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00:02So we would like to sleep.
00:04One last video.
00:07And then?
00:08We're going to relax and relax.
00:13The nights are often like this.
00:17Sleep disorders are a whole lot of people.
00:22One of them greets also to,
00:24the boomer market of sleep.
00:28And the others optimise their sleep phases
00:31and try to keep up longer.
00:34If I would like to sleep nine hours,
00:36that would be fine.
00:40There are five.
00:44We'll show you now,
00:46how sleep works.
00:48And how we can sleep better.
00:50It's time to sleep.
01:024 Uhr morgens.
01:04Reichersberg in Österreich.
01:05For René Huber beginnt ein 20-Stunden-Tag.
01:08Für ihn Standard.
01:10Denn der YouTuber schläft nur 3,5 Stunden pro Nacht.
01:13Wegen Corona können wir nicht selbst drehen.
01:15Aber René schickt uns Videos.
01:19Jetzt starte ich den Tag mit meiner Tasse Kaffee.
01:22Ich gebe mir meinen Doppel-Nespresse.
01:23Ich trinke im Laufe des Tages noch viel mehr.
01:25Ich weiß, dass es vielleicht nicht ganz so gesund ist.
01:28Aber wie gesagt, das brauche ich zum Starten.
01:30Neben seiner Arbeit als YouTuber
01:32handelt René mit Restposten wie Videospiele.
01:35Damit er diese Jobs unter einen Hut bekommt,
01:37versucht er das Maximale aus seinem Tag herauszuholen.
01:40Indem er beim Schlaf spart.
01:45Im Durchschnitt schlafen wir in Deutschland
01:47ca. 7 Stunden am Stück.
01:49In einer langen Schlafphase.
01:51Biphasischen Schlaf gibt es natürlich auch.
01:53Etwa wenn Kinder einen Mittagsschlaf machen.
01:56René aber schläft polyphasisch.
01:59D.h. mehrmals am Tag.
02:01Er hält sich dabei an ein Konzept,
02:04das sich Everyman nennt.
02:05Er schläft nachts 3,5 Stunden
02:07und über den Tag verteilt noch 3 mal 20 Minuten.
02:12Wir werden René heute immer wieder anrufen.
02:15Die Everyman-Methode funktioniert nur,
02:17wenn er sich strikt an seinen Schlafplan hält.
02:21Hi.
02:23Siehst du mich, passt alles und hörst du mich.
02:25Du trainierst dir das ja an.
02:27Und wenn dann eins weg und zwei wegfallen, no way.
02:29Wenn du zum Beispiel um 9 Uhr pennst und um 2 und um 7 dann nicht,
02:34dann musst du ja eigentlich ...
02:35Also das geht sich niemals ...
02:37Man könnte es irgendwie durchdrücken,
02:39aber das hängt sich dann immer die nächsten Tage an.
02:41Das ist halt das Problem.
02:42Ich mag das ja.
02:43Wenn mir jemand fragt, was machst du?
02:45Gerne.
02:45Ich arbeite gern.
02:47Seit einem Jahr holt sich René durch polyphasisches Schlafen
02:51mehr Wachzeit.
02:52Trotzdem wird es für ihn heute besonders schwierig werden,
02:55fit zu bleiben.
02:59Freiburg.
03:00Hier hat Urban Beckmann gleich einen wichtigen Termin.
03:04Morgen.
03:05Tun wir uns erstmal Kaffee, oder?
03:06Ja.
03:10Wie haben Sie heute geschlafen?
03:12Ah, kurz.
03:13Sehr kurz.
03:14Schlecht eingeschlafen.
03:16Also wirklich ganz schlecht eingeschlafen und dann auch nicht durchgeschlafen.
03:19Öfter wach geworden.
03:21Naja.
03:22Aber das ist nichts Neues.
03:26Denn Urban Beckmann leidet an chronischen Schlafstörungen.
03:30So sieht gesunder Schlaf aus.
