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  • 15 hours ago
NaturgäRten In Bayern
Transcript
00:00The Alpha.
00:10We want to make sure it's better to go through a full-scale,
00:15living landscape as through a dead landscape.
00:18So wildbienen, eidechsen and co.
00:21also in Dörfern and Städten
00:23find more living space,
00:24engagieren sich Naturgärtner in ganz Bayern.
00:28Wildpflanzen im Topf sind eine Sucht.
00:35Selber entdecken ist viel mehr wert, als wenn wir das immer erzielen.
00:39Einige dieser Gärtner haben wir auf ihrem Weg zu mehr Natur begleitet.
00:43Wir wollen einen Teich anlegen.
00:45Es ist noch ein Weg dahin, aber ich stell's mir schon vor.
00:58Also, voll cool, dass ihr alle da seid.
01:00Wir haben sauviel vor heute.
01:02Hier sollen drei Hochbeete hin, das ist ja unser Ausgang vom Naturgarten.
01:07Die Umrandung der Hochbeete soll aus Totholz sein.
01:10Einmal aus Stammholz, einmal aus Astholz, einmal aus Reisig.
01:13Wir haben so kleine Weidenpfosten mitgebracht.
01:16Drei mal 1,50 Rechtecke abstecken, mit jeweils einem Meter Platz dazwischen,
01:22Minimum, dass man im Schubkahn durchkommt.
01:23Drei Hochbeete in Reihe.
01:25Der Naturschaugarten des Vereins Die Summa liegt in der Wilhelminen-Aue in Bayreuth.
01:31Auf 10.000 qm entstehen hier seit 2019 Blumenwiesen, Teiche, Stein- und Totholzhaufen.
01:38Alles in ehrenamtlicher Arbeit.
01:40Thomas Pickel koordiniert die heutige Gemeinschaftsaktion.
01:44Hier sollen diese Pfosten reingegraben werden als Palissaden.
01:48Die sollen rundherum stehen, dass in der Mitte aufgefüllt werden kann.
01:52Eingraben so circa 15 bis 20 Zentimeter.
01:54Das heißt, wir brauchen am Rand einen tieferen Graben.
01:58Ich meine, die sind jetzt schon zehn Zentimeter drin.
02:00Man müsste jetzt noch mal weitere zehn Zentimeter runtergraben.
02:03Man müsste hier eine schöne Flucht bekommen.
02:06Also das muss hier gerade werden.
02:08Doch es läuft nicht alles nach Plan.
02:12Fuck ja, das ist viel zu eng eigentlich.
02:16Das Beet hätte in die Flucht gehört.
02:23Also der Plan war so ein bisschen, dass man vorbeigeht an einem Weg und die verschiedenen
02:26Tothölzer sieht und so einen Eindruck gewinnt, ach ich kann ja aus allem was machen.
02:29Aus Ästen, Stammholz und Ästen.
02:31Und wenn man jetzt hier dazwischen durchgeht, ist das nicht ganz so viel geplant.
02:36Aber wenn wir zusammenhelfen, ich meine, das sind fünf Minuten.
02:41Vielleicht zwei Widerstandsmessungen.
02:44Erste, wie hoch ist der Widerstand, es so zu belassen.
02:47Die zweite Option, wie hoch ist der Widerstand, es umzusetzen.
02:57Also wie hoch ist der Widerstand, wenn wir das Beet jetzt umsetzen in die Richtung, bitte
03:02Handzeichen.
03:04Null.
03:05Und wie hoch ist der Widerstand, wenn wir es so lassen?
03:08Okay, dann umsetzen.
03:11Insgesamt drei Hochbeete mit insektenfreundlichen Pflanzen sollen heute eigentlich fertig werden.
03:17Das Problem war, dass wir zum Schluss nicht mehr drauf geschaut haben, ob wir mit dem
03:21Weg auch da hinkommen, wo wir enden wollen und dann ist der Weg jetzt in einen Hügel ausgelaufen.
03:26Passiert manchmal, aber wir sind super flexibel und reparieren das jetzt.
03:31Wie das klappt, schauen wir später, bleiben aber erstmal in Bayreuth.
03:39Auf dem Gelände des ökologisch-botanischen Gartens soll ein Lebensraum für Tiere entstehen.
03:44Und zwar in einem Eck, das nur wenige Quadratmeter groß ist.
03:48Gärtnerin Andrea Gruhl und Biologin Elisabeth Obermeier platzieren dafür als erstes einen
03:54Wurzelstock im Beet.
03:56Dieses Beet soll Besucherinnen und Besuchern zeigen, wie man Tiere im Garten unterstützen
04:01kann, wenn man nur wenig Platz hat.
04:03Und natürlich sollen sich in diesem Beet möglichst schnell Wildbienen, Schmetterlinge
04:07und Eidechsen zeigen.
04:14Dafür soll die nächste Zutat dieses Beetes sorgen, Steine.
04:24Da können zum einen Insekten, also Wildbienen in den Ritzen Unterschlupf finden und Nester bauen,
04:32zum anderen können sich aber auch die Eidechsen verstecken.
04:35Auf der Nordseite von Steinmauern gehen ganz gern Kröten zum Beispiel rein, die es eben
04:40gern kühl und feucht haben wollen, die da so unten in diese Mauern reinschlüpfen.
04:45Und von daher ist das so ein Lebensraum für vielerlei Tiere und von daher immer ganz gut
04:50für so einen artenreichen Naturgarten geeignet.
04:56Platz zum Verstecken für die Tiere gibt es schon mal.
05:01Jetzt kommen die Pflanzen.
05:07Als Substrat dient sandiger Oberboden.
05:10Sandig deshalb, weil die Pflanzen, die hier wachsen sollen, nur wenige Nährstoffe brauchen.
