- vor 15 Stunden
Eine Creepypasta mit dem Titel "Irgendetwas stimmt mit Hasi nicht", erzählt von Schattenlilly.
Der Hase "Mümmel" scheint ein ganz normales Tier zu sein. Bis plötzlich ein Ei in seinem Käfig auftaucht?! Was als niedliche Geschichte beginnt, entwickelt sich schnell zu etwas Unheimlichem. Was sich in diesem etwas anderen Osterei verbirgt, hätte so niemand erwartet.
Nachzulesen unter:
https://creepypasta.fandom.com/de/wiki/Irgendetwas_stimmt_mit_Hasi_nicht!
Diese Geschichte ist frei erfunden.
Der Hase "Mümmel" scheint ein ganz normales Tier zu sein. Bis plötzlich ein Ei in seinem Käfig auftaucht?! Was als niedliche Geschichte beginnt, entwickelt sich schnell zu etwas Unheimlichem. Was sich in diesem etwas anderen Osterei verbirgt, hätte so niemand erwartet.
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Diese Geschichte ist frei erfunden.
Kategorie
😹
SpaßTranskript
00:02Irgendetwas stimmt mit Hasi nicht.
00:06Ein Ei.
00:08Verblüfft stand ich vor dem Käfig unseres kleinen Hasen,
00:12den ich Astrid zu ihrem fünften Geburtstag geschenkt hatte.
00:16Als sie vor wenigen Minuten aufgeregt in mein Zimmer gestürmt war,
00:21um mir mitzuteilen, dass Mümmel, ja, sie hatte den Hasen Mümmel genannt,
00:26ein Ei gelegt hätte und wir ihn rauslassen müssten,
00:30damit er es für sie im Garten verstecken könnte,
00:34hatte ich ihr selbstverständlich wenig Glauben geschenkt.
00:37Doch hier stand ich nun, völlig irritiert darüber,
00:41dass neben Mümmel ein kleines buntes Ei in der Größe des eines Huhnes lag.
00:47Ein Osterstreich, begann es dann in meinem Kopf zu ertönen.
00:51Was sollte es denn auch sonst sein?
00:55Sicherlich hatte Astrid es schon bereut,
00:57am 1. April keinen Schabernack mit mir getrieben zu haben.
01:02Zumindest schien sie ziemlich entrüstet,
01:04als ich ihr erklärte, dass man an diesem Tag
01:07die Leute nach Strich und Faden verarschen dürfte.
01:11Selbstverständlich benutzte ich eine andere Wortwahl.
01:15Jetzt wollte sie das Verpasste offenbar nachholen,
01:18ob es nun der 1. April war oder nicht.
01:22Fest stand nur, dass ein bunt bemaltes Ei in Mümmels Käfig lag,
01:27und ich wusste, dass ich es nicht dort hineingelegt hatte.
01:32Und da Astrid und ich die Einzigen in diesem Haus waren,
01:36fiel es mir nicht schwer zu erraten, wer hinter dieser Sache steckte.
01:40Da ich ihr ihren Streich jedoch nicht verderben wollte,
01:44auf den sie ja ihrer Begeisterung nach zu urteilen ziemlich stolz war,
01:49spielte ich ihre kleine Aktion einfach mit
01:51und tat so, als wüsste ich von nichts,
01:54als sie sich neben mir über den Käfig beugte
01:57und mit Sternen in den Augen in diesen hinabblickte.
02:00»Ist das nicht toll?«, fragte sie mich aufgeregt.
02:05»Unfassbar!«
02:07»Es scheint fast so, als wäre Mümmel der nächste Osterhase,«
02:12erwiderte ich mit der schlechtesten schauspielerischen Leistung seit Tommy Wieso.
02:17»Meinst du wirklich?«, fragte sie aufgeregt hervor.
02:20»Auf jeden Fall!«
02:23Vermutlich bereitet er sich damit auf seine Osterprüfung vor.
02:27Nun holte ich alles aus meiner Fantasie heraus,
02:31um Astrid eine so zauberhafte Geschichte wie möglich zusammenzubasteln.
