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00:12Welcome to the World-Frauentag!
00:28Herzlich willkommen zum Reschke-Fernsehen!
00:31Übermorgen ist Weltfrauentag. Da gibt's Blumen, Feiertagsreden und endlich mal wieder einen Anlass, die Erfolge des Feminismus zu feiern.
00:38Ich mein, wir sind wirklich weit gekommen. Frauen dürfen wählen, Auto fahren, Kanzlerin werden, sogar Führerin.
00:44So wahr mir Gott helfe.
00:46Ja, wir haben's geschafft. Rechte Parteien in Europa werden jetzt auch von Frauen angeführt.
00:50Meloni, Le Pen, Weidel. Wir können sogar böse. Also, was soll das ewige Genöle zum Thema Gleichberechtigung?
00:57Was wollen diese Feministinnen denn noch?
00:59Wir tun damit auch den Frauen keinen Gefallen.
01:01Eben! Diese ewige Rücksichtnahme, Quoten, Gendersprache.
01:04Macht doch Karriere. Werdet doch VW-Vorstand. Geht doch Vollzeit arbeiten trotz Kinder.
01:09Verbetet doch keiner. Ich sag's euch, wie's ist. Der Feminismus kann getrost in den Ruhestand. Arbeit erledigt.
01:17Wie war ich?
01:18Super, genau so will ich dich haben. Genau so. Machen wir nochmal von Position 11.
01:23Bist du sicher, dass es in die richtige Richtung geht?
01:26Ich meine, der Frauenanteil im Bundestag ist gerade wieder nach der Wahl gesunken.
01:31Also, ich weiß nicht. Doch, doch, doch, doch. Ist genau richtig. Und jetzt setz mal dein schönstes Lächeln auf. Ready?
01:38Und bitte.
01:39Ich sag's euch, wie es ist. Und lächeln.
01:42Der Feminismus kann getrost in den Ruhestand. Arbeit erledigt.
01:45Straftaten gegen Frauen nehmen zu. Die Statistik verzeichnet in allen Bereichen einen Anstieg weiblicher Opfer.
01:52Tja, das ist das Ergebnis des Lagebilds des Bundeskriminalamts vom November 2024.
01:57Ein bunter Strauß an frauenfeindlichen Taten. Also, da haben wir Nötigung, Beleidigung, physische Gewalt, psychische Gewalt, Vergewaltigung, Tötung.
02:07Um es kurz zu machen. Eine Frau zu sein, ist ziemlich gefährlich. Da kann man sich nachts ja kaum noch
02:12auf die Straße trauen.
02:13Wenn sich Frauen heute nicht mehr auf die Straße trauen, nachts nicht mehr alleine durch die Innenstadt gehen wollen, dann
02:18ist das ein Problem.
02:19Keine Frage. Also, Ladies, dann wohl besser zu Hause bleiben. In Sicherheit.
02:23Alle drei Minuten erlebt eine Frau oder ein Mädchen in Deutschland häusliche Gewalt.
02:28Allein im Verlauf dieser Sendung werden etwa zehn Frauen in Deutschland Opfer von Gewalt im eigenen Zuhause.
02:34Rein statistisch betrachtet sind Frauen nachts auf der Straße, in der Innenstadt und wahrscheinlich sogar beim Rammstein-Konzert wesentlich sicherer
02:41als in den eigenen vier Wänden.
02:42Es gibt halt noch viel zu viele Männer, denen einfach mal so die Hand ausrutscht.
02:46Apropos Handzeichen. Sollten Sie dieses Handzeichen sehen, dann versucht Ihnen eine Frau gerade unauffällig zu sagen, dass sie Opfer von
02:53Gewalt ist und Hilfe braucht.
02:55Ah, sorry, Anke. Boah, was ist denn das für ein Thema? Wie wäre es mit einer Triggerwarnung?
02:59Ja, gute Idee.
03:01Achtung, diese Sendung wird extrem unlustig.
03:04Wie bitte?
03:05Ach komm schon, wir brauchen hier ein bisschen Stimmung. Und bitte.
03:11Du willst Stimmung? Kannste haben.
03:14Wir gucken mal in die Wohnungen von ganz normalen Leuten an einem ganz normalen Tag.
03:19Ein Mann und seine Partnerin geraten in Streit.
03:22Er schlägt sie ins Gesicht, gegen den Hals und in den Bereich des Bauches.
03:27Eine Frau wird mit ihren drei Kindern in einem Frauenhaus aufgenommen.
03:31Ihr Ehemann war sexuell übergriffig und hatte sie nach der Trennung bedroht.
03:36Eine 52-Jährige wendet sich an ein Frauenzentrum.