05:16Kompost oder gar mineralischer Dünger sind nicht nötig.
05:19Etwa 30 Zentimeter hoch ist die Schicht.
05:26Pflanzen aus über 20 verschiedenen Gattungen und Arten kommen ins Beet.
05:31Alle heimisch, aber auch insektenfreundlich?
05:36Der Natternkopf, das ist einer unserer Stars sozusagen.
05:39Da gehen 38 verschiedene Wildbienenarten hin.
05:44Und davon sind eben auch einige streng oligolektisch.
05:47Das heißt, das sind Spezialisten, die rein vom Natternkopf leben.
05:50Zum Beispiel die Natternkopf-Mauerbiene.
05:52Aber auch der Distelfalter, die Raupen vom Distelfalter können von den Blättern leben.
05:56Und auch sehr viele Falter können eben den Nektar hier aufnehmen.
06:00Die Natternkopf-Mauerbiene ist schon in einem Beet nebenan unterwegs.
06:09Blutstorchschnabel, Färberkamille und Kartäusernelke sollen bei Wildbienen ebenfalls hoch im Kurs stehen.
06:22Das Insektenthema ist, je näher man sich damit beschäftigt und je genauer man hinschaut, desto faszinierender ist es eigentlich.
06:30Im ersten Moment denkt man, das sind vielleicht nur einige wenige Arten, die man da beobachten kann.
06:34Und je näher man hinsieht, desto mehr kann man entdecken.
06:37Das Beet ist noch nicht einmal fertig und schon zeigen sich die ersten Gäste.
06:42Darunter Wildbienen, ein Trauerschweber, sowie Wegwespen.
07:00Ein guter Start für die angestrebte Vielfalt auf kleinem Raum.
07:06Damit die Besucherinnen und Besucher des Bayreuther Botanischen Gartens das Beet zu Hause nachpflanzen können,
07:12gibt es zum Schluss noch Schilder mit Namen und Eigenschaften der Pflanzen.
07:16Dann alles gut angießen und die Tiere können kommen.
07:27Je abwechslungsreicher der Garten, desto höher die Chance, dass man Tiere anlockt.
07:31Dazu gehören auch heimische Sträucher.
07:35Wildrosen bieten im Sommer Nahrung für Insekten und später im Jahr Hagebutten für Vögel.
07:41In selten gemähten Wildblumenwiesen tummeln sich Schmetterlinge und Spinnen.
07:55Steinhaufen, die eher an eine Geröllhalde erinnern, werden zu Lebensräumen für Eidechsen.
08:16Doch bis aus einem klassischen Garten ein Lebensraum wird, ist manchmal viel Arbeit nötig.
08:22Aus dieser Parzelle in der Kleingartenanlage Nordwest 1 in München soll ein naturnaher Schaugarten werden,
08:30angelegt vom Landesbund für Vogelschutz.
08:33Für das heute startende Projekt braucht es erstmal ein großes Loch.
08:37Wir wollen einen Teich anlegen.
08:39Es ist nur ein Weg dahin, aber ich stell's mir schön vor.
08:43Das Problem ist auch, man weiß nie, dass man ausgräbt.
08:46Hier sind jetzt so alte Ziegelsteine mit drin und da diese Betonmauer und alles, das hält dich halt auch auf.
08:54Teilweise werden die Mauern hier, weil Steilmauern sind, befestigt mit Steinen und da können wir das Zeug hier super verbrauchen.
09:02Waschbetonplatten wollen wir da nehmen, die ganzen Bruchstücke, ausgegrabene Sachen.
09:06Ich hoffe, wir müssen nix dazu kaufen, aber ich glaub eigentlich nicht.
09:09Sophia Engel und Naturgartenplanerin Miriam Henning müssen zudem die hier gültigen Kleingartenvorschriften einhalten.
09:17Maximal sechs Quadratmeter groß darf der Teich werden und nicht tiefer als 80 Zentimeter.
09:24Was du erst zu tief ausgetaucht hast und dann wieder auffüllen musst, das wird nachher dann nachsacken, weil es eben
09:31weich ist.
09:32Und dann tut man sich manchmal schwer damit, wenn die Dinge dann nachher nachsacken und vielleicht der Teichrand irgendwo an
09:38der Stelle tiefer liegt, als er eigentlich beabsichtigt war.
09:41Das Schöne am Wasser ist, es ist unbarmherzig in Waage. Und ein Zentimeter kann da schon was ausmachen.
09:50Die Herausforderung ist hier, das passende Böschungsgefälle zu finden.
09:55Zu steil würde alles abrutschen und dann kommt es zu hässlichen, sichtbaren, nackten Folien.
10:02Ich hoffe, dass wir das hinkriegen, dass es nicht so aussieht, sondern dass es relativ natürlich ausschaut.
10:09Das wäre also der Plan. Die Vorstellung, die ich vor meinem inneren Auge habe, ist im Moment noch relativ weit
10:17weg davon.
10:19Der Teich soll mindestens 60 Zentimeter tief werden, damit sich im Sommer das Wasser nicht zu sehr erwärmt.
10:25Die Leere gibt die maximale Steigung vor.
10:29Der Teich ist das erste naturnahe Projekt in diesem Garten.
10:34Gärtnermeister Gerald Fuchs versucht sich gerade am Schutzvlies für die Folie.
10:39Irgendwie müssen wir diesen ganzen Faltenverhau, möglichst in eine Falte, das ist anders als wie im Gesicht.
10:46Also eine Falte, möglichst, wenn es geht. Und wenn nicht, dann sind es halt zwei Falten.
10:51Aber irgendwie muss es halt optisch, auch wenn man es anschließend nicht sieht, zusammenpassen.
