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00:00The memories that you have in a war are on a different level.
00:06These guys are free in the war.
00:09Some went with just 18 years.
00:11I don't think so.
00:13You're not fighting for your country.
00:14You're fighting for a country that isn't even in the EU.
00:17And they are ready to give their life.
00:20The front door was completely open.
00:23I have to give everything.
00:25I think it's cool, if I'm honest.
00:29When he said to me, he went to the Ukraine,
00:32he died for me.
00:34We have supported them.
00:36From Germany to the front in the Ukraine.
00:39Some are still in the Abbey.
00:43What about your family?
00:45How they took that decision of yours?
00:48They don't know much about it.
00:50A decision,
00:52which changed their life forever.
00:54From the school to the war.
00:56Big Blood!
01:07We have learned that in Kharkiv
01:11extremely young people on the front.
01:13And they are right in the 20-year-old,
01:15just before the fight.
01:16Oh my God, I'm going to get you.
01:19And that's I, Samuel.
01:21As a reporter, I was already in many Krisenregions.
01:24I was in many Krisenregions.
01:25Trotzdem is everything military rather than me.
01:27Have you got our seats?
01:28I don't know, but I'm sure.
01:30I wasn't sure.
01:31I was in my colleague Patrick.
01:32I was never in the Bundeswehr.
01:34Patrick did 8 years as an officer.
01:36With 20, the 1.
01:38In Bosnien.
01:40But what is today,
01:42young children from Germany,
01:44to the war,
01:45to fight in the war?
01:54Kharkiv is just about 30 km from the Russian front.
01:58Especially in the region, there are almost every day Drohnen.
02:02And yet, you can still get here with the bus.
02:06We'll see Lefty, a German fighter, just about 20 years old.
02:10We're just here in Kharkiv, we have to go further. Lefty has sent us to the location.
02:16He is just before the mission, the Jungs are ready, we're going to go out.
02:20And he has now just a minute left.
02:30Je näher wir der Front kommen, desto häufiger werden auch die Checkpoints.
02:39Wir sind jetzt hier angekommen an so einem Parkplatz, wo wir Lefty und Stratos treffen werden.
02:44Irgendwo mitten in der Pampa. Und die Jungs werden gleich an die Front gehen.
02:47Also wirklich eine sehr absurde Situation.
02:51Ja, gerade mal mit ihren 20 Jahren. Also das finde ich immer noch so krass.
02:57Lefty ist sein Deckname, weil er mit links wohl genauso gut schießen kann wie mit rechts.
03:01Er und sein Kamerad Stratos wollen zumindest Teile ihrer Identität schützen und kommen maskiert.
03:12Stratos ist übrigens halb Norweger, halb Schweizer und spricht deshalb auch Deutsch.
03:18Wie steht es um die Aufregung?
03:20Ach, das geht eigentlich. Also nach einer Zeit gewöhnt man sich einfach dran, würde ich behaupten.
03:26Zumindest ist es bei mir so.
03:29Jetzt ist es so ein bisschen. Aber wenn man weiterkommt und dann im Auto sitzt, dann fokussiert man mehr einfach.
03:36Es steht richtig militärisch, ne? Merkt man schon? Den Drill da bei euch.
03:41Ja, ich komme auch aus einer Familie, wo halt einfach mein Großvater, mit dem ich viel aufgewachsen bin, auch mit
03:45dem ich viel Zeit verbracht habe, war sehr militärisch.
03:48Mein Vater war auch beim Militär.
03:51Lefty war gerade mal 18, als er nach seinem Realschulabschluss vor zwei Jahren in die Ukraine gegangen ist.
03:58Immer wieder rollen schwere Militärfahrzeuge an uns vorbei.
04:03Ah, Kampffanzer, hm? Ja, ja. Von IWB, glaube ich.
04:07Ihr kämpft nicht für euer Land. Ihr kämpft für ein Land, das nicht mal bei der EU ist, sondern für
04:12ein Land, das am Rande der EU ist und gerne zu uns dazugehören möchte.
04:17Es ist einfach so drei Schritte weiter. Erzähl, warum tut ihr das Ganze?
04:22Die ganzen Verbrechen, die dort einfach passiert sind, die waren für mich einfach nicht akzeptabel.
04:26Vor allen Dingen nicht auf europäischem Boden. Vor allen Dingen nicht so einen Angriff gegen die Demokratie, in der ich
04:32froh bin, in der wir leben, und der Freiheit, die wir einfach haben.
04:36Und ich finde, das ist wert zu verteidigen. Und zu dem Zeitpunkt dachte ich mir, jetzt muss einfach mal was
04:40gemacht werden.
