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00:05They are the new stars of the pop, but not real people.
00:12This is the future rave sound. I'm getting lost and then I'm proud.
00:17The artificial intelligence makes the music industry well.
00:23It's a very exciting moment to create art.
00:26We have C.I.s, which make songs, which can be difficult from the other ones.
00:32That's the thing in the charts. So easy it goes.
00:37But not all are confident in the future.
00:41It makes me of course, to be honest, to be honest.
00:46There are now massive jobs lost.
00:49Künstliche Intelligenz im Pop. Neue Chancen oder Horrorszenario?
00:56One by one, watch them fall, like Tommy, Tommy knows, Tommy, Tommy knows.
01:04One by one, watch them rock, like Tommy, Tommy knows, Tommy, Tommy knows.
01:15Salzburg am Morgen.
01:18Musikproduzent Thomas Foster beginnt seine Arbeit im Aufnahmestudio.
01:22Ein Jingle für einen Radiosender soll eingesungen werden.
01:25Am Mikrofon Sängerin Monika Ballwein.
01:29Alles klar.
01:30Schau mal, ob du was hörst am Kopfhörer.
01:32Ist das schon zu hören? Okay, super.
01:35Hör mal, das sind vier Schläge und dann kommt bereits SWR 3.
01:42SWR 3.
01:44Kurz.
01:44Schau mal, genau.
01:46SWR 3.
01:48Perfekt.
01:51Monika Ballwein singt auf großen Bühnen, ist Gesangscoach
01:55und Station Voice von zwölf Radiosendern in Deutschland und Österreich.
02:01SWR 3.
02:03Perfekt, genau so. Einmal noch doppeln, bitte.
02:07SWR 3.
02:10Sensationell.
02:11Hör mal.
02:13SWR 3.
02:15SWR 3.
02:16SWR 3.
02:17Gut eingespielte Routine.
02:18Doch eine Zusammenarbeit wie diese, so professionell und harmonisch sie auch ist, wird immer seltener.
02:24Der Grund? Die künstliche Intelligenz.
02:27Sie kann mittlerweile so gut singen, dass sie kaum von echten Stimmen zu unterscheiden ist.
02:31Auch Foster arbeitet täglich mit ihr.
02:34Also zum Komponieren möchte ich nie wieder anders arbeiten als mit so einem KI-Tool, mit dem man Gesang machen
02:42kann.
02:42Weil man halt alles ausprobieren kann und sofort das Endresultat hört.
02:46Das ist für mich unbezahlbar großartig.
03:00Fosters Spezialgebiet ist sogenannte Gebrauchsmusik.
03:04Vor allem Jingles für Radio und Fernsehen.
03:06Noch benutzt er die KI nur für Entwürfe und Demos.
03:10Vor allem deshalb, weil sie noch nicht so gut auf Deutsch singen kann.
03:13Aber das ist nur noch eine Frage der Zeit.
03:15Hättest du noch mehr gehabt?
03:16Also diese neue Entwicklung mit KI-Stimmen ist natürlich für uns SängerInnen sehr spannend.
03:24Ein bisschen mit Angst behaftet, klarerweise, weil wir jetzt auch nicht wissen, inwiefern werden wir dann auch schon ersetzt.
03:30Und ich sehe es natürlich an, für Demos zu produzieren und solche Sachen ist es natürlich absolut hilfreich.
03:37Und es ist ein tolles Tool.
03:39Selbst für uns selber wahrscheinlich mal schnell was zu cover mit einer anderen Voice oder so.
03:44Aber letztendlich bin ich dem Ganzen, also mit Achens Augen,
03:52sehe ich dem Ganzen schon entgegen und zu schauen, wo bleibt denn unser Platz noch?
04:02Werden die Computer-Stimmen übernehmen?
04:08Seit kurzem ist die KI endgültig im Musik-Business angekommen.
04:11Bei der virtuellen koreanischen Girl-Group Eternity ist nichts mehr echt weder die Stimmen noch die Bandmitglieder.
04:32Dank KI gab es auch den ersten Beatles Nr. 1 Hit seit über 50 Jahren.
04:37Aus einem alten Tonband mit der Stimme von John Lennon wurde der Song Now and Then rekonstruiert.
