00:00Morgen, Olli. Morgen, Ivo.
00:12Auf und ab. Abgelaufen.
00:17Kannst gleich wieder hergeben.
00:18Morgen, Dr. Halbeck. Morgen.
00:20Geben Sie Kollegen Bescheid, wir treffen uns im Labor.
00:23Dürfen wir heute auch was anderes machen als Zentrifugieren?
00:25Ja, aber keine Alleingänge.
00:27Die Geräte sind sauteuer und ich zeige Ihnen, wie die funktionieren.
00:29Morgen, Dr. Scherbers. Morgen.
00:32Okay, Notaufnahme. Labor in einer Stunde.
00:37Wie kannst du dir nur all die Namen merken?
00:40Leyla Scherbers, Oberärztin der Anästhesie und Unfallchirurgie,
00:43war lange Ausbilderin hier und Sie und er haben zusammen ein Kind.
00:48Nee. Ja.
00:52Danke, dass Sie so schnell gekommen sind.
00:54Was haben wir denn?
00:56Ein Männlich, 20, starke Verbrennung an beiden Unterarmen durch Explosion.
01:00Danke.
01:02Ach, danke.
01:05Anton?
01:07Sie kennen sich?
01:08Das ist mein Bruder.
01:10Eins, zwei, drei.
01:17Es wird gleich besser.
01:20Frau Staudte, was machen Sie dann?
01:21Wir machen Ihnen was gegen die Schmerzen.
01:25Okay, es wird gleich besser.
01:27Sorry.
01:28Tetanusschutz ist da.
01:29Keine Vorerkrankungen, keine Allergien.
01:31Was machst du denn in Erfurt?
01:35Tönchen.
01:36Hey, ich bin's.
01:37Was ist passiert?
01:39Wir haben Schnaps gebrannt.
01:41Schnaps gebrannt?
01:42Wer ist wir?
01:43Ich habe versucht zu kühlen und Wasser reingeklebt.
01:46Eine Verpuffung also.
01:47Kommst du bitte mal mit ran?
01:49Wir klären eine Rauchgasintoxikation mit ab.
01:51Ich kümmer mich drum.
01:52Frau Staudte, ab jetzt und hier sind Sie nur noch Angehörige, okay?
01:56Wir machen die Wundversorgung im OP.
01:58Meldest du uns bitte an?
02:01Sie können die Familie informieren.
02:02Da gibt's niemanden.
02:09OP-Vorbereitungen sind oben, Nachsorgung unten.
02:12Stationsdienst ist spannend, aber ich hab gleich auch noch eine Übung im Labor.
02:16Wir haben im Klinikalltag das eine tun und das andere nicht lassen.
02:19Entschuldigung, wir brauchen Hilfe.
02:22Was haben Sie denn?
02:25Sie ist gewackelt.
02:28Ich bin Dr. Rantala.
02:29Haben Sie Bauchschmerzen?
02:30Baumgarten.
02:31Meine Freundin hat es mit der Verdauung.
02:33Und es ist ständig schlecht.
02:35Oh, ich müsste mal dringend verschwinden.
02:37Komm, schnell wieder auf die Toilette.
02:38Lass gut sein, Günther.
02:39Du willst doch nicht, dass das Ding überläuft, oder?
02:41Okay, hier, gleich um die Ecke.
02:42Kommen Sie.
02:43Ja, danke.
02:44Moment, ich muss da kurz ran.
02:45Können Sie übernehmen?
02:46Warte, ich komme mit.
02:47Moment, Sie können Ihr Auto nicht hier stehen lassen.
02:51Packe nur kurz kein Uwe um.
02:53Victor, was ist?
02:56Moment, ich komme nicht mit.
02:59Was ist mit Anton?
03:02Gut.
03:03Unterarm rechts mit zwei wehrbestrittgradigen Verbrennungen.
03:06Ich trage die verbrannte Oberfläche schichtweise ab.
03:11Kreislauf ist stabil.
03:14Wie geht's Frau Stadler?
03:17Kann ich noch nicht sagen.
03:19Verstehe.
03:22Können Sie hier bitte mal fixieren, damit ich in einer Schlucht bleibe?
03:29Hat sie die Gegenüber jemals ihre Eltern erwähnt?
03:33Soweit ich mich erinnere, nein.
03:36Topfer.
03:37Wieso?
03:38Weil sie sich bei dem Thema komplett dichtgemacht hat.
03:41Pinzette.
03:46Okay, die tiefe Ausdehnung der Verbrennung ist unklar.
03:50Hier bitte mal spülen.
03:52Willst du die Spalthaut auch gleich entnehmen?
03:55Wir arbeiten erstmal mit temporären Hautersatzmaterialien.
03:57Dann passiert die endgültige Versorgung erst morgen.
04:01Die nächsten 24 Stunden sind entscheidend.
04:10Ich verstehe es nicht.
04:12Er müsste eigentlich in Berlin sein und studieren.
04:15Hat er doch heute eine Prüfung.
04:16Seine Nachholterminia.
04:18Warum ist er dann hier?
04:19Weiß ich doch nicht.
04:22Er sagt dir doch sonst immer alles.
04:25Eben.
04:29Hey, komm her.
04:30Mein Gott, Miko.
04:31Wenn du mich jetzt in den Arm nimmst, schwöre ich, ich fange an zu heulen.
04:40Sie sind fertig.
04:50Dr. Brentano.
04:52Schön, dass Sie als Belegarzt mal wieder bei uns sind.
04:55Die Freude ist ganz meinerseits, Professorin.
04:56Bin immer wieder gern in Erfurt.
04:59Sie sind für die Schulter-Gelenk- Prothese Ihrer älteren Patientin hier, richtig?
05:02Ihr Mann ist 89 und schafft es nicht mehr, bis Leipzig, um Sie zu besuchen.
05:06Ist ein kniffliger Fall.
05:08Hätten Sie Zeit für ein Konsil?
05:10Natürlich.
05:11Für wann ist die OP angesetzt?
05:13Morgen früh um neun.
05:14Ah ja.
05:15Ich muss erst noch Herrn Berger bei der Quartalssitzung vertreten, aber danach hätte ich Zeit.
05:20Wunderbar.
05:24Was ist denn da los?
05:26Klingt ganz so, als hätte mein Stellvertreter Dr. Lindner Gesprächsbedarf beim Vorstand.
05:34Guten Morgen, Dr. Lindner.