02:36In wenigen Tagen ist ja Ostern,
02:39und wenn es soweit ist,
02:40dann werden Hasen auf der ganzen Welt ihre Ostereier verstecken,
02:44und wer am Ende die meisten versteckt hat,
02:47der wird dann zum neuen Osterhasen ernannt, weißt du?
02:50»Das ist ja super!«
02:53Sie wandte sich dem Hasen zu.
02:55»Hast du gehört, Mümmel?
02:57In wenigen Tagen bist du der neue Osterhase.«
03:01»Ja, aber dazu muss er noch ein paar mehr Eier verstecken als nur eines.«
03:07»Dann streng dich an, Mümmel,
03:08damit ich allen im Kindergarten erzählen kann,
03:11dass mein Hase die Ostereier versteckt.«
03:14Sie wirkte geradezu euphorisch,
03:16und das machte mich wirklich glücklich,
03:19denn seit dem Tod ihrer Mutter
03:20saß sie die meiste Zeit nur in ihrem Zimmer
03:23und wollte eigentlich gar keiner Aktivität so richtig nachgehen.
03:27Nicht mal nach draußen wollte sie,
03:29und das, obwohl sie zu Annas Lebzeiten
03:31immer so gerne im Garten gespielt hatte.
03:34Jetzt, zu Ostern, hatte ich die Hoffnung,
03:37dass das Verlangen nach Ostereiersuchen
03:39ihren Enthusiasmus für den Garten zurückbringen würde,
03:43und ihr kleiner Scherz mit dem Ei
03:45deutete stark darauf hin,
03:47dass es sich genauso zutragen würde.
03:49»Hast du denn ein wenig Hunger?«
03:51fragte ich, in der Hoffnung,
03:53dass sie zur Abwechslung mal wieder richtig frühstücken würde,
03:56anstatt einfach nur ein Glas Kakao zu trinken.
03:59»Au ja!«
04:00»Dann lass uns doch das Ei von Mümmel nehmen.
04:03Gekochte Eier magst du doch gerne, oder?«
04:07Sie sah mich ein wenig entgeistert an,
04:09was vermutlich damit zusammenhing,
04:11dass ich somit den Grundstein ihres Streichs
04:14zunichte machen würde.
04:16»Keine Sorge,
04:17Mümmel würde das doch schließlich so wollen.
04:19Er versteckt die Eier doch extra,
04:22damit wir sie dann finden und essen können.
04:25Stell dir mal vor,
04:26wir würden es im Käfig lassen.
04:28Es würde faulen und zu stinken anfangen,
04:30und ich kann mir nicht vorstellen,
04:33dass das Mümmel gefallen würde.
04:35Meinst du nicht?«
04:37»Dann mach aber den Käfig auf.
04:38Wenn Mümmel will, dass wir es essen,
04:40muss er es vorher zumindest verstecken,
04:43sonst bekommt er eine schlechte Note
04:45bei seiner Osterhasenprüfung.«
04:47»Na toll.«
04:49»Jetzt hatte ich mit meiner dummen Geschichte
04:51Nährboden für eine weitere fixe Idee von Astrid geschaffen.
04:55Eigentlich hatte ich gar keine Lust darauf,
04:58die Wohnung später sauber zu machen,
04:59nachdem der Hase hindurch gestürmt war.
05:02Aber was tut man nicht alles für sein kleines Mädchen?«
05:06Vorsichtig öffnete ich die Tür
05:08und Mümmel stürmte aus seinem Käfig in den Flur.
05:11Ohne das Ei.
05:12Für mich war das nur verständlich,
05:15aber Astrid war in heller Aufregung
05:17und schrie Mümmel hinterher,
05:19dass er sein Osterei vergessen hatte.
05:22Lächelnd nahm ich das Ei
05:23und versuchte sie wieder zu beruhigen.
05:26Er ist vermutlich nur aufgewühlt,
05:28weil er schon so lange nicht mehr draußen war.
05:30Ich bringe es ihm schnell hinterher.
05:33In Ordnung?
05:34»Okay«, sagte sie,
05:36und ihre Aufregung linderte sich.
05:39Eiligen Schrittes ging ich in den Flur
05:41und sah Mümmel vor der Wohnungstür hocken.
