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00:00For me it would be the best to see Felix again.
00:03First of all to know, Felix lives,
00:07and then to take him into the arms,
00:11without a word to speak and the heat to feel,
00:14that would be great.
00:15You have to think, he's 41 years old,
00:18he's a young man.
00:34We went out of the way,
00:36that this child and this child
00:38were a week together.
00:43And that was the path to the Russians.
00:55Putin!
00:56Putin!
00:57We want to find a Sohn!
01:00We are sure that Vladimir Putin knows,
01:03who the leader is.
01:06We love you.
01:08We will not stop looking for you.
01:19We know that it was not the perfect crime.
01:21It was a joke that we have known,
01:25and that we can see,
01:25that we can see and see.
01:28The only thing that comes
01:34of this night
01:40I hollow dream in this hollow room
01:49Strange is the absence of the light
02:22Why did the jury go to Kaliningrad in this garage and this garage?
02:28What did he say to us?
02:33The exchange of information lasted a few minutes
02:37and then took him this picture in the garage.
02:43On the way to the airport was clear,
02:46how did the jury play and what role he played in this whole system?
02:51Will he see me as a father of Felix?
02:56This question doesn't matter.
03:00Maybe this picture is the solution to our problem.
03:20My brother is now over 40 years old.
03:24and in us always comes the desire to do something,
03:30even if it's so long ago.
03:32And you should also be married.
03:35We have already planned to go to the public.
03:39We need to help you with, because you have a unconfused dick.
03:43In my childhood I didn't realize that our parents were looking for Felix.
03:48It all happened to the moment, when we were officially married.
03:54When my parents told me, I was maybe 10 years old.
03:59I took it off and said, what do I do with this information?
04:05I have a brother, okay.
04:08He took us back in 1984.
04:11We decided to search again.
04:14Also, here so mit 16 Jahren und hier mit 20.
04:18Es ist schon unterschiedlich.
04:20Ich meine, das Phantom Bild ist auch viel symmetrischer.
04:23Hier ist mehr angewachsenes Ohrleppel, wie bei dir, Fabian.
04:26Und hier, und Felix, seine Ohren waren schon eher eben wie deine.
04:31Dann lasst uns doch mal Bilder raussuchen.
04:34Und dass man das Gleiches noch mal über eine künstliche Intelligenz probiert.
04:39Das ist an der Wand das Älteste.
04:48Und das können wir doch alles der KI mal geben und gucken, was bei rauskommt.
05:03Hallo, ich bin die Nadja.
05:05Herzlichen Glückwunsch, Christian.
05:07Danke, dass Sie gekommen sind.
05:09Danke für die Einigung.
05:10Ihr habt uns ja einen großen Fundus an Bildern zur Verfügung gestellt.
05:14Damit wir Kombinationen aus euch bekommen und sowohl weibliche als auch männliche Sachen mit rein,
05:19haben wir alle eure Bilder kombiniert.
05:21Das ist sozusagen die Trainingsbasis, die wir genommen haben.
05:24Das Modell hat aber trotzdem natürlich auch noch globale Daten.
05:27Und aus diesem generiert es sich das spezifische Alter, was wir da vorgegeben haben.
05:32Felix, wie er jetzt aussehen würde, ist ein 40-jähriger Mann.
05:35Und dann haben wir halt viele verschiedene Bilder generiert und haben darauf basierend dann den Avatar gemacht.
05:41Jetzt können wir mal die Mutter stärker machen, machen wir die mal auf 80 Prozent.
05:45Und da haben wir ein bisschen experimentiert, um dann eine optimale Konfiguration rauszukriegen.
05:50Genau, so haben wir dann eine ganze Menge unterschiedlicher Bilder gemacht und haben dann einfach uns für ein Bild entschieden.
05:55Wir haben die Stimme von dir und deinem Vater genommen, haben die auch nochmal synthetisiert und dann das Ganze als
06:00Video dargestellt.
06:00Das war dann das Ergebnis davon.
06:02So in etwa könnte ich heute aussehen.
06:05Ich lebe heute in der Identität eines anderen Menschen.
06:08Ich wurde sozusagen vertauscht.
06:11Wahrscheinlich lebe ich irgendwo im Bereich der ehemaligen Sowjetunion,
06:15möglicherweise Belarus oder in der Ukraine oder in Russland, vielleicht in Moskau.