03:32Und so wälzen sich Menschen, die unter Insomnie leiden.
03:35Also unter Schlaflosigkeit.
03:38Stundenlanges Wachliegen.
03:39Gedanken kreisen im Kopf.
03:41Oft ist es der Leistungsdruck aus Job, Uni oder Beziehung,
03:44der uns nachts wach liegen lässt.
03:46Passiert das regelmäßig, kann das gefährlich werden.
03:51Antriebslosigkeit am Morgen.
03:52Schlechte Laune.
03:54Gereiztheit.
03:55Sekundenschlaf.
03:56Konzentrationsschwächen.
03:57Zu wenig Schlaf macht den Alltag zur Qual.
04:03Zwischen 2010 und 2017 sind die Schlafstörungen bei Berufstätigen um 66 Prozent gestiegen.
04:11Laut DHK Gesundheitsreport haben 80 Prozent der Befragten angegeben, schlecht zu schlafen.
04:17Fast jeder Zehnte ist von einer Insomnie betroffen.
04:22Urban Beckmann leidet seit seiner Kindheit unter Schlafstörungen.
04:26Und mit den Jahren ist das Problem immer schlimmer geworden.
04:30Dann bist du irgendwann nervlich auch so am Ende, dass du richtig aggressiv dir gegenüber selbst wirst.
04:36Dass du dann auch dich selber verfluchst.
04:38Oder dass ich nachts aufstehe und am liebsten irgendeine Tür oder was weiß ich eindrehen würde,
04:42tue ich natürlich nicht.
04:43Weil dann würden die Kinder und meine Frau wachen, die schlafen alle wunderbar.
04:47Ja, aber so dieses Gefühl, dieser innere Brass dann, der ist doch schon gewaltig.
04:53Deshalb hat er sich für eine Therapie entschieden, um den Stress aus dem Schlaf zu bekommen.
04:59Wie lange ich effektiv wirklich geschlafen habe, kann ich gar nicht sagen.
05:02Weil das ist unter anderem ein Therapievorschlag gewesen, eben nicht mehr auf die Uhr zu gucken.
05:06Weil das habe ich früher immer gemacht, dass ich auf die Uhr gucke und mich dann wirklich aufrege.
05:11Und man verdammt, wie der die halbe Nacht wach gewesen.
05:13Und dann kriege ich so eine Rage, dass ich dann erst recht nicht schlafen kann.
05:17Hier im Uniklinikum Freiburg wird Beckmann gleich weiter an seinem Schlafverhalten arbeiten.
05:23Zurück in Österreich. Phasenschläfer René ist seit fünf Stunden wach.
05:27Laut Plan muss er gleich schlafen.
05:29Zeit hat er dafür eigentlich nicht, denn seine Website macht Probleme.
05:36Es ist halt ungut jetzt wieder, weil da schläft man halt nicht gern, weißt.
05:41Das ist halt das Problem.
05:42Es ist genau so eine Situation, wo ich eigentlich gar nicht will, aber ich mache es trotzdem natürlich.
05:47Weil die 20 Minuten hin und her, ich arbeite jetzt seit zehn Stunden gefühlt dran.
05:52Einen ganzen Vormittag, jetzt gestern am Abend und es wird nicht.
05:55Also die 20 Minuten hin und her wäre ein Blödsinn, wenn ich jetzt sage,
05:57okay, ich mache es jetzt trotzdem wegen 20 Minuten.
06:00Das wäre ja nicht schlau.
06:02Also ab ins Bett. Wir schauen so lange in die Geschichte.
06:06Denn René ist nicht der Erste, der versucht, mit polyphasischem Schlaf Zeit zu sparen.
06:12Das hat schon Leonardo da Vinci gemacht, um mehr Zeit zu haben, Weltmysterien zu lösen.
06:18Da Vinci soll schon im 15. Jahrhundert polyphasisch geschlafen haben.