03:39Sie hat sich von ihrem gewalttätigen Partner getrennt.
03:43Eine Frau mit drei Kindern wird von ihrem Lebensgefährten körperlich verletzt.
03:48Drei Patientinnen kommen in die Notaufnahme, nachdem sie Opfer von häuslicher Gewalt geworden sind.
03:53Die Frauen sind zwischen 18 und 75 Jahre alt.
03:57Ihre Verletzungen sind durch Schläge, Tritte, Stöße und andere Gewaltformen verursacht worden.
04:03Das alles sind reale Geschehnisse. An einem einzigen Tag, einem Mittwoch im November 2024.
04:09Berichtet von Frauenhäusern und Beratungsstellen in zwei deutschen Städten, Erfurt und Ludwigshafen.
04:15Dokumentiert von der Taz.
04:16All diese Geschehnisse finden sich in keiner Statistik wieder.
04:21Das ist das berühmte Dunkelfeld.
04:24Experten gehen nämlich davon aus, dass überhaupt nur 10 Prozent der Fälle von häuslicher Gewalt bekannt sind.
04:30Die Fälle halt, die sich nicht mehr überschminken lassen.
04:33Ah ja, top. Mega witzig.
04:35Sag mal, Anja, willst du jetzt die ganze Zeit so weitermachen?
04:38Nadja, die macht doch sonst immer Regie. Die ist krank.
04:41Ist halt ein ernstes Thema.
04:43Weißt du, was auch ein ernstes Thema ist? Die Quoten.
04:45Ja, ich hätte auch gern bessere Nachrichten.
04:48Nee, wir brauchen jetzt mal einen lustigen Einspieler hier.
04:51Ein bisschen Comedy.
04:52Schon mal aufgefallenes Wort eng ist nur im Kontext Frau ein positives Wort.
04:58Hey Felix, ich bin auch in Berlin dabei und für dich würde ich sogar Koks von deinem Schwanz ziehen.
05:04Als wenn es eine feministische Leistung wäre, sich Silikon in die Muschi zu stecken.
05:07Guck Anja, das sind Punchlines.
05:10Sexistischer Humor kann dazu führen, dass manche Männer Gewalt gegen Frauen vermehrt akzeptieren
05:14und sogar selbst stärker zu sexualisierter Gewalt gegen Frauen neigen.
05:21Was sind denn das eigentlich für Blumen?
05:23Schön, dass du fragst.
05:24Das ist der Prima Flora Blumenstrauß Liebesbote mit Vase und Ferrero Giotto Dreyer mit 15% Frauentagrabatt.
05:31Cool.
05:32Also, halten wir mal fest.
05:34Trotz Frauentagsrabatt, geschlechtssensibler Sprache und feministischer Außenpolitik
05:38sind Frauen heute immer noch so eine Art Hochrisikogruppe.
05:43155 Frauen sind im Jahr 2023 durch ihren Partner oder Ex-Partner getötet worden.
05:48Fast jeden zweiten Tag eine.
05:51Wenn Liebespaar und Lebensgefahr so eng beieinander liegen, dann kann doch grundsätzlich was nicht stimmen, oder?
05:56Gut, das sind die Zahlen von 2023, aber Sie brauchen nicht glauben, dass es 2025 viel besser geworden wäre.
06:02Hamburg, Emden, Gentin, Wendeburg, Eisenach, nur um mal so ein paar Tatorte der vergangenen Wochen zu nennen.
06:10Man fragt sich, wie lange will man das diesem Land eigentlich noch zumuten?
06:13Das Gefühl, sicher in unserem Land aufgehoben zu sein, ist vielfach verloren gegangen.
06:17Wir tun alles, um die Menschen in unserem Land dagegen besser zu schützen.
06:22Wir sind zum Schutz da.
06:23Wie wird Deutschland wieder sicher?
06:24Ich bin nicht bereit, diese Zustände in Deutschland länger zu akzeptieren.
06:30Und ich auch nicht.
06:32Leider ging es aber gar nicht um Gewalt gegen Frauen.
06:35Die Aussagen hatten einen anderen Hintergrund, einen Migrationshintergrund.
06:38Wir beschäftigen uns nämlich sehr viel weniger mit dem Schutz von Frauen,
06:42sondern sehr viel lieber mit dem Schutz vor Migranten.
06:46Ermordete Frauen sind eher sowas wie Verkehrstote.
06:49Tragisch, aber passiert halt.
06:52Und bevor Sie jetzt sagen, ja, dass die Zahlen so hoch sind, das ist ja alles nur...
06:56Gegen Merkel!
