00:01Ich melde mich heute mit einer etwas kürzeren, aber nicht weniger eindrucksvollen Geschichte zurück.
00:08Die Geschichte heißt Winteranfang.
00:12Viel Spaß.
00:14Die kalte Berührung lässt sie unwillkürlich zusammenzucken.
00:18Die erste Schneeflocke des Jahres.
00:21Und sie landet direkt auf ihrer Nasenspitze.
00:24Natürlich.
00:26Es kribbelt kaum merklich, als sie schmilzt.
00:30Jana hasst den Winter.
00:32Diese Jahreszeit ist kalt und nass.
00:36Einfarbig und trostlos.
00:38Diese Gedanken begleiten sie auf dem Weg zum Bahnhof.
00:42Der Himmel ist eine einzige grau-schwarze Decke.
00:46Bedrückend.
00:48Aber wie sollte es auch anders sein um diese Zeit?
00:52Sie sieht auf die alte Bahnhofsuhr.
00:546.31 Uhr.
00:56Das flackernde Licht der gelblichen Beleuchtung bricht sich in gesprungenem Glas.
01:01Jana fängt an zu zittern und kleine Dampfwölkchen bahnen sich den Weg aus ihren Lungen in den kalten Winterhimmel.
01:10Jana hasst den Winter.
01:12Sie sieht sich um.
01:14Der Dorfbahnhof ist wie leergefegt.
01:17Das ist nicht ungewöhnlich.
01:20Die meisten Passagiere würden erst gegen 7 Uhr hier eintreffen.
01:24Sie zieht den Reißverschluss ihrer grünen Winterjacke weiter nach oben und schlingt die Arme eng um sich.
01:31Ein weiteres Dampfwölkchen.
01:34Jana hasst.
01:35Hey Jana!
01:36Sie zuckt zusammen.
01:39Hab dich gar nicht kommen hören, murmelt sie in den Ausschnitt ihrer Jacke hinein.
01:44Hm?
01:45Ich sagte, du sollst dich nicht immer so anschleichen.
01:49Fabian grinst, als sie sich zu ihm umdreht und versucht, ihn grimmig anzusehen.
01:54Das strubbelige blonde Haar, die neon-orangefarbene Jacke.
01:58Das überspielt dümmliche Grinsen, das sie schon im Kindergarten immer angesteckt hatte und es auch heute noch tut.
02:05Er lacht kurz auf und auch sie muss lachen.
02:08Weiterer Dampf füllt die beiden einsam stehenden kurz ein.
02:12Frisch heute, sagt er.
02:15Sie nickt bloß.
02:17Wie auf ein geheimes Zeichen hin, sehen beide synchron auf die Bahnhofsuhr.
02:216.40 Uhr
02:24Hast du Mathe?
02:25Ein Schnauben, fast ein Lachen entfährt ihn.
02:29Meinst du das ernst?
02:31Eigentlich nicht.
02:33Sie gehen ein Stück den Bahnsteig entlang.
02:36Mittlerweile schneit es ein wenig stärker und der Schnee bildet eine dünne, weiße Decke.
02:42Ein Zug fährt ein.
02:43Es ist nicht ihrer.
02:46Dieser hier fährt in die andere Richtung.
02:496.50 Uhr
02:50Sie sehen sich schweigend an und ein Auto überquert in einigem Abstand den Bahnübergang.
02:57Er muss grinsen.
02:58Was ist so lustig?
03:00Er schüttelt grinsend den Kopf.
03:03Du siehst bloß so niedlich aus, wenn du bis zur Nase in deiner Jacke verschwunden bist.
03:08Gar nicht.
03:10Er muss lachen.
03:11Der Ton verhallt in der kalten Morgenluft.
03:15Raureif bedeckt die Blätter der Bäume.
03:17Die nahegelegene Kirchenuhr schreckt eine Krähe in den schneebedeckten Ästen auf.
03:24Schwarz auf Weiß.
03:267 Uhr.
03:27Der Zug wird bald kommen.
03:30Sie erinnert sich zurück.
03:32Das erste Mal, dass sie diesen Zug nahmen, liegt jetzt über drei Jahre zurück.
03:37Sie wechselten damals gerade auf die neue Schule.
03:40Ein Gymnasium in irgendeiner kleinen Stadt.
03:44Es war Hochsommer und schon morgens warm und hell.
03:47Andere Kinder rannten mit ihnen über den Bahnsteig und einige der älteren Jugendlichen standen in kleinen Grüppchen und unterhielten sich.
03:56Die ersten Leute füllen den Bahnhof mit einem schwachen Zerrbild der sommerlichen Lebhaftigkeit.
04:03Sie war froh gewesen, jemanden hier zu kennen.
04:06Das Dorf war zwar immer schon klein, aber wirklich kennend hat sie trotzdem nur wenige der Leute hier.
04:13Sie begann damals gerade damit, sich einsam zu fühlen, als sie ihn sah.
04:18Fabian.
04:20Ebenso einsam wie sie selbst und so beschloss sie, sich zu ihm zu gesellen.
04:25Sie hatten sich immer schon verstanden.
04:28Er freute sich sichtlich über die Gesellschaft und bot ihr Schokolade an.
04:33Die Süßigkeit passte herrlich zu der sommerlichen Stimmung und von da an...
04:37Ein Niesen reißt sie aus ihren Gedanken.
04:40Fabian.
04:42Sie sucht in ihrer Hosentasche ein Taschentuch.
04:45Findet keines.
04:47Sie tritt einen Schritt zurück und schwingt die Schultasche von ihrem Rücken.
04:52Die Bücher sind schwerer als erwartet und nur ganz kurz verliert sie das Gleichgewicht.
04:58Sie versucht es auszugleichen, doch der Boden an dieser Stelle ist vereist.
05:03Sie verliert den Halt.
05:05Die Welt um sie herum scheint zu verschwimmen.
05:08Die Hupe des Zuges zerreißt die eiskalte Luft.
05:12Schreie erklingen.
05:14Sie hört sie nicht mehr.
05:16Rot auf weiß.
05:19Eine Schneeflocke legt sich sanft auf ihre Nasenspitze.
05:23Jana hasste den Winter.
05:25Mit einer seiner MatİB
05:29S competitors MTNNR
05:31Die Welt um sie selbst zu sterben.
05:32Schreie erklingen, ich dann nur für dein расск acho selbst neißen,
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