06:22Vielleicht kam er auch deshalb auf so traumwandlerische Dinge wie Flugmaschinen.
06:28Durch kurzschlafen Zeit sparen, damit brüsten sich bekannte Persönlichkeiten wie Napoleon.
06:36Napoleon hat gesagt, vier Stunden Schlaf für einen Mann, fünf für die Frau, sechs für die Dummen.
06:41Wenn man dann mal genauer nachliest über Napoleon, dann hieß es dann aber auch, der konnte immer und überall einschlafen.
06:47Und ich wette, dass da mehr als vier Stunden Schlaf dahinter stecken.
06:521880 erfindet er hier die Glühbirne.
06:55Thomas Edison. Der Kurzschläfer macht die Nacht zum Tag.
07:00Seitdem ist wenig zu schlafen ein Statussymbol der Leistungsträger geworden.
07:04Zitat Margaret Thatcher. Schlafen ist für Weicheier.
07:11Der moderne Leistungsträger braucht keinen Schlaf. Dieses Credo gilt vor allem unter Machern.
07:18Setzen die das Schlafverhalten anderer unter Druck?
07:21Nach 20 Minuten Schlaf fühle ich mich deutlich erholt.
07:23Ihr seht es vielleicht an meinen Augen, dass ich gerade geschlafen habe.
07:26Am Anfang ist es schwierig einzuschlafen, also für mich jetzt nicht mehr.
07:29Aber wenn man das startet, ist es deutlich, deutlich schwieriger wie für mich.
07:32Ich lege mich hin, schlafe dann sofort.
07:35Und ja, wie gesagt, ich fühle mich deutlich erholt.
07:37Jetzt geht es dann auf zum Videodreh.
07:39Ich muss noch ein Video für YouTube machen.
07:40Dann holen wir noch Ware ab zwischendurch.
07:43Noch ein kurzes Mittagessen.
07:44Ein toughes Programm. Puffer gibt es da keinen. In fünf Stunden steht der nächste Nap an.
07:50Alles genau getimt.
07:54Auf Knopfdruck schlafen? Für Insomnie-Patient Beckmann kaum vorstellbar.
08:00Ganz früh morgens, wenn da meine Kinder mal ins Badezimmer gehen und ich wirklich so eine Nacht hatte, wo ich
08:04auch gar nicht mehr weiß, was ich gemacht habe.
08:06Also es kann wirklich passieren, ich hole mir eine Chipsdüte aus dem Schrank, setze mich auf die Toilette und fange
08:10an zu fressen.
08:11Und dann gibt es nachher so eine Spur, ja, wieder zurück bis zum Schrank, wo die Tüte wieder verschwindet, da
08:16sind immer die Chipskümmel, ja.
08:17Und dann werde ich morgens schon beim Prüfstück begrüßt, ah, hast wieder nicht geschlafen.
08:22Beckmann kann einfach nicht einschlafen. Aber wie werden wir überhaupt müde?
08:30Es gibt zwei Faktoren. Erstens der zirkadiane Rhythmus, also unsere innere Uhr.
08:36Die sitzt an der Stelle im Hirn, wo die optischen Nerven die Hirnhälften kreuzen. Im suprachiasmatischen Nukleus.
08:45Das ist die chronobiologische Schaltzentrale unseres Körpers.
08:49Das heißt, von hier aus verschickt unser Hirn Signale, welche Funktion gerade aktiv und welche inaktiv sein soll.
08:57Sie synchronisiert also die anderen Uhren im Körper, etwa die der Leber.
09:04Dieser zirkadiane Rhythmus ist ziemlich strikt und sagt uns, wann wir wach sein und wann wir schlafen sollen.
09:11Dabei hält er sich übrigens relativ genau an einen 24-Stunden-Rhythmus.
09:15Damit der Körper weiß, wann wir schlafen sollen, stimuliert unsere innere Uhr die Ausschüttung des Hormons Melatonin.
09:23Das ist kein Schlafhormon, sondern nur ein Signal an uns. Schlafenszeit.
