- vor 2 Tagen
Werbster Lindley hasst seine Frau Lydia. Sie hatte ...
... ihm immer das Leben zur Hölle gemacht, und schließlich trennte sie sich von ihm nur um kurz darauf seinen vermögenden Bruder Bruce zu heiraten. Aber auch ihn quälte Lydi und schließlich war er eines Tages tot und Lydia die alleinige Erbin seines Vermögens.
Niemand hegte einen Verdacht gegen Lydia, aber Webster wusste Bescheid und er hat sich als Rache den Perfekten Mord ausgedacht - Lydia sollte sterben ...
... ihm immer das Leben zur Hölle gemacht, und schließlich trennte sie sich von ihm nur um kurz darauf seinen vermögenden Bruder Bruce zu heiraten. Aber auch ihn quälte Lydi und schließlich war er eines Tages tot und Lydia die alleinige Erbin seines Vermögens.
Niemand hegte einen Verdacht gegen Lydia, aber Webster wusste Bescheid und er hat sich als Rache den Perfekten Mord ausgedacht - Lydia sollte sterben ...
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KurzfilmeTranskript
00:00:10Musik
00:00:30Lydia muss sterben.
00:00:32Man ist unterwegs, um sie abzuholen, aber es gibt keine Rettung mehr.
00:00:36Mein Experiment ist gelungen.
00:00:38Das Gift ist tödlich.
00:00:40Wenn sich die ersten Anzeichen einstellen, ist es zu spät.
00:00:42Ist was passiert?
00:00:44Nein, nichts.
00:00:45Der Krankenkang.
00:00:46Ja, ja, ja.
00:00:47Wo er wohl hinfährt?
00:00:49Keine Ahnung, er kam vom Krankenhaus.
00:00:51Ach, bitte bringen Sie mir noch die Attenblies gegen dort.
00:00:54Ist gut.
00:00:54Kann ich dann gehen?
00:00:56Bitte?
00:00:56Das ist doch schon nach sechs.
00:00:58Oh ja, natürlich, natürlich.
00:01:00Sie sind so nachdenklich heute.
00:01:02Haben Sie Ärger gehabt?
00:01:04Nein, nein, nein.
00:01:05Die Fahne vom Schiedsgericht.
00:01:06Ach, Ries gegen dort ist vertagt?
00:01:08Ja, auf den 17. Dezember.
00:01:10Oh, Sie haben es also geschafft.
00:01:11Erzählen Sie, wie war es denn?
00:01:13Nun, bis zur Mittagspause das übliche Gerede und...
00:01:15Dann habe ich eben die Vertagung beantragt.
00:01:18Ja.
00:01:18Bitte bringen Sie mir noch die Akten.
00:01:19Ah ja, sehr wahrscheinlich.
00:01:21Der Wagen wird gleich zurückkommen.
00:01:24Lydias letzte Schart.
00:01:26Ich habe einen Mord begangen, aber niemand hat mich beobachtet.
00:01:30Diese Verhandlung heute Mittag vor dem Schiedsgericht ist mein Alibi.
00:01:33Wie hoch ist der Wert, der Schätzwert im Augenblick?
00:01:36Etwa 40.000.
00:01:37Also das Haus und das Grundstück.
00:01:40Wenn ich bei dieser Gelegenheit erwähnen darf, Fräulein Dodd, Nichte des Erblassers, benutzt das ihr testamentarisch vermachte Haus als Kinderheim.
00:01:47Ich darf wohl sagen, eine der wenigen sozialen Einrichtungen unserer Stadt.
00:01:51Herr Ernest Ries, Sohn des Erblasses, der das Testament angefochten hat, beabsichtigt nun, das Haus abzureißen und an seiner Stelle
00:01:59eine Tankstelle mit Garagenbetrieb zu errichten.
00:02:01Diese Tatsache war dem Erblasser bei Abfassung seines letzten Testamentes bekannt.
00:02:06Wenn jetzt der Geisteszustand des Erblassers von Seiten der Klägerpartei angezweifelt wird,
00:02:12ja, dazu möchte ich sagen, ich halte seine Entscheidung für ein Kinderheim und gegen eine Tankstelle für ausgesprochen vernünftig.
00:02:18Na ja, ja. Gleich zwei, ich schlage vor die Mittagspause jetzt. Ja? Gut?
00:02:25Ich unterbreche das Schiedsverfahren Ries gegen Dodd, Anfechtung eines Testamentes, bis etwa 2.30 Uhr.
00:02:46Diese Gerichtspause wird Lydia zum Verhängnis werden.
00:02:52Sie ist natürlich nicht zu Hause, wie meist um diese Tageszeit.
00:02:56Aber sie wird zurückkehren. Am frühen Nachmittag vielleicht.
00:03:01Und einige Stunden später wird man sie mit Sirenen geheult ins Krankenhaus hinüberschaffen.
00:03:06Und gegen Abend wird man sie ins Leichenhaus überführen.
00:03:09Und das hat sie meinem Gefühl auch verdient.
00:03:18Mein Gewissen ist keineswegs belastet. Bis jetzt ist der Mord nur vorbereitet.
00:03:22Und ich habe meine Gründe.
00:03:28Lydia!
00:03:32Das Haus ist leer. Mittwoch. Ferina hat ihren freien Tag.
00:03:36Und in meiner Tasche ist Gift.
00:03:39Das Gift für Lydia.
00:03:41Ein Experiment, um ein wenig Gerechtigkeit zu üben.
00:03:4930 Minuten später wird die Verhandlung fortgesetzt.
00:03:51Meine Abwesenheit ist unbemerkt geblieben.
00:04:03Die Verhandlung wird fortgesetzt.
00:04:06Rechtsanwalt Lindley beantragt im Namen seiner Mandantin Frau Lepesony dort, Nichte des Erblassers und Alleinerbin, die Verhandlung zu vertagen.
00:04:14Hallo, Betsy! Vertagt!
00:04:18Ich habe es geschafft. Vertagt auf den 17. Dezember.
00:04:21Oh, Gott sei Dank, Web. Ich bin Ihnen ja so dankbar. In sechs Wochen wird diese Frau Schüttler wohl zu
00:04:24finden sein, oder?
00:04:25Ja, das will ich hoffen. Ob ich nochmal solche Vertagung durchbringe, weiß ich nicht.
00:04:28Hallo, Popsi. Nimmst du mich mit?
00:04:29Na, Julie, was? Was machst du so?
00:04:31Nimmst du mich mit?
00:04:32Nein, mein Schatz. Heute nicht. Heute muss sie zur Mami.
00:04:34Verena holt dich gleich ab. Sie hat eben angerufen.
00:04:36Verena, ich denke, der hat heute ihren freien Tag.
00:04:38Ich weiß nicht. Sie müsste eigentlich schon da sein. Julie, wo sind deine Sachen?
00:04:41Mami verreist nach Kalifornien.
00:04:43Was sagst du?
00:04:43Ja, ja, Julie holt deine Sachen.
00:04:45Lydia verreist wann?
00:04:46Ja, anscheinend.
00:04:47Heute?
00:04:47Ich weiß nicht. Morgen oder übermorgen. Sie hat mich angerufen und hat gefragt, ob ich Julie für zwei oder drei
00:04:51Wochen ganz da behalten könnte.
00:04:53So. Naja, das Kind kann ja auch zu mir. Lydia will schon lange los sein.
00:04:56Haben Sie was anderes erwartet von Frau Lindley?
00:04:59Nein, Betsy. Nein, natürlich nicht.
00:05:01Ah, da kommt hier, Verena.
00:05:03Ja.
00:05:04Komm, Julie, komm.
00:05:07Ist Julie fertig?
00:05:08Sagen Sie, Verena, guten Tag. Ich denke, Sie haben heute frei.
00:05:10Frau Lindley fühlt sich nicht wohl.
00:05:12Ach, Lydia ist schon zu Hause?
00:05:13Ja, sie fühlt sich nicht wohl. Mein Vater musste kommen.
00:05:15Schnell, Julie, steig ein. Die Mama wacht sich.
00:05:18Ist die Tochter noch da?
00:05:19Nein, mein Vater ist nicht lang geblieben. Nur eine halbe Stunde oder so.
00:05:22Julie sagt, Lydia, ich meine, Frau Lindley verreist morgen nach Kalifornien?
00:05:25Ja, oder übermorgen.
00:05:27Ja, dann bringen Sie Julie gut nach Hause. Ich kümmere mich um Sie, wenn Ihre Mutter fort ist.
00:05:31Wiedersehen, Papst.
00:05:32Wiedersehen, Julie Maus. Wiedersehen.
00:05:34Julie.
00:05:36Ich bin richtig stolz auf das Kind.
00:05:38Ohne Julie wäre es eine völlig verlorene Zeit gewesen, meine Ehe mit Lydia.
00:05:42Jahre, auf die ich gerne verzichtet hätte.
00:05:45Sag mal, was ist eigentlich mit dir los?
00:05:47Ich weiß es nicht, Lydia.
00:05:49Ich frage mich immer wieder, was mit mir los ist, aber ich komme nicht dahinter.
00:05:53Nun lass doch den Quatsch.
00:05:55Andere Rechtsanwälte scheffeln Geld, deren Frauen haben alles, was sie brauchen.
00:05:58Du hast auch alles, was du brauchst.
00:06:00Du hast nicht alles, was du willst.
00:06:01Neuen größeren Wagen, neue Pelzmantel.
00:06:03Oh, man muss sich schämen, mit der alten Karre durch die Stadt zu fahren.
00:06:07Außerdem habe ich keinen anständigen Fetzen mehr anzuziehen.
00:06:10Wie nennst du das, was du anhast?
00:06:12Ach, dieses Fähnchen für 42,50 Dollar.
00:06:15Ich habe es schon seit zwei Monaten.
00:06:16Ich kann es nicht mehr sehen.
00:06:18Andere Leute fahren nach New York ins Theater oder gehen ein paar Mal in der Woche anständig essen.
00:06:22Oder geben Gesellschaften.
00:06:24Ich möchte bloß wissen, wie man hier in dieser Bruchbude eine Gesellschaft geben soll.
00:06:28Meine Freunde kommen immer gerne zurück.
00:06:30Aber unter deinen Freunden ist niemand, der mich interessiert.
00:06:32Du verdienst weniger als jeder andere Rechtsanwalt in der Stadt.
00:06:35Wie willst du nur je zu was kommen, wenn du deinen Klienten immer nur abredst?
00:06:38Ich rate immer ab, wenn ich überzeugt bin, dass kein Prozess vernünftiger ist.
00:06:42Lydia, ich gebe ja zu viel Geld zu haben, ist eine schöne Sache.
00:06:45Nicht nur wegen uns, sondern vor allem wegen Julie.
00:06:46Aber als Rechtsanwalt, es tut mir leid, Lydia.
00:06:50Als Rechtsanwalt werde ich es so, wie du dir das denkst, werde ich es nie schaffen.
00:06:53Ich habe mir schon manchmal überlegt.
00:06:56Vielleicht sollte ich es mit ganz anderen Dingen versuchen.
00:06:59Schriftstellerei vielleicht.
00:07:01Aber das ist eine einsame Sache.
00:07:03Oder Ingenieur, sowas kann man ja lernen.
00:07:06Oder Unternehmer, wenn man mit Geld umgehen kann und nicht gleich Pleite macht.
00:07:12Oder Erfinder.
00:07:13Erfinder von so ganz neuem und besonderem Spielzeug.
00:07:17Aber ich fürchte, ich würde alles wegschinken, soweit es fertig ist.
00:07:20Und mir dann vorwerfen, ich würde alles verschleudern.
00:07:23Wer verschleudert hier?
00:07:25Wenn man sich vorstellt, was du draus gemacht hast, aus der Kanzlei deines Vaters.
00:07:29Julie, ich bitte dich, geh woanders spielen.
00:07:32Und ich muss mir sagen lassen, ich könnte nicht haushalten gehen.
00:07:34Du machst mich rasend.
00:07:37Was bekommt man dafür geboten?
00:07:39Einmal im Sommer eine sogenannte Ferienreise.
00:07:41Zehn Tage an die See in irgendeinem Café, wo einen keiner kennt und keiner sieht.
00:07:46Es macht mir nun mal keinen Spaß, in einer sandigen Hütte zu übernachten.
00:07:49Es tut mir leid, Lydia.
00:07:51Aber deine ehrgeizigen Pläne, das hat alles keinen Sinn bei mir.
00:07:57Das musst du begreifen.
00:07:58Jetzt ist also alles wieder mein Fehler, was?
00:08:01Wenn es dir gelingt, dich und deine Person zu vergessen,
00:08:04nur für ein paar Minuten, dann bist du eine sehr anziehende Frau, Lydia.
00:08:09Ich hoffe nur, es wird mir vergeben, dass ich dich geheiratet habe.
00:08:12Ich kam dabei besser weg als du.
00:08:14Der Missgriff lag auf deiner Seite.
00:08:16Du hättest eben einen Mann heiraten müssen, der schon alles hat, was du willst.
00:08:20Zum Beispiel meinen Bruder Bruce.
00:08:23Bruce.
00:08:24Glaubst du, ich könnte Bruce nicht haben, wenn ich wollte?
00:08:27Fünf Monate später war Lydia die Frau von Bruce.
00:08:31Lydia, alles Gute.
00:08:32Danke, Webb.
00:08:33Alles Gute, Bruce.
00:08:33Danke, Webb.
00:08:36Webb, jetzt kann ich dir sehr sagen.
00:08:38Bruce hat mir Linzwood gekauft.
00:08:40Das Haus und den ganzen Pfarrer.
00:08:42Ich hab's nicht dir gekauft, ich hab's uns gekauft.
00:08:44Das ist ein Unterschied, meine Liebe.
00:08:45Und wenn's dir nicht mehr gefällt, dann wird's weiterverklappt.
00:08:47Das ist mein Job.
00:08:48Bruce war Grundstücksmakler.
00:08:49Er war reich und äußerst vital.
00:08:53Bis auf seine regelmäßig wiederkehrenden Malaria-Anfällen.
00:08:56Pass auf, Sam!
00:08:59Hopp!
00:09:00Los, Jun.
00:09:01Und nochmal!
00:09:04So, jetzt hier lang.
00:09:08Los hier.
00:09:12Pops, ich will schaukeln.
00:09:14Ach, Juli, du machst es doch viel zu viel Schnee draußen.
00:09:15Ich will schaukeln.
00:09:17Du bist plötzlich ein wohlhabendes Mädchen, Juli Maus.
00:09:20Weißt du das?
00:09:21Du bist eine glänzende Party?
00:09:23Die jungen Männer der sogenannten besten Gesellschaft werden sich um dich reißen.
00:09:27Also das hat ja wohl noch ein bisschen Zeit.
00:09:29Oh, ich finde, man kann gar nicht früh genug darüber sprechen.
00:09:32Sonst heiratet sie zuerst auch so einen armen, mittellosen Rechtsanwalt wie mich.
00:09:36Vielleicht hat der dann keinen reichen Bruder.