05:43Mit starren Augen blickte er mich an,
05:46während sich seine Nase
05:48in kurzen Abständen auf- und abzuheben begann.
05:52Langsam, um ihn nicht zu verschrecken,
05:54trat ich vom Flur aus ins Badezimmer
05:56und platzierte das Ei
05:58in einem kleinen Schrank unter dem Waschbecken,
06:00um dann zurück in den Flur zu gehen.
06:02Mümmel auf den Arm zu nehmen,
06:04das war zum Glück nicht allzu schwer,
06:06da er überaus handsam war,
06:08und mit ihm ins Wohnzimmer zurückzukehren,
06:10wo ich ihn wieder in seinen Käfig setzen konnte.
06:14»So, meine Kleine,
06:16dann mach dich mal auf die Suche.«
06:18Schnell wie der Blitz
06:19stürzte sie in den Flur,
06:21wuschte durch alle Zimmer,
06:22suchte in allen Ecken,
06:24bis sie zurückkehrte
06:25und mir mit einem triumphierenden Lächeln
06:27das Ei entgegenhielt.
06:29»Super, dann komm mal mit.
06:31Für deine erfolgreiche Suche
06:33hast du dir ein tolles Frühstück verdient.«
06:36Fröhlich und das Ei fest in den Händen
06:38tapste Astrid hinter mir her,
06:40und setzte sich mit den Beinen
06:42baumelnd an den Küchentisch,
06:44während ich mich daran machte,
06:45das Ei in die Pfanne zu schlagen.
06:48Als ich die bunte Schale
06:49jedoch am Pfannenrand brach,
06:51lief etwas aus dem Inneren heraus,
06:53das nicht die Farbe vorwies,
06:55wie Eiweiß und Totter sonst aufwiesen.
06:59»Blut?«
07:00Das war zumindest das erste Wort,
07:02das mir durch den Kopf schoss,
07:03als ich die rote Flüssigkeit
07:05an der Bruchstelle der Eierschale
07:07entlangrinnen sah.
07:09Verwehrt griff ich mir eine Schüssel
07:11aus dem Regal
07:11und entleerte den Inhalt des Eis
07:14in dieser,
07:14statt ihn in der Pfanne brutzeln zu lassen.
07:17Ein Küken!
07:19Offenbar war das Ei angebrütet worden.
07:22Das war ja auch nicht ungewöhnlich,
07:24aber dass es bereits fast bereit gewesen wäre,
07:27zu schlüpfen,
07:28fand ich schon ein wenig seltsam.
07:30Erwartungsvoll sah Astrid zu mir hinüber
07:32und rief,
07:33»Was ist denn los?«
07:35»Gar nichts.«
07:37Ich wollte ihr jetzt nicht den Spaß verderben,
07:39indem ich ihr sagte,
07:40dass ein totes Babyhuhn
07:42in ihrem Osterei gelegen hatte.
07:44Nachher würde sie sich noch dafür
07:46verantwortlich fühlen,
07:47weil sie es aus dem Kühlschrank
07:49in den Hasenkäfig gelegt hatte.
07:51Sie konnte ja nicht wissen,
07:53dass Küken bei Kälte eingehen
07:55und nicht am Leben gehalten wurden.
07:57Soll ich dir lieber
07:58was anderes zu essen machen?
08:00Ich glaube,
08:01das Ei ist nicht mehr gut.
08:03Was?
08:04Aber Mümmel hat es doch heute erst gelegt.
08:07Hasen legen doch keine Eier.
08:09Und wo kommt es dann her?
08:11Naja,
08:13begann ich nachdenklich
08:14und überlegte,
08:15ob ich ihren Streich nun auflösen sollte.
08:18Der Hase bekommt seine Eier ja von anderen,
08:21um sie dann weiter zu verschenken.
08:23Das ist wie mit dem Weihnachtsmann,
08:25der seine Geschenke
08:27ja auch erst von den Elfen gebaut bekommt
08:29und sie dann weiter verschenkt.
08:31Und von wem soll er dann das Ei bekommen haben?
08:34Die treibt es ja bis zum bitteren Ende,
08:37dachte ich mir lächelnd.
08:39Nun,
08:40irgendjemand scheint es in Mümmelskäfig gelegt zu haben.
