00:04Wer dem neuen Warlock in Diablo 4 Lord of Hatred Böses will, könnte ihn als
00:08Hansdampf in allen Gassen beschimpfen. Und Bonuspunkte für alle die, die alt genug sind,
00:12um den Begriff noch zu kennen. Zumindest auf dem Papier könnte man das. Er beschwört bösartige
00:17Kreaturen wie der Necromancer, er pfeffert Feinden Magie um die Ohren wie eine Zauberin oder verwandelt
00:22sich selbst in ein Monster wie ein Droide. Umso wichtiger, dass ich mir selbst ein Bild
00:27davon mache, wie sich die neue Klasse von Diablo 4 in der Praxis spielt. Also bin ich nach Irvine,
00:32Kalifornien ins Hauptquartier von Blizzard geflogen, um insgesamt vier Builds des neuen Warlock ausführlich
00:37anzutesten. Und einen Pluspunkt kann ich euch schon spoilern, Blizzards Warlock-Plan über drei Diablo-
00:43Spiele geht ziemlich auf. Der frisch enthüllte Hexenmeister in Diablo 2 Resurrected soll sich
00:48aus Story-Perspektive ja wie ein erster Gehversuch mit der Höllenmagie anfühlen, der 70 Ingame-Jahre
00:53später mit dem Warlock von Diablo 4 dann völlig eskaliert. Und ja, wie eine Eskalation fühlt
00:59sich der Warlock tatsächlich an. Gelinde gesagt. Doch bevor wir reinspringen, ein kurzer Disclaimer.
01:04Falls ihr euch auf eurem sexy 4K-Fernseher wundert, warum das Material so schwummerig aussieht,
01:09Blizzard hat uns leider nicht die Möglichkeit gegeben, irgendwas jenseits der 1080p aufzunehmen.
01:14Ich stand jetzt also vor der schweren Wahl, alles in die Tonne zu kloppen oder euch damit leben zu
01:18lassen, dass es nur Full-HD gibt, aber dafür so früh wie möglich alle Infos zu liefern. Und wie immer
01:23entscheide ich mich für euer Wohl. So und jetzt noch ein Wort zu unserem Sponsor. Also klären wir
01:30erstmal die Grundlagen des Warlocks, bevor ich detailliert auf die einzelnen Spielweisen eingehe.
01:35Die Hintergrundgeschichte des Hexenmeisters bleibt über alle Spiele hinweg sehr ähnlich. Wir reden hier
01:39von Männern und Frauen, die die Pforten der Hölle bewusst öffnen, um sich dämonische Kräfte zu eigen
01:44zu machen und die wiederum gegen Mephisto und Co. zu instrumentalisieren. Warlocks werden von der
01:49restlichen Magierzunft geächtet, von den einfachen Menschen gefürchtet, denn wir alle wissen, was in
01:54der Diablo-Welt aus Menschen wird, die Dämonen kontrollieren wollen. Aus Gameplay-Perspektive
01:58ist der Warlock auch in Diablo 4 am ehesten ein Mix aus Summoner und Caster. Was das aber konkret
02:04bedeutet, unterscheidet sich von Spiel zu Spiel stark. In Diablo 2 beschwöre ich ja noch recht statisch
02:09Ziegenmänner, Höllenhunde und Knechte andere Monster, damit sie mir über einen längeren Zeitraum
02:14hinweg dienen. Auch der D2-Warlock hasst seine eigenen Kreaturen. Im eigentlichen Gameplay hat es
02:20aber dann doch handfeste Vorteile, die gehörten Kollegen am Leben zu halten. In Diablo 4 geht das
02:25alles ein bisschen rabiater zu. Also reden wir mal über den ersten Bild, den Summoner. Für den
02:30Summoner-Warlock in Diablo 4 sind Dämonen reine Verschleißware. Es gibt sogar Effekte, die hochskalieren
02:36oder auslösen, wenn ihr in kürzester Zeit möglichst viele Dämonen umbringt und dazu zählen eben auch eure
02:41eigenen. Per Rechtsklick entfessele ich zum Beispiel einfach einen Spratzelregen aus Dämonen,
02:46der genauso schnell wieder zerplatzt, wie ich ihn beschwöre. Oder ich beschwöre einen manischen
02:50Gefallenen, der auf Gegner zurennt und explodiert. Oder ich erschaffe eine Fleischwand aus Dämonen,
02:55die mir Gegner von der Pelle hält. Natürlich haben einige meiner Kreaturen auch mal eine etwas
03:00längere Haltbarkeit, wie der Butcher-Kollege hier mit dem zerfisselten Hinterteil. Aber unterm Strich
03:05solltet ihr die Beschwörungen des Warlock weniger als Diener begreifen und mehr als Werkzeuge
03:10in der Munition, um damit eure Waffen durchzuladen. Mein absolutes Highlight bleibt der Ulti-Angriff
03:15des Beschwörer-Warlocks. Das ist einer von vier möglichen Ultis. Er oder sie ruft eine gigantische
03:21Dämonenkreatur aus dem Boden, die mit ihrem Riesenschwert den halben Bildschirm wegsetzt.
