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  • vor 14 Stunden

Kategorie

Menschen
Transkript
00:00Lieber Gott, Vater im Himmel, allmächtiger Schöpfer, ich danke dir für alles.
00:07Deine Schöpfung ist so riesig, dass wir Menschen sie gar nicht ganz begreifen können.
00:13Bitte beschütze alle Menschen und alle deine Geschöpfe und gib uns Verantwortungsbewusstsein.
00:21Bitte beschütze uns alle vor Krieg und vor Terror, vor Egoismus und vor böser Gewalt.
00:28Lieber allmächtiger Gott, nur du kannst uns helfen, nach deinem Wort und Gesetz zu leben.
00:36Gott segne diese Welt.
00:40Und Dorothee und Wolfgang haben uns geschrieben, lieber Herr und Vater, danke für die zurückliegende Woche, für alles Schöne.
00:51Danke aber auch, dass du in schweren Momenten bei uns warst.
00:55Wir bitten dich für die Völker in den Kriegsgebieten, für die Not im Jemen und in Haiti.
01:02Segne doch die Hilfslieferung in die palästinensischen Gebiete.
01:07Steh du den Menschen dort bei, dass sie wieder Hoffnung bekommen.
01:12Lass das Gute und die Menschlichkeit siegen.
01:16Gott, lass uns dankbar sein für das Aufblühen der Natur und für jeden Sonnenstrahl, der unser Herz voller Vorfreude auf
01:24den Frühling erwärmt.
01:26Lass uns aufeinander zugehen und diese Dankbarkeit gemeinsam spüren, in jedem Lächeln und jedem aufrichtigen Wort.
01:37Barbara und Wolfgang senden uns folgende Fürbitte.
01:40Ewiger, bitte hilf im Nahen Osten der Vernunft und nicht dem Hass.
01:46Befreie bitte die Geraubten.
01:48Es ist so schrecklich.
01:50Hab Erbarmen.
01:51Befreie bitte die Geraubten.
02:26Die Osterbotschaft gehört, die da heißt, Christ ist erstanden und hat den Tod überwunden.
02:35Eine Botschaft, die mit zunehmendem Alter immer wichtiger wird.
02:43Denn sie bedeutet Zukunft und Zuversicht über den eigenen Tod hinaus.
02:51Eine weitreichende Perspektive für alle, die an den auferstandenen Christus glauben.
03:01Und das ist mit Ostern eigentlich gemeint.
03:07Liebe Gemeinde, es ist nicht nur, dass fröhliche, bunte Ostereier suchen und die Osterhasen,
03:16obwohl Hasen und Kaninchen ganz besonders entzückende Tiere sind
03:21und alle unsere Osterbräuche Freude machen und auch dazugehören.
03:27Ostern meint das Fest und das Feiern in unseren Kirchen und Kapellen,
03:38so wie wir es heute Morgen miteinander tun.
03:43Und es ist das Hören auf die Osterbotschaft der Bibel.
03:50Christus ist auferstanden, so lautet die Urkunde der Christenheit.
03:58Und die biblischen Schriftsteller haben sie in ihren Geschichten für uns aufgeschrieben.
04:06Und wir dürfen ihnen ruhig trauen.
04:08Nein, niemand hätte irgendetwas festgehalten, wenn nicht geschehen wäre, was geschah.
04:16Denn die Zeit für große Romane war noch längst nicht gekommen.
04:20Nein, das, was die Menschen damals gehört und gesehen und erlebt hatten,
04:27das haben sie in Worte gefasst.
04:29Und wir lesen es bis heute.
04:33Vorhin haben wir es gehört.
04:36Der Evangelist Johannes hat uns seine Ostergeschichte erzählt.
04:43Und auch er ist genial darin, wie er es tut.
04:49Denn er führt unsere Gedanken in einen Garten,
04:53in dem es zumindest ein Grab gibt, das Grab Jesu.
04:59Und wenn sich nun in unserer Vorstellung Friedhöfe und bunte Gärten miteinander vermischen,
05:08dann liegt wohl darin die Absicht des Johannes.
05:13Weil er uns zeigen will, wie aus einem Ort der Trauer und des Abschiedes
05:20der Garten des Lebens wurde, damals am Ostermorgen.
05:26Denn das Grab ist leer und Engel werden sichtbar.
05:32Und sie verknüpfen die Sichtbare mit der unsichtbaren Welt
05:37und die Gegenwart mit der Vergangenheit.
05:42Als auch von einem Garten erzählt wurde,
05:46vom Paradies, dem Garten Eden,
05:48der mitten in der Welt lag
05:51und dessen Spuren wir heute immer wieder und immer noch entdecken können.
