- vor 20 Stunden
Die Frau eines Berliner Geschäftsmanns ist entführt worden. Für ihre Freilassung verlangt der Täter drei Millionen Mark. Wolff kennt die Identität des Kidnappers. Doch alle seine Versuche, ihm die Tat nachzuweisen, schlagen zunächst fehl. (Text: Premiere)
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00:03Musik
00:32Musik
01:16Wie geht es mir hin?
01:20Kevin?
01:21Bon bin ich
01:22Wird mich
01:24...
01:24...
01:24...
01:25...
01:31Kandis, bleiben Sie ganz ruhig.
01:33Ich habe Ihnen die Augen verklebt, damit Sie mich nicht sehen.
01:37Ich habe Sie entführt, um Ihren Mann zu erpressen.
01:40Es wird einen Tag höchstens zwei dauern, bis ich das Geld habe.
01:43Bis dahin werde ich Sie gut behandeln und dann werde ich Sie freilassen.
01:46Unter einer Bedingung, dass Sie mich nicht sehen, nicht erkennen.
01:50Wenn das geschehe, müsste ich Sie töten.
01:52Aber das will ich nicht.
01:54Haben Sie mich verstanden?
01:56Ja, ja.
02:04Keine Angst.
02:06Keine Angst.
02:08Ich lebe gern.
02:09Ich lebe gern.
02:24Untertitelung. BR 2018
02:53Untertitelung. BR 2018
03:17Untertitelung. BR 2018
03:30Was denn da oben?
03:33Scheiße, ich wollte da unten.
03:49Gegen halb elf habe ich dort angerufen. Aber da war niemand mehr.
03:56Da habe ich mir überlegt, ob ich die Polizei benachrichtigen soll.
04:00Meine Frau ist nach der Sitzung immer sofort nach Hause gekommen. Immer.
04:05Da kam der Anruf.
04:08Das war eine Stimme mit amerikanischem Akzent.
04:11Amerikanischem, nicht englischem.
04:13Ich höre sowas. War ja oft genug in den USA.
04:16Hast du Kaffee?
04:19Danke für mich nicht.
04:21Ich glaube, ich kann wirklich wiedergeben, was er gesagt hat.
04:25Ich habe hier ihre Frau entführt.
04:27Verlange drei Millionen Lösegeld.
04:29Ich will das Geld morgen früh in gebrauchten Scheinen.
04:32Tun Sie es in eine Tasche aus weichem Material.
04:36Nehmen Sie die Tasche, steigen in Ihre Cessler und fliegen um elf Uhr dreißig Richtung Dresden.
04:42Liegen Sie tief, so circa 150 bis 200 Meter.
04:46Folgen Sie in etwa der Autobahn.
04:48Ich werde dann Funkkontakt zu Ihnen aufnehmen.
04:54Ich habe versucht zu sagen, dass ich nicht weiß, ob ich das Geld so schnell locker machen kann.
04:59Dass ich vor allem nicht weiß, ob ich um elf Uhr dreißig Starterlaubnis bekomme.
05:03Aber, habe ich unterbrochen und stur gesagt, elf Uhr dreißig, Ihre Frau ist in einem Versteck zusammen mit einer Zeitbombe.
05:09Wenn die Geldübergabe nicht reibungslos abläuft, wird die Bombe explodieren.
05:12Ebenso, wenn die Polizei in die Übergabe eingreift.
05:17Und dann hat er aufgelegt.
05:20Aber Sie sind trotzdem zu uns gekommen.
05:25Sind Sie der Chef?
05:29Ja.
05:31Hauptkommissar Wolf.
05:33Ich will Ihnen mal was sagen.
05:34Ich bin hierher gekommen, damit passiert, was ich für richtig halte.
05:40Sie werden nicht in die Geldübergabe eingreifen und das Leben meiner Frau gefährden.
05:43Sonst mache ich Sie persönlich verantwortlich.
05:45Aber ich informiere Sie über alles, damit Sie jede Chance haben, den Erpresser zu schnappen.
05:51Ich will meine Frau wiederhaben.
05:54Ich will mein Geld wiederhaben.
05:58Verstehen Sie das?
06:01Das ist nicht so schwer zu verstehen.
06:05Haben Sie eine Tasche aus weichem Material?
06:09Nein, ich habe nur Hartkoffer.
06:12Wahrscheinlich sollen Sie das Geld aus dem Flugzeug abwerfen.
06:15Ein Hartkoffer würde zerbrechen, deshalb Tasche aus weichem Material.
06:19Mhm.
06:21Mir auch schon überlegt.
06:22Ich habe einen alten Leinensack im Keller.
06:25Wenn wir den nehmen, sparen wir Zeit.
06:27Warum?
06:29Unsere Techniker können Ihnen dann heute Nacht noch präparieren.
06:32Einen Minisender einbauen.
06:34Und wenn die Erpresser was merken?
06:36Dann schmeißen Sie meinen Leinensack weg oder zerstören den Sender.
06:40Aber wenn Sie nichts merken, können wir mithilfe des Senders vielleicht das Geld finden.
06:47Natürlich erst, nachdem Ihre Frau wieder frei ist.
06:50Ich glaube nicht, dass wir Ihre Frau mit diesem Trick gefährden.
07:04Einverstanden.
07:20Was passiert jetzt?
07:24Sie sollten jetzt schlafen.
