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00:01Theна of a
00:16Seit Tausenden von Jahren
00:18gestaltet der Mensch die Landschaft.
00:21Er schafft Gärten von einzigartiger Eleganz
00:24als irdische Paradiese für die Herrscher seiner Zeit.
00:27These kings of the Gärten are still evidence of power, beauty and of the Sehnsucht to be fulfilled.
00:36Many of them have been through the centuries.
00:39Their craftsmanship, glitzes of the water,
00:43the labyrinth and exotic plants are full of mysteries and stories,
00:49which is to feel.
00:51A journey to the beautiful kings of Europe
00:54leads into a world, in which architecture, nature and history
01:00are to a single-arty whole art.
01:02The name of the Sehnsucht, the name of the Sehnsucht.
01:22Saint-Souci, übersetzt ohne Sorge. Der Name ist Programm.
01:29Ab dem Jahr 1744 entsteht in Potsdam, nahe Berlin, das Refugium für eine der schillerndsten Figuren des 18. Jahrhunderts.
01:39Friedrich II., auch der Große genannt, setzt sich hier mit Schloss und Gärten ein Denkmal,
01:46das seit 1990 ein lebendiger Teil des UNESCO-Welterbes ist.
01:53Der Park Saint-Souci wird unter seinen Nachfolgen erweitert und ist heute mit seinen 300 abwechslungsreichen Hektar
02:00sowohl eine Touristenattraktion als auch ein Naherholungsgebiet,
02:05ein Lebensraum für Tiere und ein Ort botanischer Vielfalt und nicht zuletzt ein inspirierender Arbeitsplatz.
02:18Friedrich plant mit Saint-Souci nicht nur reichlich Raum für Erholung und Sinnesfreuden,
02:24sondern auch ein Gesamtkunstwerk als Spiegelbild seiner Visionen oder zumindest seiner Selbstwahrnehmung.
02:31So stellt er etwa auf der Nord-Süd-Achse, die mitten durch sein Schloss führt, eine hier verkürzt wiedergegebene Reise
02:39dar,
02:40die in der Antike beginnt und über die irdische Zeitrechnung hinausführt.
02:46Der Ruinenberg zeigt uns eine Ansammlung von Ruinen tatsächlich, es sind aber nicht natürliche, sondern es sind künstlich,
02:53die sind schon so gebaut. Ruinen von verschiedenen ganz berühmten Bauwerken der Antike zusammengesammelt.
03:02Ein Element, das ganz weit vorne steht, nämlich so drei Säulen mit dem Gebälk oben drüber,
03:07die erinnern sofort an einen Besuch, den wir alle vielleicht schon mal gemacht haben auf dem Forum Romanum.
03:12Es ist ein Zitat eines Tempels, der dort stand.
03:16Diese drei Säulen sind also auf dem Ruinenberg und wenn wir im Ehrenhof von Saint-Souci stehen und darüber schauen,
03:22ist eigentlich zwischen dem Ruinenberg und dem Schloss passiert gar nichts, da ist nichts.
03:26Das ist Wildnis, also zwischen Antike und Gegenwart können wir vergessen, da ist nichts Wichtiges.
03:32Und plötzlich sieht man in der Umgebung, wenn man im Hof steht, wieder solche Säulen mit Gebälk.
03:39Es sind diese zwei halbrunden Kolonnaden, die den Ehrenhof einfassen.
03:47Und es mag fast scheinen, als würden die drei Säulen am Horizont das letzte Stück sein, was diese Kolonnadenreihe schliesst.
03:55Aber sie sind halt eben in der Antike geblieben.
03:57Diese Idee mit den Säulenpaaren wird im ersten Raum, im Vestibül, aufgenommen.
04:03Dann geht man in der Mittelachse weiter, kommt in den ovalen Festsaal,
04:08zu seiner Zeit auch schon als preußisches Pantheon etwas überheblich bezeichnet.
04:14Dieser Raum, das wissen die Besucher der damaligen Zeit, hat aber tatsächlich ein Vorbild,
04:19auch wenn es nicht das Pantheon in Rom ist, es ist eine Kirche in Rom, von Bernini gebaut.
04:25Also sind wir sozusagen im römischen Barock angekommen auf einer Zeitreise.
04:30Wenn man von da aus jetzt in den Garten hinaustritt, hat man an der Gartenfassade dieses Motiv der zwei Säulen,
04:37hat man wieder, es sind aber nicht Säulen, sondern es sind Pilaster, wo oben menschliche Figuren, Naturwesen rauskommen.
04:45Also wir haben uns gelöst von der kunsthistorischen Entwicklung der Antike bis hin zum Barock
04:51und sind jetzt eben in der freien Natur, so weit, so gut.
04:55Dann geht man eigentlich nach vorne und schaut hinunter in den Garten und was sieht man?
05:00Einen Brunnen und um den Brunnen herum stehen Götterfiguren.
05:04Ganz viele Götter sind versammelt.
05:06In der Zeit von Friedrich waren es noch mehr, weil nämlich der Brunnen ein bisschen kleiner war
05:10und in der Mitte war auch noch eine Figur und zwar die der Thetis.
05:16Jetzt ist aber ja der Punkt, wo sind die Götter?
05:18Die Götter sind auf dem Olymp oder sie sind mit anderen Worten im Paradies.
05:22Und im Paradies hat man keine Sorgen.
05:26Deswegen steht die Inschrift Sans Souci, ohne Sorgen, an der Gartenseite der Fassade,
05:34weil in dem Moment, wo man rauskommt, ist man im Paradies,
05:36hat man sich vor der irdischen Zeitentwicklung gelöst und ist also eben von allen Sorgen befreit.
05:52Von der Antike über sein neues Rom zur Unsterblichkeit.
05:581740 ist der 28-jährige Friedrich König in Preußen.
06:03Doch schon als Kronprinz erliegt er der Rumsucht, die zur wesentlichen Antriebskraft seines Schaffens wird.
06:13Friedrich wollte, das muss man sagen, tatsächlich als groß eine Geschichte eingehen
06:17und dazu war es wichtig, Rom zu erlangen.
06:19Das hat er als Jugendlicher relativ früh aufgrund seiner Lektüre mitbekommen.
06:24Und zwar ist das deutlich, und sie haben nachdem jetzt Bewegung, von seinem Vater.
06:29Der war ja etwas, sagen wir, dumpfdeutsch, wenn man das so simpel zusammenfassen kann,
06:36und doch sehr rustikal und Friedrich war dank seiner Mutter etwas weiter erzogen,
06:43kannte mehr, zumindest aus Erzählungen von der Welt und war vielseitiger interessiert als sein Vater.
06:50Und das hat ihn dazu gebracht, philosophische Schriften zu lesen
06:53und da entwickelte sich letztendlich seine Absatzbewegung, sein Weltbild.
06:56Darüber hinaus hat er dann erkannt, was notwendig ist, um berühmt zu wirken.
07:00Und da geht es darum, dass man auf militärischem Gebiet erfolgreich sein muss
07:05und im Grunde als intellektueller und als kunstinteressierter erfolgreich sein muss und darum erlangen kann.
07:12Und das hat er sukzessive umgesetzt, wenn man will.
07:14Gleich in dem Moment, in dem er an die Macht gekommen ist, hat er sich ja darauf besonnen,
07:21dass er sein Land ausdehnen könnte und es in Schlesien einmarschiert.
07:24Er hat dann auch wirklich sinnfreie Rechtfertigungen produzieren lassen,
07:29nichts, was er wirklich selbst geglaubt hat, aber es war halt wichtig, wie heutzutage ja auch,
07:34man braucht eine Rechtfertigung und er hat die geliefert.
07:37Gleichzeitig hat er sich für was Intellektuelles interessiert.
07:40Er hat eine Akademie gegründet und hat Mokathui berufen als Akademiepräsidenten
07:44und er hat sich dann sukzessive, als er Zeit hatte, um die Kunst gekümmert.
07:50Er war ein großer Gemäldesammler und das kann man hier sehen, wenn man in Sanssouci selbst ist
07:55oder wenn man hier in die Bildergalerie geht, das ist ja aufgebaut worden.
08:00Beraten war er von verschiedenen Freunden, wie man das immer nennt, wo das im Grunde gute Bekannte sind.
08:08Und deren Kennzeichen ist vor allen Dingen, dass sie viel älter waren als er.
08:13Das heißt, er hat, anders als das heute, glaube ich, eher der Fall ist, wenn ich das so sagen darf,
08:18darauf gesetzt, von älteren Leuten was zu lernen.
08:22Heute wissen die jungen Leute ja alle schon genau, was richtig ist.
08:25Er hat sich gedacht, er hat einen Plan, aber es ist nicht falsch, noch von älteren was abzuschauen.
08:32Und so wird unter anderem der französische Philosoph Voltaire,
08:37einer der bekanntesten Intellektuellen der Aufklärung, sein Lehrmeister.
08:42Letztendlich zählt aber Friedrichs Wille, auch wenn es um sein Paradies geht.
08:49Sanssouci gab Friedrich die Möglichkeit zum Experiment.