04:52Viele freuten sich. Manche spürten Zombie-Grusel.
04:59Ich als der größte Beatles-Fan bin natürlich sehr berührt, dass man die Stimme, die ja noch immer echt ist,
05:07so weit quasi wie ein Archäologe ausgegraben hat und ganz fein säuberlich wieder in ein gesamtes schönes Ganzes reingebracht hat.
05:19Die Stimme ist ja noch immer echt.
05:25Diese Stimme ist nicht echt.
05:29Auch wenn sie genauso klingt wie die von US-Rapper Eminem.
05:34Der französische Erfolgs-DJ David Guetta hat sie mit KI generiert, wie er auf seinem Instagram-Account berichtet.
05:40Und ich ging auf eine andere AI-Website, die die Stimme wieder kreieren kann.
05:48Ich schaute den Text in das und ich spielte den Rekord. Und die Leute waren verrückt.
05:55Für Musikproduzenten auf der ganzen Welt brechen neue Zeiten an.
06:01Also ganz besonders begeistert bin ich von der Möglichkeit, selber Gesang zu schaffen und die tollsten Sänger der Welt einfach
06:08hier.
06:08Die sitzen gefühlt draußen in meinem Wartezimmer und immer, wenn ich raufkomme, springen sie auf und sagen,
06:13Herr Foster, darf ich irgendwas für Sie tun? Und alle stehen sie mir zur Verfügung und ich kann alles ausprobieren,
06:19was ich im Kopf habe,
06:20und meine Kreativität sofort freien Lauf lassen.
06:24Es macht mich natürlich Angst. Das geht euch ganz ehrlich zu, ersetzt zu werden.
06:28Und letztendlich darf ich mich aber von der Angst nicht triggern lassen, weil das ist ja auch ein Teil unseres
06:34Menschseins.
06:37Kann man menschliche Stimmen überhaupt noch erkennen? Thomas Foster macht den Test.
06:43Du sollst jetzt erkennen, welcher Song ist komplett von mir produziert und hat echte Sänger.
06:49Und welcher ist von mir produziert und hat künstliche Intelligenz. Macht Gesang. Spannend, oder?
06:55Ich spitze meine großen Öhrchen.
06:57Hier ist, bereit, Song 1.
07:15Kein echter Sänger.
07:16Kein echter Sänger. Du glaubst, das war KI.
07:19Keine echte Sängerin. Ich glaube, das war KI.
07:22Ja.
07:22Stimmt. Das war eine KI.
07:25Sehr gut.
07:26Aber wie sieht es mit dem nächsten Song aus?
07:29Machen wir weiter.
07:46KI oder nicht KI?
07:48Das ist sehr schwer.
07:50Ich würde fast sagen, echt gesungen.
07:53Und du hast nicht recht. Die Stimme ist 100% mit KI generiert.
07:59Daneben gelegen. Auch die Profisängerin kann KI-Stimmen nicht sicher von echten unterscheiden.
08:06Kein Wunder, dass sich auch Popstars mittlerweile Sorgen machen.
08:11Im April unterzeichneten 200 Artists einen Brandbrief.
08:16Billie Eilish, R.E.M., Katy Perry, Sam Smith und Nicki Minaj sagen Stop devaluing music.
08:25Stop die Entwertung der Musik.
08:27Die Stars sorgen sich vor allem, dass jemand ihre Stimme kopieren könnte.
08:33Ein Horrorszenario?
08:37Zu Besuch in Berlin bei Rainia Kim.
08:40Sie gehört zu den Musikerinnen und Musikern, die die neue Technik umarmen und schon lange mit ihr arbeiten.
08:51Als Portrait XO gehört die gebürtige Kalifornierin zur Avantgarde der experimentierfreudigen Berliner Musikszene.
08:59KI? Das führt bei ihr nicht zur Sorge, sondern zu Neugier.
09:06Ich finde das großartig. Ich habe auf diese Tage gewartet, an denen mehr Artists experimentieren, was mit neuen Technologien möglich
09:14ist.
09:17Die künstliche Intelligenz ist nur eine davon. Und es ist ein sehr aufregender Moment, eine Künstlerin zu sein.
09:26Jetzt hat niemand mehr eine Ausrede, dass ihm die Ideen oder die Inspiration ausgehen.
