35Wir leben in Hamburg.
53:37Mein Vater hatte die Familie verlassen, von heute auf morgen, ohne ein Wort zu sagen.
53:43Eine brutale Trennung.
53:45Es hat auch lange gedauert, bis meine Mutter darüber hinweg war.
53:47Ich war dann ein Jahr studienhalber in London und bekam plötzlich fröhliche, aufgeregte Briefe von meiner Mutter.
53:58Sie war wieder glücklich.
53:59Sie hatte einen Mann kennengelernt.
54:01Sie hatte einen Mann kennengelernt, den sie liebte.
54:04Sie telefonierte mit mir und sagte, vielleicht hat all das Schreckliche, das ich erlebt habe, wirklich einen Sinn gehabt.
54:09Aber noch ehe ich diesen Mann selber kennenlernen konnte, hatte er meine Mutter verlassen.
54:16Auch von heute auf morgen.
54:18Und sie zugleich um ihr gesamtes Geld betrogen.
54:22Daraufhin wollte sie sterben.
54:26Und wenn man es genau nimmt, so ist sie ja auch gestorben.
54:30Haben Sie Anzeige erstattet?
54:31Ja, aber der Mann hatte einen falschen Namen benutzt und war unauffindbar.
54:38Dann stellte mir meine Tante Alexander Rudow vor.
54:43Ein Mann, der aus Hamburg stammte und außerordentlich charmant und liebenswürdig war.
54:48Er entsprach den Beschreibungen, die ich von meiner Mutter bekommen hatte.
54:53Ich sprach darüber mit meinem Großvater und mit den Lenaus.
54:56Ich sagte, das kann der Mann sein.
54:59Ich meine, er muss es nicht sein, aber vielleicht ist er es.
55:01Also beschaffte ich mir eine Fotografie von Rudow und fuhr damit in das Sanatorium.
55:26Tag, Mama.
55:29Wie geht's dir?
55:31Gut siehst du aus.
55:34Ich freue mich, dich zu sehen.
55:36Ich hatte Angst, meiner Mutter das Foto zu zeigen.
55:39Ich fragte mich, ob ich nicht ihren Frieden störe.
55:43Aber ich hatte ja keine andere Wahl.
55:47Ich zeigte ihr das Foto.
55:49Kennst du diesen Mann?
56:08Und sie erkannte ihn.
56:10Er ist es.
56:24Er ist es.
56:26Ja, warum hat nicht einer von Ihnen, Frau Baruda, ganz einfach die Wahrheit gesagt?
56:32Ich war dagegen.
56:34Ich sagte, wollen wir es riskieren, dass sie auch den Verstand verliert?
56:39Ich war es meiner Familie schuldig, eine andere Lösung zu finden.
56:45Lösung?
56:47Ja.
56:48Ich bin froh, dass ich es jetzt sagen darf.
56:51Ich war es.
56:52Ich habe dem Leonhard die Pistole weggenommen.
56:57Es tut mir sehr leid, dass es einen Unschuldigen getroffen hat.
57:01Ich bin froh, dass ich es jetzt sagen darf.
57:31Und was, wenn er sich wirklich geändert hat?
57:36Er hat mir doch alles gestanden.
58:01Ich bin froh, dass ich es jetzt sagen darf.
58:06Ich bin froh, dass ich es jetzt sagen darf.
58:36Amen.
59:06Amen.