06:20Denn möglicherweise bin ich in privilegierten Verhältnissen aufgewachsen.
06:25Der Mann, der vorgibt, mein Vater zu sein, könnte ein hochrangiger russischer Militär sein
06:31oder ein Mitarbeiter des Geheimdienstes.
06:33Das hat mit den Umständen meiner Entführung zu tun.
06:37Damals in Dresden zu Weihnachten 1984.
06:49Wir wollten den Jahreswechsel 1984 und 1985 bei meinen Schwiegereltern verbringen
06:53und sind dann am 28. Dezember nochmal schnell mit der Straßenbahn in die Stadt gefahren,
06:58um nochmal Kleinigkeiten zu besorgen.
07:04Felix war eingeschlafen während der Straßenbahnfahrt.
07:06Und das war so kurz nach 16 Uhr, als wir am Zentrum Wagenhaus angekommen waren.
07:17Da haben wir gesagt, okay, hier stehen doch schon ein paar Kinderwagen, stellen wir einfach dazu.
07:21Haben noch ein Schloss durch das Rad gezogen, damit niemand den Kinderwagen einfach wegrollen kann
07:26und sind einkaufen gegangen.
07:32Und als wir rauskamen, nach knapp einer halben Stunde, war der Kinderwagen leer.
07:45Das war eine ganz merkwürdige Situation.
07:48Die Decke war leicht angehoben und wir haben wirklich in den Kinderwagen hineingeguckt,
07:54ob er sich irgendwo verkrochen hat.
07:56Aber er war damals schon so groß.
07:57Er hatte gerade noch so Platz im Kinderwagen.
08:00Aber er war einfach weg.
08:07Da saßen Leute auf Bänken, da hatte niemand den Knaben im Arm.
08:12Dann sind wir in die Kinderwagenaufbewahrung gegangen.
08:15Das Kind ist weg.
08:17Können Sie uns helfen?
08:18Einer hat sofort die 1 aus 0 gewählt.
08:20Dann haben die uns mit uns in der Wahrheit einen Raum genommen,
08:23um die ersten Ermittlungen in die Wege zu leiten.
08:30Zum damaligen Zeitpunkt des Falles war ich Hauptmann der Kriminalpolizei.
08:36Der Kinderwagen ist vor diesem Zentrum Warenhaus von den Eltern abgestellt worden.
08:42Es war nichts Besonderes für DDR-Verhältnisse damals.
08:46Wir hatten so einen Fall auch vorher noch gar nicht.
08:49Wir hatten Erziehungspflichtverletzungen, wie es damals hieß.
08:52Aber wir hatten nicht so etwas, dass ein Kind aus dem Kinderwagen heraus entwendet worden ist.
08:58Die Motivation von mir selber und auch von meinen Mitarbeitern, die war überdimensional.
09:04Das muss man einfach so sagen, weil es war auch nicht ein alltäglicher Werdegang,
09:12sondern es war was ganz Besonderes.
09:16Wie das in solchen Fällen üblich ist, schicken wir dann Kriminaltechnik raus und Ermittler raus.
09:23Und die haben dann diesen Tatort in Augenschein genommen.
09:46Wir wurden in einen Raum geführt. Es kamen auch sofort Leute von der Kriminalpolizei dazu.
09:53Mein Mann wollte mich dann manchmal so ein bisschen in den Arm nehmen. Ich wollte das gar nicht.
09:57Die Tränen wären nur so ausgebrochen und ich hätte nie weiterhelfen können in der Angelegenheit.
10:02Es ging ja sogar so weit. Was hat das Kind angehabt?
10:07Ja, beschreiben Sie das mal. Vielleicht finden wir ein Vergleichsstück. Wir gehen mal runter in die Kinderabteilung.
10:16Dann wurde ich von so einem Beamten mitgenommen. Jetzt suchten wir dort ähnliche Dinge heraus.
10:20Ja, es passt alles mehr oder weniger nicht.
10:23Irgendwann guckt man mal auf die Uhr und sagt, irgendwie ist ja jetzt die erste oder die nächste Mahlzeit dran
10:30beim Felix.
10:31Es ist 18 Uhr. Da wird er jetzt Abendbrot kriegen.