04:41Ich bin im gleichen Alter wie du zum ersten Mal auf Missionen gewesen. Damals nach Bosnien. Das war ein Stabilisierungseinsatz.
04:49Was ganz anderes, wie jetzt du heute in einem Kampfeinsatz, wirklich realer Infanteriekampf. Merkst du Veränderungen an dir?
04:58Am Anfang war es natürlich schon, wo man nicht wirklich weiß, okay, wie geht man damit um, wenn zum Beispiel
05:05Freunde sterben oder sowas.
05:06Aber das sind halt auch irgendwann Sachen, die einfach, ja, nicht zum Alltag gehören, aber halt zum Leben mit dazugehören.
05:17Das war, glaube ich, eine Luftabwehr-Rakete. Das ist ein Schahed, glaube ich.
05:23Das war aber gerade eine Schahed abgeschossen. Ja, okay.
05:26Irgendwo über uns.
05:27Ein Slavopet.
05:28Da hinten hat es auch gerade beleuchtet, oder? Ja, da hinten oben.
05:33Über uns fliegen Kamikaze-Drohnen. Wir sind nah dran, aber zum Glück noch weit genug entfernt, um nicht in Deckung
05:39gehen zu müssen.
05:41Ja, wir hören es wieder.
05:43Ja, das ist Flak.
05:44Sag mal, ist das auch einfach so ein bisschen Abenteuerlust, die da mitschwingt, dass du was erleben möchtest?
05:51Ich meine, wenn ich ehrlich bin, natürlich macht das auch Spaß. So komisch, wie es sich eventuell anhört.
05:58Ähm, aber es gibt natürlich auch immer viele gute Momente, vor allem nach einer Mission.
06:03Dann halt die Erinnerungen einfach und die Geschichten, die man halt davon mitnimmt, sind einfach Sachen, die man woanders auch
06:09einfach nicht erleben kann.
06:11Ähm, ich meine, man kann in Falschem springen, man kann klettern gehen, aber sowas, die Erinnerungen, die man halt in
06:17einem Krieg, sag ich mal, sammelt,
06:18sind einfach auf einem anderen Level, sag ich mal. Es ist einfach was anderes. Es ist hart zu beschreiben.
06:23Aber was genau macht Spaß? Das Töten?
06:27Das ist eine komplizierte Frage. Ich würde sagen, nicht direkt.
06:30Aber, ähm, die allgemeine Erfahrung, dass von russischer Artillerie beschossen zu werden, knapp irgendwie zu überleben,
06:38irgendwelche dummen Sachen, sag ich mal, passieren irgendwelche dummen Fehler, ähm, wenn man da länger sitzt, als man sitzen sollte,
06:44das sind Sachen, über die man im Nachhinein halt gut lachen kann, ähm, wo man sich in der Situation natürlich
06:49manchmal denkt, so scheiße, scheiße, scheiße, was geht jetzt ab?
06:53Aber im Nachhinein sind es oft, ich sage immer, solange keiner fällt, sind es immer gute Erinnerungen.
06:59Für uns nicht vorstellbar, dass Lefty Krieg wirklich Spaß zu machen scheint.
07:04Doch zum Nachhaken ist keine Zeit mehr. Mit dem alten Bulli geht es gleich los in Richtung Front.
07:10Schauen wir mal hier in den Kofferraum, hier ist ja alle mögliche Zeug drin, ne? Was habt ihr da? Schutzausstattung
07:15sehe ich jetzt hier so ein bisschen.
07:16Ich habe meine Granaten, mein IFAC, also das Individual First Aid Kit dran und hauptsächlich Granaten.
07:24Im Nahkampf, was war das Nächste, das ihr jemals am Feind wart?
07:28Äh, maximal zwei Meter.
07:30Zwei Meter?
07:31Knapp, ja.
07:32Das war, glaube ich, ein Meter mit diesen, den wir hatten.
07:34Ja, stimmt, ja doch, ein Meter, ja doch, das ist nicht mehr Meter, wird doch noch Quetzer, stimmt.
07:38Und dann auf kurzer Distanz mit dem Gewehr drauf, oder was?
07:40Ja.
07:42Bei der Mitleid?
07:44Also ich zumindest nicht.
07:46Äh, schwere Frage, aber im Allgemeinen würde ich behaupten.
07:51Nein, es ist, äh, komisch wie einfach das jetzt eigentlich.
07:55Wahnsinn.
07:57Wahnsinn.
07:58Ja.
07:59Okay, ihr habt gesagt, ihr müsst los, Reisende sollen wir nicht aufhalten.
08:03Leftig, hat er ja schon mal mit deiner Mutter telefoniert, die wir auch noch treffen werden, die hat uns noch,
08:08äh, was gegeben.