07:26Es gibt ein Bett.
07:27Aber ich kann jetzt nicht schlafen.
07:31Anyway, you should lay down.
07:35Keine Angst.
07:36We're not going to molest you.
07:40You do understand English.
07:42Ja.
08:12We're not going to die.
08:17Ja, ich bin mir.
08:26Make yourself comfortable.
08:45Musik
09:22Psst
09:27Psst
09:28Leute
09:50Hier, irgendwo.
10:03Was ist das denn?
10:06Ein Tiefenmesser.
10:09Das ist doch alles ganz neu.
10:15Sie müssen doch wissen, woher.
10:16Ich weiß es nicht. Ich ahne es vielleicht, Buchwald, aber ich weiß es nicht.
10:21Sie meinen...
10:21Ich meine gar nichts und Sie sollten auch nichts meinen.
10:23Sie sollten das ganze Zeug einfach vergessen.
10:26Für den Moment jedenfalls. Ich bitte Sie darum.
10:29Versteht sich doch von selbst, Wolf, klar.
10:32Wenn ich irgendwie irgendwas...
10:34Nein. Nein, können Sie nicht.
10:36Kommen Sie.
10:50Verena.
10:53Verena.
10:58Verena.
11:00Was ist denn?
11:03Ich war eben im Keller.
11:05Ich habe da Dinge gefunden.
11:11Hast du mit Schokolade mitgebracht?
11:14Verena, ich möchte mit dir reden.
11:15Guten Morgen.
11:17Guten Morgen.
11:18Ich will jetzt schlafen.
11:32Schmeckt's?
11:34Ja.
11:36Erinnerst du dich, dass ich dich heute Nacht was gefragt habe?
11:40Ich habe tief gepennt.
11:43Ja, doch.
11:45Ich hatte einen Albtraum.
11:47Ich habe geträumt, dass mich jemand wecken wollte.
11:50Ich habe mir eine Frage gestellt.
11:52Und die Antwort?
11:54Ich weiß die Frage nicht mehr.
11:56Woher kommen die Sachen im Keller?
11:59Welche Sachen?
12:01Erstens.
12:02Was machst du überhaupt nachts im Keller?
12:04Woher kommen die Sachen?
12:07Ich habe keine Ahnung.
12:12Gut, ich habe sie da hingelegt.
12:13Ah.
12:14Und warum?
12:16Weil ich damit nichts anfangen konnte.
12:20Woher kommen die Sachen?
12:24Ja, Wolf?
12:27Ja?
12:28Ja, natürlich komme ich.
12:31Ich brauche ungefähr eine halbe Stunde.
12:33Alles klar.
12:34Bis dann.
12:36Was Dringendes?
12:37Ja, sicher.
12:39Aber aufgeschoben ist, nicht aufgehoben.
12:41Du wirst mir die Antwort geben müssen.
12:43Ich weiß.
12:45Aber dann habe ich wenigstens schon mit Frühstück.
12:50Der Erpresser muss Sie kennen.
12:52Er weiß, dass Sie ein Flugzeug haben und einen Flugschein.
12:54Habe ich mir auch schon überlegt.
12:57Haben Sie irgendeinen Verdacht?
12:59Nee, ich bin alle Bekannten durchgegangen.
13:01Niemand wäre da zu fähig.
13:03Das heißt, Hoffmann.
13:05Hoffmann ist mir den Kopf gekommen.
13:07Ihm geht es schlecht.
13:09Finanzielle Schwierigkeiten.
13:11Große.
13:13Aber ich glaube, das bringt er nicht.
13:15Geben Sie mir nachher trotzdem seine Daten.
13:17Wir werden ihn überprüfen.
13:18Ja.
13:20Sie steigen am besten drüben ein.
13:22Gut.
13:22Geben Sie mir das Geld.
13:23Bitte.
13:24Das ist es.
13:58Delta, Delta, Golf.
14:001, 2, 3, 4, 5.
14:02Folgen Sie der Abus über drei Linden bis zum Settinsee.
14:06Am Südufer werden Sie einen Hof mit zwei Stahlgebäuden sehen.
14:10Gehen Sie auf eine Flughöhe von 60 Fuß hinunter.
14:13Hinter den Stellen ist eine mit einem Laken markierte Wiese.
14:16Werfen Sie dort das Geld ab.
14:18Verstanden?
14:20Bauernhof, Südufer, Settinsee, Laken, Abwurf. Verstanden?
14:25Ihre Frau ist ein Versteck mit einer Sightbombe.
14:29Wenn es nach dem Abwurf einen Polizei-Einsatz gibt, werden wir das Versteck nicht rechtzeitig erreichen.
14:35Die Bombe wird explodieren.
14:37Ich warn Sie, wir sind Blackmailer.
14:39Wir wollen keine Killers werden. Verstanden?
14:42Verstanden?
14:45Sie sagen, Sie sind Erpresser.
14:47Ich kann Englisch.
15:15Geh raus!
15:19Geh raus!
15:19Du bist frei in ein paar Minuten.
15:21Geh raus!
15:25Geh raus!
15:26Geh langsam deinen Masch.
15:27Wenn es fertig ist, wird es los.
15:29Langsam, okay?
15:32Bye!
15:32Geh raus!
15:41Geh raus!
15:45Geh raus!
15:50Geh raus!
16:09Geh raus!
