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  • vor 19 Stunden
Der Nationalpark Calanques im Süden Frankreichs ist für seine Schönheit berühmt. Erst vor kurzem wurde bekannt, dass die Erde mit Schwermetallen belastet ist. Jetzt beginnt die umfangreiche Sanierung.

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Transkript
00:00Atemberaubend schön, der Nationalpark Calanque, ein Juwel der französischen Mittelmeerküste und ein Touristenmagnet zu jeder Jahreszeit.
00:10Doch was die wenigsten Urlauber wissen, der Küstenstreifen ist hochgradig mit giftigen Schwermetallen belastet.
00:16Hier zu wandern könnte gesundheitsgefährdend sein.
00:20Wir haben hier überall gespielt. Das war unser Spielplatz.
00:24Ich war letzten Sommer zum Baden hier. Hätte ich das gewusst, wäre ich gar nicht erst ins Wasser gegangen.
00:28Ein Wintertag im Nationalpark. Seit September 2025 wird hier in der Samena-Bucht gebaggert, verseuchtes Erdreich abgetragen und entsorgt.
00:40Der Küstenstreifen ist Teil des Nationalparks Calanque, der sich vom Mittelmeer bis in die Vororte von Maasai erstreckt, der zweitgrößten Stadt Frankreichs.
00:48Wir befinden uns hier in einem Gebiet des Nationalparks Calanque, der paradoxerweise sowohl ein interessantes Natur- und Pflanzenerbe mit vielen geschützten Arten,
01:01als auch eine industrielle Vergangenheit mit zahlreichen ehemaligen Industriegebieten hat.
01:05Heute sind es Dörfer, in denen die Nachfahren der Industriearbeiter leben.
01:15A la Monde liegt die Zukunft seines Nationalparks am Herzen.
01:19Der Parkwächter arbeitet hier seit dessen Gründung im Jahr 2012 und kennt die Ursache des Problems.
01:26Unmengen giftiger Überreste, das ist das Erbe der industriellen Vergangenheit.
01:30Melody Gros und Jérémie Durand leiten die staatlich finanzierten Sanierungsarbeiten.
01:38Wir haben Messungen durchgeführt, die zeigen, dass die Schwermetallkonzentrationen tatsächlich hoch sind, auch im Sand des Strandes.
01:47Der Strand wird daher komplett abgetragen.
01:49Die übrigen Materialien, die vom Strand, vom Wind und so weiter mitgerissen werden können, werden versiegelt.
01:55Die Rückstände stammen von längst geschlossenen Industriestädten wie der Bleifabrik Escalette, die bis 1925 hier produziert hat.
02:06Die Schlacken sind Nebenprodukte der Metallverarbeitung.
02:10Wie giftig sie waren, war damals nicht bekannt.
02:13Sie wurden einfach ins Meer und in die Natur gekippt.
02:16Der Boden hier ist sehr mineralisch im Nationalpark Calanque.
02:21Das alles sind also tatsächlich Schlacken.
02:24Hier sieht man den Unterschied deutlich.
02:26Im unteren Teil handelt es sich um alte Industrie-Schlacken.
02:29Die oberen Teile bestehen eher aus Aufschüttungen mit Abbruchmaterialien, Ziegelsteinen und Dachziegeln.
02:34Im schwierigen Terrain kommt Spezialgerät zum Einsatz, wie dieser Bagger auf Spinnenbeinen, wenn es die Wetterbedingungen zulassen.
02:44Bei hohem Wellengang oder starken Winden kann nicht gearbeitet werden.
02:4914 Millionen Euro hat der französische Staat für die Entgiftung des Bodens bereitgestellt.
02:55Lange wusste ich ja kaum jemand von der Gefahr.
02:58Es gab früher Hinweisschilder, aber die wurden sehr schnell abgerissen.
03:02Jetzt gibt es überhaupt keine Infos mehr.
03:04Die Stadt engagierte eine Zeit lang junge Leute, die Aufklärungsarbeit leisteten.
03:08Aber aufgrund ihres jungen Alters oder aus anderen Gründen nahmen die Anwohner und diejenigen, die die Bucht genossen, sie einfach nicht besonders ernst.
03:17Ich war letzten Sommer zum Baden hier und hätte ich das gewusst, wäre ich gar nicht erst ins Wasser gegangen.
03:23Rund 100 Leute waren am Ufer der Bucht, um zu baden und zu picknicken.
03:29Aber Infos darüber gab es keine.
03:32Wir sind inmitten all dem aufgewachsen.
03:36Alle Menschen, die jetzt in meinem Alter sind, haben von klein auf hier überall gespielt.
03:40Das hier war unser Spielplatz.
03:42Auf der Halde dort oben, in den Hochöfen, in den Tunneln hatten wir unseren Spaß.
03:45Mit Tunneln sind diese ehemaligen Fabrikschornsteine gemeint, die an Hügeln entlang gebaut wurden.
03:56Hier war auch so ein Tunnelschlot.
03:58Gerade wird das kontaminierte Erdreich abgesaugt, damit Wanderer in Zukunft hier sicher rasten können.
04:04Noch ist ein Picknick-Tier gefährlich.
04:07Studien zeigen, dass das Hauptrisiko der unbeabsichtigte Verzehr dieser Erde ist.
04:13Das betrifft also vor allem Kinder, die dazu neigen, Dinge in den Mund zu nehmen.
04:16Ihre Hände zum Beispiel, nachdem sie mit dieser kontaminierten Erde in Kontakt gekommen sind.
04:21Zu wenig aber werde getan und zu spät, glaubt mancher der Anwohner und zweifelt auch am Sinn der Maßnahmen.
04:30Das bringt doch gar nichts. Wir sind unser ganzes Leben lang darin geschwommen.
04:34Es gab keine Toten. Da in der Fabrik, da gab es Tote.
04:38Was jetzt abtragen, ist nicht einmal ein Tausendstel dessen, was im Meer gelandet ist.
04:44Das ist das Problem. All die Sachen, die ins Meer gekippt wurden.
04:47Vor 20 Jahren stand in dieser Bucht noch eine Diskothek, erzählt uns Anna.
04:52Überall parkten Autos, der Unrat häufte sich.
04:55Dank des Nationalparks ist es hier viel sauberer geworden.
04:59Die Bucht ist heute ein beliebtes Ausflugsziel.
05:02Auch hier muss saniert werden, doch die Arbeiten werden erst im Herbst 2026 beginnen.
05:10Der Mistral weht direkt auf diesen Landstrich.
05:13Die Industrieunternehmen lieferten hier Tonnen und Abertonnen von Schlacken an.
05:18Das Meer erledigte den Rest, indem es die Schlacken wegspülte und im Wasser verteilte.
05:24Melody Gros und Jérémy Durand hoffen, den ersten Teil der Sanierung bis Frühjahr 2026 abzuschließen,
05:31damit Wanderer sich wenigstens in einigen Gebieten gefahrlos aufhalten können.
05:43Das Meer ist heute ein bisschen.
05:44Das Meer ist heute ein bisschen.
05:45Vielen Dank.
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