09:30Das allein aber reicht nicht, dass wir wirklich einschlafen.
09:33Der erste Schritt, den wir sozusagen vereinbart hatten, ist, dass ich eben versuche, nachts nicht mehr auf die Uhr zu
09:39schauen.
09:39Und dann einfach auch sich zuzugestehen, ja, du bist jemand, der sehr, sehr schlecht schläft.
09:44Und dann versuche ich es gar nicht, irgendwie um acht, neun oder zehn Uhr ins Bett zu gehen,
09:48sondern halte dich wirklich bis zwölf Uhr Mitternacht wach, weil du weißt, du kannst sowieso vorher nicht schlafen.
09:53Also wirklich das herauszuzögern und dann den Körper so zu ermüden, dass er leichter in den Schlaf kommt.
09:58Denn es gibt einen zweiten Faktor, der uns zum Schlafen bringt. Das Signalmolekül Adenosin.
10:05Adenosin macht uns müder durch Schlafdruck. Das heißt, es sammelt sich den Tag über an und je höher die Konzentration,
10:12desto müder werden wir.
10:14Wenn wir schlafen, bauen wir das Adenosin wieder ab. Und zack, sind wir wieder wach.
10:20Soweit die Theorie. In der Praxis brauchen viele Menschen aber so etwas.
10:27Die Auswahl an Einschlafhilfen und Schlafmitteln ist heute unüberschaubar.
10:32Ein riesiger Markt versorgt uns und sagt uns unbewusst, dass wir sie auch dringend benötigen.
10:38Baldrian zum Beispiel.
10:39Ich habe federführend auch eine Leitlinie mitgestaltet zu dem Thema.
10:43Und Baldrian ist, es wirkt halt nicht. Und dann kommt immer, ja, es schadet halt aber auch nicht.
10:49Aber wenn man ihnen Zähne aus der Tasche zieht, ja, ist es halt so.
10:53Dann ist halt ihnen der Zähne aus der Tasche gezogen.
10:57Phasenschläfer René bezahlt fürs Wachbleiben.
10:59Wir haben uns noch kurz einen Kaffee geholt bei der Tanke.
11:03Kaffee begleitet mich natürlich den ganzen Tag.
11:06Wir müssen uns jetzt beeilen, dass ich passend zum zweiten Nepp dann wieder, ja, wieder neppen kann.
11:12Weil es ist ein Problem, wenn ich den auslasse natürlich. Das will ich auf gar keinen Fall.
11:17René hackt seinen Adenosindruck mit Koffein.
11:20Koffein blockiert die Rezeptoren, an denen sonst Adenosin andockt.
11:25Das bedeutet, wir haben zwar ziemlich hohen Schlafdruck, merken es aber nicht.
11:29So manipulieren wir unser Schlafverhalten.
11:34Und auch das ist mittlerweile ein riesiger Markt.
11:37Aufputschmittel wie Kaffee sind überall.
11:40Mit Cola und Energydrinks werden jährlich Milliarden verdient.
11:46Medikamente und Drogen sorgen für Tage, die nie enden.
11:49Das zerstört unser Schlafverhalten.
11:52Hallo.
11:53Professor Riemann vom Universitätsklinikum Freiburg.
11:57Eine Koryphäe in der Therapie von Menschen mit Schlafstörungen.
12:02Tun Sie mal zurück. Das ist jemand, der sauschlecht schläft.
12:05Sehe ich das richtig?
12:07Wenn Sie mal gucken, das sind acht Stunden.
12:09Der ist auch früh ins Bett, kurz vor acht und um vier Uhr aufgestanden.
12:14Und das da oben ist alles wach.
12:16Also Sie sehen, die Person, die war mindestens 50 Prozent der Nacht wach.
12:20Hier im Labor untersucht Riemann, wie lange und wie gut Menschen schlafen.
12:27Was passiert eigentlich genau, während wir schlafen?
