- vor 11 Stunden
Das Open World Action Adventure Crimson Desert will alles machen! Spannende Bosskämpfe, riesige Schlachten, etliche Nebenquests, Drachen reiten, Mechs steuern, Angeln und und und. Aber kann das wirklich klappen? Immerhin ist das ein wirklich ambitioniertes Projekt. Noch dazu hat sich Crimson Desert während seiner Entwicklungszeit massiv verändert: Vom MMO zum Singleplayer.
Wir haben für den Test schon über 100 Stunden in die Welt von Crimson Desert gesteckt, um euch zu verraten, was das jetzt für ein Spiel geworden ist. Und vor allem: Ob es sich lohnt? So viel vorweg: Ihr solltet das Spiel anders spielen, als wir es getan haben. Mehr dazu im Video.
Wir haben für den Test schon über 100 Stunden in die Welt von Crimson Desert gesteckt, um euch zu verraten, was das jetzt für ein Spiel geworden ist. Und vor allem: Ob es sich lohnt? So viel vorweg: Ihr solltet das Spiel anders spielen, als wir es getan haben. Mehr dazu im Video.
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VideospieleTranskript
00:00Crimson Desert will einfach alles machen. Epische Bosskämpfe, riesige Schlachten, Rätsel, Crafting, Basenbau, Farming, Drachenreiten und so weiter und so
00:12fort.
00:13Crimson Desert verkauft sich als das ultimative Fantasy Spiel mit gigantischer Welt und unendlichen Möglichkeiten.
00:20Wir haben jetzt etwa 100 Stunden in das Spiel gesteckt und können mit Überzeugung sagen, ja, Crimson Desert ist echt
00:28und macht tatsächlich all das, was es in den Trailern verspricht.
00:32Und das meistens sogar richtig gut. Aber so ein wahnsinnig großes und vielseitiges Spiel kommt natürlich nicht ohne Schwächen und
00:42Probleme aus.
00:43Crimson Desert ist kein Spiel für jeden. Es will, dass ihr es auf die richtige Art spielt, um möglichst viel
00:49Spaß zu haben.
00:51Besonders wichtig ist außerdem, dass ihr wisst, was auf euch zukommt und damit kann unser Testvideo helfen. Gehen wir rein.
01:02Crimson Desert entführt uns in eine bunte Fantasywelt, die von Menschen, Orks, Goblins, Zwergen und anderen Fabelwesen bevölkert wird.
01:11Wir spielen Cliff, den wortkargen Anführer der Kriegergruppe Graumänen. Wir sind aber keine einfachen Söldner, sondern haben uns dazu verpflichtet,
01:20anderen zu helfen.
01:21Dabei stellen sich uns aber die Schwarzbären in den Weg. Das ist ein kriegerischer Stamm, der vom brutalen Myrden angeführt
01:28wird.
01:29Myrden und die Schwarzbären sind keine besonders komplexen Bösewichte, sondern nur abgrundtief fies.
01:35Sie schlachten alle ihre Widersacher ab und versklaven die Wehrlosen.
01:40Als Motiv gibt es nichts mehr als Blutlust und Machtgier.
01:43Bei den Schwarzbären und auch allen anderen Gegnern gibt es also keine Graustufen, sondern nur Schwarz-Weiß.
01:50Es sind ja auch die Schwarzbären, aber wir, die Graumänen, ach egal.
01:56Fest steht, wir, die Guten, kämpfen gegen die, die Bösen.
01:59Aber nicht nur unsere Widersacher bleiben sehr flach, das gilt auch für unseren Hauptcharakter Cliff.
02:05Der handelt zwar wie ein mustergültiger Held, bescheiden, mitfühlend, selbstlos und mutig.
02:15Aber über seine Persönlichkeit, seine Träume, Wünsche und Konflikte erfahren wir so gut wie nichts.
02:22Cliff ist ein geradezu lächerlich gefühlsloser Klotz in Zwischensequenzen und Dialogen, der so gut wie nie etwas kommentiert und maximal
02:31einen Satz am Stück sagt.
02:33Gleich zu Beginn landet er in einer vollkommen fremden Welt und hat dazu einfach gar nichts zu sagen.
02:39Besonders glaubhaft kommt das nicht rüber.
02:47Noch ein Beispiel, wir beenden eine lange Nebenquest-Reihe voller Gefahren und Geheimnissen.
03:01Wie ihr schon hört, sprechen Cliff und alle anderen Charaktere auf Englisch.
03:05Eine deutsche Vertonung gibt es nicht, dafür sind aber Untertitel und Menüs auf Deutsch verfügbar.
03:10Leider ist die Übersetzung stellenweise holprig und fehlerhaft, was in Menüs manchmal verwirrend ist.