05:36Scheiß-Morgen ist das!
05:38So kenne ich ihn gar nicht.
05:40Sie entschuldigen mich, ich muss hier erst mal die Bogen glätten.
05:43Na dann.
05:45Viel Spaß.
05:46Wir sehen uns später.
05:50Grüße von Dr. Abeck.
05:52Er kommt gerade nicht weg von der ITS und kommt, sobald er kann.
05:55Toll.
05:56Frau Stahlers Bruder wurde vorhin eingeliefert.
05:58Oh Gott, mit was?
05:59Brandverletzung zweiten Grades in beiden Armen.
06:01Krass.
06:02Okay, und was machen wir jetzt hier?
06:05Irgendwo hier muss ein Order mit Bedienungsanleitung für die Geräte rumliegen.
06:09Dr. Abeck meinte, wir sollen uns die schon mal ansehen.
06:11Bedienungsanleitung lesen?
06:12Langweilig.
06:14Du hast doch mal im Labor gejobbt.
06:16Kannst du uns nicht einfach erklären, wie das alles funktioniert?
06:18Nee, nee, nee.
06:19Lass uns mal lieber warten, bis Dr. Abeck wieder da ist.
06:21Wollen wir nicht einfach in die Cafeteria gehen, was trinken?
06:25Okay.
06:26Wir können uns ja da schon mal die Aufgaben anrichten.
06:28Okay, ja.
06:32Entschuldigung, dass Sie warten mussten.
06:34Macht nichts, Hauptsache jetzt ist alles raus.
06:37Ähm, wissen Sie, wo Frau Gallura ist?
06:40Ich habe ihr von dem Lachs erzählt, den Günther und ich gegessen haben.
06:43Sie wollte eine Probe holen fürs Labor.
06:46Glauben Sie wirklich, Astrid hat ein Gelebnis mit der Vergiftung?
06:49Der Lachs war doch ganz frisch.
06:51Würde zu den Symptomen passen.
06:53Vorsicht, kalt.
06:54Den Lachs haben Sie aber roh gegessen?
06:57Ja, zu einem Käsesoufflé.
06:59Oh, ich dachte, zum Camping gehört Dosenravioli.
07:02So weit kommt es noch.
07:05Nein, wir haben unser Zweijähriges gefeiert.
07:08Noch so frisch?
07:10Ja, wir beide waren schon mal verheiratet,
07:13aber mit Günther, so was habe ich noch nicht erlebt.
07:16Bald wollen wir zusammenziehen.
07:18Aber nicht in dem Ding.
07:20Nein, Astrid sucht uns eine schöne Wohnung.
07:23Wobei, Sie und ich und Karl-Uwe,
07:26der bräuchte nicht zum Glücklichsein.
07:29Haben Sie ein Völle-Gefühl?
07:32Oder steht Ihre Übelkeit im Zusammenhang
07:35mit dem Zeitpunkt, wann Sie essen?
07:38Manchmal. Wieso fragen Sie?
07:41Das Erbrochene, welche Farbe hat es?
07:44Na ja, eher so dunkel.
07:47So bräunlich, ähnlich wie Kaffeesatz?
07:50Ja, genau so.
07:52Das könnte auf einen Magengeschwür hindeuten.
07:55Wir klären das mit einer Gastroskopie ab.
07:58Was? Ich dachte, ich habe mir nur den Magen verdorben.
08:01Einen Magengeschwür und eine Lebensmittelvergiftung
08:04kann man gleichzeitig haben.
08:06Ich würde Sie gerne über Nacht hier behalten,
08:09wegen des Flüssigkeitsmangels.
08:11Ich kriege ein Zimmer mit einem richtigen Bett?
08:14Und richtigem Bad.
08:16Kochzeile, Badezimmer, Schlafnische,
08:19alles dabei, ungezwungen und frei.
08:22Für mich wäre das nichts.
08:24Jetzt, wo Astrid in Wende ist, hält uns nichts mehr.
08:27Sie liebt es, genauso wie ich.
08:30Seit 5 Tagen schlafe ich auf dieser Pritsche.
08:33Ich kann mich nachts nicht mal richtig umdrehen.
08:36Diese Enge. Und tagsüber, da räumen Sie ständig
08:39eine Sache von links nach rechts und wieder zurück.
08:42Klingt nicht so romantisch.
08:44Ich mache es nur für ihn.
08:46Kleiderschrank, Stauraum für Ihre Zeitschriften.
08:49Und hier, ich habe mir extra eine Beauty-Ecke eingerichtet.
08:53Aber im Garten der Fisch.
09:00Hey, Tönchen.
09:02Mach die Augen auf.
09:04Hör mich nicht, Tönchen.
09:10Ach, Mensch.
09:12Was machst du nur für Sachen?
09:14Nur weil du mich vermisst,
09:16musst du nicht gleich in einem RTW eingeliefert werden.
09:19Haha.
09:21Hallo, Herr Stadler. Wie geht es Ihnen?
09:23Seine Werte sind stabil.
09:25Herzfrequenz 105, Sättigung 96.
09:27Was machen die Schmerzen?
09:29Gerade geht es eigentlich.
09:31Gut. Wenn sich das ändert, geben Sie bitte Bescheid.
09:34Wir haben die Verbrennung an Ihren Armen
09:36mit temporärem Hautersatz abgedeckt.
09:38Was? Warum nicht gleich mit Spalthaut?
09:40Es würde das Infektionsrisiko verringern.
09:44Sie sind Experte. Entschuldigung.
09:46Nicht anspannen, nicht bewegen.
09:48Ihre Arme brauchen Ruhe.
09:50Aber das wird schon wieder normal, oder?
09:53Ein Funktionalitätsverlust ist eher nicht zu befürchten.
09:56Eine Prognose zur Narbenbildung
09:58kann ich erst nach der Entversorgung geben.
10:05Scheiße.
10:08Spuck's aus.
10:10Seit wann brennst du Alkohol?
10:12Seit wann brennst du Alkohol?
10:14Und was sind das für Freunde?
10:21Ich war bei Thea.
10:26Anton.
10:28Wir haben uns geschworen,
10:30unsere Mutter nie wieder in unser Leben zu lassen.
10:37Bei eurer Mutter?
10:39Ich dachte, ihr habt keinen Kontakt mehr.
10:41Ich dachte, Anton hätte auch keinen Kontakt.
10:45Wie lange hast du sie nicht gesehen?
