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Die Stromboje und das Wirbelkraftwerk liefern umweltfreundliche Energie – ohne Dämme, fischfreundlich und effizient. Neue Lösungen für nachhaltige Stromerzeugung

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Transkript
00:01Linz an der Donau. Hinter Bäumen versteckt liegt sie. Die Boje, die einen neuen Weg in
00:07der Wasserkraft beschreiten könnte. Die Stromboje braucht weder Staudämme noch Stauseen,
00:12macht keinen Lärm und sie soll die Umwelt schonen. Erfinder Fritz Mondl hofft,
00:18dass seine Erfindung bald in der Donau zum Einsatz kommt.
00:24Die Stromboje ist ein in der freien Strömung schwimmendes Kleinwasserkraftwerk,
00:32das nur an einer Kette angehängt ist am Flussgrund und die sich selbst in die
00:37richtige Position einrichtet. Das macht die Strömung. Das durchströmende Wasser treibt
00:44die Turbine an und sollte also maximal 100 Umdrehungen pro Minute eben diese
00:53100 kW etwa maximale Leistung liefern. Jahrelang hat Fritz Mondl an der
01:00Technologie gefeilt. Fischfreundlich sollte die Boje sein, mit unterschiedlichen
01:04Pegeln und anderen Unwägbarkeiten zurechtkommen. Bald könnte die
01:09Massenproduktion starten. Die Herausforderung in der Donau ist sehr groß. Nicht zuletzt auch
01:19wegen der Hochwasser und wegen des Treibguts. Und natürlich auch den Strom abzuleiten und
01:27das Ding auch wirtschaftlich betreiben zu können, sodass das auch einen ordentlichen
01:31Wirkungsgrad hat. Also es ist unglaublich viel Forschungsarbeit notwendig gewesen.
01:37200 km flussabwärts in Korneuburg bei Wien soll Österreichs erster Strombojen-Park
01:44entstehen, der mehrere hundert Haushalte mit Strom versorgen könnte. Aber Fritz Mondls
01:49kinetische Stromboje könnte weit über Österreichs Grenzen hinaus Anwendung finden. In Afrika, Asien
01:56oder Südamerika. Österreich ist traditionell ein Wasserkraftland. Die Alpen liefern das Gefälle,
02:07die Flüsse die Energie. Der Ingenieur Franz Zodt-Lötherer hat ein sogenanntes Wasserwirbelkraftwerk
02:15gebaut, das bereits mit kleinen Höhenunterschieden funktioniert. Es sieht ein bisschen so aus, als hätte
02:21man in einer übergroßen Badewanne den Stöpsel gezogen. Im Becken hat sich ein Ökosystem entwickelt.
02:32Dieser Lebensraum, der sich in diesem Kraftwerk selber entwickelt ist, in diesem Rotationsbecken,
02:37haben wir da so Quellmose an der Wand hängen, das ist ja auch am Boden Fadenalgen, die gleichzeitig
02:42eine Wasserfilterung darstellen. Man kann sich das eben sehr alleinhaft auch vorstellen. Wenn ich
02:48eben die Wasseroberfläche sehr vergrößere und an der Wasseroberfläche eine hohe Geschwindigkeit habe,
02:52dann kann ich dann wirklich sehr viel Sauerstoff von der Luft ins Wasser mitnehmen. Und wie gesagt,
02:58das Resultat sieht man an diesem Quellmosebewuchs, an den Wandflächen und Bodenflächen. Und das ist
03:04eigentlich der Beweis dafür, dass das sehr wohl so gegeben ist. Das Wasserwirbelkraftwerk liefert bis zu
03:1055.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr und soll, wie die Strombäue, fischfreundlich sein. Durch die großen
03:17Abstände zwischen den Turbinenblättern können Fische durchschwimmen, so wie diese Forelle,
03:22vor dem Rechen des Kraftwerks. Was die Auswirkungen dieser Minikraftwerke auf das Ökosystem der
03:29Wasserläufe angeht, ist Hydrobiologe Stefan Schmutz allerdings skeptisch. Von einem positiven Effekt würde ich
03:37auch beim Wirbelstromkraftwerk nicht sprechen, weil ich natürlich die hydraulischen Bedingungen des
03:45Gewässers verändere durch dieses Kraftwerk. Ich erzeuge einen Zwangspunkt, wo das ganze Wasser durch muss. Es gibt
03:53einzelne Versuche, wo getestet wurde, dass Fische, ob Fische durchkommen. Und einige sind auch erfolgreich
04:01durchgewandert. Das wurde aber nur mit einigen wenigen Exemplaren ausprobiert und auch nur mit bestimmten Fischlängen.
04:10Mit der enormen Leistung großer Wasserkraftwerke können Wirbelkraftwerk und Strombäue nicht mithalten. Doch die
04:17geringe Größe und die relativ einfache Installation machen sie unter bestimmten Voraussetzungen zu einer
04:22attraktiven Option. Diese zwei neuen Technologien könnte ich mir vorstellen, dass sie sehr gut in Gegenden
04:31implementiert werden können, wo ich noch relativ wenig Infrastruktur habe, weil ich sie, soweit mir das
04:38bekannt ist, im Inselbetrieb fahren kann. Es sind geringe Investitionskosten, wobei, und das ist ganz
04:46wichtig bei so Projekten, gewährleistet sein muss, dass diese Anlagen auch entsprechend gewartet werden.
04:53In Österreich sind die Strombäue und das Wirbelkraftwerk Nischenlösungen, nicht zuletzt wegen bürokratischer
05:00Hürden. Fritz Mondl streitet derzeit mit ehemaligen Geschäftspartnern, unter anderem um die Pacht von
05:06Flächen in der Donau für seinen geplanten Bojenpark. Und Franz Zodlöterer konzentriert sich nun auf Märkte,
05:16in denen die Nachfrage höher und Genehmigungen leichter zu erhalten sind.
05:19Also in Italien, in Deutschland, in Tschechien sind einige, in Bali, in Indonesien haben wir
05:26eines. Und in Japan gibt es auch eine Kooperationsfirma, die auch einige Projekte schon umsetzen konnte.
05:34Sowohl Wirbelkraftwerk als auch Strombäue zeigen, dass selbst in einem etablierten
05:38Energiesektor wie der Wasserkraft noch Innovationen möglich sind. Kombiniert mit anderen Technologien
05:45könnten diese Ansätze dezentrale und relativ umweltfreundliche Energie liefern.
05:49Vor allem in entlegeneren Regionen. Eine große Unbekannte bleibt aber das Wasser selbst. Sein
05:56Pegel, seine Kraft. Denn diese Größen werden durch den Klimawandel immer unberechenbarer.
06:02Sie können nicht errichtet.
06:07Sie können hier nichtgehen.

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