08:53Es ist keine Residenz, hier hatte er keine zeremoniellen Verpflichtungen,
08:57keine offiziellen Empfänge, nichts einzuhalten.
09:00Das heißt, er konnte seine vielen Gedanken, die er hatte, seine Ideen in Architektur umsetzen.
09:06Und das hat er auch getan.
09:08Er hat zwar einen Architekten, Georg Wenceslaus von Grubelsdorf,
09:11ein junger Architekt, mit dem hat er schon in Rheinsberg experimentiert.
09:14Und das tut er wieder. Und er lehnt sich auch auf gegen den Ratschlag des Architekten.
09:21Zum Beispiel Schloss Sanssouci, wenn Sie von unten von den Terrassen schauen, ganz berühmter Blick,
09:26dann sehen Sie den Sockel nicht des Schlosses.
09:28Und man das Gefühl, ja, das kippt jetzt gleich hinten den Hügel runter.
09:31Das ist, weil Sanssouci eben nicht vorne an der Kante der Terrasse steht und auch nicht auf einem Sockel hoch.
09:38Friedrich hat ihm aber offensichtlich, er hat auch Zeichnungen, Skizzen dazu selber gemacht, erklärt,
09:43nein, er braucht die Fenstertüren, damit er direkt in den Garten kann.
09:48Deswegen muss es niedrig stehen.
09:49Und es darf nicht vorne an der Kante stehen, weil er auf der Terrasse oben natürlich spazieren will.
09:54Also auch da sein absolut eigener Wille.
09:57Man kann das alles erklären und interpretieren,
09:59aber es ist tatsächlich so, dass er jedem Architekten, das macht er beim Neuen Palais noch mehr als bei Sanssouci,
10:05wirklich in die Pläne hineinzeichnet und sich selber umsetzt und künstlerisch.
10:11Es ist für ihn ein künstlerischer Akt, Sanssouci zu bauen und nicht eine Notwendigkeit eines weiteren Wohnsitzes.
10:23Friedrich will sich hier nicht nur auf Lorbeeren ausruhen,
10:26sondern auch die Früchte seines Paradieses genießen.
10:33Ganz Sanssouci ist überall, also quasi wie ein landwirtschaftlicher Betrieb,
10:37zwischen dem Schmuckgarten, immer wieder mit Nutzpflanzen versehen.
10:42Das deutlichste davon Beispiel sind sicher die Terrassen unterhalb von Sanssouci,
10:47die ja mit Nischen versehen sind, wo Feigen wachsen.
10:51Und jede Nische ist wie ein Mini-Gewächshaus, ein Riesenaufwand.
10:54Und die Feigen werden auch bis heute noch reif im Herbst an diesen Terrassen.
10:58Dann gab es da Orangenbäumchen und Wein, der da rankte.
11:02Also die Idee eigentlich von Sanssouci im Kern ist, ich habe einen Obstgarten.
11:08Dazu brauche ich ein Gartenhaus, das ist Sanssouci.
11:12Und dann gebe ich diesem Obstgarten auch noch eine ganz spektakuläre Form.
11:16Und das ist dann eben die rahmende Gartenkunst.
11:22Barock und Rokoko geben die Gestaltungselemente vor.
11:27Strenge Geometrie und Symmetrie bestimmen die Bühne,
11:30die mit Skulpturen und spektakulären Gartengebäuden bespielt wird.
11:36Dazu zählen die Neptun-Grotte.
11:40Das chinesische Haus, das auch als ironischer Seitenheb
11:44auf die Chinamode des 18. Jahrhunderts verstanden werden kann.
11:49Und das Belvedere auf dem Klausberg.
12:06Das ländliche Glück der Selbstversorgung
12:09bleibt jedoch ein Wesensmerkmal von Sanssouci.
12:13Vom westlichen Weinberg auf dem Klausberg
12:16über die Weinbergterrassen
12:19zu den Kompartimenten des östlichen Lustgartens
12:22blüht und gedeiht, was die königliche Tafel begehrt.
12:27Jörg Wacker, Kustos für Gartendenkmalpflege,
12:30kann anhand alter Aufzeichnungen und Pläne ermitteln,
12:34was zu Friedrichs Zeiten wo angepflanzt wurde.
12:37Eine Besonderheit Friedrichs ist aber,
12:39dass er als obstnah galt,
12:42eine große Vorliebe als Grundrind schon für Tafelobst hatte
12:45und viel unternommen hat, um Obst in seinen Gärten unterzubringen.
12:50Und alle Kompartimente, also die von Hecken eingefriedeten
12:53geometrischen Flächen im Lustgarten,
12:55sind im Inneren mit Obstbäumen bestellt worden.
12:58Damit haben wir 16 verschiedene Flächen von Obst.
13:02Und er ließ hier sogar Mandelbäumen,
13:04Pflaumen, Kirschen, Aprikosen,
13:07Pfirsie, Äpfel und Birnen
13:10in unterschiedlichen Sorten pflanzen.
13:12Und seine Lieblingsfrucht war eine Kirsche,
13:15die Prager Muscatella.
13:17Und er legte auf das Obst so viel Wert,
13:20dass selbst wenn Friedrich Krieg führte,
13:22jeden Tag ein Boot im Obst in Seidenpapier eingepackt
13:25in einer Holzkiste in das Feldherrenzelt bringen musste.
13:28Und die Kirschen wurden sogar auch noch in späterer Zeit angetrieben.
13:33Das heißt, nach dem ersten Frost
13:36stellte man die Bäume, die in Kübeln standen,
13:39in ein beheiztes Gewächshaus,
13:41sodass das Gehölz den Eindruck hatte,
13:42jetzt kommt es Frühjahr.
13:44Sodass es dann schon Ende Februar, Anfang März
13:47bis zum April die ersten Kirschen gab.
13:50Das war außergewöhnlich.
13:51Und damit konnte natürlich auch er
13:53bei königlichen Tafeln strahlen damit
13:56oder was alles möglich ist, da zur Schau stellen.
14:04Diese Obstgärten Friedrichs sind nach seinem Tod aufgegeben worden,
14:09unterstützend dadurch,
14:10dass durch den großen Ausbruch des Vulkans Tambora
14:14mit einem 40 Kilometer Krater
14:16so viel Staub in die Atmosphäre kam,
14:18es Missernten gab und sehr schlechte Ernte,
14:22späten Frost und so weiter.
14:23Es wurde gar nicht richtig warm und hell.
14:24Da sind die Obstquartiere generell aufgegeben
14:27und wurden dann landschaftlich überformt
14:29mit Baum- und Strauchpflanzungen.
14:32Seit einigen Jahren oder seit den beiden letzten Jahrzehnten
14:36haben wir uns auch mit der Wiederherstellung
14:39der barocken oder Rokoko-Gartenteile Friedrichs
14:42auseinandergesetzt und haben 2005 begonnen,
14:46den Kirschgarten vor der ursprünglichen Orangerie,
14:49die 1770 eine Gästewohnung wurde,
14:52oder neue Kammern wurden, wiederherzustellen.
14:55Mit demselben Schema, mit dem Abstand,
14:57den damals Friedrich auch im Garten hatte,
14:59der mit einem Plan von 1772,
15:02mit dem sogenannten Salzmann-Plan
15:04von Friedrich Zahrarias Salzmann dokumentiert war.
15:07Damit wollen wir also zeigen,
15:09wie sah der Garten zur Zeit Friedrichs aus,
15:12dass das Schöne mit dem Nützlichen
15:14in einer Symbiose sozusagen ja verquickt war
15:17und auf ganz engstem Raum stand.
15:25Friedrichs Kirschen,
15:26ein Fall für die Gartendenkmalpflege,
15:29die im Park Sanssouci nicht nur Obstgärten,
15:32Barock und Rokoko im Auge behält.
15:35Denn die Nachfolger des Großen
15:37erweitern sein Paradies
15:38und gestalten es gemäß der Mode ihrer Zeit.
15:42So lässt hier etwa der italophile König
15:45Friedrich Wilhelm IV.
15:46einen sizilianischen Garten anlegen.
15:50Und vollendet 1861
15:53mit dem prächtigen Orangerieschloss
15:55seine Vision des preußischen Arkadiens,
15:59die er bereits als Kronprinz
16:01mit dem im klassizistischen Stil
16:03errichteten Lustschlösschen
16:05Charlottenhof verfolgt.
16:13Wir betreuen ja in der Stiftung Gärten,
16:15die aus dem Hochbarock kommen,
16:17über die barocke Zeit,
16:19über das Rokoko
16:20bis zur klassischen, romantischen,
16:23sentimentalen Landschaftsphase
16:25und dann auch in der Zeit des Historismus
16:28bis zum Ende der Kaiserzeit.
16:30Und die letzten Anlagen
16:31sind so 1912 beendet worden.
16:35Und dafür müssen wir Sorge tragen,
16:37das zu erforschen,
16:39das öffentlich zugänglich zu machen
16:40und das Pflegebild des Gartens zu steuern.