08:09Ah ja.
08:10Die hat gesagt, ja, warte mal.
08:13Hier ist noch ein bisschen Dosenwurst und Beef Jerky.
08:16Beef Jerky.
08:17Genau.
08:17Beef Jerky, genau.
08:17Beef Jerky ist euer Ding, ne?
08:19Ja.
08:20Guck mal her.
08:20Super Essen für Mission.
08:22Ciao.
08:28Und, wie ist dein Eindruck?
08:30Wahnsinn.
08:31Also ich bin, ehrlich gesagt, ziemlich geblättet.
08:35Denen geht es grundsätzlich eigentlich um die europäischen Werte.
08:39Und das finde ich unfassbar beeindruckend.
08:41Ja, das sagen sie, das nehme ich ihnen noch ab.
08:43Aber ihnen geht es auch schon einfach um Abenteuer.
08:46Und Abenteuer bedeutet letztendlich in der Konsequenz auch Menschen töten.
08:50Und damit haben die überhaupt gar kein Problem.
08:54Für Lefty geht es jetzt in den Krieg und für uns zurück nach Kharkiv.
08:58Manche Stadtteile hier sind vollkommen zerstört.
09:12Ganz in der Nähe sind wir mit Franco Farb redet.
09:14Auch er ist ein freiwilliger deutscher Kämpfer.
09:17Wie viele es gibt, ist unklar.
09:20Ukrainische Behörden schätzen mehrere hundert.
09:23Aus Sicherheitsgründen treffen wir uns zunächst auf einem Parkplatz.
09:26Von dort aus kann er uns in sein Safehouse führen.
09:29Ihren geheimen Rückzugsort.
09:31Wir lassen uns einfach mal überraschen.
09:36Franco ist 25, gelernter Dachdeckermeister
09:39und kämpft schon seit zwei Jahren in der Ukraine.
09:42Wie läuft's?
09:43So weit?
09:43Gut.
09:44Ich hab schon gedacht, wir finden euch nicht gleich.
09:46Hier ist ein riesen Parkplatz.
09:48Der Standort ihres Hauses darf auf keinen Fall bekannt werden.
09:52Zu groß wäre die Gefahr eines gezielten Luftschlags.
09:56Flugmodus, dass wenn ihr reinkommt, wir geben euch dann alle Fehlerpasswörter, die ihr braucht,
10:00bis nichts getrackt wird, gar nichts.
10:02Safehouse-Regel Nummer eins, Ortungsdienste deaktivieren.
10:07Wir müssen jetzt auch aufhören zu drehen, weil an der Umgebung könnte man ja erkennen,
10:12wo letztlich deren Position ist.
10:17Erster Eindruck, runtergerocktes Haus, nette Leute.
10:20Guten Tag, nice to meet you.
10:22How are you doing?
10:23Guten Tag.
10:24Hey, how's it going?
10:25How's it going?
10:25Samuel, Paolo.
10:26Und wir sind drin.
10:42Hier leben 15 Männer aus allen Teilen der Welt.
10:45Portugal, Neuseeland, den USA und auch Deutschland.
10:49Die meisten zwischen 20 und 30.
10:52Alle Teil des dritten Bataillons der International Legion.
10:56Laut Franco eine Eliteeinheit.
10:58Berüchtigt für gefährliche Einsätze.
11:00Ja, da standen die ganzen Häuser noch.
11:03Mittlerweile ist da gar nichts mehr von übrig.
11:06Das ist alles passiert innerhalb von zwei Wochen.
11:08Es ist komplett flach.
11:17Das ist Angst.
11:18Angst ist das, was dich wirklich, das hätte ich niemals gedacht,
11:20dass dich das so sehr aus der Buße bringt.
11:30Wenn ich es zum Beispiel vergleiche mit einem Feuergefecht
11:32und du hast die ganze Kugel an den Vorbeisippen,
11:35ähm, der Körper versteift, du möchtest nicht.
11:38Das ist, glaube ich, auch so ein natürlicher Drang.
11:39So, okay, da könnte jetzt was passieren.
11:40Ich möchte jetzt nicht sterben oder sowas.
11:42Aber ich muss jetzt los, weil die kommen auch.
11:50Good luck!
11:50Weg, weg, weg, weg!
11:52Aber das ist so ein Kampf gegen einen selbst.
11:54Mittlerweile habe ich es unter Kontrolle.
11:56Ich bin ein bisschen länger jetzt hier.
11:58Franco wollte zunächst humanitär helfen.
12:00Doch merkte schnell, die Ukraine braucht keine Handwerker,
12:03sondern Soldaten.