00:09:38Halt bitte so einen guten Verlierer, Webb, ja?
00:09:41Verlierer?
00:09:41Na, ich glaube, fast bei unserem Spiel gibt es nur Gewinner.
00:09:45Prost.
00:09:51Hallo.
00:09:52Seltene Gelegenheit, mein Lieber, dich zu sehen.
00:09:55Mittagspause?
00:09:56Kannst du dir so etwas überhaupt leisten?
00:10:00Geht's dir nicht gut?
00:10:02Ich warte hier auf einen Kunden.
00:10:04Hast du weder Fieber, wie?
00:10:06Auch.
00:10:07Daran gewöhnt man sich.
00:10:08Nein, das glaube ich nicht.
00:10:09Daran gewöhnt man sich nie.
00:10:10Wer behandelt dich denn?
00:10:12Dr. Riemus.
00:10:13Dr. Riemus, Lüdias Hausarzt, wie?
00:10:16Wahrscheinlich hat er keine Ahnung von sowas.
00:10:18Ist ja nicht so wichtig.
00:10:20Du musst zu einem Spezialisten.
00:10:21Tropenhospital New York.
00:10:23Hallo, Bruce.
00:10:24Hallo.
00:10:24Was machst du bei Gericht?
00:10:25Ach, Grundbuch und so.
00:10:26Dachte schon, du lässt dich scheiden.
00:10:28Schön, dass man dich mal wieder sieht.
00:10:29Na ja.
00:10:30Zu Hause trifft man dich jedenfalls nie an, wenn ich unsere Tochter besuche.
00:10:33Ja, ich habe sehr viel zu tun.
00:10:34Du besuchst, Lüdi?
00:10:35Regelmäßig.
00:10:35Erzählt der Lüdi ja nichts davon.
00:10:36Nein.
00:10:37Na ja, einer von uns beiden Väter muss sich ja um das Mädchen kümmern.
00:10:40Aber sonst geht's gut, ja?
00:10:41Ja, ein bisschen kaputt.
00:10:43Alles so sinnlos.
00:10:44Wie bitte?
00:10:47Setz dich einen Moment.
00:10:54Sinnlos?
00:10:55Was ist sinnlos?
00:10:56Ich habe keinen Spaß mehr an der Arbeit.
00:10:58Ganz egal, wie groß ein Geschäft auch ist.
00:10:59Lüdi ist unzufrieden.
00:11:00Sie hat mehr erwartet.
00:11:01Das Doppelte.
00:11:02Das Fünffache.
00:11:03Je nachdem.
00:11:04Verliert, bevor man angefangen hat.
00:11:06Die Rechnung geht nie auf.
00:11:08Ja, dabei ist das alles, glaube ich, alles nur ein Ersatz für irgendwas anderes.
00:11:13Verstehst du?
00:11:14Ja, vielleicht.
00:11:16Webb.
00:11:17So unter Brüdern.
00:11:19Oder besser gesagt, Lüdias Männer so unter sich.
00:11:22Hast du nie den Verdacht gehabt, dass sie untreu ist?
00:11:25Nie ernsthaft.
00:11:28Bestimmt.
00:11:29Für Julie?
00:11:30Ich wollte es dir nur zeigen.
00:11:32Ganz reizend.
00:11:34Wirklich.
00:11:35Bruce, du verbündst sie.
00:11:39Ich komme zu dir als Anwalt.
00:11:41Ich brauche ein Dokument.
00:11:43Trennungsvereinbarung.
00:11:45Lydia kann das verdammte Haus behalten, nur nach 50.000 dazu.
00:11:49Damit wird sie nicht einverstanden sein.
00:11:5150.000 bei deinem Vermögen.
00:11:53Hast du mit ihr gesprochen?
00:11:55Ja.
00:11:55Sie benimmt sich wie verrückt.
00:11:57Aber entweder sie bekommt das oder gar nichts.
00:12:01Sie wird es nehmen.
00:12:03Bruce.
00:12:04Eine Frau ist hierzulande der Liebling des Gesetzes.
00:12:07Sie wird ihren Willen bei Gericht durchsetzen.
00:12:08Umso mehr, wenn der Mann reich ist, der sich von ihr scheiden lassen will.
00:12:12Auch bei Ehebruch?
00:12:14Bist du es darauf ankommen lassen?
00:12:17Notfalls, ja.
00:12:18Jemand kann ja anfangs etwas harmloseres.
00:12:21Eine Umschreibung, bitte.
00:12:23Seelische Grausamkeit.
00:12:25Lass dir was einfallen.
00:12:26Ich meine, du musst bei Gericht Namen nennen.
00:12:29Unter Umständen.
00:12:31Einen.
00:12:32Ich weiß nur einen.
00:12:33Das genügt.
00:12:35Wer ist es?
00:12:36Ich möchte es für mich behalten.
00:12:39Vorwerflich.
00:12:40Gut.
00:12:42Ja.
00:12:43Ich werde also einen Vertrag aufsetzen.
00:12:45Du kannst ihn morgen unterzeichnen, oder wann du gerade Lust hast.
00:12:48Ja.
00:12:49Ja, und du musst doch ein Testament machen.
00:12:51Lydia hat sonst, im Notfall, entschuldige,
00:12:53aber sie hat sonst Anspruch auf dein gesamtes Vermögen,
00:12:55falls dir vor der Scheidung was zustößt.
00:13:06Wer wirft sich herum?
00:13:07Ihr benimmt sich jetzt, ob er verrückt wird.
00:13:08Was sagt denn Ihr Vater?
00:13:09Ich kann ihn nicht erreichen.
00:13:10Wer ist nicht da?
00:13:11Ihr macht Krankenbesuche.
00:13:12Und Lydia?
00:13:13Ich weiß nicht, in der Stadt.
00:13:14Ich bin ganz allein.
00:13:16Bruce.
00:13:18Bruce.
00:13:20Wann hat das angefangen?
00:13:21Vor einer Stunde vielleicht oder einer halben, ich weiß nicht.
00:13:23Ich habe ihn gehört, er fiel hin.
00:13:25Ich weiß gar nicht mehr, wie ich ihn aus Bett geschafft habe.
00:13:28Er muss seine Medizin wieder nehmen, die Kapseln da.
00:13:31Jede Stunde eine, wenn die Anfälle kommen, aber er hat erst zwei genommen, seit heute Morgen.
00:13:35Gestern Abend kam das Fieber wieder, aber nur ganz leicht.
00:13:37So schlimm wie jetzt war es noch nie.
00:13:39Ruf in seinen Krankenwagen, schnell.
00:13:43Was hat er denn?
00:13:45Bruce.
00:13:47Bruce, Bruce Liebling.
00:13:49Was ist denn los?
00:13:51Ist das schlimm?
00:13:51Ja, er hört dich nicht.
00:13:52Es ist sehr schlimm.
00:13:53Wo warst du?
00:13:54Ich war beim Friseur, als ich heute Morgen wegfuhr.
00:13:56Da fühlt er sich noch ganz wohl.
00:14:21Es ging alles sehr schnell.
00:14:23Bruce hatte keines der beiden Dokumente mehr unterzeichnet.
00:14:26Weder die Trennungsurkunde noch das Testament.
00:14:28Es gibt nur einen Erben.
00:14:31Lydia.
00:14:33Bruce starb ihr sehr gelegen.
00:14:35Woran?
00:14:36Es ist nichts mehr nachzuweisen.
00:14:38Bruce ist eingeäschert.
00:14:40Und übrig geblieben ist ein halbes Glas völlig harmloser Kapseln.
00:14:44Und zwei Stück von einer anderen Sorte, die Dr. Doremus bestimmt nicht verordert hat.
00:14:49Sie sind mit einem grauen Pulver gefüllt.
00:14:52Grau und flockig wie Mehl.
00:14:54Und diese Kapseln wird Lydia schlucken.
00:14:57Irgendwann.
00:14:58Für Bruce war es ein langsamer, qualvoller Tod.
00:15:01Wenn diese Kapseln kein Tödlichesgift enthalten, dann hat Lydia eine Chance.
00:15:05Es ist ein faires Experiment.
00:15:07Und sicherer als die Maschinerie der Justiz.
00:15:10Ich habe Zeit.
00:15:12Monate vergehen.
00:15:13Die beiden Kapseln sind immer in meiner Tasche.
00:15:27Tag, Ernie.
00:15:28Frau Lindley zu Hause.
00:15:30Lydia ist oben.
00:15:37Wenn du deine Tochter besuchen willst, sie ist bei Betsy.
00:15:40Sie ist neuerdings fast immer dort.
00:15:41Stört dich das Kind zu Hause?
00:15:42Entschuldige, ich muss gleich weg.
00:15:44Was hat Ernie Rees hier zu suchen?
00:15:46Ernie kommt zu mir.
00:15:48Ach.
00:15:48Vielleicht ist es besser, ich sage es dir gleich.
00:15:50Ernie und ich werden bei Gelegenheit heiraten.
00:15:53Du?
00:15:54Ich heirate Ernie Rees, ja.
00:16:00Du fühlst dich sehr sicher, Lydia.
00:16:03Webb, falls du auch den Tod von Bruce anscheulierst.
00:16:06Sei unbesorgt, wir werden die Anstandsfrist einhalten.
00:16:09Ich spiele auf das etwas ganz anderes an.
00:16:10Ernie ist verheiratet.
00:16:12Oh, Webb.
00:16:13Ich denke, du bist Rechtsanwalt.
00:16:15Es ist trotzdem rührend, wie du dich mit mir freust.
00:16:21Übrigens, wenn ich Ernie habe,
00:16:23dann bekommst du deine Tochter ganz für dich.
00:16:26Ernie mag keine Kinder.
00:16:30Lydia, jetzt nimm dich in Acht.
00:16:32Das Experiment wird stattfinden.
00:16:35Morgen eine Gerichtspause.
00:16:37Diese Verhandlung vor dem Schiedsgericht
00:16:39wird mein Halibé sein.
00:16:40Gleich zwei.
00:16:41Ich schlage vor die Mittagspause.
00:16:43Jetzt.
00:16:44Ja, gut.
00:16:45Ich unterbreche das Schiedsverfahren.
00:16:47Es geht um dort Anfechtung eines Testamentes
00:16:49bis etwa 2.30 Uhr.
00:17:06Um die Mittagszeit geht Lydia in die Stadt.
00:17:09Einkaufen, Friseur, fast täglich.
00:17:11Ein Zeitvertreib, dem sie sich mit Hingabe widmet.
00:17:19Lydia?
00:17:21Lydia?
00:17:22Lydia?
00:17:27Am frühen Nachmittag wird sie zurückkommen, wie üblich.
00:17:30Einfach erledigt, wie immer nach der kleinsten Anstrengung,
00:17:33schleppt sie sich hinauf ins Schlafzimmer.
00:17:35Ihren Lieblingsaufenthalt.
00:17:40Sie wirft den Nerz ab,
00:17:42lässt sich in einen Sessel sinken,
00:17:44schleudert ihre 30-Dollar-Pumps von den Füßen
00:17:47und dann nimmt sie die silberne Thermoskanne
00:17:49und schenkt sich eine Tasse heißen Kaffee ein.
00:17:50immer das Gleiche.
00:17:54Nur noch einen Rest, den gießt sie vielleicht weg.
00:17:57Und die Zuckerlose ist zu voll.
00:18:20Wenn Lydia eine Mörderin ist,
00:18:21dann wird sie nicht in Schönheit sterben.
00:18:24Denn wenn diese Kapseln ein tödliches Gift enthalten,
00:18:28dann wird er sich leise und heimlich an die Arbeit machen.
00:18:32Lydia wird plötzlich zusammenbrechen.
00:18:36Wie damals Blues.
00:18:41Die heulende Sirene des Krankenwagens wird das Signal sein.
00:18:47Ach, jetzt kommt er zurück?
00:18:48Ich möchte nur wissen, wo er war.
00:18:50Sie wollten noch gehen, June.
00:18:51Gute Nacht.
00:18:51Ach so, ja.
00:18:52Also dann gute Nacht, Herr Lindley.
00:19:05Lydia, jetzt musst du sterben.
00:19:07Hoffentlich spürst du auch, wie das ist.
00:19:11Denk an Bruce.
00:19:12Vielleicht auch ein wenig an mich.
00:19:15Adieu, meine Liebe.
00:19:17Hallo, mein Lieber.
00:19:19Webb, was ist los?
00:19:24Das ist Lydia.
00:19:26Ja.
00:19:27Habe ich dich erschreckt?
00:19:28Verzeih.
00:19:29Aber dein Vorzimmer war leer.
00:19:33Ja, June ist gerade.
00:19:38Bitte den Platz, Lydia, bitte.
00:19:39Danke.
00:19:41Ach, du, ich bin einfach erledigt.
00:19:44Wie geht's dir?
00:19:47Ich habe dir eben gesagt, dass ich erledigt bin.
00:19:50Aber es ist trotzdem reizend, dass du dich danach erkundigst.
00:19:53Verena sagte, ich traf sie beim Kindergarten.
00:19:55Verena sagte, Dr. Doreen muss er bei dir.
00:19:56Du fühlst sie nicht wohl?
00:19:57Das ist nur ein bisschen Migräne.
00:19:58Aber es ist sehr lästig.
00:20:00Wir wollten übermorgen nach Kalifornien fahren.
00:20:02Ernie lässt sich dort scheiden und wir heiraten dann sofort.
00:20:06Kann ich dir irgendetwas anbieten?
00:20:07Nein, danke.
00:20:08Ich bin eilig.
00:20:09Wann wird denn Ernie zurückkommen?
00:20:11Die Verhandlung, ich meine, seine Anfechtung gegen das Testament ist vertagt worden.
00:20:15Deswegen bin ich hier.
00:20:16Er wird nicht kommen.
00:20:17Wegen solcher Lappalien ändern wir unsere Pläne nicht mehr.
00:20:20Bitte?
00:20:22Ernie hat solche Lappalien ja auch nicht mehr nötig.
00:20:24Du bringst dir genügend mit in seine Ehe.
00:20:26Ja, das Vermögen von Bruce, falls du das meinst.
00:20:31Entschuldige, bitte.
00:20:34Ja, bitte.
00:20:35Ja, Mappenrat.
00:20:36Wer bitte?
00:20:38Das Krankenhaus?
00:20:41Ja.
00:20:43Ja, selbstverständlich sofort.
00:20:45Ja, ich habe verstanden.
00:20:46Zu Doktorie muss ich.
00:20:48Ja, so schnell ich kann.
00:20:51Herr Rechner, Mappt Lindley.
00:20:52Ja, bitte.
00:20:53Wir kennen uns flüchtig.
00:20:54Bray, Victor Bray.
00:20:55Ich bin ein Arzt.
00:20:55Darf ich gleich direkt?
00:20:56Es ist sehr eilig.
00:20:57Ihr Bruder, Herr Lindley, ist stark vor einem Dreivierteljahr.
00:20:59Die Schwestern sagten, sie waren damals dabei hier im Hause.
00:21:01Erinnern Sie sich an die Begleitumstände?