03:26Das ist wundervoll. Im Vergleich zum klassischen Necromancer betreibt der Warlock also deutlich
03:31weniger Management, um stattdessen mitten im Geschehen einen Dämonen nach dem anderen zu verfeuern.
03:36Und falls euch das noch nicht direkt genug ist, na dann, dann werdet doch einfach selbst zum Dämonen.
03:41Um selbst zum Dämon zu werden, müsst ihr auf sämtliche anderen Ultimate-Skills des Warlock verzichten,
03:47bekommt aber dafür nach jeder Transformation ein einzigartiges Fähigkeiten-Kit. So reite ich zum
03:53Beispiel auf einem eigenen dämonischen Ross und verschieße Höllenminen. Ziemlich cool.
03:57Der Vanguard-Spielstil ist mir persönlich aber noch am schwersten gefallen, weil ich als alleiniger
04:01Dämon natürlich a. die ganze Aggro abbekomme und b. noch ein bisschen überfordert damit war,
04:05all die neuen Dämonen-Fertigkeiten clever einzusetzen, die mir so eine Verwandlung beschert.
04:09Aber der Vanguard-Stil zeigt eben gerade dadurch, wie vielfältig sich der neue Hexenmeister spielen
04:14lässt, selbst wenn ich keinen Bock auf Beschwörungen habe. Und apropos keinen Bock auf Beschwörungen.
04:19Der dritte Bild ist der sogenannte Abyss-Warlock. Also, so habe ich ihn genannt.
04:25In Diablo 2 beherrscht der Warlock sogenannte Hexmagie. Oder halt Hexerei, mit der er seine Waffe
04:29verzaubert und Gegner aus dem Lovecraftschen Eldritch-Abgrund herausfesselt und bindet.
04:34Wenn ihr euch diesen Abgrund als eine Art Fass vorstellt, dann klopft ihr in Diablo 2 da ein
04:39kleines Loch in den Deckel, aber in Diablo 4 fliegt der ganze Deckel weg. Und das Fass auch.
04:44Rein optisch ist die Abgrundmagie mein größtes Highlight der neuen Warlock-Klasse, weil die
04:48entfesselte Eldritch-Hexerei unheimlich atmosphärisch aussieht. Ihr schleudert dem Gegner eine Spur
04:52aus Schattenglibber entgegen, aus dem heraus riesige Sensen nach den Feinden greifen. Ihr befreit
04:57hungrige Schattenwürmer, die wie ein Piranha-Schwarm jeden Widersacher verschlingen oder um euch
05:02herumtanzen. Jeder Hexerei-Skill könnte Hauptfigur eines eigenen Horrorfilms sein. Hexerei sieht
05:08aber nicht bloß fancy aus, sondern folgt auch einer klaren Philosophie. Crowd-Control,
05:12also Gruppenbeherrschung. Ihr platziert Pentagramme auf dem Boden, die ganze Gruppen von Feinden
05:16schwächen, an Ort und Stelle festtackern oder sonst wie beeinflussen, damit ihr entweder selbst
05:21nachsetzen oder die eigenen Koop-Gefährtinnen und Gefährten draufhetzen könnt. Natürlich reißt
05:25die Abgrundhaberei aber auch einfach gerade raus richtig fiese Wunden. Nur verglichen mit dem
05:30Höllenfeuer entfaltet sie ihre spannendsten Effekte ein bisschen mehr um die Ecke und im
05:34Zusammenspiel mit anderen. Und apropos Höllenfeuer. Der vierte Bild, den ich ausprobieren konnte,
05:40ist der sogenannte Höllenfeuer-Bild. In der Hölle herrscht ja bekanntlich konstante Krill-Saison und
05:45deshalb braucht ein echter Hexenmeister natürlich ein entsprechend feuriges Arsenal. Ein Hellfire-Warlock