10:57Also finde ich jedenfalls. Schaut doch ganz anders aus, als wenn da so ein Verhau liegt, oder?
11:03Ja.
11:04Darum geht es doch. Und ich kann barfus arbeiten. Das ist das Schöne daran.
11:09Für ein gleichmäßiges Wasserniveau des Teichs sorgen Randleisten aus recyceltem Kunststoff.
11:16Auch im naturnahen Garten kommt man manchmal nicht um künstliche Materialien herum.
11:22Die Teichfolie besteht aus Kunstkrautschuk.
11:25Im Gegensatz zu PVC-Folien enthält sie keine Weichmacher und ist recycelbar.
11:30Sie lässt sich leicht verlegen und hält gut 20 Jahre.
11:37Dann folgt ein weiteres Vlies.
11:42Ich habe vorgeschlagen, einen Teich zu machen, der jetzt innen nicht noch Bereiche mit nackter Folie hat,
11:47sondern auch so allmählich ansteigt.
11:50Gut, wir sind bis an die Grenzen gegangen, aber wir hoffen, dass das Substrat auf der Schräge hält
11:56und dass es quasi von innen ausschaut wie ein natürlicher Teichboden.
12:05Das ist ein Teichbau mit Gesang.
12:09Um den gesamten Teichboden flach zu gestalten, müsste das Loch größer sein als erlaubt.
12:15Die Lösung? Zwei Seiten werden ein Steilufer mit einer Mauer.
12:19So ist das Vlies verdeckt.
12:21Dabei kommen jetzt die alten Platten zum Einsatz.
12:24Die wäscht man vorher ab, damit keine Nährstoffe in den Teich getragen werden.
12:28Sonst würden sich zu viele Algen bilden.
12:31Ich schaue im ersten Moment wahrscheinlich etwas, also mich würde das erstmal erschlagen, weil Waschbeton.
12:39Aber andererseits, in ein paar Monaten, wenn alles eingegrünt ist und die Algen wachsen und das ganze Grünzeug,
12:46man würde davon gar nichts mehr sehen.
12:50Klar, als Gärtner, mein Gärtnerherz würde natürlich sagen, wir nehmen jetzt irgendwie Porphyr oder Granit oder einen Kalkstein,
12:57bauen hier schöne Mauer.
12:59Aber erstmal was anderes.
13:02Ob aus alten Betonplatten eine schöne Mauer entstehen kann?
13:06Und wird der Teich trotz seiner geringen Größe Tiere anziehen?
13:10Wir werden sehen.
13:15Jetzt geht es erstmal nach Unterfranken.
13:17In Kitzingen-Hoheim wohnt Christian Söder.
13:21Und unter seinem Dach wohnen ganz besondere Tiere, die im Sommer gegen 21.30 Uhr auf die Jagd gehen.
13:28Es sind Fledermäuse.
13:31Graue Langohren.
13:32Im letzten Jahr um diese Zeit bestand die Kolonie aus gut 15 Tieren.
13:37Und heute?
13:37Ja, viel zu wenige. Ich hätte gerne mehr Fledermäuse zählen können, aber es waren halt nur fünf.
13:45Fledermäuse brauchen was zu fressen.
13:46Die brauchen viele Nachtfalter.
13:48Gerade die grauen Langohren lieben Eulenfalter.
13:51Und die müssen irgendwo leben.
13:53Also wir müssen eigentlich die Nahrungsgrundlage der Beutetiere optimieren.
13:58Und die Strukturen für die Fledermäuse optimieren.
14:01Und dann kriegen wir automatisch auch mehr graue Langohren.
14:05So eine Fläche ist der Naturgarten Hortus Nocte in Main-Bernheim.
14:10Quasi ein Garten für Fledermäuse.
14:13Entstanden ist er auf Initiative von Christian Söder.
14:16Heute kommt ein neues, ungewöhnliches Kräuterbeet hinzu.
14:20Und dann kann man sehen, wo wir die anderen Töpfe hinstellen.
14:23So soll es einmal aussehen.
14:25Das Ergebnis hängt aber von den vorhandenen Baustoffen ab.
14:29Christian Söder, Karl Wolf und Paul Heidner heben als erstes ein Loch aus,
14:34damit später alles stabil steht.
14:37Das ist halt auch eine öffentliche Fläche.
14:38Das heißt, man muss mit rechnen, dass Leute vorbeikommen,
14:41an den Sachen rumwackeln.
14:42Das ist ein Garten für alle.
14:45Das ist ein Garten für Leute, die spontan vorbeikommen.
14:48Das ist ein Garten für die Leute, die hier wohnen.
14:52Das ist so ein Schau- und Lerngarten.
14:57Also man darf hier alles angucken, alles anfassen.
15:02Tags die Menschen, nachts die Fledermäuse.
15:07Dieser alte Futtertrog wäre wohl anderswo auf dem Bauschutt gelandet.
15:12Im Kräuterbeet des Main-Bernheimer Naturgartens
15:14soll er eine neue Funktion erhalten.
15:19Das ist ein Scherke, ne?
15:21Warum das nächste?
15:25Letzten Endes machen wir das hier auf dem Garten immer so,
15:28wir nehmen immer das, was gerade da ist.
15:30Also so das klassische Thema der Zweitverwertung, Drittverwertung.
15:33Wir gucken halt, welche Materialien sind da.
15:36Was kriegen wir auch umsonst?
15:38Also wir wollen hier so wenig Geld wie möglich ausgeben.
15:44Und da hat es sich halt jetzt angeboten, dass wir netterweise beim Karl auf dem Hof
15:48diese Halbschalen hier, diese Futtertrögel gefunden haben.
