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00:00:25Am 1.
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00:00:28In 1882, the name of Theodor Hirneis was named as HofkĂŒchen-Elewe
00:00:34in the personal act of the king-bayerian Obersthofmaschall-Stab.
00:00:41Four years I belonged to the Hof-Haltung of an unusual king.
00:00:49The Jungen at the Bayerian Hof were very well behaved,
00:00:54well behaved, well behaved and were sorgfÀltig.
00:00:57Because we should later use the pensioners' Mund-KĂŒche.
00:01:03Every one of us was one of them was reichlich.
00:01:07He had a lot of food and everything,
00:01:12and he had to cook himself on a large shelf.
00:01:19Not so bad for the time was the Bayerian Hof.
00:01:23In Lokow, d.h. am festen Ort wie MĂŒnchen,
00:01:27erhielten wir im Tag 1,40 m.
00:01:30Auf den Partien, und der König war ja monatelang unterwegs,
00:01:34wie JagdhĂŒtten oder hier in Linderhof,
00:01:38da waren's dann schon 2,16 m.
00:01:41Ja, das war doch nicht schlecht.
00:01:44Man bedenkt, ein Ei hat einen Pfennig gekostet.
00:01:50Die Unterkunft war auch frei.
00:01:52Und sehr viel Gelegenheit fĂŒr Geldausgaben
00:01:55haben wir ja hier im Schloss sowieso nicht gehabt.
00:01:58Sodass ich am Ende eines Jahres immer eine ganz schöne Summe gespart hatte.
00:02:02Ich hab vom ersten Tag an gespart.
00:02:05Man will's ja spÀter zu was bringen.
00:02:07Ich hab auch bald mein freiwilligen EinjÀhrigenexamen gemacht und auch bestanden.
00:02:23Das hier ist gut.
00:02:25Das ist gut.
00:02:30Das ist gut.
00:02:31Thank you, Christoph.
00:02:53Yeah, not quite so good
00:02:55as with the protection and the reward
00:02:58of our living room
00:03:00in the MĂŒnchner Residenz
00:03:02were in our house
00:03:04over the present Hercules-Saal
00:03:08under the damaligen Wintergarten
00:03:11this Wintergarten
00:03:11was a very special creation
00:03:14of the king
00:03:14a huge amount of huge amounts
00:03:18he needed
00:03:19large, heavy wood construction
00:03:22and strong water
00:03:24and living
00:03:26and the living room
00:03:27and the living room
00:03:29and the living room
00:03:32and the living room
00:03:35the whole thing
00:03:35had a huge weight
00:03:37that after the death of the king
00:03:40he had to be removed
00:03:43and the living room
00:03:44and the living room
00:03:45had to be removed
00:03:46so he said
00:03:47as we had our house
00:03:50the Wintergarten
00:03:52was in full place
00:03:54our beds
00:03:55were under the sea
00:03:58that the king used for his
00:04:00and the living room
00:04:01had to be removed
00:04:04and somehow
00:04:04had the sea
00:04:05a hole
00:04:06because it was
00:04:07so that we were
00:04:11only with the
00:04:11he had to be removed
00:04:12and had the sea
00:04:13of the sea
00:04:13of the sea
00:04:13the sea
00:04:20would be
00:04:22perhaps
00:04:26but
00:04:28our
00:04:29mother
00:04:30This young Mut, the time he didn't come out, so he was at the school.
00:04:45And this is the SchlosskĂŒche.
00:04:48The base of the Bayerian HofkĂŒche was,
00:04:51compared to the Berliner Hof,
00:04:53the English-Deutsche Cost, the französische Gastronomie.
00:05:03And I believe that the Kirche of the MĂŒnchner Residenz
00:05:08was the famous Vorbilder of the Kirche Napoleon,
00:05:12Bernard and Du Bois,
00:05:15and the works Briand-Savarin,
00:05:18was not supposed to be.
00:05:24Ha,
00:05:26the guy is also out of Lilla's cabinet.
00:05:29The length of the料理 of the Seals,
00:05:32its delicious ingredients,
00:05:36its lukewarm-of-the-sav decorum,
00:05:40its lukewarm-of-the-boblims,
00:05:42its lukewarm-of-the-boblims.
00:05:42The rich food-toes were,
00:05:45its lukewarm-of-the-boblims,
00:05:45The rich food-toes were not spared
00:05:46by GĂ€nseleber-Pastetes,
00:05:48Austers,
00:05:49As weiztippel, die gibt es seit langem.
00:05:51Cholenter Rehkirchen, Polineser Mastenten, Schildkrötenfleisch, Langusten, das ist ein
00:06:08Rehkirchen von damals noch, ja bald nach der Einweisung kam dann die Warnkunde, ich lernte
00:06:21die SchrÀnke und BehÀltnisse kennen, ihre Inhalte, den Unterschied zwischen Korinthen,
00:06:29Sultaninnen, WeinbÀuerung, die mussten immer sehr sorgfÀltig gewaschen werden und auf
00:06:36kleine Steinchen untersucht werden, genauso wie die Bohnen und die Erbsen, hast du das
00:06:42verstanden, wurde ich gefragt, ich habe gesagt, ja, so, dann zeige ich, was du kannst, ja,
00:06:50dann haben sie mir ein Pfund Salz gegeben, das habe ich dann natĂŒrlich auch ins Lauberme
00:06:54Wasser geschĂŒttet, aber nicht nur, dass ich keine Steinchen gefunden habe, es war aber
00:07:02kein Salz mehr da. Ja, ĂŒber solche Niederlagen hat mich dann die Aussicht hinweg getröstet,
00:07:11dass ich mit meinen Nachfolgern auch so verfahren werde. Und ich blieb bei der Devise als Lehrling
00:07:21der Lach als Meister geacht.
00:07:30Linderhof, es ist draußen stockdunkle Nacht, aber das Schloss ist hell erleuchtet, der König
00:07:39kommt. Aus allen Fenstern strahlen die Kerzen in die Nacht hinaus. Und da sieht man ja schon
00:07:46den Spitzenreiter mit der Laterne, dann kommen die Schwolischees in die Paradeuniformen und
00:07:52gezogen von einem Viererzug die Rokoko-Karossen mit dem König drin. Der König fÀhrt vor,
00:07:57Schlag auf, Treppel runter, der König steigt aus. Ich war da herin im WestebĂŒhl und hab nimmer
00:08:05verschwinden können und bin da her. Der König betritt sein Schloss. Groß, staatlich, schön,
00:08:14blass. Eine geisterhafte Erscheinung mit großen, dunklen, aber unheimlich leuchtenden Augen. Ein
00:08:29rĂ€tselhafter König. So hab ich ihn zum ersten Mal gesehen. Er hat sich das VestibĂŒl angeschaut und dann
00:08:40den Ludwig XIV. gegrĂŒĂŸt. Der war sein Vorbild. Dann hat er diese SĂ€ule umarmt. Er hat gedacht,
00:08:53er wĂ€re allein. Ja, da wĂ€re ja keine Stunde lĂ€nger, hĂ€tte da herinbleiben dĂŒrfen, wenn der mich entdeckt hĂ€tte.
00:09:03Aber ich war schon sehr beeindruckt von dem königlichen GefĂŒhl. Und ich war der einzige Zeuge.
00:09:20Gegen viele seiner Handlungen und EntschlĂŒsse wurde immer StĂŒrm gelaufen. Aber wenn die Rede auf seine
00:09:26Persönlichkeit kam, da waren sie sich alle einig. Ein Monarch, wie er vollendeter nicht zu trÀumen war. Das
00:09:36MĂ€rchenbild von einem König. Ich wĂŒsste keinen Vergleich in unseren Tagen, um das GlĂŒcksgefĂŒhl zu schildern,
00:09:47das ich empfand. Das ich empfand, das ich gehört habe, dass ich fĂŒr diese hohe Persönlichkeit arbeiten
00:09:53dĂŒrfte. Wenn ich mir vorstelle, KĂŒchenangestellter bei einem StaatsprĂ€sidenten der Zongerkurde Stellung. Aber ein
00:10:08magerer Vergleich zu dem Glanz und Schimmer dieser Krone. In ihrem Umkreis sich bewegen zu dĂŒrfen, das ist GlĂŒck.
00:10:30Dieses GlĂŒcksgefĂŒhl hat mich natĂŒrlich nicht gehindert, mit Neugierde meine neue Umgebung zu
00:10:36studieren. Und das Hauptobjekt dieser Neugierde war natĂŒrlich der König. Damals habe ich ja noch
00:10:43geglaubt, man wĂŒrde ihm so jeden Tag begegnen. Das Erste, was man mir beigebracht hat, war mein
00:10:51Verhalten der MajestĂ€t gegenĂŒber bei einer eventuellen Begegnung. Der Meier hat mir das
00:10:57beigebracht. Erstes Gebot war, nĂ€hert sich seine MajestĂ€t, so hat man eine gebĂŒckte Haltung einzunehmen.
00:11:04So. Die Arme dann nach unten, Kopf nach unten, so. Und in dieser Stellung muss man warten,
00:11:14bis man angesprochen oder gewĂŒrdigt wurde. GewĂŒrdigt war man, wenn der König ĂŒberhaupt
00:11:22bemerkt hat, dass man da ist. Mich hat er, glaube ich, fĂŒnf- oder sechsmal gewĂŒrdigt. NatĂŒrlich war es
00:11:29ganz unmöglich, den König von sich aus anzusprechen oder auch anzublicken. Ja, das hÀtte man uns ja sowieso nicht getraut.