09:50Die Angst der großen Stars, dass ihre Stimmen kopiert werden könnten, kann Rainia Kim verstehen.
09:56Aber für sie liegt die Lösung auf der Hand.
10:04Wenn ich eine große Künstlerin wäre, wie zum Beispiel Rihanna, würde ich ein KI-Modell meiner Stimme haben wollen, damit
10:11ich dann entscheiden kann, was damit passiert.
10:17Ich würde sie den Leuten anbieten. Wenn du dich von meiner Stimme inspirieren lässt und mit ihr schreiben willst, 50
10:23-50 Beteiligung.
10:25Ein Lizenzmodell für die eigene Stimme, bei dem man selbst entscheidet, wer die Stimme benutzen darf.
10:31Und vor allem auch, wofür. Kim hat schon ein KI-Modell ihrer Stimme. Auf ihrem aktuellen Album Wire singt sie
10:41im Duett mit ihrem KI-Double.
10:56Das Wichtigste ist, dass jeder Artist versteht, was passiert und dass er die Kontrolle darüber übernimmt und Entscheidungen selbst trifft.
11:10Rainia Kim ist nicht die einzige, die so denkt. Die kanadische Sängerin Grimes bietet ihre Stimme auf einer Website zur
11:17Lizenzierung an.
11:19Frei nach dem Motto, wenn ohnehin jeder meine Stimme kopieren kann, dann aber bitte gegen Gebühr.
11:27Auch Monika Ballwein kann der Lizenzidee etwas abgewinnen.
11:31Wenn wir schon nicht mehr die Arbeit haben, das zu tun, muss zumindest unsere Uniqueness, unser Wiedererkennungswert so viel wert
11:39sein, dass wir da auch monetär berücksichtigt werden.
11:46Völlig neue Geschäftsmodelle, die völlig neue Vereinbarungen erfordern.
11:51Darüber zerbricht sich gerade die GEMA in München den Kopf. Die Vertretung aller Musikschaffenden.
11:57Sie sorgt dafür, dass für jeden benutzten Song die Urheber bezahlt werden.
12:03Tobias Holzmüller ist der neue Chef der GEMA.
12:06Bei der letzten Jahresversammlung war künstliche Intelligenz das große Angstthema.
12:12Zum einen ging es um die Frage, wie Künstler bezahlt werden, deren Werke zum Trainieren von KI benutzt wurden.
12:18Der zweite Bereich geht eher in die persönlichkeitsrechtliche Richtung.
12:24Also die Frage, wird eine Stimme, wird ein Stil, wird ein Signature-Sound, möglicherweise sogar das Aussehen einer Person imitiert.
12:41Wenn zum Beispiel ein Popstar beschließt, die eigene Stimme in so einer Art Franchise-System weiter zu lizenzieren, dann kann
12:51man das gestatten.
12:52Aber dass die Stimme von Menschen gegen deren Willen und ohne deren Wissen benutzt wird, um neue Werke zu schaffen
13:00oder sonstige zwillig Dinge damit zu tun, das sollte auf jeden Fall untersagt werden.
13:07Rechtlich absolutes Neuland. Deshalb hat die EU im Frühjahr den AI-Act verabschiedet. Weltweit das erste KI-Gesetz dieser Art.
13:17Darin eine Kennzeichnungspflicht.
13:20Achtung, dieser Song wurde mit KI erstellt. Voraussetzung dafür, dass KI-geschädigte Kreative klagen können. Mehr aber auch nicht.
13:30Unterdessen bereitet sich Rainia Kim auf ihre bevorstehende Nordamerika-Tour vor.
13:37Bei der Generalprobe bekommt sie Besuch und Unterstützung von ihrer Freundin Rebecca Leger.
13:49Rebecca Leger gehört zu den OrganisatorInnen des AI Song Contest. Ein Wettbewerb, der zum Experimentieren mit künstlicher Intelligenz einlädt.
13:58Auch Rainia Kim hat beim Wettbewerb mitgemacht.
14:23Rainia Kim hat beim Wettbewerb mitgemacht.
14:29Gar nicht so viel Artist oder wenn, dann wirklich so Artist-Programm, also so IT-SpezialistInnen, Teams.