06:57Dann muss ich Ihnen erstens sagen, schreien Sie bitte nicht so.
07:00Und zweitens, die Flüchtlingspolitik der Regierung Merkel hat damit augenscheinlich eher wenig zu tun.
07:06Das hier sind die Zahlen der Frauen, die in den vergangenen Jahren von ihrem Partner oder Ex-Partner getötet wurden.
07:132011, also lange vor der sogenannten Flüchtlingskrise, waren es 156 getötete Frauen.
07:202017, zwei Jahre nach Merkels, wir schaffen das, sogar weniger, 147 Frauen.
07:26Sie sehen, mal steigt es, mal fällt es ein bisschen, aber insgesamt bleiben die Zahlen ungefähr auf einem gleichen Niveau.
07:32Fast jeden Tag versucht ein Mann seine Frau oder Ex-Frau umzubringen.
07:38Nahezu jeden zweiten Tag gelingt es ihm.
07:41Alle drei Minuten wird eine Frau zu Hause gedemütigt, geschlagen, getreten.
07:46Jeden Tag werden 140 Frauen und Mädchen in Deutschland Opfer einer Sexualstraftat.
07:53Und damit leben Frauen seit Jahrzehnten, seit Jahrhunderten.
07:57Hat das mal irgendein Aufschrei ausgelöst? War das mal Wahlkampfthema? Gab es ein Sondergipfel?
08:01Aufgeregte Debatten? Nein! Außer natürlich am Weltfrauentag oder an Silvester.
08:07Hunderte Frauen haben Anzeige erstattet wegen sexueller Delikte in der Silvesternacht in Köln.
08:12Die Silvesternacht von Köln 2015, 2016.
08:16Hunderte Anzeigen wegen sexueller Übergriffe durch Männer mit Migrationsgeschichte gingen bei den Behörden ein.
08:22Leider fiel dann auf, dass unser Strafgesetzbuch zu diesem Zeitpunkt gar nicht den richtigen Paragrafen bot, um die Täter belangen
08:29zu können.
08:30Denn die hatten in der Mehrheit nicht vergewaltigt, sondern gegrapscht.
08:34Und das war zu diesem Zeitpunkt nicht strafbar.
08:36Also musste man ganz schnell das Gesetz ändern.
08:39Zukünftig wird eine sexuelle Nötigung und eine Vergewaltigung auch dann vorliegen,
08:44wenn eine Frau sich nicht wehren konnte, weil ein Überraschungsmoment ausgenutzt wurde.
08:49Exakt die Situation von Köln.
08:51Jahrelang hatten Frauenrechtlerinnen vergeblich für eine Reform des Sexualstrafrechts gekämpft.
08:56Das ist auch als Übergriff gilt, wenn sich eine Frau nicht körperlich wehrt.
09:00Ohne Erfolg. Bis zur Silvesternacht.
09:02Dann ging plötzlich alles ganz schnell.
09:04Ohne die Übergriffe von Männern mit Migrationsgeschichte hätte es die Gesetzesänderung in dieser Form wahrscheinlich nicht gegeben.
09:10Danke, Merkel!
09:12Wenn also nicht gerade fremde Männer beteiligt sind, dann gehört Gewalt gegen Frauen eher zum Normalbetrieb.
09:19Auch in den Medien hört man selten davon.
09:27Eigentlich sollte an dieser Stelle der Wetterbericht kommen.
09:31Es bleibt bedeckt.
09:32Gut, wir sind ja auch nicht in Spanien, wo jeder Femizid in den Hauptnachrichten genannt wird.
09:36Bei uns sind das Schlagzeilen eher für die Regionalzeitung, also für die kleineren Zeitungen.
09:45Beziehungstat in Gladbeck, Frau nach Streit schwer verletzt.
09:50Ehestreit in Wiedenbrück endet tödlich.
09:54Versuchter Totschlag in Betzdorf, 28-Jähriger nach Beziehungsdrama festgenommen.
09:59Alles tragische Einzelfälle. Ehestreit, Beziehungstat, Familiendrama.
10:05Eine große Zahl von Studien zeigt, dass Medien bei der Berichterstattung über Gewalt gegen Frauen auf isolierte Ereignisse fokussieren,
10:12anstatt ein strukturell gesellschaftlich verankertes Problem zu betonen.
10:16Okay, reicht, danke. Spätestens jetzt schalten die Leute zu irgendeinem Tatort. Das will doch keiner machen.
10:35Also das Opfer ist weiblich, etwa 35 Jahre alt, hat mehrere tiefe Stichverletzungen.
10:40Die Tatsache war so zwischen 13 und 14 Uhr, ich vermute mal, Suizid.