16:11Geh raus!
16:13Geh raus!
16:14Geh raus!
16:16Geh raus!
16:27Geh raus!
16:30Diese andere hat zwar nur pst, pst gemacht, aber ich glaube, der hatte das Sagen.
16:37Worauf schließen Sie das?
16:38Es war so. Der, der mich geschnappt hat am Auto, das war der andere.
16:46Denn der Amerikaner, der kam ja nur, also dessen Stimme kam ja nur über den Autolautsprecher.
16:51Der war ja gar nicht dabei. Also der, der mich gekidnappt hat, das war der andere.
17:01Haben Sie irgendeine Vorstellung von ihm?
17:03Er war sanft, freundlich, war überhaupt kein Verbrecher.
17:17Ja, ja, es ist ein kleiner Tisch, ist ein Verbrecher, aber wissen Sie, er war so gesittet, so kultiviert.
17:25Er war nicht roh oder gemein.
17:29Und der andere?
17:31Ziemlich jung, junge Stimme.
17:33Sein Auto, vom Fahrkomfort, vom Motorgeräusch. Was war das mit dem Wagen?
17:39Groß, komfortabel, Richtung Mercedes, BMW, Jaguar, roch nach Leder.
17:45Leder?
17:45Ja, hatte Ledersitze. Daran erinnere ich mich jetzt.
17:50Die Wohnung oder das Apartment, der Ort, an dem Sie gefangen gehalten wurden. Können Sie, obwohl Ihre Augen verklebt waren,
17:59was über die Örtlichkeiten sagen?
18:00Ähm, ich hab in einem, in einem Bett geschlafen, einem Doppelbett. Der Amerikaner, der war wohl mit im Raum. Hat
18:11in einem Sessel geschlafen oder vielleicht war da noch ein zweites Bett, das weiß ich nicht.
18:14Ähm, zumindest hab ich ihn mal ganz leise schnarchen hören. Der andere, der hat mich wohl nur abgeliefert und ist
18:23dann wieder gegangen. Also ich glaube, der war über Nacht nicht da.
18:27Gab es da eine Toilette?
18:29Ja.
18:30Sie haben sie benutzt?
18:32Ja, einmal am Abend, einmal am Morgen.
18:35Man hat sie nicht belästigt. In irgendeiner Form.
18:39Nein. Nein, sie waren alle sehr zuvorkommend.
18:43Und dann, am nächsten Morgen, sind Sie in einem Auto gefahren?
18:46Ja.
18:48Wieder mit dem Fahrstuhl runtergefahren?
18:50Mhm.
18:50Und das Auto, war es dasselbe Auto wie am Vorabend?
18:55Ja, ich glaube ja.
18:59So, das reicht jetzt.
19:01Meine Frau hat genug Fragen beantwortet.
19:03Können wir gehen?
19:06Komm.
19:16Der Sack lag in dem Waldstück.
19:18Aber das Geld müssen wir umgeladen haben.
19:21Irgendwelche Reifenspuren in dem Wald?
19:23Neben dem Sack?
19:24Ja, undeugliche.
19:26Gipsabdrücke haben wir gemacht, aber die sind nix wert.
19:28Irgendwelche Zeugen?
19:30Irgendjemand, der irgendwas gesehen hat?
19:32Nichts?
19:34Nichts.
19:36Soll der Sack wieder in den Keller, oder?
19:42Ich nehme ihn mit.
19:43Also, ich habe mich gleich gefragt.
19:45Was macht eine Frau nachts um zwölf in einem Fahrstuhl mit einer Sonnenbrille?
19:49Na ja, und auch wie der Typ sich vor sie gestellt hat.
19:51Wie er nicht wollte, dass ich sie sehe, das kam mir gleich irgendwie komisch vor.
19:54Da hätte ich mir gesagt, das stimmt doch was nicht.
19:56Wenn Ihnen das gleich verdächtig vorkam, warum sind Sie dann nicht gleich zur Polizei gegangen?
20:00Ecke?
20:02Wieso wartierten mich das an?
20:03Wenn Sie das nichts angeht, warum sind Sie dann jetzt gekommen?
20:06Sie können fragen.
20:10Weil jetzt gibt es 50.000 Mark für sachdienliche Hinweise.
20:14Wie ist denn das nur eigentlich?
20:15Kriege ich die Kohle, wenn ihr über meine Beobachtung den Täter schnappt?
20:18Dann machen Sie erst mal Ihre Aussage, dann...
20:19Nee, nee, nee, nee, so nur ja nicht.
20:21Also entweder kriegt die Knete oder ich sag ja nicht mehr.
20:25Wenn wir aufgrund Ihres Hinweises den Täter überführen,
20:28dann werden Sie auch die ausgesetzte Belohnung kriegen.
20:3050.000 Eier.
20:33Ist ja noch eine Menge, wa.
20:36Wieso hat man überhaupt so viel Geld?
20:39Weil das doch ein Prominente geht, wa?
20:41Die Belohnung hat nicht die Polizei ausgesetzt,
20:43sondern der Ehemann des Opfers.
20:45Aha, verstehe.
20:47Der will seine Kohle zurück, wa?
20:48Drei Millionen hat er jetzt zahlt.
20:50Heik in der Zeitung gelesen.
20:53Drei Millionen, das ist ja 50.000 wie ein Butterbrot.