10:47Elf Jahre.
10:49Ich kann gar nicht glauben, dass er...
10:51Hey, hey. Es gibt bestimmt eine Erklärung dafür.
10:54Warum sie urplötzlich aus der Versenkung auftaucht.
10:57Auf die Erklärung bin ich echt gespannt.
11:00Vielleicht will sie euch wiedersehen.
11:02Irgendwas will sie, auf jeden Fall.
11:06Kann es sein, dass sie sich geändert hat?
11:08Du kennst meine Mutter nicht.
11:10Okay, was ist passiert?
11:14Viel ist passiert.
11:16Ich mein, Anton war acht,
11:18als er bei mir vor der Haustür stand.
11:20Als Thea das erfahren hat,
11:22da ist die ausgerastet.
11:24Hat sich drei Wochen lang nicht gemeldet.
11:26Wie nicht gemeldet?
11:28Ist abgetaucht.
11:30Ich hab ihn zur Schule gebracht.
11:32Ich hab ihm seine Brote geschmiert.
11:34Alles. Ich...
11:36Mann, ich war 17.
11:38Nach all dem, was passiert ist,
11:40ich versteh's nicht.
11:47Ich verstehe Ihr Unbehagen mit der Lösung.
11:50Hier einen Gelenkersatz zu planen,
11:52ist wirklich eine sehr schwere Entscheidung.
11:54Sonst würde ich Sie nicht beleidigen.
11:56Ich weiß, Sie haben genug zu tun.
11:58Das hast du toll gemacht.
12:00Wir sehen uns auf deinem Zimmer, ja?
12:02Ach, Sie entschuldigen?
12:04Dr. Lindner?
12:07Wie Sie den Vorstand angegangen sind,
12:09war absolut indiskutabel.
12:11Sie wissen noch gar nicht, worum es geht?
12:13Walter Schneider, acht Jahre, Thymus-Katzenung.
12:15Ja.
12:17Ist eine sehr aggressive Form des Krebses.
12:19Und der hat auch schon wieder Metastasen gebildet.
12:21Die Standardtherapie ist leider fehlgeschlagen.
12:23Seit wann ist er bei Ihnen um Behandlung?
12:25Seitdem er sechs ist.
12:27Die Targeted Therapy
12:29ist das Einzige, was ihm noch helfen kann.
12:31Das Medikament dafür ist
12:33extrem teuer.
12:35Wir reden über einen achtjährigen Jungen.
12:37Wissen Sie, wie der Vorstand das nennt?
12:39Unverhältnismäßig.
12:41Dr. Lindner, ich verstehe Ihre Wut.
12:43Und trotzdem,
12:45ein respektvoller Umgang ist das A und O,
12:47wenn Sie etwas erreichen wollen.
12:49Und das betrifft nicht nur den Vorstand.
12:51Sagen Sie das mal, denn dem läuft die Zeit davon.
12:55Ich kann sehr gut nachvollziehen,
12:57wie Dr. Lindner sich fühlt.
13:01Ich kenne viele solche Fälle.
13:03Ja, es zerreißt einem jedes Mal das Herz.
13:09Ein kleines Telefonat?
13:11Ja.
13:19Ja, macht mir Dr. Albeck.
13:21Was hat er gesagt?
13:23Wir sollen die Aufgaben schon mal unter uns aufteilen.
13:25Hi.
13:27Hallo.
13:29Ich bin Dr. ...
13:31Oliver Probst.
13:33Tamar Hummel.
13:35Ja, ich weiß.
13:37Sie sind unsere zukünftigen Assistenzärzte.
13:39Hoffentlich.
13:41Kommen Sie gut zurecht? Gefällt es Ihnen bei uns?
13:43Schon.
13:45Aber?
13:47Können Sie uns nicht ein paar Dinge im Labor erklären?
13:49Dr. Albeck hat gerade keine Zeit.
13:51Sie war doch auch mal Ausbilderin.
13:53Das würde ich wirklich gern.
13:55Aber in dem Fall halten Sie sich lieber an Ihren Ausbilder, ja?
13:57Klar.
13:59Also.
14:01Kleines Blutbild und Vitamine bestimmen.
14:03Cholesterin und Leberwerte.
14:05Zucker im Urin bestimmen.
14:07Wenn wir bloß diese Geräte benutzen dürften.
14:09Sorry, aber ich habe echt keine Lust wieder was zu schrotten.
14:11Mach es doch wie im Mittelalter und träufel dir den Urin auf die Zunge.
14:17Astrid.
14:19Wie geht es dir?
14:21Nicht gut. Immer noch solche Bauchschmerzen.
14:23Ich soll eine Magenspiegelung bekommen.
14:25Nein.
14:28Und was wird das?
14:30Verdacht auf Lebensmittelvergiftung.
14:32Entschuldigen Sie uns einen Moment.
14:38Frau Gallura.
14:40Wir untersuchen hier Menschen.
14:42Aber riechen Sie mal.
14:44Riecht doch frisch.
14:46Diagnostik.
14:48Verdacht auf Listeriose.
14:50Blutbild und Kultureinlegen.
14:52Dann nehmen wir gleich Blut ab.
14:54Dann können Sie es im Labor überprüfen lassen.
14:56Darf ich nicht mit in die Gastroskopie?
14:58Vielleicht das nächste Mal.
15:00Wenn Sie bei der Aufnahmeuntersuchung dabei waren.
15:04Wir bringen Sie jetzt auf Ihr Zimmer.
15:06Wenn du hierbleiben musst,
15:08schaffen wir es nie ins Rheinland zu unseren Weinproben.
15:10Günther.
15:12Es tut mir so leid.
15:14Unsere schöne Reise.
15:16Weißt du was?
15:18Fahr allein.
15:20Du hast dich doch so darauf gefreut.
15:26Hey, Tori.
15:32Es tut mir leid.
15:36Ich habe Schmerzen wie Sau.
15:38Ich habe eine scheiße Angst.
15:40Du benimmst sie so, als hätte ich jemanden umgebracht.
15:42Ich verstehe es nicht.
15:44Sie hat mich angerufen.
15:46Was hätte ich machen sollen?
15:48Sie hat mich angerufen.
15:50Was hätte ich machen sollen?
15:52Sie hat mich angerufen.
15:54Was hätte ich machen sollen?
15:56Alles, was mit dieser Frau zu tun hat,
15:58führt zu Schmerz und Leid.