08:43Ihre Augen weiteten sich.
08:45Sie schien langsam zu verstehen,
08:47worauf ich hinaus wollte.
08:48Ich habe das aber nicht gemacht,
08:51gab sie empört von sich
08:53und ich dachte mir nur,
08:54was für eine gute Schauspielerin
08:55meine Kleine doch war.
08:57Na gut,
08:58wenn du das sagst.
09:00Möchtest du lieber Pfannkuchen?
09:02Ja, super.
09:03Der empörte Ausdruck
09:05verschwand aus ihrem Gesicht
09:06und wich einem fröhlichen Grinsen,
09:08während ich den Kühlschrank öffnete
09:10und nach ein paar frischen Eiern griff.
09:13Seltsam,
09:13dachte ich mir.
09:15Astrid hat noch nie gelogen
09:16und jetzt konnte sie es plötzlich
09:18ohne mit der Wimper zu zucken
09:20und es machte auch nicht den Anschein,
09:22als ob sie in Kürze gestehen würde,
09:24dass sie ein wenig geflunkert hatte.
09:26Am Nachmittag fand ich mich
09:28nach einem kurzen Aufenthalt im Garten
09:30und einer kleinen Joggingrunde
09:32abermals in der Küche wieder,
09:33um das Mittagessen zuzubereiten.
09:36Frischer Fisch mit Kartoffelsalat,
09:38so wie Anna es öfter mal zubereitet hatte.
09:41Während die Forelle in der Pfanne brutzelte,
09:44ging ich ins Wohnzimmer,
09:45um Mimmel sein Fressen zu geben.
09:47Doch als ich vor seinem Käfig stand,
09:50begann ich eine höchst unangenehme Gänsehaut
09:52zu verspüren.
09:53Ein Ei!
09:54Es lag schon wieder ein Ei im Käfig.
09:58Hatte Astrid etwa nach unserem Frühstück
10:00noch ein weiteres hineingelegt?
10:03Unmöglich.
10:04Zwischen ihrem Frühstück und dem Moment,
10:06an dem ich sie beim Kindergarten absetzte,
10:08hatte ich sie keine Sekunde aus den Augen gelassen.
10:11Und was, wenn sie zwei Eier in den Käfig gelegt hatte
10:15und ich das andere bis jetzt einfach übersehen habe?
10:19Möglich, aber unwahrscheinlich,
10:21da der Käfig nun nicht so vollgestopft war,
10:24dass man großartig etwas darin hätte verstecken können.
10:27Vorsichtig öffnete ich die Käfigtür
10:29und holte das Ei heraus,
10:31ohne Mimmel die Möglichkeit zu geben, zu fliehen.
10:34Doch das Tier machte nicht einmal den Versuch,
10:36aus seiner kleinen Zelle zu entkommen.
10:39Der Hase saß still da,
10:41schnupperte mit seiner kleinen Nase
10:43und starrte mich einfach nur an.
10:45Ohne dem weiter Beachtung zu schenken,
10:47verschloss ich den Käfig
10:49und ging zurück in die Küche.
10:51Während ich im Flur war,
10:52kam mir ein Gedanke,
10:53mit dem ich mich zuvor noch gar nicht so richtig beschäftigt hatte.
10:57Wann und wie
10:58hatte Astrid die Eier gefärbt?
11:00Ihre Kindergärtnerin hatte mir gesagt,
11:02dass sie dieses Jahr lediglich malen, basteln
11:05und ausgepustete Eier färben würden.
11:08Als ich die Küche erreichte,
11:10riss mich das Piepen des Rauchmelders hier aus meinen Gedanken
11:13und richtete meine Aufmerksamkeit auf die Pfanne,
11:16in welcher der sich darin befindliche Fisch
11:18stark zu qualmen begonnen hatte.
11:21Scheiße, schrie ich
11:22und griff die Pfanne,
11:24um sie so schnell wie möglich
11:25im Waschbecken abzukühlen.
11:28Unglücklicherweise glitt mir
11:29bei meinem etwas plumpen Vorwärtsstolpern
11:31das bunt gefärbte Ei aus den Fingern
11:33und zerbrach auf den weißen Küchenfliesen.