03:17Die englische Version ist deutlich besser, wenn auch nicht fehlerfrei.
03:21Von Cliff hören wir aber ohnehin nicht viel.
03:24Auch die meisten Verbündeten, die wir in Quests treffen, bleiben ohne Tiefe.
03:28Wir begegnen ihnen ein paar Mal, sprechen über die nächste Mission und das war's.
03:33Immerhin, oft können wir während der Quest und außerhalb optional Erinnerungen angucken.
03:37Die verraten uns etwas mehr über die Geschichte mancher Figuren und machen sie etwas interessanter.
03:43Eine kleine Ausnahme von der Regel sind die anderen Graumähnen, die im Verlauf der Geschichte in unser Lager einziehen.
03:50Sie zeigen Anzeichen eigener Persönlichkeit, tauchen regelmäßig auf und haben teils sogar eigene Quests.
03:57Mit der Zeit wachsen uns unsere Graumähnen-Kollegen dann auch ein bisschen ans Herz.
04:20Mit seinen Figuren reißt also Crimson Desert niemanden vom Hocker, aber was ist mit der Geschichte drumherum?
04:25Crimson Desert erzählt eine lineare Story ohne Entscheidungsmöglichkeiten mit zwei einfachen Prämissen.
04:31Wir sammeln Verbündete, um gegen die Schwarzbären zu kämpfen und wir finden heraus, was es mit dem mysteriösen Abyss auf
04:38sich hat und retten im Endeffekt natürlich die Welt.
04:41Dabei vermittelt Crimson Desert Cliff und uns auch immer wieder eine einfache Botschaft.
04:46Es ist gut, anderen zu helfen, sich selbst nicht an erste Stelle zu setzen und demütig zu sein.
04:53Das ist wahre Stärke.
05:07Ein solider Aufhänger also, der über die komplette Geschichte trägt.
05:11Cliff eilt allen zu Hilfe, einfach weil er und die Graumähnen sich dem Helfen anderer Leute verschrieben haben.
05:17So ergeben die ganzen Nebenquests auch Sinn.
05:20Cliff hilft gerne anderen Leuten.
05:22Perfekte Voraussetzungen also für ein Open-World-Spiel mit reichlich Nebenaufgaben.
05:28Überraschungen, Twists, Emotionen oder Schockmomente gibt es dabei aber kaum.
05:33Getreu dem Schwarz-Weiß-Schema bleibt alles sehr vorhersehbar.
05:37Die Geschichte verzichtet außerdem oft darauf, angedeutete Zusammenhänge laut auszusprechen.
05:43Zu Beginn der Geschichte helfen wir etwa dem örtlichen Herzog mit einem Banditenproblem,
05:48natürlich auch, um ihn später als Verbündeten gegen die Schwarzbären zu haben.
05:51Aber in keinem Dialog wird dieser Deal mal konkret angesprochen.
06:06Generell bleibt die Hauptquest oft sehr lose zusammengefügt.
06:10Gerade noch sind wir auf der Suche nach einer mystischen Gestalt, da schickt uns Crimson Desert plötzlich zu einer Burgbelagerung.
06:17In einem anderen Kapitel begibt sich Cliff unversehens auf eine spirituelle Reise, nachdem er davor noch auf der Suche nach
06:23Myrden war.
06:26Häufig würde ein einziger Satz reichen, um die Quests besser zu verknüpfen.
06:31Oft kommen wir dabei auch zu spät zu den eigentlichen Ereignissen.
06:35Der Verrat eines Verbündeten oder der Putsch eines Generals sind schon passiert,
06:40wir sammeln nur die Reste auf und erledigen den Boss.
06:44Das kann verwirrend sein, aber macht auch deutlich, worum es in der Hauptquest von Crimson Desert eigentlich geht.
06:50Coole und epische Momente.
06:52You are the living, sworn to stand until our enemies fall.
06:58You are the unbroken, hungry for freedom.
07:02Today, by our foes blood, we carve our legacy into the land once more.
07:14Es gibt viele schön inszenierte Szenen, in denen Cliff sich zünftig mit Gegnern prügelt,
07:20auf einem Drachen reitet, Kanonen obfeuert oder eine feindliche Festung in die Luft sprengt.
07:28Es gibt die Auftritte von mächtigen Verbündeten
07:34oder Gegnern, die mit maximaler Aura das Schlachtfeld betreten.
07:38Es gibt unheimliche Quests, in denen wir ein Anwesen erkunden, dessen Bewohner allesamt ermordet wurden
07:44und die Momente, in denen wir ein neues verrücktes Feature freischalten
07:48und etwa mit einem Mech gegen Roboter-Insekten kämpfen.