16:00Du tust so, als ob sie ein Monster wäre.
16:02Weil sie eins ist?
16:04Nein.
16:06Du hättest sie mal sehen sollen.
16:08Sie kocht Brombeermarmelade.
16:13Sie trägt sogar selbst geklöppelte Sandalen.
16:15Wow.
16:19Und was wollte sie?
16:21Sie hat gefragt, ob ich ihr helfen will.
16:23Sie arbeitet in einem Schnapsbrennen.
16:25Nein.
16:27Im Hofladen.
16:29Das war mit Gernot und Titti.
16:33Sie arbeitet in einem Hofladen?
16:35Ja.
16:37Der gehört ihr sogar.
16:39Es ist ganz lustig da.
16:41Lustig?
16:43Selbst wenn.
16:45Es hat uns viel zu viel gekostet, von ihr wegzukommen.
16:49Boah, Tori.
16:51Alles okay?
16:55Du hast Fieber.
16:57Das muss ich Dr. Albeck sagen.
16:59Nicht weggehen, Tori.
17:03Ich kümmere mich um dich.
17:13Durch die Umkehrung des Gelenks
17:15wird das Drehzentrum verschoben.
17:17Und so die Funktion des Musculus deltoideus optimiert.
17:20Entschuldigung.
17:24Ich hoffe, Sie haben heute Abend noch nichts vor?
17:26Nein. Wieso?
17:28Herr Kunert war sehr angefressen.
17:30Aber ich konnte den Vorstand überzeugen,
17:32mit uns essen zu gehen.
17:34Gemeinsam sollte es uns gelingen,
17:36die Damen und Herren wieder ins Boot zu holen.
17:38Leider gestaltet sich die Zusammenarbeit
17:40mit Dr. Lindner im Moment sehr schwierig.
17:42Ja.
17:44Aber wenn wir was erreichen wollen,
17:46müssen wir schon an einem Strang ziehen.
17:48Dr. Brentano,
17:50ich danke Ihnen sehr für Ihren Einsatz.
17:52Nein, hören Sie!
17:54Herr Kunert, es interessiert mich nicht,
17:56mit wem Sie heute Abend essen gehen.
17:58Ich habe hier einen Patienten,
18:00von dem ich nicht weiß, ob er die Nacht überleben wird.
18:02Ja, Sie mich auch. Auf Wiederhören.
18:04So wird es schwer, Ihnen zu helfen.
18:06Mir muss man nicht helfen.
18:08Dr. Lindner, wir sind auf Ihrer Seite.
18:10Aber Sie tun sich und uns keinen Gefallen,
18:12wenn Sie den Vorstand so angehen.
18:14Also bitte, kümmern Sie sich weiter um Malte.
18:16Und wir kümmern uns um die Lösung.
18:18Was soll das heißen? Ich soll nichts tun?
18:20Besser wär's.
18:28Wie hoch ist die Temperatur?
18:3039,5.
18:32Das war zu erwarten. Genauso wie der erhöhte PCT-Wert.
18:34Was machen die Schmerzen?
18:36Ehrlich gesagt juckt's und brennt's ganz schön.
18:38Ich schau mir das an.
18:40Tut das weh?
18:42Ich geb Ihnen ein bisschen was extra.
18:44Glauben Sie, die Wunden können sich entzündet haben?
18:46Frau Stadler,
18:48wann haben Sie das letzte Mal was gegessen?
18:50Ich hab keinen Hunger.
18:52Sie helfen Ihrem Bruder nicht, wenn Sie irgendwie...
18:54Okay, aber nur kurz was essen.
19:01Jetzt denkt Viktoria wieder,
19:03dass unsere Mutter irgendwas falsch gemacht hat.
19:05Oder habe ich mich einfach nur selbst dumm angestellt?
19:07Ihre Schwester weiß aus eigener Erfahrung,
19:09dass Unfälle jedem passieren können.
19:21Herr Stadler,
19:23das sieht nicht nach einer Infektion aus.
19:25Sie bekommen etwas gegen das Fieber.
19:31Klopf, klopf.
19:34Nur ernst, jetzt liegst du hier.
19:36Ja, schade.
19:38Danke für die Sachen.
19:40Gut, dass ich nur so wenig mitnehmen konnte.
19:42Das krieg ich alles ganz leicht mit dem Zug weg.
19:44Ich fahr nicht ohne dich.
19:46Ich hab alle Campingplätze umgebucht.
19:48Was? Auf wann denn?
19:50In zwei Wochen.
19:52Wir bleiben einfach hier.
19:54Du kurierst dich aus
19:56und, na ja, schön ist es schließlich überall.
19:58Aber in zwei Wochen?
20:00Ja.
20:02Schön ist es schließlich überall.
20:04Aber in zwei Wochen haben wir Wohnungen zu besichtigen.
20:06Die sind sonst alle weg.
20:08Na und?
20:10Wenn es hart auf hart kommt, haben wir Karl-Uwe.
20:12Wer will da schon eine Wohnung?
20:14Ich.
20:16Ich hab es nämlich satt
20:18in diesem rollenden Hamsterstall.
20:20Was ist denn mit unserer Probefahrt ins Glück?
20:22Ein Höllentrip.
20:24Deswegen hab ich auch Magengeschwüre.
20:26Ich hasse Camping!
20:32Vielleicht passen wir doch nicht so gut zusammen.
20:38Günther!
20:50Soll ich euch erklären, wie man den Zucker bestimmt?
20:52Das hätten wir eben geklärt.
20:54Ey, pass auf, das gibt gleich Scherben.
20:56Wo ist Dr. Ibex?
20:58Alter!
21:00Was ist das?
21:02Die Probe meiner Patientin.
21:04Muss sofort ausgewertet werden.
21:06Olli, du alter Laborant, zeig mal, was du drauf hast.
21:08Auf gar keinen Fall.
21:10Dann mach ich's halt selbst.
21:12Das gibt richtig Stress.
21:14Was gibt Stress?
21:16Ich muss diese Patientenprobe auswerten
21:18und Kulturen anlegen.
21:20Verdacht auf Listeriose.
21:22Aber wir haben noch keine Einführung erhalten.
21:24Und Dr. Albeck war noch nicht bei Ihnen?
21:26Nein.
21:30Okay.
21:32Aber nur, weil es sich um die Probe eines Patienten handelt.
21:34Sie nehmen sich alle Handschuhe, bitte.
21:39So.
