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Mit der Reichsbahn unter den Straßen Berlins 1936
PVT.Snafu
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Musik
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Musik
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Kurz bevor in den denkwürdigen Sommerwochen des Olympiajahres 1936
00:55
die Jugend der Welt zum friedlichen Wettstreit in der Reichshauptstadt antrat,
01:00
konnte die Deutsche Reichsbahn am 28. Juli die Teilstrecke der Nord-Süd-Essbahn
01:07
zwischen dem Stettiner Bahnhof und dem Bahnhof unter den Linden dem Verkehr übergeben.
01:13
Frei von den Spuren der tief aufwühlenden Bauarbeiten
01:16
bietet sich Berlins historische Prachtstraße den Besuchern der Reichshauptstadt im Festgewande dar.
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Eine außerordentliche Arbeitsleistung war damit bewältigt.
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Allein der nördliche Bauabschnitt der Spreeunterfahrung erforderte den gleichen technischen Aufwand wie der südliche,
01:33
ehe mitten unter dem Spreebett der Zusammenschluss der beiden Tunnelhälften vollzogen werden konnte.
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Zwischen der Weidendammer Brücke und der Komischen Oper
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musste ferner auf engstem verkehrsbelasteten Raum im Zug des Weidendamms
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die neue Bahnlinie zwischen der Straßendecke und dem in acht Meter Tiefe bereits vorhandenen
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städtischen U-Bahntunnel hindurchgezwängt werden.
02:05
Ein unterirdisches eisernes Brückenbauwerk auf tiefreichenden Widerlagern gegründet
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trägt den neuen Tunnel über den vorhandenen frei hinweg.
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Weiter mussten die Fern- und Stadtbahngleise, die Bahnsteige und Hallen des Bahnhofs Friedrichstraße
02:25
in 30 Meter Breite zunächst behelfsmäßig abgefangen werden.
02:30
Das zierliche Modell gibt von der wuchtigen Größe der Abfangungen nur einen schwachen Eindruck.
02:36
Sie erforderten nicht weniger als 1.700 Tonnen Eisenkonstruktionen.
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Die Arbeiten gestalteten sich dadurch besonders schwierig, dass der Verkehr mit mehr als
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1.000 Zügen am Tage in vollem Umfang aufrechterhalten werden musste.
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Erst im Schutze dieser eisernen Trägergerüste konnte die Baugrube ausgehoben
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und die unterirdische Bahnhofsanlage eingebaut werden.
03:06
Der Tunnel von Friedrichstraße mit einer Krümmung von 150 Meter Halbmesser
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in die enge neustädtische Kirchstraße einbiegt, stellte die Unterfahrung des Kontinentalhotels
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an seiner Nordwestecke den Ingenieuren eine ebenso interessante wie schwierige Bauaufgabe.
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Ohne Störung des Hotelbetriebes musste hier in mühevoller Kleinarbeit
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ein Unterfahrungsbauwerk eingefügt werden.
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Nach Räumung des Kellergeschosses und Ausmauerung der Fensteröffnungen
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wurde der Fußboden ausgebrochen.
03:55
Zur Herstellung der östlichen Parallelmauer fing man zunächst die Wände behelfsmäßig ab.
04:01
Hilfsfundamente wurden gemauert, auf besonderen Auflagerträgern die Unterzüge gelagert,
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Streichträger verlegt und Stichträger zur Übertragung der Wandlasten auf die Streichträger eingebaut.
04:16
Um späterer Rissebildung vorzubeugen, gab man dieser Hilfskonstruktion eine Vorspannung
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durch hydraulische Pressen, die mit Handpumpenbetrieb arbeiten.
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In ihnen wird Gegendruck erzeugt, der die Streichträger gegen die Stichträger presst
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und sie schließlich leicht durchbiegt.
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Diese Vorpressung verhindert das Setzen des Mauerwerks mit allen nachteiligen Folgen.
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Nach Absenkung des Grundwassers kann im Schutze der Abfangungen
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die Ausschachtung der einzelnen bis zu zwölf Meter tiefen Schächte
05:01
nach bergmännischem Verfahren in Angriff gelegt werden.
05:05
Die Schachtung wird durch die Schachtung des Grundwassers
05:09
mit der Schachtung des Grundwassers mit der Schachtung des Grundwassers
05:14
mit der Schachtung des Grundwassers
05:18
Für die westliche, in der Straße liegende Abfangewand wurde das gleiche Verfahren angewendet.
05:48
Die einzeln hergestellten, ineinander verzahnten Schachtpfeiler
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schließen sich nach und nach zu durchgehenden Abfangewänden zusammen.
06:01
Auf ihnen können nach vorübergehender Abfangung der Frontwand
06:05
die endgültigen Hausabfangungsträger in kleinen Abständen verlegt werden.
06:11
Auf diesem Trägerrost werden schließlich die Wände des Hotelgebäudes abgesetzt.