15:54Der Draht verhindert, dass die Röhren durch das Substrat später auseinandergedrückt
15:58und so vielleicht zum Sicherheitsrisiko werden könnten.
16:04In die Röhren und Töpfe kommt unbelasteter, geschredderter Bauschutt.
16:08Recycled und nährstoffarm. Ideal für Kräuter in einem Naturgarten.
16:18Diese ausgemusterte Mülltonne soll ebenfalls Teil des neuen Kräuterbeets werden.
16:23Dafür muss der Boden raus, damit später überschüssiges Wasser abfließen kann.
16:29Das geht dann so net.
16:30Und wenn wir es mit einer Spitzhacke raus ...
16:33Das ist wie ein Dosenöffner?
16:35Ja.
16:36Abhebeln?
16:37Ja.
16:37So.
16:49Das wird noch dauern.
16:58Der 300 Quadratmeter große Main-Bernheimer Naturgarten ist ganz auf die Bedürfnisse nachtaktiver Insekten zugeschnitten,
17:07von denen Fledermäuse profitieren.
17:09Aber auch tagsüber ist hier einiges los.
17:20Nach einer halben Stunde Arbeit ist der Boden der Tonne immer noch drin.
17:25Ich dachte, dass wir den Boden etwas schneller rauskriegen.
17:31Aber man sieht, dass man hier auch nicht nur anpflanzt, sondern auch Problemlösungsstrategien entwickelt.
17:37Woanders ist das ein Workshop, kostet eine Menge Geld.
17:42Sehr gut.
17:44Das wird mein Lieblingsstück.
17:46Wenn wir jetzt mal dafür haben, haben wir jetzt kein Boden mehr.
17:48Genau, der hat jetzt keinen Boden.
17:54So, stellen wir uns an, dass wir die Griffe noch schön sehen, damit später jeder weiß, was das ist.
18:00Ob sich die Mülltonne gut in den Garten einfügt? Wurzelstöcke und gebrauchte Mauersteine sollen helfen.
18:08Mit Kräutererde auffüllen, dann kommen die Pflanzen.
18:11Darunter klassische Kräuter wie Bergminzen und Johanniskraut, die Besucher später auch ernten dürfen.
18:19Wichtig für Christian Söder, die Pflanzen nützen Menschen und Tieren.
18:28Und das Ergebnis?
18:30Ich bin total zufrieden.
18:33Es schaut sogar ähnlich aus wie auf dem Plan am Anfang.
18:36Das finde ich schon mal gar nicht schlecht.
18:39Mir gefällt diese terrassierte Form sehr gut, das lockert das ein bisschen auf.
18:42Und das, was wir wollten, diesen Eyecatcher am Anfang von unserem Garten, den haben wir jetzt auch.
19:00München. Im fünften Stock dieses Hauses liegen die zwei Balkone von Katharina Heuberger.
19:06Geranien, Petunien und Co. sucht man hier vergebens.
19:11Hier wachsen fast nur in Mitteleuropa heimische Wildpflanzen. Katharina Heuberger nennt ihre Balkone wilder Meter.
19:21Jeder Tag beginnt für die Journalistin mit einem Rundgang durch ihren Naturgarten.
19:25Ständig entdeckt sich ihr Neues.
19:33Hallo, gut gestartet?
19:37Ich freu mich total, weil die Pflanze hab ich aus dem Samenkorn selber gezogen im April 2020.
19:42Und das ist jetzt mein erster Übernachtungsgast.
19:46Und jetzt steht er grad auf, jetzt ist es warm genug. Jetzt kommt er raus.
19:51Der hat wahnsinnig hübsche Augen, wenn man den aus dem Makro anschaut. Die stellen grün-grau.
19:57Wildbienen haben schönere Augen als Menschen.
20:02Ich find das verrührend, dass die so viel Vertrauen haben, dass die auf dem menschlichen Balkon in der Blüte schlafen.
20:09Ja, also und das ist immer, dann fängt der Sommer an. Wenn die Glockenblumen-Scherenbienen zu meinen Glockenblumen kommen, dann
20:18fängt für mich der Sommer an.
20:20Und das in der Nähe des Münchner Hauptbahnhofs.
20:27Die Erfahrungen und Erlebnisse auf ihrem Naturbalkon teilt Katharina Heuberger auf ihrer Internetseite.
20:37Weil mich das immer mehr begeistert hat, was sich bei mir für ein kleines Biotop bildet.
20:41Also bei mir sind auch sehr viele Spinnen. Die Bienen werden dann manchmal auch Opfer, also Beute von den Spinnen.
20:48Und das hat mich dann letztendlich so begeistert, also ich hab gemerkt, dass ich nicht nur die Bienen fördere,
20:54sondern dass ich mir das allergrößte Geschenk damit mache, weil ich Naturbeobachtung so aus nächster Nähe jetzt habe.
21:02Auf meiner kleinen Fläche hier kann ich halt ein bisschen aktiv werden und den Leuten zeigen, was passiert, wenn man...
21:13Also insgesamt sind es drei Quadratmeter Pflanzfläche.
21:17Wie viel Leben kommt, wenn man nur auf drei Quadratmetern Pflanzen hin tut.
21:22Und da kriegt man dann ein Gefühl dafür, was eigentlich draußen vielleicht alles verloren gegangen ist.
21:27So.
21:40Wildpflanzen im Topf sind eine Sucht.
21:45Und diese Pflanze hat mir meine Staudengärtnerin so angepriesen, ich hab gesagt, ich brauch was Kleines, was in die Höhe
21:53wächst und nicht zu groß wird.
21:56Dann hat sie gesagt, schau dir mal, wie wär's denn mit der da?
22:00Und die ist ganz unbekannt, das ist ein Drachenmaul.