07:52Die Zwischensequenzen beeindrucken uns permanent, die Charaktere bewegen sich schnell und dynamisch,
07:57im Hintergrund quatschen Leute manchmal sogar durcheinander.
08:06Wer also von Crimson Desert einen The Witcher 3 erwartet, wird enttäuscht.
08:11Ein Story-Spiel ist Crimson Desert sicher nicht.
08:14Es dreht auch nicht in den Nebenaufgaben auf.
08:16Da erwarten uns kleine Aushilfsjobs, Minispiele und Questketten,
08:20in denen wir meist den örtlichen Bewohnern und herrschenden Adelshäusern aushelfen.
08:24Auch hier reißt sich Crimson Desert erzählerisch kein Bein aus.
08:28Wir werden irgendwo hingeschickt, um Gegenstände zu liefern, etwas zu untersuchen oder Gegner zu besiegen.
08:33All das mit einer einfachen Story-Verpackung.
08:36Im Gegensatz zu den Zwischensequenzen der Hauptquest sind diese Geschichten leider oft nur mittelmäßig vertont
08:41und die Questgeber machen oft sekundenlange Pausen zwischen ihren Sätzen.
08:55Eine kleine, aber leider nicht sehr feine Ausnahme von der Nebenquest-Normalität bilden Untersuchungen,
09:01bei denen wir den Schuldigen an einem Verbrechen finden müssen.
09:04Diese Detektiv-Quests sind im besten Fall langweilig, im schlimmsten Fall furchtbar konfus gestaltet.
09:10In einer der Quests müssen wir etwa erst alle Verdächtigen befragen
09:14und dann in einem umständlich gestalteten Dialogmenü schlicht alle Optionen durchklicken,
09:20dann wird uns der Täter einfach genannt.
09:22In einer anderen Quest verwenden die deutschen Untertitel für einen NPC einen anderen Namen
09:27als die englische Vertonung, was unfassbar verwirrend ist.
09:31Auch abgesehen davon machen sich ab und an kleine Bugs und Fehler im Quest-Design bemerkbar.
09:36Ab und zu deaktiviert sich etwa die Questmarkierung von selbst und wir müssen sie im Menü wieder auswählen,
09:42während der Hauptquest wurde uns und mehreren Kollegen außerdem ein Questziel nicht richtig registriert
09:47und so der Fortschritt blockiert.
09:49Wir mussten dann die Quest komplett von vorne anfangen, um den Fehler zu beheben.
09:54In einem anderen Fall landeten wir unversehens bei einem Boss, der sich nur mit Pfeilen anständig bekämpfen ließ.
09:59Weil wir keine davon mehr im Inventar hatten, mussten wir zurück zu einem Händler reisen,
10:04kamen dann aber aus Spoilergründen nicht mehr zum Boss
10:07und mussten im Endeffekt einen viel früheren Spielstand laden, um Pfeile zu kaufen und die Quest von vorne zu beginnen.
10:14Regelmäßiges Speichern ist deshalb Pflicht, aber auch keine Patentlösung.
10:18Zwar können wir nämlich außerhalb von Kämpfen fast immer speichern,
10:21aber Crimson Desert merkt sich nur bestimmte Quest-Fortschritte und unser Inventar.
10:25Beim Neuladen spawnen wir bei einem Punkt in der Nähe und müssen erstmal zur Quest zurücklaufen.
10:31Wegen Story und Quests allein wird also niemand Crimson Desert spielen,
10:35sie bilden nur das Gerüst und manchmal auch die schicke Fassade dessen, was das Spiel am besten kann, die Kämpfe.
10:42Gegen normale Gegner wie Banditen zu kämpfen fühlt sich oft an, als wären wir Sauron in der Schlacht am Schicksalsberg.
10:49Mit unseren starken Angriffen werfen wir Gegner um und schleudern sie weg.
10:53Wir durchbohren sie, treten sie eine Klippe runter oder schleudern sie brutal zu Boden.
10:59Durch die etlichen Manöver können wir uns hier so richtig austoben und uns frei ausleben.
11:05Die Kämpfe fühlen sich unglaublich wuchtig an.
11:08Wir spüren die Kraft hinter jedem Schlag mit dem Schwert oder der Axt.
11:12Den Gegnern zieht es nicht nur die Schuhe aus,
11:14sie verlieren oft auch ihre ganze Rüstung, die wir dann natürlich looten können.
11:19Nur Körperteile fliegen nicht herum oder werden abgetrennt.
11:24Einzig die Gegnervielfalt ist in den normalen Kämpfen überschaubar.
11:29Wir kämpfen in den allermeisten Fällen gegen Menschen und Trolle,
11:32die je nach Ausrüstung auf unterschiedliche Weisen kämpfen.