20:56Zehn Prozent, das wäre angemessen.
20:59300.000.
21:01Ist doch üblich so, zehn Prozent Finderlohn, oder?
21:04Würden Sie jetzt bitte Ihre Aussage machen?
21:07Wie war die Frau, die Sie im Fahrstuhl gesehen haben, angezogen?
21:14Mantel.
21:15Naja, und dann eben so eine große dunkle Brille.
21:18Die Haare so dunkel, wellig.
21:20Was für ein Mantel?
21:21Wiss ich nicht.
21:22Trenchcoat?
21:23Ja, ein Trenchcoat, glaube ich.
21:24Würden Sie den Mann, dessen Gesicht haben Sie ja gesehen, wiedererkennen?
21:27Na, 100 pro.
21:28Können Sie ihn beschreiben?
21:29Ja, so circa 1,80.
21:32Ziemlich kräftiger Typ.
21:34Die Haare so dunkelblond, dunkelbraun.
21:38Tierische Klamotten.
21:40Teure Teil, die Jacke.
21:42Offene Hemd, ja, keine Krawatte.
21:46Verdammte Gefinger, der ihr habt.
21:47Und Sie sind im zwölften Stock ausgestiegen, die beiden?
21:49Ja.
21:50Na, da bin ich nur ganz sicher.
21:52Sieh, aber das mit der 50.000, das passt mal nicht.
21:55Da müssen wir nochmal drüber reden.
21:57Zehn Prozent, das wäre angemessen.
21:59300.000, die verlange ich, wenn er den Täter über mich schnappt.
22:02Das können Sie den Bonzen ausrichten.
22:06Meine Herren, wenn Sie sich jetzt bitte in einer Reihe aufstellen würden.
22:10Sie ganz außen, ja.
22:12Sie vielleicht nehmen.
22:13Jetzt.
22:13Danke.
22:14Halberlänge Armabstand, bitte.
22:16Ja, danke.
22:17Danke.
22:37Herr Lothar, ein Zeuge hat Sie soeben zweifelsfrei als jemanden identifiziert, der vorgestern
22:46Abend so gegen 22.30 Uhr in dem Apartmenthaus in der Prinzregentenstraße 55 war.
22:52Dazu hätte es keine Zeugen und noch keiner komplizierten Gegenüberstellung bedurft.
22:56Das hätte ich Ihnen freiwillig gesagt.
22:58Ja, vielleicht.
22:59Aber wir haben es jetzt Anlass, Sie zu befragen, seitdem wir von Ihrer Anwesenheit in dem besagten
23:05Haus zu der bestimmten Zeit wissen.
23:07Sie waren allein dort?
23:09Herr Staatsanwalt.
23:11Da der Zeuge mich gesehen hat, hat auch gesehen, dass Sie mit der Frau zusammen waren.
23:14Können Sie die Frau beschreiben?
23:15Ja, natürlich kann ich das.
23:17Die Frage ist, ob ich will.
23:19Irgendetwas Auffälliges an ihr?
23:21Ja, sie trug eine Sonnenbrille.
23:23Um halb zwölf Uhr nachts eine Sonnenbrille.
23:25Ich nehme an, das ist dem Zeugen aufgefallen.
23:28Wer war die Frau?
23:31Meine Geliebte.
23:33Gibt es einen Namen?
23:35Ja.
23:36Sagen Sie uns den Namen.
23:38Nein.
23:39Gibt es dafür Gründe?
23:40Sie ist verheiratet.
23:42Sie ist verheiratet.
23:43Wir sind diskret.
23:44Ich, ich bin diskret.
23:46Das ist mir sehr viel sicherer.
23:48Warum trug sie nachts eine Sonnenbrille?
23:52Aus den eben genannten Gründen.
23:54Weil sie eine verheiratete Frau ist, die ein amoröses Rendezvous hatte.
23:58Sie wollte nicht erkannt werden.
24:01Richtig.
24:02Sie hielt es also für möglich, dass in einer Vier-Millionen-Stadt einer ihrer Bekannten
24:08sie im Fahrstuhl in der Prinz-Regenten-Straße 55 sieht.
24:12Ja?
24:12Sie sagen es.
24:14Nicht für wahrscheinlich, aber für möglich.
24:21Wo waren Sie vor Ihrem Rendezvous im Apartmenthaus am Dienstag von 21.30 Uhr bis 23.30 Uhr?
24:28Im Kino.
24:29Mit Ihrer Geliebten?
24:30Nein, allein.
24:31In welchem Kino?
24:32Eros.
24:33Der Film?
24:34Es waren mehrere Filme.
24:36Pornos.
24:37Ich wollte ein bisschen Appetit machen.
24:40Wo waren Sie gestern zwischen 10 und 15 Uhr?
24:43Zu Hause.
24:44Allein?
24:45Ja, ich bin gern allein.
24:46Keine Anrufe?
24:47Ja, da waren ein paar Anrufe, aber ich hab nicht abgehoben.
24:49Machen Sie das öfter? Nicht ans Telefon gehen?
24:51Immer häufiger.
24:53Ja, versuchen Sie es auch mal.
24:55Ich meine, am Anfang ist es schwierig, aber wenn das Klingeln dann endlich aufhört,
25:01die Stille ist wunderbar.
25:04Ja?
25:16Sie gehen keine Arbeit nach?