12:30Schauen wir uns eine Acht-Stunden-Nacht an.
12:33Wir unterscheiden zwei Schlafphasen.
12:35Non-REM und REM-Phasen.
12:40REM bedeutet Rapid Eye Movement.
12:42Weil sich da unsere Augen sehr schnell bewegen.
12:46Im REM-Schlaf träumen wir sehr lebhaft und intensiv.
12:50Daneben gibt es die Non-REM-Phase.
12:53Hier bewegen sich unsere Augen kaum.
12:55Wir träumen fast gar nicht und wenn überhaupt sehr viel realitätsnäher.
13:00Dieser Zyklus aus Einschlafen, Tiefschlafen, Träumen dauert ungefähr 90 Minuten.
13:06Das ist bei jedem ein bisschen anders.
13:08In der Nacht machen wir diesen Zyklus drei bis fünf Mal durch.
13:12Zwischendurch wachen wir manchmal auch auf, aber oft nur so kurz, dass wir es gar nicht merken.
13:20WissenschaftlerInnen unterteilen die Non-REM-Phase in drei bis vier Stadien.
13:23Je nach Intensität.
13:25Wir schließen die Augen, fallen immer mehr in den Schlaf bis hin zum Tiefschlaf.
13:29Dann geht es wieder ein paar Non-REM-Phasen nach oben.
13:32Wir landen in der Traumphase.
13:35Die Augen beginnen zu zucken. Wir träumen.
13:37Das Interessante, im Laufe der Nacht wird der Tiefschlaf immer kürzer.
13:43Die Traumphasen werden immer länger.
13:45Darum hat man morgens auch oft das Gefühl, gerade intensiv geträumt zu haben.
13:50Denn da ist die REM-Phase nun mal am längsten.
13:57Bei Phasenschläfer René muss es jetzt schnell gehen.
14:00Nach seiner Methode steht der nächste Nepp an.
14:03Und immer noch macht ihm seine Website Sorgen.
14:07Das Stress-Level ziemlich hoch, muss ich ganz ehrlich sagen.
14:10Die Website geht mir übelst auf die Nerven.
14:13Was soll ich fast für ein falsches Wort sagen?
14:14Auf jeden Fall, ja.
14:15Da klappt hinten und vorne alles nichts.
14:18Und ja, wir waren gerade Waren abholen.
14:20Also in ungefähr 30 Kilometer sind wir gefahren.
14:23Und gerade halt zurückgekommen.
14:25Das bedeutet, ich muss jetzt sofort dann pennen.
14:29Übelst Stress. Ich hoffe, ich kann gleich anschlafen.
14:32Nepp Nr. 2.
14:34Während René schlummert, schauen wir uns seine Methode genauer an.
14:37In seiner Hauptschlafphase bekommt er zwei Blöcke REM, also Traumschlaf.
14:42In den Naps fällt er der Theorie nach durch den Schlafentzug sofort in den REM-Schlaf
14:46und kommt am Ende des Tages also auf insgesamt fünfmal REM.
14:50So ähnlich wie der durchschnittliche Schläfer.
14:53Aber es fehlt ein Großteil des Non-REMs.
14:58Ich habe gerade gepennt, eigentlich sehr, sehr schnell eingeschlafen.
15:01Ein, zwei Minuten, was es gedauert ist, eigentlich für normal geht es fast sofort.
15:04Ich bin nicht müde, aber mir ist einfach eiskalt irgendwie.
15:06Keine Ahnung, der Stress nagt heute, wie gesagt, schon sehr.
15:09An manchen Tagen überhaupt nicht, manchen Tagen ist es echt chillig.
15:12Aber heute ist halt extrem.
15:14Fünf Stunden bis zum nächsten Nap.
15:16Aber René muss sich schon jetzt pushen.
15:19Man denkt sich, okay, der Typ hat eh so viel Zeit, wenn er so wenig pennt.