05:50ist von allen Bilds wahrscheinlich am stärksten in die Fresse. Ihr schleudert den Gegnern Feuerbälle
05:54entgegen, setzt den Boden in Brand, macht ihm die Hölle heiß. Sein Ulti lässt im Prinzip den
05:59ganzen Bildschirm explodieren. Das ist relativ gradlinig. Allerdings wird gerade hier deutlich,
06:05dass der Warlock auch von Synergien zwischen den einzelnen Spielstilen profitiert. Auch als
06:09Höllenfeuer-Caster könnt ihr euch beispielsweise einen brennenden Schädel beschwören, der Feinde
06:13umkreist und Feuer spuckt. Zusammen mit dem Warlock konnte ich hier auch schon die komplett überarbeiteten
06:18Skill-Trees ausprobieren, die spätestens mit dem Launch von Vessel of Hatred live gehen sollen. Und die
06:23setzen merklich darauf, genau diese Synergien zu erkennen. Statt wie früher einfach Passivboni
06:29für die bestehenden Skills aufzupumpen, ändere ich jetzt deren Eigenschaften teils drastisch. Aus
06:34der Abgrundhexerei wird dann je nach Skillung plötzlich Höllenfeuer. Dämonlinge, wie ich
06:38kleine Dämonen einfach mal nenne, können euch beschützen oder automatisch Gegner anspringen und
06:43explodieren. Ihr zieht wahlweise eine Fleischwand aus Dämonen hoch oder skillt sie so um, dass stattdessen
06:48eine Art Warlock-Käfig um die Gegner herum entsteht. Nur dass diese Wall lebendig ist und mit riesigen
06:53Äxten auf gefangene Opfer eindrischt. Im Rahmen einer Anspiel-Session kratze ich natürlich bloß an der
06:59Oberfläche all der Möglichkeiten, die eine so vielfältige Klasse wie der Warlock bietet. Die Community wird hier
07:04Kombinationen finden, die wahrscheinlich nicht mal die Devs auf dem Schirm haben. Aber was ich jetzt schon
07:08sagen kann, Diablo 4 bürstet all die Eigenschaften des Diablo-2-Warlocks derart auf Krawall, dass die neue Klasse
07:15schon beim Anspielen unglaublich viel Umf entfaltet. Es macht so einen Spaß, Horden von Dämonen auf
07:20meinen Gegnern zerspratteln zu lassen, den gesamten Bildschirm in Brand zu setzen und dabei auszusehen
07:25wie der Hauptcharakter eines Death-Metal-Plakats. Leider konnte ich in Irvine noch nichts von den
07:29eigentlichen Add-On-Inhalten sehen, also den Skowos-Inseln, aber zumindest bringt der Hexenmeister
07:33das Potenzial mit, perfekt ins Szenario zu passen. Durch die tragischen Geschichten von Narell,
07:38Donan und Co. zieht sich ja als roter Faden das tiefe Verlangen, die höllischen Kräfte zu
07:42kontrollieren und das alles hat der Welt dann jetzt Mephisto beschert. Ich bin neugierig,
07:47wie der Warlock damit umgeht. Steht er jetzt permanent neben dem Geschehen und macht so ein
07:50Facepalm, weil niemand außer ihm mit Seelenstein umgehen kann? So oder so, die Zukunft von Diablo
07:554 ist aktuell so spannend wie nie. Jetzt muss Blizzard den Ball nur ins Netz spielen und zeigen,
08:00dass die neuen Seasons und Lord of Hatred über die neuen Endgame-Playlists hinaus die Leute packen
08:05können. Spätestens im April 2026 erfahren wir, ob das dann auch hinhaut.
08:12Spätestens im April 2026
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