16:44Also dass man diese Zeitschicht
16:46mit der Ausstattung
16:47der mineralischen
16:48und auch vor allen Dingen
16:49so der pflanzlichen
16:50in ihrer Raumkomposition
16:52wahrnehmen kann.
16:53Und der Raum ist eigentlich
16:54so das Wichtigste,
16:55was den Garten ja ausmacht
16:56mit den da drin stehenden Bauwerken
16:59der Gebäuden, Schlössern
17:01oder Figuren
17:01und auch mit den
17:02besonderen botanischen Seltenheiten.
17:05Dass das in seiner
17:07sich ständigen Veränderung,
17:08der Garten verändert sich ja täglich
17:10eigentlich mit dem Wachstum,
17:11mit dem Werden und Vergehen,
17:14dass das regeneriert wird
17:16und erhalten wird.
17:17Das sind natürlich
17:18sehr lange Zeiträume maßgebig.
17:19Also 50 Jahre ist für ein Denken
17:22als Gärtner ganz normal,
17:24also zwei Generationen.
17:26Und das Wissen muss von Generation
17:28zu Generation wieder vermittelt
17:30und weitergegeben werden,
17:31dass die nach uns kommenden
17:32Kindeskinder davon auch noch was haben.
17:38In Friedrichs Konzertzimmer
17:40wird die Kultivierung der Triebe thematisiert.
17:44Im Barockgarten findet die Zähmung
17:46der Natur ihren manischen Höhepunkt.
17:49Der Park Sanssouci
17:51wächst aber über diesen strengen Rahmen hinaus
17:54und präsentiert sich seinen Gästen
17:56auch in natürlicher Schönheit.
18:00Man kann hier ausgedehnte Spaziergänge unternehmen,
18:04ohne von der Geschichte
18:05behelligt zu werden,
18:06bis sie wieder unvermutet
18:08vor einem auftaucht.
18:10Man kann hier die Aussicht genießen
18:12und Größe bestaunen
18:13oder sich, wie Leon Bergmühl,
18:16auf ein paar Quadratmeter
18:17des weitläufigen Parks fokussieren.
18:26Wenn ich auf allen Vieren im Gras rumkrabbel,
18:28das sieht erstmal immer komisch aus
18:29für die Leute, die drumherum laufen.
18:31Die meisten fragen mich,
18:32ah, was machst du da?
18:34Zählst du irgendwie Käfer?
18:35Zählst du Insekten?
18:36Aber eigentlich gucke ich mir die Pflanzen an.
18:39Da kommt irgendwie niemand drauf.
18:40Ich mache hier also Vegetationsaufnahmen.
18:42Das Ganze ist für meine Masterarbeit.
18:44Dann stecke ich mir meine Quadrate ab,
18:46also 5 mal 5 Meter.
18:47Und dann gucke ich,
18:48was da drin alles wächst.
18:49Das heißt,
18:49alle Pflanzenarten werden erstmal aufgeschrieben.
18:51Und dann schätze ich,
18:52wie viel Prozent die von der gesamten Fläche bedecken,
18:55wenn man von oben rauf guckt.
18:56Das Ganze ist eine Resurvey-Studie.
18:58Das wurde also vor 30 Jahren
19:00an diesen Punkten,
19:01an denen ich das jetzt wieder mache,
19:02schon mal gemacht.
19:02Und zwar im Rahmen einer Doktorarbeit von Tim Peschel.
19:05Der hat das Ganze hier sehr gut
19:06auf einer Karte eingezeichnet.
19:08Das heißt,
19:09die ganzen Plots lassen sich wiederfinden.
19:11Und nachdem das so gut vor 30 Jahren gemacht wurde,
19:13kann man,
19:14wenn man das jetzt noch mal macht,
19:15eben gucken,
19:15wie sich die Vegetation verändert hat,
19:17welche Arten sind dazugekommen,
19:19welche sind eher gegangen,
19:20welche sind weniger geworden,
19:21häufiger geworden und so weiter.
19:24Die Stiftung ist natürlich sehr daran interessiert,
19:27dementsprechend dann die Pflege so anzupassen,
19:30was halt,
19:30sag ich mal,
19:31am optimalsten ist.
19:32Dass die Vegetation auch schön atemreich bleibt,
19:35wie sie gerade auch ist,
19:37größtenteils.
19:48Um den Park zu pflegen
19:49und in seinen verschiedenen Ausprägungen zu erhalten,
19:53braucht es Menschen mit Leidenschaft
19:54für die Landschaftsgestaltung.
19:57Musik
20:09Mein Name ist Sven Hannemann.
20:12Ich darf hier seit 23 Jahren
20:14einer von drei Parkleitern sein.
20:17Und ja,
20:18wir erhalten,
20:19fliegen
20:20und entwickeln den Park.
20:21Und wenn wir dann sozusagen für unseren Zeitabschnitt,
20:27wo wir hier sein dürfen,
20:28den so erhalten haben,
20:30wie wir ihn vorgefunden haben,
20:32dann glaube ich,
20:33haben wir einen guten Job gemacht.
20:35Wir haben in meinem Team 25 Mitarbeiter.
20:38In dem gesamten Park
20:39haben wir an die 70 Mitarbeiter.
20:42Was gibt es da alles zu tun?
20:44Also wir haben eine eigene Parkgärtnerei.
20:46Also alle Pflanzen,
20:47die wir hier im Park im Frühjahr ausbringen,
20:49was im Frühjahr 70.000 sind
20:51und im Sommer 130.000,
20:52werden selbst produziert
20:54und selbst dann angezogen
20:55und natürlich auch selbst ausgepflanzt
20:57und gepflegt übers Jahr.
20:58Dann haben wir 26.000 Bäume,
21:0060 Hektar Wiesen und Rasenflächen,
21:03die müssen bearbeitet werden.
21:05Dann haben wir eine Orangerie.
21:07Da werden 1.000 Kübelpflanzen sozusagen
21:09im Winter betreut
21:10und die kommen natürlich im Sommer raus
21:12und werden präsentiert im Park.
21:14Dann kommt ständig irgendwas dazwischen,
21:16weil irgendwie was umgefallen ist,
21:18weil eine Pressesache zu machen ist,
21:20weil Vanalismus eingesetzt hat
21:22oder weil irgendeine Sache stattfindet,
21:24auf die man reagieren muss.
21:25Genau.
21:26Und von daher ist das schon
21:27ein recht spannendes
21:29und vielfältiges Aufgabenfeld.
21:36Ob Blumenbeete oder Waldbereiche,
21:38hier gibt es immer was zu tun.
21:40Nach einem heftigen Sturm
21:42droht eine alte Linde zu kippen
21:45und muss beschnitten werden.
21:52Also diese Sommergewitter
21:55und Stürme nehmen halt zu
21:56und das ist natürlich die größte Gefahr
21:58für den Park,
21:59wenn die Bäume voll belaubt sind.
22:01Also Sommer, Frühjahr, Herbst.
22:04Und dann stellen die ja großes Segel dar
22:06und wenn dann die Windgeschwindigkeiten
22:08an 10 und 11 und 12 gehen,
22:11dann hängt es natürlich davon ab,
22:12inwieweit die noch stabil sind, die Bäume.
22:15Da kann es auch sein,
22:15dass auch mal eine Krone ausbricht
22:17oben an der Spechthöhle
22:18oder ein Baum unten im Wurzelbereich
22:21einen Pilz hat,
22:22der dazu führt,
22:23dass halt das Wurzelsystem geschwächt ist
22:25und dann fällt auch mal so ein Baum um.
22:28Und deswegen wäre
22:30ein dringlicher Appell
22:32nochmal an einer Besucher,
22:33also wenn so eine Sturmlage ist
22:34oder so eine ungünstige Wetterlage,
22:37sollte man doch aus Sicherheitsgründen
22:38den Park verlassen
22:39und warten, bis der wieder freigegeben ist,
22:42um sich dann nicht in Gefahr zu bringen.
22:56Neben den Menschen leisten auch Tiere
22:59ihren Beitrag zum Erhalt des Parks.
23:01Da gibt es vorwiegend gehörnte Gotland-Schafe,
23:04die hier als ökologische Landschaftspfleger
23:07ihren Traumjob gefunden haben
23:09und wesentlich kleinere,
23:11aber umso bedeutendere Mitarbeiterinnen.
23:18Also wir stehen ja jetzt gerade hier,
23:20das ist total schön,
23:21dass die gerade zu diesem Zeitpunkt gekommen sind,
23:24während der Lindenblüte
23:25in der Krim-Linden-Allee
23:26und Sie hören ja diesen Sound von den Bienen,
23:29ist nicht schrecklicher,
23:31als Besucher zu sehen,
23:33die abgekapselt durch den Park gehen
23:35und diese ganzen natürlichen,
23:37tollen Geräusche nicht mitbekommen.
23:39Ob das Vögelstimmen sind
23:40oder aber jetzt hier massiv die Bienen,
23:43das zählt irgendwie
23:43zu einem schönen Parkerlebnis mit dazu.
23:46Und natürlich sind die ganz wichtig
23:48für die Bestäubung von unseren Kulturpflanzen,
23:51die wir im Park haben.