00:21:04Begleitumstände?
00:21:04Alle Symptome, schwere Krämpfe, Lähmungen, die Anfälle.
00:21:07Ja, natürlich.
00:21:08Es ist ausgeschlossen.
00:21:09Ich meine, kann es sich damals um eine Vergiftung gehandelt haben?
00:21:12Nein.
00:21:14Ich meine, so viel ich weiß nicht.
00:21:16Aber fragen Sie, Dr. Doremus, der hat ihn damals behandelt.
00:21:19Zu Hause, im Krankenwagen, hier.
00:21:20Hat auch den Totenschein ausgestellt.
00:21:22Ich bin kein Arzt.
00:21:23Womit hat er den Bruder behandelt?
00:21:25Keine Ahnung.
00:21:26Ich brauche Ihre Hilfe.
00:21:27Es ist möglich.
00:21:29Anscheinend ein ähnlicher Fall.
00:21:31Wir sind etwas ratlos.
00:21:32Ich habe wirklich keine Ahnung, was das damals war.
00:21:34Er bekam immer irgendwelche Spritzen.
00:21:36Bruce hatte regelmäßig Malaria-Anfälle.
00:21:39Aber so fragen Sie Dr. Doremus selbst.
00:21:42Bitte, kommen Sie mit.
00:21:51Wer ist das?
00:21:53Dr. Doremus.
00:21:55Mehr Sauerstoff.
00:21:57Mehr Druck.
00:22:01Was gibt's denn?
00:22:02Ich bin gerade in einem Verhör.
00:22:03Was ist los?
00:22:04Oh, lass Sie nicht stören.
00:22:05Du hast Lydia zu einer Vernehmung bestellt?
00:22:07Ja.
00:22:07Hast du mit dem Fall etwas zu tun?
00:22:09Mit welchem Fall?
00:22:10Lydia ist persönlich gar nicht betroffen.
00:22:12Ich brauche nur einige Auskünfte von ihr, wenn sie überhaupt welche geben kann.
00:22:14Aber entschuldige bitte, ich muss hier weitermachen.
00:22:16Nein.
00:22:18Dann bitte, ich möchte, dass er bleibt.
00:22:20Wieso?
00:22:20Als Rechtsanwalt?
00:22:21Bitte, ich möchte, dass Sie bleiben.
00:22:24Sie brauchen keinen Anwalt, Frau Doremus.
00:22:26Ich muss von ihm nur wissen, was mit dir am Mann geschehen ist.
00:22:28Das ist alles.
00:22:29Na, ganz gleich.
00:22:30Ich möchte, dass er bleibt.
00:22:31Bitte, Herr Staatsanwalt.
00:22:32Bitte, wie Sie wollen.
00:22:34Einverstanden, Wett?
00:22:35Ja, bitte.
00:22:37Es gab heute einige Aufregung im Hause von Dr. Doremus.
00:22:40Du wirst gleich merken, worum es geht, wenn ich hier weitermache.
00:22:43Fragen, die Ihnen persönlich schaden könnten,
00:22:45die brauchen Sie nicht zu beantworten, Frau Doremus.
00:22:47Ich muss Sie darauf aufmerksam machen.
00:22:48Ich glaube kaum, dass Frau Doremus etwas verheimlichen will.
00:22:51Wann kam Ihr Mann nach Hause?
00:22:52Um drei etwa.
00:22:54Er hatte Krankenbesuche hinter sich.
00:22:56Ja.
00:22:56Was macht Ihr zu Hause?
00:22:58Er trank.
00:22:59Nach seinen Visiten erholt sich Dr. Doremus gern bei einer Flasche.
00:23:02Stimmt das?
00:23:02Er betrinkt sich jede Nacht.
00:23:04Wenn er glaubt, er ist mit der Arbeit fertig,
00:23:05dann fängt er mit der Flasche an.
00:23:07Trank er heute mehr als sonst?
00:23:08Er trinkt immer zu viel.
00:23:09War er schlechter Stimmung?
00:23:10Er ist immer schlecht gelaunt.
00:23:11Hat er mit Ihnen gestritten?
00:23:13Ich streite nicht viel.
00:23:14Ich höre auch gar nicht mehr hin.
00:23:15Oder stritt er mit Ihrer Tochter Verena?
00:23:17Verena war ja nicht zu Hause.
00:23:18Sie war bei Frau Lindley.
00:23:20Ah, richtig. Er war ja auch dort. Er kam sogar direkt von dort.
00:23:23Woher stammt eigentlich der Alkohol?
00:23:24Der hat viele Alkohol, von dem Sie sprechen.
00:23:26Von mir bekommt er nichts.
00:23:27Woher stammt der Alkohol?
00:23:28Kauft ihr ihn selbst?
00:23:30Verena besorgt das.
00:23:31Er brachte also eine Flasche mit, die Verena ihm besorgt hatte.
00:23:34Ja.
00:23:34War die Flasche geöffnet, als er sie mitbrachte?
00:23:37Verena rührt das Zeug nicht an.
00:23:39Und wann begann das mit diesen Anfällen?
00:23:42Ähm, halb sechs.
00:23:43Bitte erzählen Sie.
00:23:45Er redete dummes Zeug.
00:23:47Dann fing er an zu toben.
00:23:49Und dann haben Sie Ihre Tochter angerufen?
00:23:50Ja.
00:23:50Und Sie kam sofort?
00:23:51Bei Frau Lindley, dort wo sie arbeitet, das ist nur um die Ecke.
00:23:54Ah ja.
00:23:55Und wann kam die Polizei?
00:23:56Er hat getobt und geschrien.
00:23:59Da kamen die Nachsehen.
00:24:00Ich habe gedacht, nein, nun ist es passiert.
00:24:02Nun ist er verreckt.
00:24:03Und erst die Polizei hat dann einen Arzt verständigt?
00:24:06Ja.
00:24:07Es war so eine Aufregung...
00:24:08Als Dr. Breda endlich kam, da war Ihr Mann bereits bewusstlos.
00:24:11Er war betrunken.
00:24:13Sagen Sie, Frau Dorimus, was war denn nun die wahre Krankheit zur Ursache Ihres Mannes?
00:24:18Zu viel Alkohol.
00:24:21Könnte es vielleicht sein, dass mit dem Whisky, den Ihr Mann da getrunken hat,
00:24:25irgendetwas nicht gestimmt hat?
00:24:27Jahrelang zu viel getrunken.
00:24:28Das hat nicht gestimmt.
00:24:30Ich wusste, das kommt so irgendwann.
00:24:32Ja.
00:24:33Ja, ja, ist gut, Frau Dorimus.
00:24:35Sie können jetzt gehen, das ist alles.
00:24:40Danke.
00:24:42Danke, Herr Rechtsanwalt, dass Sie sich der Sache angenommen haben.
00:24:45Bitte, bitte, Frau Dorimus.
00:24:48Webb, gut, dass du kommst.
00:24:50Meine Geduld ist jetzt zu Ende.
00:24:51Ich möchte wissen, warum er mich hier festhält.
00:24:52Aber niemand hält Sie fest, Frau Lindy.
00:24:54Ich habe nur einige Fragen an Sie zu richten.
00:24:56Ich musste nur erst Frau Dorimus abwärtigen.
00:24:58Ihr Mann liegt in sehr schlechter Verfassung im Krankenhaus.
00:25:00Bitte, nehmen Sie doch da drüben Platz.
00:25:03Er war nachmittags bei Ihnen.
00:25:04Wer?
00:25:05Dr. Dorimus.
00:25:06Wieso, ist was passiert?
00:25:07Ja, später, später.
00:25:08Dr. Dorimus war nach dem Restbeigen, ja?
00:25:11Ja, ich war in der Stadt einkaufen.
00:25:13Ich fühlte mich plötzlich nicht sehr wohl.
00:25:15Ich war wie erledigt und viel wie tot ins Bett.
00:25:17Und dann ließen Sie Dr. Dorimus kommen.
00:25:21Ich weiß wirklich nicht, warum ich bei diesem altmodischen Arzt bleibe.
00:25:24Dieser junge Dr. Bray, der soll sehr tüchtig sein.
00:25:27Ja.
00:25:28Ja?
00:25:29Ja.
00:25:30Nun ja, vermutlich, weil Dr. Dorimus mich schon seit Jahren kennt.
00:25:33Eigentlich schon als Kind.
00:25:34Und dann hat er auch nicht so viel zu tun,
00:25:36wie die anderen Ärzte in der Stadt, die nie Zeit für einen haben.
00:25:38Und dann wohnt er auch nur um die Ecke.
00:25:41Und er kam sofort?
00:25:42So gegen halb drei etwa.
00:25:44Sie waren allein zu Hause?
00:25:45Nein, Verena war mit Ihrem Stiefvater gekommen.
00:25:47Ach so, ja richtig, Sie hatten ja darum gebeten.
00:25:49Wenn man sich nicht wohlfühlt, ist man ungern allein zu Hause.
00:25:52War ja immerhin Verenas freier Tag.
00:25:55Das Mädchen weiß doch sowieso nicht, was es mit sich anfangen soll.
00:25:57Ja.
00:25:58Und dann hat Dr. Dorimus Sie untersucht, wie?
00:26:02Er gab mir zwei Tabletten und dann haben wir uns noch ein bisschen unterhalten.
00:26:07Und wo war Verena inzwischen?
00:26:09In der Küche, sie machte uns Kaffee.
00:26:11Ach, für Sie beide?
00:26:12Ja.
00:26:13In meiner Kaffeekanne war nur noch ein Rest.
00:26:15Ich habe immer Kaffee in meinem Zimmer in einer Thermoskanne.
00:26:18Aber es war nur noch eine knappe Tasse drin und so ließ ich die Kanne auffüllen.
00:26:22Die Thermoskanne?
00:26:23Ja.
00:26:23Und die Zuckerdose.
00:26:25Ach, die war leer?
00:26:26Ja, die war leer.
00:26:28Das heißt, ein kleiner Rest war noch drin, aber den nahm der Doktor wohl in seine erste Tasse.
00:26:32Also genau weiß ich das auch nicht mehr.
00:26:33Jetzt sind das alles so wichtig.
00:26:34Ja.
00:26:35Es könnte sein, es könnte sein, es kann sich noch herausstellen.
00:26:38Und Sie tranken wie viel?
00:26:40Zwei Tassen.
00:26:41Und der Doktor?
00:26:43Zwei Tassen jeder.
00:26:45Ja, ich verstehe.
00:26:46Und Sie tranken beide vom gleichen Kaffee?
00:26:49Ja.
00:26:49Und auch nahmen auch vom gleichen Zucker?
00:26:51Ja.
00:26:52Und Sie fühlen sich wohl, Frau Lindl?
00:26:53Oh ja, vielen Dank.
00:26:55Und dann ging der Doktor in die Küche?
00:26:58Das ist möglich.
00:26:59Zu Verena?
00:27:00Ja, es ist möglich.
00:27:01Er tut das sehr oft.
00:27:02Ich glaube, er trinkt dorthin und wieder einen Schluck vielleicht, aber mir ist das egal.
00:27:05Ja.
00:27:06Die beiden verstehen sich ja gut.
00:27:08Ich meine der Doktor und seine Stiefdochter.
00:27:10Der Doktor und?
00:27:10Oh nein.
00:27:11Oh nein, nein, nein.
00:27:13Der Doktor ist ein sehr schwieriger Mensch, müssen Sie wissen.
00:27:15Seine Familie leidet wohl etwas unter ihm.
00:27:17Er behandelt auch Verena sehr schlecht.
00:27:19Sie kam oft mit verweinten Augen von zu Hause.
00:27:21Also ich könnte es verstehen, wenn sie ihn hasst.
00:27:27Ja, hallo?
00:27:29Ja, am Apparat.
00:27:31Was?
00:27:33Wann eben?
00:27:37Keine klare Diagnose.
00:27:39Ah ja, ich verstehe.
00:27:41Ja, ja, natürlich.
00:27:42Sie haben alle Vollmachten.
00:27:44Ja, ich komme vorbei.
00:27:45Später.
00:27:46Ja.
00:27:48Ja, ist gut.
00:27:48Danke.
00:27:50Dr. Dorimus ist tot.
00:27:52Eben gestorben.
00:28:06Es tut mir leid, Roland Dorimus.
00:28:09Ich muss Sie verhaften.
00:28:10Was?
00:28:11Warum?
00:28:13Sie wissen doch ganz genau, warum.
00:28:15Weil Sie Ihren Stiefvater vergiftet haben.
00:28:19Lydia lebt.
00:28:22Lydia lebt und Dr. Dorimus ist tot.
00:28:25Und ich laufe freier rum.
00:28:28Ich werde noch lange freier rumlaufen, wenn ich die Nerven behalte.
00:28:32Obwohl ich einen anderen für diese Tat bösen lasse.
00:28:36Die Justiz hat einen Schuldigen gefunden.
00:28:38Ich bin in Sicherheit.
00:28:41Aber Lydia lebt.
00:28:43Und...
00:28:48Lydia lebt.
00:28:50Der Kopf hat ihn.
00:28:51Ja.
00:29:02Ja.
00:29:12Musik
00:29:37Guten Morgen, Herr Lindley. Sind Sie schon da?
00:29:40Um Gottes Willen, wie sehen Sie denn aus?
00:29:45Wie man eben aussieht, wenn man eine Nacht nicht im Bett fährt.
00:29:54Danke.
00:30:01Herr Lindley, haben Sie schon gelesen? Ein Mord in unserer Stadt. Tolle Sache, was?
00:30:31Gryph! Ein Augenblick!
00:30:32Du glaubst doch nicht im Ernst, dass Verena ihren Vater ermordet hat.
00:30:35Du meinst, wen vertrittst du eigentlich?
00:30:36Niemand.
00:30:36So? Ich werde kein Wort mit dir reden, wenn du deinen Auftrag hast, ist das klar?
00:30:39Also gut, ich bin auf Bitten von Frau Durimus ein paar Minuten geblieben,
00:30:42aber das heißt doch noch lange nicht, dass ich Verenas Verteidiger bin.
00:30:45Griff, ich kann es einfach nicht glauben,
00:30:46dass dieses Mädchen seinen Stiefvater umgemacht haben soll.
00:30:48Warum nicht?
00:30:49Du, ich bin überzeugt, dass...
00:30:50Wieso?
00:30:52Bist du sicher, dass dir überhaupt ein Mord vorliegt?
00:30:54Dr. Bray hat die Leiche bereits geziert.
00:30:56Warst du so schnell? Ohne Zustimmung der Familie?
00:30:58Da brauche ich keine Zustimmung.
00:30:59Was hat denn Bray gefunden? Alkoholvergiftung, Leberschäden?
00:31:02Der Mord ist erwiesen, gibt dir keine Mühe.
00:31:04Aber Griff, wie soll sich denn so ein Mädchen das Gift überhaupt besorgt haben?
00:31:06Mein Gott, sich soll die Tochter eines Arztes,
00:31:08außerdem kann sich jeder Mensch Gift besorgen, der es unbedingt will, du auch.