11:35Axtkämpfer lassen einen Hagel aus Schlägen niedergehen,
11:38schwer gepanzerte Schildträger halten viel aus und Schützen bleiben in sicherer Entfernung.
11:45Es gibt nur eine Mechanik im Kampfsystem, bei der wir uns die Haare raufen wollen.
11:51Manche Gegner ringen Cliff zu Boden und prügeln auf ihn ein.
11:56Der einzige Weg, sich zu befreien, ist ein Quicktime-Event, das aber absolut unfair gestaltet ist.
12:02Das Timing ist super knapp.
12:05Wenn der Zeiger losläuft, ist noch nicht einmal zu sehen, wann wir drücken müssen
12:09und noch dazu sollen wir glauben, dass irgend so ein Hyopai den Cliff am Boden halten kann,
12:14der hier mühelos bepackte Esel durch die Gegend schleppt?
12:18Ich weiß ja nicht.
12:21Nach und nach schalten wir dann auch neue Fähigkeiten im Skillbaum frei,
12:24die auch stärkere Gegner zu Kanonenfutter machen.
12:27Zum Freischalten brauchen wir Artefakte, die wir regelmäßig beim Besiegen von Gegnern bekommen
12:32oder als Belohnung für das Lösen von Rätseln und Quests.
12:35Im Skillbaum können wir etwa Ausdauer, Leben und Geist erhöhen, eine Ressource für Spezialfähigkeiten.
12:43Abgesehen davon warten bei den Skills aber fast keine schnöden Prozentboni.
12:47So gut wie alles, was wir freischalten, ermöglicht ganz neue Angriffe und Aktionen
12:52oder verleiht bekannten Fähigkeiten einen neuen Twist.
12:55Wir können mit Nahkampfwaffen, Bögen oder sogar den bloßen Fäusten experimentieren.
13:00Später im Spiel benutzen wir sogar grundlegende Elementarmagie.
13:04Wir können uns einige Angriffe sogar von unseren Gegnern abgucken,
13:08wodurch wir sie dann für uns selbst freischalten.
13:11Das gefällt uns wirklich sehr gut.
13:13Cliff kann jedoch auch auf leisen Sohlen treten und herumschleichen.
13:16So können wir Hinterrucks Leute abmurksen oder sie bestehlen.
13:20Das Schleichsystem ist jetzt nicht das ausgeklügelste, das wir je gesehen haben.
13:24Werden wir mal erwischt, gibt's kaum größere Konsequenzen.
13:28Und um richtig gefahndet zu werden, müssen wir uns schon anstrengen.
13:31Wenn wir den Ort des Verbrechens einfach schnell wieder verlassen,
13:34ist es, als hätten wir nie etwas Böses getan.
13:41Geht uns Cliff irgendwann doch auf die Nerven, können wir später im Spiel auch die Schwertkämpferin Damian und den Ork
13:46Umka spielen.
13:47Beide sind allerdings auf den Einsatz in Nebenquests und einzelnen Hauptquests beschränkt.
13:52Außerdem teilen sie nur grundlegende Fähigkeiten mit Cliff.
13:55Wir müssen also die seltenen Artefakte investieren, um sie ebenso stark zu machen.
13:59Der axtschwingende Umka spielt sich im Vergleich zu Cliff obendrein sehr schwerfällig.
14:03Gerade in Bosskämpfen tun wir uns deshalb etwas schwerer.
14:07Damian ist dagegen deutlich wendiger, weicht Gegnern mit eleganten Seitenschritten aus
14:11und greift mit ihrem Rapier sogar aus der Ferne an.
14:15Sie haben wir im Bosskampf deutlich lieber an unserer Seite.
14:18In Crimson Desert gibt es über 70 Bosskämpfe.
14:22Etwa zwei Dutzend davon erledigen wir in der Hauptstory,
14:24der Rest versteckt sich in Nebenquests oder an geheimen Orten.
14:27Sie alle werden mit Zwischensequenzen beeindruckend inszeniert
14:30und sind zum größten Teil richtig knackig.
14:33Die Kämpfe erstrecken sich über ein bis drei Phasen
14:36und verlangen von uns höchste Konzentration.
14:39Weichen wir zu spät aus oder blocken nicht,
14:41kassieren wir oft nicht nur einen Treffer,
14:43sondern werden weggeschleudert oder zu Boden geworfen.
14:45Bevor wir uns dann wieder bewegen können, erwischt uns der Boss noch dreimal.
14:50Hier übertreibt es Crimson Desert manchmal,
14:52wenn uns ein Boss etwa packt, an die Wand wirft
14:54und sich dann mit seinem ganzen Gewicht auf uns wirft.
14:57Oder wenn uns Elementarschaden für mehrere Sekunden lähmt.