00:11:40SpÀter, als sich die Menschenscheu des Königs noch steigerte, hat er dann das chinesische
00:11:44Hofzeremonial eingefĂŒhrt. Das schreibt vor, dass man sich seiner MajestĂ€t nur kriechend auf allen
00:11:52Vieren nĂ€hern darf. Genauso kriechend hat man sich natĂŒrlich auch wieder zurĂŒckbewegen mĂŒssen. Also,
00:11:58wie ein Krebs. Ich habe es damals vermieden, seiner MajestĂ€t zu begegnen und bin halt von TĂŒren und Fenster
00:12:09ferngeblieben, auch vom Vorplatz.
00:12:18Über das Essen hat sich der König sehr selten geĂ€ußert und es war deshalb nicht leicht, den Geschmack
00:12:24seiner MajestĂ€t zu treffen. Auch hat sich der Geschmack und der Appetit natĂŒrlich sehr nach der
00:12:31jeweiligen Laune gerichtet. Man hat auch immer RĂŒcksicht nehmen mĂŒssen auf die schlechten ZĂ€hne der
00:12:38MajestÀt. Und deshalb hat man alles sehr weich und sehr flockig zubereitet. Nur in Suppen, da war die
00:12:47Auswahl ziemlich unbeschrÀnkt. Braune Konsumme mit Einlagen aller Art, Reis, Fadennudel, Schinkenröllchen,
00:12:54LeberspĂ€tzl, dann die sogenannte gebundene Suppe, WildpĂŒree-Suppe, die Creme Ă  la Rhin, ChicorĂ©e-Suppe,
00:13:03Ochsenschweif-Suppe, aber auch eine schöne Brotsuppe. Aber nicht so, wie es bei den Bauern gemacht wird. Nein, nein, die
00:13:09haben wir schon passiert mit Eigelb oder mit Rahm legiert oder mit einem verlorenen Ei serviert.
00:13:17Sehr oft hat der König einen Fisch bekommen, Forellensitzungenfilets in Weinsauce oder gebacken mit KrÀuterbutter oder Sauce Remoulade. Und dann
00:13:26hat man meistens ein schönes StĂŒck Rindfleisch folgen lassen. Meistens war es ein RostbĂŒff, das man so einige Stunden gekocht
00:13:36hat, schön zusammengebunden und dann in vier
00:13:40fingerdicken Scheiben serviert hat. Sehr gern hat er eine Klopse gegessen, fĂŒr ihn haschierte Kolbskotelette mit Champignons und Kartoffelbrei oder
00:13:50fĂŒr eine Omelette gefĂŒllt mit Spargelspitzen oder gerĂ€ucherte Ochsenzunge.
00:13:56Und im FrĂŒhjahr, da hat seine MajestĂ€t ganz besonders Kiebitz- oder Möweneier geliebt. Die Kiebitzeier, die kocht man so
00:14:06fĂŒnf Minuten und serviert sie dann durchgeschnitten in der Schale mit frischer, feiner Butter.
00:14:14Der König hat ihnen dann nur das Gelbe, den Dotter ausgestochen und das Weiße, das hat er liegen lassen. Trinker
00:14:22war der König, kein großer. Hohe Herrschaften lieben mehr die QualitĂ€t als die QuantitĂ€t der Weine.
00:14:32Aber wie gesagt, das Zahnleiden des Königs war uns von der KĂŒche ja wohl am besten bekannt. Schon mit 25
00:14:40Jahren konnte seine MajestĂ€t nichts mehr abbeißen.
00:14:43Und irgendwie war es beruhigend fĂŒr mich, dass auch er Schmerzen erleiden musste, wie jeder von uns. SpĂ€ter, zu meiner
00:14:53Zeit, war der König dann fast ganz zahnlos.
00:14:55Er hat sich ja auch immer ein parfĂŒmiertes Spitzentaschentuch vor den Mund gehalten und die Leute von sich entfernt.
00:15:03Das grĂ¶ĂŸte Zimmer im Schloss, das Schlafzimmer des Königs.
00:15:07Das ist wieder eine Kopie nach dem Schlafzimmer von Ludwig XIV. von Frankreich, den Sie hier verewigt sehen ĂŒber der
00:15:16TĂŒre hier auf diesem Bild.
00:15:17Beim Abendempfang, CouchĂ©. Und gegenĂŒber dann, beim sogenannten Lebe, dem Morgenempfang.
00:15:26Ludwig XIV. hatte immer die Angewohnheit, dass er seinen gesamten Hofstatum sein Bett versammelte.
00:15:32Am Morgen und am Abend. Sie können es ja hier sehr schön erkennen auf diesen beiden Bildern.
00:15:37Und links und rechts zu beiden Seiten vom Bett sehr wertvolle Goldapplikationsarbeit.
00:15:43Alles erhaben gestickt, also plastisch gearbeitet. Mit 22 rÀtigen Goldfarben.
00:15:50In jahrelanger Arbeit von der MĂŒnchner Firma Jörers geschaffen.
00:15:53Wurden zuerst Holzmodelle gemacht und dann ĂŒber das Holz gestickt.
00:15:59Und dieser LĂŒster hier, das war einer der Höhepunkte im gesamten Schloss aus böhmischem Kristallglas gefertigt.
00:16:06Glas aus Gablons. Und in Wien dann verarbeitet von der Firma Lobmayer.
00:16:12Der hat ein Gewicht von einer halben Tonne, also 10 Zentner und 108 Kerzen.
00:16:19Wurde in einmaliger Ausgabe angefertigt. Das Modell wurde anschließend vernichtet.
00:16:24Um eine Nachahmung auszuschließen, damit es auch einmalig bleibt.
00:16:28Der König arbeitete nachts und schlief am Tag.
00:16:32Er hielt seine Ruhezeit genau ein. Sie betrug 9 Stunden und 40 Minuten.
00:16:38Der erste Diener musste den König einschließen und die SchlĂŒssel mitnehmen.
00:16:47Am nÀchsten Tag musste er ins Zimmer kommen, die VorhÀnge öffnen, Licht machen und eine Tasse Tee bringen.
00:16:57Dann erfolgte eine tiefe Verbeugung als Morgengruß.
00:17:01Der König steigt aus dem Bett, trinkt einen Tee und geht ins Bad.
00:17:08Er hielt sehr viel auf Reinlichkeit.
00:17:16WÀhrend der Zeit hat eine AufwÀrterin das Bett neu bezogen.
00:17:23Die Frau durfte, wenn der König nach einer halben Stunde aus dem Bad zurĂŒckkam, nicht mehr im Raum sein.
00:17:30Der König liebte keine weibliche Bedienung.
00:17:33Der Diener Rutz hat ihn mit zwei FrottiertĂŒchern empfangen.
00:17:37Das Ankleiden war wie ĂŒberall, nur musste man beim König sehr darauf achten, dass die beiden Enden der schwarzen Krawatte
00:17:47immer gleich lang waren.
00:17:49Dann bekam die MajestĂ€t ein weißes, parfĂŒmiertes Spitzentuch und wenn alles in Ordnung war, nickte sie.
00:17:58Dann kam zuletzt der Hoffrisseur Hoppe, ein sehr wichtiger Mann.
00:18:05Der musste seine Arbeit schweigend verrichten.
00:18:08Er hat nicht reden dĂŒrfen.
00:18:10Das ist fĂŒr einen Frisseur natĂŒrlich eine sehr, sehr schwere Sache.
00:18:15Dann ein stilles Morgengebet.
00:18:17Da wollte der König allein sein.
00:18:20Das Bad war zu seiner Zeit natĂŒrlich viel prĂ€chtiger.
00:18:25Es war genauso wie hier.
00:18:27Alles mit blauem Samt ausgeschlagen.
00:18:31Nachdem die Toilette beendet war, kam das FrĂŒhstĂŒck.
00:18:35Es bestand aus Tee, Kaffee, Butter, Marmelade, Eier, GebÀck und Semmel.
00:18:42Das FrĂŒhstĂŒck dauerte meistens eine gute Stunde.
00:18:44Dann hat der König eine halbe Stunde Ausfahrt gemacht.
00:18:48Dann eine halbe Stunde Spaziergang.
00:18:50Und dann hat er seine Zeitungsausschnitte gelesen.
00:18:53Diese kamen immer aus MĂŒnchen.
00:18:55Eine ganze Zeitung haben wir eigentlich nie gehabt.
00:19:02Manchmal kamen Regierungsangelegenheiten heraus.
00:19:06Zweimal die Woche.
00:19:08Die waren aber nicht sehr wesentlich.
00:19:16Die Zeit bis zur Mittagstafel, abends, 7.30 Uhr, verbrachte der König mit Lesen seiner Literatur, die zur HÀlfte aus
00:19:27französischen Werken bestand.
00:19:30WĂ€hrend der Tafel wurde das Tischlein decklich nicht eingesetzt.
00:19:35Es kam hinauf, bevor der König Platz genommen hat und kam wieder herunter, nachdem seine MajestÀt gespeist hatte.
00:19:43Zwischen die GĂ€nge hat man es nicht gemacht, weil da hĂ€tte er oben immer aufstehen mĂŒssen.
00:19:48Das Souper war einfacher.
00:19:51Acht bis neun GĂ€nge.
00:19:52Und es wurde auch vorgekocht, sodass ich als KĂŒchenjunge es nur mehr auf den Rechots da aufwĂ€rmen musste.
00:20:03Nach der Hauptmahlzeit hielt sich der König meistens in seinen RÀumen auf.
00:20:08Seltener im Freien.
00:20:10Er zeichnete, skizzierte oder diktierte Schlossbauangelegenheiten.
00:20:18Das MenĂŒ hat der König meistens aus der Speisenkarte erfahren.
00:20:23Die habe ich oft geschrieben in Französisch.
00:20:26Viele davon sind heute Museen.
00:20:28Die Links neben der Suppenangabe war der Name des Diensthabens Mundkochs.
00:20:33Das war der Platz seiner MajestÀt.
00:20:38Einmal war ich gerade dabei, hier das Tischlein decklich fĂŒr vier Herrschaften zu legen.
