00:00Wow, ganz schön was los hier.
00:05Überall wird gebaut, getraben und getunnelt.
00:08Hier in Bosnien-Herzegowina entsteht das größte Verkehrsinfrastrukturprojekt der Westbalkanstaaten.
00:14Der Verkehrskorridor 5C.
00:18Die Autobahn verbindet den kroatischen Adria-Hafen Kloče mit der bosnischen Hauptstadt Sarajevo
00:24und Industriestädten entlang der Nord-Süd-Achse.
00:28Die Infrastruktur vernetzt Bosnien-Herzegowina nicht nur mit seinen Nachbarn auf dem Balkan,
00:33sondern ermöglicht auch einen besseren Verkehrsanschluss der gesamten Region an die europäischen Absatzmärkte.
00:43Ja, ich stehe hier auf einer 336 Kilometer langen Autobahndauerbaustelle,
00:49die quer durch die Berge des Balkans führt.
00:53Ingenieurstechnisch eine echte Herausforderung, die immer teurer wird, weil seit 23 Jahren daran gebaut wird.
01:00Zwei Fragen. Erstens, braucht Bosnien-Herzegowina so ein Mammutprojekt?
01:04Zweitens, warum gibt die Europäische Union dafür so dicke Zuschüsse?
01:12Bosnien-Herzegowina will Mitglied der Europäischen Union werden.
01:15Immer mehr europäische Unternehmen lassen bereits jetzt in Bosnien-Herzegowina produzieren,
01:20denn die Lohnkosten sind hier deutlich niedriger als in der Europäischen Union.
01:25Doch ohne gute Straßen dauert es länger, die Waren zu den europäischen Kunden zu bringen.
01:30Der Verkehrskorridor 5c lenkt Investitionen in die Region und befördert somit Produktion und Handel mit Europa.
01:38So ein Riesenprojekt kann Bosnien nicht allein stemmen.
01:41Die Europäische Union gibt Zuschüsse in Höhe von 870 Millionen Euro
01:46und es gibt günstige Kredite von Europäischer Investitionsbank und Europäischer Bank für Wiederaufbau und Entwicklung.
01:53Ja, entlang dieser Verkehrstrasse werden weitere Industrieparks entstehen.
01:56Das bedeutet Wachstum, Arbeitsplätze, Wohlstand.
02:03Eine 336 Kilometer lange Autobahn soll Bosnien-Herzegowina der Europäischen Union näher bringen.
02:10Seit Jahrzehnten in Planung ist erst die Hälfte fertig.
02:13Doch jetzt beschleunigt sich der Bau. Überall entstehen Tunnel und Brücken.
02:18Ja, Bosnien geht es heute besser als vor 20 Jahren. Das Land reformiert sich auch mithilfe der Europäischen Union.
02:23Die Verkehrsinfrastruktur ist besser geworden, auch die Wettbewerbsfähigkeit.
02:27Und da vorne ist ein Weltmarktführer, den schaue ich mir mal an.
02:32Mirgnes nimmt mich mit auf seinem Gabelstapler.
02:35Hier werden Hochregallager für die ganze Welt produziert.
02:39Supermarktketten und Lebensmittelkonzerne in Australien, Amerika und Europa
02:43verwenden Lagertechnik, hergestellt in Bosnien-Herzegowina.
02:47Mirgnes' Kollege Armin wartet schon auf die nächste Ladung.
03:09Armin und Logistikchef Menzo freuen sich über den von der EU vorangetriebenen Ausbau der Verkehrsnetze.
03:17Die Region hat eine lange Tradition der Eisenverarbeitung,
03:20doch viele Bosnier arbeiten in den Hochlohnländern der Europäischen Union.
03:25Der Betrieb hat 120 Angestellte und sucht händeringend nach Schweißern, Maschinenbauern und Projektmanagern.
03:32Der Betrieb hat 120 Angestellte und sucht händeringend nach Schweißern, Maschinenbauern und Projektmanagern.
04:03Mit der Eisenbahn wäre der Transport zehnmal billiger.
04:06Doch Bosniens Bahnnetz ist überaltert.
04:09Gäbe es genügend Güterzüge, das Unternehmen würde umsteigen.
04:13Doch da zunächst die Autobahn gebaut wird, bleibt es erst einmal beim LKW.
04:33Mit 420 PS quer durch Europa, es kann losgehen.
04:38Früher hat Armin als Kellner 400 Euro verdient, jetzt als Fernfahrer bekommt er 1000 im Monat.
04:44Erlebt hat er schon so einiges, vor allem an den Außengrenzen der EU.
05:03Armin's Ziel sind die Niederlande. Eine lange Fahrt. Übernachtet wird in der Kabine.
05:09Armin und seine Kollegen fragen sich, warum geht es mit dem Autobahnausbau nicht schneller voran?
05:32Der Verkehrskorridor 5c führt quer durch den Westbalkan, mitfinanziert von der Europäischen Union.
05:39Ja, Bosnien-Herzegowina will Anschluss finden an das europäische Autobahnnetz.
05:43Ich habe auf Baustellen gefilmt und mit Menschen gesprochen.
05:46Die haben viele Fragen, auch an die Europäische Union, an Sie.
05:51Ich gebe die Fragen weiter an Ferdinand König, den Sprecher der EU-Delegation in Sarajevo.
06:03Was kann man tun, um die Infrastruktur der Straßen zu verbessern?
06:06Es kann mehr als zwei Jahre dauern, bis ein EU-Grant angemeldet wird,
06:12damit dieser Grant von den Behörden hier gerecht wird.
06:17Wegen Schwächen in der öffentlichen Administration.
06:20Einige Prozeduren dauern länger, als sie können.
06:23Aber sobald dieses Land weiter auf den EU-Weg geht, werden diese Elemente gestärkt.
06:29Nicht nur die Infrastruktur, sondern auch die Regeln des Landes, der Kampf gegen die Korruption.
06:34Was kann man tun, um sicherzustellen, dass unser Geld nicht in den falschen Taschen endet?
06:40Der Kampf gegen die Korruption ist einer der wichtigsten Dinge,
06:44die Bosnien-Herzegowina tun muss, wenn sie die Europäische Union einnehmen will.
06:48Das betrifft die Stärkung von Schutzgebieten für Pfeiler,
06:53wie z.B. das Konfliktinteressensgesetz, das letztes Jahr eingebracht wurde.
07:00Warum sollte europäische Steuerzahler ihr Geld für die Infrastruktur in Bosnien-Herzegowina zahlen,
07:06wenn sie nicht Teil der Europäischen Union sind?
07:08Wir wollen diese Region in den europäischen Einzelmarkt integrieren.
07:13Dies ist jetzt auch eine Priorität,
07:15als Teil des Entwicklungsplans für die Westbalkaner.
07:20Je größer der Wachstum hier und der Rest der Region,
07:23desto besser ist es für uns alle auf der ganzen Kontinente.
07:26Dies ist also ein guter Investition.
07:28Wenn diese Highway eröffnet wird,
07:30werden die Autoritäten einen Zieljahr 2030 setzen.
07:34Es gibt Zweifel, ob dieses Ziel realistisch ist.
07:37Denn Bosnien-Herzegowina ist immer noch ein tief zerstrittenes Land.
07:41Es geht um politischen Willen.
07:43Doch falls Bosnier, Kroaten und Serben zusammenhalten,
07:47können Brücken in eine bessere Zukunft gebaut werden.
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