15:00Das fühlt sich nicht fair an und sorgt oft für Frust und viele Tore.
15:20Auch die Kamera lässt uns in Innenräumen im Stich.
15:23Werden wir in eine Ecke gedrängt,
15:24versperren Wände oder der Boss selbst oft die Sicht.
15:27Das gehört aber auch zum Spielprinzip von Crimson Desert,
15:30dass wir uns in Geduld üben sollen.
15:32Wir müssen die Angriffe des Bossgegners kennenlernen und vorhersehen.
15:36Oder wir verbessern unsere Ausrüstung,
15:38schalten neue Skills oder einen größeren Lebensbalken frei
15:40und craften uns jede Menge Essen.
15:43Denn auch im Bosskampf kann Cliff jederzeit fix eine Suppe löffeln,
15:47um gestärkt weiterzukämpfen.
15:49Hochwertiges Essen kann unseren gesamten Lebensbalken wiederherstellen.
15:52Allerdings können wir Nahrung nur begrenzt vom Händler kaufen
15:55und müssen etliche Zutaten kombinieren,
15:58um selbst wirklich starke Heil-Items zu kochen.
16:01Regelmäßig gehen wir also auf die Jagd,
16:03um tonnenweise Fleisch am Lagerfeuer zu verarbeiten.
16:06Dabei machen wir auch einen Umweg zu den Blumenwiesen,
16:08um Kräuter zu sammeln,
16:09denn aus denen lässt sich ein Item mit dem klangvollen Namen
16:13Kraft-Faust-Kräuter-Pastille kochen.
16:15Da ist die englische Version Palmer-Pill etwas besser.
16:19Dieser gesunde Snack lässt uns nach dem Tod im Kampf
16:22mit 30% Gesundheit wieder aufstehen,
16:25verschafft uns also einen zweiten, dritten oder zwanzigsten Versuch
16:28für den knallharten Boss.
16:30Weichen wir allerdings nach der Wiederbelebung nicht rechtzeitig aus,
16:33erwischt uns gleich der nächste vernichtende Angriff.
16:36Die Bosskämpfe können zwar unerfahrene Spielerinnen und Spieler
16:39eher abschrecken,
16:40lange Zeit war aber die Furcht vor einem ganz anderen Endgegner
16:43noch größer, der Steuerung.
16:46Vor allem das berüchtigte Flaggenanheben auf der Gamescom-Demo
16:49schürte die Angst vor einem Steuerungs-Albtraum.
16:52Und ja, die Steuerung ist tatsächlich ziemlich komplex,
16:56auch wenn Aktionen wie das Flaggeanheben vereinfacht wurden.
16:59Aber sie ist in den Kämpfen wirklich beherrschbar
17:02und nach einigen Stunden haben wir uns komplett daran gewöhnt.
17:06Wer sich bei den vielen möglichen Angriffen und Aktionen überfordert fühlt,
17:09kann sich auch auf wenige Kombos beschränken
17:12und trotzdem die Kämpfe meistern.
17:14Empfohlen wird von den Entwicklern zwar das Gamepad,
17:17aber auch mit Maus und Tastatur ist Crimson Desert gut spielbar.
17:21Nur in den Menüs funktioniert die Maussteuerung manchmal nicht,
17:24dann müssen wir uns mit WASD durch Inventare klicken.
17:27Ärger hat uns die Steuerung sowieso vor allem außerhalb der Kämpfe beschert,
17:31denn eigentlich einfache Aktionen sind oft grundlos kompliziert und schwerfällig.
17:36Ein Beispiel.
17:37In einer kleinen Quest sollen wir mit einem Besen den Kamin eines Hauses reinigen.
17:42Jedes andere Spiel hätte sich hier mit einer einfachen Interaktionstaste begnügt.
17:47In Crimson Desert rüsten wir aber den Besen erst als Waffe aus,
17:51stellen uns dann direkt auf den Kamin
17:53und zielen mit einer Taste auf die Öffnung,
17:55während wir mit einer anderen angreifen.
18:00In einer anderen Quest müssen wir mit unserer Spezialfähigkeit,
18:03dem Axiom, also diesem Greifarm,
18:06eine Statue wieder an ihrem Platz heben.
18:08Die eigentlich simple Aufgabe kostet uns dann aber 15 Minuten,
18:12weil wir erstmal daran scheitern, die Statue aufzurichten
18:15und sie dann nicht an ihrem Platz bleiben will.
18:21Mühselig fühlt sich auch das Sammeln von Ressourcen an,
18:23die wir für die wichtigen Ausrüstungs-Upgrades brauchen.
18:26Eine Ader beschert uns maximal 6 Erz,
18:29ein Baum nur 3 Holz.