00:20:45Der Blumenstraße, der war damals nicht da, der war hinten auf dem Kamin beim Essen.
00:20:50Als ich aus dem Koblenzimmer, durch den blauen Salon, plötzlich die königlichen Schritte hörte.
00:20:57Der König ist auf dem Tisch zu, hat die Speiskarte genommen, hat gelesen und hat gefragt,
00:21:02Filets Ă  la Almond, was ist das?
00:21:06Ich habe gesagt, MajestĂ€t, das ist das zarteste StĂŒckchen vom Kalb direkt unter dem RĂŒcken.
00:21:12So, dann wollte er weiter wissen.
00:21:15Da habe ich das erste Mal seine Stimme gehört.
00:21:17Da war ich noch nicht lang bei Hof.
00:21:18Der hat so ein bisschen gepresst, hat er gesprochen.
00:21:26Aber sehr angenehmes Organ und reinstes Hochdeutsch.
00:21:30Dann wollte er wissen, warum heißen die Almond diese Filets?
00:21:34Dann habe ich gesagt, MajestĂ€t, weil sie in den deutschen Landesfarben mit schwarzer TrĂŒffel, weißem Speck und roter Zunge gespickt
00:21:43sind.
00:21:44Dann hat er genickt.
00:21:45Und dann plötzlich wollte er wissen, gibt es diese Filets auch à la BaviÚre?
00:21:51Aber das musste ich verneinen, weil da hÀtte man ja bayerisch-blau dazu gebracht und blau gibt es in Espa
00:21:58nicht.
00:21:59Dann hat sich der König wieder seinen GÀsten zugewandt.
00:22:02Also diese GÀste waren ja nicht immer da, nur zu ganz besonderen AnlÀssen.
00:22:08Meistens waren es drei Damen vom französischen Hof.
00:22:12Die Pompadour.
00:22:14Dann die.
00:22:14Die DĂŒbari.
00:22:16Ja, der König, der hat die schönsten Damen gehabt.
00:22:20Die andere hat Mente noch oder so Ă€hnlich geheißen, aber die war nicht so oft da.
00:22:24Der König hat charmant mit den Damen geplaudert, hat ihn zugetrunken, zugelÀchelt.
00:22:31Es wurden ihnen auch Speisen aufgelegt, aber gegessen haben die Damen nichts, denn sie waren eingebildet.
00:22:37Also der König hat sie sich halt eingebildet.
00:22:39Ja, sie waren Produkte seiner Fantasie.
00:22:43Doch sehr praktisch.
00:22:45Damen einladen, die nichts reden können, weil sie nicht da sind.
00:22:49Sehr praktisch.
00:22:54Nachher zog man sich dann gelegentlich hier in den Spiegelsaal zurĂŒck.
00:23:00Zu diesen kleinen, intimen Einladungen wurde auch oft das berĂŒhmte goldene Service benutzt
00:23:06mit den goldenen Tellern.
00:23:07In Herrn Kimse auch, aber da war ich weniger dabei.
00:23:12Als nach dem Tod Ludwigs diese goldenen Teller in FĂŒrstenried beim Otto aufgetaucht sind
00:23:19und er sie gesehen hat, da hat er sofort gesagt, nun mĂŒsst ihr Aber-MajestĂ€t zu mir sagen.
00:23:31Der Otto hat sich in FĂŒrstenried ĂŒberhaupt niemanden zum Essen eingeladen.
00:23:37Er war so ein Blonder mit einem verwilderten Ziegenbart.
00:23:43Der König hat er eigentlich nicht ausgeschaut.
00:23:48Manchmal hat er noch Ansprachen und Reden gehalten an seinem Volk.
00:23:53Ein Park.
00:23:57Aber wir waren ja jetzt noch hier, in Linderhof.
00:24:03Und mehr haben zu tun gehabt mit unserer MajestÀt.
00:24:08Die war gar nicht so einfach.
00:24:15Wenn der König da oben speisen wollte, da gab's immer Aufregung.
00:24:20Nicht nur, dass die Speisen im richtigen Moment vom Herd weg, teils fertig, teils halbfertig,
00:24:28gut eingepackt werden mussten und dann in große, flache Körbe verpackt werden mussten.
00:24:37Und dann hatten sie ihn aufgeschafft, da oben.
00:24:44Neun bis zwölf GÀnge.
00:24:48Das hÀtte ja keine Schwierigkeiten gehabt, wenn der Wunsch seiner MajestÀt
00:24:53nicht immer erst im letzten Moment bekannt geworden wÀre.
00:24:56NatĂŒrlich hatte sich auch das Diner und die Zusammenstellung
00:25:03nach der jeweiligen Örtlichkeit zu richten.
00:25:13Das Anrichten der Speisen auf den Kristallschalen und GoldschĂŒsseln,
00:25:20das Dekorieren der TafelaufsĂ€tze war natĂŒrlich hier oben besonders diffusil.
00:25:24Und in dieser KĂŒche kein Licht reicht.
00:25:29Ah, Personalentgangeszahlen.
00:25:31Da macht sich niemand Gedanken.
00:25:38Aber eine Unmöglichkeit hat's fĂŒr den König nicht gegeben.
00:25:43Hallo.
00:25:44Hallo.
00:25:47Ja, warum machst du denn nicht auf, Frau MĂŒller?
00:25:49Ja, hÀtten's halt leid.
00:25:53Die Befehle des Königs mussten ohne Widerspruch durchgefĂŒhrt werden.
00:25:59Er hatte kein VerstĂ€ndnis fĂŒr unsere Schwierigkeiten.
00:26:04Der dauernde Platzwechsel fĂŒr die Diners, die PrimitivitĂ€t der JagdhĂŒtten mit den kleinen Öfen,
00:26:14die dauernde Änderung der Essenszeiten, die stĂ€ndige Nachtarbeit, der Kerzenlicht.
00:26:22FĂŒr den König war die KĂŒche eine unangenehme, aber notwendige Unterbrechung seiner geistigen BeschĂ€ftigung.
00:26:46Er lobte sie nicht und er tadelte sie nicht.
00:26:49An besonders hohen Feiertagen, an Weihnachten, an seinem Geburtstag oder Namenstag, da war der Kreis der Beschenkten immer ganz besonders
00:27:00groß.
00:27:02Alle, alle haben was gekriegt.
00:27:05Alle.
00:27:06Nur mehr nicht.
00:27:08Nichts.
00:27:11Nichts.
00:27:12Und der König verteilte seine Gaben mit großer Huld.
00:27:22Aber mir von der KĂŒche nichts.
00:27:28Keine Bargratifikation oder Anerkennung oder Andenken.
00:27:40Trotzdem, wir liebten unseren König vom ersten Hofkoch bis zur letzten Putzfrau.
00:27:52Gern hĂ€tten wir ihm manchmal SonderwĂŒnsche erfĂŒllt.
00:27:56So KlĂŒsteln, die nicht auf der Speisenkarte standen.
00:28:00Feine Hummer-Mayonnaise, Kalbskopf und Tochtue mit TrĂŒffel, Scheiben, Champignons, gebackenen Fleurons.
00:28:11Das sind diese kleinen Halbmunder oder das BlÀtterteig.
00:28:13Oder SchnÀpfenpastete, Omelette-Surprise, Soufflé.
00:28:20Mei, mit einem Omelette.
00:28:21Da ist einmal was passiert.
00:28:23Und wer diese DiffizilitĂ€t dieser Speise kennt, die ist nicht ganz pĂŒnktlich auf dem Tisch.
00:28:30Seine Maisdecke gekommen und wie es dann endlich da war, da ist er aufgestanden und hat gesagt, ich mag nicht
00:28:38mehr.
00:28:43Nach dem Abservieren konnte ich manchmal ihn beobachten, wie er da unten am See sich in seiner goldenen Muschel hat
00:28:58herumrudern lassen.
00:28:59Das sah gespenstisch aus.
00:29:04Auf die Idee, dass er krank war, bin ich eigentlich damals nicht gekommen.
00:29:11Aber es tauchten doch BefĂŒrchtungen auf, ob sich seine Fantasie noch an der Grenze des Normalen bewegte.
00:29:23SpÀter bin ich oft gefragt worden, ob der König ein besonderer Feinschmecker war.
00:29:30Wichtiger als die eigentliche Speisenzubereitung war ihm die Inszenierung, der Ă€ußere Rahmen.
00:29:37Und so saß er dann ganz allein vor den Terra-Alba-Sockeln, auf denen Langusten und Hummer dressiert waren.
00:29:45Und um allegorische Figuren aus Tragant gruppierten sich Bekannte als Piks mit GĂ€nseleber-Pafet und einem marmorierten FĂŒllhörer.
00:29:54Nach dem Diner haben wir dann alles wieder hinuntergebracht.
00:30:03Und meistens lag dann schon das Graswangtal im MorgennÀbel.
00:30:14Wir haben ja noch andere Ausflugsorte gehabt, zum Beispiel den Maurischen Pavillon, in denen der König seine nÀchtlichen Tage verbracht
00:30:25hat.
00:30:27Jedes Ausflugsziel hat natĂŒrlich seine kleinen Besonderheiten gehabt, was Speisenfolge und Gedeck betraf.
00:30:35Dazu wurden umfangreiche NotizbĂŒcher gefĂŒhrt, die immer sehr sorgfĂ€ltig studiert werden mussten.
00:30:42Hier im marokkanischen Pavillon gab es Pyramidenbohle und Feilchenbohle.
00:30:49Die Pyramidenbohle hatte Ananasgeschmack, dazu gab es Datteltörtchen.
00:30:56Die Feilchenbohle bestand aus eingeweichten Feilchenwurzeln, Insekt.
00:31:03Dazu wurden kleine Petifurs gereicht, die zierlich mit kantierten FeilchenblĂŒten belegt waren.
