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Transkript
00:03Israels Kriege seit 1948
00:05Dritter Teil
00:07Der Libanonkrieg
00:10Mit dem Libanonkrieg von 1982 veränderte sich die Kriegsform grundlegend.
00:16Israel kämpfte nun nicht gegen einen klar umrissenen Staat in klassischer Frontstellung,
00:21sondern in einen zersplitterten Raum gegen ein Gemisch aus PLO, syrischen Kräften, libanesischen Milizen
00:28und später in einem Umfeld, aus dem die Hisbollah, aufstieg.
00:33Die Front war urbaner, unübersichtlicher und politisch hochgradig vermint.
00:38Klassische militärische Überlegenheit führte dort nicht automatisch zu einem stabilen politischen Ergebnis.
00:45Genau darin zeigte sich ein neues Problem.
00:48Israels Kriege wurden nicht zwangsläufig größer, aber oft komplizierter.
00:53Der Libanonkrieg ist deshalb kein Wunderkrieg,
00:56sondern eher ein Lehrstück über die Grenzen militärischer Stärke in asymmetrischen Konflikten.
01:03Erste und zweite Intifada
01:05Mit der ersten und der zweiten Intifada verlagerte sich der Krieg noch stärker aus dem klassischen Frontverlauf in den Alltag.
01:14Die Front lief nun nicht mehr über Sinai oder Golan, sondern durch Straßen, Busse, Märkte, Checkpoints und Häuserblocks in der
01:23Westbank und in Gaza.
01:26Israel hatte es nun weniger mit Panzerarmeen zu tun, als mit Aufständen, Sellen, Anschlägen und dauernder psychologischer Zermürbung.
01:36Militärische Stärke blieb zwar vorhanden, musste aber in andere Formen eingesetzt werden.
01:41Durch Geheimdienstarbeit, Prävention, Zugriff auf Täterzellen und Kontrolle von Räumen.
01:48Diese Phase war weniger heroisch im klassischen Sinn, aber nicht weniger intensiv.
01:53Sie machte sichtbar, dass Israels Konflikt längst auch ein Krieg um den Alltag, die Bewegungsfreiheit und die seelische Belastbarkeit der
02:02Zivilbevölkerung geworden war.
02:06Der Zweite Libanonkrieg
02:08Der Zweite Libanonkrieg von 2006 markierte den nächsten Wandel.
02:13Er zeigte, dass ein nicht staatlicher Akteur wie die Hezbollah die israelische Heimatfront über Wochen mit Raketen unter Druck setzen
02:22konnte.
02:22Nicht nur Soldaten an der Grenze, sondern auch zivile Städte und Alltagsräume standen nun im direkten Feuer.
02:30In den Jahren danach wurde die Hezbollah zu einem der schwerstbewaffneten nicht staatlichen Akteure der Welt.
02:37Damit verschob sich Israels Bedrohungsszenario erneut.
02:41Weg vom ausschliesslichen Blick auf reguläre Armeen hin zu Raketenarsenalen, Stellvertreterkräften, Drohnen und unterirdischer Infrastruktur.
02:52Hören Sie nächste Woche den vierten Teil, der Mehrfrontenkrieg, Wer stand hinter Israel und der letzte Krieg, der Krieg gegen
03:01den Antisemitismus.
03:02Wir sehen uns beim nächsten Mal.
03:07Vielen Dank.
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