10:35Wer gibt dem jetzt was? Der schreit bestimmt. Das sind ja nicht die wahren Eltern.
10:38Wer hat das getan? Was wären die mit dem? Die ganzen Gedanken gehen einem durch den Kopf.
10:47Es wurden sehr umfangreiche Fahndungsmaßnahmen durchgeführt.
10:51Es ist nicht nur Dresden in diese Fahndungsmaßnahmen einbezogen worden, sondern die ganze Republik.
11:01Wir haben aber am Schluss feststellen müssen, dass wir wenig oder kaum Spuren dort von diesem Ort erhalten haben.
11:11Das Einzige, was wir hatten, das war eine Zeugin, die eine Frau gesehen hat, die hätte sich über den Kinderwagen
11:19gebeugt.
11:20Und ja, mehr konnte die Zeugin auch nicht sagen.
11:28Im Grunde genommen hatten wir gar nichts.
11:46Irgendwann gegen 23 Uhr kamen wir dann zu Hause wieder an, wurden nach Hause gefahren.
11:52Dann guckte noch mal jemand unsere ganze Wohnung an, jemand von der Kriminalpolizei.
11:56Und dann kamen schon so Vorwürfe, sie haben ja alles so aufgeräumt.
12:00Hier haben sie die Wäsche gewaschen von ihrem Sohn.
12:06Wenn ich mich richtig entsinne, hat man sogar noch im Kühlschrank geschaut, ob da noch Babynachung drin ist.
12:15Haben sie denn gar kein Bild gemacht? Haben sie denn ein Fahndungsfoto?
12:19Ja, wir haben da schon Bilder. Wir haben auch heute Nachmittag erst noch Bilder gemacht, haben wir geantwortet.
12:24Und die haben wir aber jetzt auch schon reingesteckt zum Entwickeln.
12:30Dann haben wir später erfahren, dass auch wir im Verdacht standen, eventuell eine Straftat vertuschen zu wollen mit einer vorgetäuschten
12:36Entführung.
12:46Der Verdacht einer Straftat an dem Kind durch die Eltern bzw. durch Angehörige oder andere Verbindungspersonen zu den Eltern kann
12:53gegenwärtig nicht begründet werden.
12:56Die bisherigen Ermittlungen erbrachten keine Anhaltspunkte auf andere Straftaten wie Geiselnahme, Erpressung oder ähnliches.
13:04Es war sehr spannend, sich durch diese alten Akten zu arbeiten.
13:09Schwer beeindruckt war ich natürlich von dem Schicksal, was ihnen zugestoßen ist.
13:13Ich bin selber Vater, unsere Tochter ist drei Wochen vor Felix geboren.
13:18Ich mag mir das nicht vorstellen und auch nicht ausmeinen, was da auf einen hereinbricht.
13:22Also man muss ja dazu sagen, in der DDR, wir kannten ja sowas gar nicht.
13:26Da waren wir immer in so einer vermeintlichen Sicherheit, fühlten wir uns.
13:30Denn immerhin, wir sind zusammen einkaufen gegangen, es hätte ja einer draußen warten können.
13:35Darauf kamen wir gar nicht.
13:37Man stellte die Kinder dorthin, es war noch ein Dach drüber.
13:41Damit, weil es war an dem Tag auch so leichter Schneefall, dass die Kinder geschützt waren.
13:47Ja, dass man da rauskommt und dass der Felix einfach weg ist.
13:54Das ist so ein freier Fall, wo man nie weiß, wann man wo aufschlägt.
14:00Also so fühlt sich das eigentlich an.
14:04Auftragsgemäß habe ich die alten Akten, die mir zugesandt worden sind, entsprechend ausgewertet.
14:08Und mit 46 Jahren Diensterfahrung aus polizeilicher Sicht kann ich sagen, dass die Volkspolizei und auch die Kriminalpolizei genauso gut
14:17gearbeitet haben, wie wir das im Westen gemacht hätten.
14:20Man denkt an Entführung, man denkt an Geiselnahmeerpressung.
14:24Man hat dann die Kriminalpolizei entsprechend alarmiert, die haben sofort eine Ermittlungskommission eingesetzt.