10:44Bei den Stichwunden im Rücken? Komm mir komisch vor.
10:48Moment mal, die trägt da überhaupt keinen Schmuck, also keine Ohrringe, keine Ringe, keine Halskette.
10:54Das ist aber ungewöhnlich für eine Frau. Ja, da war es wahrscheinlich ein Raubüberfall.
10:57Also, ich weiß nicht. Was ist denn mit dem Ehemann?
11:00Das ist ja ein bisschen sehr weit hergeholt, ne?
11:05Ah, vielleicht werde ich auch einfach in eine Sekte, ja? Ich meine, dann wäre es so eine Art Ritualmaufe.
11:10Ähm, ich glaube, ich habe die Tatwaffe gefunden.
11:13Aha. Ja, Anja, dann lass uns doch nochmal den Gärtner befragen. Ich meine, der ist eben ein Syrer, ne?
11:20Ich habe meine Frau umgebracht.
11:22Da, abgestanden, festnehmen.
11:24Äh, warte mal ganz langsam. Was war Ihr Tatmotiv? Eifersucht?
11:27Ja.
11:28Verstehe. Also, im Affekt, minder schwerer Fall. Wahrscheinlich, äh, fahrlässige Tötung, aber kein Mord.
11:36Case closed? Nee. Zum Glück haben wir ja eine Justiz, die nicht wegschaut oder verharmlost.
11:42Es sei denn, es geht um Gewalt gegen Frauen. Wenn ein Mann seine Partnerin oder Ex-Partnerin tötet,
11:49dann urteilen Gerichte nämlich häufig Totschlag. Und nicht Mord. Und das macht einen ziemlichen Unterschied.
11:55Auf Totschlag stehen nämlich fünf bis 15 Jahre Gefängnis. Und beim Mord ist das Urteil zwingend lebenslang.
12:01Ehefrau mit 36 Messerstichen getötet. Haftstrafe reduziert.
12:06Der Bundesgerichtshof, also unser oberstes Gericht in Strafsachen, hat gerade erst, wieder mal muss man leider sagen,
12:13ein lebenslanges Urteil aufgehoben. Der Mann aus Bielefeld, der seine Frau mit 36 Messerstichen getötet hatte,
12:19muss jetzt nur zehn Jahre in Haft. Und warum?
12:22Der Angeklagte soll nach einem neuen psychologischen Gutachten im Affekt gehandelt haben,
12:27weil sich seine Frau von ihm trennen wollte und bereits einen neuen Freund hatte.
12:31Besondere Heimzücke oder niedere Beweggründe für den tödlichen Angriff sah das Gericht nicht.
12:36Ach so, die wollte sich trennen und hatte schon neun. Na, also da hat sie ja mindestens Teilschuld.
12:41Leider ist das nicht nur die Sichtweise eines einzelnen Gerichts, sondern hat Methode.
12:46Christina Klemm verteidigt seit Jahren Frauen, die Opfer von häuslicher Gewalt wurden.
12:50Sowohl beim Totschlag als auch beim Mord geht es ja darum, dass jemand bewusst und gewollt eine andere Person tötet.
12:56Die Frage ist, sieht man dieses Motiv, das dazu führte, als besonders verwerflich an?
13:02Und da ist erstaunlicherweise plötzlich die Rechtsprechung bei Männern, die Frauen töten,
13:07sehr, sehr nachfühlend, wie warum Täter handeln.
13:15Aha, Richter fühlen sich also in solchen Fällen häufig ein bisschen zu sehr in die Täter ein.
13:20Trauer, Wut, Alphersucht, Verzweiflung, man muss doch... Verständnis haben?
13:26Cut! Anja, Gerichtssendung guckt heute echt keiner mehr.
13:29Aber das Thema ist komplex und der Teil gehört echt dazu.
13:32Ach, come on, kill your darlings, Anja.
13:35Aber, äh...
13:35Ich weiß echt nicht, ob Frauen witzige Sendungen moderieren können.
13:38Äh, entschuldige, dein Mikro ist noch offen.
13:40Ich weiß.
13:40Was willst du eigentlich?
13:42Denn so weiter geht nicht im Absprung genannt werden.
13:44Okay, kein Problem, ich glaub, das lässt sich einrichten.
13:46Ich mach mal weiter.
13:48In einem Beschluss des Bundesgerichtshofs von 2024 heißt es...
13:52Gerade der Umstand, dass eine Trennung vom Tatopfer ausgegangen ist,
13:56darf als gegen die Niedrigkeit des Beweggrundes sprechender Umstand beurteilt werden.
