00:00Nach seinem Gespräch mit Bundespräsident Alexander Van der Bellen nach der Nationalratswahl
00:04hat FPÖ-Chef Herbert Kickl am Samstag bei einem Pressestatement davon berichtet.
00:09Es sei ein atmosphärisch angenehmes Gespräch gewesen, so Kickl, bei dem er Van der Bellen
00:14seinen Willen zum Regieren mitgeteilt habe.
00:17Ich habe dem Bundespräsidenten meine Interpretation des Wahlergebnisses gesagt.
00:22Die Kurzfassung lautet, es gibt nur einen großen Gewinner und nicht viele, wie manche
00:27versucht haben, den Eindruck zu erwecken, gerade auch in den letzten Tagen.
00:32Ich habe ihm mitgeteilt, dass ich davon überzeugt bin, dass eine künftige Regierung stabil
00:38sein muss.
00:39Stabil angesichts der großen Aufgaben, die vor ihr liegen.
00:43Ich habe ihm gesagt, dass ich Stabilität dann als gegeben ansehe, wenn zwei Parteien
00:50mit einem deutlichen Mandatsüberhang eine solche Regierung bilden und wenn es eine größtmögliche
00:57Übereinstimmung in den verschiedenen Themenfeldern gibt.
01:00Ich habe ihm meine Einschätzung nicht verschwiegen, dass ich eine Koalition der Verlierer für
01:06ein ganz fatales Signal an die Wählerinnen und Wähler halte.
01:10Es wäre geradezu ein Schlag ins Gesicht des Souveräns.
01:14Und ich habe gesagt, dass es ganz wichtig und zentral sein wird, mit der Bildung der
01:20Regierung einen Beitrag dazu zu leisten, die Kluft zwischen Bevölkerung und Regierung
01:26kleiner zu machen und im besten Fall sie zu schließen, anstatt sie noch größer zu
01:31machen, als sie jetzt schon ist.
01:33Und ich habe in diesem Zusammenhang davon gesprochen, dass ich davon überzeugt bin,
01:38dass es notwendig ist, den einen oder anderen Spitzenvertreter anderer Parteien vor dem Hintergrund
01:44dieser grundsätzlichen Erkenntnis wachzurütteln, um ihnen das wieder zum Bewusstsein zu bringen.
01:51Und noch etwas war mir wichtig.
01:53Zum Ausdruck zu bringen, dass es keine Demokratie ohne Pluralismus gibt.
01:59Das ist ein Unding.
02:01Demokratie und Pluralismus bedingen einander und dass Brandmauern gegen demokratische Parteien
02:07in Wahrheit Gemäuer gegen die Demokratie selbst sind.
02:12Es war ein atmosphärisch angenehmes und offenes Gespräch und wir haben natürlich auch über
02:18die brennenden Probleme unserer Zeit, die ich vorher genannt habe, gesprochen und über
02:22unsere freiheitlichen Lösungsansätze auf Basis des von uns vorgelegten Programmes.
02:27Der Bundespräsident weiß jetzt auch aus erster Hand, dass wir als FPÖ die kommende
02:35Regierung anführen wollen.
02:36Mit mir als unserem freiheitlichen Spitzenkandidaten an der Spitze als Bundeskanzler.
02:42Er weiß es jetzt aus erster Hand.
02:45Im Zuge der Koalitionsfindung sei die Hand der FPÖ ausgestreckt, betonte Kickl erneut.
02:50Unsere Hand ist ausgestreckt.
02:53Ich habe das vor den Wahlen gesagt, ich habe das am Wahlabend gesagt, ich wiederhole es
02:58heute wieder und ich werde es auch in Zukunft tun.
03:01Wir suchen das Miteinander, um für die Bevölkerung das Bestmögliche in einer sehr schwierigen
03:08Situation zu erreichen, die nicht wir verursacht haben.
03:12Das ist ganz wichtig, das dazu zu sagen.
03:15Die Probleme, vor denen Österreich steht, sind riesengroß.
03:19Fragen waren bei dem Pressestatement keine zugelassen.
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