21:41Und was testen wir?
21:43Hämoglobin und Hämatokrit.
21:45Korrekt.
21:47So.
21:49Wir spannen die Probe ein.
21:51Los geht's.
21:53Das richte ich ihm aus.
21:57Das sollten Sie sich selber fragen, Frau Stadler.
22:00Ja.
22:02Trotzdem schönen Tag.
22:04Was haben Sie zu ihr gesagt?
22:06Dass wir telefonisch keine Informationen rausgeben.
22:10Ich, ähm ...
22:12Ich will mich nicht in Ihre privaten Angelegenheiten einmischen,
22:14aber wenn Ihr Bruder Kontakt zu seiner Mutter will,
22:16sollten Sie ihn dabei nicht unterstützen.
22:18Es tut mir leid,
22:20aber das können Sie gar nicht beurteilen.
22:22Kinder neigen nur zu ihrer Eltern zu lieben,
22:24egal, was sie ihnen angetan haben.
22:26Das kann ich so nicht bestätigen.
22:28Aber meinen Sie nicht,
22:30er ist alt genug, um seine eigenen Entscheidungen zu treffen?
22:32Nein.
22:34Sie kennen meine Mutter nicht.
22:36Sie ist ...
22:40Sie ist Alkoholikerin,
22:42unter anderem hochgradig unzuverlässig.
22:44Kein Mensch, den man in seinem Leben haben will.
22:48Das denken Sie.
22:52Vielleicht sieht das anders.
22:54Sie wird ihn zerfetzen.
22:56Hey.
23:01Obwohl heute nicht mal Milchreis Mittwoch ist.
23:05Ich will nichts.
23:07Sicher?
23:19Wer war das?
23:21Warum warst du nicht bei der Prüfung?
23:24Wie kommst du jetzt darauf?
23:26Also, warum?
23:28Naja ...
23:30Anton.
23:34Ja, es läuft grad nicht so.
23:36Impropedeutik?
23:38Nee, generell.
23:40Ich glaub, das ist nichts für mich.
23:42Sozialpädagogin?
23:44Studieren.
23:46Im Leben geht es ja nicht nur um Prüfung und Abschluss.
23:48Es geht auch um die Zukunft.
23:50Und um die Zukunft.
23:52Es geht ja nicht nur um Prüfung und Abschlüsse und so.
23:56Wer dir das wohl in den Kopf gesetzt hat?
23:58Ja, Thea hat auch die Schule abgebrochen.
24:00Und jetzt hat sie ihren eigenen Laden.
24:02Ich werde nicht zulassen, dass sie dir deine Zukunft kaputt macht.
24:04Wieso musst du denn immer alles schlecht machen,
24:06was mit ihr zu tun hat?
24:08Das mach ich überhaupt nicht.
24:10Das schaffst du von ganz alleine.
24:12Anton?
24:16Die Sättigung sinkt.
24:18Intonation mit Salbutamol.
24:22Ich mach gleich noch eine Blumengras-Analyse.
24:34Ja?
24:36Guten Morgen, Frau Blumenfeld.
24:38Ach, guten Morgen.
24:42Haben Sie immer noch Schmerzen oder keinen Appetit?
24:44Beides.
24:48Übelkeit?
24:50Übelkeit?
24:52Besser.
24:54Sehr gut.
24:56Dann hab ich noch ein Medikament für Sie,
24:58das die Bildung von Magensäure unterbindet.
25:00Gut.
25:02Ich warte noch auf das Labor.
25:04Aber danach können Sie wieder auf Achse,
25:06wenn Sie das wollen.
25:08Günther hat die Wahrheit nicht gut vertragen.
25:10An sein Handy geht er auch nicht.
25:12Wahrscheinlich ist er mit Karl-Uwe längst über alle Berge.
25:16Das tut mir leid.
25:20Besser jetzt,
25:22als wenn wir schon zusammengezogen wären.
25:24Entschuldigen Sie.
25:26Bitte.
25:28Ja, Frau Gallura?
25:30Also wegen Frau Blumenfeld?
25:32Ich bin gerade bei ihr.
25:34Das Labor ist unauffällig,
25:36aber die Kulturen sollten Sie sich, glaube ich, mal ansehen.
25:38Ich komme sofort.
25:40Kleiner Trost,
25:42vielleicht haben wir den Auslöser für Ihr Magengeschwür gefunden.
25:44Ja, gut.
25:46Morgen.
25:48Morgen.
25:50Die Blutgasanalyse sieht leider immer noch nicht besser aus
25:52als gestern Abend.
25:54Das bedeutet, Ihre Lunge bekommt nicht ausreichend Sauerstoff.
25:56Im Regelfall
25:58entspannt das Seibultamol
26:00die Bronchialmuskulatur.
26:02Aber das hat leider nicht angeschlagen.
26:04Bitte einmal vorlehnen
26:06und tief ein- und ausatmen.
26:08Das Ibratropriumbromid auch nicht,
26:10so wie es aussieht?
26:12Wieso hat das jetzt so Blut?
26:14Die Symptome einer Atemwegsreizung
26:16können auch erst als Spätfolge auftreten.
26:18Wir vernebeln zusätzlich Adrenalin.
26:20Vielleicht entspannt das die Bronchien.
26:22Und bitte regelmäßig inhalieren, ja?
26:24Ich würde Sie ungern intubieren.
26:32Es ist wirklich dringend.
26:34Und es wäre schön, wenn Sie mir die Unterlagen
26:36so schnell wie möglich zuschicken könnten.
26:38Ja.
26:40Das ist eine gute Idee.
26:43Ich danke Ihnen, Professor.
26:45Wie geht es Malte?
26:47Schlecht.
26:49Wenn er nicht diesen wahnsinnigen Lebenswillen hätte.
26:51Ich habe einige Fallstudien gefunden,
26:53die wir dem Vorstand zur Verfügung stellen können.
26:55Fallstudien?
26:57Frau Professorin, wir müssen handeln.
26:59Jetzt!
27:01Sie haben dem Vorstand mit einer Klage gedroht?
27:03Ist das wahr?
27:05Es ist egal, wie man es dreht oder wendet.
27:07Es bleibt unterlassene Hilfeleistung
27:09seitens des Vorstandes.
27:11Das ist Unsinn und das wissen Sie.
27:13Dank Professorin Patzels
27:15diplomatischer Engelsgeduld
27:17hat sich der Vorstand bereit erklärt,
27:19den Fall erneut zu prüfen.