18:31Jedes einzelne Kraut wird mit einer eigenen Animation aufgehoben.
18:35Zwar können wir Holz und Erz auch mit Spezialangriffen abbauen,
18:39aber erstens ist das immer noch zeitaufwendig
18:41und zweitens bekommen wir so nicht die seltensten Ressourcen.
18:45Als wäre das noch nicht frustig genug,
18:47quält uns Crimson Desert dann aber auch noch mit seinem Inventar.
18:50Denn in einem unübersichtlichen Bildschirm
18:52werden einfach alle Gegenstände gesammelt,
18:54egal ob Questgegenstände, Ausrüstung, Essen, Ressourcen, Bücher, Notizen
19:00und sogar Artefakte, die Skillpunkte von Crimson Desert.
19:04Wieso verbrauchen die denn bitte Inventarslots?
19:08Gerade am Anfang ist das Inventar extrem schnell zugemüllt.
19:11Dabei hilft nicht, dass nicht mehr benötigte
19:14und wertlose Questgegenstände nicht automatisch verschwinden.
19:17Durch kleine Nebenquests schalten wir immerhin mehr Inventarplätze frei
19:21und irgendwann ist das Platzproblem Geschichte.
19:23Unübersichtlich bleibt es trotzdem.
19:25Zwar können wir Gegenstände automatisch in Kategorien packen,
19:28diesen dann aber auch nur ein Kästchen unter vielen.
19:31Crimson Desert hätte bei der Menge an sammelbaren Gegenständen
19:35dringend ein Inventar mit eigenen Reitern
19:37für Ausrüstung, Verbrauchsgegenstände, Quest-Items und ähnliches benötigt.
19:42Was außerdem fehlt, ist ein Beutemenü.
19:45Wollen wir eine Truhe leeren oder einen Banditen durchsuchen,
19:48nimmt Cliff auf Knopfdruck alles mit.
19:50Wir können uns vorher nicht angucken, was wir einpacken.
19:53Oft müssen wir dann im Nachhinein wieder unser Inventar entmüllen.
19:56Geld heben wir außerdem nur in Beuteln auf,
19:59die wir im Inventar dann wieder auspacken müssen.
20:03All das wäre noch verschmerzbar, wäre da nicht die Kirsche auf der Torte.
20:08Cliff hat zwar ein Lager und sogar ein eigenes Haus,
20:11eine simple Lagerkiste gibt es aber einfach nicht.
20:14Wollen wir etwas behalten, müssen wir es mit uns herumtragen.
20:18Immerhin, nach lebhafter Rückmeldung von den Testern
20:20soll es eine Lagerkiste nach Release irgendwann ins Spiel schaffen.
20:24Wer also wie wir eigentlich gerne die Startausrüstung
20:28aus Nostalgiegründen noch bei sich trägt,
20:30müllt sich selbst das Inventar zu.
20:33Mehr Grund zur Freude bereitet uns Crimson Desert nach einem Sieg im Bosskampf.
20:37Dann gibt es oft, wenn auch nicht immer,
20:39eine besondere Waffe oder ein Ausrüstungsteil zur Belohnung.
20:42Neben dem neuen Look haben die Belohnungen auch oft Spezialfähigkeiten,
20:46die bei bestimmten Aktionen ausgelöst werden.
20:49Waffen und Rüstungsfähigkeiten können wir dann auch ausbauen
20:52und unsere bestehende Ausrüstung verbessern.
20:54Mit diesem System können wir unseren perfekten Look zusammenbasteln
20:57und müssen keine zusammengestückelte Rüstung nur für den Effekt tragen.
21:02Schade ist lediglich, dass die neuen Waffen und Rüstungen sich selten direkt lohnen.
21:06Fast alle Ausrüstung hat nämlich dieselben Grundwerte bei Schutz und Schaden.
21:11Unterschiede gibt es meistens nur durch Upgrades und Spezialfähigkeiten.
21:15Um von den Spezialfähigkeiten in vollem Ausmaß zu profitieren,
21:19müssen wir aber die Hauptstory vorantreiben.
21:21Erst in der zweiten Hälfte von Kapitel 5 schaltet ihr die Handwerkerin frei,
21:25die Spezialfähigkeiten ein- und ausbaut.
21:27Crimson Desert hat also viele Mechaniken, die uns dazu bringen,
21:30Quests zu erledigen und die Welt zu erkunden.
21:33Um stärker zu werden, sammeln wir Artefakte bei Rätseln,
21:36für mehr Inventarplatz erledigen wir Nebenjobs
21:38und um Suppe zu kochen, jagen wir wild.
21:40Aber lohnt es sich auch abseits davon, die Welt zu erkunden?
21:43Für uns lautet die Antwort, ja!