15:22Aber ihr seht, es ist trotzdem noch zu wenig, obwohl ich eh schon sehr, sehr viel einspare am Schlafen.
15:27Aber es hilft einfach alles nichts. Ich muss jetzt weiter Gas geben.
15:32Für mehr Arbeitszeit verzichtet Kurzschläfer René also auf einen Großteil des Non-REM-Schlafs.
15:39Aber welche Funktion haben diese unterschiedlichen Schlafphasen?
15:43Beginnen wir mit der Non-REM-Phase.
15:45Die Augen sind ruhig. Wir fallen immer tiefer in den Schlaf und träumen kaum.
15:51Unsere Muskeln sind dabei entspannt, aber noch aktiv.
15:55Darum zucken Muskeln beim Einschlafen übrigens manchmal.
15:58So viel zu den Äußerlichkeiten. Aber was passiert in der Non-REM-Phase im Gehirn?
16:04Wenn wir wach sind, schleppen unsere fünf Sinne unzählige Informationen ins Gehirn.
16:09Durch den Thalamus. Der wirkt wie eine Tür für alle äußeren Reize.
16:13Beim Einschlafen schließt unser Gehirn diese Tür und blockiert die Reizaufnahme von außen.
16:19Denn jetzt muss erst mal sortiert werden. Vieles kann weg.
16:23Das, was aufgehoben werden soll, wird nun an die verschiedenen Gehirnzentren verteilt.
16:28Dort werden Informationen weiterverarbeitet und gespeichert.
16:34So vermuten die Wissenschaftler. Denn alles, was ForscherInnen sehen, sind Hirnströme.
16:41In der Tiefschlafphase langsame, synchrone Wellen.
16:47Ganz anders in der Traumphase.
16:50Den Hirnwellen nach sieht es fast so aus, als wären wir wach.
16:55Schläft unser Hirn gar nicht?
16:58Folgendes passiert. Der Thalamus hält die Tür nach außen weiter geschlossen.
17:03Allerdings fließen durch ihn nun andere Informationen.
17:06Aus den Zentren für Emotion, Motivation und Gedächtnis.
17:10Unser Gehirn lässt Erinnerungen Revue passieren.
17:13Es beginnt der Traum.
17:16Dann sind unsere Muskeln übrigens geblockt.
17:18Denn, wenn wir im Traum von einer Klippe springen, wäre es blöd, wenn wir es auch wirklich täten.
17:25Zurück im Universitätsklinikum Freiburg.
17:28Für Insomnie-Patient Beckmann geht es nun zur Schlaftherapie.
17:31Heute ist seine dritte Sitzung.
17:34Ja, kommt rein.
17:39Hallo. Wie geht es Ihnen?
17:41Danke, gut. Schön.
17:43Auch ganz gut.
17:45Der Zweck hinter dieser Empfehlung ist ja, diesen Druck rauszukommen.
17:49Den Leistungsdruck, den ja viele schlaflose Menschen haben, stehen ja unter Leistungsdruck.
17:53Ich muss sieben oder acht Stunden schlafen und die Uhr sagt dir ja immer, du schaffst es nicht, du bist
17:59ein Loser.
18:00Und daher ihr Ärger. Ist der Ärger ein bisschen besser geworden?
18:03Der ist wirklich besser geworden, auf jeden Fall.
18:06Also das ist ja dann zumindest schon mal ein kleiner Schritt.
18:08Ja, ich finde, der ist sehr, sehr bemerkbar.
18:12Und sehr wichtig für die Gesundheit.
18:14Denn es gibt kaum eine Körperfunktion, die nicht vom Schlaf profitiert.
18:19Schlaf ist extrem wichtig für ein starkes Immunsystem und beugt damit Infektionen vor.
18:25Das reduziert das Risiko schlimmer Krankheiten, auch psychischer.
18:29Und Schlaf ist essentiell für ein funktionierendes Gedächtnis.
18:33Am besten greift dieser Schutz, wenn man regelmäßig und nicht zu kurz schläft.