25:18Nein, nicht mehr.
25:19Also es gibt nichts mehr zu tun.
25:21Die Firma Luther Farben und Lacke ist vor drei Monaten in den Konkurs gegangen.
25:25Sie sprechen Englisch, Herr Luther?
25:28Leidlich.
25:28Sagen Sie doch bitte was auf Englisch.
25:33Ich bin sehr entspannt, dass ich Sie all den Weg nachdenken habe.
25:38Aber ich werde versuchen, es zu verbessern.
25:40Sie enttäuschen uns nicht, Herr Luther.
25:42Ganz im Gegenteil.
25:43Ihr Akzent ist eher amerikanisch als Englisch.
25:45Ja, ich verweifere ich an Amerika als in England.
25:48Außerdem jahrelang EFN.
25:52Sie werden wieder von uns hören.
25:54Looking forward to it.
25:56Nice to have met you.
25:59Have a pleasant day.
26:01Ach, Herr Luther.
26:02Wir haben, während Sie hier waren, Ihre Wohnung und das Apartment durchsucht.
26:06Natürlich mit einem richterlichen Durchsuchungsbefehl.
26:10Da ist er.
26:15Bitte.
26:16Eine Kopie für Sie.
26:18Und wir haben Ihr Auto beschlagnahmt.
26:21Morgen können Sie es sich wieder abholen.
26:23Nein, meine Herren.
26:24Völlig falsch.
26:25Den Wagen bringen Sie mir wieder zurück.
26:27Und stellen genau dahin, wo Sie ihn hergenommen haben.
26:31So lange fahre ich Taxi.
26:32Auf Ihre Rechnung, selbstverständlich.
26:34Selbstverständlich.
26:35Schicken Sie Ihre Belege in mein Büro.
26:39Danke, Dr. Fried.
26:41Bitte.
26:41Wir wünschen Ihnen noch einen schönen Tag, Herr Luther.
26:45Pardon.
26:50Ich weiß nicht.
26:52Du bist dieser Sessel wach.
26:55Dann gehen wir jetzt zum Bett.
26:57Bitte.
27:06Vorsicht.
27:07Legen Sie sich bitte hin.
27:13Haben Sie sich zugedeckt?
27:15Ja.
27:16Und vielleicht wäre es besser, wenn Sie sich ausziehen würden.
27:19Ich spüre das Bett auch so.
27:22Es hat doch alles keinen Zweck.
27:25Ein Bett ist ein Bett, Herr Kommissar.
27:27Ja, aber vielleicht ist es die Bettwäsche gewesen.
27:31Das ist Baumwolle, oder?
27:33Das andere war auch Baumwolle.
27:35Ich kann Ihnen wirklich nicht mehr sagen.
27:37Sie sagten, man hat Ihnen etwas zu trinken angeboten?
27:39Ja, ein Glas Wasser.
27:41Und am nächsten Morgen haben Sie gefrühstückt?
27:43Ein halbes Brötchen mit Marmelade.
27:45Ich kann mich an die Form des Glases nicht erinnern.
27:48Und das Marmeladenbrötchen?
27:50Ja.
27:58Himbeermarmelade, nicht?
27:59Sie haben uns gesagt, man habe Ihnen an dem Morgen Himbeermarmelade gegeben.
28:02Ja, und das ist jetzt Himbeermarmelade, oder nicht?
28:05Nein, das ist Brombeermarmelade.
28:08Das ist die Brombeermarmelade, die wir in diesem Appartement gefunden haben.
28:13Das hat alles keinen Sinn, Herr Kommissar.
28:16Ich war in der Zeit meiner Gefangenschaft in einem Zustand von Angst und Erregung.
28:21Ich kann mich an keine Details erinnern.
28:25Es kann dieses Appartement gewesen sein, kann auch irgendein anderes gewesen sein.
28:30Schade.
28:31Wir glauben, den Täter nämlich zu kennen, können ihm die Tat aber nicht beweisen.
28:36Wenn Sie das Appartement wiedererkannt hätten, könnten wir ihn verhaften.
28:38Und in Untersuchungshaft werden Leute oft gesprächig.
28:41Wollen Sie, dass ich jemanden ins Gefängnis bringe, damit Sie ihn unter Druck setzen können?
28:45Ich habe ja einen Fall aufzuklären, Frau Vogt.
28:47Und wenn mir das gelingt, kriegt Ihr Mann sein Geld wieder.
28:50Für mich ist das Geld zweitrangig, aber für Ihren Mann sind das drei Millionen.
28:53Es freut mich, dass Sie sich so für das Geld meines Mannes interessieren.
28:56Nein, das mache ich eben nicht.
28:57Ich auch nicht.
28:59Jedenfalls nicht in dem Maße, dass ich mich zu einer Aussage verleiten lasse, die ich nicht verantworten kann.
29:06Ein Teleobjektiv.
29:07Du hast dich noch nie fürs Fotografieren interessiert.
29:10Du hast gar keinen Apparat. Wozu dann ein Teleobjektiv?
29:12Weil er so schön schwarz glänzt.
29:16Verena.
29:20Brauchst du für irgendetwas Geld?
29:23Wolltest du das ganze Zeug verkaufen?
29:32Komm, setz dich doch mal hier.
29:40Ich kann ja verstehen, dass jemand was klaut, wenn er etwas wirklich braucht oder unbedingt haben möchte.
