Zum Player springenZum Hauptinhalt springen
Roter Horizont

Der Wind zerrte an Kaels Mantel, als er auf der Klippe stand, das Ende der Welt schien es ihm. Vor ihm lag nur der Ozean, eine unendliche, atmende Weite aus Stahlgrau, gekrönt von dem Spektakel, das ihn seit Jahren verfolgte: der rote Horizont.

Für Kael war er nie nur ein Sonnenuntergang. Er war eine Ziellinie, die sich immer wieder verschob. Ein Versprechen der Stille, das nie eingelöst wurde. Seit er seine Heimat verlassen hatte, jagte er diesen Horizonten nach, in der wahnwitzigen Hoffnung, dass einer von ihnen der letzte sein würde. Derjenige, der die Geister seiner Vergangenheit endlich zum Schweigen bringen würde.

Jedes Mal, wenn die Sonne den Himmel in flüssiges Feuer und Purpur tauchte, sah er Elaras Gesicht vor sich. Ihr Lachen, ein Echo in seinem Herzen, das schmerzhafter war als jeder Schrei. Sie hatten sich unter einem solchen Himmel ein Versprechen gegeben, ein Versprechen von „für immer“, das das Schicksal grausam zerrissen hatte. Seitdem war die Farbe Rot für ihn nicht mehr die der Liebe, sondern die einer offenen Wunde.

Er rannte. Er rannte vor der Erinnerung an ihre Hand in seiner, vor dem Klang ihrer Stimme, vor dem leeren Platz an seiner Seite. Jeder rote Horizont war eine Flucht und eine Konfrontation zugleich. Ein verzweifelter Versuch, das Ende eines Kapitels zu finden, das sich weigerte, zu enden.

Doch heute war es anders.

Während die Sonne langsam im Meer versank und den Himmel in die tiefsten Rottöne tauchte, die Kael je gesehen hatte, spürte er nicht die übliche Panik. Nicht den kalten Knoten der Sehnsucht in seiner Brust. Stattdessen breitete sich eine unerwartete Ruhe in ihm aus.

Er verstand plötzlich, dass der Horizont keine Flucht war. Er war ein Spiegel. In diesem unendlichen Rot sah er nicht nur den Schmerz seines Verlustes, sondern auch die unbändige Kraft der Liebe, die er einst gefühlt hatte. Das Feuer, das ihn und Elara verbunden hatte, war dasselbe Feuer, das nun den Himmel färbte. Er konnte nicht davor weglaufen, denn es war ein Teil von ihm.

Als der letzte purpurne Streifen am Horizont erlosch und die Dämmerung die Welt in ein sanftes Blau hüllte, schloss Kael die Augen. Er atmete tief die salzige, kühle Luft ein. Zum ersten Mal seit Jahren fühlte er sich nicht gejagt.

Er öffnete die Augen wieder und sah, wie direkt über dem erloschenen Horizont der erste Stern aufblitzte. Ein winziger, standhafter Lichtpunkt in der wachsenden Dunkelheit. Ein Leuchtfeuer. Ein Anfang.

Langsam drehte er sich um, den Rücken zum Meer, den Blick landeinwärts gerichtet. Die Jagd war vorbei. Er würde nicht mehr rennen. Er würde anhalten und etwas Neues bauen, auf den Fundamenten der Erinnerungen, die er nun nicht mehr als Last, sondern als Teil seines Fundaments akzeptierte.

Der Rote Horizont war nicht sein Ende gewesen. Er war sein Anfang.


Lyrics written Kai-Dominik Bertha (ELAG ERFURT)

Copyright by Radio PTR

Radio PTR Inc. Slowakei
Most SNP, 851 01 Bratislava

#formel1 #rennen #speed

Kategorie

🎵
Musik
Transkript
00:06Ganz allein
00:28Das Leder riecht nach Rot
00:30Das Lenkrad in der Hand
00:32Ein Meer aus Chrom und Rot
00:34In diesem Niemandslens
00:36Zwischen Traum und Wirklichkeit
00:37Der Motor atmet tief
00:39Ein Versprechen, das ich mir gab
00:41Als ich nachts nicht schlief
00:43Die Welt da draußen grau
00:45Doch hier drin alles klar
00:46Jeder Schalter, jeder Knopf
00:49Mein Altar
00:57Das Herz schlägt wie ein Kolben
00:59Schnell und ohne Rast
01:01Hab alles auf die eine Karte gesetzt
01:04Die du mir gabst
01:09Und ich lächle in den Wind
01:13Spür das Beben unterm Sitz
01:16Das ist mehr als nur ein Rennen
01:21Das ist ein Geistesblitz
01:24Ein Junge in der Legende
01:27Gemalt in Siegerfarben
01:31Mit dem springenden Pferd
01:34Mit dem Pferd im Herzen
01:35Und tausend Narben
01:38Die noch kommen werden
01:41Doch heute
01:43Hier und jetzt
01:45Ist der erste große Schritt auf dem Weg
01:49Bin mich zersackt
02:06Die Boxengasse flüstert, die Gesichter ziehen vorbei
02:10Doch alles was ich sehe
02:12Ist die Stablinge, die Freie, mein Stiergebild im Visier
02:16Die Augen voll der Feuer
02:20Dieses Leben auf der Kante
02:22Es war niemals teuer
02:24Jede Runde auf dem Karts
02:25Jeder Tropfen schweißt
02:27War nur der Frohlob für das
02:30Was ich jetzt weiß
02:35Das Abrimmelin singt leise eine süße Melodie
02:42Ich bin geboren für die Geschwindigkeit
02:48Für diese Magie
02:56Und ich lächle in den Wind
02:58Spür das Beben uns am Sitz
03:01Das ist mehr als nur ein Rennen
03:05Das ist ein geistes Blitz
03:09Ein junger Länderlegende
03:12Gemalt in Siegerfarben
03:16Mit dem springenden, verirrtem Herzen
03:20Und tausend Narben
03:23Die noch kommen werden, doch heute
03:28Hier und jetzt
03:30Ist der erste große Schritt auf dem Weg
03:35Den mich zersetzt
03:52Eines Tages wird der Jubel lauter sein
03:57Als jeder Sturm
03:59Eines Tages steh ich oben
04:02Auf dem Siegerton
04:04Doch dieser eine Augenblick
04:07Der bleibt für immer mein
04:12Der Moment
04:15Bevor es losgeht
04:33Und ich lächle in den Wind
04:36Ich spür das Beben uns am Sitz
04:39Das ist mehr als nur ein Rennen
04:43Das ist ein Geistesblitz
04:46Das ist ein Geistesblitz
05:13Das ist ein Geistesblitz
05:20Das ist ein Geistesblitz
05:30Das ist ein Geistesblitz
05:47Das ist ein Geistesblitz
05:50Das ist ein Geistesblitz
05:53Das ist ein Geistesblitz
05:54Das ist ein Geistesblitz
05:55Das ist ein Geistesblitz
05:55Vielen Dank.
Kommentare

Empfohlen