21:45Und das beginnt schon damit, wie gut Crimson Desert aussieht.
21:49Von den leuchtend grünen Wiesen von Hernand bis zu den Dünen der Roten Wüste.
21:54Crimson Desert hat viele beeindruckende Landschaften zu bieten,
21:58die in reichen Farben leuchten und gespickt sind mit Dörfern, Städten und hoch aufragenden Festungen.
22:07Neben klassischem Mittelalter leiht sich Crimson Desert auch andere Elemente.
22:11Neben Rittern und Burgen gibt es Gewehre, Kanonen,
22:14die außerweltliche Erbiss-Technik und sogar primitive Panzer, Roboter und Mechs.
22:20Trotzdem wirkt alles noch, als gehöre es zu einer Welt.
22:24Bewohnt wird diese Open World von einer unfassbar reichen Tierwelt.
22:28Fast 400 Tiere tummeln sich in Crimson Desert von Käfern und Schmetterlingen über Hasen und Vögel
22:35bis hin zu Bären, Hirschen und sogar Elefanten.
22:38Hunde und Katzen können wir sogar als Haustiere und Begleiter adoptieren.
22:43In den Städten tummeln sich dagegen viele NPCs, die allerdings oft recht statisch sind.
22:48Meistens stehen sie herum und führen vielleicht mal ein Gespräch.
22:51Auf Wegen außerhalb der Stadt machen sie auch mal ein Picknick, gießen ihre Felder
22:55oder wir beobachten eine Reisegruppe, die ihre Karte studiert.
22:58Beim Vorbeireiten sorgt das für eine hübsche Kulisse,
23:01komplette Tagesabläufe wie in einem Kingdom Come 2 gibt es aber nicht.
23:05Sehr cool ist ein Feature, bei dem wir mit unserer Laterne oder der Lichtreflexion in unserer Schwertklinge
23:11spannende Orte anzeigen lassen können.
23:13Hier verbergen sich dann Teleportpunkte oder Abyss-Artefakte zum Aktivieren und Einsammeln.
23:18So haben wir nicht die Karte voller unterschiedlicher Marker, sondern werden belohnt, wenn wir uns in Ruhe umschauen.
23:27Die Welt von Crimson Desert ist so gefüllt, dass wir wahrscheinlich hunderte Stunden hier verbringen können.
23:33In jeder der fünf Regionen erwarten uns mehrere Nebenquestreihen, dazu gibt es noch feindliche Lager,
23:39Schatzkarten, viele Rätsel und diverse Minispiele.
23:42Bei den Rätseln hält uns Crimson Desert nicht für doof.
23:45Wir müssen oft bestimmte Fähigkeiten oder Angriffe benutzen und kreativ werden oder sehr genau hinschauen, um die Lösung zu entdecken.
23:52Der schweigsame Cliff plappert uns dafür, aber auch nicht nach 30 Sekunden Rätseln, bereits die Lösung vor.
23:58Ein gewisser Gott des Krieges und sein Sohnemann könnten sich da eine Scheibe abschneiden.
24:03Das ist euch noch nicht genug?
24:04Dann machen wir euch mit dem Lager bekannt.
24:07Das wird früh in der Hauptquest freigeschaltet und ist der Ort, an dem euer Clan, die Graumänen, leben.
24:12Eure Verbündeten könnt ihr über die Weltkarte auf Missionen schicken und Ressourcen für das Camp sammeln lassen.
24:17Mit den Ressourcen lassen sich andere Missionen starten,
24:20manchmal gibt es als Belohnung aber auch praktische Items wie Nahrung oder Giftpfeile.
24:25Wer neue Missionen oder auch Händler freischalten will, kann außerdem auch von Feinden besetzte Orte befreien.
24:30Dabei müssen wir oft Dutzende Banditen oder Soldaten abschlachten, bis die Prozentanzeige auf Null sinkt.
24:39Im Camp lässt sich später außerdem noch Nahrung anbauen.
24:42Wir pflanzen dann Samen ein, bewässern unsere Pflanzen und ernten schließlich die Früchte unserer Arbeit.
24:48Ein bunter Strauß an Inhalten also.
24:51Einzig bei den Geschichten schwächelt die Welt von Crimson Desert etwas.
24:55In einem unheimlichen Haus mitten im Wald würden wir eine kleine Quest erwarten oder vielleicht sogar einen versteckten Boss.
25:02Stattdessen überfallen uns nur ein paar Banditen.
25:05Dabei hat Crimson Desert ja sogar die Erinnerungen als super Werkzeug für tiefere Storytelling.
25:11Für unseren Geschmack nutzt das Spiel diese Möglichkeit aber noch zu selten.
25:16Grafisch macht Crimson Desert viel her.