14:37Weil es einfach sehr, sehr speziell war. Es war super schwierig, überhaupt solche Modelle zu trainieren, zu verstehen, wie das
14:44alles funktioniert.
14:46Diese Zeit ist vorbei. Bei neuen Programmen wie Zuno und Udio genügen ein paar Angaben, sogenannte Prompts.
14:55Zu Genre, Tempo und Stimmung und schon spuckt das Programm einen ganzen Song aus, der schon fast radiotauglich ist.
15:08Man kann auf einen Knopf drücken und sich einen Song in der Stilistik anhören, die einem gefällt.
15:15Und das ist erstmal frappierend und auch qualitativ sehr, sehr erstaunlich.
15:23Moritz Eggert ist Komponist und Musikprofessor und gleichzeitig Vorsitzender des Deutschen KomponistInnenverbands.
15:31Verständlich, dass ihm die neuen Kompositionssoftwares Sorgen bereiten.
15:35Ich denke, viele werden potenziell den Job verlieren. Das ist tatsächlich so.
15:40Also das wird eine ähnliche Revolution sein wie bei der Einführung des Tonfilms.
15:52Nehmen wir an, ich beauftrage jetzt eine WerbekomponistIn, die auch sehr gut ist.
15:55Und die hat tolle Einfälle und die ist richtig handwerklich gut, die macht tolle Sessions.
16:00Aber die braucht einfach ein paar Wochen.
16:02Also für das neue Video für irgendeine Autofirma, die muss erstmal ein bisschen nachdenken und dann sich inspirieren lassen und
16:08so.
16:09Udio macht das in zehn Minuten.
16:11Und da liegen schon zehn verschiedene Versionen dieser Musik vor.
16:15Also für wen wird sich dann die Firma entscheiden?
16:17Wenn jemand mit einem Textprompt in drei Minuten einen Song machen kann, der im schlimmsten Fall noch besser klingt als
16:25den, den ich in einer Woche produziert habe, warum soll ich dann jemals wieder überhaupt einen Song machen?
16:31Weil es macht dann keinen Sinn mehr irgendwie. Und da verstehe ich, dass man Angst hat.
16:37Anfang August war es dann soweit. Der erste vollständig von der KI komponierte Song enterte die deutschen Charts.
16:46Verknallt in einen Tallerhund heißt das Werk.
16:55Gepromptet hat ihn der Kölner Musikproduzent Joshua Wakubinger, alias Butterbro.
17:04Ja, der Song ist einfach zwischen Beyoncé und Taylor Swift. Das ist einfach krass.
17:17Dass der Song in den Charts landet, damit habe ich wirklich nicht gerechnet. Das überrascht mich eigentlich jetzt fast jeden
17:24Tag aufs Neue noch.
17:26Hey Butterbro, wie hast du eigentlich einen KI-Song in die Charts gebracht?
17:30Zeige ich dir. Scheiß auf dieses alte Instrument. Eröffnen einen Chart-Hit über Tallerhunds. Und da ist das Ding auch
17:41schon in den Charts. So einfach geht's.
17:45Tallerhund. Das zurzeit heiß diskutierte Jugendwort für einen halbstarken, häufig mit migrantischem Hintergrund.
17:52Den Text hat Butterbro selbst geschrieben. Ohne KI. Und gab ihn auf der Plattform Udeo ein.
17:58Da kann man ja auch wirklich viel experimentieren. Da kann man zum Beispiel eingeben, 60er Schlager, weibliche Stimme, melodisch oder
18:06auch romantisch.
18:08Und je nachdem, was man da eingibt, ja, desto unterschiedlichere Dinge kommen da auch raus.
18:13Letzte Woche Kirmes war anders wild. Ich hab mit den Chayas am Autoscooter gechillt. Da hab ich einen Tallerhund aus
18:23der Ferne erkannt.
18:24Mit Seiten auf Null und Babe in der Hand. Er hat ne dicke Schale und wirkt richtig hart. Aber er
18:33fragt jeden Kerl, ob er Probleme hat.
18:37Butterbro lud den Song auf TikTok hoch. Tausende User waren begeistert und drehten eigene Videos dazu.