12:05Das ist der BTR, der reinkommt.
12:07Ein feindlicher Panzer, ne?
12:08Genau.
12:09Der kommt, ah, zu euch direkt rein.
12:11Der steht direkt da vorne.
12:15Ich konnte das Ding direkt vor mir sehen.
12:17Und da liegt es am Loch.
12:18Bitte nicht.
12:18Bitte nicht.
12:21Dröhnen!
12:22Dröhnen!
12:22Franke und seine Einheit haben schon an vielen Fronten gekämpft.
12:26Dröhnen!
12:27Dröhnen!
12:28Oh!
12:30Bitte nicht schrauben mich!
12:31Mein Team, mit dem ich angereist bin, ähm, wir hatten, wir waren 15 Leute.
12:41Gestorben sind von denen fünf.
12:44Beres, schwer verwundet.
12:46Wo kamen die alle her?
12:48Wo kamen die alle her?
12:50Europa.
12:51Europa.
12:51Europa.
12:52Waren alles Europäer.
12:53Deutschland.
12:54Wie alt waren die?
12:55Äh, alles zwischen 22 und 30.
13:00Ja.
13:00Also eigentlich noch junge Männer, wenn man will.
13:02Eigentlich noch junge Männer.
13:03In der Ukraine kann man erst mit 25 von der Armee eingezogen werden.
13:08Weiter würde ich persönlich auch nicht runtergehen.
13:10Was sagst du zu 18-, 19-Jährigen, die sich hier freiwillig melden aus Deutschland?
13:17Jo, ich bin mit derselben Motivation hier hingekommen.
13:20Ich wollte was bewirken.
13:22Natürlich sind da wahrscheinlich auch ein, zwei bei, die überhaupt nicht wissen, was los ist.
13:26Du versuchst dann die Leute einfach, um die vor sich selbst zu beschützen.
13:32Du meinst das nicht böse, aber du fängst an, dich schlecht zu machen.
13:36Du sagst denen bewusst, du wirst hier sterben.
13:39Weil das ist kein Trainingslager hier.
13:41Wir sind kein Bootcamp.
13:42Du kommst hier hin.
13:43Wenn du, wenn sobald du hier auf dem Grundstück bist, kannst du morgen losgehen.
13:48Oder diese Nacht.
13:49Die meisten ganz jungen Soldaten hält Franco einfach noch nicht für reif genug.
13:54In der Nacht kehrt im Safehouse so langsam Ruhe ein.
13:59Good night, guys.
14:01Good night.
14:04Good night.
14:08Jetzt schlafen wir hier unter Maschinengewehren.
14:11Und ja, wird von zwei Mädels okay.
14:15Also das ist total die Räuberhürde.
14:18Eine Nacht reicht uns völlig.
14:20Kaum zu glauben, dass es junge Deutsche gibt, dessen größter Traum es ist, nach dem Abi genau hier hinzugehen.
14:27Einen von ihnen haben wir vor ein paar Wochen in Darmstadt getroffen.
14:32Noah.
14:32Und du und du, Mikrofon check.
14:34Eins, zwei, drei.
14:35Ja, ja, okay.
14:36Komm dran, komm dran.
14:38Noah ist 18, IT-Fach-Abiturient und ein absoluter Tech-Nerd.
14:43Mit dabei ist auch sein Kumpel Leon.
14:46Hallo.
14:46Servus Patrick, grüß dich.
14:49Wo gehen wir jetzt hin?
14:51Wir können da hinten, das ist so ein Waldstück, also da müssen wir einmal kurz durch den Bahnhof durch.
14:55Da können wir Drohne fliegen.
15:05Im Grünen angekommen, geht's mit Maske weiter.
15:08Ich möchte nicht irgendwie die Möglichkeit irgendjemanden bieten, mich darüber anzufeinden oder sonstiges.
15:17Okay.
15:18Noah entwickelt in seiner Freizeit Apps, um Flugbahn von Granaten zu berechnen.
15:23Mit seinem Wissen möchte er der Ukraine helfen.
15:26Wo möchtest du hin?
15:28Ich würde tatsächlich Drohneinheiten präferieren, weil es kommt mir schon mal bekannt vor.
15:33Man weiß ungefähr, wie es funktioniert, man weiß, was man da so machen muss.
15:37Ich habe zuerst einfach nicht geglaubt, aber mich schon mal verarscht hat mit etwas.
15:42Hast du da Angst um ihn?
15:44Auf jeden Fall.
15:46Da kann alles passieren.
15:48Auf jeden Fall schon eine gute Sache, aber für mich könnte ich einfach nicht mit meinem Gewissen und meinen Geliebten
15:54das feindbaren.
