- vor 41 Minuten
ovember 2003 gegen Mitternacht steht Nicole U. mit
Kolleginnen auf dem Kölner Straßenstrich und wartet auf
Kundschaft. Sie steigt in einen LKW. Am nächsten Morgen wird
sie tot auf einem Baumarktparkplatz entdeckt. Die Obduktion
ergibt: Die junge Frau wurde erwürgt und postmortal
vergewaltigt. Vom Täter keine Spur. Ein Jahr später greift ein
LKW-Fahrer erneut eine Frau an. Doch Asta J. über
Kolleginnen auf dem Kölner Straßenstrich und wartet auf
Kundschaft. Sie steigt in einen LKW. Am nächsten Morgen wird
sie tot auf einem Baumarktparkplatz entdeckt. Die Obduktion
ergibt: Die junge Frau wurde erwürgt und postmortal
vergewaltigt. Vom Täter keine Spur. Ein Jahr später greift ein
LKW-Fahrer erneut eine Frau an. Doch Asta J. über
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TVTranskript
00:02Vier Frauen, brutal vergewaltigt, drei von ihnen getötet, erwürgt oder erstochen.
00:07Die vierte ließ er schwer verletzt mit einem Messerstich in der Brust an einem Feld liegen.
00:13Das war ja letztendlich fast bundesweit ein einmaliger Vorfall.
00:17Mit Abstand der größte Fall, den ich auf dem Tisch liegen hatte.
00:22Die Polizei hat nicht viel in der Hand. Ein paar Hinweise und die Gewissheit, der Mann ist LKW-Fahrer.
00:28Er hat seine Opfer wie Dreck behandelt.
00:31Dieses Gewissenlose, dieses Reuelose, auch diese Brutalität.
00:35Das Muster als solches war offensichtlich nicht so klar.
00:39Ein völlig konträres Täterverhalten. Dieses hätte man mit keiner Datenbank zusammenführen können.
00:45Das große Problem war, dass es ein anderes Bundesland war.
00:48Unterschiedliche Bundesländer, unterschiedliche Behörden. In der Abstimmung eine Herausforderung.
00:53Es gab keinen einzigen verwertbaren DNA-Befund. Wir fingen praktisch jetzt bei Null an.
01:05Wir haben alle nicht vermutet, dass so eine große Geschichte daraus wird.
01:10Selbst wir, die örtliche Dienststelle, hätten nicht gedacht, dass wir vor der Haustür einen Serienmörder sitzen haben.
01:16Das kann man schon sagen, dass das ein prägender Fall war.
01:20Und das sind auch Geschichten, die man dann nicht vergisst.
01:31Das sind auch Geschichten, die man dann nicht vergisst.
02:13Die erste Tat habe ich begangen vom 14. auf 15. November 2003.
02:22Warum ich das getan habe, weiß ich bis heute nicht.
02:3414. November 2003. Kurz nach Mitternacht.
02:39Der Militärring im Kölner Westen ist ein bekannter Treffpunkt für Prostituierte und Freier.
02:46Nicole U. steht gemeinsam mit einer Kollegin am Straßenrand und wartet auf Kundschaft.
02:52Kurze Zeit später kommt ein Freier auf sie zu, spricht sie an und führt sie fort.
02:58Es ist das letzte Mal, dass sie Leben gesehen wird.
03:13Am nächsten Morgen entdeckt ein Kunde auf dem Parkplatz eines Baumarkts etwas Schreckliches.
03:22Zwischen zwei Ausstellungshäuschen liegt der leblose Körper von Nicole U.
03:28Deutliche Würgemaler am Hals lassen keinen Zweifel. Jemand hat die Frau ermordet.
03:35Die Leiche war zum Teil unbegleitet und der Täter hatte dann persönliche Gegenstände des Opfers auch in der Nähe des
03:44Gartenmütchens verteilt.
03:49Mein Name ist Frank Späth. Ich bin Oberstaatsanwalt.
03:53War zur Zeit des Falles im Jahr 2003 in der Staatsanwaltschaft Limburg.
03:59Und dann später als zuständiger Staatsanwalt für die gesamten Verfahren länderübergreifend zuständig.
04:08In diesem Fall, Nicole, war die Kripo Düsseldorf erst befasst mit diesem Fall und hat dann auch die Ermittlungen aufgenommen.