00:31:10Ja, demnach ist jeder verdächtig.
00:31:12Ja, aber Dr. Durimus war nur mit zwei Menschen zusammen, bevor er starb.
00:31:15Mit Lydia, aber da haben beide vom gleichen Kaffee getrunken.
00:31:18Und dann in der Küche mit Verena, und da bekam er die Flasche, und das der trank er allein.
00:31:21Ich hoffe, du hast den Schnapsgrist sichergestellt und analysieren lassen.
00:31:24Mach dir keine Sorgen um meine Ermittlungen.
00:31:27Niemand ist überrascht.
00:31:28Man wundert sich nur, dass sie den alten Widerling nicht schon früher umgebracht hat.
00:31:32Ach, jeder nimmt an.
00:31:33Sie vielleicht nicht?
00:31:34An jeder Ecke. Guten Morgen.
00:31:35Haben Sie schon gehört? Die Tochter von Durimus hat ihrem Alten den Rest gegeben.
00:31:39Da muss ich ja eine Ausnahme sein.
00:31:40Ich bin absolut sicher, dass Verena unschuldig ist.
00:31:42Das wissen Sie ja auch als Ihr Anwalt.
00:31:44Bitte?
00:31:45Ja, Frau Durimus hat mir schon erzählt, dass Sie die Verteidigung übernommen haben.
00:31:49Nein. Nein, das ist ein Irrtum.
00:31:51Wie war's? Endlich bekommen wir meinen anständigen...
00:31:52Erstens habe ich gar nichts angeboten bekommen, und zweitens, wenn man mich bittet, diesen Fall zu übernehmen, dann lehne ich
00:31:56ab.
00:31:56Aber warum denn?
00:31:57Verena braucht einen besseren Anwalt als mich.
00:31:59Es gibt keinen besseren Anwalt als Sie, Webb.
00:32:01Betsy, was machen Sie denn?
00:32:02Frau Durimus hatte bis heute früh die Polizei im Haus und heute Nacht zwei Verhöre.
00:32:05Alle Schnüffel nach Beweismaterial.
00:32:07Ihr Mann ist tot und ihre Tochter sitzt im Gefängnis.
00:32:09Die Frau hält doch nur eins aufrecht, Webb.
00:32:11Das ist Ihr Vertrauen in Sie als Verenas Verteidiger.
00:32:14Es tut mir leid, aber...
00:32:19Sie sind doch der Einzige, der Verena näher kennt.
00:32:22Und sie hat sich doch ihre Julie immer so nett angenommen, deshalb.
00:32:24Das ist unmöglich. Ich kenne Verena genauso wenig wie jede andere.
00:32:28Ich werde Frau Durimus mitteilen, dass...
00:32:31Ja, ich werde dieses Missverständnis aufklären.
00:32:34Das ist mir nicht möglich, wirklich.
00:32:35Aber wieso denn?
00:32:37Betsy, auf Mord steht die Todesstrafe.
00:32:40Ich...
00:32:41Ich habe ganz einfach Angst zu versagen.
00:32:43Ich bin für solche einen Fall nicht gerissen genug.
00:32:45Aber einer muss es doch tun.
00:32:46Aber ja, einer wird es auch tun. Und sogar gerne.
00:32:48Ich kenne mindestens drei Anwälte in unserer Stadt,
00:32:50die sich jetzt schon die Finger danach lecken.
00:32:52Die nur darauf warten, dass der Fall bei Ihnen landet.
00:32:55Es tut mir leid.
00:32:57Und...
00:32:58Was wird jetzt der wirkliche Mörder tun?
00:33:00Ich meine, wenn Verena unschuldig ist.
00:33:02Wird er sich melden?
00:33:05Nein, das glaube ich nicht.
00:33:08Er wird warten.
00:33:09Warten? Auf was?
00:33:10Auf das Urteil.
00:33:12Und deshalb ist der beste Anwalt gerade gut genug für das Mädchen.
00:33:15Vielleicht ist es dem Mörder lieber. Sie hat einen schlechten.
00:33:18Entschuldigen Sie bitte, ich hatte es völlig vergessen.
00:33:20Herr Dredscher und die anderen Herren von der Zeitung hatten mich angemeldet.
00:33:22Ist schon gut, schon gut.
00:33:23Ich wollte es mir nicht nehmen lassen, selbst dabei zu sein.
00:33:24Hallo.
00:33:25Hallo, Herr Dott.
00:33:25Hallo, Herr Dott.
00:33:26Haltet wohl schon Kriegsrat, was?
00:33:28Na, mit?
00:33:29Doch, Dave.
00:33:30Gratuliere dir, mein Junge, zu diesem Fall.
00:33:31Mit unserer Unterstützung.
00:33:33Kannst du vollrechnen.
00:33:34Einen Augenblick.
00:33:35Ich muss da was richtigstellen.
00:33:36Ich werde Verena Doremus nicht verteidigen.
00:33:39Was ist los?
00:33:40Was sagt er?
00:33:40Er weigert sich.
00:33:41Weigert sich?
00:33:42Wer weigert sich?
00:33:43Hier gibt es keine Weigerung.
00:33:45Oder was ist los?
00:33:47Du hältst sie für schuldig?
00:33:49Nein.
00:33:50Ich habe nicht den geringsten Zweifel an ihrer völligen Unschuld.
00:33:52Aber ich kann nicht.
00:33:53Du hast deine Gründe.
00:33:54Gut.
00:33:54Pass auf.
00:33:55Jetzt in diesem Augenblick ist meine Zeitung in Druck.
00:33:58Darin steht klipp und klar, dass du der Anwalt von Verena Doremus bist.
00:34:01Und wenn du sie jetzt im Stich lässt...
00:34:04Aber Dave.
00:34:33...dass du sie eigenhändig auf den elektrischen Stuhl schnallen.
00:34:35Die Tochter haben nämlich ein Anrecht darauf zu erfahren, weshalb du die Verteidigung
00:34:38von diesem Mädchen niederlegst.
00:34:41Darf ich Ihnen herzlich danke?
00:34:42Ja.
00:34:43Ich wollte sie abholen.
00:34:44Wir haben Sprecherlaubnisse bekommen für Ihre Tochter.
00:34:46Bitte machen Sie sich fertig.
00:34:48Ja.
00:34:49Der Staatsanwalt ist sehr geschickt.
00:34:51Er hat sich in diesem Fall verbissen.
00:34:53Er wird versuchen, einen Schuldspruch herauszuschlagen.
00:34:55Ja.
00:34:56Er hat das ganze Haus auf den Kopf gestellt, letzte Nacht.
00:34:59Hat er was gefunden?
00:35:00Ich meine, hat er irgendetwas mitgenommen?
00:35:02Ja.
00:35:03Die Flasche.
00:35:05Die Flasche.
00:35:06Ja, das ist ein sehr wichtiges Beweisstück für ihn.
00:35:09Und auch für uns.
00:35:11Ich hoffe, er wird den restlichen Whisky untersuchen lassen.
00:35:13Er findet nichts.
00:35:14Davon bin ich überzeugt.
00:35:17Wie meinen Sie das?
00:35:18Die Flasche ist leer.
00:35:20Ich habe den restlichen Whisky weggegossen und die Flasche ausgespült.
00:35:24Er findet nichts.
00:35:27Nur Wasser.
00:35:39Guten Tag, Verena.
00:35:43So, und?
00:35:44Nun schaffen Sie sie endlich hier heraus.
00:35:46Ja, ja, ja.
00:35:47Ich habe Sie nichts an ihr fragen.
00:35:48Bitte.
00:35:51Äh, Verena, Dr. Doremus war Ihr Stiefvater, ja?
00:35:54Mein erster Mann kam um, als Verena noch ganz klein war.
00:35:57Wie hießen Sie damals?
00:35:59Bernaski.
00:36:00Sie hieß Verena Bernaski.
00:36:02Und Ihre Mutter war seine Haushälterin, bevor Dr. Doremus sie geheiratet hat?
00:36:05Ich brauchte ein Heim für Verena und für mich.
00:36:08Ja, und jetzt lassen Sie bitte Verena selbst antworten.
00:36:16Verena, ich halte Sie für absolut unschuldig am Tode Ihres Stiefvaters.
00:36:20Das wollte ich Ihnen gerne sagen.
00:36:22Danke, Herr Lindley.
00:36:24Ich, ich habe nie an so etwas gedacht, ehrlich.
00:36:27Ja, das glaube ich Ihnen.
00:36:29Der Staatsanwalt benimmt sich so, als wenn er schon genügend Beweise gegen Sie in Händen hätte.
00:36:33Wir werden aber seine Argumente erst beim Prozess im Einzelnen kennenlernen.
00:36:37Das ist für uns zu spät.
00:36:39Wir müssen dem zuvorkommen.
00:36:40Verstehen Sie das?
00:36:41Ja.
00:36:43Ich meine, wir müssen selbst Beweise sammeln, die offensichtlich gegen Sie sprechen.
00:36:47Nur so können wir erfahren, wie die Anklage gegen Sie aufgebaut sein könnte.
00:36:50Ja.
00:36:51Gut.
00:36:52Und vor allen Dingen eins, Verena.
00:36:53Bitte verheimlichen Sie mir nichts.
00:36:55Wir müssen gegen jeden Vorwurf, gegen jede Belastung vorbereitet sein.
00:36:58Nichts ist schlimmer als ein Überraschungsangriff vor Gericht.
00:37:00Ja.
00:37:02Gut.
00:37:02Also.
00:37:04Was könnte demnach dafür sprechen, dass Sie Ihren Stiefvater tatsächlich vergiftet haben?
00:37:10Sie mochten ihn nicht besonders?
00:37:13Es gab immer Streit und Ärger, ja.
00:37:16Aber so etwas Schlimmes, dass ich deswegen...
00:37:19Nein.
00:37:20Er hat sich schlecht behandelt?
00:37:22Ja, schon.
00:37:23Er hatte immer etwas an mir auszusetzen, aber...
00:37:27Ich konnte ihm nichts recht machen, wenn irgendetwas schiefging, auch wenn ich gar nichts damit zu tun hatte.
00:37:31Er ließ immer alles an mir aus, alle seine Launen.
00:37:34Immer hat er einen Grund gesucht, um mich anzuschreien, mich auszuschimpfen.
00:37:37Das war entsetzlich zu Hause.
00:37:38Und schließlich konnten Sie es nicht mehr länger ertragen?
00:37:41Ich hatte mich daran gewöhnt.
00:37:43Ich habe gar nichts anderes mehr erwartet.
00:37:46Es war nicht so schlimm.
00:37:47Mutter hat er ja auch immer beschimpft.
00:37:48Ich sorge für mich selbst.
00:37:51Wegen mir brauchte Verena den Doktor nicht umzubringen.
00:37:59Verena, haben Sie einen Freund?
00:38:03Haben Sie mit Ihrem Stiefvater einmal Streit gehabt wegen einem Mann?
00:38:07Ja, schon.
00:38:08Was?
00:38:10Immer.
00:38:12Es gab nicht viele.
00:38:13Ich bin nicht so.
00:38:15Es interessieren sich nicht viele für mich.
00:38:17Aber wenn er es erfuhr oder einen bei mir stehen sah, der nur davon hörte,
00:38:21er mischte sich immer ein.
00:38:23Er behandelte sie so hässlich, dass sie wegblieben.
00:38:25Der hat mich angebrüllt.
00:38:26Immer wieder.
00:38:27Ich sollte mir endlich einen Mann suchen, damit er mich los wäre.
00:38:29Und wenn er dann mal einen Verdacht hatte, sich für mich interessiert,
00:38:32dann hat er ihn davon geekelt.
00:38:34Ich glaube, es lag ihm nur daran, mein ganzes Leben kaputt zu machen.
00:38:36Und etwas Ähnliches ist also vor wenigen Tagen passiert, wie?
00:38:39Nein.
00:38:39Doch, gerade jetzt, in letzter Zeit.
00:38:41Nein, bestimmt nicht.
00:38:42Sie haben sich in jemanden verliebt und Ihr Stiefvater,
00:38:44Ihr Stiefvater hat sich zwischen Ihnen und Sie gestellt.
00:38:46Und deswegen haben Sie es getan.
00:38:46Nein!
00:38:51So ähnlich wird der Staatsanwalt Ihnen zusetzen.
00:38:55Also Verena, wir müssen weiter überlegen.
00:38:56Was für einen Grund könnte es geben?
00:38:57Ich weiß nichts mehr.
00:39:00Es kam alles so plötzlich.
00:39:01Ich kann überhaupt nicht mehr denken.
00:39:03Sie müssen.
00:39:04Und vergessen Sie bitte nicht meine Warnung,
00:39:06dass Sie mir nichts verschweigen dürfen.
00:39:07Nein, Herr Lindling.
00:39:08Also.
00:39:09Die Lebensversicherung.
00:39:10Bitte?
00:39:11Die Lebensversicherung.
00:39:13Vier Polisen waren es.
00:39:14Es ging uns nicht gut
00:39:16und da hat er sich von dreien das Geld auszahlen lassen.
00:39:18Nicht alles auf einmal, so nach und nach.
00:39:21Die letzte wollte er auch schon kündigen.
00:39:23Wussten Sie davon?
00:39:25Verena.
00:39:27Verena.
00:39:27Ja.
00:39:29Die letzte Police läuft aber noch.
00:39:31Ist das richtig?
00:39:32Ja.
00:39:33Und kann jetzt nach dem Tode ausbezahlt werden?
00:39:35Und zwar der volle Betrag, ja?
00:39:38Ja.
00:39:39Wie hoch ist denn die Summe?
00:39:40Sehr gering und nur noch eine Police.
00:39:43Wie hoch?
00:39:44Nicht viel.
00:39:45Aber doch wesentlich mehr,
00:39:46als Ihr Mann nach der Kündigung dafür bekommen hätte.
00:39:49Frau Doremus, das lässt sich doch leicht nachprüfen.
00:39:51Ein Anruf bei der Gesellschaft und...
00:39:53Fünf.
00:39:54Fünftausend?
00:39:55Ja.
00:39:59Oh, mancher ist schon für weniger Geld umgewacht worden.
00:40:10Hallo Sam, was machen Sie hier bei Gericht?
00:40:12Geht Sie nichts an.
00:40:14Sehen Sie lieber zu, dass Sie Verena herausbekommen und zwar so schnell wie möglich.
00:40:18Das Mädchen ist unschuldig.
00:40:20Natürlich ist sie unschuldig, ich weiß das, aber was wollen Sie hier?
00:40:22So, Sie wissen das.
00:40:24Ich weiß es nämlich auch.
00:40:25Ich weiß ganz genau, wer bei uns im Park herumläuft und wer nicht.
00:40:29Und hinten im Wald, wer nicht.
00:40:31Verena jedenfalls, die läuft da nicht herum.
00:40:34Verstehen Sie?
00:40:34Ja, ja, schon gut sein.
00:40:36Und darum ist das Mädchen unschuldig.
00:40:37Verstehen Sie mich?