15:56Wenn sie Angriffskriege durchführen können und wenn sie damit davon kommen, wird die Welt halt ein immer unsicherer Ort.
16:04Und es wird halt auch dazu führen, dass viel mehr Kriegsparteien existieren werden.
16:09Oder es wird keine Ahnung, dass China Taiwan angreifen wird, dass andere Länder versuchen, andere Länder anzugreifen.
16:16Und es wird zu einer viel unsicheren Welt führen, zu einer schlechteren Weltordnung führen.
16:21Es wird dazu führen, dass Länder sich mehr Atomwaffen zulegen werden, weil sie halt sehen, dass wenn sie Atomwaffen haben,
16:27können sie alles tun.
16:28Eigentlich alle Leute, die man fragt in diesem Umkreis, die sehen es genauso. Weil die wenigsten wollen halt machen, was
16:33er macht.
16:35Du willst hier innovativ arbeiten, aber oft bedeutet halt eben der Soldatenberuf in der Ukraine halt auch in letzter Konsequenz
16:42Menschen töten.
16:43Auf jeden Fall. Aber das ist jetzt brutal gesagt oder zynisch gesagt für den größeren Sinn, um die demokratische Weltordnung
16:52aufrecht zu halten.
16:53Also es ist jetzt ziemlich brutal zu sagen, sowas.
16:56Noah wirkt mit seinen 18 Jahren sehr idealistisch.
16:59Doch warum glaubt ein Abiturient, an der Front gebraucht zu werden?
17:20Er wirkt überzeugt. Mit dem IT-Wissen aus der Bibliothek und seinem Fachabitur könne er in der Ukraine etwas bewirken.
17:28Wie viele Wochen hast du jetzt noch bis zum Abi?
17:30Eine.
17:30Was denkst du, packst du es?
17:32Ja.
17:33Was war der letzte Schnitt vom letzten Zeugnis?
17:35Der letzte Schnitt waren 9 oder 10 Punkte.
17:38Noah möchte in die Ukraine gehen. Was möchtest du nach einem Fachabi machen?
17:42Ich will Lehramt studieren. Auf deutschem IT.
17:46Also ich glaube, unterschiedliche könnten die Richtungen nicht sein, oder?
17:50Wir müssen das Ganze erst mal sacken lassen.
17:55Was sagst du dann? Erster Eindruck.
17:57Absolut krass, dass er in dem Alter mit den Chancen, die er eigentlich hätte im Leben, sich für sowas entscheidet.
18:03Aber ich finde, er wirkt jetzt auch nicht wie so ein Rambo oder jemand, der das aus Abenteuerlust macht, sondern
18:08wirklich aus tiefer politischer Überzeugung.
18:13Ein paar Tage später begleiten wir Noah in die Ukraine.
18:17Nun möchte er sich der Armee anschließen.
18:19Seine Eltern wissen von all dem noch nichts.
18:25Kaum in Kiew angekommen, steht für Noah das Rekrutierungsgespräch bei ASOV International an.
18:31Eine Einheit, die wegen rechter Tendenzen lange umstritten war, nun aber betont, sich verändert zu haben.
18:37Wir treffen uns jetzt in einem Café mit den Leuten.
18:40Und es durfte das ja sein.
18:43Du bist nichts von uns.
18:44Bis du das anders präsentierst.
18:46Wir sind eine Special Forces-Unit.
18:48Wir sind nicht alle.
18:49Wir sind nicht die besten Leute.
18:51Wir haben genug Leute, die zu nehmen.
18:53Ja, okay.
18:54Wir beginnen mit einer richtigen Weg.
18:55Sag mir ein bisschen über dich.
18:58Ich bin interessiert in Drones.
19:02Ich fliehe persönlich in Mavic 2.
19:04Warum genau Drones?
19:06Warum nicht Infanterie?
19:08Ich weiß sicher nicht.
19:09Drones sind Dinge, die ich zufrieden bin, würde ich sagen.
19:13Ich habe nicht gesagt, ich möchte Infanterie gehen oder so.
19:18Weil ich würde sagen, ich bin nicht 100% sicher, ob ich es zufrieden bin.
19:25Eine Antwort, die der Rekruter nicht hören wollte.
19:27Die ASOV-Einheit bedeutet Grabenkampf.
19:29Du kannst leicht verbunden werden.
19:31Du kannst flankiert werden.
19:33Du bist eine normale Infanterie.
19:34Du musst deine Rekruter holen.
19:36Was ist mit deiner Familie?
19:38Wie haben sie diese Entscheidung von dir gemacht?
19:41Sie wissen nicht viel darüber.
19:44Wird das für dich ein Problem für dich für dich?