11:36Ich stutzte.
11:38Vorhin war es ein ausgebrütetes Ei gewesen,
11:41in dem ein totes Küken lag.
11:43Aber nun?
11:44Dieser Embryo hatte vier Beine
11:46mit zehn kleinen Vogelkrallen.
11:48Er hatte auch keinen Schnabel,
11:50sondern eine eher Säugetier-ähnliche Schnauze.
11:53Ein Hund!
11:55Erschrocken über die Erkenntnis
11:57wich ich zurück
11:58und stützte mich auf dem Küchentisch ab,
12:00um nicht in Folge meines plötzlichen Schwindelanfalls
12:03das Gleichgewicht zu verlieren.
12:05Jetzt wurde mir erstmals klar,
12:07dass das Ganze nicht von Astrid inszeniert wurde.
12:11Sie mochte manchmal ein wenig anders sein
12:13als andere Kinder,
12:14aber sie hätte niemals
12:16eine derart kranke Szenerie entwickeln können.
12:19Niemals!
12:21Panik begann in mir aufzusteigen
12:23und ich brauchte eine Weile,
12:25um mich wieder zu fassen
12:26und das rötliche Stück Fleisch
12:27mit einem Küchentuch zu entfernen
12:29und im Müllheimer zu entsorgen.
12:32Nachdem ich jegliche Spuren
12:33des Vorfalls beseitigt hatte,
12:35machte ich mich auf,
12:36um Astrid aus dem Kindergarten abzuholen.
12:39Als ich mich an die Eingangspforte
12:41des Grundstücks stellte,
12:43entdeckte mich Astrid von der Schaukel,
12:44auf der sie gerade saß,
12:45sofort und eilte lächelnd auf mich zu.
12:48Papa!
12:50Mit einem breiten Lächeln
12:52hob ich sie hoch,
12:53meldete mich bei der Kindergärtnerin ab
12:55und fuhr mit ihr heim.
12:57Als wir zu Hause über die Schwelle traten,
13:00präsentierte sie mir begeistert ihren Finger,
13:02indem ein gelber Ring steckte.
13:03Die haben wir heute im Kindergarten bekommen.
13:07Die sagen dir, wie du dich fühlst.
13:09Ein Stimmungsring.
13:11Dass es die noch gab,
13:12wunderte mich doch direkt.
13:14Aber cool fand ich es dennoch.
13:16Früher hatte ich auch immer einen,
13:18aber mit zwölf war es einfach
13:20nicht mehr interessant genug,
13:22zumal ich irgendwann daran zu zweifeln begann,
13:24dass es wirklich funktionierte.
13:27Anna hatte ihren bis zu ihrem Tod getragen.
13:29Allerdings war er kaputt
13:31und blieb ewiglich auf einer Stufe
13:33zwischen Blau und Grün stehen.
13:35Das ist toll.
13:37Weißt du auch, was die Farben bedeuten?
13:40Ja, Gelb ist glücklich oder aufgeregt.
13:43Blau ist ruhig,
13:44Schwarz ist gestresst,
13:45Grün ist entspannt
13:46und Braun ist ängstlich.
13:49Wow, und das hast du dir alles gemerkt?
13:52Ich war tatsächlich ziemlich stolz auf Astrid.
13:55Ich konnte mir erst gefühlt
13:57ab der dritten Klasse Dinge merken
13:58und sie konnte bereits bis zwanzig zählen
14:01und ihren Namen schreiben.
14:03Nachdem sie gegessen hatte,
14:05lief sie sofort zu Mümmel.
14:07Schon wieder!
14:08Er hat schon wieder ein Ei gelegt!
14:11Binnen Bruchteilen von Sekunden
14:13war meine gute Laune
14:14wieder einer blanken Angst gewichen.
14:17Fast schon entsetzt,
14:18stürzte ich ins Wohnzimmer
14:19und starrte mit weit aufgerissenen Augen
14:22in den Käfig,
14:23in dem nun schon das dritte Ei
14:24aufgetaucht war.
14:26und bemalt,
14:27so wie die anderen
14:28und ich wollte mir gar nicht vorstellen,
14:30was sich dieses Mal in ihm verbarg.