05:59An paradiesischen Stränden, unberührten Wäldern,
06:04im kristallklaren Wasser und in der Wunderwelt der Tiere.
06:09Im Paradies sind gerade sie zu finden,
06:13als Gefährten für uns Menschen,
06:16wie es im Schöpfungsbericht der Bibel heißt,
06:20um unsere Einsamkeit zu teilen.
06:24Nur dazu hat Gott sie geschaffen,
06:28dass sie mit uns den Garten Eden bewohnen,
06:33diesen Planeten Erde.
06:35Geschöpf aus Gottes Hand.
06:39Und hier feiern wir Ostern.
06:43Schauen in die Zukunft.
06:46Und wenn Martin Luther einmal sagte,
06:48er glaube schon,
06:49dass auch die Bälferlein in den Himmel kommen
06:51und dort goldene Löckchen hätten
06:54und er damit die Hunde meinte,
06:56dann sind wir mittendrin in der Ostergeschichte
07:00des Johannes von heute Morgen,
07:03die alle Zeiten miteinander verbindet.
07:09Den Anfang und das Ende,
07:12den Menschen mit der ganzen Schöpfung.
07:18Auf den ersten Blick sieht man ein leeres Grab
07:22und einen vermeintlichen Gärtner.
07:26Doch dann sollen wir erkennen,
07:28dass dies der Beginn unserer Zukunft ist,
07:31in die der Auferstandene uns rufen wird,
07:37bei unserem Namen, wie Maria.
07:41Ja, Jesus ruft sie bei ihrem Namen, Maria.
07:47Dieser Ruf ist ihr vertraut.
07:50Der trifft sie ins Herz
07:52und sie erkennt, wer vor ihr steht.
07:56Rabbuni, mein Meister, ruft sie.
08:01Vor ihrem inneren Auge sieht sie,
08:04wie er sie von ihrer schweren Krankheit geheilt hat,
08:07wie er ihren neuen Lebensmut schenkte
08:10und wie sie mit ihm
08:12und mit den anderen Jüngerinnen und Jüngern
08:15durch das Land pilgerte.
08:18Und nun steht er vor ihr,
08:21er, um den sie so viele Tränen
08:24in den letzten Stunden geweint hat
08:26und sie kann es noch nicht begreifen.
08:29Und doch, er ist es
08:32und ist dennoch ein anderer.
08:36Denn er verbietet ihr, sie zu berühren,
08:39wie das eigentlich vorher unter Freunden
08:42selbstverständlich war.
08:45Und dann spricht er weiter zu ihr.
08:48Er gibt ihr einen Auftrag
08:50und eröffnet ihr damit zum zweiten Mal
08:54einen Weg in die Zukunft.
08:58Jesus schickt sie zu den Jüngern,
09:01die sich versteckt haben.
09:03Er schickt sie hin,
09:04um ihnen das Ungeheure zu sagen,
09:07was sie gesehen, gehört und erlebt hat.
09:11Die Botschaft,
09:14Jesus lebt
09:16und sein Gott ist auch unser Gott.
09:21Diese Botschaft soll sie als Frau
09:24den Männern sagen.
09:27Welch eine Ungeheuerlichkeit
09:29zu einer Zeit,
09:31als Frau nicht einmal als Zeugin
09:34vor Gericht zugelassen worden sein.
09:37So wird es für Maria
09:39nicht leicht gewesen sein,
09:42diesen Auftrag auszuführen.
09:46Der Kirchenvater Augustin
09:48hat sie aber deswegen
09:49Apostelin der Apostel genannt.
09:55Und aus ihrem späteren Leben
09:57hören wir,
09:58dass sie als Predigerin
10:00diese Botschaft
10:01sogar zu uns nach Europa gebracht hat.
10:06Ja, Maria lässt sich
10:08aus ihrem Leid
10:09und aus ihrer Trauer herausrufen
10:12und geht einen neuen Weg.
10:16Sind auch wir bereit,
10:19wie Maria Magdalena
10:21uns auf einen neuen Weg
10:24zum Menschen schicken zu lassen
10:26mit der Osterbotschaft im Herzen?
10:29Das wäre gut,
10:32denn wir brauchen einander
10:34überall.
10:36Und gerade in einem Altenheim,
10:39wo jeder mit Einschränkungen
10:40des Alters zu kämpfen hat
10:42und eine jede mit einem anderen
10:45körperlichen oder geistigen Leiden,
10:48wo alle angewiesen sind
10:51auf den Dienst von Schwestern
10:53und Pflegern,
10:54von ihren Verwandten
10:56und Freunden
10:57und den Ehrenamtlichen
10:59und wo wir alle miteinander leben
11:03im Angesicht unserer Zukunft.