23:52Wir haben einen Kirschgarten,
23:53wir haben Äpfel- und Birnenkulturen da
23:59und ohne die Bienen sozusagen
24:01würde da auch keine Tracht einsetzen.
24:03Und ja, von daher sind wir bemüht,
24:05dass es denen gut geht
24:06und dass wir, ja,
24:08und hobbymäßig natürlich
24:10auch diesen Bienen widmen.
24:13Am Rande des Parks
24:15hat sich Eberhard Bergner
24:16sein eigenes Paradies erschaffen.
24:19Eines, in dem die Natur
24:21ordentlich mitzureden hat.
24:23Herr Bergner überquerte einst
24:25im Laufschritt die Alpen
24:26und war Parkrevierleiter in Sanssouci.
24:29Mit Sven Hahnemann
24:31verbindet ihn darüber hinaus,
24:32dass sie beide,
24:33wie Herr Bergner es ausdrückt,
24:35von den Bienen gefunden wurden.
24:37Bei mir in der Familie
24:38imkert man in der vierten Generation
24:40und als kleiner Junge
24:42hat man sich dann oftmals
24:43bei den Großeltern
24:44in den Ferien gelangweilt.
24:46Da gab es kein YouTube,
24:47kein Fernsehen, nix.
24:49Also ist man da mit dem Opa
24:50in den Garten gegangen
24:51und hat dann mit dem Opa geimkert.
24:54Und irgendwie muss ich das
24:55so ins Stammbuch eingeschrieben haben,
24:57dass ich das irgendwann auch
24:59selber gut fand.
25:01Und jetzt auch hier im Park betreibe,
25:04hobbymäßig natürlich
25:05und auch einige von meinen Gärtnern
25:07sozusagen, die hier tätig sind,
25:09haben da auch Gefallen dran gefunden.
25:11Das ist nochmal ein neuer Zugang irgendwie,
25:14den man findet zwischen Tier und Natur.
25:17Also diese Bienen,
25:18die kommen ja nur richtig in Schwung,
25:20wenn die richtigen Blüten da sind
25:23und wenn diese ganze Symbiose
25:25zwischen Bäumen und Bienen
25:27und Wiesen auch wirklich einsetzt.
25:30Und dann lebt man das auch richtig irgendwie mit.
25:31Man weiß genau, welche Tracht ist
25:33und man freut sich,
25:34wenn zum Beispiel Roter Pollen
25:35von den Kastanien kommt
25:37und wenn ganz dunkler Honig dann entsteht,
25:40zum Beispiel, wenn es Waldhonig ist oder so.
25:42Und das ist dann irgendwie schon
25:43sehr faszinierend und schön
25:45und rundet diese Sache hier im Park
25:47sehr gut ab.
25:52Pomonas und Floras Garten
25:54entfalten ihre Pracht.
25:56Doch wie die anderen Göttinnen und Götter,
25:59respektive Skulpturen des Parks,
26:00müssen auch sie sich gelegentlich
26:02einer Schönheitskur unterziehen
26:04und dem schlossnahen Schirrhof
26:06einen Besuch abstatten.
26:15Mein Name ist Judith Ganski
26:17und ich bin seit 2018
26:20hier als Restauratorin
26:22in der Skulpturenabteilung
26:24der Stiftung Preußisch Schlösser
26:25und Gärten tätig.
26:26Gelernte Steinmetz, Steinbildhauerin
26:29und habe Restaurierung
26:31für Steinobjekte studiert.
26:32Also die wichtigste Aufgabe ist
26:35der Erhalt des Bestandes
26:38der Kulturgüter, die wir hier haben
26:39oder der Kunstobjekte.
26:41Also wir in der Abteilung
26:42Skulpturenrestaurierung
26:43sind für 5.000 bis 6.000 Objekte zuständig.
26:47Also das betrifft nicht nur
26:48hier Park San Suci.
26:49Wir haben ja noch mehrere Gärten,
26:51Schloss Rheinsberg zum Beispiel,
26:53Königs Wusterhausen,
26:54Oranienburg-Lienicke, Charlottenburg.
26:56Und wir kümmern uns nicht nur
26:59um die Außenobjekte,
27:01sondern auch was in den Schlössern steht,
27:03alles was beweglich ist.
27:04Und wir haben die Möglichkeit hier
27:07also eigentlich von A bis Z
27:09alles durchzuführen.
27:10Reinigung, die Restaurierung an sich,
27:13also die Konservierung,
27:15der Erhalt zu festigen,
27:17zu ergänzen, zu rekonstruieren,
27:20Modellarbeiten anzufertigen.
27:22Also wir sind hier
27:23komplett handlungsfähig,
27:24sag ich jetzt mal, um die Güter zu erhalten.
27:29Der Partikelstrahl behandelt
27:31Verwitterungsschäden.
27:32Aber auch plastische Eingriffe
27:34sind hier keine Seltenheit.
27:36Die Finger der Andromeda
27:38dürfen seit kurzem
27:39als Werk von Judith Gansky
27:41betrachtet werden.
27:43Dann haben wir natürlich auch
27:45Vandalismus-Schäden.
27:46Also unsere Skulpturen
27:47werden gerne beklettert,
27:49dann wird sich an den Händen hochgezogen,
27:50dann brechen die Finger ab
27:51oder die Attribute.
27:53Wenn die Attribute fehlen,
27:55dann sind die nicht mehr lesbar
27:56und somit, um die wieder zu kompletieren,
27:59ja, so was ist unsere Aufgabe,
28:01unter anderem.
28:06Für die einen sind sie Schmuckwerk,
28:08für die anderen Elemente
28:10eines begehbaren Bilderbuchs.
28:11Für Judith Gansky
28:13ist der Erhalt der Skulpturen
28:15eine erfüllende Arbeit.
28:19Ja, es ist natürlich ein Genuss
28:21mit den ganzen,
28:23also es sind Kunstobjekte
28:24von großartigen Bildhauern
28:26und sich da zu kümmern
28:29und der Erhalt dessen
28:31ist schon eine ehrenhafte Aufgabe.
28:34Ja, es ist schon traumhaft,
28:36also es ist im Prinzip
28:37ein Sechser im Lotto,
28:39wenn man es,
28:41ja, wenn man die Möglichkeit hatte,
28:43hier zu arbeiten
28:44oder reinzukommen.
28:54Nach ihrer Kur
28:55werden Pomona und Flora
28:57an ihren angestammten Platz
28:58zurückkehren,
28:59wieder das Obeliskportal flankieren
29:01und Gäste am östlichen Parkeingang
29:04empfangen.
29:06Von hier sind es schnurgerade
29:08zwei Kilometer
29:09bis zum neuen Palais.
29:10Und auch auf dieser Achse
29:12will uns Friedrich
29:13etwas über Ruhm und Größe erzählen.
29:16Der Parc Sanssouci
29:18weist seit Friedrich II.
29:20zwei große Achsen auf,
29:22die sich bei der Fontäne kreuzen.
29:24Die Längsachse
29:25wird seit einigen Jahren
29:27nach neuen Forschungen
29:28auch als die Achse der Macht bezeichnet.
29:31Sie beginnt beim großen Obelisken
29:33und führt uns dann
29:34in sogenannten Rondellen,
29:36das sind runde Plätze
29:37mit Brunnenanlagen,
29:39die von Hecken umgeben sind,
29:41von einem Thema zum nächsten
29:42und zwar das erste Rondell
29:44zeigt uns die Büsten
29:46von schwarzen Menschen,
29:47also interpretiert
29:50so als eine Art
29:51die Urmenschen.
29:52Das ist der Mensch
29:53als Naturwesen.
29:55Und schon im zweiten Rondell
29:56nimmt es dann
29:57eine dynastische Ebene auf.
30:00Das sind nämlich alles
30:01Familienmitglieder
30:02der Familie der Oranier,
30:04also heute das Haus
30:05der Niederlande,
30:07porträtiert,
30:07weil auch durch
30:09die Urgroßeltern
30:11von Friedrich II.
30:12eine familiäre Beziehung
30:14zu den Orarien bestand.
30:16Dann kommt man eben
30:17zu der Fontäne,
30:18die das Thema hat,
30:20die Hochzeit der Thetis,
30:22die dann im Trojanischen Krieg
30:23endet in der Lagende.
30:25Es ist aber
30:26der siebenjährige Krieg,
30:27auf den Friedrich da anspielt,
30:29nach dieser Fontänefolge,
30:32nämlich dann
30:32Boskette,
30:34in denen es wild
30:34zu und her geht.
30:36Da gibt es
30:36das Entführungsrondell,
30:38wo Frauen entführt werden,
30:39ganz viele Götter
30:40immer wieder auf.
30:41Und es ist ein
30:41richtiges Durcheinander,
30:43wenn man so will.
30:44Und ganz am Ende
30:45dann von dieser Achse
30:46steht plötzlich
30:47das neue Palais.
30:48Und das neue Palais
30:49hat er nach
30:50dem Siebenjährigen Krieg
30:52eben als neuer Herrscher
30:54in der ersten Riege
30:56der europäischen Könige
30:57bauen lassen.