04:17Der Fundort auf dem Baumarktparkplatz in Dormagen liegt nahe der A57, nur rund 30 Minuten mit dem Auto vom Straßenstrich
04:25am Militärring in Köln entfernt.
04:32Nicole U. wird schnell identifiziert. Ihre Kollegin hat sie noch am Tag des Leichenfunds als vermisst gemeldet.
04:39Das Opfer ist 32 Jahre alt und Mutter einer sechsjährigen Tochter.
04:48Die Mordkommission sucht nach ersten Spuren und lässt die Leiche in die Gerichtsmedizin bringen.
04:58Die Obduktion hat ergeben, dass sie erdrosselt wurde und dann hat man auch festgestellt, dass sie dann postmortal eben auch
05:04vergewaltigt wurde.
05:14Postmortale Vergewaltigungen kommen bei Sexualdelikten relativ selten vor.
05:19Es ist eigentlich die Regel, dass zunächst der Geschlechtsakt durchgeführt wird gegen den Willen und dann eben, um die Tat
05:25zu verdecken, ein Tötungsdelikt passiert.
05:30Während Rechtsmediziner die Leiche obduzieren, untersuchen Kriminaltechniker vom Landeskriminalamt Düsseldorf Spuren vom Tatort.
05:41Die Kollegen in Nordrhein-Westfalen haben mit dem ersten Mordfall routinemäßig die Spurenuntersuchung gemacht.
05:47Das Opfer ist wohl entkleidet worden, also hat man natürlich gezielt an den Kleidungsstücken gesucht und an einer Socke halt
05:53ein männliches DNA-Profil gefunden.
05:58Unglücklicherweise als Mischspur. Das heißt, dieses männliche Spurenmaterial war mit dem Material der Geschädigten vermischt.
06:12Den männlichen Anteil da rauszurechnen, sodass man mit dem einen Direktvergleich mit tatverdichteten Personen, mit legalen Spurendegern machen kann, das
06:20war damals sehr schwierig für uns.
06:24Ohne ein eindeutiges DNA-Profil aus der Mischspur ist ein Abgleich mit der bundesweiten Datenbank unmöglich.
06:33Wir haben jetzt hier ein Spurenprofil, das ist für die DNA-Analysedatei ungeeignet und wir haben keinen konkreten Tatverdacht.
06:40Also wir haben nichts, mit dem wir diese Spur abgleichen können.
06:43Die Ermittler hoffen auf Hinweise von Nicole Uhs Kollegin, die sie zuletzt am Militärin gesehen hat. Sie ist die einzige
06:50Zeugin.
06:56Die Arbeitskollegin der Verstorbenen, die ebenfalls auf dem Straßenstrich tätig war, hat gesehen, dass die später ermordete Nicole in ein
07:04LKW gestiegen ist,
07:05sodass man schon davon ausgehen konnte, dass ein LKW-Fahrer zumindest eine Rolle spielt.
07:12Bei rund einer halben Million LKW-Fahrern allein in Deutschland bringt diese Spur der Ermittler kaum weiter.
07:19Ohne Nummernschild, ohne tatsächlich auch das Modell ist die Ermittlung sehr schwierig, weil es eben eine Vielzahl von LKWs gibt.
07:28Und dann kann man das ohne nähere Anhaltspunkte eigentlich gar nicht verifizieren.
07:35Ein weiteres Hindernis erschwert die Arbeit. Als Freier auf dem Straßenstrich hatte der Täter keine persönliche Verbindung zum Opfer.
07:46Es kommen relativ viele mögliche Täter in Betracht, weil eben die Laufkundschaft von weit herkommt und man hat keinerlei Anhaltspunkte.
07:54Und so landet der Fall dann im Aktenordner und das war in diesem Fall so.
08:05Nach einiger Zeit wurde dann die Sonderkommission tatsächlich aufgelöst. Es blieb ein ungeklärter Fall.
08:10Das ist dann auf eine gewisse Art auch frustrierend und natürlich auch für die Angehörigen schrecklich.
08:33Nach dem Mord an Nicole U. ist die Tat in Köln noch immer nicht vergessen.
08:39Besonders die Frauen vom Straßenstrich leben seitdem in ständiger Angst. So auch die 25-jährige Prostituierte Asta J.