14:30Die Elbe ist abgefahren worden. Man hat die Krankenhäuser abgeklappert, ob ein Säugling eingegeben wurde, der verletzt war oder ähnliches.
14:38Man hat natürlich die Eltern abgeklopft. Haben die vielleicht selbst ihr Kind verschwinden lassen?
14:43Komisch war es. Also man ist im tiefsten Schmerz und wird verdächtigt.
14:48Aber wenn man logisch denkt und man guckt ja auch ein paar Krimis, dann weiß man auch, dass das so
14:53geht.
14:53Ich habe es also selbst auch schon erlebt, man ist in so eine Wohnung gekommen, das Kind war verschwunden, aber
14:59es gab keine Hinweise mehr auf ein Baby.
15:01Man hatte schon alles in den Keller gebracht, weil man wusste, es kommt nicht zurück.
15:04Da wollte man sich bei ihnen natürlich auch vergewissern, das ist doch klar.
15:07Also die müssen ja alles ausschließen und da muss man erstmal in der Familie suchen.
15:11Interessant wäre natürlich auch zu wissen, was in den Akten der Staatssicherheit steht.
15:16Waren sie interessiert, das aufzuklären oder haben sie eher Steine in den Weg geworfen?
15:21Dazu müssten sie mir eine Einverständniserklärung unterschreiben, dass ich berechtigt bin, in ihrem Auftrag die Unterlagen anzufordern.
15:28Wenn sie mir das ausfüllen würden und unterschreiben würden, dann würde ich die nächsten Schritte dahin einleiten.
15:59Mein Mann wollte mich am Leben erhalten. Der hat mir auch immer was zu trinken, was zu essen gebracht.
16:07Wir haben viel geschwiegen, haben das Nötigste nur gesprochen und haben erstmal nur gedacht, was ist hier eigentlich passiert.
16:18Wir haben uns nicht gegenseitig angegiftet Vorwürfe gemacht, wer jetzt da im Kinderwagen bleiben können oder solche Dinge.
16:23Die sind einfach alle nicht gefallen.
16:26Wir haben uns nicht vorstellen können, dass es so lange verschwindet.
16:33Man hat sich gefragt, wer wollte Kinder adoptieren, hat keins bekommen.
16:39Welche Frauen hatten totgeboten? Das wurde alles abgeklopft.
16:46Die Personen waren aber bekannt und man hatte auch sehr schnell besucht, abgefragt.
16:51Das war die erste Hoffnung, die dann ziemlich schnell sich zerstäubt hat.
16:58Achtung, Achtung, hier spricht die deutsche Volkspolizei.
17:02Vor dem Zentrum Warenhaus wurde heute ein fünf Monate alter Junge entführt.
17:06Wer verdächtige Personen oder Fahrzeuge bemerkt hat, meldet dies unverzüglich der Volkspolizei.
17:13Jeder Hinweis hilft.
17:15Ende der Dorfse.
17:17Für mich war das manchmal wie im Film.
17:20Es ging um mich, das könnte ich mir immer gar nicht vorstellen.
17:31Ich war damals 24 Jahre alt, Studentin an der Verkehrshochschule in Dresden.
17:38Epps hat auch an der Verkehrshochschule studiert, dort haben wir uns kennengelernt.
17:41Er war im Bereich Maschinenbau.
17:45Wir haben uns 1980 kennengelernt, 1982 geheiratet.
17:55Ich wollte gerade mein Diplom abschließen, aber da wurde ich schwanger.
18:23Das ist ja auch süß. Wann war das denn?
18:25Das ist Weihnachten. Da haben wir mal hingesetzt. Da konnte er noch nicht sitzen.
18:29Das ist hier eins der letzten Fotos.
18:33Kannst du es vielleicht so besser sehen.
18:36Die Sachen hat er angehabt.
18:38Genau, das hat er angehabt.
18:45Felix, Felix, Felix, Felix, Felix.
18:49Am Anfang war das ein Sammelsurium von fliegenden Blättern.
18:58Ich wollte nichts ablegen.
19:01Ich habe das, ich habe das förmlich verdrängt.
19:05Wir haben ganz lange, legt das dort auf den Stapel.
19:11Irgendwann wurde es mal zu viel.
19:12Du siehst selber nicht mehr durch.
19:14Ich muss jetzt mal mit dem Ordner anfangen.