19:46Ich denke, vielleicht.
19:48Sie wollen nicht, dass ich mich nicht sehen will,
19:51wo ich möglicherweise sterbe.
19:54Also gibt es eine Chance, dass deine Mutter dich zu holen wird.
19:57Wenn du nach Hause gehst?
19:59Ja.
19:59Du willst nach Hause gehen?
20:00Ja.
20:01Ich denke nicht.
20:02Ja.
20:03Aber das wird auf deinen Service beeinflussen?
20:05Ja.
20:06Ja.
20:06Okay.
20:08Das ist kein Problem.
20:11Von meiner Meinung nach ist er noch nicht bereit,
20:14ein Soldatier zu sein.
20:15Ich war gerade mit dem Kind, nicht dem Soldatier zu sein.
20:21Für Noah geht es jetzt um alles.
20:24Ein deutscher Ausbilder teilt ihm das Ergebnis mit.
20:28Das Büro hat entschieden, dich nicht zu nehmen.
20:32Also du wurdest zum Beispiel, ja, du wurdest abgelehnt.
20:36Hast dein Herz am richtigen Fleck.
20:39Aber nicht jeder muss ein Soldat sein, um Ukraine zu helfen.
20:43Ja, es gibt viele andere Möglichkeiten und ich glaube, du wirst deinen Weg finden.
20:47Ja, wie gesagt, nichts Persönliches.
20:48Alles gut, ich verstehe das komplett.
20:51Also klar bin ich ein bisschen traurig, weil das wäre jetzt so mein größter Traum gewesen.
20:55Aber auch andersherum denke ich mir dann halt so, okay, lieber halt eine direkte Ansage,
21:00dass ich da sehr wahrscheinlich fehl am Platz bin, dass sie denken, dass ich darauf nicht hundertprozentig gut genug vorbereitet
21:09bin.
21:10Noah möchte es weiter in der ukrainischen Rüstungsindustrie versuchen, erzählt er uns.
21:16Danach bricht der Kontakt ab.
21:21Wir sind wieder im Raum Kharkiv unterwegs.
21:23Für Noah hat es nicht gereicht, aber wie muss man eigentlich drauf sein, um an die Front gelassen zu werden?
21:31Um das herauszufinden, begleiten wir Franco und seine Einheit bei einer Übung.
21:35Auch Lobbit, hier links im Bild, ist gerade mal 20 Jahre alt.
21:52Zum Warm-up gibt's 50 Cent auf die Ohren.
21:55Geschossen wird mit scharfer Munition.
21:58Natürlich auf Pappscheiben.
22:10Wir schießen quasi heute selbst gebaute, zusammengefuschte, äh, RPG-Raketen.
22:19Kann sein, dass das Ding einfach 50 Zentimeter vor uns landet?
22:21Das ist eine gute Frage, das werden wir herausfinden.
22:25Happy days.
22:26Happy days.
22:28Es sind vor allem junge Menschen, die mit falschen Vorstellungen zur Legion kommen, meint Franco.
22:35Wenn zehn Mann kommen, wie viele bleiben?
22:39Drei bleiben.
22:40Und die ersten siegen, die gehen in den ersten zwei Monaten.
22:45Die spielen so viele Spiele oder haben so viele Filme geguckt oder sowas.
22:49Und dann kommt sie hin und dann ist das ja anstrengend.
22:50Und ich kann da nicht unendlich viel rennen, wie in einem Videospiel oder sowas.
22:57Und das, was ich alles schießen möchte, das muss ich ja erst noch dahin bringen.
23:00Das hat ja alles Gewicht.
23:02Und viel schießen heißt viel Gewicht.
23:05Und da denken die meisten nicht mit.
23:06Der Recon-Team ist auf der Weg.
23:08Okay, Roger.
23:10Roger.
23:10Hey, Recon-Team ist auf der Weg zurück.
23:12Be bereit, in etwa drei, vier Minuten.
23:14Die Hölle ist kaputt. Ja, ich würde deine Augen schließen.
23:18Backblast! Backblast! Backblast!
23:22Backblast!
23:22Peace days, please.
23:24Backblast!
23:25Backblast!
23:29Unser Eindruck, die Jungs haben sichtlich Spaß an dem Geballer.
23:33Doch dann klemmt das Maschinengewehr.
23:36Check, Feuer!
23:38Check, Feuer!
23:39East German Technology.
23:43Veraltete Waffen sind nur eine der vielen Widrigkeiten, die Franco und seine Kameraden ertragen müssen.
23:49Ob man das mit 18 übermotiviert und voller Abenteuerlust auch auf dem Schirm hat?
23:53Alles nach Plan?