30:58Es sollte ein
31:00Triumphbau sein
31:01des Siegers.
31:01Er hat ja auch
31:02immer gesagt,
31:03es ist meine
31:04Fanfaronade,
31:05meine Angeberei.
31:07Und so zeigt
31:07diese Achse
31:08am Schluss
31:09eben Friedrich
31:10im Strahlenkranz
31:11sozusagen
31:11in seinem neuen Palais.
31:13Das ist sehr
31:14grob zusammengefasst,
31:15aber wenn man
31:15diese Achse abschreitet,
31:17kann man das
31:17bis heute
31:18sogar nachvollziehen.
31:21Das neue Palais
31:22ist,
31:23wenn man sich das anguckt,
31:24im Grunde
31:24sein Vermächtnis.
31:26Denn wenn man
31:27allein das Schloss
31:28in der Größe sieht
31:29und die Kuppel
31:30oberhalb des Schlosses,
31:32dann sieht man,
31:33dass das wie so
31:34eine Grabrotunde
31:35oben drüber ist,
31:36die an Monumente
31:37in Italien
31:39der großen
31:40römischen Zeit
31:41erinnert.
31:42Und genau so was
31:42sollte es auch sein.
31:44Friedrich wollte eben
31:45als ein Großer
31:46erinnert werden
31:46und er hat gehofft,
31:48dass er vielleicht
31:49für einen Moment
31:50die Geschichte
31:51anhalten kann
31:52und die sich dann
31:52auf ihn fokussiert.
31:54Und damit das
31:55wirklich so ist,
31:56hat er auch
31:57das Angebot
31:57Voltares
31:58ausgeschlagen,
32:00der ihm
32:00angeboten hatte,
32:03seine Geschichte,
32:04Friedrichs Geschichte,
32:05Lebensgeschichte,
32:06Erfolgsgeschichte,
32:06Regierungsgeschichte
32:07zu schreiben.
32:08Und da wusste schon
32:10Friedrich,
32:10nein, wenn man sich
32:11in die Hände
32:11von Schriftstellern
32:12gibt, ist man
32:13denen ausgeliefert
32:14am Ende.
32:14Das mache ich selbst.
32:16Und das hat er
32:17auch gemacht.
32:17Und er hat das
32:18erfolgreich gemacht,
32:20weil er seine
32:20ganze Regierungszeit
32:21tatsächlich literarisch
32:23abgedeckt hat.
32:24Und er hat das
32:25so erfolgreich gemacht,
32:27dass eine berühmte
32:28deutsche Geschichte
32:29vom Anfang
32:29des 19. Jahrhunderts
32:31die Zeit,
32:32die Friedrich
32:33gewidmet war,
32:34überhaupt nicht
32:34behandelt hat,
32:35sondern eins zu eins
32:37aus Friedrichs Werken
32:38diesen Teil
32:39der Geschichte
32:40eingesetzt hat.
32:41Das heißt,
32:41er hat in einem
32:42offiziellen
32:42Geschichtswerk
32:43seine eigene
32:44Meinung unterbringen
32:45können.
32:46Und das ist schon
32:46tatsächlich hohe Kunst.
32:48Wenn man das
32:48wiederum vergleicht
32:50mit heute,
32:51sieht man,
32:51auch heute
32:52sind ja
32:53die Herrscher
32:54der Welt
32:54bemüht,
32:55ihre eigene
32:56Propaganda
32:57zu verbreiten
32:57und machen
32:59das mal besser,
33:00mal weniger gut.
33:02Und Friedrich
33:03konnte das
33:03allerdings sehr,
33:05sehr, sehr gut.
33:06Der hat das
33:06beherrscht.
33:07Und das ist
33:07sicherlich etwas,
33:08warum er
33:09zu Recht
33:10der Große ist.
33:12Friedrich
33:13feiert sich
33:14selbst.
33:14Als großen
33:16Feldherrn.
33:17Auch wenn
33:17Preußen
33:18den Siebenjährigen
33:19Krieg
33:19eher überlebt
33:20als gewinnt.
33:21Als großen
33:22Freund der schönen
33:23Künste,
33:24denen er hier
33:25mit der
33:25Bildergalerie
33:26einen Tempel
33:27errichtet.
33:28Meister der
33:29Kategorie
33:30Caravaggio,
33:31Peter Paul
33:31Rubens
33:32und Anton
33:33Van Dyck
33:33unterstreichen
33:35dabei seinen Namen
33:36als Kunstsammler.
33:44Während es in der
33:46Bildergalerie
33:46auch Mord
33:47und Totschlag
33:48zu sehen
33:48gibt,
33:49geht es
33:49hier
33:50in der
33:50kleinen
33:51Galerie
33:51im Schloss
33:52gemütlicher
33:52zu.
33:54Hier
33:54dominiert
33:55die
33:55Bildgattung
33:56der
33:56Fête
33:56Galante.
33:58Vergnügungen
33:58galanter
33:59Menschen
33:59im Freien,
34:00wie sie
34:01ein
34:01Antoine
34:01Watteau
34:02in Szene
34:02setzt.
34:04So ist
34:04man auch
34:04drinnen,
34:05irgendwie
34:06draußen.
34:07Über die
34:08Sammelleidenschaft
34:09hinaus
34:09betätigt sich
34:10Friedrich als
34:11Lyriker
34:11und gibt
34:12im Konzertzimmer
34:13seine Traversflöten
34:15und
34:15Komponierkünste
34:16zum Besten.
34:33Und er
34:34feiert sich
34:35nicht zuletzt
34:35als großen
34:36Intellektuellen,
34:37der führende
34:38Denker seiner
34:39Zeit zum
34:39Soupé
34:40in
34:40Sanssouci
34:41empfängt.
34:42Auch wenn es
34:43nie so viele
34:43auf einmal
34:44sind,
34:44wie es
34:45Adolf
34:45Menzel gut
34:46100 Jahre
34:47später
34:47idealisiert
34:49darstellt.
34:52Jedenfalls
34:53sind es
34:53ausschließlich
34:54Männer,
34:54die hier
34:55mit ihm
34:55feiern.
34:57Friedrichs
34:57Frau
34:57Elisabeth
34:58Christine
34:58sieht sein
34:59Paradies
35:00nur ein
35:00einziges
35:01Mal,
35:01als die
35:02Österreicher
35:031757
35:04Berlin
35:04besetzen
35:05und sie
35:06auf ihrer
35:06Flucht
35:07nach
35:07Magdeburg
35:08Sanssouci
35:08passiert.
35:10Inniger
35:11ist die
35:11Beziehung
35:12zu seiner
35:12Schwester
35:13Wilhelmine.
35:13Ihr
35:14widmet er
35:15Apostum
35:15den
35:15Freundschaftstempel,
35:16der unweit
35:17vom neuen
35:18Palais
35:18errichtet
35:19wird.
35:20Wilhelmine
35:20sitzt mit
35:21ihrem Hund
35:22im Tempel.
35:22Die
35:23Medaillons
35:24auf den
35:24Säulen
35:24stellen
35:25allerdings
35:26berühmte
35:26Männerpaare
35:27der Antike
35:28dar.
35:32Und während
35:33in Friedrichs
35:34Bibliothek
35:35die Sonne
35:36im Zenit
35:36steht,
35:37geht sie
35:37im östlichen
35:38Traillage
35:39Pavillon
35:39auf.
35:45Wenn Friedrich
35:46II.
35:47in der
35:47Bibliothek
35:48an seinem
35:49kleinen
35:49Schreib-
35:50oder
35:50Lesetisch
35:51saß,
35:51konnte er
35:52in
35:52gerader
35:53Achse
35:53aus dem
35:54Fenster
35:55unter
35:55einem
35:55Spalierbogen
35:56hindurch
35:57auf eine
35:57Statue
35:58sehen,
35:59die
35:59einen
35:59jungen
36:00Mann
36:00darstellt,
36:01der beide
36:01Arme
36:02zum Himmel
36:02erhoben hat
36:03und auch
36:04nach oben
36:04blickt,
36:04eine
36:04Statue
36:05in
36:05Bronze.
36:06Diese
36:07Statue
36:07gehört
36:08zu den
36:08absolut
36:09berühmtesten
36:10Skulpturen
36:10des 18.
36:11Jahrhunderts.
36:12Sie wurde
36:13gefunden
36:13im
36:1416.
36:14Jahrhundert
36:15in der
36:15Lagune
36:16von
36:16Venedig
36:17und ging
36:18dann
36:18durch
36:18ganz
36:19berühmte
36:19Hände.
36:20Es war
36:20der
36:20Doge
36:20von
36:20Venedig,
36:21der
36:21Herzog
36:21von
36:22Mantua,
36:22König
36:23Charles
36:23I.
36:23von
36:24England.
36:25Dann
36:25kommt
36:25es
36:25zu
36:25Foucault,
36:26dem
36:26Finanzminister
36:27von
36:27Ludwig
36:27XIV.