29:47Und sonst gar keine Möglichkeit sieht, daran zu kommen.
29:52Weißt du, in meinem Beruf bin ich gezwungen, immer noch den Motiv für eine Tat zu fragen.
29:59Warum tut einer das, was er tut?
30:02Was treibt ihn dazu?
30:06Ja, und das frage ich mich bei dir auch.
30:12Kannst du mir gar keine Antwort darauf geben?
30:13Nein.
30:19Hat der Besitzer des Ladens oder irgendjemand in dem Kaufhaus dich geärgert?
30:26Wolltest du dich rächen?
30:28Nein.
30:30Wo hast du das denn alles geklaut?
30:32Na, wo Mutti arbeitet.
30:34Da hat man dich doch schon mal geschnappt.
30:36Ja, und?
30:38Damals hat Ellen dich da rauslaviert.
30:40Hast du damit gerechnet, dass sie das wieder macht?
30:43Ich lass mich nicht zweimal erwischen.
30:45Wolltest du das beweisen?
30:49Dass du nicht zweimal denselben Fehler machst?
30:52Dass du es kannst, das Klauen.
30:55Dann war es sozusagen dein sportlicher Ehrgeiz.
31:01Vielleicht.
31:01Du hast es dir bewiesen.
31:05Mehr als hinreichend.
31:07Okay.
31:10Wollen wir jetzt darüber nachdenken, wie wir das ganze Zeug wieder zurückgeben?
31:15Okay.
31:17Bitte.
31:18Okay.
31:20Ich glaube, ich sollte mich bei Ihnen entschuldigen.
31:23Wofür?
31:24Ich war gestern ein bisschen ruppig.
31:26Nicht wahr?
31:28Aber wissen Sie, diese Situation mit verbundenen Augen,
31:30ich hatte das Gefühl, ich muss das alles nochmal durchmachen.
31:34Ja, das kann ich gut verstehen.
31:35Setzen Sie sich.
31:40Ich habe Sie noch gar nicht gefragt,
31:43wer ist der Mann, den Sie verdächtigen?
31:46Er heißt Armin Luther.
31:48Ich habe Ihren Mann schon gefragt, ob er den Namen kennt.
31:50Und?
31:51Er sagt nein.
31:54Nein, ich kenne ihn auch nicht.
31:56Aber er muss uns kennen, nicht wahr?
31:58Sonst wüsste er ja nicht, was ich jeden Dienstagabend mache.
32:01Er hat auch gewusst, dass jemand ein Flugzeug hat.
32:04Na, Quade.
32:08Darf ich?
32:09Ja, sicher.
32:14Danke.
32:16Es war natürlich Unsinn,
32:18zu sagen, dass das Geld mich nicht interessieren würde.
32:21Also diese drei Millionen.
32:22Im Gegenteil.
32:24Ich habe ein schlechtes Gewissen.
32:26Ich habe das Gefühl,
32:29ich hätte das Geld durchgebracht,
32:32verschleudert durch meine Unachtsamkeit.
32:35Welche Unachtsamkeit?
32:36Dass ich mich habe übertöppeln lassen,
32:38kignippen lassen.
32:39Aber das war doch nicht Ihre Schuld.
32:41Was hätten Sie denn tun können?
32:41Das weiß ich auch.
32:44Aber trotzdem,
32:45ich habe irgendwie Schuldgefühle,
32:47weil,
32:48sehen Sie, letztendlich ist das Geld ja für mich bezahlt worden,
32:51nicht wahr?
32:51Und mein Mann.
32:54So reich sind wir auch nicht.
32:59Gibt es denn eine Chance,
33:01dass er das Geld zurückbekommt?
33:02Es gibt zwei Möglichkeiten.
33:05Entweder wir überführen Luther mit anderen Indizien als dem Geld.
33:08Dann wird er es wahrscheinlich rausrücken,
33:10um Strafmilderung zu erwirken.
33:12Oder aber wir schnappen ihn,
33:13wenn er es sich holt.
33:14Und dann haben wir es sowieso.
33:16Und wo könnte er das versteckt haben?
33:19Gute Frage.
33:21Vielleicht hat es ja der amerikanische
33:23oder der mit amerikanischem Akzent sprechende Komplize.
33:26Und von dem haben Sie keine Spur?
33:28Nein.
33:30Ja gut, was machen Sie jetzt?
33:33Wir beschatten Luther rund um die Uhr.
33:35Wir hören seine Telefone ab.
33:38Das Private und auch das in der Firma,
33:40in die er allerdings nicht mehr geht.
33:42Wir überwachen seine geschiedene Frau,
33:44zu der er offensichtlich ein gutes Verhältnis hat.
33:46Und was macht er?
33:47Er geht ins Kino.
33:49Zwei-, dreimal am Tag.
33:52Oder er sitzt im Club Halali und spielt Karten.
33:57Und Sie sind sicher,
33:59dass er es war?
34:01Ich bin sicher, ja.
34:04Ja.
34:07Dann kann man ja nur noch
34:09die Daumen drücken.
34:11Tun Sie das.
34:255, 6, 7, 8, 9, 10.
34:28Die 1.000
34:30und nochmal 2.000.
34:41Du willst mich jetzt hier sitzen lassen, oder was?
34:49Also, die 2.000.
34:53Sehen.
34:54Was?