00:40:38Ja, ja, ich verstehe es.
00:40:39Nichts verstehen Sie gar nichts.
00:40:41Genauso wenig wie der Staatsanwalt.
00:40:43Der weiß auch alles besser.
00:40:45Kümmert sich den Teufel drum, wen er ruiniert.
00:40:48Hauptsache ist er aufs Recht und er hat seine Post.
00:40:50Sam, der Herr Staatsanwalt ist sehr beschäftigt.
00:40:52Vielleicht übersieht er ein paar wichtige Tatsachen.
00:40:54Sagen Sie doch ruhig mir, was Sie auf dem Herzen haben.
00:40:56Ich möchte es wirklich gerne wissen.
00:40:57Sie sind auch nicht anders.
00:40:59Genauso ein besser Wisser.
00:41:00Kümmert Sie doch nicht, wenn einer was weiß.
00:41:03Also dann sagen Sie mir es doch, Sam.
00:41:05Sam!
00:41:06Aber bevor Verena etwas passiert,
00:41:08da werden Sie sich noch wundern.
00:41:10Hör mal, wenn du für die Informationen von Sam keine Verwendung hast,
00:41:13könntest du sie mir abtreten.
00:41:14Du willst mich wohl für dumm verkaufen, wie?
00:41:16Du hast mit der Sache absolut nichts zu tun.
00:41:18Ehrenwort, was?
00:41:19Aber hier, hier steht, du übernimmst die Verteidigung.
00:41:21Ich konnte nicht ablehnen.
00:41:22Aber ich kann es ablehnen, mich künftig mit dir zu unterhalten.
00:41:25Aber grüff ich...
00:41:25Schone deine Stimme für den Prozess
00:41:27und lass dich hier nicht mehr sehen.
00:41:28Schade um deine und um meine Zeit.
00:41:30Ich bin hierher gekommen, um mich bei dir zu entschuldigen.
00:41:32Ich spiele unter Freunden gern mit offenen Karten,
00:41:34aber ich kann es nicht leiden, wenn einer daraus Vorteile schlägt.
00:41:37Also nur hör mal zu, Griff.
00:41:38Wir sind beide unfreiwillig in diesem Prozess verwickelt worden.
00:41:41Jetzt wollen wir uns beide so anständig wie möglich aus der Affäre ziehen.
00:41:44Beschworen in Tagen bereits.
00:41:45Aber die Tagen ohne jeden Grund.
00:41:47Verena ist keine Mörderin. Ich bin überzeugt...
00:41:49Deine Überzeugungen interessieren mich nicht.
00:41:51Dafür wirst du bezahlt.
00:41:52Einen Augenblick.
00:41:53Also hör mal zu.
00:41:55Dr. Doremus ist plötzlich gestorben.
00:41:57Das hast du doch hoffentlich mitbekommen.
00:41:58Griff.
00:41:58Er wurde vergiftet.
00:42:00Und das Gift hat er nicht absichtlich genommen.
00:42:02Und wenn Verena es nicht bei ihm vergiftet hat, wer war es dann?
00:42:06Darauf weißt du keine Antwort, wie?
00:42:07Oder doch?
00:42:11Griff.
00:42:13Griff, du sollst einmal darüber nachdenken, ob zwischen dem Tod meines Bruders und dem Fall
00:42:17Doremus nicht irgendeine Beziehung besteht.
00:42:19Inwiefern?
00:42:21Aber da gibt es doch gewisse Parallelen zwischen diesen beiden Todesfällen.
00:42:25Oder nicht?
00:42:26Dr. Bray meinte das.
00:42:27Und auch die Schwestern im Krankenhaus.
00:42:29Lassen diese gewissen Parallelen nicht auf eine gemeinsame Ursache schließen?
00:42:34Und was nun?
00:42:35Eine Verbindung zwischen Verena und dem Tod von Bruce?
00:42:37Verena war Hausmädchen bei Bruce.
00:42:39Sie war ständig in seiner Nähe.
00:42:42Du, sei vorsichtig, dass ich diesen Farben nicht weiterspinne.
00:42:44Vielleicht hatte sie ein Verhältnis mit Bruce, das zu Ende ging.
00:42:46Das ist ja verrückt.
00:42:47Ich habe nicht damit angefangen.
00:42:50Also bitte lass Bruce aus dem Spiel.
00:42:51Ich wäre imstande, deiner Mandantin einen Doppelmord anzuhängen.
00:42:56Das Gericht erhebt sich zur Vereidigung der Geschworenen in dem Verfahren der Stratmehn gegen Verena Doremus wegen Mordes.
00:43:04Und wie werden sich die Geschworenen nun machen?
00:43:0764 stammen zur Auswahl.
00:43:09Die Intelligenteren wurden sofort ausgeschieden und jeder, der zu einer eigenen Meinung fähig gewesen wäre.
00:43:14Schließlich erwartet man ja von den Herrschaften ein Gottesurteil.
00:43:16Dafür ging es ja noch ganz rasch.
00:43:18Nach dem alten juristischen Rezept die zwölf untauglichsten an die Front.
00:43:21Um den Zirkus des Herrn Staatsanwalts zu durchschauen, braucht jeder nur einen winzigen Wuntenverstand.
00:43:26Hast du von der Familie Lucas gehört?
00:43:28Nein, warum?
00:43:29Ja, solltest du mal ruhig öfter meine Zeitung lesen.
00:43:33Das Lachen, David, aber ich war ziemlich beschäftigt.
00:43:35Charles Lucas, Frau und Kind.
00:43:36Kleine Geflügelfarben draußen in der Ziegelei.
00:43:39Kennst du sie?
00:43:41Gestern Morgen sind sie tot aufgewacht.
00:43:43Alle miteinander.
00:43:44Ach, tot? Alle drei?
00:43:45Ja, im Schlaf hat sich's erwischt.
00:43:46Alle drei starben im Bett.
00:43:47Die Nachbarn haben sie gefunden.
00:43:49Ja und?
00:43:49Ja und.
00:43:51Genau das ist die Frage.
00:43:52Die Nachbarn meinen Kohlenoxid, aber das stimmt nicht.
00:43:55Wo kämen sonst die vielen toten Hühner her?
00:43:57Tote Hühner?
00:43:58Und ob.
00:43:59Über zwei Dutzend.
00:44:00Hühner und Küken.
00:44:00Ich hab sie fotografieren lassen.
00:44:02Alle Mause tot im Hof.
00:44:05An die Familie ließen sie unseren Fotografen gar nicht erst dran.
00:44:08Aber ich hab sie gesehen.
00:44:09Fest gekrallt in den Betten, gelb-grün im Gesicht.
00:44:13Kohlenoxid.
00:44:15Bei Kohlenoxid brauchen die Kerle nichts vertuschen.
00:44:17Wer vertuscht was?
00:44:18Na, der Herr Staatsanwalt und sein neuer Amtsarzt, ein Leichenbeschauer.
00:44:21Der tüchtige, gutaussehende junge Dr. Bray.
00:44:24Da solltest du dich mal reinhängen.
00:44:26Und auch meine Leser würde das brennend interessieren.
00:44:29Woran starb die Familie Lucas?
00:44:31Und woran starb Dr. Doremus?
00:44:33Den hab ich nämlich auch gesehen.
00:44:35Und das eine erinnert mich fatal an das andere.
00:44:43Oh, Frau Lindley hat einen neuen Hausarzt.
00:44:46Guten Morgen, Dr. Bray.
00:44:47Ja, sie ist etwas abgespannt und nervös.
00:44:49Und hysterisch.
00:44:50Was macht Ihre Untersuchung im Fall Doremus?
00:44:52Sie haben also Gift gefunden.
00:44:53Mein Bericht an die Staatsanwaltschaft ist vertraulich.
00:44:55Ja, ja, selbstverständlich.
00:44:57Es ist ja wohl der erste derartige Fall für Sie in Ihrer Praxis als Arzt.
00:45:00Ich werde mit einem Rat von Spezialisten einholen.
00:45:02Jederzeit, wenn es nötig sein sollte.
00:45:03Ja, ja.
00:45:04Und wie erklären Sie den tragischen Tod der Familie Lucas?
00:45:07Muss Sie enttäuschen, Herr Lindley.
00:45:08Am tragischen Tod der Familie Lucas ist nicht das geringste Geheimnisvolle.
00:45:11Aber ich gebe keine Informationen an die Presse, bevor ich ganz sicher bin.
00:45:13Sie müssen das verstehen.
00:45:14Ja, ja. Und inzwischen sind Sie ganz sicher?
00:45:15Ja.
00:45:16Auch im Fall Doremus, ja?
00:45:17Es besteht keinerlei Ähnlichkeit zwischen dem Tod der Familie Lucas
00:45:19und irgendeinem anderen Scheibefall der letzten Monate in der Stadt.
00:45:22Gott sei Dank.
00:45:23Die Leute sind bekanntlich sehr sorglos und unvorsichtig in diesen Dingen.
00:45:25Wir hatten sonst jeden Herbst etliche Fälle in unserem Distrikt.
00:45:27Bei der Familie Lucas handelt es sich nämlich um eine schwere Pilzvergiftung.
00:45:32Pilze?
00:45:32Ja.
00:45:33Ach, und tödlich?
00:45:35Ja, es gibt einige wenige Sorten, die absolut tödlich wirken.
00:45:38Dabei kann man dieser Gefahr so leicht ausweichen,
00:45:40indem man Konserven wählt oder sich an Leute wendet, die etwas davon verstehen.
00:45:54Ben?
00:46:06Sam?
00:46:08Sam?
00:46:16Sam?
00:46:17Sam?
00:46:19Sam?
00:46:20Sam?
00:46:21Sam?
00:46:50Was machen Sie in meinem Wagen?
00:46:51Steigen Sie ein, hören Sie zu.
00:47:16Bitte?
00:47:17Ich habe eine Information, die Ihrer Angeklagten helfen könnte.
00:48:14Angeklagten an eines bestimmten Rechtsanwaltes an einem bestimmten Tag vor wenigen Wochen.
00:48:17Der nächste Zeuge, Polizei Sargent Estes, bitte.
00:48:22Sargent Estes als Zeuge.
00:48:25Sargent Estes als Zeuge.
00:48:34Sargent, in der Voruntersuchung haben Sie ausgesagt, Dr. Dorimus habe kurz bevor er starb, noch einmal versucht zu sprechen.
00:48:39Jawohl.
00:48:39Und dabei haben Sie ein Wort verstanden?
00:48:41Ein Wort, ja, mehrfach wiederholt, sonst nichts.
00:48:43Und was war das für ein Wort?
00:48:44Flasche.
00:48:45Ganz deutlich zu verstehen, die Flasche.
00:48:47Alles andere war unverständlich.
00:48:48Und wie oft, Dr. Dorimus?
00:48:50Drei bis vier Mal.
00:48:51Flasche.
00:48:52Ah, danke, Sargent.
00:48:56Sargent, sind Sie ganz sicher, dass Sie das Wort Flasche verstanden haben?
00:48:59Ganz sicher.
00:49:01Waren Sie allein mit Dr. Dorimus?
00:49:03Nein, seine Frau und seine Tochter standen neben mir.
00:49:05Beide haben nichts gehört.
00:49:06Nichts.
00:49:07Kein Wort verstanden.
00:49:08Ja, es tut mir leid.
00:49:09Polizeimeister Aiden, Sie trafen gleichzeitig mit Herrn Dr. Bray im Hause von Dr. Dorimus ein.
00:49:14Sie haben die letzten Anfälle miterlebt.
00:49:17Haben Sie gehört, dass Dr. Dorimus irgendetwas von einer Vergiftung gesagt hat?
00:49:21Hat er irgendjemanden angeklagt?
00:49:23Nein, Herr Verteidiger.
00:49:24Nein.
00:49:26Keine Verdächtigung.
00:49:27Nein, Herr Verteidiger.
00:49:29Dr. Dorimus hatte vorher sehr viel getrunken.
00:49:31Hat er nach der Flasche verlangt?
00:49:33Nein.
00:49:34Nein.
00:49:35Nein, Herr Verteidiger.
00:49:36Sie haben also nichts von einer Flasche gehört?
00:49:38Nein, Herr Verteidiger.
00:49:41Schwester Ruth, Sie waren dabei, als Dr. Dorimus starb.
00:49:44Ja.
00:49:45Hat der Patient noch gesprochen?
00:49:46Hat er irgendetwas gesagt?
00:49:48Haben Sie irgendetwas verstanden?
00:49:49Nein, er hat nichts gesprochen.
00:49:51Gar nichts gesprochen.
00:49:52Manchmal hat er nur laut aufgeschrien, aber dabei habe ich nichts verstanden.
00:49:55Da war wohl auch nichts zu verstehen.
00:49:57Schwester Cornelia, haben Sie etwas gehört?
00:50:01Hat der Patient irgendjemanden verdächtigt?
00:50:04Ein Name, ein Wort?
00:50:06Hat er etwas von Gift gesagt?
00:50:09Oder hat er von einer Flasche gesprochen?
00:50:11Bitte, Sie müssen laut antworten.
00:50:12Nein, nichts.
00:50:14Sie saßen doch dicht neben Herrn Dr. Dorimus, Herr Richland, als Krankenträger am Sanitätsmarkt.
00:50:18Nicht wahr?
00:50:19Trotzdem, nichts von einer Flasche.
00:50:20Nur einmal so etwas Ähnliches wie verdammt.
00:50:22Danke, Herr Richland.
00:50:23Ich habe es genau gehört.
00:50:24Ich habe noch gedacht, das hätte er eigentlich nicht sagen dürfen, verdammt.
00:50:27Danke, keine weiteren Fragen mehr.
00:50:28Also, das hätte er doch nicht sagen dürfen, wo er doch schon totkrank war.
00:50:30Ja, danke, danke, danke.
00:50:32Ich kann mich ja auch täuschen.
00:50:35Nein, mit Alkoholismus allein lassen sich diese Symptome, die ich bei Dr. Dorimus feststellen konnte, nicht erklären.
00:50:40Die Hinweise auf Gift waren definitiv.
00:50:43Delirium, Konvulsion, sporadische Bewusstlosigkeit, Koma, schließlich der Tod.
00:50:48Und was war Ihrer Meinung nach die Ursache?
00:50:50Toxische Erscheinung.
00:50:51Also, die Symptome deuten daraufhin auch meine Analyse anlässlich der Autopsie.
00:50:55Dr. Dorimus starb an einer akuten Phosphorvergiftung.
00:50:58Und Sie sind ganz sicher?
00:50:59Ganz sicher.
00:51:00Mit anderen Worten, Herr Dr. Bray, Sie zogen alle diese Folgerungen, ohne die geringsten Erfahrungen auf dem Gebiet der Gifte
00:51:07und Vergiftungen zu besitzen.
00:51:08Ich habe meine Untersuchungsergebnisse peinlich genau mit den ersten Autoritäten auf diesem Gebiet verglichen.