00:31:17In der Mitte Jagdrasil, die alles ĂŒberragende riesige Weltesche aus natĂŒrlicher gewachsener Buche.
00:31:27Der Stamm so dick, dass sie drei Germanen mit MĂŒhe umfassen können.
00:31:31Hier in der Hofoper extra angefertigt, aus Papier, Holz und Papertickel.
00:31:38Im Stamm der Schwert Hundings, daher der Name HundinghĂŒtte.
00:31:44Um die Weltesche, BĂ€renfelle, das nett und gemĂŒtlich fĂŒr den König wird.
00:31:49An dieser Wand BĂ€nke und schwere Eichentafeln fĂŒr den König.
00:31:56Hier die Keller fĂŒr den Meht- und fĂŒr den BĂ€renschinken, Rentierschinken.
00:32:03Auch fĂŒr Heizung und sonstige VorrĂ€te.
00:32:07Hier die offene Feuerstelle mit dem Mehtkessel, dahinter meine KĂŒche.
00:32:13Die war ganz klein, weil große TinnĂ©s hat man ja hier nicht gegeben.
00:32:17Ah, das war die Esche, die eine Linde war.
00:32:22Zwei kleine Kabinette an dieser Wand.
00:32:26Eines fĂŒr seine MajestĂ€t, zum Ausruhen.
00:32:29Im anderen hat der Hoppe die Schwolischés so als Germanen umgezogen und eingekleidet.
00:32:36Das Ganze ĂŒberdacht von einem massiven Eichendach mit Moos drauf und Steinen.
00:32:41Ein schweres Eichentor mit Aussicht auf den idyllischen See mit Schwan und Einbaum.
00:32:51Der See ganz ausgeschlagen mit Kupfer.
00:32:56Hier in der HundinghĂŒtte waren im Jahr zwei große Feste.
00:33:00Ein Dienerfest und dann ein großes Germanenfest mit dem König, so in der Sonnenwende.
00:33:08Wochenlang wurde das vorbereitet.
00:33:11Der Stallmeister Hornig, der hat unter die Schwolischés solche Germanen rausgesucht.
00:33:17Die sind dann vom Hoppe und in der Oper von einem Tanzmeister ausgebildert worden.
00:33:22So in Germanen-TÀnze und auch GesÀnge haben sie gelernt, lebende Bilder.
00:33:27So aus der germanischen Sagenwelt und nach den Bildern in der Schwanzstein oben im SĂ€ngersaal der HundinghĂŒtte.
00:33:34Ja, ich hab die vergessen, die Leute.
00:33:37Ich hab in der Zeit hauptsÀchlich den Met gebraut.
00:33:41Der Met.
00:33:43Zum Met nehmen Sie sechs Teile Wasser, ein Teil feinsten bayerischen Malttonik.
00:33:49Das Ganze kochen Sie auf mit Zimt, Muskatnuss, MuskatblĂŒte und eine halbe Pomeranzenschale.
00:33:58Nach Erkalten fĂŒllen in eine GĂ€rflasche und dann lagern im GĂ€rkeller da unten.
00:34:05So ungefĂ€hr trinkfertig nach fĂŒnf Wochen.
00:34:08FĂŒr den König haben wir den Met natĂŒrlich verfeinert mit rumĂ€nischen RosenblĂ€ttern.
00:34:13Aber die Germanen, die haben wir schon auch gemeldet.
00:34:15Also die Wirkung vom Met ist unheimlich, nach zwei Stunden.
00:34:20Die sind raus und hinter Bang sind sie hinter ...
00:34:24Ich war nie ein Germanen.
00:34:27Schon wie ich zum König bin,
00:34:30da haben sie daheim gesagt,
00:34:32Buh, nicht auffallen.
00:34:34Tu dir Arbeit, nicht auffallen.
00:34:41Das waren doch keine Orgien, wie die Kolportöre dann nachher geschrieben haben.
00:34:47Manchmal ist der König auch dann allein zu stillen Stunden heraus.
00:34:54Einmal hat er den Huber und den Ostacher mitgenommen.
00:34:56Das waren also besonders schöne Schwalischees.
00:35:00Die haben diese weißen Rehlederhosen angehabt, die man ĂŒberhaupt noch feucht hat anziehen können.
00:35:06Die sind da trocken, ganz eng war.
00:35:08Da hab ich Maka serviert.
00:35:12Und Hollerkirche, weil Holler ist ja auch was, Holunder ist ja auch was Germanisches.
00:35:19Und den Schlagraum hab ich in ein silbernes GefĂ€ĂŸ, das war wie ein kleiner Hirsch getan,
00:35:25und ein Puderzug in eine kleine Eule, die hat oben ein Kopflöcher gehabt.
00:35:30Und dann ist der König hinaus, hat sich an der Hand genommen, die zwei,
00:35:37und ist mit ihnen in den See gegangen.
00:35:40Das hab ich gesehen, ich war da hinten.
00:35:46Das war doch keine Orgel.
00:35:49Dann, wenn der Nebel gekommen ist, in der FrĂŒh,
00:35:54ist er hinter in die Klause des Gornemanns gegangen, in die Einsamkeit.
00:36:03Da hat er dann Buse getan.
00:36:09Wenn der König hier weilte, dann haben natĂŒrlich ĂŒberall Blumen blĂŒhen mĂŒssen.
00:36:15Und wo nix blĂŒht hat, da hat der HofgĂ€rtner RasenstĂŒcke mit blĂŒhenden Blumen eingepflanzt.
00:36:22Im FrĂŒhjahr wollte der König auch eine Karfreitagswiese,
00:36:27und da ist der Schnee dann weggekommen und es wurden aus dem Treibhaus einfach FrĂŒhlingsblumen eingepflanzt.
00:36:35Da haben die Hirsche schon gewartet drum.
00:36:38Aber die durften nichts fressen, da haben wir schon aufgepasst.
00:36:43Erst, wenn der König hinten war, in seiner Buse, da war es erlaubt,
00:36:50denn da herrschte der absolute Karfreitagsfriede.
00:36:58Herrschaft, nein, das Wetter war damals auch ganz anders.
00:37:01Ich kann mich nicht erinnern, dass es einmal nur geringt hat, wenn wir da waren.
00:37:16Ja, wenn ein König auf den Berg steigt, da ist schon was los.
00:37:21Da braucht man 20 bis 30 krÀftige MÀnner.
00:37:24Das waren die LeibtrÀger, die anderen waren Eingeborene aus der Gegend.
00:37:28FĂŒr die war es eine große Ehre, wenn sie viele König haben tragen dĂŒrfen.
00:37:32Die LeibtrĂ€ger haben die feine WĂ€sche fĂŒr den König getragen,
00:37:38dann die BergkostĂŒme, Toilettartikel, die PlĂ€ne fĂŒr Schlösser, die noch gar nicht gebaut waren,
00:37:45und viel Literatur.
00:37:46Und die anderen, Tafelsilber, Geschirr, das befohlen war fĂŒr besondere Gedenktage,
00:37:53und der tĂŒrkische GewĂ€nder fĂŒr den Schachen oben, das hat man immer gebraucht.
00:37:59Da unten, die Alm, das ist die Wettersteinalm, die war die Talstation.
00:38:06Da sind die TrÀger beladen worden, und der König ist da umgestiegen in sein zweirÀderiges Bergwagerl.
00:38:13In einem eigens konstruierten Bergwagen sind die schwereren Sachen transportiert worden,
00:38:19das Bier, KĂŒchengeschirr oder die Badewanne fĂŒr den König.
00:38:25Das ist schon ein neuer Weg darauf.
00:38:28Wir sind den, das ist der alte Weg.
00:38:31Der Zanders, der hat diese ganze Expedition geleitet, der hat unheimliche Angst gehabt.
00:38:37Die KĂŒche folgte dann.
00:38:41Der diensthabende Mundkoch und meine Wenigkeit getragen haben ja nichts.
00:38:45Das haben die TrÀger besorgt.
00:38:47Der König ist ja erst spÀter gekommen in einem Ponywagerl.
00:38:53Hinten nach sein Liebling, der Ralf, den hat er aus dem Wagerl raus mit Zucker gefĂŒttert.
00:38:59Ja, dem Ralf, den haben wir ja oben am Schachen,
00:39:02haben wir dem ein großes Diner vor dem Schachen decken mĂŒssen.
00:39:06Aber der war ja unheimlich wild, der hat ja den ganzen Tisch umgeworfen.
00:39:18Ja, wenn Sie Ihnen vorstellen, so als EmpfangsmenĂŒ,
00:39:22Diner fĂŒr den König, nach der Suppe eine kleine Vorspeise,
00:39:27Pastetchen oder Muscheln gratiniert,
00:39:30dann gesottenes Ochsenfleisch, das hat seine MajestÀt ja sehr, sehr gern gegessen,
00:39:34das haben wir zu jedem Diner gekocht mit GemĂŒsen,
00:39:38dann eine kleine Zwischenmahlzeit,
00:39:42Lammkotelettchen mit KastanienpĂŒree oder HĂŒhnerfrikassee,
00:39:45dann was Herzhafteres, gebraten Wild oder GeflĂŒgel, je nach Jahreszeit.
00:39:54Dann was Kleines Bekanntes, Dukaten-Nudeln mit Krebsbutter und als Nachtisch dann Apfelraumstrudel.
00:40:05NatĂŒrlich auch ein bisserl Eis und eine Mokka und ein kleines Dessert, was halt so dazugehört.
00:40:12Als GetrÀnk, Waldmeisterbohle, römischer Eisbunsch, Sorbe.
00:40:16Weil Bier trinkt auch der König keins, das haben wir ja nur fĂŒr die TrĂ€ger mitgenommen.
00:40:24Wir haben natĂŒrlich nicht nur fĂŒr den König die Dines zubereitet,
00:40:29sondern haben auch fĂŒr das Personal und fĂŒr die TrĂ€ger gekocht.