22:03Und dann hab ich gesagt, dann war sie selber ganz verliebt in ihre Pflanze und dann hab ich gesagt, ja
22:09okay, dann nehm ich die.
22:10Ich fand die eigentlich auch ganz süß, aber jetzt auch nicht so, dass sie mir gleich so ins Auge gesprungen
22:15wäre.
22:15Und ich werd ganz sorgfältig mit der umgehen und deswegen muss ich da genau draufschreiben, wie's dir gut geht bei
22:21mir.
22:25Morgen kommen zwei Tester, zwei Balkontester.
22:29Da gibt's so ein Projekt, das heißt Tausende Gärten, Tausende Arten.
22:33Und die engagieren sich für naturnahe Bepflanzung für Insektenfreundliche in ganz Deutschland.
22:38Und die gucken, was ich so für Pflanzen auf dem Balkon habe.
22:44Und da gibt's dann, das ist wie bei Hoteltesten, das ist Mystery-Check.
22:48Die sagen mir nicht genau, worauf sie gucken.
22:51Und dann bewerten die meinen Balkon, ob ich viele einheimische Pflanzen habe und ob ich das alles so in ihrem
22:57Sinne mache.
22:58Und wenn ich Glück habe, werd ich prämiert am Ende.
23:03Bis es so weit ist, machen wir einen Abstecher in eine Gärtnerei im unterfränkischen Rödelsee.
23:10Staudengärtner Till Hofmann mäht gerade Rasen.
23:14Landschaftsarchitektin Fiene Molz und die Auszubildende Jule Michelsen entfernen Ampfer und Quecke.
23:21Nichts Besonderes eigentlich.
23:28Doch dann verteilen die Gärtnerinnen und Gärtner Estrichsand auf der gemähten Rasenfläche.
23:35Wozu das Ganze?
23:40Hier soll ein Staudenbeet entstehen.
23:44Ganz ohne den üblichen Aufwand wie Rasensoden, Abstechen und Umgraben.
23:49Das ist durchaus möglich, weil der Sand, wenn er so dick aufgetragen ist, wie wir es jetzt gemacht haben, also
23:55so ungefähr 15 Zentimeter zum Schluss, den Rasen umbringt sozusagen.
24:01Der kommt da nicht durch.
24:03Und wie sieht es mit den anderen unerwünschten Pflanzen aus?
24:07Unkraut ist eigentlich der Punkt.
24:08Man hat mindestens zwei Jahre total saubere Verhältnisse.
24:12Es keimt nur das, was sich an den Zielarten aussät.
24:14Und man hat keine Beikrautregulierung. Das ist das, was die Arbeit eigentlich auf der Staudenfläche so aufwendig macht sonst.
24:22Und das Zweite ist, unter dem Sand bleibt es feucht. Das ist genauso wichtig, gerade in unserer trockenen Gegend.
24:27Man muss viel, viel weniger gießen, kaum noch wässern, langfristig gar nicht wässern.
24:34Auf der Suche nach Nährstoffen bilden die Pflanzen im mageren Sand tiefere Wurzeln als in fetten Gartenböden.
24:41Hier in der Gärtnerei hat Fine Molz viel Platz für ihre Beete.
24:46Geht das auch auf kleinem Raum?
24:49Wir wollen auch gerne immer zeigen, was möglich ist, auch in einem Hausgarten eben, wo man gerade mal ein metertiefes
24:58Beet hat.
24:59Und deswegen experimentieren wir gerne und probieren hier aus, wie einfach Wildstauden in der Gartengeschichte auch ästhetisch schön funktionieren können.
25:13Als Übergang in die Landschaft sollen im neuen Beet heimische Wildstauden blühen.
25:20Das Prinzip funktioniert aber mit fast allen Stauden, die auch sonst in sonnigen Beeten wachsen.
25:27Till Hofmann und Fine Molz probieren ständig neue Pflanzenkombinationen aus.
25:34Wir lieben Pflanzen. Wir finden es fantastisch zu sehen, wie Pflanzen wachsen, also als Gärtner das Wachstum zu begleiten, das
25:44zu begreifen.
25:45Und dazu gehört dann natürlich auch, wie die in der Erde weiter wachsen, wie sie sich entwickeln.
25:50Das ist das Allerspannendste und wie sich daraus dann Pflanzenbilder ergeben.
25:54Und das ist eigentlich das große Glück, was wir jetzt hier haben, dass wir uns da jetzt austoben dürfen und
26:00ganz viele Pflanzenbilder kreieren können.
26:03Das ist auch der Grund, warum die beiden so viele Sandbeete auf dem Gärtnereigelände angelegt haben.
26:09Anschließend dürfen die Stauden sich ausbreiten. Eingegriffen wird nur selten.
26:13Nur durchs Auspflanzen schafft man es ja, diese Dynamik zu erfassen, zu erkennen, dass die erstmal anwachsen, ganz brav nebeneinander
26:21stehen, ganz herkömmlich und irgendwann anfangen, auch Konkurrenz zueinander aufzubauen,
26:26gemeinsam den Beiwuchs unterdrücken und sich Situationen ergeben, die man nur ungefähr planen kann, die aber nie ganz exakt vorhersehbar
26:35sind.
26:39Unterm Strich sind wir uns relativ sicher, dass das hier eine sehr ansprechende, pflegearme Geschichte wird.
26:44Aber wie genau in drei, vier Jahren oder noch länger, wissen wir auch nicht.
26:49Zum Schluss noch angießen. In Zukunft passiert das nur noch im Notfall. Idealerweise versorgen sich die Stauden dann komplett selbst.
26:58Die älteren Schaubeete auf dem Gärtnereigelände zeigen, dass sich die Pflanzen im Sand ausgesprochen wohlfühlen.