18:40Professor Riemann will seinem Patienten deshalb eine neue Einschlafmethode beibringen.
18:45Ganz entspannt sitzen, Hände auflegen hier.
18:48Spannen Sie beide Fäuste an, halten Sie die Spannung, spüren Sie die Spannung und wieder locker lassen.
18:58Entspannen, legen Sie die Hände wieder auf Ihre Beine und atmen Sie ruhig ein und aus.
19:06Es war jetzt nur und sollte nur ein, wie sagt man, ein Teaser sein, aber so mal kurz reinschmecken.
19:11Da hätte ich mich hingelegt und Sie hätten mehr als einen Teaser gemacht, wäre ich vielleicht sogar eingeschlafen.
19:15Okay, ja, okay.
19:16Wenn man sagt, es gibt ein Ziel, das ist jetzt vielleicht nicht 100 Prozent die optimale Schlafsituation, aber sagen wir
19:23mal 90 Prozent.
19:25Wo waren Sie, als Sie das erste Mal bei mir waren?
19:29Ich weiß nicht, 10, 20?
19:31Ja, okay.
19:34Wo würden Sie sich jetzt im Moment sehen?
19:39Ich glaube noch ganz, ganz weit weg, aber ich glaube meine eigene Haltung dazu, ja, also die ist nochmal eine
19:48ganz andere, entspanntere geworden.
19:50Also von daher würde ich vielleicht sagen 50 Prozent.
19:55Wie beurteilt Urban Beckmann den heutigen Tag?
20:00So, Sie finden den Weg raus, Sie kennen uns, ja.
20:03Und ich glaube, machen wir es mal so.
20:06Dankeschön, auf Wiedersehen.
20:07Tschüss, kommen Sie gut nach Haus, bis zum nächsten Mal.
20:10Ich finde es wichtig, dass man jemanden hat, der sich damit auskennt, also quasi wie so ein Coaching,
20:15und der so ein bisschen einsortieren kann auch, ein bisschen Mut macht, ja, auch sagt, ist okay, wenn das nicht
20:20klappt, dann versuchen wir vielleicht was anderes.
20:21Und das ist für mich, glaube ich, eine große Unterstützung auch, also zu merken, dass da kein Dogmatismus dahinter ist,
20:26oder wir holen jetzt die Große.
20:27Die Große Medikamentenkeule raus, sondern eben zu sagen, auch die kleinen Schritte bringen schon viel.
20:33Für Urban Beckmann ein weiterer Schritt auf dem langen Weg zu einem besseren Schlaf.
20:41Und wie steht es bei Phasenschläfer René?
20:44Hi.
20:45Hello.
20:47Alles gut?
20:48Ja, bei dir?
20:49Ja, es geht eigentlich, also eigentlich nicht so, muss ich ganz ehrlich sagen.
20:53Ja, wegen der Website, wir haben so Probleme, es klappt immer noch nicht, ich schreibe mich hunderte Leute an.
20:58Ich will gar nicht schlafen jetzt, weil ich weiterschauen will und es ist halt so ein leichter Angstzustand.
21:03Aber jetzt den Nepp ausfallen zu lassen, das ist überhaupt keine Option für dich?
21:06Nee.
21:07Nee, mir geht es auch gerade nicht so gut, muss ich ehrlich sagen. Es ist gut, wenn ich es jetzt
21:12mache, sozusagen.
21:15Nepp Nummer drei. Wir befragen den Experten zum polyphasischen Schlaf.
21:20Das klingt erstmal sehr verlockend. Ich spare Zeit, ich habe mehr Zeit für andere Dinge, ich werde leistungsfähiger etc.
21:29Ich kann mir vorstellen, dass es vielleicht in seltenen Fällen dem einen oder anderen das gelingt.
21:35Ich glaube nicht, dass das etwas ist, was für die breite Masse von Menschen in Frage kommt.