23:54Nee, gar nicht nach Plan.
23:57Während sich Franco weiter auf den nächsten Einsatz vorbereitet, sind wir wieder in Kharkiv.
24:03Die Stadt ist vom Krieg gezeichnet.
24:08An den Lärm der Luftalarmsirenen haben wir uns längst gewöhnt.
24:12Auch im Stadtpark scheint das niemanden zu interessieren.
24:15Der Krieg geht einfach schon zu lange.
24:17Uns interessiert, wie hier junge Ukrainer über den Militärdienst denken.
24:35Das ist Dolphin, 21 Jahre alt.
24:38Schon sein halbes Leben lang befand sich sein Land im Krieg.
24:41Ich glaube, dass ich jetzt nicht in die Armee gehen würde.
24:48Weil mir einfach nicht genug ist.
24:50In anderen Jahren, in der Zukunft, ich würde, weil wir alle da werden.
25:00My friends, who are on the front, are not very, as they say, they come to the front, but they
25:11give them more or less freedom of thought.
25:18But they, how to say, they are a lot of suffering, their hands, their legs, their legs, their head, they
25:29are not very good.
25:33Because they are such a thing, they are not everyone.
25:39Like many others also, has Dolphin's fear.
25:42More fewer melden them in the 4. Kriegsjahr freiwillig.
25:50After 2,5 weeks on the front, a sign of Lefty.
25:55We're going straight into the military hospital. Lefty is wounded.
26:00Let's talk about your injuries.
26:03One, you got a Granat-Splitter, you got a Gehirnenschütter.
26:09And the worst thing is that you are on the back, right?
26:13Yes, exactly.
26:14We don't need to know how it is.
26:15What's the best, what was the best, what's the best, what's the best.
26:29There came a Russian FBV-Droger.
26:31And as I just saw her, she made a Wend-up and pushed back to our position,
26:38where I could go to the back.
26:40I couldn't take a deck. It started to rain and the drones flying along.
26:47This setting is a bit... I think it's cool, if I'm honest, this setting.
26:53But I think for most people, they probably think, okay, this is the Earth.
26:57What do you find cool about it?
26:58Just that you know, okay, I'm going to give everything or that it was.
27:03And that feeling, that you have achieved it.
27:05It gives me some kind of fulfillment, so that you know, my limit was not yet.
27:08It's crazy, what you said.
27:11It's clear that it doesn't have a respawn.
27:13It's like a computer game, if you tell that.
27:16But if it's over, then it's over.
27:20Yeah, it feels like it's a bit like a video game.
27:25Of course, I've experienced it.
27:27But in general, it was always a fun mission.
27:31We did a lot of things, or I did a lot of things, which did a lot of fun.
27:34I'm not a person, who really hurt.
27:37That's it, you would rather go back to the front than back to Germany,
27:41to your friends, to your family.
27:44How can that be?
27:45It's probably weird.
27:46It's probably not like a normal person, I think.
27:49But in my opinion, there are clear priorities in my life.
27:53So stupid, as it's possible.
27:54But I'm ready for my life, for the idealism I have.
27:59True, peace and equality, that it's in the Russian Federation just not right.
28:03So I won't let people into this influence.
28:08Krass, that Lefty, trot his love, will always again back to front.
28:11will.
28:12Yeah, exactly.
28:13Ich wobble mich immer durch.
28:23Es ist natürlich für mich auch immer wichtig, dass meine Mutter natürlich auch weiß,
28:26dass es mir gut geht.
28:31Hallo.
28:32Na, wie geht's?
28:34Ja, es geht so.
28:36Wie geht's dir?
28:37Ist viel wichtiger, mein Süßer.
28:38Gewussischen Drohnen mögen mich halt immer noch nicht so wirklich.
28:41Wo wir von Drohnen gejagt.
28:43Weißt du, wie lange du im Krankenhaus bleiben sollst?
28:46Das weiß ich noch nicht so genau.
28:49Okay.
28:50Kann ich dir später noch mehr Antworten zu geben.
28:52Schön, schön, dass du so zumindest in der Lage bist, mit mir zu sprechen.
28:57Genau.
28:59Leftis Mutter Anne wirkt überraschend gefasst.
29:02Wir möchten sie treffen, um zu verstehen, wie sie mit der Situation umgeht.
29:06Super.
29:07Hab dich auch lieb.
29:09Ja.
29:09Bis dann.
29:10Tschüss.
29:12Tschüss.
29:12Außerdem wollen wir noch besser verstehen, wie Lefty zu dieser radikalen Entscheidung gekommen
29:17ist.