11:07Und die heißt
11:09Auferstehung,
11:11nicht Endstation
11:13und Tod.
11:16Wir werden das Tor des Todes
11:18nur durchschreiten.
11:19Dahinter wartet das Leben.
11:24Das feiern wir an Ostern.
11:27Und wir werden dann den schauen,
11:31den wir geglaubt
11:32und geliebt haben.
11:35Jesus Christus.
11:37Und er wird uns nicht sortieren
11:40nach unserem evangelischen
11:42oder katholischen Taufschein.
11:46Für mich sind die 10 Gebote
11:48vergleichbar mit dem Grundgesetz.
11:50Die Regeln sind kurz und knapp.
11:52Er sagt ja,
11:53und das habe ich auch bei Ihnen gelesen,
11:54er hat eine juristische Weltanschauung gehabt,
11:58Montesquieu.
11:58Was bedeutet das?
12:01Also das Stichwort,
12:03um das sich alles dreht,
12:04ist eben tatsächlich das Gesetz.
12:06Und das Gesetz war gewissermaßen
12:09der Hoffnungsträger der Zeit.
12:12Warum ist dann der christliche Kalender
12:13so stabil?
12:15Dafür gibt es zwei Gründe.
12:16Der christliche Kalender
12:17ist einmal stabil,
12:18weil übrigens auch
12:19nach 400 Jahren Streiterei
12:21die Kalenderreform dann die,
12:23die Gregor XIII. vorgenommen hat,
12:25dann tatsächlich die stabile Form,
12:27der wir auch den heutigen
12:28Schalttag verdanken, gefunden haben.
12:31Eine nicht ganz unkomplizierte
12:33Schaltregel übrigens,
12:34die ja besagt,
12:34dass man sozusagen die Schaltjahre,
12:36so ist das Problem entstanden,
12:38nicht nur nach der julianischen
12:39Kalenderreform alle vier Jahre,
12:41feiern darf,
12:42sondern eben alle Jahre,
12:43die durch 100 teilbar sind,
12:45ausfallen lassen muss,
12:46um da sozusagen eine Korrektur,
12:48während man wieder alle Jahre,
12:49die durch 400 teilbar sind,
12:50mit einem Schalttag
12:52nobilizieren darf.
12:53Also das ist ziemlich komplex
12:54und schon ziemlich genau.
12:56Also funktioniert es schon ziemlich.
12:57Der zweite Grund ist ein ganz anderer.
12:59Der christliche Kalender
13:00ist der einzige,
13:00und das ist seine geniale Idee,
13:02der die Zeitrechnung,
13:03um eigentlich,
13:04ich nenne das immer,
13:04ein Achsenereignis kreisen lässt.
13:06Der hat sozusagen
13:07ein Ereignis
13:08mitten in der Geschichte
13:08und kam irgendwann
13:09auf die geniale Idee,
13:11sozusagen die Jahre danach
13:12und die Jahre davor
13:13ins Unendliche verlängern zu können.
13:15Das war eine Vorbedingung
13:16auch für wissenschaftliche Entwicklung
13:17des 19. Jahrhunderts,
13:18deren Tagweite kaum
13:19hoch genug
13:20eingeschätzt werden kann.
13:22Alle anderen Kalender
13:23operieren mit Ursprungsereignissen.
13:25Die sagen,
13:25da ist unser Anfang,
13:26Weltschöpfung zum Beispiel.
13:287. Oktober 3761 vor Christus,
13:318 Uhr, 11 Minuten.
13:32So konnte man das
13:33nach dem jüdischen Kalender
13:34errechnen.
13:35Das war praktisch.
13:36Die Frage,
13:37was war davor,
13:37wurde dann ebenso ausgeschlossen
13:39wie heute,
13:39die Frage danach,
13:40was vor dem Urknall
13:41eigentlich gewesen sei.
13:43Und dann hat man natürlich
13:45versucht,
13:45auch einen Endpunkt zu finden.
13:47Und dieser christliche Kalender
13:49hat ein Ereignis in der Mitte
13:50und kann von da weg
13:52den Zeitstrahl
13:53in beide Richtungen
13:54mehr oder weniger
13:54ins Unendliche hinein verlängern.
13:56Euch aber muss es zuerst
13:58um sein Reich
14:00und um seine Gerechtigkeit gehen.
14:03Dann wird euch alles andere
14:06dazugegeben.
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