00:40:32Die Leute haben dasselbe gekriegt, was sie daheim halt auch gegessen haben.
00:40:36Die TrÀger wurden sofort nach der Ankunft losgeschickt auf die Almen,
00:40:40Mulchhohen, Rahm, Butter, die anderen das Wasser bringen fĂŒr den König.
00:40:46Denn der König hat sich nach einem so beschwerlichen Aufstieg
00:40:49natĂŒrlich sofort heiß baden lassen.
00:40:54Einen Tag nach uns ist dann seine MajestĂ€t gekommen, in der FrĂŒh.
00:41:00Denn er hat ja bekanntlich nachts gearbeitet und gelebt.
00:41:05Folglich hat er auch nachts seine Reisen gemacht.
00:41:08Ich glaub ja, an dem ganzen Schachen hat er am meisten die Fahrt aufkriegt.
00:41:13Das war eine wilde, romantische Sache.
00:41:15Da sind Vorausvorreiter, die haben Leute vertrieben, wenn wirklich welche in der Nacht auf dem Weg waren.
00:41:22Man hat ja angeblich den König nicht sehen dĂŒrfen.
00:41:25Und dann ist wieder ein Vorreiter gekommen mit Fackeln.
00:41:27Und dann dampfende Ponys, die haben ein König gezogen.
00:41:31Hinten drauf der Maier, der hat sich auch angebunden, so Angst hat der gehabt.
00:41:35Und das war einfach aufregend, das hat ihm halt gefallen.
00:41:41Aber manchmal, wenn er huldvoll oder Laune war, dann hat er schon erlaubt, dass jemand an seinen Wagen kommt.
00:41:46Ein Kind oder ein Bauer holt's auch weiter.
00:41:50Er hat dann gesprochen mit den Leuten, hat nach dem Namen gefragt.
00:41:54Oder wie viel Uhr es ist, hat einmal einen HolzfĂ€ller gefragt, der hat natĂŒrlich keine Uhr gehabt.
00:41:58Aber am nÀchsten Tag hat er von seiner MajestÀt eine silberne Uhr bekommen.
00:42:03Ah, so war er.
00:42:05Ja, darum ist der Mann auch heute noch so populÀr.
00:42:08Wir haben ihm dann droben am Schachen, haben wir ihm als Überraschung ein Feuerwerk und eine Festillumination gemacht.
00:42:17Na ja, das Schloss noch ein bisschen was ausschaut.
00:42:20Aber er ist so spĂ€t gekommen in der FrĂŒh, dass die Sonne schon aufgegangen war und dann hat er nicht
00:42:25mehr viel gesehen von der Illumination.
00:42:27Na ja, gekehrt hat er die Raketen noch, das ist ja auch schön.
00:42:36Abwechslung hat's im Hochgebirge natĂŒrlich nicht so viel gegeben.
00:42:40Ein Dichter war einmal da, der Felix Dahn.
00:42:43Kampf um Rom hat er geschrieben, damals sehr berĂŒhmt.
00:42:45Ja, heute steht's auch noch in vielen Bibliotheken.
00:42:49Und so ein junger Schauspieler, Kainz Josef, den hat der König damals in seinem Hoftherter entdeckt.
00:42:57Das Organ hat ihm sogar gefÀllt.
00:42:59Er hat also eine sehr schöne, laute Stimme gehabt.
00:43:02Und dann hat er ihn da rauf auf den Schachen eingeladen.
00:43:06Und dann war er sehr enttĂ€uscht von dieser Stimme, weil er hat gedacht, dass der außerhalb der BĂŒhne auch so
00:43:13unnatĂŒrlich redet.
00:43:14Und dann hat er da rauf und hat sich unterhalten mit ihm und hat ihm gesagt, ich höre nicht, ich
00:43:20höre nicht.
00:43:22Und es war aber weiter weggegangen.
00:43:24Dann hat Kainz noch ein bisserl lauter gesprochen und aber jetzt noch mehr weiter weggegangen.
00:43:28Und er hat gesagt, ich höre nicht, ich höre nicht.
00:43:29Und dann hat er am Schluss den Spritzbrunner aufgedrehen lassen.
00:43:35Da ist der kleine Mann gekommen, der Abu.
00:43:38Den haben wir seinerzeit vom Schauer von Persien geschenkt gekriegt.
00:43:41Und jedenfalls ist dann da der König gestanden und da der Kainz.
00:43:44Und der Kainz hat geschrien.
00:43:46Und wir haben uns gedacht, wunder was los ist.
00:43:49Aber die haben sich nur ĂŒber Mode unterhalten.
00:43:52Ja, der Kainz ist mit diesem Organ dann schon sehr berĂŒhmt worden als Schauspieler.
00:43:58Da hat es ja gepasst, nicht, im Hoftheater.
00:44:00Und hat auch Memoiren veröffentlicht.
00:44:02Also sehr intim war das nach dem Tod vom König.
00:44:09Ja, Schlosspark kann man hier kennen, aber den braucht man ja nicht bei der schönen Aussicht.
00:44:16Hier die Partnach.
00:44:19Partnach Klamm.
00:44:21Schneeferner Plateau, Alpspitze.
00:44:23Wachsenstörner.
00:44:24Die drei da dahinter.
00:44:27Dann hier Aussicht auf Partenkirchen.
00:44:31Linderhof sieht man nicht von da aus.
00:44:33Auf der Wiese waren viele RegierungsgeschÀfte.
00:44:38Da hat der König seine Boten empfangen.
00:44:41Der KabinettssekretÀr.
00:44:43Der hat ihm die Akten vorgelegt.
00:44:46Außenrum sind die Diener und die TrĂ€ger gesessen und zugeschaut.
00:44:50Der König in der Mitte auf dem Stuhl.
00:44:52Dahinter zwei lag Kain.
00:44:54Seine Lieblingsrappe, der Ralf.
00:44:57Der König hatte so einen schottischen Reiseanzug mit so einem MĂŒtzerl auf.
00:45:02Und die Boten sind dann immer gleich wieder da runtergeschickt worden, weg.
00:45:06Die haben ja gar nichts zu essen gekriegt.
00:45:07Manchmal ein bissel was zu trinken.
00:45:09Hier die Schachenplatten.
00:45:11Mit dem berĂŒhmten Echo.
00:45:14Hallo!
00:45:17Nein, heute geht's nicht.
00:45:21Ja, manchmal ist er schon auf auf den Berg.
00:45:23Als Bergsteiger da hat er dann ganz zĂŒnftig ausgeschaut.
00:45:29Er hat ja immer echt ausgeschaut.
00:45:31Ganz gleich, was er angehabt hat.
00:45:33Aber nicht zum Jagen, weil Jagen war verboten.
00:45:37Das wollte er nicht.
00:45:41Und hier waren halt auch so Reisen, TrÀume.
00:45:48Da ist er meistens im Orient gereist.
00:45:52Da ist er dann gesessen im Kreis seiner Getreuen und seiner MĂ€nner.
00:45:58Das waren wir, weil andere waren ja nicht da.
00:46:00Und es hat die RÀucherpfannen geraucht und RÀucherstÀbchen.
00:46:09Wir sind als TĂŒrken da gesessen.
00:46:14Ja, wir haben auch geraucht.
00:46:18Nagilew, das haben wir damals schon gekannt.
00:46:22Der König, der hat nicht geraucht.
00:46:24Der hat gelesen, PlÀne studiert.
00:46:28Er war ja schon wieder auf einer neuen Reise.
00:46:31Er wollte einen chinesischen Winterpalast am Plansee bauen.
00:46:37Aber da ist er nicht mehr dazukommen.
00:46:41Am liebsten wÀr's ihm halt gewesen,
00:46:43wenn er die schönsten Sachen von ĂŒberall her,
00:46:47GebÀude und Pflanzen,
00:46:49Vegel, Reh, Pfauen, Paradies-Vegel und das alles,
00:46:54wenn er das alles an einen Ort gebracht hÀtte.
00:46:57Vielleicht auch Leute.
00:47:00Mein Paradies wollte er halt.
00:47:03Das hÀtte man schon Bayern sein können.
00:47:06Das war das alte Schloss von Schwangau.
00:47:09Da hat er seine Jugend verbracht.
00:47:11Das war kein Paradies.
00:47:12Das kann ich völlig falsch sagen.
00:47:15Nicht einmal genug zu essen haben sie ihn gegeben.
00:47:17Da muss ja auch ein Kind ins Fantasieren kommen.
00:47:20Einer baut sich eben so Sachen.
00:47:22Wie da diesen Wintergarten auf dem Dach der Residenz drum.
00:47:27Vorne der See war ganz echt.
00:47:30Der war der, der betropft hat auf mein Bett drunter.
00:47:33Und hinten von dem Zeltweg, das war kĂŒnstlich.
00:47:36Das war gemalt von der Hofoper.
00:47:42Ich glaube, da ist der Himalaya da hinten.
00:47:44Er hÀtte ja diese Reisen alle in echt machen können.
00:47:48Das war ja vermögender Mann.
00:47:50Bayern war ja reich damals.
00:47:51Aber darum ist es ihm nicht gegangen.
00:47:53KĂŒnstlich wollte er es haben.
00:47:55Einfach nur fĂŒr seine Fantasie.
00:47:57Zweimal war er in Frankreich, in Paris.
00:47:59Aber er wollte ja nicht das Paris vom vorigen Jahrhundert.
00:48:03Nein, Paris vom Ludwig dem Vierzehnten.
00:48:05Das wollte er.
00:48:05Oder Versailles.
00:48:07Solche Gesellschaften und solche Herrschaften da.
00:48:10Dann hat er es mit der Oper probiert.
00:48:14Die Germanen.
00:48:16Der Musik.
00:48:17Da hat ihm dann sehr der Richard Wagner geholfen.
