00:00Die Verhandlungen auf der diesjährigen Klimakonferenz COP29 in Aserbaidschan
00:06stehen laut Klimaschutzministerin Leonore G. Wessler unter besonders schwierigen Vorzeichen.
00:12Das wird heuer nicht einfach, aber es ist umso wichtiger, dass diese Konferenz ein Zeichen setzt,
00:19dass wir im Klimaschutz nicht vom Kurs abweichen, dass wir im Konsens zu einer Einigung kommen,
00:24dass wir nach letztem Jahr der gewichtigen und historischen Einigung auf die Abkehr von den fossilen Energien
00:32hier auch die nächsten Schritte machen.
00:34Ja, das wird nicht einfach, aber umso wichtiger, deswegen Kurs zu halten und dran zu bleiben.
00:39Der Wahlsieg Donald Trumps und das Aus der deutschen Regierung würden die Gespräche komplizierter machen.
00:46Das Pariser Klimaabkommen hat den Austritt der USA schon einmal überstanden
00:51und auch in den USA werden die Klimaschutzbemühungen nicht von einem Tag auf den anderen aufhören.
00:56Das zeigt auch der Inflation Reduction Act und wo dort investiert wird.
01:00Aber umgekehrt gefragt, was wäre denn die Alternative?
01:03Die Alternative Kopf in den Sand stecken ist keine.
01:06Wir haben mit der Klimakrise eine der größten Herausforderungen unserer Zeit, wenn nicht die größte.
01:11Sie ist hier, das zeigen die Bilder aus Österreich, aus Spanien, von der ganzen Welt.
01:17Und mit Verleugnung geht ein Problem nicht weg.
01:20Auch Fortschritt kriegt man nicht durch Verleugnung zustande.
01:23Und deswegen ist es umso wichtiger, Kurs zu halten in diesen stürmischen Zeiten.
01:26Und mit genau dieser Überzeugung und Motivation fährt auch die Europäische Union, fahre ich dorthin.
01:31Zentrales Thema der Konferenz ist es, einen neuen Rahmen für die Klimafinanzierung nach dem Jahr 2025 festzulegen.
01:40Expertenschätzungen zufolge sind künftig mindestens eine Billion Dollar pro Jahr notwendig,
01:47um Länder des globalen Südens beim Klimaschutz und der Anpassung an die Folgen der Erderwärmung zu unterstützen.
01:55Einige Berechnungen kommen sogar auf 2,4 Billionen Dollar.
02:00Der globale Norden hat hier besondere Verantwortung und deswegen freut es mich,
02:05dass Österreich seine Mittel zur internationalen Klimafinanzierung in den letzten Jahren
02:09wirklich auf einen vorzeigbaren Betrag steigern konnte.
02:13Und das muss jetzt auch so bleiben für Österreich.
02:17Entwickelte Schwellenländer wie China oder Indien, aber auch die Golfstaaten müssen laut aktueller Regelung
02:24keinen Beitrag zur internationalen Klimafinanzierung leisten.
02:29Dies sei laut Gewessler nicht mehr zeitgemäß.
02:32Wenn Länder wie China, die Ölstaaten, die Vereinigten Arabischen Emirate sagen,
02:39sie sind starke und gewichtige Akteure und Wirtschaftsmächte,
02:43dann haben sie auch eine Verantwortung, einen Beitrag zu zahlen für den CO2-Ausstoß,
02:49den sie damit verursachen, auch einen Beitrag zu zahlen für die internationale Klimafinanzierung
02:53und diese Ausweitung der Geberländer zusätzlich, ganz wichtig, nicht statt der Industriestaaten,
03:00zusätzlich ist ein ganz wichtiges Verhandlungsziel der Europäischen Union.
03:06Sonst werden wir nämlich die große Aufgabe Klimaschutz nicht meistern, da brauchen wir alle an Bord.
03:10Gewessler wird am Montag als Teil des EU-Verhandlungsteams
03:14in die inhaltlich relevante zweite Verhandlungswoche in Baku einsteigen.
03:20Nachdem auf der Vorjahreskonferenz COP28 in Dubai erstmals der seit langem geforderte Abschied
03:28von fossilen Energien festgeschrieben wurde, könnte das Ergebnis in Baku nun deutlich ernüchternder ausfallen.
03:36Grund dafür sei auch die COP-Präsidentschaft Aserbaidschans,
03:40die bereits im Vorfeld von vielen NGOs und Menschenrechtlern stark kritisiert worden war.
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