00:00Musik
00:00Stilles Gedenken am Sonntag in der Wiener Innenstadt.
00:11Vor fünf Jahren hat hier rund um den Desider-Friedmann-Platz
00:15der schwerste Terroranschlag in der jüngeren Geschichte des Landes stattgefunden.
00:20Ein Islamist hatte am Abend des 2. November vier Menschen getötet,
00:26mehr als 20 wurden verletzt.
00:28Zum Jahrestag ist auch dieses Jahr mit einer Kranzniederlegung der Opfer gedacht worden.
00:34Politiker wie der damalige Bundeskanzler Karl Nehammer und Angehörige
00:39legten Blumen, Kerzen und Kränze nieder.
00:44Ja, das ist wichtig. Das zeichnet eine Demokratie aus.
00:48Zusammenzustehen, kollektiv Anteil zu nehmen, auch bei den Familien zu sein,
00:53auch zu wissen, dass es hier neben den Einsatzkräften, die schnell da waren,
00:59auch drei couragierte Bürgerinnen und Bürger gegeben hat,
01:02die hier tatkräftig selber geholfen haben.
01:05Und das zeigt, was eine Demokratie, was eine Gesellschaft ausmacht.
01:08Ja, das ist fünf Jahre her, am Tag genau, wo vier Menschen getötet wurden,
01:1623 zum Teil schwer verletzt wurden, eine Stadt, ein ganzes Land,
01:20in Schockzustand war, nun nur menschlicher Trauer auch war.
01:24Und da ist es so wichtig, dass man im Gedenken an diese Opfer,
01:29aber auch an die Angehörigen der Bliebenen, diese Grenze niederlegt.
01:33Nicht im Gedenken, aber auch als Mahnung, dass wir alles tun müssen,
01:38in Zukunft, um so etwas auch zu verhindern.
01:40Und es wurden auch entsprechende Schlüsse und auch Konsequenzen gezogen.
01:45Der Staatsschutz- und Nachrichtendienst wurde völlig neu aufgestellt,
01:49mit 1. Dezember 2021.
01:52Wir haben innerhalb der Polizei die sogenannten schnellen Reaktionskräfte eingeführt.
01:56Innenminister Karl Niehammer hat das damals in die Wege geleitet,
02:00die notwendig sind, um die Polizeistreifen auch zu unterstützen.
02:07Wir haben in diesem Jahr die sogenannte Gefährdeüberwachung auch eingeführt.
02:10Das sind alles notwendige Maßnahmen, polizeiliche Maßnahmen,
02:15um alles menschmöglich zu tun und für Sicherheit sorgen zu können.
02:19Naja, ich denke vor allem daran zurück, dass es für uns alle,
02:22die diesen Tag erlebt haben, eine schwere Zäsur war.
02:24Und meine Gedanken gerade heute sind auch bei den Opfern und den Hinterbliebenen.
02:30Und ich habe diese Nacht ja im Krisenstab in der Sicherheitszentrale verbracht.
02:35Und ich kann mich gut erinnern, dass die Wiener Polizei da sehr, sehr gut agiert hat,
02:39aber auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt Wien.
02:42Beispielsweise die Fahrer der Wiener Linien haben gesagt, sie werden nicht weiterfahren,
02:47weil es könnte ja ein Attentäter, man wusste ja zu dem Zeitpunkt noch nicht,
02:51wie viele Attentäter unterwegs sind, in eine Straßenbahn einsteigen und dort das Feuer eröffnen.
02:57Und ich habe aber trotzdem gebeten, bitte fahrts weiter,
03:01denn wir müssen möglichst viele Menschen aus der Gefahrenzone bringen.
03:03Und das ist auch geschehen.
03:04Also ich bin wirklich stolz auch auf die Wiener Polizei,
03:07aber auch auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt Wien,
03:10bei den Wiener Linien, bei den Rettungsorganisationen, die hier unermüdlich tätig waren.
03:15Bundeskanzler Christian Stocker war am Sonntag bei der Gedenkveranstaltung nicht persönlich anwesend,
03:20da er nach einer Rückenoperation gesundheitsbedingt verhindert war.
03:25Er betonte aber in einer Stellungnahme,
03:27dass unsere freie Gesellschaft keine Selbstverständlichkeit sei und verteidigt werden müsse.
03:34, bis zum nächsten Mal.
03:37Vielen Dank.
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