29:17Ja, wir fahren hier gerade mit dem Bus durch die Pampa Norddeutschlands und sind gerade
29:21tatsächlich mit Leftys Mutter verabredet, die uns jetzt am Busbahnhof abholen wird.
29:27Hallo Anne.
29:28Freut mich.
29:29Hi, darf ich so?
29:30Auf jeden Fall.
29:31Vielen Dank, dass du dir die Zeit nimmst heute.
29:33Ja, gerne.
29:34Das ist Patrick.
29:35Hi.
29:36Patrick, alles gut bei dir?
29:38Ja, heute hinter der Kamera.
29:43Der ist aktuell in Reha.
29:45Immer noch von seiner Wunde, ja.
29:47Ja, er hat es ganz lange selbst versucht nochmal mit Medikamenten und Training und er humpelt
29:53aber immer noch und der Nerv ist halt einfach irgendwie beschädigt.
29:56Kommt erstmal rein.
29:57Ich zeig dir mal kurz Leftys Zimmer.
30:00So.
30:03Ein Kreuz.
30:05Er ist doch schon sehr verwurzelt.
30:07Er ist also gläubig.
30:09Sieht da schon so ein bisschen aus nach modernen Kreuzrittertum.
30:12Ja, ich glaube das wäre ein Ausdruck, den Lefty gefallen würde.
30:17So ein bisschen passt das sogar.
30:20Und als kleiner Junge war er ja immer Ritter.
30:22Ich meine, ich finde hier noch ganz viel Überreste seiner Kindheit.
30:26Die Bibel für Kinder zum Beispiel.
30:28Das sieht jetzt nicht nach dem Zimmer von einem Soldaten aus, sondern wirklich noch nach
30:32einem Kinderzimmer, was es ja auch ist.
30:34Das zeigt einfach, wie unglaublich jung Lefty noch war, als er an die Front gegangen ist.
30:38Gaming-PC heißt, er hat viel gezockt, oder?
30:41Ja.
30:42Der war aber auch viel in Communities.
30:45Der ist Anime-Fan Lefty und da hat er auch die Freunde aus der Ukraine kennengelernt
30:51über diese Community und nicht über dieses Gaming.
30:54Was für eine Begründung ist er da?
30:55Was hat er dir gesagt, als er zum ersten Mal in die Ukraine gegangen ist?
30:58Einfach, ich will Freunde treffen oder was hat er gesagt?
31:01Ja, dass ihm das wichtig ist, dass er sich da ein Bild machen will.
31:05Und dass er da nicht glaubt, dass er in Gefahr ist, aber sich ein Bild machen will.
31:10Er will sich das da angucken.
31:12Und ich glaube, da hat er schon vielleicht mit dem Gedanken ganz leicht gespielt.
31:17Nur der ist 18 gewesen und ich bin immer der Meinung, es hätte nichts gebracht,
31:22hätte ich ihm irgendein Verbot ausgesprochen.
31:25Leftys erste Ukrainereise wurde für die Familie zum Wendepunkt.
31:28Da sagte er, er hat sich entschieden, in die Ukraine, in diese Legion zu gehen.
31:34Und da ist bei mir erstmal die Welt zusammengebrochen.
31:38Jetzt muss ich mal Pause machen.
31:41Anne gibt sich lange taff, doch Leftys möglicher Tod bleibt eine ständige Sorge.
31:46Ich weiß, dass das Schlimmste ist, was einer Mutter passieren kann, ihr Kind zu verlieren.
31:52Ich weiß nicht, was passiert mit mir, wenn das soweit ist.
31:57Ob ich dann vielleicht sogar selber den Freitod wähle.
32:00Oder ob ich nach Russland fahre und irgendwelche Leute verhaue.
32:04Oder ob ich, ich weiß es nicht, was ich tun werde. Ich kann es einfach jetzt nicht sagen.
32:09Doch selbst wenn Lefty Leben zurückkehrt, wie wird sein Leben nach der Front aussehen?
32:14Wir haben junge Menschen getroffen, die bereit sind, für ein fremdes Land zu sterben.
32:19Aus Überzeugung.
32:21Aus Abenteuerlust.
32:23Vielleicht auch aus jugendlicher Naivität.
32:28Erfahrene aber wissen längst, worauf sie sich da einlassen.
32:31Wir haben uns gerade den Bescheid bekommen, dass wir jetzt versetzt werden.
32:35Vor uns geht es nach Pokrovsk.
32:38Habe ich so ein bisschen gemischte Gefühle mit, um ehrlich zu sein.
32:42In Pokrovsk toben die heftigsten Kämpfe der ganzen Ukraine.
32:47Mal sehen, wie es wird, ne? Ihr hört von mir. Nochmal. Spätestens im Krankenhaus.
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