14:00Darf als gegen die Niedrigkeit des Beweggrundes sprechender Umstand?
14:05Also ich möchte jetzt erstmal diesen Satz killen. Kann den mal jemand übersetzen?
14:08Also eigentlich ganz banal, wenn die Frau den Mann verlassen hat und es nicht umgekehrt war und der Mann eben
14:16dadurch verzweifelt ist,
14:19weil er sich eigentlich vorgestellt hat, er würde jetzt bis zu seinem Lebensende mit dieser Frau zusammen sein,
14:26dann unterstellt man ihm, dass das Motiv eben nachvollziehbar ist.
14:32War ja schließlich auch seine Frau.
14:34Man kann das natürlich auch genau andersrum sehen und sagen, immer wenn ein Mann seine Frau tötet,
14:40weil sie ihn verlässt und er deshalb seinen Besitzanspruch nicht mehr geltend machen kann
14:45und das Einzige, was ihm noch hilft, ist sie zu töten, ist das ganz besonders verwerflich.
14:50Das sieht übrigens nicht nur Frau Klemm so, sondern das steht sogar in der Istanbul-Konvention.
14:55Ein völkerrechtlich bindender Vertrag zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen.
15:00Deutschland hat den bereits 2017 unterschrieben.
15:04Und diese Istanbul-Konvention besagt, dass es sich nicht strafmildernd,
15:08sondern strafverschärfend auswirken sollte, wenn ein Mann seine Partnerin oder Ex-Partnerin ermordet.
15:14Hm, weicht bisschen ab von der Rechtsprechung deutscher Gerichte, oder?
15:19Hat die deutsche Justiz da irgendwas zu zu sagen?
15:21Ohne meinen Anwalt sage ich hier gar nichts mehr.
15:24Andere europäische Staaten nehmen die Istanbul-Konvention ein bisschen ernster.
15:28Als ganz besonders verwerflich werden Morde an Frauen z.B. in Italien, Spanien und Belgien von der Justiz behandelt.
15:36Sogenannte Femizide, also Morde an Frauen, weil sie Frauen sind, werden dort streng bestraft.
15:42Also, ich werde den Eindruck nicht los, dass es sich bei der Gewalt gegen Frauen um ein Problem handelt, das
15:47tiefer geht.
15:48Eine Studie der Universität Leipzig hat nachgefragt, wie steht's denn um das Frauenbild der Deutschen im Jahr 2024?
15:55Frauen übertreiben ihre Schilderungen über sexualisierte Gewalt häufig, um Vorteile aus der Situation zu schlagen.
16:01Klar, dieser Aussage stimmten 20% der Deutschen zu. Und sogar jeder vierte Deutsche meint,
16:06Frauen, die mit ihren Forderungen zu weit gehen, müssen sich nicht wundern, wenn sie wieder in ihre Schranken gewiesen werden.
16:12Ah, Frauen in ihre Schranken weisen, das hat ja nun wirklich Tradition.
16:16Schon die erste Frau der Menschheit hatte wirklich eine gehörige Schelle verdient.
16:19Eva naschte vom Baum der Erkenntnis und das hat Gott so sauer gemacht, dass er gleich die komplette Menschheit aus
16:26dem Paradies verbannt hat.
16:29Armer Adam, da gibt man extra ne Rippe her und dann sowas.
16:32Im Mittelalter starben die Menschen wie die Fliegen.
16:35Frauen, die Kranke umsorgten und manchmal sogar heilten, wollten einfach ein bisschen zu sehr Mann.
16:41Ähm, ich meine natürlich Gott spielen. Denn nur der darf ja über Leben und Tod entscheiden.
16:46Noch offensichtlicher geht es ja kaum. Hexerei!
16:50Gut, hier gab es vielleicht etwas mehr Fegefeuer als Rückhandschelle, aber egal. Brennen tut ja bekanntlich beides.
16:58Während der Aufklärung wurde den Männern dazu geraten, ihren Verstand zu nutzen, um Gleichheit für alle Menschen zu schaffen.
17:05Blöd nur, dass Männer unter alle Menschen nur sich selbst verstanden.
17:09Wer wie Olymte Gouche die gleichen Menschenrechte auch für Frauen definierte, den ereilte.
17:14Ja, und danach?
17:17In der Romantik betonten Dichter und Denker nur zu gerne, wie sehr sie das weibliche Geschlecht liebten und achteten.
17:24So dichtete Goethe über eine junge Frau.
17:27Sah ein Knab ein Röslein stehen, Röslein auf der Heiden. War so jung und morgenschön, saß mit vielen Freuden.
17:35Cute, ein Mann der uns Frauen zu schätzen weiß.