21:40Und der Fall, mit dem ich zu tun hatte, ein Freiburger Student, der hat dann nach den vier Wochen, hat
21:45er das, glaube ich, gemacht, kam er und gesagt, er hat viel mehr Zeit gehabt, aber die Zeit war halt
21:50für ihn nutzlos, weil er nur müde war in der Zeit.
21:5320.07, meine Freunde, 20 Minuten gepennt. Ich bin, wie man es mir vielleicht ansieht, etwas mehr geschafft wie sonst,
22:00muss ich ganz ehrlich sagen.
22:02Wie gesagt, so ist es halt einfach ab und an. Ich bin ziemlich, ziemlich K.O.
22:06Ich beantworte jetzt noch ganz kurz die restlichen Fragen. Das bedeutet Discord, Telegram, WhatsApp, E-Mails.
22:10Heute ist es extrem, extrem schwierig, aber es hilft einfach nicht. Man muss da weitermachen.
22:15Man kann jetzt nicht einfach sagen, okay, nur was mir heute vielleicht nicht so gut geht oder weil ich heute
22:18Stress habe, haue ich den ganzen Plan über den Haufen.
22:20Und so funktioniert grundsätzlich das Leben nicht. Und so funktioniert auch niemals so ein polyphasischer Schlaf.
22:26Mittlerweile arbeitet René seit über 17 Stunden. Das geht nur, weil er seinen Schlaf radikal beschnitten und optimiert hat.
22:34Fast alles in unserer Gesellschaft steht unter Leistungsdruck, unter Ranking, Benchmarking. Und dann sage ich, verdammt nochmal, lasst den Schlaf
22:43doch in Ruhe mit eurem Leistungsdruck und Benchmarking.
22:48Wer selbst im Schlaf noch Leistung bringen will, erreicht oft das genaue Gegenteil. Aber funktioniert es bei René?
22:56Ja, jetzt klappt es schon langsam. Und jetzt bin ich auch etwas entspannt. Und außerdem bin ich jetzt wieder voll
23:02da eigentlich. Ich habe mir jetzt noch einen Kaffee geholt.
23:04Und eigentlich könnte ich jetzt schon weitermachen. Also ich bin jetzt gar nicht mehr müde. Das Schlimmste war heute vor
23:09dem Dritten. Ja.
23:11Wenn ich jetzt neun Stunden pennen würde, das geht ja dann, das geht ja nicht. Also da, was, ja, da
23:17fehlen dir fünf oder so fünf Stunden ungefähr.
23:20Fünf Stunden, das ist echt heftig. Also das ist ein Halbtagsarbeiter, der dir fehlt. Und was ich da machen kann
23:26in fünf Stunden, da schaffe ich ein komplettes YouTube-Video geschnitten zum Beispiel.
23:29Oder, oder, oder. Und das summiert sich ja mal sieben dann in der Woche und dann aufs Jahr. Also da,
23:35ja.
23:36Ich finde es ein bisschen eine gefährliche Tendenz. So diese Effizienz, auch der Schlaf muss erobert werden. Das muss jetzt
23:42klein, rund und handlich gemacht werden.
23:45Es stimmt so nicht, man denke an die ganzen Ministerpräsidentenrunden, wo dann nachts irgendwelche Dinge ausgebrütet werden, die am Morgen
23:53dann relativ bizarr erscheinen.
23:58Vieles, was beim Schlafen passiert, bleibt ein Rätsel. Was wir wissen? Schlummern, pennen, träumen ist gesund und sorgt für Ordnung
24:07im Gehirn.
24:08Der Traum vom geheckten Schlaf und dem 20-Stunden-Tag ist sicher nichts für jeden.
24:15Und jetzt, ja, geht noch kurz zur Tagstelle. Dann ab ins Bett, 3, 4, 1. Bestes Leben, würde ich mal
24:21sagen. Wir sehen uns dann. Bis morgen. Tschüss.
24:25Tschüss.
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