35:064, 5, 4, 5...
35:09...
35:094, 5, 6, 8, 9, 10, 10 €.
35:37Darf ich?
35:42Das war unerlaubtes Glücksspiel, was?
35:45Machen Sie mir deshalb Ärger?
35:47Ich bin beim Morddezernat, Herr Luther.
35:50Mord, Menschenraub, Entführung.
35:52Ich bin beim Morddezernat, Herr Kommissar.
35:58Oder war es Hauptkommissar?
36:00Es war Hauptkommissar.
36:02Was ist denn die nächste Stufe in der Hierarchie?
36:04Ich meine, was kommt nach Hauptkommissar?
36:08Kriminalrat.
36:11Und schaffen Sie es, wenn Sie den jetzigen Fall lösen?
36:15Beforderungen sind bei uns nicht unbedingt leistungsbezogen.
36:20Verstehe.
36:22Dienstherr erzählen.
36:24Ist egal, ob man pennt oder ob man sich abrackert.
36:27Aber Sie sind ein Rackerer.
36:30Diesen Fall würde ich schon sehr gerne lösen.
36:32Wieso ausgerechnet diesen?
36:36Wenn man keine Ahnung hat, wer der Täter ist.
36:39Das ist zwar ärgerlich, aber man findet sich irgendwann damit ab.
36:42Aber wenn man genau weiß, wer es war und keine Beweise hat, das ist Frust.
36:46Das macht die Magengeschwüre.
36:50Sie tun mir aber leid.
36:53Aber ich kann Ihnen wirklich da nicht weiterhelfen.
36:55Ich meine, das wissen Sie.
36:57Klar doch.
36:58Besser ich mit Magengeschwüren, als Sie mit Gittern vor den Augen.
37:01Sie sagen es.
37:03Die Frage ist nur, wie lange Sie ohne das Geld leben können.
37:06Ihre Firma ist bankrott.
37:08Gut, eine GmbH, dafür haften Sie nicht persönlich.
37:11Aber Sie haben eine Menge privater Schulden, hier und anderswo.
37:14Und das sind Ehrenschulden.
37:16Sehen Sie, solange diese Leute genau wie Sie annehmen,
37:20dass ich irgendwoher drei Millionen habe, halten Sie still.
37:24Blöd, wäre nur, wenn wir das Geld finden würden.
37:26Ach, da habe ich keine Bange.
37:28Oder wenn wir in die Welt, sprich in die Presse setzen würden.
37:31Dass wir es haben.
37:33Wie, das würden Sie als Polizist doch niemals machen.
37:35Sie würden doch nicht lügen.
37:37Oh.
37:38Das wäre eine Notlüge.
37:40Aus welcher Not denn geboren?
37:42Aus meinem Magen geschworen.
37:46Dann stünde Ihr Wort gegen meines.
37:48Nein.
37:50Sie könnten Ihr Wort nicht mal laut sagen,
37:52während ich meins schwarz auf weiß gedruckt sehen würde.
37:55Armin, Telefon für dich.
37:59Entschuldigen Sie bitte.
38:08Luther?
38:10Ja, nee, Luther.
38:11Selbst am Apparat.
38:13Einen Scotch bitte.
38:14Ja, ja.
38:16Ich kann jetzt aber nicht reden.
38:19Kann ich Sie nachher nochmal anrufen?
38:21Die Nummer habe ich.
38:24Bis nachher.
38:26Soll ich dir vor eine englische Art,
38:28der Hauptkommissar,
38:30fremde Telefonate mithören?
38:33Braucht man dazu nicht so eine richterliche Genehmigung?
38:36Nein, nicht, wenn man daneben steht.
38:41Jetzt weiß ich's.
38:43Sie werden kriminell.
38:47Zum Ursaal.
38:49Danke.
38:51Könnten Sie den anrufen?
38:55Männlich oder weiblich?
38:56Ich hab kein Ohr für Stimmen.
38:59Schade.
39:10Schade.
39:13Danke.
39:20Haben Sie über mein Problem mit Verena nachgedacht?
39:22Ja.
39:24Ich könnte mir vorstellen,
39:25dass es Verena nicht um die gestohlenen Objekte geht,
39:29sondern dass sich ihre Klauerei gegen sie richtet.
39:31Aber sie hat doch nicht mich beklaut.
39:33Sie hat vor unter den Augen der Polizei Straftaten begangen.
39:37Also, wenn das kein klarer Fall der Aggression ist, dann...
39:39Sie konnte doch gar nicht wissen...
39:41Sie konnte nicht einmal ahnen,
39:43dass ich das Zeug irgendwann finde.
39:44Doch.
39:45Damit musste sie über kurz oder lang rechnen.
39:53Ja, Fried?
39:54Ja.
39:56Für Sie, Sawatzky.
40:00Sawatzky?
40:02Ja, bleib dran.
40:03Wo seid ihr jetzt?
40:05Okay, ich komm dazu.
40:07Und greif um Himmels Willen ja nicht zu früh ein.
40:10Gut.
40:11Luther?
40:12Ja.
40:13Was macht er?
40:14Er spielt Karten.
40:27Ich hab von Buchwald übernommen.
40:28Der Wagen fährt jetzt die Spandau-Straße hinunter.
40:31Ich bin jetzt unter den Lenden.
40:33Ganz in eurer Nähe.