00:48:21Den hat er ja frĂŒh kennengelernt.
00:48:23Der hat dann viel solche Germanen erfunden fĂŒr ihn.
00:48:33Und diese Werke, diese Opern werden ja heute noch aufgefĂŒhrt.
00:48:36Die Theater sind voll.
00:48:38Es ist auch ein großes Verdienst von unserem König,
00:48:41dass er diese Werke schaffen hat lassen.
00:48:45Und ein Zeichen dafĂŒr,
00:48:47dass die viele Leute diese SehnsĂŒchte heute noch haben,
00:48:52ist ja, dass das so viel in diese Opern hineingehen.
00:48:56Und gerade die jungen Leute, die verstehen einen König.
00:48:59Die haben ja dieselben SehnsĂŒchte.
00:49:01Hier kÀmpft Hunding gegen Wotan.
00:49:05Wotan mit einem Speer, geschnitzt aus dieser Weltesche.
00:49:10Nach der Sage soll ja dieser Kampf heute noch fortan.
00:49:16Und das ist eine Operndekoration mit der HundinghĂŒtte.
00:49:21Und nach dieser HundinghĂŒtte ist unsere HundinghĂŒtte gebaut.
00:49:26Der Sigmund sieht das Schwert, Notung aus der Weltesche.
00:49:30Und diese Glinde beschwert ihn wahrscheinlich,
00:49:32dass er's drin lassen soll.
00:49:34Da sind die Germanen immer gesessen.
00:49:36Hier der Platz des Königs mit dem BÀrenfell.
00:49:40Da war ich, Medkessel.
00:49:42Das war die TĂŒr zum See raus.
00:49:45Die BĂ€ume, die waren nicht da bei uns.
00:49:52Das ist die KĂŒche.
00:49:53Die ist nicht direkt oben, sondern hier unten bei den WirtschaftsgebÀuden.
00:49:58Die ist noch in Betrieb und war damals ganz genauso.
00:50:02Ich glaub, das ist der einzige Herd in alle Königschlösser,
00:50:06der noch beheizt wird.
00:50:07Da war natĂŒrlich ein schöner Kupferner-Rauchabzug
00:50:10und ĂŒber ein Kupfergeschirr.
00:50:13Da, Buffet.
00:50:16Bestes Geschirr.
00:50:18Das war unsere Tafel.
00:50:21Da ist der Diensthabende gesessen.
00:50:25Da ich.
00:50:26Da die Spielerin.
00:50:30Der Diensthabende, der hat meistens nichts mehr mögen.
00:50:34Der hat vom Probieren schon immer genug gehabt.
00:50:37Und ich?
00:50:38Ich hab meine.
00:50:40Ja.
00:50:42Diese Speisengarte hab ich geschrieben.
00:50:47Schachen, 24. August 1885.
00:50:52Dies war ein Tag vor dem Namenstag und vor dem Geburtstag vom König.
00:50:57Eins, zwei, drei, vier, fĂŒnf, sechs, sieben, acht.
00:51:01Acht GĂ€nge.
00:51:03Und am Schluss ein Bananeneis.
00:51:05Da haben wir alles draufgetragen.
00:51:08Apfel, Pfannkuchen.
00:51:10Also ich hab am liebsten ein Weidling-Mulch.
00:51:14Das ist so eine HalblĂŒterschĂŒssel.
00:51:17Und ein Brot.
00:51:19Ein Brot gehabt.
00:51:20Und ein bisschen Salz drĂŒber.
00:51:21Das war ich von daheim gewohnt.
00:51:23Das hab ich mit.
00:51:26Dann so nach 20 Jahren, da bin ich, wie ich schon Familie gehabt hab,
00:51:31da bin ich da noch mal drauf und hab denen alles gezeigt.
00:51:35Aber es war's nicht mehr.
00:51:38Ohne ihren König, da war einfach der Zauber weg.
00:52:02Schöner Berg, die Berg waren schön, das Wetter war schön, das Tal war schön, die Landschaft war schön, aber ich
00:52:08war halt nicht mehr da.
00:52:09Der Zauber war halt weg.
00:52:17Hier war er uns ja ganz nah da herum.
00:52:21Da haben wir ihn ja ganz fĂŒr uns gehabt damals.
00:52:24Aber in MĂŒnchen hat man das halt nicht gern gesehen.
00:52:27Man hat GrĂŒnde gesucht und auch gefunden.
00:52:31In Neuschwanstein, im oberen Schlosshof, hat sich das tragische Schicksal unseres unglĂŒcklichen Königs dann erfĂŒllt.
00:52:44Es hat vorher schon tagelang in Strömen geregnet und wir waren draußen in der KĂŒche und haben gehört, wie Kutschen
00:52:53vorfahren.
00:52:53Dann sind wir rĂŒber, da her in die SpĂŒlkirch, ans Fenster hin und haben gesehen, wie der Graf Hollenstein, auch
00:53:01ein treuer Freund unseres Königs,
00:53:05ausgestiegen aus der Kutschen und her ans Fenster und hat reingeschrien, ein FrĂŒhstĂŒck fĂŒr die Herren.
00:53:12Da ist aber der Mundkuch Rottenhöfer hin ans Fenster und hat es zugemacht und hat gesagt, leck mich im Arsch,
00:53:23hat er gesagt.
00:53:26Jedenfalls ist an demselben Tag die erste Kommission wieder abgefahren. Jawoll.
00:53:35Der Graf TĂŒrkheim, der war ein treuer Freund des Königs.
00:53:41Er wurde wegen seiner Liebe und Treu nachher sogar vor ein MilitÀrgericht gestellt.
00:53:47Er war der Adjutant. Das war sein Arbeitsraum. Da war ich einmal herin.
00:54:08Das war das Arbeitszimmer des Königs. Hier war ich nie.
00:54:24Ja, was ist denn das?
00:54:28Ja, was ist denn das?
00:54:30Geh.
00:54:32Na, also.
00:54:55Gold und Sorgen.
00:55:02Da war er wirklich ganz allein.
00:55:18Und dass der König krank oder verrĂŒckt wĂ€re auf die Idee, wĂ€ren wir doch gar nicht gekommen.
00:55:26Das hÀtten wir auch nicht gewagt. Wir haben ihn auch viel zu sehr geliebt.
00:55:31Mein Gott, wir haben es erwiesen als eine Art Luxus. Er war ja ein König.
00:55:42Direkte Regierungsakte haben wir hier sehr wenig gehabt. Eigentlich keine.
00:55:48Der Hoflakei Meier war gelegentlich in MĂŒnchen. Und der Leihfriseur Hoppe, der war viel im Ausland, in Neapel und so
00:56:00weiter.
00:56:02Der Hoppe, der Leihfriseur, der war ein sehr wichtiger Mann. Der wurde mit delikateren Sonderaufgaben betreut.
00:56:09Meistens ist es um Geldsachen gegangen. Das hatte auch sehr viel Kost hier.
00:56:12Dieser Raum war als einziger fĂŒr uns erlaubt. Das Vorzimmer zum Speisezimmer.
00:56:21Da waren die Rechos gestanden, um die ersten GĂ€nge und die Suppen warm zu halten.
00:56:26Und hier hat der erste Diener seine NĂ€chte verbracht. Ich auch manchmal.
00:56:36Das hat sich der Meier umbauen lassen. Das war vorher eine Drohe.
00:56:42Und einmal hat der, der Rutz war es ja, der hat Dienst gehabt und hat gewartet, dass das Soupé befohlen
00:56:50wird.
00:56:51Und dann plötzlich aus dem dunklen Speisezimmer ist der König rausgekommen und hat den kleinen Rutz geschĂŒttelt.
00:56:57Der Rutz, der war nachher BĂŒrgermeister in Oberammergau. Der ist alt geworden, ja.
00:57:03Und hat ihn geschĂŒttelt und hat gesagt, hat geschrien, da drin bei mir ist ein Mann.
00:57:08Warum ist nicht abgeschlossen? Und der Rutz ist rein. Und wer war drin? Der riesige Osterholzer.
00:57:15Und ist gegniet und hat den König mit aufgehobenen HÀnden angefleht. Er soll doch fliehen. Er wÀre verraten.
00:57:23Und der König hat natĂŒrlich die mittelalterlichsten Befehle gegeben. Der Nickel, der Schlossdiener, der hat alles aufschreiben mĂŒssen.
00:57:32Er hat die Augen ausstechen und weiß Gott, was alles. Dann hĂ€tte noch ein JĂ€gerbataillon vom TĂŒrkeim aus Kempten kommen
00:57:38sollen.
00:57:39Aber es ist ja kein Mensch mehr gekommen. Ja, da ist er knĂŒrt.
00:57:45Der König war so aufgeregt, dass er nicht einmal mehr seinen eigenen Leibkutscher erkannte.
00:57:56Schlafzimmer. Hier fand der eigentliche Staatsakt statt.
00:58:03Die zweite Kommission mit dem Baron von Gutten kam. Es wurde ein großes Diner im alten Schloss befohlen.
00:58:15Es war ein Gelage dann. Man hat den König hierher gebracht, ins Schlafzimmer.
00:58:23Und der Baron von Gutten hat ihm seine EntmĂŒndigung verlesen.
00:58:28Der König hat gesagt, wie können Sie mich fĂŒr geisteskrank erklĂ€ren? Sie haben mich doch gar nicht untersucht.
00:58:41Aber der Baron von Gutten hat gesagt, MajestĂ€t, wir haben genĂŒgend Beweise auch von der Dienerschaft.
00:58:52Von mir nicht. Sie haben mich doch zwölf Jahre nicht gesehen.
00:59:05Wie können Sie mich fĂŒr geisteskrank erklĂ€ren? Sie zerstören ein Menschenleben. SchĂ€men Sie sich.
