00:34Frischgemüse steht nur im Sommer und Herbst in ausreichender Menge zur Verfügung.
00:38Im Winter und Frühjahr sind Sauerkohl, saure Gurken und saure Tomaten ein willkommener Ersatz.
00:45Dieses Gemüse, das in Fässern eingelegt, durch Selbstgärung eingesäuert und so haltbar gemacht ist, enthält noch Vitamine.
01:02Zur Herstellung von Sauerkohl soll nur gut ausgereifter Weißkohl verwendet werden.
01:15Die äußeren schmutzigen Blätter, besonders auch schlechte Stellen, werden entfernt, der Strunk abgetrennt und die Köpfe in Viertel geschnitten.
01:30Größere Mengen werden am besten gehobelt.
01:33Falls kein Hobel zur Verfügung steht, kann der Kohl auch mit rostfreien Küchenmessern geschnitten werden.
01:52Es wird dann 1,5% Salz zugegeben.
01:56Das heißt, auf 100 kg Kohl kommen 1,5 kg Salz.
02:01Das Salz entzieht dem Kohl reichlich Saft.
02:04In ihm gärt der Kohl ohne weiteren Zusatz.
02:33In einem Fass wird der mit Salz vermengte Kohl nach und nach eingestampft, bis der abgegebene Saft die ganze Menge
02:41überdeckt.
02:51Der eingestampfte Kohl wird mit Kohlblättern abgedeckt, ein Holzdeckel aufgelegt und mit einem Stein beschwert.
03:01Der Saft muss ständig über dem Deckel stehen, da der Kohl sonst mit der Luft in Berührung kommt und verdirbt.
03:08Nötigenfalls muss 1,5%ige Salzlösung nachgefüllt werden.
03:13Nach Gebrauch ist der Krauthobel sorgfältig zu reinigen und abzutrocknen.
03:18Besonders sind die Messer vor Rost zu schützen.
03:40Der Kohl muss bei einer Temperatur von 10 bis 20 Grad Celsius gären und ist nach 1 bis 4 Wochen
03:46fertig.
03:51Nach Beendigung des Gärungsprozesses werden die Sauerkohlfässer bei 10 Grad Celsius gelagert.
04:00Der Kohl hält sich dann bis zum Frühjahr.
04:05Der sich bei der Gärung und Lagerung auf dem Saft bildende Schleim, die Karmhefe, wird von Zeit zu Zeit abgenommen.
04:16Wird ein Teil des Sauerkohls gebraucht, dann muss die Karmhefe abgeschöpft und der Stein, der Deckel und die Blätter entfernt
04:22werden.
04:37Der Kohl wird in Lagen entnommen und ausgedrückt.
04:58Etwa entstandene Löcher müssen ausgeglichen werden.
05:11Die Blätter und der Deckel werden gut abgespült und dann wieder aufgelegt.
05:30Die Lake muss wiederum über dem Deckel stehen.
05:40Ähnlich wie Sauerkohl werden saure Gurken hergestellt.
05:44Auch grüne Tomaten werden in Russland auf diese Art eingelegt.
05:48Sie schmecken dann wie saure Gurken.
05:52Die Gurken werden beim Waschen abgebürstet.
05:59Dann werden sie gestichelt, damit das bei der Gärung in ihnen entstehende Gas entweichen kann.
06:05Nicht gestichelte Gurken treiben auf, haben Hohlräume und verderben leicht.
06:12Die Gurken werden in einem Fass eingelegt.
06:19Da sie keinen Saft abgeben, wird eine Salzlösung aufgegossen.
06:23Die Salzmenge beträgt 1,5% des Gesamtgewichtes von Gurken und Wasser.
06:29Die Aufgusslösung muss wie beim Sauerkraut über dem Deckel stehen,
06:33da sonst Luft zutreten kann und die Gurken verderben würden.
06:51In vielen Einsatzgebieten übersteigt die Menge der geernteten Kartoffeln den laufenden Bedarf.
07:09Dieser Überschuss kann durch Einkellerung oder Einmieten für die Winterversorgung der Truppe nutzbar gemacht werden.
07:24Für die Einlagerung eignen sich am besten Keller.
07:28Sie müssen trocken, luftig und frostsicher sein.
07:32Auf den Boden werden zwecks guter Durchlüftung Lattenroste gelegt.
07:37An den Seiten müssen Gänge frei bleiben.
07:39Zwischen die Seitenwände und die Kartoffeln kommt eine lose Strohschicht.
07:46Zur Entlüftung stellt man Holzschächte auf.
07:51Sie müssen die Kartoffeln um etwa 50 cm überragen.
07:58Die Stapelhöhe beträgt normalerweise einen Meter.
08:11Die Temperaturen müssen laufend geregelt werden.
08:15In den Kartoffelstapeln soll eine Wärme von 3 bis 8 Grad Celsius herrschen.
08:20Zur Überprüfung wird ein Thermometer am besten in die Lüftungsschächte gehängt.
08:26Zum Schutz gegen plötzliche Kälteeinbrüche kann bereits bei der Einlagerung Stroh zum Abdecken des Fensters bereitgelegt werden.
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