27:13In Schwabach in Mittelfranken gibt es heute Nachschub für den Baumfriedhof.
27:21Die Bäume kommen aus dem gesamten Stadtgebiet und mussten gefällt werden, weil sie nicht mehr standsicher waren.
27:29Was aussieht wie eine wilde Holzhalde, ist ein geplanter Garten. Ein Totholzgarten.
27:38Jürgen Schmiedl, Biologe und Insektenexperte an der Universität Erlangen, ist heute im 1300 Quadratmeter großen Totholzgarten unterwegs und sucht nach
27:49dem, was auf den ersten Blick verborgen bleibt.
28:01Hier gibt es gerade Spuren vorigen Lebens. Sie sehen hier ein Fraßreststück, sogenanntes Genaxel, das einen Bockkäfer wahrscheinlich hier hinterlassen
28:16hat, der die Rinde hier bzw. den Bass darunter befressen hat.
28:22Und zwar kurz nachdem dieser Baum abgestorben ist.
28:25Bevor der Mensch die Landschaft von Wäldern gereinigt hat, Anführungszeichen, wir haben ja heute in Bayern etwa noch ein Drittel
28:34Wald und auch das ist in erster Linie Forst, war ja Mitteleuropa eine Waldlandschaft.
28:38Das heißt, das allgegenwärtigste organische Substrat, das ein Tier fressen konnte, war Holz.
28:44Und darauf haben sich allein bei den Käfern, von denen wir etwa 6000 Arten in Deutschland haben, ein Viertel davon
28:50darauf spezialisiert.
28:51Wir haben das mal gezählt, etwa 1400 Arten leben nur an toten Holz, in verschiedenen Zersetzungsstadien, in verschiedenen Baumarten und
29:01so weiter.
29:02Damit ist Totholz eine wichtige Zutat für Naturgärten. Und es kann Gestaltungselement sein, wie dieser kopfüber eingegrabene Fichtenstamm, der voller
29:13Leben steckt.
29:29An diesem Stamm entdeckt Jürgen Schmiedl Pilze. Sie spielen eine wichtige Rolle beim Zersetzen des Holzes. Aber auch für Insekten?
29:39Und diese unterschiedlichen Pilze haben dann auch wieder unterschiedliche Käfer zum Beispiel als Nutzer.
29:45Weil ein Käfer kann natürlich auch Holz fressen, aber dann muss er das in seinem Inneren verdauen lassen von Pilzen
29:52oder Bakterien.
29:52Weil kein Tier kann Zellulose verdauen, wir auch nicht.
29:55Und ein bequemerer Weg ist, ist einfach die Pilzfruchtkörper dann zu fressen. Das ist dann Pilz pur quasi. Also täglich
30:03Jumping-Jungs.
30:04Und das heißt, wenn wir so einen Pilzfruchtkörper haben, dann haben wir in der Regel auch immer Pilzkäfer dran.
30:12Hier sind es rotfleckige Faulholzkäfer.
30:21Das ist eben auch ein sehr wichtiger Baustein für die Biodiversität, wenn man solche verschiedenen Baumarten hat im Garten und
30:30lässt die einfach dann,
30:32nachdem sie nicht mehr stabil waren, irgendwo im Garten abgelegt sind, lässt sie verpilzen.
30:38Und dann können also dort über Generationen und Jahre hinweg unterschiedlichste Artengemeinschaften durchziehen.
30:44Und dort auch einen Trittstein quasi in Raum und Zeit wiederum haben, um vielleicht dann im nächsten Garten oder im
30:49Wald wieder oder am Straßenrand,
30:51egal wo ein dicker Baum mal stehen bleibt oder liegen bleibt, dann ihr Auskommen finden.
31:04Noch wertvoller wird das Ganze, wenn man Totholz mit heimischen Sträuchern und Wildblumen kombiniert.
31:11So haben die Insekten Treffpunkte sowie Nektar und Pollen-Nachschub direkt vor der Tür.
31:18Mit Totholz neues Leben schaffen. Aber braucht man dafür 1300 Quadratmeter wie in Schwabach?
31:28Das möchte Stefanie Kreuzer herausfinden.
31:32Sie ist Leiterin der Kindertagesstätte Spielraum in Nesselwang.
31:36Der Garten am Neubau ist noch recht eintönig und uninteressant für Insekten und Co.
31:41Das soll sich ändern.
31:43Jeder braucht irgendwo eine Wohnung.
31:46Unser Thema ist gerade momentan im pädagogischen Alltag das Thema Haus.
31:50Wer wohnt wo? Wo wohne ich? Wo geht's mir gut? Wo bin ich zu Hause?
31:54Und deswegen brauchen auch Tiere im Zuhause.
31:57Und dass die Natur und die Tiere Einzug bei uns halten, in unseren Garten.
32:02Deswegen legen wir für die Tiere was an.
32:07Die Kinder haben ein kleines Modell des geplanten Totholzbereichs gebaut.
32:12Inklusive der erhofften Bewohner.
32:17Wie der Totholzbereich im Endeffekt ausschaut, da verlasse ich mich auf die Kinder, da brauche ich die Kinder dazu.
32:23Und ich glaube, die Kinder sind voller Tatendrang.
32:26Und los geht's.
32:28Bevor die Stämme an ihren Platz kommen, füllen die Kinder sie mit Laub.
32:32Das soll es den Tieren noch gemütlicher machen.
32:35Der Totholzbereich wird in der ruhigsten Ecke des Gartens liegen und gerade mal einen Quadratmeter groß sein.
32:42Ob das reicht für Käfer, Spinnen oder Molche?
32:45Ja.
32:46So, und wir brauchen den nächsten.
32:49Das nächste Holz brauchen wir.