36:28Von
36:29da
36:29verkaufen
36:29es
36:30die
36:30Erben
36:30nach
36:31Wien
36:31an
36:32den
36:32Herzog
36:33Eugen
36:33von
36:33Savoyen.
36:34Als
36:35der
36:35stirbt,
36:35wird
36:36sie
36:36versteigert.
36:36Es ist
36:37der
36:37Prinz
36:37Lichtenstein,
36:38der
36:38sie
36:38kauft.
36:39Letztlich
36:40kommt
36:40sie
36:41von
36:41Wenzel
36:42Lichtenstein
36:43als
36:43Gabe
36:44an
36:44Friedrich
36:44II.,
36:45der
36:46sie
36:46so
36:47schätzte,
36:48weil
36:48sie
36:49durch
36:49diese
36:49berühmten
36:50Hände
36:51gegangen
36:51war.
36:51Das
36:52Original
36:52steht
36:53heute
36:53im
36:54Königlichen
36:54Museum
36:55in
36:55Berlin.
36:56Bei
36:56uns
36:56steht
36:56eine
36:57Kopie.
36:58Man
36:59darf
36:59vielleicht
36:59dazu
36:59sagen,
37:00dass
37:00diese
37:01Skulptur
37:01ursprünglich
37:03ohne
37:03Hände,
37:04ohne
37:04Arme
37:04gefunden
37:05wurde.
37:06Da
37:06man
37:06in
37:06jener
37:07Zeit
37:07Antiken
37:08ohne
37:09Köpfe
37:10oder
37:10Hände,
37:11Torso
37:11nicht
37:13schätzte,
37:14hat
37:14man
37:15ihre
37:15Hände
37:15angefügt.
37:16Man
37:16musste
37:16sie
37:17interpretieren
37:17dafür.
37:18Welche
37:18Pose
37:19soll
37:19sie
37:20einnehmen?
37:21Man
37:22fand
37:22ein
37:22junger,
37:23schöner
37:23Jünglingskörper,
37:25das
37:25könne
37:25nur
37:26Antinus
37:27sein,
37:27der
37:27Geliebte
37:28eines
37:28Cäsaren,
37:29und
37:29deswegen
37:30hat
37:30man
37:30aus
37:30ihm
37:31den
37:31Sonnenanbeter
37:32Antinus
37:33gemacht,
37:33der
37:33die
37:33Sonne
37:34anbetet
37:34und
37:35das
37:35dürfte
37:35Friedrich
37:36auch
37:36in
37:37dieser
37:37Weise
37:37ganz gut
37:38gefallen
37:39haben.
37:44Wenige
37:45Meter
37:45vom
37:45Jüngling
37:46entfernt
37:46befindet
37:47sich
37:47Friedrichs
37:48Gruft,
37:48die
37:49er
37:49schon
37:49früh
37:49ausheben
37:50lässt.
37:51Er
37:51verfügt,
37:52hier neben
37:53seinen Hunden
37:53und ohne
37:54Gepränge
37:55und
37:55feierlichen
37:55Pomp
37:56begraben
37:56zu werden.
37:58Seine
37:58letzten
37:58Tage
37:59verbringt
37:59er in
38:00Sanssouci
38:00und am
38:0117.
38:02August
38:021786
38:04wird der
38:05Große
38:05in seinem
38:06Arbeitszimmer
38:07von allen
38:08Sorgen
38:08befreit.
38:23Thronfolger
38:24Friedrich
38:24Wilhelm
38:24II.
38:26missachtet
38:26den
38:26letzten
38:26Wunsch
38:27seines
38:27Onkels
38:28und lässt
38:28ihn
38:28feierlich
38:29in der
38:29Potsdamer
38:30Garnisonskirche
38:31bestatten.
38:32Auch
38:32andere
38:33Taten
38:33seiner
38:34Nachfolger
38:34hätten
38:35Friedrich
38:35zumindest
38:36verwundert.
38:37Ein
38:38Normannenturm
38:39in seiner
38:39Antike?
38:43Eine
38:44christliche
38:45Kirche
38:45in seinem
38:46Paradies?
38:47Was
38:48wurde aus,
38:49jeder soll
38:49nach seiner
38:50Person
38:50selig
38:51werden?
38:52Die
38:53Friedenskirche,
38:54wie auch
38:54der Traum
38:55eines
38:55christlichen
38:56Staates,
38:57entspringen
38:57dem Geist
38:58von
38:58Friedrich
38:59Wilhelm
38:59IV.,
39:00der
39:001840
39:01den
39:02preußischen
39:03Thron
39:03besteigt.
39:04Eine
39:05Leistung,
39:05die unter
39:06seinem
39:06Urgroßneffen
39:07erbracht wird,
39:08hätte
39:08Friedrich
39:09allerdings
39:09entzückt.
39:16Wenn
39:17jetzt
39:17Friedrich
39:18100
39:18Jahre
39:18später
39:19noch
39:19einmal
39:19einen
39:19Rundgang
39:20gemacht
39:20hätte,
39:21hätte
39:21bestimmt
39:21große
39:22Freude
39:22gehabt
39:23an
39:23einem
39:24Punkt,
39:25nämlich
39:25die
39:25Wasserspiele.
39:26Die
39:26haben
39:27tatsächlich
39:27plötzlich
39:28funktioniert.
39:29Er
39:29wollte
39:29nämlich
39:30eine
39:30riesige
39:30Fontäne
39:31haben
39:31in
39:32seinem
39:32Garten,
39:33aber
39:33die
39:33Leitungen
39:34sind
39:34immer
39:34wieder
39:34geplatzt,
39:35weil sie
39:35dem
39:35Wasserdruck
39:36nicht
39:36standgehalten
39:37haben und
39:37das war
39:37also
39:38nicht
39:38besonders
39:39erhebend,
39:40was da
39:40rauskam.
39:41Aber
39:41im
39:4219.
39:42Jahrhundert
39:42war
39:42dann
39:43die
39:43Technik
39:43mit
39:44der
39:45Pumpenkunst,
39:45mit
39:45der
39:46Dampfmaschine
39:47und mit
39:47den
39:48Metallrohren
39:48so weit,
39:49dass
39:49eben eine
39:50große
39:50Fontäne
39:51springen
39:51konnte.
39:51Also
39:51die
39:52Wasserbelebung
39:53des
39:53Parks,
39:53das
39:54hätte
39:54ihm
39:54sehr
39:55gefallen.
39:58Der
39:59Weg
39:59des
39:59Wassers
40:00beginnt
40:00an
40:01der
40:01Havel
40:01und
40:02mit
40:02einem
40:02Gebäude,
40:03das
40:03Friedrich
40:04Wilhelm
40:04IV.
40:05hier
40:05errichten
40:06lässt.
40:07Die
40:07Formgebung
40:08darf
40:08kritisch
40:09betrachtet
40:09werden,
40:10denn
40:10im
40:10Inneren
40:11der
40:11vermeintlichen
40:11Moschee
40:12wird
40:12nicht
40:13Gott
40:13gehuldigt,
40:14sondern
40:14der
40:15Maschine.
40:23Die
40:24alte
40:24Dampfmaschine
40:25läuft nur
40:26mehr
40:26zur
40:26Show.
40:28Ihre
40:28ursprüngliche
40:29Aufgabe
40:29erledigen
40:30heute
40:30Elektromotoren
40:31im
40:32Hintergrund.
40:33Nach
40:34wie vor
40:34wird
40:35aber
40:35von
40:35hier
40:35Wasser
40:35aus
40:36der
40:36Havel
40:36angesaugt,
40:37zum
40:37Ruinenberg
40:38hochgepumpt
40:39und über
40:40Rohre,
40:40die
40:41nun dem
40:41Druck
40:41standhalten,
40:42in den
40:43Park
40:43geleitet,
40:44wo
40:44sich
40:44das
40:45physikalische
40:45Prinzip
40:46der
40:46kommunizierenden
40:47Gefäße
40:48endlich
40:49entfalten
40:49kann.
40:55Über
40:56den
40:56Parkgraben
40:57kehrt
40:57das
40:57Wasser
40:58wieder
40:58in
40:58die
40:58Havel
40:58zurück.
40:59Ein
41:00wunderbarer
41:00Kreislauf,
41:01der auch
41:02die
41:02Fauna
41:02von
41:03Sanssouci
41:03beflügelt.
41:28Um
41:28diesen
41:29Kreislauf
41:29zu
41:29überwachen
41:30und
41:30die
41:31zahlreichen
41:31Wasserspiele
41:32im
41:32Park
41:32beginnen
41:33zu
41:33lassen,
41:33braucht
41:34es
41:34den
41:34Fontenier.
41:39Mein
41:39Name ist
41:40Lars
41:40Baumbach.
41:41Ich bin
41:41hier
41:41angestellt
41:42bei der
41:43Wasserversorgung,
41:44so nennt
41:44sich unser
41:45Bereich,
41:45der
41:46hauptsächlich
41:46zuständig
41:47ist für
41:48den
41:48ganzen
41:48Fontänenbetrieb
41:49im
41:49Park
41:50Sanssouci
41:50oder auch
41:51in den
41:52anderen
41:52Schlösser
41:53und Gärten
41:54unserer
41:54Einrichtung.