27:21Und wenn Sie dafür ein oder zwei Fallstudien brauchen,
27:23um sich abzusichern,
27:25dann besorgen wir die Ihnen.
27:27Ich bin im Gespräch mit der Philimedes Stiftung,
27:29um die Kostenfrage zu klären.
27:31Was immer Sie tun, tun Sie es schnell.
27:33Dafür müssten Sie aber die Füße stillhalten.
27:35Ich höre.
27:37Sie sind unterwegs.
27:39Warte.
27:41Ich muss in den OP.
27:43Und ich gebe Herrn Kunert Bescheid,
27:45dass die Klage vom Tisch ist.
27:49Es war echt mega lieb von Dr. Scherbers,
27:51uns alles zu zeigen, oder?
27:53Die ist krass sympathisch.
27:55Kleine Dreckssäcke.
27:59Kann ich mal?
28:01Zeigen Sie mal her!
28:03Habe ich es mir doch gedacht.
28:05Heliobacter pylori.
28:07Der Erreger ist für ziemlich viele Magenerkrankungen zuständig.
28:09Die Infektion ist chronisch
28:11und kann Gastritis auslösen.
28:13Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre.
28:15Sogar Karzinome und Desmordlymphom.
28:17Cool, und jetzt?
28:19Geben wir Frau Blumfeld eine Kombination
28:21aus zwei Antibiotika zur Eradikation.
28:23Sie wollen das Geschwür konservativ therapieren?
28:25Bei der Größe keine OP-Indikation.
28:27Ich habe es mir doch gesagt.
28:29Ich habe es mir doch gesagt.
28:31Bei der Größe keine OP-Indikation.
28:33Schade, aber Ihren Lover wird es freuen.
28:35Sonst wächst er uns noch mit seinem hässlichen Wohnmobil
28:37auf unserem Parkplatz fest.
28:39Er ist noch da?
28:41Als ich zur Arbeit kam, saß er auf seinem Campingstuhl
28:43und hat sich so einen ekligen Instant-Koffee angerührt.
28:45Kein Wunder, dass er depri war.
28:47Nee, das hat ganz andere Gründe.
28:49Und dann hat er mir noch dieses Steinzeit-Ding
28:51hier zum Aufladen mitgegeben.
28:53Also sehe ich aus wie eine Assistentin?
28:55Deswegen konnte Frau Blumfeld ihn nicht erreichen.
28:57Okay, Sie machen jetzt mal was ganz Nettes.
29:00Ich bin auch keine Kellnerin.
29:02Und Sie sagen ihm, er darf auf gar keinen Fall wegfahren.
29:04Warum sollte er?
29:06Weil Frau Blumfeld und er sich gestritten haben.
29:08Ich soll eine kellnernde Assistentin sein,
29:10die obendrauf noch Amor spielt?
29:24Wie geht es Malte?
29:26Wir konnten ihn stabilisieren, aber er ist total geschwächt.
29:29Dr. Brentano konnte seine Kontakte spielen lassen.
29:31Philimedes ist bereit, einen Teil der Kosten zu übernehmen.
29:35Was sage ich denn jetzt der Mutter?
29:37Seine Organe versagen, aber wir sind an einer Teillösung dran?
29:41Dr. Lindner, allen Beteiligten ist die Dringlichkeit bewusst.
29:43Es kotzt mich an, wie ruhig hier alle sind!
29:45Es kotzt mich einfach an!
29:47Ja, und was wäre gewonnen, wenn ich mich jetzt genauso aufrege wie Sie?
29:49Ich verstehe, dass Ihre Nerven blank liegen.
29:51Aber so aggressiv wie im Moment habe ich Sie noch nie erlebt.
29:55Frau Professorin, es geht nicht um mich. Es geht um Malte!
29:57Ich kann mich nur wiederholen. Sie können jederzeit mit mir reden.
29:59Reden, reden, reden, reden hilft nicht immer!
30:01Entschuldigen Sie mich!
30:09Besser?
30:11Ja.
30:13Das Adrenalin schlägt an.
30:15Dein Kreislauf stabilisiert sich auch.
30:17Okay.
30:19Das ist perfekt.
30:21Jetzt können wir mit der Spalthauttransplantation loslegen.
30:23Das, wo ihr so Haut von meinem Oberschenkel nehmt
30:26und mein Arm operiert.
30:28Ganz genau.
30:30Boah.
30:32Denk nicht so genau drüber nach.
30:34Du musst gar nichts machen, bis nach der Reha.
30:36Es gibt eine richtig schöne Klinik im Schwarzwald
30:38für Brandverletzungen.
30:40Ich könnte eigentlich auch da mal anrufen, wo ich damals war.
30:42Im Schwarzwald waren wir doch mal mit Mama, oder?
30:44Weißt du noch?
30:46Bei diesem schönen Lampionfest.
30:50Ich könnte vielleicht auch in der Uni anrufen.
30:52Mit einem Attest von uns
30:55lassen sie dich bestimmt die Prüfung nachholen.
30:57Boah, sorry, Tori.
30:59Aber die Uni interessiert mich grad wirklich gar nicht.
31:01Ist das auch Ihr Missgewachsen?
31:03Nein, ich kann meine eigenen Entscheidungen treffen.
31:05Mensch, das wär so blöd, jetzt den Bachelor nicht zu Ende zu machen.
31:07Jetzt hör doch mal auf, mich die ganze Zeit zu behandeln,
31:09als wärst du meine Mutter.
31:11Ben?
31:13Hey.
31:15Hallo.
31:17Bist du irgendwas ganz...
31:19Nein, das bleibt alles wie besprochen.
31:21Heute ich, morgen du.
31:24Ja, pass auf, ich hab die PJ'ler gestern mit einem Haufen Aufgaben ins Labor geschickt
31:26und es nicht geschafft, sie anzuleiten. Schadensbegrenzung.
31:28Ich muss...
31:30Ja, genau darüber wollte ich kurz mit dir sprechen.
31:32Ich hab Ihnen gestern bei einer Patientenprobe geholfen.
31:34Und weil wir schon mal dabei waren,
31:36bin ich mit Ihnen deine Aufgaben durchgegangen
31:38und dann hab ich am Ende so eine kleine Prüfung mit Ihnen gemacht.