00:59:20Und dann hat der König gesagt, gehen Sie meine Herren. Warum gehen Sie nicht aus dem Zimmer?
00:59:27Ich möchte allein sein. Das ist doch zu unangenehm.
00:59:33Aber gegangen ist nur der Ding von Gutten und der Assistenzarzt, der MĂŒller.
00:59:39Und die EhrenwĂ€rter, die sind geblieben. Und vor jedem Fenster, vor jeder TĂŒr, vor jedem Loch ist einer gestanden und
00:59:45hat ihn angeschaut.
00:59:49War zu unangenehm. Dabei hat es der König doch nicht vertragen, dass ihm jemand in die Augen geschaut hat.
00:59:58Deswegen war ja das. Es war uns streng verboten, den König anzuschauen.
01:00:12Oberstes Gesetz war, der König darf nicht angeblickt werden.
01:00:24Dieses strenge Zeremoniell hat es an keinem anderen Königshof gegeben.
01:00:31Wenn es wirklich einmal passiert ist, dass der König plötzlich gekommen ist und man nicht mehr wegschauen konnte,
01:00:39dann musste man um Verzeihung bitten. Das war ein vorgeschriebener Brief.
01:00:45Der Text hat gelautet, Eure MajestÀt wagt der alleruntertÀnigste Diener, da ist dann der Name hineingekommen,
01:00:56die Bitte um allergĂŒtigste Verzeihung zu des allerhöchsten FĂŒĂŸen zu legen.
01:01:12Wir haben natĂŒrlich diese Zettel auf Vorrat geschrieben, weil wir haben sie sehr oft gebraucht.
01:01:27Und den König angeschaut, also richtig gesehen, habe ich eigentlich erst am See, wie er tot war,
01:01:47da war er ganz nah an.
01:01:57Und da haben wir es geschrieben. Hier waren die Zettel drin. Das war das BĂŒro vom Rottenhöfer.
01:02:08Letzte Speisenkontrolle. Der Stabskontrolle hat Sander.
01:02:22Ist ein Kich, oder? Ist schon was anderes wie in Linderhof. FĂŒr einen Menschen. Dem König.
01:02:35Da raus auf die Terrasse bin ich oft in der Nacht, wenn ich hab wach bleiben mĂŒssen, weil er nicht
01:02:42schlafen konnte.
01:02:47Da hat man dann um drei, vier in der FrĂŒh gesehen, wie die Fix sich die KĂŒchenabfĂ€lle holen.
01:02:58Aber lang hat man Anfang Juni nicht bleiben können. Da war es noch ziemlich frisch da herum.
01:03:08Da ist man dann gern wieder rein in die warme KĂŒche. An den Herd. Das war fĂŒr ein GeflĂŒgel.
01:03:20Ja, dann hat man sich die Zeit verbracht mit Lesen, KochbĂŒcher oder Fachliteratur.
01:03:29Aber ich hab auch diese Zeit mein Französisch aufgebessert. Das braucht man fĂŒr die feine KĂŒche.
01:03:38Und hab mir so meine Gedanken gemacht. Und auch Notizen.
01:03:44Man weiß ja nie, wofĂŒr man es braucht.
01:03:49Denn auch uns eins macht sich so seine Gedanken.
01:03:55Und so sind wir heute in der Nacht gesessen. Er allein und ich allein.
01:04:05Dabei hÀtten wir doch das schönste Leben gehabt.
01:04:07Aber der König ist auch immer unduldsamer und unleidlicher geworden.
01:04:16Es sind auch schon die wildesten GerĂŒchte gegangen.
01:04:20Also die letzten drei Tage habe ich ĂŒberhaupt nicht geschlafen.
01:04:23Da waren wir drĂŒben im alten Schloss.
01:04:26Dann hat es geheißen, der König wĂŒnschte, dass die nicht hier im neuen Schloss.
01:04:32Dann haben wir drĂŒben das Eibach, dann sind wir rĂŒber.
01:04:33Dann, wenn wir hier rĂŒber angekommen sind, ist der Zander gekommen und hat gesagt,
01:04:37der König wĂŒnsche das Diner in Linderhof.
01:04:40Dann haben wir hier wieder alles eingepackt, sind um 10 Uhr nachts bis zum nĂ€chsten Tag in der FrĂŒh nach
01:04:46Linderhof.
01:04:46Dann sind wir in Linderhof angekommen, da war schon ein Reiter da und hat gesagt,
01:04:50der König kommt ĂŒberhaupt nicht nach Linderhof.
01:04:53Dann haben wir drĂŒben wieder alles eingepackt und sind wieder her.
01:04:56Dann habe ich gedacht, jetzt kommen wir ins Bett.
01:04:58Dann war aber der Meier da.
01:04:59Meier hat dann gesagt, der König wĂŒnsche ein großes Diner, ein großes, oben im SĂ€ngersaal.
01:05:09Dann haben wir angefangen.
01:05:17Der Pfau ist ein Gericht fĂŒr Könige.
01:05:22Schon die alten Römer bevorzugten diesen stolzen Vogel.
01:05:26Die bayerische HofkĂŒche bezog ihre Pfauen aus den ZĂŒchtereien in der NĂ€he von Rom.
01:05:34Und König Ludwig aß gelegentlich von diesem Tier.
01:05:38Ein Pfau wird, nachdem er sorgfÀltig gerupft wurde, die Federn werden zur spÀteren Verwendung beiseite gelegt,
01:05:49innen und außen gereinigt, dann mit einer FĂŒlle aus TrĂŒffeln, GĂ€nseleber und feinen KrĂ€utern gefĂŒllt.
01:05:59KrÀuter nach Geschmack, man kann als Regel sagen, die KrÀuter, die das Tier lebend frisst.
01:06:07Die selbe Regel gilt ĂŒbrigens auch fĂŒr Wild.
01:06:10Nachdem nun, wie eben beschrieben der Vogel gefĂŒllt wird, wird er zugenĂ€ht und mehrere Tage an einem kĂŒhlen Ort aufgehĂ€ngt.
01:06:21Bis das ganze Fleisch von dem feinen TrĂŒffel-Aroma durchdrungen ist.
01:06:27Jetzt gehen wir rauf.
01:06:34Und hier verlor der König seine Krone.
01:06:37Eigentlich hat er es ja in MĂŒnchen schon verloren, weil er da abgesetzt worden ist.
01:06:41Und die direkte Absetzung war ja dann im Schlafzimmer.
01:06:45Jedenfalls hat sich der König den SchlĂŒssel zum Turm beschafft und wollte da herauf und da hinein.
01:06:53Aber dann ist die Kommission von unten gekommen und der König ist rĂŒber.
01:06:59Aber von drĂŒben sind ihm die Werte entgegengekommen.
01:07:02Dann wollte er wieder runter und von unten ist ihm die Kommission entgegengekommen.
01:07:05Und schon haben sie ihn gehabt.
01:07:07Dann hat er nur noch gesagt, ja, was wollen Sie denn?
01:07:10Was soll denn das?
01:07:12Jedenfalls, wie er den SchlĂŒssel zum Turm bekommen hat, das weiß ich nicht.
01:07:16Man sagt der Meier, aber der Meier glaube ich nicht.
01:07:19Und eins weiß ich ganz genau, das KĂŒchenmesser, das große, das er von uns verlangt hat am Vortag, das hat
01:07:26er nicht bekommen.
01:07:28Außerdem weiß ich gar nichts.
01:07:29Wir sind ja auch vereidigt worden, dass wir nichts wissen.
01:07:35Aber wenn wir nichts gewusst hÀtten, dann wÀren wir nicht vereidigt worden.
01:07:43Das ist ein Speisenaufzug.
01:07:46Am Tag der Verwendung wird der Pfau wieder entleert.
01:07:50Die TrĂŒffeln werden mit einer feinen Farce vernennt und wieder in den Pfau zurĂŒckgegeben.
01:07:57Der wird ungefÀhr eineinhalb Stunden schön lichtbraun gebraten, mit Speck umwickelt.
01:08:06Die Bratzeit ist wie ungefÀhr bei einer mittleren Gans.
01:08:11SchmĂŒcken tut ein Pfau wie ein Ent, nein, mehr wie ein Huhn.
01:08:20Also ich persönlich, ich hab mir nie was aus Pfauen gemacht.
01:08:25Zum Servieren dann kam der Pfau auf eine große silberne Platte, auf einen Brotsockel,
01:08:32wurde vorher transiert, fein, wieder zusammengesetzt und hinten mit Federn den ganzen Rad besteckt,
01:08:40um den Brotsockel rum, Hals, Kopf und einige schöne Anderpfeder.
01:08:48Der König war diese Zeit sehr schlechter Laune.
01:08:55Wir haben ihn schon gar nicht mehr gewundert.
01:08:58Er hat es ja auch sehr schwer gehabt, die Tage.
01:09:00Und da ist ihm der Pfau natĂŒrlich gerade recht gekommen.
01:09:05Dann zum Diner in der FrĂŒh haben hier dann zwölf Lakaien das SchaustĂŒck prĂ€sentiert.
01:09:13Aber die Brust war zu groß geschnitten. Der König hat ja nur die Brust gegessen.
01:09:20Der Meier, der war sehr hilfsbereit wie immer und hat zu mir gesagt,
01:09:26der Buhr, geh runter zum Speisenaufzug. Er hat dem König einen Brief geschrieben,
01:09:31dass der KĂŒchenjunge Hirneis Nasenbluten hat und dass er nicht kommen könne.
01:09:41Wahrscheinlich hat ihm dann der Meier selbst die Brust geschnitten.
01:09:46Der Lakaien Meier war der Diener mit der schwarzen Maske.
01:09:54Immer wenn er dem König unter die Augen getreten ist, dann hat er eine schwarze Larve aufsetzen mĂŒssen.