00:51:12Diese ersten Autoritäten werden Ihnen bestätigen und sogar Schüler wissen es heute bereits, dass gelbe Phosphor eine scheußliche, widerliche Substanz
00:51:20ist mit einem derart abstoßenden Geruch und Geschmack, dass jeder, sogar ein Betrunkener, ihn sofort wieder ausspucken würde.
00:51:25Schon sehr kleine Mengen, zwei bis drei Milligramm können zum Tode führen.
00:51:28Und Geruch und Geschmack von Phosphor lassen sich gleich durch andere Geruch und geschmackskräftige Substanzen verdecken, besonders durch Alkohol.
00:51:34Das haben Sie gelesen, ja?
00:51:37Oder haben Sie das ausprobiert?
00:51:39Nein?
00:51:39Nein? Dann beantrage ich folgendes Experiment hier bei Gericht durchzuführen. Whisky und gelber Phosphor.
00:51:46Einspruch. Dem Einspruch wird stattgegeben. Keine Experimente vor Gericht lassen Sie Gutachten anfertigen.
00:51:52Herr Dr. Oertmann, ich danke Ihnen sehr, dass Sie sich die Zeit genommen haben, hier als Sachverständiger zu erscheinen. Wie
00:51:58lange führen Sie schon Ihre Praxis?
00:52:0036 Jahre.
00:52:0136 Jahre, ja. Ja, bitte nehmen Sie Platz.
00:52:05Sie haben von den Symptomen gehört, die Ihr Kollege Herr Dr. Bray...
00:52:09Ja, ja, ja.
00:52:11Stimmt es, dass diese Symptome auch auf eine schwere Leberatrophie zutreffen könnten, wie Sie sich öfter bei Alkoholikern einstellt?
00:52:18Ich habe weiter keine Unterlagen, keine Befund, keine Analyse der Obduktion.
00:52:24Ja, aber Sie haben von den Symptomen gehört.
00:52:26Ja, natürlich. Es wäre durchaus möglich, ohne den Kollegen Bray irgendwie...
00:52:32Also, auch bei chronischen Leberschäden mit plösslichem starken Alkoholschock durchaus.
00:52:40Sie pflichten also den Ausführungen Ihrer Kollegen bei, Herr Dr. Zachary?
00:52:44Ja, gewiss. Außerdem möchte ich feststellen, im menschlichen Körper wird von Natur aus Phosphor in Form von Phosphaten,
00:52:51denken Sie nur an das Calciumphosphat des Knochengerüstes, und anderen Verbindungen gespeichert.
00:52:56Also, ohne den Nachweis freien Phosphors, nicht oxidierten Phosphors im Magen oder Darm des Verstorbenen,
00:53:03ist eine sichere Diagnose dieser Art meines Erachtens nicht angezeigt.
00:53:07Herr Dr. Bray, Sie haben die Meinung der Sachverständigen gehört.
00:53:10Ja.
00:53:11Sie haben Einwände?
00:53:13Nein.
00:53:14Nein.
00:53:15Herr Dr. Bray, haben Sie im Magen oder im Darm des Verstorbenen, freien, nicht oxidierten Phosphor,
00:53:22oder haben Sie sogar Rest seiner giftigen Substanz, eines Phosphorpräparates, wie Sie behaupten, gefunden?
00:53:28Nein.
00:53:29Nein, in dieser Form habe ich nichts gefunden.
00:53:31Bevor Herr Dr. Bray, der übrigens nach dem Tode von Dr. Doremus offiziell das Amt des Leichenbeschauers übernommen hat,
00:53:38weiter durch die Verteidigung und ihre Zeugen diskreditiert wird, beantrage ich die Einvernahme des Apothekers Keller.
00:53:43Dem Antrag wird stattgegeben, den Zeugen Keller bitte.
00:53:47Ich bin deshalb ganz sicher.
00:53:48Ich notiere mir nämlich jedes Präparat, von dem ich die letzte Packung verkauft habe,
00:53:52augenblicklich in mein Bestellbuch.
00:53:54Ich habe das Bestellbuch mitgebracht.
00:53:56Hier, Sie können nachlesen.
00:53:58Das Datum.
00:54:00Vier Tage vor dem Mordtag, ich meine vor dem Todestag, des Herrn Dr. Doremus,
00:54:05ein stark phosphorhaltiges Präparat verkauft.
00:54:08Und ich erinnere mich genau daran, an Fräulein Doremus.
00:54:11Verena, warum um Himmels Willen haben Sie mir nichts von dem Röhrchen mit dem Rappengift erzählt?
00:54:15Ich hätte es vergessen, Herr Lindley.
00:54:17Vergessen?
00:54:18Völlig vergessen, wirklich, Herr Lindley.
00:54:20Verena, da war genügend Gift drin, um den ganzen Gerichtshof umzubringen, und das haben Sie einfach vergessen.
00:54:24Es tut mir so leid, Herr Lindley, aber es ist so viel passiert, und ich dachte, es wäre nicht wichtig.
00:54:29Nicht wichtig?
00:54:31Warum haben Sie das Gift gekauft?
00:54:33Ich wusste nicht, dass es gefährlich ist.
00:54:34Wir haben so viele Mäuse, die kommen vom Park rein, besonders jetzt im Herbst, im Keller, auch schon in der
00:54:40Küche, und die müssen doch weg.
00:54:41Natürlich, Herr Lydia, ich meine, hat Frau Lindley das angeordnet?
00:54:44Ja, also, nicht direkt.
00:54:47Sie ist sicher auch dafür, dass die Mäuse weg müssen.
00:54:49Hat sie Ihnen den Auftrag gegeben, das Gift zu kaufen, ja oder nein?
00:54:52Nein, Herr Lindley.
00:54:52Nein!
00:54:53Nein, Herr Lindley.
00:54:55So etwas überlässt Sie mir.
00:54:57Lebensmittel einkaufen und sonst Glühbirnen, Sicherung, Werkzeug oder Mottenpulver.
00:55:02Aber ich brauchte nicht erst, um Erlaubnis zu fragen.
00:55:05Ja, aber Rattengift ist doch etwas anderes, Verena.
00:55:08Und warum denn nun gerade dieses hochgefährliche Phosphorpräparat und nicht irgendein anderes Mittel, das zwar auch Mäuse vertilgt, aber sonst
00:55:13harmlos ist?
00:55:15Ich weiß auch nicht.
00:55:16Ich habe die Reklame gesehen, mit toten Mäusen drauf.
00:55:19Da fiel es mir ein.
00:55:20Die hängen neben der Kasse und dann...
00:55:21Ja, und da haben Sie es gekauft.
00:55:22Ja.
00:55:23Und am Tag nach dem Tod von Dr. Doremus findet die Polizei das angebrochene Röhrchen im Abfalleimer.
00:55:27Da hatte ich es reingeworfen.
00:55:28Warum?
00:55:29Um es loszuwerden.
00:55:30Warum?
00:55:31Mein Gott, das Röhrchen war kaputt und das Zeug kam raus.
00:55:34Es hat gequalmt und roch so gemein.
00:55:36So etwas kann man doch nicht rumliegen lassen.
00:55:38Schließlich war ein Kind im Haus.
00:55:39Und für die Mäuse hatte ich ja schon genügend Köder ausgelegt.
00:55:42Na ja, und da habe ich es halt weggeworfen.
00:55:45Nee, Verena, Verena.
00:55:47Also das war ein Schlag, der hat uns unvorbereitet getroffen.
00:55:50Alles, was jetzt nachträglich dazu will.
00:55:54Verena,
00:55:55Gibt es noch irgendetwas, das der Staatsanwalt gegen Sie vorbringen könnte?
00:55:59Nichts, Herr Lindley.
00:56:00Bestimmt nichts.
00:56:05Erne Ries hat angerufen.
00:56:07Ich bin nicht da.
00:56:08Er sagte, deine Verabredung mit Ihnen.
00:56:10Sie wüssten schon, wo.
00:56:12Sagen Sie, ich hätte keine Zeit, wenn er etwas will, der Sonne gefälligste herkommt.
00:56:14Er hat gleich wieder aufgehängt.
00:56:16Was will er denn eigentlich von Ihnen?
00:56:17Das klang so spannend.
00:56:19Och, Ernie macht sich gerne interessant, wie immer.
00:56:22Aber damit hat er bei mir kein Glück.
00:56:27Sie gestatten, Herr Rechamann.
00:56:32Bitte, hier.
00:56:41Also.
00:56:42Was darf ich sein, Herr Rechamann?
00:56:43Der Zwei-Doppel-Dekor ist Ihnen noch recht, oder?
00:56:47Nun?
00:56:48Wo ist Ihr Freund?
00:56:50Was für ein Freund?
00:56:51Der Zeuge, von dem Sie mir gesprochen haben.
00:56:53Der meldet sich schon.
00:56:54Rechtzeitig.
00:56:55Zeit.
00:56:56Vorläufig erledigen wir die Geschichte besser unter uns.
00:56:59Bitte.
00:57:00Also dann, willkommen in der Koloräse-Rensche.
00:57:03Herr Rechamann.
00:57:04Es ist Ihnen doch das erste Mal.
00:57:05Ja, naja, lass uns in Frieden.
00:57:08Mit Schuhe.
00:57:10Also.
00:57:19Sie erinnern sich doch noch an den Nachmittag, an dem Dr. Durimo starb, oder?
00:57:23Natürlich.
00:57:24Ich habe mit Verena jede Minute des Tages überprüft.
00:57:27Verena kann Ihnen nichts erzählen.
00:57:29Die kann davon nichts wissen.
00:57:30Die kam erst eine viertel Stunde später nach Hamburg.
00:57:34Es war zwei Uhr zehn Minuten.
00:57:36Da fuhr ein Wagen durch den Park und hielt vor dem Haus.
00:57:39Der Fahrer hatte wohl damit gerechnet, dass ihn keiner beobachtet.
00:57:42Lydia war ja in der Stadt einkaufen und Verena hatte ihren freien Nachmittag.
00:57:48Und wer hat ihn gesehen?
00:57:49Mein Zeug.
00:57:51Und sein Name tut vor der Weg nichts der Sache, das sagte ich doch schon, oder?
00:57:54Und wer war der Fahrer des Wagens?
00:57:57Ja, das wird Sie noch herausstellen.
00:57:58Zu gegebener Zeit.
00:58:00Also ein namenloser Zeuge hat einen nicht näherbestimtbaren Mann in Linfurt einfahren sehen.
00:58:04Was soll das sein?
00:58:05Moment, jetzt kommt es ja erst.
00:58:07Der Mann stieg aus und ging ins Haus.
00:58:10Hintereingang, durch die Küche, durch die Halle, Trepperauf.
00:58:14Ausgerechnet in das Schlafzimmer von Frau Lindberg.
00:58:16Ach, Ihr Zeuge kann durch Wände sehen, ne?
00:58:18Brotzwut hat jemand im Schlafzimmer von einer Dame rum, wenn diese Dame nicht da ist.
00:58:21Und, Walter?
00:58:22Der Bursche hielt sich für ganz besonders gerissen.
00:58:24Aber er ist eben noch dabei gesehen worden.
00:58:26Und was soll das Ganze für einen Sinn ergeben?
00:58:28Für Dr. Durimus war er sinnvoll.
00:58:30Der ging denselben Weg.
00:58:31Viertelstunde später und am Abend war er tot.
00:58:34Aber Sie glauben doch nicht im Ernst, dass dieser Besucher etwas mit dem Tod von Dr. Durimus zu tun hat?
00:58:38Wenn das Mädchen freigesprochen wird, dann bleibt die Frage offen, wer war es dann?
00:58:43No, nee, kein Mensch hatte einen Grund, Dr. Durimus umzubringen.
00:58:50Ja, dann ist der gute Doktor also grundlos gestorben.
00:58:53Schade um ihn.
00:59:02Guten Morgen, Herr Exambal.
00:59:04Guten Tag.
00:59:05Nico Quattri.
00:59:06Sie war gestern Abend bei mir.
00:59:07Sie haben mein Lokalbesuch.
00:59:08Colorado Range.
00:59:09Ach ja.
00:59:11Was wollte Ernie eigentlich von Ihnen?
00:59:13Er hat mir gesagt, er würde Ihnen eine schöne Schreck in ein Jahr geben.
00:59:17Oh, Ernie macht Sie gerne wichtig.
00:59:18Ja, ja, ich weiß, ich kenne ihn.
00:59:21Er wollte mal etwas erzählen.
00:59:23Oh, da sind Sie gleich gekommen, Herr Exambal.
00:59:25Als Verteidiger muss man jeder Spur nachgehen.
00:59:27Das wird Ihnen mal etwas dabei sein, was dem Angeklagten hilft.
00:59:30Ja, ja.
00:59:30Ja, ich bin jetzt auch hier vorgeladen.
00:59:34Sie?
00:59:34Ja, im Mordprozess als Zeuge.
00:59:37Ich habe zwar nur Schwierigkeiten damit, aber man muss ja.
00:59:40Und der Herr Staatsanwalt meint, meine Aussage, das sei so etwas wie das Tüpfelchen auf das Igel.
00:59:45Herr Quadri, Sie sind Besitzer eines Nachtlokals in unserer Stadt.
00:59:50Hotel und Restauration Colorado Range.
00:59:52Und Sie kennen die Angeklagte?
00:59:54Ja, natürlich, Frau Lendoremus.
00:59:55Woher?
00:59:56Sie war mehrere Male Gast meines Hauses.
00:59:59Hotelgast oder Gast der Restauration?
01:00:01Bitte, darüber verweigere ich die Aussage.
01:00:03Wieso?
01:00:04Ich habe mich erkundigt auf diese Frage, ich muss nicht antworten.
01:00:07So, bitte setz dich doch.
01:00:11Kam die Angeklagte allein oder in Begleitung?
01:00:14In Begleitung, natürlich.
01:00:15Von wem?
01:00:16In Begleitung von Ernie.
01:00:18Von Herrn Ernest Rees.
01:00:20Ja.
01:00:26Arlöder, bitte nimm Platz.
01:00:28Danke.
01:00:29Ja, danke, dass du gekommen bist.
01:00:32Du hast keine Ahnung, was ich mitmache, Raph.
01:00:34Dieses Riesenhaus und alles ohne jede Hilfe.
01:00:37Verena wird es sicher sehr bedauern, dass sie dich so im Stich lassen muss.
01:00:40Ihre eigenen Probleme sind dagegen ja reine Lappalien.
01:00:42Ich weiß wirklich nicht, warum du gleich immer so sarkastisch wirst.
01:00:44Du könntest wenigstens versuchen, mir zu helfen.
01:00:47Also, was gibt es?
01:00:49Neuigkeiten, Lydia, Neuigkeiten.
01:00:51Schade, dass sich dieser Prozess so wenig interessiert.
01:00:53Aber diese Szene kann ich dir leider nicht ersparen.
01:01:03Sie werden mich jetzt hassen, Frau Lindley.
01:01:05Wie?
01:01:05Aber warum denn?
01:01:06Lassen Sie das, Verena.
01:01:08Setzen Sie sich und überlassen Sie das mir.