31:40Einfach weil Sie waren so ratlos
31:42und du warst mit dem Bruder von Frau Stadler
31:44auf der ETS
31:46und da dachte ich,
31:48aber ich wollte mich nicht in deine Ausbildung einmischen.
31:50Machst du aber.
31:52Gleich zweimal.
31:54Ja, ich weiß.
31:58Danke.
32:08Hat sich unser Dauercamper
32:10über den Kaffee gefreut?
32:12Ich hatte eine viel bessere Idee.
32:14Da bin ich aber gespannt.
32:16Ich hab Frau Blumfeld zu ihm rausgeschickt.
32:19Sie haben Ihre Aufgabe
32:21auf die Patientin abgewälzt?
32:23Na, Sie will sich doch versöhnen, oder?
32:25Ich verstehe nicht, wo das mit dem Leben ist.
32:27Ich delegiere Sie nicht.
32:29Warum interessiert Sie das eigentlich so?
32:31Ob Sie zusammen sind oder nicht?
32:35Günther!
32:37Warte!
32:41Hey!
32:43Ich hab dein Handy!
32:46Hey!
32:48Bitte!
32:50Lass uns miteinander reden.
32:52Reden? Oder uns gegenseitig belügen?
32:54Warum hast du mir nicht gleich gesagt,
32:56wie schlimm du kämpfen würdest?
32:58Ich hätte dir doch zugehört.
33:00Du hast mich einfach überrollt
33:02mit deinem Campingwahn.
33:04Ja, ich bin halt glücklich
33:06ohne die ganze Alltagsroutine und den Ballast.
33:08Ich würde am liebsten überhaupt nicht mehr sesshaft sein.
33:10Das ganze Bramborium
33:12um diese Kiste.
33:14Allein, dass du ihren Namen gegeben hast,
33:16das ist doch...
33:18Ja, ich hab's schon verstanden.
33:20Astrid?
33:22Astrid!
33:24Hilfe!
33:26Ein Notfall!
33:32Wundheilung, Vitalwert und Atmung gefallen mir gut.
33:34Eine Operation steht nichts mehr im Wege.
33:36Ich denke mal, am besten so schnell wie möglich, oder?
33:44Wussten Sie eigentlich schon immer,
33:46dass Sie Arzt werden wollen?
33:48Naja.
33:50Mein Vater ist Arzt.
33:52Also ja?
33:54Also nein.
33:58Meine Mutter hat mich gefragt,
34:00ob ich bei ihrem Hofladen arbeiten will.
34:02Sie meinte,
34:04so ein Unisemester,
34:06das läuft einem ja nicht weg.
34:08Und was meint Ihre Schwester dazu?
34:10Die bringt mich um,
34:13wenn sie das erfährt.
34:15Bei allem, was unsere Mutter angeht,
34:17dreht sie einfach total durch.
34:19Sie tut so,
34:21als ob ich mich entscheiden müsste
34:23zwischen ihr und Thea.
34:25Ich möchte einfach
34:27selbst rausfinden, wie sie ist.
34:29Ich weiß nicht,
34:31vielleicht hat sie sich ja geändert.
34:35Ich kann Sie sehr gut verstehen.
34:39Aber Ihre Schwester hat
34:42bestimmt gute Gründe.
34:44Da hilft nur reden.
34:48Ich lasse Sie für die OP vorbereiten, ja?
34:52Ich sag dem OP-Team für die Transplantation Bescheid.
34:54Was ist mit der Atemwegsreizung?
34:56Apropos Vorsedierung, da brauche ich keinen Dubus.
34:58Gut.
35:04Ich würde Mama gerne sagen, wie es mir geht.
35:08Auf gar keinen Fall.
35:10Sie hat bestimmt Sorgen.
35:12Ich glaube, ich muss da mal was klarstellen.
35:14Thea macht sich keine Sorgen.
35:18Thea hat sich noch nie Sorgen gemacht,
35:20sonst hätte sie uns nie so auf dem Stich gelassen.
35:24Dein Lampionfest im Schwarzwald?
35:26Das war grauenhaft.
35:28Wieso grauenhaft?
35:30Wir hatten doch total viel Spaß.
35:32Da war überall Musik und alle waren bunt angezogen
35:34und haben mit uns getanzt.
35:36Getanzt?
35:39Und dann hab ich dir Honigwein gegeben,
35:41weil du dann immer so schön rumgetaumelt bist.
35:43Mann, du warst sechs!
35:45Und dann ist Thea einfach abgehauen.
35:47Wir haben sie überall gesucht
35:49und uns tierisch verirrt
35:51und dann saß ich da, mit dir,
35:53allein im Wald, nachts.
35:55Aber das war doch voll schön.
35:57Wir haben stundenlang Sterneraten gespielt
35:59und dann hast du mir auch noch Lieder vorgesungen,
36:01bis die Sonne aufging.
36:03Mann, damit du aufhörst zu weinen.
36:05Es war so bitterkalt und wir hatten Hunger
36:08und dann kam die Frau raus, um uns abzuholen.
36:10Zwei Tage später.
36:12Und sie hat nicht mal gefragt, wo wir waren.
36:14Ich hab mit dir
36:16Schulbrote geschmiert.
36:18Ich hab mit dir
36:20Geburtstagskuchen gebacken.
36:22Ich hab mit dir dein Faschingskostüm gebastelt.
36:24Mann, sie hat mich genauso im Stich gelassen wie dich.
36:26Ja, und vielleicht bin ich einfach nicht
36:28so nachtragend wie du.
36:30Ich bin realistisch!
36:32Du hast eine rosa-rote Brille auf.
36:34Du siehst Dinge, die es nie gab.
36:37Die es auch jetzt nicht gibt und die es niemals geben wird!
36:39Frau Stadler!
36:41Was?
36:57Ich hoffe, es ist wichtig.
36:59Wir haben sehr gute Neuigkeiten.
37:01Die Kostenfrage ist geklärt.
37:03Philimedes übernimmt den einen Teil.
37:05Und der Vorstand den anderen. Aus Verbundsmitteln.
37:07Wir haben die Freigabe für das Medikament.
37:09Das ist
37:11alles Gute für den Kleinen.
37:15Danke.
37:17Na los, verschwenden Sie keine wertvollen Sekunden.
37:29Hey, er hat es sicher nicht so gemeint.
37:31Ganz ehrlich, wenn er mich nicht gehabt hätte,
37:34dann weiß ich nicht einmal, was eine Mutter ist.