41:55Hier
41:56im
41:56Park
41:56Sanssouci
41:57bin ich
41:57hauptsächlich
41:58beschäftigt.
41:59Hier
42:00sind
42:00100
42:01Kilometer
42:02Parkwasserleitungen
42:03zu betreuen,
42:04die
42:05Pumpanlage,
42:06um den
42:07täglichen
42:07Fontänenbetrieb
42:08sicherzustellen,
42:10die
42:10Trinkwasserversorgung,
42:12also es
42:12ist ein
42:12sehr
42:12komplexer,
42:13großer
42:14Betrieb.
42:18Mein
42:18Tag
42:19beginnt
42:19um
42:2010 Uhr
42:21mit dem
42:22Wasserspiel
42:23der
42:23großen
42:23Fontäne,
42:24das ist die
42:24erste
42:25Fontäne,
42:26die hier
42:26läuft,
42:26im Park
42:27und dann
42:28fahre ich
42:28mit dem
42:29Fahrrad
42:29durch den
42:30Park
42:30etwa
42:30eine
42:31Stunde
42:31und
42:32drehe
42:32einige
42:33Fontänen
42:34auf.
42:34Es
42:34ist
42:34immer
42:35eine
42:35Abwägungssache,
42:36wie gerade
42:37der
42:37Wasserbedarf
42:38ist,
42:38die
42:38Gärtner
42:39brauchen
42:39Wasser,
42:40wie
42:40ist
42:40das
42:40Wetter,
42:41dann
42:41werden
42:42sie
42:42kontrolliert,
42:43Druckabfall
42:44ist
42:44unterschiedlich
42:45und es
42:46muss
42:46nachreguliert
42:47werden,
42:47dann muss
42:48ich
42:49zum
42:49Dampfmaschinenhaus
42:50unsere
42:50Pumpanlage
42:51kontrollieren,
42:53ob da alles
42:53ordnungsgemäß läuft,
42:54die ganze
42:55Elektronik
42:55überwachen,
42:56die ganze
42:57Pumptechnik
42:58und das ist
42:59dann das
43:00ganze
43:00Tagesgeschäft
43:01und abends
43:03dann um
43:0417 Uhr
43:04wird die
43:05Runde
43:05abgedreht
43:06sozusagen,
43:07dass 18 Uhr
43:08die große
43:09Fontäne
43:09als letztes
43:11zugedreht
43:11wird.
43:13Ich bin
43:14hier seit
43:15über 30
43:16Jahren
43:16beschäftigt
43:17und es
43:18erfüllt
43:18mich auch
43:19mit
43:19Stolz
43:19in so
43:20einer
43:20Kultureinrichtung
43:21zu arbeiten,
43:22macht
43:22schon
43:22Spaß,
43:23ist
43:24schon
43:24was
43:24anderes
43:24als
43:25auf
43:25dem
43:26Bau
43:26zu
43:26arbeiten
43:27mit
43:27modernen
43:28Anlagen,
43:28dass
43:28das
43:28hier
43:29alles
43:29noch
43:29Historie,
43:31gusseiserne
43:31Rohre,
43:32altes
43:33englisches
43:33Gussrohr,
43:34was
43:35noch
43:35repariert
43:35werden kann
43:36oder
43:36ausgewechselt
43:37werden kann.
43:37Die
43:38Geschichte
43:38ist
43:39natürlich
43:39immer
43:41greifbar,
43:42und
43:43im
43:43Laufe
43:43der
43:44Jahrzehnte
43:44habe ich
43:45auch
43:45schon
43:45erlebt,
43:45was
43:46hier
43:46rekonstruiert
43:47wurde,
43:47nach und
43:48nach,
43:48das dauert
43:49alles
43:49ein paar
43:49Jahre,
43:49ist ja
43:50auch
43:50schon
43:50ein paar
43:50Jahre
43:50Hunderter
43:51alt,
43:51aber
43:52das
43:52macht
43:52schon
43:52Spaß
43:53zu
43:53sehen,
43:54wie
43:54alles
43:54zu
43:54erhalten
43:55ist
43:55und
43:55was
43:56wieder
43:57zum
43:58Leben
43:58erweckt
43:58wird.
44:03Friedrich
44:03Wilhelm
44:04IV.
44:04lässt
44:05also das
44:06Wasser
44:06sprudeln
44:06und
44:07seine
44:07Auslegung
44:08des
44:08Christentums
44:09verbreiten.
44:15Christliche
44:16Friedfertigkeit
44:17ist allerdings
44:18etwas,
44:19das man
44:19den
44:19Hohenzollern
44:20kaum
44:20unterstellen
44:21kann.
44:22Friedrich
44:22II.
44:23beginnt
44:24einen
44:24unprovozierten
44:25Angriffskrieg
44:26gegen Österreich.
44:27Friedrich
44:28Wilhelm IV.
44:28geht in den
44:29Revolutionsjahren
44:30brutal
44:31gegen die
44:31eigenen
44:32Untertanen
44:32vor.
44:33Und
44:34der
44:34dritte
44:34und
44:35letzte
44:35deutsche
44:35Kaiser,
44:36Wilhelm II.
44:37trägt seinen
44:38Teil dazu
44:39bei,
44:39dass
44:40Europa
44:40in die
44:41große
44:41Katastrophe
44:42schlittert.
44:45Friedrichs
44:46Paradies
44:46übersteht
44:47den
44:47Ersten
44:47und auch
44:48den
44:48Zweiten
44:49Weltkrieg
44:49relativ
44:50unbeschadet
44:51und wird
44:52im geteilten
44:52Deutschland
44:53von der
44:53DDR
44:54gepflegt.
44:55Die
44:56Gebeine
44:56des
44:56Großen
44:57haben
44:57mittlerweile
44:58eine
44:58kleine
44:58Odyssee
44:59hinter
44:59sich
45:00und
45:00liegen
45:00ab
45:011952
45:02in der
45:03Burg
45:03Hronzollern
45:04in
45:04Baden-Württemberg.
45:06Als
45:07dann
45:07zusammenwächst,
45:08was
45:08zusammengehört,
45:09wird auch
45:10Friedrichs
45:11Gesamtkunstwerk
45:12vollendet.
45:13An
45:13seinem
45:13205.
45:14Todestag
45:15kehren
45:16seine
45:16sterblichen
45:17Überreste
45:17nach
45:18Sanssouci
45:19zurück.
45:29Friedrich
45:30ist schon
45:31zu Lebzeiten
45:31der
45:32selbstgemachte
45:33Große.
45:34Legenden
45:34und Mythen,
45:35die er
45:36und die
45:36nachfolgenden
45:37Generationen
45:38in die Welt
45:38setzen,
45:39überdauern
45:39die Zeit.
45:40Und so
45:41ist es
45:41eine
45:42Legende
45:42mehr,
45:43die Gäste
45:43auch heute
45:44noch dazu
45:44veranlasst,
45:45Kartoffeln
45:46auf das
45:46Grab
45:47des
45:47Großen
45:47Königs
45:48zu legen.
45:51Friedrich
45:52wird ja
45:52zum
45:52Kartoffelkönig
45:53gemacht.
45:54Da ist
45:54allerdings auch
45:55nicht viel
45:55wahr.
45:56Wir wissen
45:56seit
45:561932,
45:58seit
45:58Fritz
45:59Backschat
45:59das
45:59untersucht
46:00hat
46:00und
46:01in
46:01dem
46:01Journal
46:02die
46:02Küche
46:02veröffentlicht
46:03hat,
46:04dass
46:04Friedrich
46:04keinerlei
46:06Kartoffeln
46:06je
46:07gegessen
46:07hat.
46:08Weder
46:08gebraten
46:09noch
46:10gekocht
46:10noch
46:11als
46:11Brei
46:12noch
46:12irgendwie.
46:13Aber
46:14er hat
46:14in den
46:141750er
46:15und
46:1560er
46:16Jahren
46:16die
46:17sogenannten
46:17Kartoffelbefehle
46:19herausgegeben.
46:20Allerdings
46:20auch nur
46:21für Schlesien.
46:22Die Bauern
46:22sollten
46:22im Falle
46:24einer Hungersnot
46:25doch diese
46:26Pflanze
46:27nutzen
46:27und
46:27Kartoffeln
46:28anbauen.
46:29Die Kartoffel
46:30selbst
46:30war in Europa
46:31schon länger
46:32bekannt.
46:33Friedrich
46:33hat da
46:33nichts
46:34irgendwie
46:34hergeholt,
46:35eingeführt,
46:35gemacht,
46:36oder getan.
46:37Und
46:37dass
46:38diese
46:38Befehle
46:39dann
46:39in den
46:4050er
46:40und
46:4060er
46:40Jahren
46:41permanent
46:41wiederholt
46:42werden
46:42mussten,
46:43zeigt,
46:44dass
46:44natürlich
46:44keiner dieser
46:45Befehle
46:46folgt
46:47worden ist.