09:00Trotzdem steht sie an diesem Herbstabend fast ein Jahr nach der Tat am Militärring und wartet auf Freier.
09:07Plötzlich hält ein LKW in ihrer Nähe.
09:16Der Fahrer steigt aus und spricht Asta J. an.
09:26Sie hat sich zu dem LKW begeben.
09:33Und dort hat der Täter sie sofort attackiert.
09:40Asta J. wehrt sich. Mit den Füßen stößt sie die Beifahrertür auf und springt aus dem Wagen.
09:50Doch sie hat keine Chance. Der Täter packt sie schnell wieder, wirkt sie, bis sie ohnmächtig wird.
09:57Gerade in diesem Moment fährt tragischerweise ein Streifenwagen vorbei, der die Situation nicht erfassen konnte.
10:07Der Täter wartet geduldig, bis der Wagen verschwunden ist und bringt sein Opfer wieder zurück in den LKW.
10:17Er startet den Motor und fährt los. Nach wenigen Minuten kommt Asta J. wieder zu sich.
10:23Sie versucht mit ihm zu reden, doch der Täter schweigt und fährt weiter.
10:32Von Köln über die A57 bis nach Mörs. Etwa eine Stunde Fahrt vom Militärring entfernt.
10:59Er hat sie dann in einem Wendehammer in einem Industriegebiet verbracht.
11:07Der Täter vergewaltigt sein Opfer mehrfach.
11:11Aus Angst hat sie das über sich ergehen lassen.
11:16Danach versucht Asta J. weiter auf ihren Peiniger einzureden.
11:23Er hat sich auch statt teilweise auf Gespräche eingelassen.
11:26Insofern hat er den Eindruck erweckt, als würde er sie vielleicht sogar laufen lassen.
11:31Er hat sie dann unter einem Vorwand aus dem LKW gelockt und ihr dann einen Herzstich versetzt.
11:40Mit einem Messer durchbohrt der Täter ihren Brustkorb, zieht die Klinge heraus und kehrt, ohne erneut zuzustechen, in seinen LKW
11:48zurück.
11:50Asta J. bleibt schwer verletzt zurück.
11:58Mit letzter Kraft schleppt sie sich durch ein Maisfeld bis zur Autobahn.
12:06Dort bricht sie zusammen und bleibt reglos liegen.
12:11Bis eine Autofahrerin sie entdeckt.
12:15Die Zeugin hat erst gedacht, es wäre ein Kind und ist dann weitergefahren, hat dann verbotswidrigerweise gewendet und ist 200
12:24Meter zurückgefahren und hat dann diese schwerstverletzte Frau,
12:28die natürlich geblutet hat und natürlich auch stark verschmutzt war, aufgenommen und zum nächsten Rastplatz gefahren und hat dort die
12:37Rettungskräfte informiert.
12:50Es war ein normal organisierter Nachtdienst.
12:53Wir hatten an dem Abend zuvor noch operiert.
12:55Ich war dann zu Hause im Bett und das Telefon klingelte und dann habe ich eine Mitteilung bekommen an eine
13:01Patientin mit einer Herzverletzung auf der einen Seite
13:04und mit dem hochgradigen Verdacht auf eine Verletzung im Abdomen.
13:09Und das bedeutet, wir haben wenig Zeit.
13:18Ich bin halb angezogen, unter der Hilfe meiner Frau dann ins Auto gestürzt und war ganz schnell in Bethanien.
13:32Die Patientin hatte eine Stichverletzung am linken Oberbauch und wir hatten alle Hände voll zu tun.
13:39Diese schwer verletzte Frau mit einer Herzkammerverletzung zu stabilisieren, dass man sie dann in den OP kriegt.
13:51Der Messerstich war quer verlaufendem linken Oberbauch, hat eine Breite von etwa anderthalb Zentimetern nicht ganz gehabt,
13:59aber die Klinge war haarscharf an der Milz vorbeigegangen, ist durch das Zwerchel in die rechte Herzkammer gegangen.
14:08Und vom Eröffnen der Bauchhülle bis zur Erreichen der Herzkammer, das musste dann sehr, sehr schnell gehen, sehr, sehr schnell.
14:17Denn der Anästhesist rief, wir werden sie jetzt verlieren.
14:26Ich habe das so nur einmal erlebt bei vielen tausend Operationen, die ich gemacht habe.