37:36Schlimm genug, dass du damals
37:38in diese Rolle gedrängt worden bist.
37:40Aber wenn er Sie wiedersehen möchte ...
37:44Ich habe Angst, dass es ihm wieder wehtut.
37:48Er redet sich die Dinge schön.
37:50Aber alles, was schön war, das war ich.
37:52Nicht sie.
37:54Und Anton sieht das nicht?
37:56Verdrängt.
37:58Dr. Rantala, Frau Blumfeld wäre bereit.
38:00Ich komme.
38:03Anton ist kein Kind mehr.
38:05Und du bist nicht seine Mutter.
38:09Ich muss.
38:25Ich wasche mich nochmal ein.
38:29Ich bin da.
38:33Angst?
38:37Viktoria ...
38:39Hey, das wird alles wieder.
38:41Ganz bestimmt.
38:43Ihre Schwester kann manchmal
38:45ein bisschen insköpfig sein.
38:47Okay, wir müssen anfangen.
38:51Herr Stadler, ich leite jetzt die Narkose ein, ja?
38:57Sie denken einfach an was Schönes.
39:03Das Dermatoren, bitte.
39:05Schnitttiefe ein Drittel.
39:15So.
39:17Dadurch, dass Ihr Magengeschwür geplatzt ist,
39:19ist die Narkose
39:21in Ihrem Körper
39:23nicht mehr so stark.
39:25Das heißt,
39:27die Narkose ist in Ihrem Körper
39:29nicht mehr so stark.
39:31Dadurch, dass Ihr Magengeschwür geplatzt ist,
39:33ist Magensäure in Ihren Bauchraum gelangt.
39:35Mein Gott, ich möchte mir gar nicht vorstellen,
39:37was passiert wäre, wenn wir nicht rechtzeitig gekommen wären.
39:39Wir konnten die Bruchstelle zunähen
39:41und die Magenwand wieder verschließen.
39:45Sobald Sie von der ITS sind,
39:47nehmen wir den Helicobacter in Angriff.
39:49Und was blüht mir da?
39:51Keine Sorge, das läuft rein medikamentös ab.
39:53Danke, Dr. Rantala.
39:55Ja?
39:57Darf ich?
40:00Für heute reicht es mir auch.
40:04Du hast mir ganz schön Schrecken angejagt.
40:06Es tut mir leid.
40:08Ich hätte offener sein sollen.
40:10Nicht nur zu dir, sondern auch für was Neues.
40:12Nein, Astrid.
40:16Ich muss mich entschuldigen.
40:20Ich habe keine Rücksicht darauf genommen,
40:22dass du Raum brauchst.
40:24Also, wir versuchen es nochmal.
40:27Wie war das?
40:29Ihr eine Wohnung hat drei im Balkon.
40:33Ich habe gestern
40:35alle Besichtigungen abgesagt.
40:41Aber das macht nichts.
40:43Bis wir was haben,
40:45fahren wir einfach mit Karl-Uwe herum.
40:49Ja.
40:51Bis da ein kleines Missgeschick
40:53mit der Kochplatte passiert.
40:55Karl-Uwe will es nicht mehr.
40:57Was?
40:59Abgebrannt?
41:01Deine große Liebe?
41:03Nein.
41:05Meine große Liebe bist du.
41:09Süß, die beiden, oder?
41:11Ich wollte nur die OP-Nachsorge nicht verpassen.
41:15Danke übrigens, dass ich bei der OP zuschau.
41:17War echt spannend.
41:21Dass die beiden sich wieder in den Arm schließen können.
41:25Das ist der Lohn für den ganzen Stress hier.
41:27Wenn Sie das nicht verstehen,
41:29wären Sie nie eine gute Ärztin.
41:31Und was ist mit Dr. Moreau?
41:33Wenn Sie wüssten.
41:35Ohne ein Minimum an Empathie und Zugewandtheit
41:37können Sie den Job hier nicht machen.
41:39Echtes Interesse an den Menschen,
41:41die sich uns anvertrauen.
41:43Ist schon klar, aber ganz ehrlich,
41:45ich will Chirurgin werden.
41:47Mich interessiert eher der Teil,
41:49bei dem wir Sie aufschneiden.
41:55Alles gut gegangen?
42:25Kann sich etwas so furchtbar anfühlen
42:29und trotzdem richtig sein?
42:33Ja, klar.
42:37Oder zumindest notwendig.
42:41Ob es dann richtig ist,
42:43das weißt du immer erst hinterher.
43:25Hey.
43:27Hey.
43:37Wie geht's dir?
43:39Gut.
43:41Gut?
43:45Ich hab nachgedacht.
43:49Was heißt das?
43:52Du bist alt genug.
43:54Wenn du nicht studieren willst,
43:56dann lass es.
43:58Und
44:00wenn du Thea sehen möchtest,
44:02dann mach das.
44:06Was soll das jetzt?
44:08Ist das ein Trick?
44:12Nein.
44:16Nein, du hast ein großes Herz.
44:18Und du bist verdammt klug.
44:22Finde selber heraus, was für dich gut ist.
44:28Riecht köstlich.
44:30Wird das ein Picknick?
44:32Für heute hab ich echt genug vom Thema Camping.
44:34Wir wissen ja noch gar nicht mal, ob wir bestanden haben.
44:36Ist das Tiramisu?
44:38So ähnlich, aber mit Honig und Pistazien.
44:40Gibt aber leider nur Campingbesteck.
44:46Was machst du da?
44:48Das ist doch Fleisch.
44:51Darf ich stören?
44:53Mit lieben Grüßen von Dr. Scherbers.
44:55Herr Maritsch, bestanden.
44:57Mit reichlich Luft nach oben.
44:59Ähm, Frau Galura, Frau Hummel.
45:01Solide.
45:03Sehr solide.
45:05So, Herr Probst.
45:11Sie haben jede einzelne Aufgabe
45:13korrekt beantwortet,
45:15als hätten Sie die letzten zehn Jahre im Labor zugebracht.
45:18Vielen, vielen Dank,
45:20dass Sie sich mit so viel Ehrgeiz in die Aufgaben gestürzt haben.
45:22Sie haben Teamgeist gezeigt.
45:24Das hat mir gut gefallen.
45:26Machen Sie weiter so, dann werden Sie super Assistenzärzte.
45:28Ruhig verdient und Feierabend.
45:30Danke, ebenso.
45:32Kappe?
45:34Na los, kommt.
45:39Blau!
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