46:48Also
46:48gab es
46:49keine
46:49Kartoffel.
46:50Und
46:50es
46:50hätte
46:50das
46:51auch
46:51nur
46:51geben
46:51können,
46:52wenn
46:52Friedrich
46:53die
46:53Herrschaftsstruktur
46:54auf dem
46:54Land
46:54verändert
46:55hätte.
46:55Das
46:55heißt,
46:56wenn
46:56man
46:57den
46:57Adeligen
46:57Land
46:58genommen
46:58hätten,
46:58den
46:58freien
46:59Bauern
46:59überhaupt
46:59Land
47:00zugeteilt
47:00hätte,
47:01sodass
47:01die
47:01selbst
47:02was
47:02erwirtschaften.
47:03so
47:03ist
47:03es
47:04tatsächlich
47:04so,
47:04dass
47:05die
47:05Kartoffel
47:05in
47:07Brandenburg-Preußen
47:08und in
47:08Deutschland
47:09sich erst
47:10ab dem
47:1119.
47:13Jahrhundert
47:13verbreitet
47:14und ein
47:14Grundnahrungsmittel
47:15wird.
47:17Also
47:17kein
47:18Kartoffelkönig,
47:19doch unbestritten
47:20eine prägende
47:21Figur des
47:2218.
47:22Jahrhunderts
47:23und
47:24darüber hinaus.
47:27Ich
47:28wünsche mir,
47:29dass
47:32Geschichte sinnvoll
47:33beschäftigen
47:34und auch
47:34in die
47:34Vergangenheit
47:35zurückguckten.
47:36Und wenn
47:36sie das
47:36mit
47:36Friedrich
47:37irgendwie
47:37machen,
47:38ist das
47:38schon gut.
47:39Er ist
47:39natürlich
47:40kein
47:40netter
47:40Kerl
47:41gewesen.
47:41Mit
47:42dem
47:42wollte
47:42man
47:42abends
47:43bestimmt
47:43kein
47:43Bier
47:44trinken.
47:44Und
47:45es
47:45ist
47:45immer
47:45anstrengend,
47:46jemandem
47:46zusammenzusitzen,
47:48der
47:49erzählt
47:49und man
47:50selbst
47:50kommt
47:50überhaupt
47:51nicht
47:51zu
47:51Wort.
47:52Und
47:52das
47:52ist
47:52halt
47:52vielfach
47:53so
47:53gewesen.
47:54Und
47:55das
47:55ist
47:55die
47:55eine
47:56Seite.
47:56Aber
47:56eben
48:02das
48:03finde
48:03ich
48:03sind
48:03intellektuelle
48:04Herausforderungen.
48:05Das
48:05macht
48:05mir
48:06persönlich
48:06Spaß
48:07an
48:07dem
48:08Mann.
48:08Und
48:08das
48:09wäre
48:09schön,
48:09wenn
48:09anderen
48:10das
48:10auch
48:10interessiert.
48:14Sanssouci
48:15lädt zu
48:15einem
48:16Rendezvous
48:16mit
48:16Friedrich.
48:17Sein
48:18Gesamtkunstwerk
48:19ist
48:19ein
48:20geheimnisvolles
48:20Selbstporträt,
48:22das
48:22noch
48:22immer
48:22nicht
48:22voll
48:23umfänglich
48:23entschlüsselt
48:24wurde.
48:26Man
48:26wird oft
48:27gefragt,
48:28welches
48:28das
48:28Lieblingsschloss
48:29sei.
48:29Mein
48:30persönliches
48:31Lieblingsschloss
48:32vom
48:35Atmosphärischen
48:35ist
48:35Sanssouci
48:36nicht.
48:36Aber
48:37es ist
48:38eines,
48:38das ich
48:38deswegen
48:39wahnsinnig
48:40liebe,
48:40weil es
48:40eine
48:40Knacknuss
48:41ist.
48:41Wir
48:41haben
48:42so
48:42viele
48:42offene
48:43Fragen
48:43zu
48:43diesem
48:44Schloss,
48:45wo man
48:45spürt,
48:45dass
48:46da
48:46irgendein
48:46Gedanke
48:46dahinter
48:47steckt
48:47und
48:47wir
48:47haben
48:48überhaupt
48:48noch
48:48gar
48:48keine
48:49Ahnung,
48:49was
48:49das
48:50sein
48:50könnte.
48:51Allein
48:52den
48:52Schiffzug
48:52an der
48:53Fassade
48:53mit dem
48:53Komma
48:54und dem
48:54Punkt,
48:59also es
49:00ist ein
49:00Schloss,
49:01das
49:01mich
49:01immer
49:01wieder
49:01herausfordert
49:02und
49:03das
49:03schätze
49:03ich
49:03ganz
49:03besonders
49:04natürlich.
49:06Die
49:07Hohenzollern,
49:08allen voran
49:09Friedrich
49:09II.,
49:10haben
49:11in Potsdam
49:11eine
49:12Touristenattraktion
49:13hinterlassen.
49:14Sanssouci
49:15ist aber
49:15mehr als
49:16das,
49:16mehr als
49:17Geschichte
49:18und
49:18Kulturerbe.
49:19Die
49:20Persönlichkeiten
49:21der Vergangenheit
49:21haben
49:22diesen Ort
49:23geprägt.
49:24Doch
49:24es sind
49:24die
49:25Menschen
49:25der
49:25Gegenwart,
49:26die
49:26ihn
49:26heute
49:27zu
49:27einem
49:27Erlebnis
49:28machen,
49:28die
49:29ihn
49:30pflegen
49:30und
49:31erhalten.
49:32Und
49:33die
49:33zum Teil
49:34schon
49:34lange
49:34mit
49:34ihm
49:35verbunden
49:35sind.
49:37Klar
49:37waren
49:37wir
49:38als
49:38Kinder
49:38immer
49:38hier.
49:39Wir
49:39wohnen
49:39ja
49:39unweit
49:40hier
49:40von
49:40Potsdam
49:41und
49:41wir
49:41waren
49:42immer
49:42mit
49:42den
49:42Großeltern,
49:43mit
49:43meinen
49:43Eltern
49:44im
49:44Park
49:44spazieren.
49:46Damals
49:46habe ich
49:46nicht
49:47daran
49:47gedacht,
49:47dass
49:47ich
49:47irgendwann
49:48mal
49:48so
49:48eine
49:48Parkleitung
49:49übernehmen
49:49könnte.
49:50Im
49:51Studium
49:51waren
49:52wir
49:52irgendwann
49:52mal
49:53vom
49:53Studienkreis
49:54aus
49:54als
49:55drittes
49:59auch
49:59das
50:00wäre
50:00ein
50:00Betätigungsfeld
50:01für
50:01einen
50:02Landschaftsarchitekten,
50:02so eine
50:03Parkleitung.
50:04Da habe ich
50:04auch
50:04im
50:05Leben
50:05nie
50:05dran
50:05gedacht.
50:06So
50:07viele
50:07Parks
50:07gibt es
50:08ja
50:08gar
50:08nicht.
50:08Ob
50:09das
50:09möglich
50:09ist.
50:10Dann
50:10war
50:10vor
50:1023
50:11Jahren
50:11eine
50:11Ausschreibung
50:13von
50:13der
50:13Stiftung.
50:14Dann
50:15habe ich
50:15mich
50:15auf eine
50:17richtige
50:17Prüfung.
50:17Ich kannte
50:18jeden
50:18König,
50:19mit
50:19welcher
50:20Landschaftsarchitekt
50:21was
50:21gebaut
50:22hat.
50:23Das
50:23komische
50:23war
50:23in
50:24der
50:24Prüfung
50:24oder
50:25Einstellungsgespräch
50:26wurde
50:26nichts
50:26von
50:27dem
50:27abgefragt.
50:29Aber
50:29es
50:30war
50:30irgendwie
50:31trotzdem
50:31hat es
50:31dann
50:32trotzdem
50:32geklappt,
50:33dass ich
50:33diese
50:33Parkleitung
50:34hier
50:34übernehmen
50:35durfte.
50:36Und
50:36nach wie
50:37vor
50:37ist
50:38das
50:38nicht
50:38nur
50:38ein
50:38Beruf
50:39für
50:39mich,
50:39sondern
50:39eher
50:39eine
50:40Berufung.
50:40Wir
50:40machen
50:41das
50:41hier
50:41mit
50:42den
50:42Kollegen
50:42wirklich
50:43gerne
50:43und
50:44haben
50:45da
50:45Spaß
50:45dran.
50:46Und
50:46dann
50:46empfindet
50:47man
50:47es
50:47doch
50:54genau.
50:57Die
50:58Zeit
50:58der
50:58Könige
50:59und
50:59Kaiser
51:00ist
51:00vorbei.
51:01Sanssouci
51:02lebt,
51:03blüht
51:04und
51:04gedeiht
51:05auch
51:05ohne
51:06sie.
51:29Die
51:29Frau
51:29bist
51:29einfach
51:36die
51:36bis
51:36bis
51:37bis
51:37bis
51:37bis
51:37bis
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