01:01:10Sie hatten mir also nichts mehr zu erzählen, wie?
01:01:12Es tut mir so leid, Herr Lindley.
01:01:14Ja, das glaube ich Ihnen.
01:01:15Aber Ihre Entschuldigungen nützen Ihnen nichts mehr.
01:01:17Die Verhandlungspause ist kurz und nach der Pause sind Sie dran, mein Kind.
01:01:20Und dann wird der Staatsanwalt Sie in die Zange nehmen und niemand kann Ihnen mehr helfen.
01:01:22Auch ich nicht.
01:01:23Wenn Sie mir nicht wenigstens jetzt die Wahrheit sagen.
01:01:25Ich will Ihnen ja alles erzählen, Herr Lindley.
01:01:26So, endlich.
01:01:29Also?
01:01:30Wirklich?
01:01:31Ich habe es Ihnen nur deshalb nicht früher erzählt, weil ich habe mich so geschämt.
01:01:38Ich dachte, es kommt nicht heraus.
01:01:40Dachten Sie?
01:01:41Sie haben ein Verhältnis mit Ernie Rees und Sie denken, es kommt nicht heraus in unserer Stadt?
01:01:44Seit Monaten gehen Sie doch mit diesem Kerl in dieses miese Absteigehotel.
01:01:48Es hat uns doch nie jemand dort gesehen.
01:01:50Wie fing das Ganze an?
01:01:52Los.
01:01:53Ich kann das nicht.
01:01:56Ich kann das doch nicht erzählen, Frau Frau Lindley.
01:01:58Na, bitte genieren Sie sich nicht.
01:02:00Ich habe Ernie nie für einen Mönch gehalten und guter Geschmack war in diesen Dingen nie seine Stärke.
01:02:04Lydia.
01:02:08Wenn das Kind Hemmungen hat, werde ich das Verhör nicht länger stören.
01:02:10Außerdem habe ich noch eine Verabredung.
01:02:12Mit Ernie.
01:02:15Aber ich danke dir, Webb. Dein Einfall war ganz reizend.
01:02:21Ich schäme mich ja so, dass das passieren konnte.
01:02:24Weiter.
01:02:25Wie fing es an?
01:02:29Verena, es ist hier genauso bitter und erniedrigend wie nachher im Gerichtssaal.
01:02:33Der Staatsanwalt wird alles Punkt für Punkt aus Ihnen herausquetschen, also.
01:02:39Ernie kam manchmal nach Lindwood, wenn Frau Lindley weg war.
01:02:43Absichtlich?
01:02:44Nein, vielleicht, ich weiß nicht, später schon.
01:02:49Er nahm sich mir gegenüber einiges heraus.
01:02:52Ich schlug ihm auf die Hand.
01:02:54Dann hat er mich so in die Ecke gedrückt und dann hat er mich geküsst.
01:02:59Weiter, weiter.
01:03:00Ich wollte nicht.
01:03:02Irgendwann habe ich den Kopf verloren.
01:03:04Ich wollte überhaupt nicht.
01:03:05Ich konnte nicht mehr denken.
01:03:08Irgendwann bin ich dann eben mitgegangen.
01:03:12Wie lange hat das Ganze gedauert?
01:03:14Ein paar Monate.
01:03:16Ein Vierteljahr.
01:03:18Und dann kam also Ihr Vater dahinter?
01:03:20Ja.
01:03:20Wir wollten gerade weggehen, da stand er im Flur.
01:03:23Es war wohl jemand krank geworden nebenan.
01:03:26Und da stand er nun und hat uns angestarrt.
01:03:28Und Ernie ist davon gerannt.
01:03:30Es war furchtbar.
01:03:34Hat er Sie geprügelt?
01:03:36Zu Hause.
01:03:37Er nahm mich mit im Wagen.
01:03:39Er hat die ganze Nacht getrunken.
01:03:41Er war halb verrückt.
01:03:42Er sagte, er würde Irnie zwingen, mich zu heiraten.
01:03:45Aber ich hätte Ernie nie geheiratet.
01:03:47Nie.
01:03:48Er wollte ihn anzeigen und ins Gefängnis stecken lassen.
01:03:52Und die ganze Stadt sollte erfahren, dass ich...
01:03:56Das hat er also gesagt?
01:03:58Ja.
01:04:00Wann war das?
01:04:05Verena, wie lange lebte er da noch?
01:04:10Vier Tage.
01:04:11Es war nicht das Geld.
01:04:13Es war nicht diese letzte Police der Lebensversicherung.
01:04:16Es war die panische und peinigende Angst vor einer öffentlichen Demütigung, meine Damen und Herren Geschworenen.
01:04:21Und die Indizien?
01:04:24Ein Röhrchen mit phosphorhaltigem Gift und eine Flasche mit Whisky, deren Inhalt allerdings nicht mehr untersucht werden konnte, weil die
01:04:31Mutter der Angeklagten dieses Beweismittel vorher vernichtet hat, in der wohlüberlegten und festen Überzeugung, dass diese Flasche ein tödliches Gift
01:04:38enthielt.
01:04:38Eine lückenlose Kette von Beweisen, die Schuld der Angeklagten, ist eindeutig erwiesen.
01:04:44Ein wohlüberlegter, vorsätzlicher und heimtückischer Mord an ihrem Stiefvater, dem Doktor Edward Orimus.
01:04:51Man präsentierte Ihnen, meine Damen und Herren, auf der geschworenen Bank nichts als Annahmen, Zufälle und das Ergebnis misslicher Umstände.
01:04:58Von Beweisen im Sinne der Anklage kann also nicht die Rede sein.
01:05:02Verlassen Sie sich daher nicht zu sehr auf dieses verwirrende Gestrüpp unbewiesener Tatsachen, Behauptungen, Widersprüche und Spekulationen.
01:05:10Verlassen Sie sich in erster Linie auf Ihr Gefühl.
01:05:13Sehen Sie sich dieses Mädchen an.
01:05:15Und denken Sie darüber nach, wie viel letzten Endes dazu gehört, vorsätzlich einen Mord zu begehen.
01:05:28Ich halte Verena Orimus für absolut unschuldig und auch für absolut unfähig, jemals einen Menschen zu töten.
01:05:35Das Gericht erhebt sich, um den Urteilsspruch der Geschworenen zu hören.
01:05:55Das Gericht erhebt sich, um den Urteilsspruch der Geschworenen zu hören.
01:06:19Pechkern, tut mir leid, um dich um das Mädchen.
01:06:21Aber du brauchst dir keine Vorwürfe zu machen, wie man eine Dessensverteidigung aufbauen könnte.
01:06:26Ich meine, auf so anständige, ehrliche Art, auf den Vater, wie mein Junge, jeder sagt das.
01:06:30Und trotzdem wurde das falsch.
01:06:32Ach, du glaubst immer noch...
01:06:33Ja, das Mädchen ist unschuldig.
01:06:35Du wirst eine Vision einlegen.
01:06:37Ich kann dem Gericht keine Verfahrensfänge nachweisen.
01:06:39Der Prozess war sauber geführt, soweit es um die Paragraphen geht.
01:06:42Dass ein Unschuldiger verurteilt wurde, dass ein Justizirrtum vorliegt, das interessiert die Kassionshof nicht.
01:06:47Dort interessieren Gesetz und Prozessführung aber nicht die Tatsache.
01:06:50Wenn Verena unschuldig ist, dann läuft also deiner Meinung nach der Mörder noch frei herum.
01:06:55Ich frage mich, was wird der Kerl tun?
01:06:57Wird er sein Leben so weiterführen?
01:06:59Wie wird diesem Burschen zumute sein, wenn Verena an seiner Stelle auf den elektrischen Stuhl muss?
01:07:07Edelmut macht sich in so einem Fall schlecht bezahlt.
01:07:11Dummer Zufall, ja.
01:07:13Aber noch lange kein Grund, Gerechtigkeit zu spielen.
01:07:17Katastrophen überall.
01:07:20Grubenunglück, Flugzeugabsturz, Mord und Totschlag.
01:07:22Überall blinder Zufall.
01:07:23Irgendeiner ist immer schuldig.
01:07:27Irgendeiner ist immer das Opfer.
01:07:29Wo liegt da der Unterschied?
01:07:33Dr. Doremus ist so ein Opfer.
01:07:37Jetzt liegt er hier, irgendwo.
01:07:39Ein Unglücksfall.
01:07:42Außerdem hätte er sich früher oder später selbst zu Tode getrunken.
01:07:47Und Bruce liegt hier.
01:07:50Das war keine Unglücksfall.
01:07:53Niemand büßt für das Verbrechen an Bruce.
01:07:56Lydia sollte hier liegen.
01:08:00Und wie Irina werden sie irgendwann hier begraben, nachdem ihr ein Tod von 2000 Volt gesetzlich verabreicht wurde.
01:08:06Eine Tragödie, sicher.
01:08:09Aber wenn ich mich stelle, um sie aus ihrer Todeszelle herauszubekommen, was dann?
01:08:15Vielleicht läuft sie in einen Lastwagen.
01:08:18Oder sie steigt in einen Zug, der irgendwann in einem Gewirr von Stahl und Leichen endet.
01:08:24Oder sie atmet einen winzigen Marzellus ein und trotz der allermuternsten Wundermittel begräbt man sie genauso tief wie nach diesem
01:08:30Justizertum.
01:08:32Ich bin schuld an einem Unfall, einem tödlichen Unfall, sicher.
01:08:37Aber weiter nichts.
01:08:38Wo ist Verena? Du hast versprochen, du bringst Verena aus dem Gefängnis raus.
01:08:42Und?
01:08:43Ja, Julie, der Prozess ist zwar zu Ende, aber die Gesporenen haben beschlossen, sie lassen Verena vorläufig noch nicht frei.
01:08:48Du hast es versprochen, du bringst sie her.
01:08:50Nein, Julie, das habe ich nicht.
01:08:52Denn wenn ich etwas verspreche, dann halte ich es auf.
01:08:54Du hast es versprochen.
01:08:56Julie, ich habe dir versprochen, dass ich alles tun werde, um Verena frei zu bekommen.
01:09:00Sieh, du hast es versprochen. Du bist ein Lügner.
01:09:02Julie, Julie.
01:09:04Weibliche Logik. Ich furchte, das hat sie von Lydia.
01:09:06Entschuldigung.
01:09:07Julie.
01:09:08Ich habe nichts erreicht, auch nichts für Julie.
01:09:11Keine goldene Zukunft.
01:09:14Lydia wird weiter verschwinden, was Julie zusteht.
01:09:17Alles ist schief gelaufen und Julie ist die Tochter eines Mörders.
01:09:21Es wäre besser, wenn ich der Einzige bliebe, der das weiß.
01:09:25Habe ich wirklich alles getan, um Verena frei zu bekommen oder habe ich absichtlich versagt?
01:09:29Vielleicht wollte ich den Fall verlieren.
01:09:31Dieses Fehlurteil ist die beste Flucht. Ich bin in Sicherheit.
01:09:34Und ich werde noch sicherer sein, wenn Verena tot ist.
01:09:39Schauen Sie an, Herr Linde.
01:09:40Was ist los?
01:09:41Schauen Sie an, ich habe mit Ihnen zu reden.
01:09:43Und wenn, stört Sie das?
01:09:45Ja, das stört mich, Ernie. Und Ihr Tod passt mir nicht.
01:09:47Mir passt auch verschiedenes nicht.
01:09:48Zum Beispiel, dass Sie sich ein gutes Leben machen wollen, weil andere Leute in der Todeszelle sitzen.
01:09:51Wie lange wollen Sie mir eigentlich mit Ihrer Andeutung noch auf die Nerven gehen?
01:09:54So lange, bis Sie endlich kapiert haben.
01:09:56Sauberer Arbeit war das, wie Sie das gedreht haben.
01:09:58Ziemlich gerissen, aber nicht gerissen genug.
01:10:00Was wollen Sie eigentlich?
01:10:01Es wird sich jetzt alles so arrangieren, wie wir uns das vorstellen.
01:10:04Auf die Testamentsanfechtung zum Beispiel.
01:10:05Es könnte sonst sein, dass sich irgendjemand ganz genau erinnert, warum Dr. Durimus wirklich starb.
01:10:09Ach, Sie wollen mich erpressen, Ernie, ja?
01:10:12Erpressen?
01:10:12Es gibt da so Worte, die verstehe ich ganz einfach nicht.
01:10:15Vielleicht verstehen Sie mich so.
01:10:23Kann ich dir irgendwie behilflich sein?
01:10:25Tagweb?
01:10:26Lydia.
01:10:27Ja, danke, vielleicht. Ich suche Sam.
01:10:28Sam, ja, ist er denn nicht hier?
01:10:31Dann ist er sicher im Wald und sucht Pilze.
01:10:34Was willst du denn von ihm?
01:10:36Eine Information.
01:10:37Von Sam?
01:10:38Ja, anscheinend weiß er was.
01:10:39Was wichtig ist?
01:10:40Kann sein.
01:10:42Ich schicke ihn bei dir vorbei, wenn ich ihn sehe, ja?
01:10:45Ich glaube nicht, dass er kommen wird.
01:11:04Ich hab's nicht gern, wenn man mich beim Essen stört.
01:11:06Es tut mir leid, aber ich hab dich im Büro nicht gefunden und draußen stand ein Wagen.
01:11:10Äh, zwei doppelte Whisky.
01:11:11Nein, für mich nicht.
01:11:12Hab noch zu tun.
01:11:13Aber ich denke, für dich ist der Prozess vorbei.
01:11:15Ja, ich hab neue Arbeit.
01:11:17Äh, Zahlen bitte.
01:11:18Ein Augenblick, Griff.
01:11:20Ich fürchte, der Fall Doremus ist noch nicht ganz erledigt.
01:11:24Ist doch komisch, nicht wahr?
01:11:26Normalerweise wirft man so etwas als erstes weg.
01:11:29Irgendwohin.
01:11:30Ich nicht.
01:11:30Ich hab sie eingesteckt und vergessen.
01:11:32Vorhin hab ich sie wiedergefunden, ganz zufällig in meiner Rocktasche.
01:11:35Was ist denn das?
01:11:36Kapsel.
01:11:38Leere Medizinkapsel.
01:11:40Du solltest sie Dr. Bray geben.
01:11:42Vielleicht findet er Spuren, die er analysieren kann.
01:11:44Spuren?
01:11:45Von was?
01:11:46Von dem Gift, mit dem ich Dr. Doremus umgebracht habe.
01:11:49Wie bitte?
01:11:50Deshalb bin ich so sicher, dass Virena unschuldig ist.
01:11:53Ich hab Dr. Doremus getötet.
01:11:55So jemand hab ich seit Jahren ernst genommen.
01:11:58Ach, verflucht nochmal, glaubst du, ich nehme aus purer Ritterlichkeit einen Mord auf mich.
01:12:02Ich wollte Lydia umbringen.
01:12:04Dr. Doremus hat es aus Versehen erwischt.
01:12:08Du, den Mord wirst du mir aber beweisen müssen, bis in jedes Detail.