19:18Wir haben uns Mitte des letzten Jahrzehnts anschlossen eine eigene Homepage zu machen.
19:21Ganz einfach www.woistfelix.de
19:24Haben die versucht immer weiter zu führen.
19:26Wobei leider in der letzten Zeit unter dem Thema aktuelles kaum noch etwas hinzugekommen ist.
19:40Das hat mit den Umständen meiner Entführung zu tun.
19:44Damals in Dresden zu Weihnachten 1984.
19:48Denn eine Woche nach meiner Entführung kam es zu einer dramatischen Wendung.
20:00Die Entführung des Kindes
20:03Die Entführung des Kindes
20:03Die Entführung des Kindes
20:04Die Entführung des Kindes
20:13Circa eine Woche nachdem das Kind entführt worden ist, kam die Meldung rein, dass ein Kind gefunden worden ist in
20:20Dresden in Neustadt.
20:22Wir waren also zunächst erst mal erleichtert, weil wir davon ausgegangen sind, dass es Schöckes Kind ist.
20:28Und jetzt müssen wir mal sehen, was für Spuren wir da vor Ort vorfinden.
20:42Die Spurenlage war enorm.
20:45Die Eltern oder wer auch immer das Kind ausgesetzt hat, wollten nicht, dass dem etwas passiert.
20:51Denn in dem Haus war zum Beispiel eine Kinderärztin, es war so angezogen, dass dem Kind nichts passiert, also durch
21:00die Kälte oder dass es sich selber freistrampelt.
21:04Deswegen war es nämlich auch gefesselt.
21:09Bei den Ermittlungen vor Ort durch die Tatortbeamten sind Zeugen ausfindig gemacht worden.
21:16Und jemand hatte tatsächlich einen Mann gesehen, der einen großen Karton transportierte und sich mit diesem Karton in Richtung des
21:23Hauses begeben hatte, wo der Junge aufgefunden worden war.
21:25Des Weiteren gab es noch einen Zeugen, der in unmittelbarer Nähe einen russischen Militär-Jeep dort gesehen hat.
21:34Man hat dann mit der Zeugin ein Phantombild angefertigt und die darauf gezeigte Person, ein Mann, wird für die späteren
21:43Ermittlungen noch wichtig werden.
21:46Diese männliche Person war auch noch bekleidet mit einem Hut.
21:51In Russland ist man eben damals so rumgelaufen, in der damaligen DDR nicht.
21:59Nach einer Woche durften wir dann endlich auch mal mit Genehmigung der Kriminalpolizei zu meinen Eltern fahren.
22:06Wir mussten, um erreichbar zu sein, eine Telefonnummer angeben.
22:10Das war die von meinem Onkel. Es kam so, mein Onkel kam runtergerannt, sagte, ihr werdet in Dresden erwartet, ihr
22:16müsst sofort hinfahren.
22:19Es muss irgendwas sein, die Kriminalpolizei braucht euch.
22:23Wir haben uns schnurstags in den nächsten Zug gesetzt.
22:28Was werden die von uns wollen? Wir haben uns miteinander unterhalten und uns Gedanken gemacht.
22:32Haben die den Felix gefunden?
22:38Die Zugfahrt ging 90 Minuten, dann wurden wir am Bahnsteig erwartet.
22:44Und man sagt uns ganz trocken, wir haben heute Nachmittag in Dresden ein Kleinkind gefunden.
22:50Wir sagen ihnen aber, das ist nicht ihr Sohn.
22:53Möchten Sie gerne jetzt nach Hause begleiten und schauen mal in ihren Briefkasten, ob sich da irgendein Schreiben befindet, was
23:01an sie gerichtet ist.
23:08Wir haben den Briefkasten geöffnet.
23:13Da drin war die Tageszeitung, das war's.
23:18Ich habe damals manchmal gedacht, schade, dass es keine Erpressung ist.
23:24Dann hätte man was machen können, dann hätten wir Geld gesammelt oder irgendwie, aber es war keine Erpressung.
23:37Das Findelkind war in der Medizinischen Akademie Dresden und dort wurde das nach allen Gesichtspunkten untersucht.
23:44Auf welche Sprache zum Beispiel reagiert das Kind?