18:43Mit Louis, Gürtel, Gucci, Cap und Air Max Schuhen. Er macht Schattenboxen und isst der coolste von seinen Bros.
18:59Und das Messer in der Tasche isst bestimmt nicht nur fürs Butterbrot.
19:06Vier Millionen Klicks auf Spotify. Platz 48 der Singlecharts. Ein Riesenerfolg.
19:14Nur, einige Journalisten monierten, dass man den Text als rassistisch empfinden könnte.
19:22Also die Kontroverse rund um KI war am Anfang viel gewichtiger, als es die Debatte rund um den Begriff Tallerhon
19:31war.
19:31Was einfach daran lag, dass die Leute auf TikTok eigentlich den Begriff Tallerhon recht gut einsortieren wussten.
19:38Und sich erstmal damit beschäftigt haben, was macht das jetzt mit uns, dass so ein Song, der eigentlich nicht komplett
19:47menschlich produziert wurde, so schnell so einen Hype erfährt.
19:51Noch hat Waag Hubinger keinen Euro bekommen. Aber die Urheberrechte liegen bei ihm.
19:57Er hat den Song bei der GEMA gemeldet und Spotify wird ihm bald die erste Summe überweisen.
20:03Obwohl die Musik nicht von ihm stammt.
20:09Wenn die Frage jetzt eine ist, wem gehören ursprünglich die Songs, die vielleicht auch genutzt wurden, um die KI zu
20:17trainieren, um dadurch sozusagen auch das Ganze erst möglich zu machen,
20:21dann bewegen wir uns in einem sehr diffusen Diskurs, der auch noch nicht abgeschlossen ist.
20:29Eine berechtigte Frage. Wie konnten Programme wie Zuno und Udeo das Komponieren so gut lernen?
20:37Der Verdacht liegt nahe, indem sie mit vorhandenen Musikstücken gefüttert wurden, ohne zu bezahlen.
20:44Aber lässt sich das beweisen? Am Rande Berlins hat Bruno Kramm sein Studio.
20:49Der Musiker und KI-Experte hat die Fährte aufgenommen. Er vermutet, dass die KI-Programme quasi die gesamte Musikgeschichte als
20:58Trainingsdaten verwendet haben.
21:02Das sind alles nur Vermutungen. Aber wenn wir bei diesen Vermutungen bleiben, gibt es natürlich Prompting-Tricks,
21:08wie ich an die Originale, die irgendwann in den Datasets drin waren zum Trainieren, näher rankomme.
21:22Bruno Kramm wollte beweisen, dass Songs von Deepish Mode zum Trainieren verwendet wurden.
21:27Dazu sammelt er verschiedene Adjektive, mit denen deren Musik im Internet gelabelt wurde.
21:33Zum Beispiel Synth-Pop, Dark Wave, Male Voice, Longing und so weiter.
21:40Diese Worte gab er dann als Prompt bei Zuno und Udeo ein.
21:44Klingt das Ergebnis nach Deepish Mode?
21:47Und hier merkt man zumindest die Stimme.
21:57So ist schon Dave Gahan. Es gab da noch mehr Experimente, zum Beispiel die Beatles.
22:18Typisches ABBA-Keyboard-Solo.
22:29Es ist immer noch faszinierend zu sehen und sich dann auch bewusst zu machen, ja, woher kommt denn diese Qualität
22:36der Stimme?
22:37Sie kann ja nur aus der Originalstimme kommen.
22:45Bruno Kramm hat auch eine eigene Band. Das Ich.
22:49Auch Spurenelemente seiner Songs glaubt er auf den Plattformen entdeckt zu haben.
22:54Damit gehört auch er zu den vielen Musikschaffenden, die von Zuno und Udeo wahrscheinlich beklaut wurden.
23:02Es ist ja eh irgendwie so der Elefant im Raum. Jeder weiß, dass diese Dinger genutzt wurden.
23:08Aber Udeo und Zuno können es nicht zugeben, weil ihnen natürlich klar ist, dass sie sich nicht für immer auf
23:13der Fair Use Regel ausruhen können,
23:16sondern dass sie ein Lizenzabkommen schließen müssen mit der Musikindustrie.
23:20Und dass das natürlich dann sehr, sehr große Zahlungen mit sich zieht, ist klar.