14:31In der Regel gehen solche Verletzungen tödlich aus.
14:38Dann haben wir den Stich gesehen, die Verletzung des Myokats, wo mit jeder Kontraktion Blut ausgetrieben wird.
14:47Und dann habe ich das genäht und dann hat der Anästhesist gesagt, jetzt habe ich sie wieder.
14:58Wie durch ein Wunder überlebt die Frau.
15:02Nach der OP war sie stabil, hatte sich erholt und ist etwa zwei Stunden später, war sie komplett ansprechbar wach.
15:15Gegen 8 Uhr bin ich noch einmal auf die Intensivtherapie gegangen und ich wollte sie angucken, wie geht es hier.
15:24Und dort waren schon Staatsanwalt, Dolmetscher und kriminalpolizeiliche Interviewer.
15:31Und da lief dann das Programm.
15:37Beamte der Kölner Kriminalpolizei haben am Nachmittag die Prostituierte befragt,
15:42die Montagnacht von einem unbekannten Mann mit Messerstichen verletzt worden ist.
15:47Die 25-Jährige war auf dem Straßenstrich am Kölner Militärring in den Wagen des Täters gestiegen.
15:56Erst die spätere Aussage des Opfers offenbart den Ermittlern erschütternde Details der Tat.
16:06Wie dramatisch die Situation bei der Tat war, ergibt sich aus der Kommunikation zwischen dem Opfer und dem Täter.
16:14Die Zeugin hat relativ dramatisch geschildert, wie die Kommunikation abgelaufen ist.
16:27Sie hat gesagt, er hat nur gesagt, zieh dich aus.
16:30Er war sehr grob, er hat an den Händen gezogen, an den Haaren gezogen.
16:35Brutal mit Händen gefasst, sag mal wie mit einer Puppe, als du nicht mehr lieb hast und schmeißt du um
16:43die Ecken.
16:47Das war lebensbedrohlich und die Zeugin hat Todesangst gehabt.
16:51Und es ist auch durch diese Aussagen immer wieder deutlich geworden,
16:54wie grob und ja, ich bezogen der Täter in dieser Situation reagiert und gehandelt hat.
17:03Aus psychologischer Sicht ist der Täter sehr emotionslos.
17:07Man würde sagen, als Psychologe Affekt verflacht, also Mangel an Gefühlen.
17:11Dieses Gewissenlose, dieses Reuelose, auch diese Brutalität, die könnte schon so für eine Psychopathie sprechen.
17:21Ich bin Dr. Gilda Giebel, ich bin Psychologin und Autorin.
17:25Und ich habe sechs Jahre lang in einer Sicherungsverwahrung mit den gefährlichsten Männern Deutschlands gearbeitet.
17:34Die Aussage von der Asta ist extrem viel wert aus meiner Sicht.
17:38Besonders war daran für mich zu sehen, dass der Täter tatsächlich sofort das Opfer überwältigt hat,
17:45nachdem sie dann in den Lkw gestiegen ist, in diesen kleinen Raum.
17:49Er hat da gar nicht lange gefackelt und hat sich sofort von hinten stranguliert.
17:53Sie hat sich enorm gewehrt und ist ja dann aus dem Lkw gefallen.
17:56Und man hat auch mitbekommen, dass er eine sehr hohe Bereitschaft zur Tatausführung hatte.
18:07Gegen Ende des Geschehens kam es noch zu einem dramatischen Vorfall.
18:11Da hat die Asta tatsächlich noch versucht, alles zu tun, um ihr Leben zu retten.
18:19Ich habe gesagt, denk dran, was würde deiner Mutter sagen, was für Sohn hat die, wenn du sowas magst mit
18:25mir?
18:26Dann wollte er nochmal zustechen, aber er hat mir nur das Messer aus der Hand gerissen, hat mir dabei auch
18:31die Finger geschnitten.
18:32Und dann hat er nicht mehr zugestochen, er hat nur gesagt, geh.
18:39Sie versucht ja eigentlich immer wieder, an sein Gewissen zu appellieren, an eine höhere moralische Instanz,
18:45die ja eigentlich jeder Mensch hat.
18:47Und auch die Mutter mit ins Spiel zu bringen, um auch zu zeigen, schau mal, was hätte die eigentlich für
18:51ein Bild von dir?