14:33Astrid,
14:35gehst du bitte schon mal hoch
14:36in dein Zimmer?
14:37Okay.
14:39Irritiert,
14:40aber ohne Widerworte,
14:41ging sie nach oben
14:42und verschloss die Tür hinter sich.
14:45Vorsichtig nahm ich das Ei
14:46von seiner strohigen Unterlage
14:48und begab mich mit ihm in die Küche,
14:50wo ich es über die Spüle hielt
14:52und mit Druck meiner Daumen knackte,
14:54woraufhin abermals rote Flüssigkeit
14:56unter der Schale hervortrat.
14:58Als ich jedoch den Druck verstärkte,
15:01die Schale in zwei Hälften teilte
15:02und der Inhalt in die Spüle hinabfiel,
15:05glaubte ich zunächst,
15:06den Verstand zu verlieren.
15:08Ohne es zu wollen,
15:10rief es das erste Ultraschallbild
15:11von Astrid in mein Gedächtnis,
15:13das Anna damals machen ließ
15:15und mir mit Freudentränen
15:17vor die Nase hielt.
15:18In diesem Moment
15:20lag ein blutverschmierter,
15:21menschlicher Embryo
15:22in meiner Spüle
15:23und ich konnte nicht sagen,
15:25ob ich innerhalb der nächsten
15:26fünf Sekunden schreien
15:28oder ohnmächtig werden würde.
15:30Meine Augen wandten sich ab
15:32und wanderten in Richtung Flur.
15:35Gegenüber der Küche
15:36war das Wohnzimmer,
15:37dessen Tür noch immer offen stand
15:39und während mir
15:40eine einzelne heiße Träne
15:41die Wange hinunterlief,
15:42starrte ich voller Angst
15:44in die dunklen Augen
15:45des mich ebenfalls
15:46anstarrenden Hasen.
15:48Es erschien beinahe grotesk,
15:50doch dieses gesamte Ereignis
15:52hatte mein Hirn
15:53inzwischen zu Brei verwandelt
15:55und gerade als ich
15:56in Richtung Flur gehen
15:57und die Tür schließen wollte,
15:58begann ich zu straucheln,
16:00verlor das Bewusstsein
16:01und die Welt um mich
16:02verfiel in tiefste Schwärze,
16:04noch bevor ich mit meinem Kopf
16:06auf dem Boden aufschlug.
16:08Als ich erwachte,
16:09fühlte es sich so an,
16:10als hätte man mir
16:11einen Stein auf dem Kopf
16:12zertrommert.
16:14Langsam erhob ich mich
16:15und sah mich um.
16:16Meine Sicht schien Schaden
16:18davon getragen zu haben,
16:20denn es wirkte noch immer
16:21recht dunkel um mich herum.
16:23Ein Blick nach draußen
16:24und anschließend zur Uhr
16:26verriet mir jedoch,
16:27dass es bereits abends war.
16:30Astrid!
16:31Ohne mich groß
16:32von meiner Verletzung zu erholen,
16:34eilte ich die Treppe hinauf
16:36und riss die Tür
16:37zu ihrem Schlafzimmer auf.
16:39Lea!
16:40Astrid!
16:42In mir begann sich das reine
16:43Entsetzen zu manifestieren.
16:45Astrid!
16:47Das Fenster war fest verschlossen.
16:49Sie konnte das Zimmer
16:50nicht dadurch verlassen haben.
16:53Klar hätte sie auch
16:53zur Haustür hinausgehen können.
16:55Doch hätte sie dies
16:57tatsächlich getan,
16:58wenn sie auf dem Weg
16:59dorthin ohne Zweifel
17:00über mich gestolpert wäre?
17:02Ich denke nicht.
17:04Astrid!
17:05Ich sah in den Schränken nach,
17:07im Badezimmer,
17:09unterm Bett
17:09und
17:10ich streckte meine Hand aus
17:12und zog einen kleinen
17:13ovalen Gegenstand
17:15unter dem Bett hervor.
17:16Meine Lippe
17:17begann zu beben
17:18und ein paar Tränen
17:20bahnten sich ihren Weg
17:21aus meinen Augen
17:22und liefen bis
17:23zu meinem Kinn hinab.