23:25Deshalb zieht die Musikindustrie jetzt vor Gericht.
23:27Der US-Verband Recording Industry Association und die Major-Label Universal, Warner und Sony verklagen die KI-Programme.
23:36Der Vorwurf? Verletzung des Urheberrechts.
23:43Wir wollen mit Zuno und Udeo über ihren mutmaßlichen Musikdiebstahl sprechen.
23:48Die Antwort? Leider keine Zeit für uns.
23:50Wenn das tatsächlich so ist, dass Udeo und Zuno beispielsweise hingegangen sind und sich einfach wirklich diese ganzen Datensätze genommen
23:57haben, um die KI zu trainieren,
23:59ohne davor zu fragen, dann ist das sicherlich fraglich.
24:02Man darf nicht vergessen, der einzige Grund, warum es diese KI gibt, ist, dass Generationen von Musikerinnen und Musikern Werke
24:11geschrieben haben,
24:11Songs geschrieben haben, Filmmusik geschrieben haben, die dann in diese KI gefüttert wurde und die jetzt in alle Ewigkeit im
24:18Prinzip Reproduktion dieser Musik ausspuckt.
24:20Und das ist unser Ansatzpunkt. Hier sind wir der Meinung, da ist nicht nur ein Fairness-Problem, sondern auch ein
24:26rechtliches Problem.
24:28Diese Werke hätten niemals benutzt werden dürfen, um die KI zu trainieren.
24:32Und wenn jetzt damit Musik generiert wird, die menschliche Musik verdrängt, dann stehen die Einnahmen, die aus dieser KI-Musik
24:41generiert werden,
24:42den Urheberinnen und Urhebern zu, die das überhaupt erst möglich gemacht haben.
24:55Feierabend für Thomas Foster in Salzburg.
24:59Herr Schatz!
25:03Wie war dein Tag?
25:05Nach einem langen Arbeitstag im Studio geht Foster erstmal ins Studio.
25:12In seinem Keller arbeitet er an Club-Tracks, die die Tanzflächen auf Ibiza und Marbella füllen.
25:19Dabei scheut er sich nicht, Hilfe von den neuen, einfach zu bedienenden KI-Softwares anzunehmen.
25:26Seinen aktuellen Track hat er im Dialog mit Sunu komponiert.
25:31Da hab ich schon eine Synthesizer-Phrase, so fünf Töne,
25:35die sich so lupen, die hab ich hochgeladen.
25:38Und dann wollte ich einen Text prompt geben, also reinschreiben in das Beschreibungsfeld, was sie tun soll.
25:46Modern Dance Track wollte ich da reinschreiben.
25:50Tatsächlich habe ich das falsche Feld erwischt, das war das Feld für die Lyrics.
25:53Und das ist das Resultat, was dann von Sunu zurückkam.
26:09Und wie ich dann so am Abend noch irgendwie oben im Wohnzimmer bin, geht mir diese Melodie nicht mehr aus
26:14dem Kopf, die Sunu für mich, die KI, komponiert hat.
26:18Und ich geh wieder runter und hör mir das nochmal an und sag, das ist ein großer Hit.
26:26Noch ein paar Arbeitsschritte und Foster hatte einen neuen Hit zusammen.
26:45Noch unveröffentlicht soll A Modern Way in Zukunft die Tanzflächen von Ibiza zum Glühen bringen.
26:52Gesungen von einer KI.
26:53Getextet und komponiert im Dialog mit KI.
26:57Veröffentlicht von Thomas Foster.
26:59Wer ist dann nun der Autor und Urheber des Werks?
27:04Also drei verschiedene KI-Tools, die mich unterstützt haben.
27:08Und trotzdem würde ich heute mit gutem Gewissen sagen, das ist mein Track, den habe ich gemacht.
27:12Ich war kreativ.
27:14KI hat was dazu beigetragen.
27:19Ein tolles Tool zum Brainstorming.
27:21Aber zu viel sollte man der KI nicht überlassen, sagt Bruno Kramp.
27:26Denn sonst drohe die große Gleichförmigkeit.
27:30Während sich die Streaming-Dienste immer mehr mit KI-Musik füllen, nimmt er eine ästhetische Nivellierung wahr.
