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  • vor 8 Minuten
Das Recherche-Netzwerk Correctiv hat undercover aufgedeckt, wie die AfD ein eigens entwickeltes KI-Tool nutzt, um massenhaft und gezielt Wut und Empörung im Netz zu schüren. In diesem Video erklärt euch Vera, wie diese Content-Maschinerie im Hintergrund genau funktioniert und warum sie so gefährlich für den politischen Diskurs ist.

Die wichtigsten Erkenntnisse zusammengefasst:

Das Tool: Das Programm namens »Alternita Studio« gehört einer Firma des Leiters der AfD-Bundeszentrale (Hans-Holger Malcomeß) und wird aktuell bundesweit in den Kreisverbänden verteilt.

- Wut als Währung: Das Tool scannt alle 15 Minuten ausgewählte News-Seiten. Die Nachrichten werden von der KI nicht nach Relevanz oder Wahrheitsgehalt bewertet, sondern ausschließlich nach ihrem Potenzial, Wut und Empörung zu generieren.

- Vollautomatisiert und regional angepasst: Aus einer Meldung bastelt die KI automatisch zehn fertige Social-Media-Posts für verschiedene Plattformen. Der Tonfall lässt sich dabei regional anpassen: von »abgeschwächt« (etwa für Hessen) bis »hart draufhauen« (für den Osten).

- Tech-Richtlinien umgangen: Obwohl KIs wie ChatGPT, Gemini oder Claude solche politischen Kampagnen eigentlich verbieten, umgeht das AfD-Tool diese Sperren, indem es direkt über die kostenpflichtigen Entwickler-Schnittstellen (APIs) von Google, Anthropic und OpenAI läuft.

Bei diesem Tool geht es um mehr als politische Inhalte; es ist im Grunde eine automatisierte Fabrik für negative Emotionen. Ein gefährlicher Trend, der zeigt, was passiert, wenn Reichweite und Wut über Wahrheitsgehalt gestellt werden.
Transkript
00:00In Hessen nehmen wir die abgeschwächte Variante. Im Osten darf man eher draufhauen.
00:04Das ist die Aussage eines AfD-Politikers, als er über das interne KI-Tool von der AfD spricht.
00:10Aber was ist überhaupt passiert?
00:11Das Recherchenetzwerk Korrektiv hat undercover aufgedeckt, dass die AfD mit einem eigens gebauten KI-Tool arbeitet.
00:19Und das gerade in ihren Kreisverbänden in ganz Deutschland verteilt.
00:23Das Tool nennt sich Alternator Studio und gehört Hans-Holger Malcom-Mess.
00:28Und es ist nicht einfach irgendein Dude, sondern der leitet die Bundeszentrale von der AfD.
00:32Das heißt, das Tool gehört einer Firma, die selbst der AfD gehört.
00:36Das ist schon mal interessant zu wissen, viel interessanter wird es aber, wenn man sich mal anguckt, wie das Tool
00:40funktioniert.
00:40Alle 15 Minuten spuckt dieses Tool Nachrichten aus, die von extra ausgewählten Webseiten stammen.
00:47Und dann bewertet das KI-Tool jede Meldung mit einem Score.
00:50Und zwar nicht, wie relevant das Thema ist oder wie viel Wahrheit da drin steckt, sondern wie viel Wut und
00:54Empörung sich daraus machen lässt.
00:56Aber das Ganze geht noch weiter.
00:57Denn aus einer so einer Meldung bastelt dieses Tool dann eben 10 verschiedene KI-generierte fertige Social-Media-Posts.
01:06Und zwar für alle möglichen Plattformen.
01:08Und da kommt jetzt das Zitat vom Anfang zu tragen.
01:11Denn regional lässt sich auch einstellen, inwiefern man diese Sachen kommuniziert.
01:16Also für Hessen möchte man eher die abgeschwächtere Variante.
01:20Und im Osten kann man dann ruhig mit sehr heftigen Schlagwörtern um sich hauen.
01:23Und klar kann man jetzt hingehen und sagen, die anderen Parteien sind einfach selber dran schuldet, dass sie nicht selbst
01:28so eine Content-Maschinerie im Hintergrund laufen haben.
01:31Man muss immer auf Social Media möglichst viel posten, um relevant zu bleiben.
01:36Und nein, das finde ich nicht.
01:37Hier geht es um Politik.
01:38Und das ist eine absolute Empörungsfabrik, kann man es fast nennen.
01:43Dieses ganze Tool ist ja nur darauf ausgelegt und läuft auch nur, wenn dir komplett egal ist, was am Ende
01:49dabei rauskommt.
01:50Also hier geht es ja nur darum, irgendeine negative Emotion zu triggern.
01:53Und es wäre absolut katastrophal, wenn jetzt jede Partei auf diesen Zug aufspringt und was Ähnliches macht, weil wo landen
02:01wir denn da?
02:02Und vielleicht ist auch noch ganz interessant zu wissen, dass dieses ganze Tool mit Schnittstellen von Google, Anthropic und OpenAI
02:09arbeitet.
02:10Und ja, eigentlich ist es so, dass ChatGPT, Gemini und Claude solche politischen Kampagnen gar nicht zulassen.
02:16Aber wenn man direkt für die Schnittstelle bezahlt, dann umgeht man quasi das Chatfenster und damit auch die Richtlinien und
02:23nutzt einfach nur die Kapazitäten von dem Land-Language-Model.
02:26Muss man selber wissen, ob man eine Partei wählen will, die einfach nur auf Wut aufbaut.
02:31Muss man selber wissen, ob man einfach nur auf Wut aufbaut.
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