01:12:12Hoffentlich kannst du's.
01:12:15Also, was ist das für ein Gift?
01:12:17Keine Ahnung, irgendein Grauspulver, ich weiß nicht.
01:12:21Lydia hat es benutzt, um Brust damit zu töten.
01:12:23Moment, Moment.
01:12:24Einen Mord nach dem anderen, bitte, ja?
01:12:27Bitte?
01:12:28Die Patientenkartei, ich brauche das Blatt vom Brust Limley.
01:12:31Bitte?
01:12:32Sehen Sie selber noch.
01:12:34Viel werden Sie aber nicht finden.
01:12:36So.
01:12:37Wieso nicht, hm?
01:12:39Er war nicht sehr gewissenhaft.
01:12:40Und wenn jemand tot war, dann warf er das Blatt immer gleich weg.
01:12:43Mhm.
01:12:45Na, entscheidend nicht.
01:12:46Hier.
01:12:49Malaria, hematohepathogene Gelbsucht als Todesursache.
01:12:51Was heißt das?
01:12:52Na, jedenfalls nicht Vergiftung oder Mord.
01:12:54Sie haben doch nichts dagegen, bin ich von hier aus mal an Dr. Brethil von hier, will ich?
01:12:57Ja, bitte schon.
01:13:03Sie arbeiten wohl immer zusammen, wie?
01:13:05Ja, manchmal, Frau Doremus, manchmal.
01:13:07Wenn ein Fall ist, erfordert.
01:13:08So.
01:13:21Wahrscheinlich zu Hause.
01:13:26Wie viel?
01:13:27Bitte?
01:13:27Wie viel bekommen Sie?
01:13:29Sie haben meine Tochter vor Gericht verteidigt und dafür bekommen Sie Geld.
01:13:32Wie viel?
01:13:33Frau Doremus, das ist jetzt nicht so wichtig.
01:13:34Mir ist es aber wichtig.
01:13:36Lasse mir nichts schenken.
01:13:38Ich werde dafür bezahlen.
01:13:39Ist denn die Lebensversicherung schon ausbezahlt worden?
01:13:41Nein, noch nicht.
01:13:43Aber ich habe trotzdem Geld.
01:13:45Wie viel?
01:13:46Darf ich mal sehen?
01:13:48Kommen Sie denn die Scheine her.
01:13:50Die sind alle eingerollt.
01:13:54Whisky.
01:13:55Hier.
01:13:56Das ist mein Geld.
01:13:57Kommen Sie das Geld her.
01:13:58Und es ist mein Geld.
01:13:59Mein Mann hat es gespart.
01:14:01In einer Flasche.
01:14:03Die Flasche, sein letztes Wort.
01:14:05Wie viel Geld war in dieser Flasche?
01:14:06Es ist mein Geld.
01:14:07Lauter große Scheine.
01:14:09Kein Patient bezahlt doch bar mit 50 oder 100 Dollar noten.
01:14:11Wie viel Geld war es?
01:14:12Ich habe die Praxis ausgeräumt und da habe ich die Flasche gefunden.
01:14:15Jetzt ist es mein Geld.
01:14:16Das geht Sie gar nichts an.
01:14:17Wie viel Geld haben Sie denn gefunden?
01:14:19Herr Gott, niemand will Ihnen etwas wegnehmen.
01:14:20Aber Ihr Mann ist schließlich ermordet worden.
01:14:22Und wir müssen wissen, wie viel Geld da drin war.
01:14:24Etwas über 8000.
01:14:26Was? 8000 Dollar?
01:14:27Und er war so in Not, dass er sich eine Lebensversicherung ausbezahlen ließ.
01:14:30Das war vor zwei Jahren.
01:14:31Das hat auch nicht sehr lange gereicht.
01:14:32Ach, vor zwei Jahren.
01:14:34Und inzwischen hat er schon wieder 8000 Dollar gespart.
01:14:36In einer Flasche.
01:14:37Er hat nichts Verbotenes getan.
01:14:38Er hat das Geld doch nicht gestohlen.
01:14:40Er hat zweifellos jemanden erpresst.
01:14:41Möglich.
01:14:42Wahrscheinlich Lydia.
01:14:43Er hat gewusst, dass sie Bruce vergiftet hat.
01:14:45Möglich, ja.
01:14:46Das Karteiblatt so ungewöhnlich gewissenhaft ausgestellt.
01:14:48Er hat ja auch den Totenschein ausgestellt.
01:14:49Ja, aber der Fall ist ja abgeschlossen.
01:14:51Ja, aber Griff, du hast doch selber den Verdacht,
01:14:53dass da gewisse Parallelen zwischen ihm einen Todes fällen.
01:14:55Selbst Dr. Bray meint es.
01:14:56Ja, sicher, sicher.
01:14:57Aber es gibt keine Möglichkeit, mehr dem Mord an Bruce nachzuweisen.
01:15:00Du weißt ja auch genau warum.
01:15:01Also lassen wir das.
01:15:08Es gibt einen Zeugen vermutlich.
01:15:09Was, bei deinem Giftbau?
01:15:10Ja, irgendjemand hat mich beobachtet.
01:15:12Wenn er dann gewusst hat, was du vorhast,
01:15:13und hat nicht eingedürfen,
01:15:14dann macht er sich der Beihilfe schuld.
01:15:15Die Beihilfe zum Mord.
01:15:16Wer war's denn?
01:15:17Ernie Ries kennt ihn.
01:15:18Was, Ernie?
01:15:19Ich glaube, er meint Sam.
01:15:20Der schnüffelt überall herum.
01:15:50Zu spät.
01:15:55Ich glaube kaum, dass das ein Zufall ist.
01:15:57Er wusste etwas.
01:16:00Hat dich beobachtet?
01:16:01Vielleicht, aber deshalb hat man ihn nicht zum Schweigen gebracht.
01:16:04Er wusste, dass Verena unschuldig ist,
01:16:06und das hat er mir gesagt.
01:16:07Und zu dir ist er ja auch mit Informationen gekommen.
01:16:09Wir haben ihn beide weglaufen lassen.
01:16:13Pizza.
01:16:15Pizza.
01:16:22Das war eine letzte Mahlzeit.
01:16:27Moment.
01:16:29Webtes war kein Mord.
01:16:31Das war ein sehr natürlicher Tod.
01:16:35Hier.
01:16:37Es sind noch Reste und Abfälle.
01:16:39Ich verstehe nicht viel von Pilzen.
01:16:41Ja, ich auch nicht.
01:16:43Aber das hier ist so ungefähr das Giftigste,
01:16:44was auf dieser Erde wächst.
01:16:46Von diesen Pilzen ist die Familie Lukas gestorben.
01:16:48Du weißt doch.
01:16:49Lünerfahren bei der Ziegelei.
01:16:52Aber Sam war ein Experte für Pilze
01:16:53und für alles, was im Wald wächst.
01:16:55Darauf war er sehr stolz.
01:16:55Warum sollte der Selbstmord begehen?
01:16:58Vielleicht hat er sich gehört.
01:16:59Jeder Mensch kann sich mal jaun.
01:17:00Nein.
01:17:02Warum sollte er denn dann nur Giftig nehmen?
01:17:04Ist doch alles dieselbe Sorte.
01:17:06Riff, das Ganze ist ein Täuschungsmanöver.
01:17:10Der Mörder hat ihm rührenderweise
01:17:12ein Pilzgericht gekocht, als er schon tot war.
01:17:15Sam hat keine Pilze im Magen.
01:17:16Ich selber habe die Familie Lukas gefunden.
01:17:20War genau die gleiche verkrampfte Körperhaltung,
01:17:22diese gelblich-grüne Hautfarbe.
01:17:24Ja, auch Brustab so.
01:17:26Und Dr. Doremus und jetzt Sam.
01:17:28Alle durch das gleiche Gift.
01:17:30Und alle durch den gleichen Mörder.
01:17:34Griff, ich habe Dr. Doremus gar nicht vergiftet.
01:17:41Ach, Herr Dr. Bray, Sie sind hier.
01:17:43Frau Linde krank?
01:17:44Sagen wir mal, ein wenig erschöpft.
01:17:45Leicht nervös.
01:17:46Wir treffen uns öfter hier.
01:17:47Was, Herr Dr. Bray?
01:17:48Was macht Frau Linde jetzt?
01:17:50Sie hat sich etwas hingelegt.
01:17:51Sie braucht Ruhe.
01:17:51Ich würde Sie bitten, von einem Besuch vorlaufen, hier abzusehen.
01:17:53Bitte, wie Sie wollen.
01:17:54Wir haben Zeit.
01:17:55Wir haben auch Arbeit für Sie.
01:17:56Bitte kommen Sie gleich mit, Dr. Bray.
01:18:11Wie heißt das Gift in diesem Pilz?
01:18:18Phaloidin, eine Eiweißverbindung.
01:18:21Stärkste Pflanzengifte.
01:18:21Übrigens auch mit gewissen Schlangengiften verwandt.
01:18:23Aber in dem Fall gibt es kein Gegenserum, leider.
01:18:25Wie stellt man denn dieses Gift künstlich her?
01:18:27Phaloidin?
01:18:28Ja, aus Pilzen.
01:18:30Vermutlich ein sehr komplizierter pharmakologischer Prozess.
01:18:32Aber man kann doch Pilze einfach pulverisieren.
01:18:34Na, unmöglich.
01:18:35Pilze bestehen zu 90 Prozent aus Wasser.
01:18:37Gut, aber man kann sie trocknen oder entsaften und dann die feste Substanz malen.
01:18:39Natürlich, ja.
01:18:40Aber das ergibt keinen Pulver im üblichen Sinn.
01:18:42Vielmehr eine Art Mehl.
01:18:43Pilzmehl.
01:18:46Das ist sicher seine Wirkung nicht verfehlt.
01:18:54Welche Überraschungen liebe ich gar nicht.
01:18:56Es tut mir leid, Lydia, aber es war niemand da, um mich anzumelden.
01:18:59Mein Personal ist im Zuchthaus, wie du weißt.
01:19:01In der Todeszelle, richtig.
01:19:02Und Julie ist auch nicht da.
01:19:03Ich komme nicht zu Julie, ich komme zu dir.
01:19:05Oh nein, wirklich.
01:19:07Welche Ehre.
01:19:08Bitte nehmen Platz.
01:19:09Danke.
01:19:13Nun?
01:19:15Ja.
01:19:16Dumme Geschichte.
01:19:18Ernie versucht, mich zu erpressen.
01:19:20Ja, er behauptet, du hättest mich hier beobachtet, dass ich das Gift...
01:19:25Dr.
01:19:25Dorimus, du weißt.
01:19:26Warum?
01:19:27Du bist doch ein Idiot.
01:19:28Das war aber sehr unvorsichtig, von dir hin einzuweihen.
01:19:31Wenn wir solch einen Fall erledigen, wird er besser unter uns.
01:19:35Ach, du gibst also alles...
01:19:38Du gibst also alles ganz offen zu?
01:19:40Ja, warum nicht?
01:19:41Du hast mich ja gesehen.
01:19:44Ich konnte mir herausrechnen, dass du hier gewesen sein musst, dass ich kam.
01:19:46Ja, deine Aussage beim Prozess.
01:19:49Einkaufen, Friseur, ohne Mittagessen nach Hause.
01:19:51Und der Garagenmeister, der deinen Wagen versorgen sollte, der dich damals nach Hause gefahren
01:19:55hat, der sagte, es war kurz vor zwei.
01:19:58Ich hoffte, er hätte sich getäuscht, aber anscheinend nicht.
01:20:02Ja, und kurz nach zwei kam ich.
01:20:04Zehn nach zwei.
01:20:06Ach ja.
01:20:08Ich war also nicht alleine in meinem Haus.
01:20:10So ist es, mein Lieber.
01:20:12Seitdem du das Gift in den Zucker gemischt hast, habe ich dich in der Hand.
01:20:14Ist dir das klar?
01:20:17Du wirst mir von jetzt an alle meine Wünsche erfüllen, auch wenn sie dir noch so unangenehm
01:20:21erscheinen sollten.
01:20:23Denn sonst würde ich mich leider gezwungen sehen, dem Staatsanwalt, den wirklichen Mörder
01:20:26von Dr. Doremus zu präsentieren.
01:20:30Wo hast du dich eigentlich damals versteckt, als ich kam?
01:20:33Im Ankleidezimmer, aber die Tür stand ein bisschen offen.
01:20:37Und du warst so sicher.
01:20:39Ja, ich war zu sicher.
01:20:41Pech.
01:20:42Ja.
01:20:43Und du hast sofort gewusst, dass es Gift war.
01:20:45Natürlich.
01:20:47Es gibt eben keinen perfekten Mord, Lydia.
01:20:50Er sollte dich treffen.
01:20:52Das weiß ich, mein Lieber.
01:20:55Aber jetzt sitzt du in der Falle.
01:20:57Wir beide, Lydia.
01:20:59Wir sitzen beide in der Falle.
01:21:00Alle beide, du und ich.
01:21:01Wir sind Komplizen.
01:21:03Ich habe dir das Gift geliefert, richtig.
01:21:05Benutzt aber hast du es.
01:21:07Du hast Dr. Doremus herbestellt und du hast Dr. Doremus umgebracht.
01:21:10Die Gelegenheit erschien dir einfach zu günstig.
01:21:12Er wusste zu viel über deinen Mord an Bruce.
01:21:15Er hat dich auch mit Erfolg erpresst.
01:21:16Was ist mit Bruce?
01:21:17Lass mich ausreden.
01:21:18Auch Sam wusste zu viel.
01:21:19Er hat dich im Wald beobachtet, beim Pilze sammeln.
01:21:21Das Rezept für das Pulver muss ich mir noch verraten.
01:21:23Frauen sind bewundernswert erfinderisch, wenn sie ihre Männer loswerden wollen.
01:21:26Ach, du bist ja verrückt.
01:21:27Und jetzt sitzen wir beide in der Patsche.
01:21:28Ich mit einem Mordversuch an dir und du mit drei gelungenen Morden.
01:21:31Du hattest eben mehr Glück als ich.
01:21:33Griff, oder was meinst du?
01:21:57Beb, Beb, was ist denn passiert?
01:22:01Lydia hat Gift geschluckt.
01:22:02Ihren ganzen Vorrat.
01:22:04Gerade als Griff sie verhaftet hat.
01:22:06Wir Männer schalten eben manchmal zu langsam.
01:22:08Muss sie sterben?
01:22:10Nicht an dem Gift.
01:22:11Dr. Bray würde den Magen auspumpen.
01:22:13Aber an einem dreifachen Mord.
01:22:14Nicht an dem Gift.
01:22:25Jeder ist noch mal.
01:22:27Ich bin zwar nicht an dem Gift.
01:22:28Also, ich bin nur mit einer Gain auspumpen.
01:22:28Ist das ein einбьюst denn?
01:22:43Ich bin nur mit einem Darm.
01:22:47Bis zum nächsten Mal.
01:23:22Bis zum nächsten Mal.
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