27:37Kreativ sein sieht für ihn völlig anders aus.
27:49Denn wenn ich KI dann auch immer wieder mit ihrem eigenen Output trainiere, dann wird das Ganze mehr und mehr
27:55stromlinienförmig.
27:56Und die jungen Menschen, die damit groß werden, haben dann auch nicht mehr diese Vielfalt von Hörschemen und Dingen, die
28:02sie wahrnehmen und sind damit dann irgendwann einfach zufrieden.
28:05Das ist das Tragische.
28:06Das heißt, wenn die KI dann nur noch von der KI lernt, dann reproduziert sie halt immer besser das, was
28:10es schon gibt.
28:12Aber Kultur ist nicht das, was es schon gibt, sondern Kultur ist immer das, was auch in die Zukunft schaut.
28:18Also Kultur in allen Genres reagiert immer auf das, was passiert, also auf die Krisen, die wir haben.
28:29Innovation, Improvisation, neue, schräge Ideen, Bezug nehmen auf die Brüche unserer Zeit.
28:37All das kann die KI nicht, sagt Komponist Moritz Eggert.
28:40Dafür braucht es echte Menschen.
28:51Aber einmal abgesehen von der Avantgarde.
28:54Wie steht es mit ganz normalen Musikfans?
28:57Würden sie sich auf Musik einlassen wollen, die von einer KI geschaffen wurde?
29:02Auch wenn sie nur perfekt wiedergibt, was es schon einmal gab?
29:07Ich würde es eventuell ja gar nicht merken.
29:10Dann wäre es mir eigentlich egal.
29:12Aber ich glaube theoretisch auch, dass es schön wäre, jemanden echten dahinter zu haben, der da irgendwas verarbeitet oder so.
29:18Wenn ich was mag, mag ich es. Und wenn das von einer KI gemacht wurde, wäre das okay für mich.
29:27Musik kommt da nur richtig rüber, wenn halt irgendwie ein Gefühl oder eine Person oder eine Geschichte dahinter steckt.
29:35Und für mich kann das nur ein echter Mensch und keine KI machen.
29:41Anders als in Deutschland sieht es im asiatischen Raum aus.
29:46In Südkorea werden sogar Stars angehimmelt, die komplett KI generiert sind.
29:54So wie die elfköpfige Girl Group Eternity.
29:58Die Grafik ist so perfekt, dass man denken könnte, man sehe echte Menschen vor sich.
30:11Perfektes Aussehen und Stimmen, die mühelos zwischen verschiedenen Sprachen springen.
30:16Dahinter steckt das südkoreanische KI-Unternehmen Pulse9.
30:20Es verwandelt echte Tänzerinnen mit Deepfake-Technologie in makellose Popstars.
30:26In Deutschland unmöglich. Oder?
30:30Falsch gedacht.
30:32Inzwischen gibt es auch hierzulande virtuelle Popstars.
30:36Die erfolgreichste ist Nunuri.
30:38Model und Sängerin und hat im Sommer ihre neue Single mit Co-Star Enisa rausgebracht.
30:55Wir besuchen Nunuris Schöpfer Jörg Zubau in München.
30:59Hier wird die virtuelle Figur in aufwändiger Arbeit zum Leben erweckt.
31:05Dafür schlüpft Zubau in einen Motion-Capture-Anzug.
31:09Mit ihm werden die Dance-Moves aufgenommen, die Nunuri später im Musikvideo und auf Social Media zum Besten gibt.
31:20Das finden Menschen unglaublich interessant und toll, wie jetzt ein Mensch und gerade ein Mann, der 1,97 ist, eine
31:281,50 große virtuelle weibliche Person spielt.
31:44Doch bevor die Aufnahme losgeht, muss der Anzug kalibriert werden.
31:50Gerade wenn du so ein paar Extremposen machst, das Bein mal hoch oder sowas, solche Sachen, die sieht man immer.
31:55Ja, das ist gut.
32:00Neben ihrer Musikkarriere ist Nunuri als Model und Influencerin unterwegs.
32:05Heute nimmt Jörg Zubau ein Digital Diary für Social Media auf.
32:16Hey Leute, ich bin Nunuri. Ich bin sehr, sehr glücklich, dass Sie heute sehen.