25:18Die Beleuchtung ist sehr stimmungsvoll und realistisch, die Architektur, aber auch Bodentexturen und Felsen wirken sehr plastisch und sind außerordentlich
25:26detailliert.
25:27Besonders beeindruckende Ergebnisse liefert die Engine bei der Weitsicht und dem Wasser.
25:32In kaum einem Open-World-Spiel sieht es so gut aus, von einem Berg auf die umliegende Welt zu gucken.
25:38Selbst weit entfernte Bergketten werden noch detailliert dargestellt, nur Städte und Burgen wirken gelegentlich etwas verschwommen.
25:46Das Wasser im Spiel soll nicht einfach eine Textur sein, sondern wird laut den Entwicklern simuliert.
25:51Das Wasser in Flüssen sieht stellenweise außerordentlich realistisch aus, auch wenn es manchmal eher wie Öl statt Wasser wirkt.
25:58Hüpfen wir in einem Teich herum, erzeugt das auch kleine Wellen, die sich bis zum Rand fortsetzen.
26:03Am faszinierendsten ist jedoch der Beginn eines Regenschauers.
26:07Sehen wir genau hin, erkennen wir, wie einzelne Tropfen auf dem Straßenpflaster erscheinen und immer mehr werden.
26:13Bei Regen bilden sich außerdem Pfützen, die später wieder verschwinden.
26:16Wer sich gar nicht satt sehen kann, darf außerhalb der Kämpfe sogar in der Ego-Perspektive herumlaufen.
26:21Oder Cliff ganz tief in die stahlblauen Augen schauen.
26:29Manchmal sind in CrimsonLazard allerdings Grafikfehler zu beobachten, wie sehr plötzlich aufploppende Objekte,
26:36flimmernde und rauschende Schatten oder nachladende Texturen.
26:39Auch Ghosting bei unserer Spielfigur kommt vor.
26:42Das Gesamtbild stört all das im laufenden Spiel aber kaum.
26:47Die Technik machte auf unseren Testsystemen kaum Ärger.
26:50In über 100 Stunden hatten wir zwei Abstürze zu beklagen, in einem Fall ruckelte das Spiel für einige Sekunden.
26:57Abgesehen davon konnten wir auf einem PC mit einer RTX 4070 Ti und einem Ryzen 7 5800 X3D die Grafik
27:04komplett hochdrehen und komfortabel bei über 60 FPS bleiben.
27:08Vorsichtiger sollten Konsolenspieler sein.
27:11Bisher gab es von offizieller Seite kaum Gameplay von der PS5 zu sehen und auch wir konnten nur auf dem
27:17PC spielen.
27:18Entwicklungsstudio Pearl Abyss veröffentlichte zwar dieses Datenblatt mit Infos zur Konsolenversion,
27:23aber wartet vielleicht noch erste Testberichte zur Performance auf den Konsolen ab.
27:29Crimson Desert ist ein Spiel für Entdecker in jeglicher Hinsicht.
27:32Es ist kein Spiel, das sich an die Hand nimmt und alles erklärt, ganz im Gegenteil.
27:37Oft erzählt und erklärt das Spiel uns sogar noch zu wenig und wir entdecken Mechaniken und Funktionen erst nach vielen
27:43Spielstunden.
27:44Gerade zu Beginn lässt uns Crimson Desert oft hängen und wird wahrscheinlich einige verlieren,
27:49die von der bloßen Anzahl der Möglichkeiten überfordert und von den fehlenden Komfortfeatures und Erklärungen frustriert sind.
27:56Wer aber mit der komplexen Steuerung zurechtkommt, sich vom Inventar nicht abschrecken lässt
28:01und auch nach dem x-ten Tod im Bosskampf nicht die Motivation verliert, für den kann sich Crimson Desert lohnen.
28:07Wer noch auf ein paar Patches wartet, kann auch auf ein runderes Erlebnis hoffen.
28:12Crimson Desert ist ein Spiel, das von euch viel Zeit und viel Geduld einfordert.
28:17Wer die aufbringen kann, wird mit einer wunderschönen riesigen Open World, verdammt coolen Kämpfen und hunderten Stunden Quests und Erkundung
28:26belohnt.
28:26Allein für die Hauptquest werden je nach Geschick in den Bosskämpfen 60 bis 80 Stunden fällig.
28:33So wie wir Crimson Desert im Test gespielt haben, solltet ihr es auf keinen Fall spielen.
28:38Statt nur der Hauptquest hinterher zu hechten, solltet ihr euch treiben lassen, die Quests erledigen, die ihr spannend findet und
28:45nach Herzenslust erkunden.
28:47Erst dann entfaltet Crimson Desert seine Stärken vollends und wird ein fantastisches Open World Abenteuer.
29:08.
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