06:16
Jetzt baut man die Hilfsabfangungen aus, dann baut man die Landesabfangungen.
06:21
Auf diesem Trägerrost werden schließlich die Wände des Hotelgebäudes abgesetzt.
06:29
Jetzt baut man die Hilfsabfangungen aus, dann kann zwischen den Abfangewänden der
06:49
Tunnel selbst beginnen. Bei den anschließenden Betonierungsarbeiten wurde in die 1,80 Meter
06:58
starke Tunnelsohle ein Ballast von 250 Tonnen Schienen gegen den Grundwasserauftrieb eingebettet.
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Außerdem trennte man die Tunnelwände von dem Unterfahrungsbauwerk durch eine 25 Zentimeter
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starke schalldämpfende Kiesschicht als Schutz gegen Erschütterungen und Geräusche.
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In rund zwei Jahren gelang es in ununterbrochenem Tages- und Nachtbetrieb den Rohbau des Tunnels
07:40
zu verlenden. Anschließend wurde der Innenausbau der Bahnhofs- und Betriebsanlagen in Angriff
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genommen. Um eine einheitliche in der Beleuchtung wirkungsvolle Deckenfläche innerhalb der
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Bahnhöfe zu erreichen, wurde hier unter den Flanschen der Deckenträger eine besondere
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Putzdecke angehängt. Innerhalb der Bahnhöfe wurden zur Aufnahme der Starkstromkabel Tonrohre
08:11
in die Wände verlegt. Die Zwischenräume spritzte man mit Schleuderbeton aus, um eine glatte Fläche
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für die Wandverkleidung zu erhalten. Hellbunte Kachelplatten in verschiedenen Farben an Wänden
08:28
und Aufbauten geben jedem Bahnhof seine eigene Note. So kann der ständige Fahrgast schon am
08:36
Farbton sein Fahrziel erkennen.
08:50
Durch größere Tiefenlage des Tunnels wurde es ermöglicht, die Bahnhöfe von den Bürgersteigen
08:56
hier zugänglich zu machen. Auf breiten Treppen gelangt der Fahrgast durch Zwischengeschosse zu
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den Bahnsteigen. Fahrtreppen, die sich durch eine Lichtstrahlschaltung beim Betreten selbsttätig
09:14
in Gang setzen, beschleunigen und erleichtern den Abgang.
09:24
Die Eisenbetondecken der 160 Meter langen Bahnsteige erhielten, soweit sie mit
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Gepäckkarren befahren werden, einen Plattenbelag aus besonders festem Baustoff.
09:35
Dem Vorstrecken der Gleise folgend bringen Güterwagen vom nördlichen Tunnelmund aus,
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den Steinschlag für die Gleisbettung heran. Zur Dämpfung der Geräusche und Erschütterungen im
09:49
Tunnel verstärkte man die Bettung über das übliche Maß hinaus auf 55 Zentimeter.
09:55
Bei dem hier verwendeten Reichsbahnoberbau K auf Holzschwellen kommen 30 Meter lange
10:04
verschleißfeste Schienen der Form S 49 zum Einbau. Dünne Pappelholzplättchen werden als
10:10
elastische Zwischenlagen auf die Unterlagsplatten gelegt.
10:25
Die Schienen lassen sich ohne besondere Vorrichtungen den Krümmungen anpassen.
10:30
Meter um Meter werden schließlich im Gleichtakt die Schwellen mit Schotter fest unterstopft.
10:43
Längs der Tunnelwände bringt man in kurzen Abständen Halter für die Stark- und Schwachstromkabel an.
11:01
Langsam wird von der großen auf einem Güterwagen drehbar gelagerten Kabelrolle
11:17
das 100 Millimeter starke mit einer Drahtbewährung geschützte Hochspannungskabel abgerollt.
11:31
Durch einen vom Tunnel abzweigenden Zugang führt der Kabelstrang in das in unmittelbarer Nähe
11:38
liegende Unterwerk Stettiner Bahnhof hinein. Dieses Unterwerk mit seinen vier Gleichrichter
11:45
Sätzen wird ferngesteuert. Seine Leistung ist so bemessen, dass stündlich 40 Vollzüge in
11:53
jeder Richtung verkehren können. Hier wird der von den Reichselektrowerken und den Berliner
12:00
Elektrizitätswerken bezogene 30.000 Volt Drehstrom in Gleichstrom von 800 Volt umgeformt.
12:09
Immer weiter gleitet das Kabel über die Umlenkrolle ab.
12:24
Eine Kolonne von Kabellegern muss kräftig zupacken, um die schwer biegsame Kabelschlange
12:34
zu fassen und in die Kabelhalter zu verlegen. Im Bereich der Bahnhöfe müssen die Starkstromkabel
12:42
auf 180 Meter Länge mit der Bauwinde durch die hinter der Verkleidung liegenden Rohre hindurch
12:49
gezogen werden. Mit einem Ziehstumpf wird das gut eingefettete Kabel gefasst und durch die
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engen Rohre geführt.