32:53Ein wichtiger Aspekt am heutigen Tag ist für Stefanie Kreuzer auch, dass die Kinder sich gegenseitig unterstützen.
33:01Soll ich nochmal mit dir mithelfen?
33:06Der Plan geht schon mal auf.
33:08Und so landet ein Stück Holz nach dem anderen auf dem Haufen.
33:15Gut verkeilen, damit am Ende nichts mehr wackelt.
33:18Auch da helfen alle mit.
33:21Ja, leg das mal stabil hin.
33:25Dann ist es geschafft.
33:27Der Holzstapel ist fertig.
33:29Was passiert jetzt damit?
33:33Es geht weiter mit dem Haufen.
33:35Wir werden beobachten, welche Tiere sind drinnen.
33:37Wie verändert es sich?
33:38Wie verändert sich auch das Holz?
33:40Sind denn überhaupt schon irgendwelche Salamander drinnen?
33:44Oder sind irgendwelche Kröten drinnen?
33:46Eidechsen?
33:47Genau, viel mit beobachten, viel mit erzählen, viel mit weiterentwickeln.
33:51Ob Tiere den Haufen annehmen, kontrollieren die Kinder im Sommer.
34:01Zurück am Naturschau-Garten der Summer in Bayreuth.
34:05Wie sieht es aus mit den Hochbeeten?
34:09Sehr gut.
34:10Eigentlich sind jetzt von allen drei Hochbeeten fast die Umrandungen fertig.
34:14Das ist das Letzte.
34:16Da haben wir öfter mal ein bisschen umplanen müssen.
34:18Und was jetzt noch ansteht, ist halt die Erde und das Sandgemisch hier reinzufüllen.
34:22Und das ist jetzt vom Volumen ein bisschen größer geworden,
34:24weil wir spontan entschieden haben, sie doch noch um 50 Zentimeter breiter zu machen.
34:28Passiert uns aber öfter, dass wir anfangen und zum Schluss machen wir es dann doch wieder ein bisschen größer als
34:32geplant.
34:43Größere Beete und in jedes kommt eine andere Erdmischung.
34:48Mehrere Tonnen Sand und Erde müssen bewegt werden.
34:51Ist das heute alles zu schaffen?
34:53Ja, es läuft besser als gedacht.
34:55Also ich habe auch damit gerechnet, dass wir vielleicht noch ein Hochbeet schaffen.
35:00Aber jetzt schaffen wir sicherlich alle drei.
35:02Und ist super, weil wir haben ja auch schon die Pflanzen vorbereitet und die müssen in die Erde.
35:07Insgesamt sollen heute noch Pflanzen aus 50 verschiedenen Arten in die Beete.
35:13In der Kleingartenanlage in München kämpft Gerald Fuchs mit der Mauer aus Betonplatten.
35:20Das ist halt ein Puzzlespiel. Man sieht es ja selber aus dem ganzen Material, was eigentlich weggeschmissen werden sollte,
35:26irgendwie was einigermaßen Brauchbares zusammenzulegen, zusammenzubasteln.
35:31Aber das ist dann die Freiheit des Künstlers, aus diesem ganzen Material irgendwas zu gestalten.
35:39Und wie so eine Mauer am Ende aussieht, lässt sich nie genau planen.
35:46Nächster Schritt, das Teichsubstrat.
35:49Normaler Gartenboten kommt nicht in Frage.
35:52Er enthält zu viele Nährstoffe und würde so das Algenwachstum fördern.
35:56Miriam Henning setzt auf ein nährstoffarmes Gemisch aus Sand und Lehm.
36:02Wir suchen einen möglichst naturnahen Teichboden hier nachzubilden.
36:07Man kann das auch dann gut gegen aufwirbeln, auch noch mit Kies nachher abdecken, aber erst, wenn die beiden drin
36:13sind.
36:15Beim Befüllen soll eine an den Schlauch angeschlossene Gießkanne verhindern, dass der Boden aufwirbelt.
36:22Gut, passt, oder? Jetzt ist es voll aufgeregt.
36:25Dann kommen die Wasserpflanzen.
36:27Versucht man so ein bisschen in den Ballen so ein bisschen rund zu drücken.
36:33Und dann einpacken in unser mageres Substrat, damit die schwarze, nährstoffreiche Erde versteckt wird.
36:48Marion Dorsch gräbt die Pflanzen ins Substrat.
36:52Dann ist es fast geschafft.
36:59Wir werden jetzt mit dem Teich dann heute fertig.
37:03Und ja, also ich finde, es ist bisher gut geworden, schaut gut aus.
37:08Vom Zeitplan passt es eigentlich auch.
37:10Man kann es immer vorher nicht genauer sagen, aber ich bin zufrieden auf jeden Fall.
37:14Ich hoffe mal, dass es am Ende ökologisch funktioniert.
37:17Dass das Wasser klar bleibt oder wenigstens in größeren Teilen des Jahres klar bleibt.
37:22Das wäre schön, wenn es so sein würde, aber ob es denn so ist, sieht man natürlich wirklich erst hinterher.
37:28Und zwar in einigen Wochen.
37:34Gehen wir mal hier, hier, was es da alles für Tiere gibt.
37:37Im Garten der Kindertagesstätte in Nisselwang wurde der kleine Totholzhaufen jetzt acht Monate sich selbst überlassen.
37:45Heute wollen die Kinder vorsichtig nachschauen, ob schon jemand in den Haufen eingezogen ist.
37:49Gibt es da unten drinnen was?
37:51Ich guck.
37:52Noch eine Ameise.
37:55Noch mal eine Ameise.
37:57Ja.
37:57Oder eine Spinde.
37:58Ich guck.
37:59Ach, ist ein Weg.
38:02So richtig viel können die Kinder noch nicht entdecken.