17:25Mein Gott!
17:26Dieses Ei!
17:28Dieses verfluchte Ei!
17:30Ohne großartig
17:32darüber nachzudenken,
17:33drückte ich es
17:34mit aller Kraft zusammen
17:35und zerschmetterte
17:36seine kläglichen Reste
17:38vor mir auf dem Boden.
17:40Meine Augen
17:41weiteten sich.
17:42Langsam taumelte ich
17:43rückwärts
17:44und mit einem
17:45entsetzten Schrei,
17:46der nicht so recht
17:47über meine Lippen
17:48kommen wollte,
17:49stolperte ich
17:50die Treppe hinab
17:51und riss die Tür
17:52zum Wohnzimmer auf,
17:53mit der Intention
17:54diesem verfluchten
17:55Hasen seinen
17:56verdammten Hals
17:57umzudrehen.
17:59Ich wusste nicht,
18:00was hier vorging,
18:01ich wusste nicht,
18:02ob ich es jemals
18:03verstehen würde,
18:04aber ich wusste,
18:06dass es irgendetwas
18:07mit diesem
18:07verdammten Hasen
18:08zu tun hatte.
18:10Als ich jedoch
18:11die Tür öffnete
18:12und in das Zimmer
18:13stürmte,
18:14stoppte ich abrupt
18:15und begann zu zittern.
18:17Nun gelang es dem Schrei,
18:18meine Lippen
18:19endgültig zu passieren
18:20und ich stieß ihn
18:22mit voller Kraft aus,
18:23während sich vor mir
18:24das pure Grauen
18:25ausgebreitet hatte.
18:27Der Boden
18:28war von Eierschalen
18:29übersät,
18:31braune,
18:31blaue,
18:32grüne,
18:32gelbe,
18:33lilafarbene
18:34und rote.
18:35Am schlimmsten jedoch war,
18:37dass Astrid
18:38inmitten dieser
18:39zerschmetterten
18:40Eierschalen stand
18:41und deren Inhalt
18:43auf dem Teppich
18:44sortiert zu haben schien.
18:46Sie schien das Ganze
18:47jedoch keineswegs
18:48als etwas Entsetzliches
18:50zu sehen
18:50und sah mich lächelnd an.
18:53Eins fehlt noch.
18:54Hast du es gefunden?
18:56Ich brachte keinen Ton heraus,
18:59war starr wie eine Statue
19:00und dennoch wandte ich mich um
19:02und ging schweigend
19:03wieder die Treppe
19:04in Astrid's Zimmer hinauf.
19:06Der Inhalt
19:07meines gefundenen Eis
19:08lag noch immer
19:09auf dem Boden
19:10und ohne diesmal
19:11auch nur mit der Wimper
19:12zu zucken,
19:13hob ich ihn auf
19:14und brachte ihn
19:15zu Astrid hinunter.
19:17Stumm beobachtete ich,
19:19wie sie das längliche
19:20Etwas entgegennahm
19:21und es neben vier
19:22weiteren fleischlichen
19:23Stücken platzierte,
19:25um sie zusammen
19:26mit vielen weiteren
19:27Teilen
19:27zu einem großen Ganzen
19:29zu vollenden.
19:30Er hat sie zu uns
19:31zurückgebracht,
19:33sagte sie
19:33und deutete auf den Hasen,
19:35der mich noch immer
19:36mit seinem starren Blick
19:37fixiert hatte.
19:39Kannst du nähen?
19:40fragte sie.
19:42Wir können sie schließlich
19:43nicht so lassen.
19:44Ich sank auf die Knie,
19:47ungläubig,
19:47dass das,
19:48was sich da
19:48vor meinen Augen abspielte,
19:51tatsächlich der Realität
19:52entsprechen konnte.
19:53Die Uhr schlug Mitternacht.
19:56Es war Osternacht.
19:57und während Astrid
19:59mir ein breites Lächeln
20:00zuwarf,
20:01starrte ich wie gebannt
20:02auf das einzelne
20:03abgetrennte Glied,
20:05das nun langsam
20:06zu zucken begann.
20:08Den blau-grünen Ring
20:09trug sie noch immer
20:10an ihrem Finger.
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