17:37Und der wilde Knabe brach's Röslein auf der Heiden.
17:41Röslein wehrte sich und stach, musste es eben leiden.
17:45Oh.
17:46Und Philosophen wie Nietzsche empfahlen gleich ganz direkt, vergiss die Peitsche nicht, wenn du zum Weibe gehst.
17:53Auch die Jahrzehnte danach wurde weiter geslappt, denn an Gründen mangelt es irgendwie nie.
17:58Zu kurzer Rock, zu viele Widerworte, zu viel oder zu wenig Lächeln.
18:03Zumindest heute ist Frauen schlagen aber offiziell uncool.
18:07Naja, es sei denn, man lebt auf Borkum.
18:13Armes Röslein.
18:16Apropos Hochkultur.
18:20Ich stelle mir vor, wie ich diese arrogante Frau über einen Küchentisch werfe.
18:24Ich bin betrunken.
18:25Schon wieder.
18:26Die Arroganz der Münchnerin ist so schwerwiegend, dass ich ihr gerne eine scheuern würde.
18:31Aus einem 2010 erschienenen Buch von Thilo Mischke.
18:35Titel, in 80 Frauen um die Welt.
18:38Thesen, Frauen sind Sexobjekte, denen man gerne mal eine scheuern würde.
18:42Temperamente, melancholisch, cholerisch.
18:45Ausgerechnet jener Thilo Mischke wurde Ende letzten Jahres als neuer Moderator der renommierten ARD-Kultursendung TTT präsentiert.
18:53Mischke, Lobrecht, wir sind eins moderner Sender.
18:58Also, halten wir mal fest.
19:00Die Medien nehmen das Thema irgendwie nicht so richtig ernst.
19:03Die Justiz hat Verständnis für die Täter.
19:06Was ist denn mit unseren Politikern? Können die da nicht mal was anstoßen?
19:09Dresdens Oberbürgermeister soll Ehefrau von Treppe gestoßen haben.
19:13Nee, das meinte ich jetzt nicht. Ich meinte eher so das Thema beenden.
19:16Der Ex-Bürgermeister von Ludwigsfelde muss für den Mord an seiner Frau lebenslang ins Gefängnis.
19:21So meinte ich's auch nicht. Hat denn niemand einen konstruktiven Vorschlag?
19:24Wir fordern die Bestrafung bei Vergewaltigung in der Ehe.
19:28Wir fordern Sie auf, endlich zur Kenntnis zu nehmen, dass auch die Frauen ein Selbstbestimmungsrecht haben über ihren Körper und
19:36ihr Leben.
19:36Wir fordern Sie alle auf, den alltäglichen Sexismus hier im Parlament einzustellen.
19:44Würde Sie, Kollege Kleiner, fragen, ob Sie dafür sind, dass die Vergewaltigung in der Ehe auch in das Strafgesetzbuch kommt?
19:53Nein.
19:56Das hab ich mir gedacht.
19:59Ja, me too. Die Vergewaltigung in der Ehe war ein richtiger Schenkelklopfer, natürlich nur dienstig.
20:05Erst 1997, nach 14 Jahren Kampf im Bundestag, strich man das Wort außerehelich aus dem Paragrafen, in dem es um
20:13Vergewaltigung geht.
20:15Und gelungen ist das überhaupt nur, weil sich Frauen aus allen Parteien zusammengetan haben.
20:20Immer muss Frau alles selber machen.
20:22Halt, Anja, wenn dich das stört. Wir haben ja auch noch ein paar Männer, die halbwegs moderieren können.
20:26Ah, sind die nicht ein bisschen teuer?
20:30Ja, stimmt. Licht und bitte.
20:35Früher setzen sich also vor allem Frauen gegen Sexismus und Gewalt ein.
20:39Und heute? Zum Jahreswechsel hatten wir eine ganz ähnliche Situation im Bundestag.
20:44Meine Damen und Herren, heute diskutieren wir das sogenannte Gewalthilfegesetz.
20:49Wir wollen ein Gesamtkonzept und es liegt bei uns allen.
20:52Hören Sie mal gut zu.
20:53Gewalt ist keine Randerscheinung.
20:55Das ist die Realität in Deutschland.
20:57Wir brauchen endlich eine Null-Toleranz-Regelung, wenn es um Gewalt gegen Frauen geht, meine Damen und Herren.
21:02Mega. Alle Parteien da. Kein Gelächter, kein Schenkelklopfen.
21:06So viel Einigkeit im Bundestag ist ja wirklich selten.
21:08Man freut sich ja richtig, dass die Debatte mal so eine breite Aufmerksamkeit hatte und so viele...