40:36Wir biegen jetzt in die Kroner Straße ein.
40:40Ja, verstanden.
40:41Bleib dran.
40:41Ich bin leid.
40:43Ich bin leid.
40:56Wir sind lincluding und in die Kroner Straße.
40:59Wir sind jetzt in der Lenden.
41:01Wir sind da in der Kroner Straße.
41:02Der Kroner Straße.
41:35Kupfer
41:38Guten Tag, Frau Vogts.
41:41Darf ich Ihnen helfen?
41:47Na, Gott sei Dank.
41:48Da ist es ja.
41:50Das Geld Ihres Mannes.
41:55Erleichtert, hm?
41:58Ja.
42:00In einem alten, abgemeldeten Wagen.
42:03Wie sind Sie darauf gekommen?
42:04Hm, Sie werden das nicht glauben.
42:07Doch, doch, glaube ich, aber lassen Sie mich raten.
42:09Armin Luther hat Ihnen das Versteck verraten.
42:11Gut, gut, ja.
42:12Wie haben Sie das noch fertiggebracht?
42:14Da macht der Mann sich all die Mühe.
42:16Entführt sie, erpresst ihren Mann,
42:18riskiert Kopf und Kragen,
42:20beziehungsweise Gefängnis auf lange Jahre.
42:23Hat endlich die Beute
42:25und gibt sie freiwillig zurück.
42:29Das ist doch eigentlich nicht mehr zu begreifen.
42:32Haben Sie nicht selbst gesagt,
42:33dass er nicht an sein Geld rankommen kann,
42:35weil Sie ihn Tag und Nacht beschuldigen lassen?
42:37Ja, richtig.
42:38Sehen Sie, und da habe ich ihn angerufen.
42:40In seiner Kneipe im Hallerlin.
42:42Richtig.
42:43Sein Telefon wird ja abgehört.
42:46Merkwürdig, aufwendig.
42:47Wieso wollten Sie nicht,
42:48dass die Polizei was von Ihrem Angebot erfährt?
42:50Ganz einfach,
42:51weil ich gar kein Interesse daran habe,
42:52dass Herr Luther bestraft wird.
42:55Ich wollte ja nur an das Geld.
42:57Gut, und was haben Sie ihm erzählt?
42:59Dass ich meinen Mann hasse,
43:03dass ich es toll finde,
43:05wie er den Alten ausgenommen hat,
43:07dass ich ihm dankbar dafür bin,
43:10dass er sich so rücksichtsvoll mir gegenüber benommen hat,
43:14dass ich mit ihm teilen will,
43:17dass ich anonym seine Schulden bezahle,
43:19dass ich ihm ein Konto eröffne
43:20in der Schweiz oder in Lichtenstein.
43:22Und?
43:23Er hat mir geglaubt.
43:26Aber Sie wollten das Geld doch nie mit ihm teilen.
43:32Es gehört ja meinem Mann.
43:34Ja, und der wusste natürlich von Ihrem genialen Trick.
43:37Nein, ich wollte ihn überraschen.
43:40Hat er bald Geburtstag?
43:42Wieso?
43:43Ja, das wäre eine Überraschung geworden.
43:44Drei Millionen zum Geburtstag?
43:47Naja.
43:49Vielleicht freut er sich ja auch so.
43:51Er freut sich, da bin ich ganz sicher.
43:58So sicher ist das nicht.
44:01Aber das geht mich nichts mehr an.
44:04Das müssen Ihr Mann und Sie unter sich ausmachen.
44:08Auf Wiedersehen.
44:17Eine, drei.
44:19Jetzt geht es mal.
44:25Kommen Sie, Herr Luther.
44:28Sie haben auf die falsche Dame gesetzt.
44:32Kann ich mal dieses Spiel zu Ende bringen?
44:34Nein, Ihr Spiel ist aus.
44:36Ich war eben in einem bestimmten Parkhaus.
44:38Da hat sich Frau Vogt an einem alten,
44:40abgemeldeten Wagen zu schaffen gemacht.
45:03Da haben Sie also Frau Vogt auch beschatten lassen.
45:07Seit wann war Sie Ihre Komplizin?
45:10Von Anfang an?
45:11Nein.
45:12Warum haben Sie dann ausgerechnet Sie entführt?
45:14Ihr Mann ist ein Spieler.
45:15Er hat mich mal ausgenommen.
45:16Ich wollte mich nur revanchieren.
45:19Wann glauben Sie,
45:20hat Candice Vogt beschlossen,
45:21die Seiten zu wechseln?
45:23Schwer zu sagen.
45:24Vielleicht schon,
45:24als sie das Apartment dicht wiedererkannt hat.
45:27Ja, vielleicht.
45:29Oder erst,
45:30als ich ihr erzählte,
45:31dass Sie Schwierigkeiten haben,
45:32an die Beute ranzukommen.
45:33Eine seltsame Frau.
45:35Warum haben Sie ihr getraut?
45:36Sie klang überzeugend am Telefon.
45:39Ihr Mann ist ein Kotzbrauchen.
45:42Ich habe ihr einfach geglaubt,
45:43dass sie sich von ihm befreien wollte,
45:45finanziell.
45:46Hat sie Ihnen gefallen?
45:48Als Frau?
45:49Ja, sehr sogar.
45:57Gehen wir.
45:58Gehen wir.
46:29Gehen wir.