23:47Am Ende reagierte das Kind auf die russische Sprache am meisten. Auf Deutsch oder auf andere Sprachen reagierte das Kind
23:57nicht.
24:02Die Ärzte in der Medizinischen Akademie Dresden, die haben festgestellt, dass das Kind mehrere Infusionsnarben hatte.
24:09Die Mediziner sagten, diese Infusionsnarben sind dilettantisch angesetzt worden, also das hat kein Fachmann gemacht, sondern jemand, der mit solchen
24:19Infusionssachen nie was zu tun hatte und schon gar nicht am Kind.
24:23Diese Art der Einschnitte waren nicht üblich gewesen, weder in der Medizinischen Akademie in Dresden noch woanders in der damaligen
24:32DDR.
24:33Und es durfte daraus geschlussfolgert werden, dass das Kind einen mehrwöchigen oder sogar monatigen Aufenthalt in einem medizinischen Bereich hatte.
24:44Das war für uns also eine ganz wichtige Spur, die wir auch verfolgen konnten und auch verfolgt haben.
24:53Dieses Plakat mit dem ausgesetzten Kind war überall. In der ganzen damaligen Republik.
25:01Dieses Plakat hat viele, viele Hinweise gebracht, aber nicht zum Ergebnis geführt.
25:14Man hat bei dem Findelkind einen Schnuller gefunden und in der Laboruntersuchung festgestellt, dass dort Serum dran ist von zwei
25:20verschiedenen Blutgruppen.
25:22Das Findelkind, der Martin, wie man ihn genannt hat, der hat die Blutgruppe B, das Serum B hat man auch
25:28gefunden und dann war noch Serum in der Blutgruppe A dran.
25:31Unser Sohn Felix hatte die Blutgruppe A und da war zumindest der Beweis daran erbracht, dass dieser Schnuller von zwei
25:39Personen benutzt worden ist.
25:41Einer mit A, einer mit B und die Wahrscheinlichkeit war einfach groß, dass Felix auch diesen Sauger genutzt hat.
25:47Beide Blutgruppen sind an einem und demselben Schnuller festgestellt worden innerhalb dieser einen Woche.
25:54Und das war für uns ein Detail dafür, dass diese Begebenheiten zusammengehören.
26:03Wir sind davon ausgegangen, dass diese beiden Kinder, also das entführte Kind und das ausgesetzte Kind, eine Woche lang zusammen
26:10waren.
26:15Der Karton, in dem der Junge ausgesetzt worden war, war ein großer Umverpackungskarton für weitere kleine Kartons.
26:23Adressiert war dieser Karton an einen HO-Spezialhandel, in dem durften ausschließlich Angehörige der russischen Armee und deren Familienangehörige einkaufen.
26:41Die Fahnder begaben sich natürlich auch in den HO-Spezialhandel und die haben das Phantombild mitgenommen und haben dieses Phantombild
26:48dort gezeigt.
26:57Und tatsächlich hat sich jemand gemeldet und hat gesagt, das ist mein Chef und der heißt Sultanov.
27:07Und das war die Spur zu den Russen.
27:22Die Präsenz der Gruppe sowjetischer Streitkräfte in der DDR, kurz GSSD, war schon sehr erheblich.
27:32Sie hatten über zwei Prozent der Gesamtfläche der DDR für ihre Zwecke besetzt.
27:40Es waren fast 550.000 sowjetische Militärangehörige, Zivilbeschäftigte und ihre Familienangehörige in der DDR stationiert.
27:51Allein in Dresden fast 10.000.
27:58Wir sind davon ausgegangen, dass das Kind ausgetauscht worden ist und dass es die Russen gewesen sein müssen.
28:09Irgendwann hat mir mein Mann mal erzählt, dass er von Herrn Schuld erfahren hat, dass das alles in die Sowjetunion
28:17führt.
28:20Und da war ich wie vor den Kopf gestoßen.
28:23Ich dachte, das kann er jetzt nicht auch noch sein.
28:29Wenn man die Identität von dem Phantombild aufklären könnte, dann hätte man den Namen, unter dem unser Sohn jetzt lebt.
28:36Deswegen sage ich dir, dieses Windelkind ist die Spur in dem Fall.
28:55W QUESTION ist es, wie wir die completeden Spur in der Türketten.
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