21:13Moment mal, da sind ja ganz schön viele Plätze leer. Ist das immer so?
21:17Und hier dagegen? Krass, ganz schön eng.
21:20Eng ist also doch nicht nur im Kontext Frauen ein positives Wort.
21:23Was war denn da los?
21:24Ah, es ging um Migration.
21:27Und schauen Sie mal, wer da alles war.
21:29Das Who is Who der Politik.
21:31Frau Baerbock, gerade am Sprechen.
21:33Ich sehe Herrn Scholz, Herrn Merz, Frau Weidel, Frau Wagenknecht, Herrn Lindner.
21:38Bei so einem wichtigen Thema aber auch verständlich.
21:41Und beim Gewalthilfegesetz?
21:43Immerhin verletzte und tote Frauen sind doch schließlich auch im Interesse von...
21:47Ah, Familienministerin Paus.
21:49Robert Habeck, hier nicht im Bild.
21:51Und oh, Friedrich Merz, der kam überraschend.
21:53Gut, und der Rest war vielleicht gerade woanders.
21:57Bei der Debatte um das Gewalthilfegesetz gab es jedenfalls insgesamt 16 Reben.
22:02Und was soll ich sagen?
22:0416 davon hielten Frauen.
22:06Keine einzige kam von einem Mann.
22:09Ich glaube echt, das habe ich noch nie erlebt, dass wirklich kein Mann im Bundestag seinen Senf dazu gibt.
22:13Aber was wollten die 16 Frauen denn nun eigentlich genau?
22:17Eine rustikale Küchenanrichte.
22:20Genau. Und ein Gesetz, das unter anderem den Ausbau von Frauenhausplätzchen fordert.
22:25Denn die wurden in den letzten Jahren massiv unterfinanziert.
22:29Dabei werden sie wirklich dringend gebraucht.
22:30Ich habe schon häufig erlebt, dass mir Frauen berichtet haben, dass sie versucht haben, einen sicheren Ort zu finden, dass
22:38sie auch die Polizei zum Beispiel eingeschaltet haben, versucht haben, staatliche Unterstützung zu bekommen und dass es ihnen nicht gelungen
22:45ist.
22:46Und sie deswegen entweder zurückgegangen sind oder direkt da geblieben sind, weil ihnen einfach nicht geholfen wurde.
22:53Und dass es dann erneut Gewalt gab und häufig dann auch noch massivere Gewalt, weil sie ja, weil sie selbst
23:00wissen, ich bin ihm ausgeliefert und weil die Täter auch genau das wissen und sagen, du hast doch eh keine
23:05Chance.
23:06Frauenhäuser schützen Frauen nicht nur vor Gewalt, sie retten Leben.
23:10Man kann online nachsehen, wo es derzeit freie Plätze gibt.
23:14Rot bedeutet besetzt.
23:15Wer also im Raum Frankfurt lebt, der hat aktuell leider einfach Pech.
23:21Oder hier für Frauen aus Hamburg bis Kiel ist so eine Nacht unter freiem Himmel sicher auch okay.
23:25Gibt ja bekanntlich kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung.
23:28Und über Köln, Düsseldorf, Dortmund, Duisburg und Wuppertal will ich jetzt gar nicht erst sprechen.
23:33Die mangelnden Frauenhausplätze sind kein Großstadtproblem, die sind ein Bundesweitproblem.
23:38Von den 229 Frauenhäusern, die online ihre Kapazitäten angeben, hatten an einem Sonntag im Februar nur acht einen freien Platz
23:49gemeldet.
23:50Alle drei Minuten erfährt eine Frau häusliche Gewalt, aber nur acht Frauen konnte an diesem Sonntag online ein sicherer Platz
23:57in einem Frauenhaus geboten werden?
23:58Man muss jetzt kein Mathe-Genie sein, um zu checken, dass das im Leben nicht aufgeht.
24:03Immer wieder müssen Frauen aus Platzmangel abgewiesen werden.
24:07Laut der Istanbul-Konvention müssten wir insgesamt 21.000 Frauenhausplätze vorhalten.
24:13Aktuell haben wir gut 7.000.
24:15Und genau darüber haben diese 16 Frauen im Bundestag diskutiert.
24:20Über ein Gewalthilfegesetz, das zukünftig neue Frauenhäuser finanzieren und den Zugang zu Schutz und Beratung in Fällen von häuslicher Gewalt
24:28durch einen Rechtsanspruch garantieren soll.
24:32Und, wer hätte es gedacht, ganze acht Jahre nach Unterzeichnung der Istanbul-Konvention war es dann vollbracht.