32:22Während die Figur hier in München animiert wird, wird die Stimme von einem Team in Argentinien bearbeitet.
32:28Mit KI wird aus Jörg Zubau's Bariton eine verführerische Frauenstimme.
32:33Ich bin sehr, sehr glücklich, dass ihr es gesehen habt.
32:34Ich hoffe, dass ihr es gesehen habt.
32:36Und diese Faszination hat mich nie verlassen.
32:39Und es hat mir in der Zeit geholfen, meine eigene Musik zu schaffen.
32:44Schon jetzt hat Nunuri auf Instagram fast eine halbe Million Follower.
32:49Auch auf Spotify hat sie ordentlich Klicks.
32:53Es ist schön, auf Spotify oder auf allen Plattformen super viele Klicks zu haben und auf YouTube zu sein.
32:58Aber letztendlich, wenn ich mit Jungen rede, ist es schon auch noch viel cooler, live auf der Bühne zu stehen
33:05und es jubeln dir Menschen zu.
33:07Da geht es um ganz viel Emotion, die ein Geben und ein Nehmen bedeutet.
33:11Und das kannst du im Schirm never. Das hast du nie.
33:18Nunuri kann vieles. Perfekt singen, makellos aussehen.
33:23Sie wird nie altern, Hotelzimmer verwüsten oder im Drogensumpf versinken.
33:29Nur live auftreten, das kann sie nicht.
33:34Oder vielleicht doch?
33:38Das wäre natürlich mega für Nunuri, dass sie mal irgendwo ein Konzert gibt, einen Live-Auftritt hat, bei einem Event
33:44einen Song performt.
33:47Ich habe erst kürzlich ABBA gesehen in London und das war so mit eines der besten Konzerte, die ich jemals
33:55in meinem Leben gesehen habe.
34:00In London stehen die sogenannten Avatare auf der Bühne.
34:04Computergenerierte Hologramme der schwedischen Popgötter.
34:19Man hat wirklich gemeint, die vier stehen live auf der Bühne und auch die Emotionen im Publikum war unglaublich stark
34:27und lustig und eine wirkliche Stimmung kam auf, als wären da tatsächlich Menschen auf der Bühne stehen.
34:40Bei den Abataren mag das für manche funktionieren.
34:44Vielleicht aber auch deshalb, weil wir die echten Menschen von ABBA schon seit unserer Jugend kennen.
34:53Wir dürfen nicht vergessen, dass ein Teil von dem Charme von so Bands wie Nirvana oder den Beatles ja auch
35:00die Personen sind, die diese Musik gemacht haben.
35:04Also die Dynamik innerhalb der Band, die Streitereien, die die hatten, die Probleme, die die hatten, all das hören wir
35:12da irgendwie mit.
35:16Zurück in Salzburg. Die Fosters haben Monika Ballwein zum Abendessen eingeladen.
35:22Außerdem zu Gast ein befreundetes Ehepaar.
35:25Wie so oft hat er seine Gitarre dabei für eine entspannte abendliche Jam Session.
35:30Bei einem Gläschen Weißwein stimmt Monika Ballwein die Princess of Pop an.
35:38bei einem Gläschen Weißwein!
35:45war bei einem Gläschen Weißwein?
35:46vor 5 Jahren rechts im Gläschen Weißwein!
36:06I think that we all feel, when we sit here on the table and make music together, that makes people
36:13feel like they communicate through music and have a good time, because it makes fun, because it makes emotions,
36:20and I think that makes a key not. A key copiered very well, how we exchange emotions.
36:30But a key will never jam and enjoy it, like we do.
36:36The personal level, she is elementary.
36:39She is elementary.
36:42So, as it will always be printed out of paper, without filming, without internet, so will it always be handmade
36:48music.
36:50In the future, she will probably call it Biomusik.
36:57To hide, can't come down. It's in the air and it's all around. Can they feel me now?
37:13Don't you know that it talks to you?
37:22Don't you know that it talks to you?
37:27Don't you know that you can use to do mu History in theomer of the English level.
37:27Why do you think?
37:27Don't you begin with himself.
37:27Don't you know it?
37:27And I do for Mother, and everybody knows the main Gravity
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