18:52Wäre die nicht enttäuscht? Wer möchte denn so einen Sohn haben?
18:54Und es hat ja vielleicht auch eine Wirkung auf ihn gehabt.
18:57Immerhin hat er ja nicht nochmal nachgestochen.
19:01Dass Asta J überlebt, ist ein Glücksfall für die Kölner Kripo.
19:06Sie ist bereits die zweite Frau, die in Köln von einem Lkw-Fahrer angegriffen wird.
19:11Im ersten Fall, dem Mord an Nicole U., fehlt immer noch jede Spur.
19:18Handelt es sich um denselben Täter, könnte Astas Aussage entscheidend für die Aufklärung beider Taten sein.
19:27Da war auch eine räumliche Nähe da, weil beide Prostituierte im Militärring tätig waren, in Köln-Radetal.
19:34Sodass man da schon einen Zusammenhang hatte.
19:38Die Angriffe auf Kölner Prostituierte beschäftigen intensiv die Kölner Polizei.
19:43Wir werden versuchen, in den nächsten Tagen ein Phantombild zu erstellen, soweit der Gesundheitszustand des Opfers das zulässt.
19:52Die Zeugin wurde darum gebeten, den Täter zu beschreiben.
19:56Obwohl sie schwer verletzt und traumatisiert ist, liefert Aster J. den Beamten schnell erste Hinweise.
20:04Das Bild des Täters hat sich unauslöschlich in ihr Gedächtnis gebrannt.
20:08Sie konnte ihn als südländischen Typ beschreiben, als Raucher.
20:13Und das Wichtigste auch, sie hatte markante Narben im Bauchbereich festgestellt.
20:21Aufgrund der Angaben der Zeugin ist es tatsächlich gelungen, ein Phantombild zu erstellen, das sehr detailgetreu war und konnte dann
20:30auch in die Fahndung gestellt werden.
20:32Die Ermittler verteilen das Phantombild in Köln und Umgebung und setzen eine Belohnung aus.
20:39Wird jemand das markante Gesicht und die Narben wiedererkennen?
20:46Die Mordkommission hat begrenzt auf den Raum Köln die Öffentlichkeit gebeten, Hinweise zu geben.
20:55Die blieben erfolglos, weil der Täter sich nicht in diesem Gebiet aufgehalten hat.
21:00So, dass die Polizei sich inspirieren lassen musste und ungewöhnliche Ermittlungsmaßnahmen fahren musste.
21:09Die Sonderkommission in Köln startet eine groß angelegte Suchaktion.
21:16Sie befragt Speditionen, wertet Tachoscheiben aus, überprüft über 5000 Fernfahrer und vergleicht sie mit dem Phantombild.
21:34Doch der Täter bleibt verschwunden.
21:47Nach dem zweiten Opfer war ja dann klar, dass es sich bei dem Täter um einen Lkw-Fahrer, um einen
21:52Fernfahrer handelt.
21:53Und das ist interessant, weil sie natürlich so anonym sind und gleichzeitig sehr mobil.
22:00Und dann haben sie natürlich den Raum, um auch den privaten Raum, um das Opfer eben zu vergewaltigen und dann
22:06auch weiter weg die Leiche zum Beispiel zu transportieren.
22:09Das sind einfach sehr praktische Gegebenheiten.
22:11Das heißt natürlich nicht, dass jetzt Lkw-Fahrer potenzielle Serienmörder sind oder Serienvergewaltiger.
22:16Aber dass, wenn es einen Täter gibt, der solche Neigungen hat und die auch wirklich ausleben möchte, es leichter hat,
22:23wenn er eben diesen Lkw zur Verfügung hat.
22:30Aufgrund der Zeugenaussage der Astar, die das Führerhaus relativ deutlich beschreiben konnte, gab es vielversprechende Anhaltspunkte.
22:39Das Fahrzeug war im Country-Stil ausgestattet und hat einen London-Wimpel, einen sehr markanten Wimpel in der Frontscheibe des
22:47Führerhauses gehabt.
22:50Mit den neuen Hinweisen konzentrieren sich die Ermittler jetzt auf das Fahrzeug.