01:10:01Denn ganz plötzlich hat der König entschieden, ich mag sein Gesicht nicht mehr sehen.
01:10:07Dabei war der Meier die einzige Verbindung des Königs zur Außenwelt.
01:10:12Der war unentbehrlich. Der hat ja ganz normal ausgeschaut.
01:10:21Hat der ganz normal ausgeschaut. Ein großer, stattlicher, schöner Mann.
01:10:26Ein Bayer, schöne Haare. Er war ja von den Schwulischen.
01:10:30Er war ein treuer Diener seines Herrn.
01:10:34Wenn der König einmal plötzlich am Tag aufgewacht ist, weil er irgendwelche Beschwerden oder WĂŒnsche gehabt hat,
01:10:40wer war da? Der Meier.
01:10:42Immer mit einem freundlichen LĂ€cheln im Gesicht.
01:10:47Oder wenn der König von einer Partie um 5 Uhr in der FrĂŒh heimgekommen ist,
01:10:51wer hat ihn an der TĂŒr empfangen? Der Meier.
01:10:55Mit dem gleichen freundlichen Gesicht unter der Maske.
01:10:59Wie uns dann nach den tragischen Ereignissen der König verlassen hat,
01:11:07da ist der Meier aus dem Hofdienst ausgeschieden.
01:11:11Ja, man hat zu allerhand gemunkelt.
01:11:14Er wÀre nach Amerika oder so.
01:11:18Naja, der hÀtte ja seine Erinnerung nicht.
01:11:21Der Meier.
01:11:23Hier im Thronsaal hat sich der König verabschiedet.
01:11:31Er hat hinaufgeschaut zu den Bildern der heiligen Gesalten Könige.
01:11:40Er hat gegrĂŒĂŸt.
01:11:43Gespeist wurde hier nie.
01:11:45Auch nicht regiert, weil der Thron noch nicht fertig war.
01:11:50Ja, und dann ist der König auf dem Balkon hinaus.
01:11:55Der Diener Alfons Weber hat spÀter diese ergreifende Szene geschildert.
01:12:04Der König hat sein Haupt in die HĂ€nde gestĂŒtzt und zum letzten Mal in seine bayerischen Berge hinausgeschaut.
01:12:17Da durch den Alpsee, da ist er oft geschwommen.
01:12:22Der ist vier Kilometer lang.
01:12:24Der König war ja ein sehr, sehr guter Schwimmer.
01:12:28MerkwĂŒrdig, dass er dann ertrunken ist.
01:12:31MerkwĂŒrdig.
01:12:33Wir in der HofkĂŒche, wir haben diese Ereignisse natĂŒrlich nicht so verfolgen können.
01:12:40Unser Chef Rottenhöfer, der hat gesagt, fĂŒr uns geht die Arbeit weiter.
01:12:56In der Nacht hat man ihn dann heimlich hier weggebracht mit einer Eskorte.
01:13:03Wir haben alles wieder eingepackt und sind dann auch nach Schloss Berg.
01:13:08Und alles Weitere ist ja bekannt.
01:13:12Die erste große Hoftafel war anlĂ€sslich der Besetzungsfeierlichkeiten von Ludwig II.
01:13:20140 GÀste, 12 GÀnge, schöne Leiche.
01:13:26Unser neuer Herr war der Prinzregent Luitpold.
01:13:32Der war ein ganz passionierter JĂ€ger.
01:13:35Einen Sommer und im Herbst hat er auf die JagdhĂŒtten verbracht, im Berchtesgadener Land und auf die BerghĂŒtten.
01:13:42Wir immer dabei.
01:13:43Und im Winter, Fasanen und MĂŒnchen, Fasanerie, Mosach, Forstenried, da war ja der Otto.
01:13:55Der Otto war eigentlich der König, aber er hat es ja gar nicht mehr wahrgenommen.
01:14:01Im Dezember waren wir dann im Spessart auf die Wildsauern, da waren wir auch dabei.
01:14:06Da hatten wir sogar einen eigenen Metzger fĂŒr die BlutwĂŒrste und fĂŒr die LeberwĂŒrste.
01:14:11Weil die Blut- und LeberwĂŒrste von der Wildsau, die sind einfach besser, pikanter.
01:14:18Und der Prinzregent, der hat also ganz besonders gern die Wildsau gehabt.
01:14:24Und am allerliebsten einen Kopf, den hat er klassiert gekriegt nach Vernard du Poir.
01:14:35Ja, in Forstenried, dem Otto, da war ich auch kurz, der, ja der Otto, der hat Erdbeeren, der mögen.
01:14:50Walderdbeeren.
01:14:52NatĂŒrlich wurde uns eins immer wieder bedrĂ€ngt und gefragt von Redakteuren und von Journalisten,
01:14:58wie war's denn, sie waren doch dabei, wie war's denn wirklich.
01:15:01Ja, die Gartenlaube hat er in diesem Jahr noch einen großen Fortsetzungsbericht gebracht.
01:15:07Der Verfasser war natĂŒrlich Drei-Stern-GerĂŒchte.
01:15:10Es war ja die Sensation in Europa.
01:15:13Eines Tages ist dann der Baron von Malsen, der war Hofmarschall beim Otto,
01:15:18zu mir gekommen und hat gesagt, Pupp, willst du nicht ein bissel weg nach Berlin?
01:15:24Ich hab gesagt, ja.
01:15:27Dann hat er mir eine sehr gute Empfehlung nach Berlin gegeben.
01:15:30Und ich bin nach Berlin.
01:15:34Als Bayer hatte ich da natĂŒrlich zu Anfang schon einige Schwierigkeiten,
01:15:38aber ich hab mich dann schon durchgesetzt.
01:15:40Ich avancierte sehr schnell zum kaiserlichen Hofkoch.
01:15:43In Berlin waren natĂŒrlich die VerhĂ€ltnisse in ihren Dimensionen gewaltiger.
01:15:48Drei KĂŒchen, 60 MundkĂŒche in MĂŒnchen, aber sechs.
01:15:52Große Diplomaten und MilitĂ€rtafeln, das Schwarze Adlerordensfest mit 1500 Gedecken.
01:15:58Die letzten technischen Raffinessen.
01:16:02Dampftöpfe, kurz um alles, was die moderne HofkĂŒche so braucht.
01:16:07Zur Soße hat man da dann natĂŒrlich Tunke gesagt.
01:16:13Und Mayonnaise war Öl-Tunke.
01:16:18Zum Kompott-Dunst-Obst.
01:16:20Naja.
01:16:25Ich hab da oben viel an meine bayerische Heimat gedacht.
01:16:30Wo manche meiner Kollegen, die die letzten Jahre in der NĂ€he unseres unglĂŒcklichen Königs erleben mussten,
01:16:39zu Ansehen und auch Vermögen gekommen sind.
01:16:45Der Stallmeister Hornig zum Beispiel, der hat sich in Kempten ein großes Hotel gekauft, Bahnhofshotel.
01:16:52Und der Welker, Hoflakei, hat sich in Stuttgart als recht reicher Mann niedergelassen.
01:17:02Und der Prinzregend persönlich hat dem Hof fĂŒr ihr Hesselschwert das letzte Geleit gegeben.
01:17:12Und so zog es natĂŒrlich auch mich an den Bayerischen Hof zurĂŒck.
01:17:25Mit allergnĂ€digster UnterstĂŒtzung kaufte ich mein erstes DelikatessgeschĂ€ft.
01:17:34Ich grĂŒndete meine bĂŒrgerliche Existenz.
01:17:38Weinhandlung und Feinkosten, der bei Hirneis ehemaliger Hofkopf.
01:17:45NatĂŒrlich wurde ich aufgrund meiner besonderen Verbindungen sehr schnell Hoflieferant.
01:17:50Ich belieferte den bayerischen Adel und so auch die bessere bĂŒrgerliche Gesellschaft.
01:17:58Ja, und dann wurde aus dem einen GeschÀft, wurden vier.
01:18:05Wie's halt so geht, eins kommt zum anderen.
01:18:09Man war jemand.
01:18:11Die Ehrungen blieben nicht aus und als MĂŒnchen meinen 60. Geburtstag feierte,
01:18:18da schrieb zum Beispiel die Bayerische Kolonialbahn und Feinkostrundschau am 4. Oktober 1928 auf Seite 1.
01:18:33Unser hochverehrter erster Verbandsvorsitzender, Herr Theodor Hirneis, hat heute die Schwelle der 60er ĂŒberschritten.
01:18:43In schlichter, ganz seiner Art entsprechender Form wollen auch wir dieses Tages gedenken.
01:18:51Als an den bayerischen Lebensmitteleinzelhandel der Ruf erging, eine machtvolle, einflussreiche Berufsorganisation zu schaffen, war er es, der sich aktiv
01:19:04mit Rat und Tat in den Dienst der Sache stellte.
01:19:07Zur Nutz und Frommen des bayerischen Mittelstandes.
01:19:11Die Stellung, die Herr Hirneis heute im öffentlichen und wirtschaftlichen Leben bekleidet, verdankt er eigener Kraft und eigenem Können und
01:19:21seiner Gattin,
01:19:23die ihm hilfreich 30 Jahre lang als getreuer Eckehart zur Seite stand.
01:19:30Auch der LebensmitteleinzelhĂ€ndler-Reichsverband schließt sich diesen schlichten GlĂŒcks- und SegenswĂŒnschen an.
01:19:40Möge ihm der Herr als schönsten Lohn fĂŒr sein arbeitsreiches Leben die Wahrheit des Spruchs zerteil werden lassen.
01:19:50Schaus am Schlusse, du zurĂŒck, seh dein Aug, nur Segen und GlĂŒck.
01:20:00Hier der Hirneis startet 1953 im 84. Lebensjahr.
01:20:13Schaus am Schauser
01:20:32BIRDS CHIRP
01:20:50BIRDS CHIRP
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