13:16
Neben den Gleisen werden Bügel auf die Schwellen geschraubt.
13:30
Sie tragen die isolierten Stromschienen, die den Fahrstrom an die Motore der Triebwagen abgeben.
13:49
Am Nordende des Stettiner Bahnhofs befindet sich ein halb selbsttätiges Kraftstellwerk.
13:56
Eine beleuchtete Gleistafel im Inneren zeigt dem Fahrdienstleiter selbsttätig die Besetzung
14:03
der Bahnhofsgleise an. Durch das 40-teilige Schalterwerk können von einem Punkte aus
14:11
sämtliche Signale und Weichen bedient werden. Selbsttätige Tunnellichtsignale sichern den
14:17
Verkehr auf der Strecke. Außerdem bremsen mechanische Fahrsperren neben den Gleisen
14:23
jeden Zug, der etwa ein Haltesignal überfahren sollte.
14:38
Elektrische Schaltspeicher auf allen Bahnhöfen,
14:41
von den Zügen selbsttätig ausgelöst, stellen die Richtungsschilder ein.
14:53
Mehrere Anstriche mit Männige und Ölfarbe schützen die umfangreichen Eisenbauten im
14:58
Tunnel vor Rost und Verwitterung. Nach einem bis in alle Einzelheiten aufgestellten Zeitplan ist
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der Tunnelbau zielbewusst vorgetrieben worden. Schon können die ersten Probezüge die Strecke
15:12
befahren. Vom Bahnhof unter den Linden bis hinauf zum Stettiner Bahnhof sind es rund
15:21
dreieinhalb Kilometer. Mehr als die Hälfte der unterirdischen Gesamtstrecke dieser
15:28
neuen Nord-Süd-S-Bahn ist damit verlendet. Hinter dem Stettiner Bahnhof münden die
15:38
Tunnelgleise in die nördlichen Vorortstrecken ein. Für die Männer vom Bau wird der Tag der
15:46
Weihe zum Tag der Freude über einen Sieg in der Arbeitsschlacht.
16:16
Es ist mir eine angenehme Pflicht, Sie hier im Namen der Reichsbahndirektion zu begrüßen und
16:42
herzlich willkommen zu heißen. Die heutige Veranstaltung hat den Zweck, Ihnen die Lehre zu
16:48
geben, den fertigen Streckenteil Stettiner Bahnhof bis Bahnhof unter den Linden, bevor
16:54
er morgen allgemein zugänglich gemacht wird, nochmals zu besichtigen. Den Bewohnern der
17:01
nördlichen Vororte bis Bernau, Oranienbo in Felden und des Berliner Nordens wird der Weg in
17:08
das Stadtinnere erleichtert. Sie werden jetzt in fünf Minuten vom Stettiner Bahnhof bis zum
17:15
Stadtinneren Bahnhof unter den Linden gelangen können. Gleichzeitig wird aber auch über die
17:21
Bahnhof Friedrichstraße ein bequemer Übergang auf die Stadtbahn geschafft. Millionen von
17:26
Volksgenossen standen unter dem jahrelangen seelischen Druck der Arbeitslosigkeit. Sie
17:32
sehnten sich danach, wieder in den Arbeitsprozess eingeliefert zu werden und aus eigener Hände
17:38
Arbeit, sich und den Gierigen den Lebensunterhalt zu schaffen. Der Aufruf unseres Führers am 1.
17:46
Mai 1933 auf dem Tempelhofer Felde zum Kampf gegen die Arbeitslosigkeit gab diesen Unglücklichen
17:55
neuen Mut und neue Hoffnung. Ihm verdankt danach die Stadt Berlin, dass sie um dieses neue
18:01
Verkehrsmittel früher, als man je erwarten durfte, bereichert worden ist. Und anderseits
18:06
verdanken ihm tausende Arbeiter, dass sie wieder für Jahre den Segen der Arbeit genießen dürfen.
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Ich bitte Sie alle, diesem Danke Ausdruck zu geben, indem Sie mit mir einstimmen in ein
18:18
reichbares Sieg Heil auf unserer Führer. Unsere Führer, Sieg Heil! Sieg Heil! Sieg Heil!
18:25
Der Rede des Präsidenten der Reichsbahndirektion Berlin, Dr. Marx, folgt eine Besichtigung durch
18:34
die Ehrengäste. Auch der Generaldirektor der Deutschen Reichsbahn, Dr. Dorbmüller und der
18:40
Vorsitzende des Verwaltungsrats, Staatssekretär Königs, nahmen das neue Werk in Augenschein.
18:47
Ein stolzer Plan wahrt Wirklichkeit. Die Reichsbahn unter den Straßen Berlins.
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