38:05Vielleicht unter dem nächsten Stamm?
38:07Ein Regenwurm.
38:09Ein Regenwurm.
38:11Leopold, wenn es du gesehen hast, du spürst mit der Lilly.
38:14Bitte Platz tauschen.
38:15Okay.
38:16Schau mal, wer sich da wieder versteckt.
38:22Ein toller Erfolg wäre es, wenn sich hier auch Amphibien wie Kröten oder Molche verstecken würden.
38:28Haltst du mal hoch und die anderen können schauen.
38:32Gut festhalten.
38:33Doch von diesen Tieren ist bisher nichts zu sehen.
38:36Das muss man noch hochheben, dann kann man es sehen.
38:40Ist der Haufen vielleicht doch zu klein?
38:42Die Kinder suchen weiter.
38:45Selber entdecken ist viel mehr wert, als wenn wir das immer erzählen.
38:49Die müssen selber mit den Tieren in Kontakt kommen, selber beobachten können.
38:55Der Spannungsfaktor und das Begreifen für ein Kind ist ganz anders, wenn er es selber macht.
38:59Als wenn wir Erwachsenen das vorlieben.
39:02Noch ein letzter Stamm.
39:04Eine Nacktschnecke.
39:06Au ja.
39:06Und noch einen.
39:08Und noch einen.
39:09Stell am Möcke.
39:12Boah.
39:13Stimmt.
39:14Den Stamm legen die Kinder gleich wieder ab, um den Molch nicht zu lange zu stören.
39:20Und es hat sich definitiv gelohnt, durch einfache Materialien erst einmal einen Lebensraum zu schaffen und auch einen Entdeckerraum für
39:28die Kinder.
39:29Nach diesem Erfolg sollen noch viele Verstecke für Tiere im Garten der Kindertagesstätte Spielraum in Nesselwang entstehen.
39:39Mehrere Wochen sind seit dem Teichbau im Kleingarten in München vergangen.
39:43Das Wasser ist klar, das Substrat nicht abgerutscht und die Pflanzen sind angewachsen.
39:48Aber haben sich auch Tiere eingestellt?
39:51Das war ja wirklich einfach vorher hier die Rasenfläche sozusagen und wir haben da von Null angefangen und ja, jetzt
39:58ist da einfach auch schon Leben drin in dem Teich.
40:01Das ist echt total schön zu sehen.
40:02Schon ein oder zwei Wochen, nachdem der Teich fertig war, haben wir dann schon einige Libellenarten hier auch gesehen, die
40:08auch Eier abgelegt haben und so.
40:10Also, das ist echt schön, dass die dann gleich kommen, dass man das dann gleich beobachten kann.
40:15Und durch das nährstoffarme Substrat und die sauberen Betonplatten muss Marion Dorsch kaum Algen aus dem Teich fischen.
40:26Der erste Bauabschnitt des neuen naturnahen Kleingartens ist geschafft.
40:40Auf Katharina Heubergers Balkon steht heute die Bewertung an.
40:45Die beiden Tester, Sabine Buttenmüller und Jürgen Schneiders, prüfen sonst meist Gärten auf der Erde.
40:50Hebt sich schon gewaltig ab dann.
40:54Das wäre jetzt für mich der Erste.
40:56Für mich auch, aber ich habe selber einen und da bin ich ganz gespannt.
41:02Schon im ersten Gespräch geht's ins Detail.
41:05Woher kommen die Pflanzen? Welcher Dünger kommt zum Einsatz?
41:08Aus welchen Materialien sind Töpfe und Kübel?
41:11Eine gute Stunde dauert die Fragerunde, bevor die beiden Tester den Balkon genau unter die Lupe nehmen.
41:17Und zwar alleine.
41:19Jetzt bin ich gespannt, was rauskommt.
41:21Bin ein bisschen aufgeregt.
41:23War doch so eine Prüfungssituation.
41:25Ich habe gedacht, wie man auf Bayerisch sagt, das ist eine gemarne Wiese.
41:32Pflanzenvielfalt, Pollen- und Nektarangebot vom Frühjahr bis in den Herbst
41:37und der Einsatz von Nisthilfen sind nur einige Kriterien, die bewertet werden.
41:42Je naturnäher, desto mehr Punkte gibt es.
41:46Und am Ende eine Gold-, Silber- oder Bronzemedaille.
41:50Das Ergebnis?
41:52Liebe Katharina, wir freuen uns sehr, dass wir heute hier sein durften und die Prämierung durchführen durften.
42:01Und wir haben deinen Naturgartenbalkon mit Gold prämiert.
42:05Herzlichen Glückwunsch!
42:07Herzlichen Glückwunsch!
42:08Dankeschön!
42:16Mein Fazit ist, dass ich mich freue, dass meine Bemühungen, die ich seit 2013 mache,
42:25wirklich hier alles auf insektenfreundlich umzustellen, dass das jetzt gewürdigt wurde.
42:46Im Naturschaugarten der Summa in Bayreuth dürfen endlich die Pflanzen in die Erde.
42:52Insgesamt 50 verschiedene Arten.
42:55Das Saatgut stammt von Wildpflanzen aus der Umgebung.
42:58An solche gebiets eigenen Pflanzen sind die heimischen Insekten ideal angepasst.
43:04Und wie ist die Bilanz des heutigen Arbeitseinsatzes?
43:08War eigentlich wie immer so ein bisschen Extremgärtnern bei uns.
43:13Es wird dann immer ein bisschen mehr als geplant.
43:16Die Beete sind größer geworden als geplant.
43:19Es sind noch mehr Arten jetzt drin.
43:21Alles super.
43:23Also bin rundum zufrieden.
43:24Bis zum nächsten Mal.
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