22:56Da jetzt bekannt war, dass der Täter öfter im Raum Köln unterwegs war, hat es sich angeboten, dass die Zufahrtsstrecken
23:04überwacht werden mit Kameras,
23:06um dann eben möglicherweise Anhaltspunkte zu finden, zum Beispiel einen Lkw, der diesen ominösen Wimpel im Fenster hat,
23:14so dass man diesen Hoffnungsschimmer hatte, durch die Überwachung da zum Ergebnis zu kommen.
23:21Stundenlang filmen die Beamten die Autobahnen rund um Köln und werten die Aufnahmen aus.
23:26Auf der Suche nach dem Fahrzeug mit dem markanten Wimpel.
23:34Das alles wurde auf jeden Fall gemacht, blieb aber leider erfolglos.
23:39Die Kölner Ermittler setzen jetzt auf die Spuren an Asta Jots Kleidung, die sie bei ihrer Einlieferung ins Krankenhaus getragen
23:47hat.
23:51Die sind ausgezogen worden in eine Tüte. Die Polizei hat diese Tüte mit ihren Sachen mitgenommen.
24:02In dem Fall hat man natürlich dann auch eine Spurenauswertung gemacht.
24:05Und da hat man dann gezielt auch DNA-Spuren von dem unbekannten Täter finden können, die dann wiederum für die
24:12DNA-Analyse-Datei geeignet waren.
24:15Man hat dann in Nordrhein-Westfalen das Profil schon in die Datenbank eingestellt,
24:19hat dann aber gemerkt, dass der erste Fall mit dem zweiten Fall auch mit übereinstimmt.
24:23Die Spur war ja nicht in der Datenbank, also das haben die intern gesehen, obwohl es verschiedene Dienststellen waren.
24:28Aber beide Fälle sind beim LKA in Düsseldorf untersucht worden.
24:31Und dort konnte man sehen, dass es einen Zusammenhang zu den beiden Fällen gibt.
24:36Dass die Spuren beider Fälle im nordrhein-westfälischen Landeskriminalamt untersucht werden, erweist sich als Glücksfall.
24:44Nur hier ist auch die unvollständige Spur aus dem Fall Nicole U. gespeichert,
24:49die nicht in die bundesweite Datenbank aufgenommen werden konnte.
24:53Die winzigen Fragmente reichen den Ermittlern allerdings aus,
24:57um eine Übereinstimmung mit der DNA-Spur im Fall Asta J. feststellen zu können.
25:04Man hätte ja dann schon sagen können, Mensch, wir haben hier möglicherweise einen Seelentäter.
25:07Und da ist ja eine potenzielle Gefahr auch für die Zukunft, für viele weitere Opfer.
25:13Der erste Verdacht bestätigt sich.
25:16Bei beiden Taten handelt es sich um denselben Täter.
25:20Die Ermittler können ihn jedoch nur identifizieren, wenn sein Name bereits registriert ist.
25:26Da die DNA-Spur im zweiten Fall vollständig genug ist, hoffen die Ermittler auf einen Treffer in der bundesweiten Datenbank.
25:40Aber in diesem Fall gab es keinen Treffer.
25:42Sodass man leider sagen muss, bis dahin liefen die Ermittlungen, die sehr umfangreich und ausführlich gemacht wurden, leider im Sande.
25:50Sie blieben ohne ein sichtbares Ergebnis.
25:52Das heißt, in dem Augenblick ist der Fall für die Ermittler dann auch tot.
25:56Das ist ein ganz typischer, ungeklärter Fall, ein unlösbarer Fall, ein sogenannter Cold Case.
26:03Ein Täter, zwei Opfer, keine Anhaltspunkte.
26:11Aus Sicht der Ermittler ist es so, wenn man jetzt schon zwei Taten hat, die irgendwie zusammenpassen,
26:15dann hat man vielleicht schon die Idee, dass es sich ja um einen Serientäter handelt, der vielleicht auch noch weitermacht.
26:21Wird der Lkw-Fahrer das Phantom aus Köln noch einmal zuschlagen?
26:28Ich weiß nicht, wie lange ich da gesessen habe, keine Ahnung.
26:31Und dann kam dann dieses Mädchen vorbei.
26:34Sie ist halt ganz normal gelaufen und ich bin mit einem Mal ein bisschen schneller geworden.
26:40Und dann bin ich noch ein Stück hinter ihr hergegangen und hatte dann wie so Aussetzer gehabt.
27:00Untertitelung des ZDF für funk, 2017