24:39Gewalt gegen Frauen. Einigung beim Gewalthilfegesetz.
24:43Halleluja.
24:43Halt, Anja, kannst du das bitte nochmal machen? Ich möchte da so Engelsmusik drunter legen.
24:48Okay.
24:50Und, wer hätte es gedacht, ganze acht Jahre nach Unterzeichnung der Istanbul-Konvention war es dann vollbracht.
24:58Gewalt gegen Frauen. Einigung beim Gewalthilfegesetz.
25:01Halleluja.
25:02Der Bund stellt für Frauenhäuser und Beratungsstellen in den nächsten Jahren 2,6 Milliarden Euro zur Verfügung. Das ist echt
25:09ein Erfolg.
25:09Ha, siehst du, geil. Es passiert doch was. So, jetzt die Torte, jetzt die Torte.
25:15Pustekuchen. Ein Rechtsanspruch auf einen Platz gilt erst ab 2032.
25:19Und wenn die Gewalt so bleibt wie bisher, dann sind bis dahin weitere 1000 Frauen tot.
25:28Es stand aber noch ein zweites Gesetz zur Debatte. Das sogenannte Gewaltschutzgesetz.
25:34Denn seien wir mal ehrlich, mit dem Gewalthilfegesetz wird Frauen zwar geholfen, sich vor ihren gewalttätigen Männern in Sicherheit zu
25:41bringen.
25:42Das ist auch gut. Aber für die schlagenden Männer ändert sich erstmal nichts.
25:46Verhandlungen zum Gewaltschutz von Frauen gescheitert.
25:49Damit hätte man diese Männer verpflichtet, an Anti-Gewalt-Trainings teilzunehmen.
25:53Oder sie hätten elektronische Fußfesseln bekommen, damit sie sich den Frauen nicht mehr nähern können.
25:57Aber so bleiben es halt die Frauen, die geschlagen sind.
26:00Die die Konsequenzen tragen müssen, ihr Zuhause, ihren Besitz, vielleicht sogar ihre Kinder zurücklassen und fliehen müssen.
26:06Die Männer leben weiter im Herrenhaus, die Frauen müssen ins Frauenhaus. Logisch.
26:10Stopp. Die Männer, die Männer. Weißt du, was die machen, wenn die sich das alles anhören müssen? Die schalten ab.
26:15Weiß eh nicht, wer überhaupt noch zuguckt.
26:18Gut. Die Politik bekämpft weiterhin nur Symptome. Aber was ist denn mit uns? Der Gesellschaft? Was ist mit ihnen? Die
26:25meisten von ihnen werden sagen...
26:27Gut, damit haben wir ja nichts zu tun. Ich würde dich niemals schlagen.
26:30Gut, dass man sich damit nicht auseinandersetzen muss. Die Bösen, die Brutalen, das sind ja immer die anderen.
26:36Sie denken, wir übertreiben? Laut Auswertung des Bundesfamilienministeriums erlebt jede vierte Frau im Lauf ihres Lebens Gewalt durch den eigenen
26:44Partner.
26:45Jede vierte. Denken Sie mal nach. Rein statistisch müssen Sie jemanden kennen, der Gewalt erfahren hat oder der gewalttätig ist.
26:52Es könnte Ihre Freundin sein, die betroffen ist, die Frau im Sportkurs, die Lehrerin ihrer Kinder.
26:57Es könnte der Nachbar sein, der gewalttätig ist, der Kollege, der eigene Partner.
27:02Giselle Pellicot dachte auch, sie hätte einen liebevollen und fürsorglichen Mann.
27:07Aber wie viele vergewaltigende Ehemänner, wie viele schubsende Bürgermeister, wie viele mordende Ex-Partner sitzen denn tatsächlich in unseren Wohnzimmern?
27:14Tut mir leid, wenn ich Ihnen den Abend vermiese.
27:17Aber es ist nicht hinnehmbar, dass in unserem Land Frauen jeden Tag Gewalt aushalten müssen,
27:22dass so viele Frauen getötet werden, einfach weil sie Frauen sind und keine Sau interessiert sich dafür.
27:27Übermorgen ist Weltfrauentag. Und ich habe das Gefühl, diese Blumen sind woanders besser platziert.
27:35Nicht so gut.
27:48Ich idé knacken sich ab.
27:49Nicht so gut.
27:56Wir wissen unterschiedlich ist.
28:00Wir sagen euch ein Stück, »H menos Worte«.
28:04Durch das Leib » такого, man agricultural ist und wurde 김�iamo nervös,
28:05Mengenaime.
28:05Nur Worte im Wert.
28:40Danke, das war's. Abbau und dann Feierabend.
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