00:00Nachdem Kronos, The New Dawn und Silent Hill F die diesjährige Gruselsaison vorzüglich
00:09eingeleitet haben, geht es am 10. Oktober auf PS4, PS5, Switch 1 und 2, Xbox-Konsolen und
00:15PC mit Little Nightmares 3 weiter. Der mittlerweile dritte Teil der 2D-Rätsel-Plattformer-Reihe
00:21kommt dabei mit zwei durchaus spannenden Neuerungen daher. Erstmals könnt ihr die
00:26Alpträume nämlich nicht nur alleine, sondern auch zu zweit im Online-Koop erleben. Ein Feature,
00:31das wir uns bereits für den Vorgänger gewünscht hatten. Hinzu kommt, dass die Until Dawn-Macher
00:36von Supermassive Games das Ruder übernommen haben. Und klar, das wirft natürlich eine Frage auf,
00:41machen die Jungs und Mädels das so gut wie zu Fortasia Studios? Und da wir wahrlich nicht so
00:47fies sind wie die Alpträume im Spiel, wollen wir euch die Frage auch gleich beantworten. Für uns
00:52hat Supermassive nämlich den bislang besten Teil der Grusel-Serie abgeliefert. Nicht
00:56nur schaut die comichafte Schauer-Optik super atmosphärisch aus und die kurzweilige
01:00Knobelei macht große Freude, auch der neue Koop-Modus macht zumindest spielerisch alles richtig.
01:06Bevor wir in Details abdriften, zunächst einmal ein paar Basics zu Little Nightmares 3. Da der dritte Teil
01:17komplett losgelöst von den Vorgängern ist, ihr braucht also absolut keine Vorkenntnisse,
01:22interessieren sich ja sicher auch einige Neulinge für den Gruseltrip. Im Sidescroller seid ihr
01:27hauptsächlich damit beschäftigt, euch von einem Raum in den nächsten zu rätseln,
01:31gelegentliche Platforming-Passagen zu meistern, vor den albtraumhaften Schrecken im Vollsprint
01:35davonzulaufen oder euch still und leise an ihnen vorbeizuschleichen. Und keine Sorge,
01:40all das könnt ihr auch schaffen, ohne wahre Meister am Pad zu sein. Den The Witness Award in kniffliger
01:46Knobelei müsst ihr auch nicht gewonnen haben. Little Nightmares ist also durchaus ein Spiel
01:51für Gelegenheitszocker und das losgelöst von Schwierigkeitsgraden, die es hier gar nicht erst
01:55gibt. Größtes Highlight ist weiterhin die einzigartige Gruseloptik, die dank hervorragender
02:01Lichteffekte so gut aussieht wie nie zuvor. Auch die Soundkulisse ist wahrlich erstklassig,
02:06aber hört selbst.
02:07Was die Technik anbelangt, können wir uns sowohl auf PC als auch auf PS5 kurz fassen. Das Ding läuft
02:33absolut rund und ist nahezu bugfrei. Zwar hat die KI-Begleitung einmal den Geist aufgegeben,
02:38kurz den nahen Checkpoint geladen und das Problemchen war gefixt. Und wo wir gerade
02:43bei der technischen Seite sind, ein paar wichtige Infos zum neuen Koop-Modus. Der läuft spielerisch
02:48wie gesagt einwandfrei, davon ab kommt er allerdings mit ein paar Abstrichen daher.
02:52Zunächst einmal funktioniert er nämlich nur online. Ein gemütliches Spielen auf der Couch wurde nicht
02:57gedacht, sehr sehr schade. Ebenfalls nicht so dolle ist das Fehlen von Crossplay. Und nein,
03:03auch zwischen PS4 und PS5 könnt ihr nicht zocken. Ihr braucht also zwingend die gleiche Konsole
03:08oder eben beide einen Rechner. Als Hinweis sei zudem noch erwähnt, dass der Story-Fortschritt
03:13stets beim Host hinterlegt wird. Mal eben mit dem Spiel den Koop-Partner wechseln ist also nicht.
03:18Weit erfreulicher ist da die Info, dass ihr euch dank Freundespass-Funktion das Spiel nur einmal
03:24kaufen müsst. Bei saftigen 40 Euro sicher nicht ganz unwichtig, doch zum Preis kommen wir später noch einmal.
03:29Aber gehen wir mal in die Details von Little Nightmares 3. Im Spiel schlüpft ihr in die
03:34Rollen der beiden Geschwisterkinder Low und Alone und gruselt euch in insgesamt vier
03:39zusammenhängenden Kapiteln durch ihre Albträume. Kommt ihr einigermaßen gut durch, könnt ihr bis
03:43zum Abspann grob sieben Stunden einplanen. Wer Lust hat, kann nach einmaligem Durchspielen noch 25
03:49kleine Puppen in den Arealen suchen, die teils richtig gut versteckt sind. Jetzt sind wir wahrlich nicht die
03:54größten Fans von schlichten Sammelnebenaufgaben, müssen aber gestehen, dass uns die überschaubare
03:59Anzahl und der Knobelfaktor beim Entdecken der Figuren richtig gut unterhalten haben.
04:03Was die Geschichte der beiden Kids anbelangt, solltet ihr nicht viel mehr erwarten als eine
04:08sehr grobe Rahmenhandlung. So wird zu Spielbeginn lediglich gezeigt, dass der kleine Junge mit der
04:13Rabenmaske und das Mädchen mit den abstehenden roten Haaren und der Fliegerbrille einen Ort suchen,
04:18der auf ein Stück Papier gemalt wurde. In gewohnter Little Nightmares-Manier führt euch das Spiel
04:24beispielsweise durch einen gruseligen Jahrmarkt, auf dem fiese Bauchrednerpuppen Jagd auf euch
04:29machen. Oder ihr schleicht durch eine Lolli-Fabrik, in der die Hygienevorschriften, sagen wir mal,
04:34nicht ganz so ernst genommen werden. Für welche Ängste und Albträume die Kulissen stehen, ist dabei
04:39ganz eurer Interpretation überlassen. Zwar funktioniert das Environmental Storytelling wie bereits in den
04:46Vorgängern durchaus. Eine Geschichte mit zumindest etwas mehr Fleisch auf den Rippen hätte für
04:51unseren Geschmack aber wahrlich nicht geschadet. So wirkt das Ganze etwas beliebig und hätte uns
04:56jemand vorgegaukelt, hier ein Add-on des Vorgängers mit neuen Skins zu spielen, hätten wir es
05:00wahrscheinlich ohne zu zögern geglaubt. Aber sind wir ehrlich, ein Little Nightmares bockt für zwei
05:06Abende, weil es super ausschaut und weil die seichte Knobelei Laune macht. Und hier stehen die
05:11Albträume von Lowe und Laune denen von Six und Mono aus dem Vorgänger in Nichts nach. Für Spielbeginn
05:17wählt ihr eine der beiden Figuren. Die jeweils andere übernimmt entweder die clevere KI oder eine
05:22befreundete Person. Beide Charaktere kommen mit einem eigenen Gadget daher. Während Laune mit Pfeil
05:28und Bogen höher gelegene Schalter aktiviert oder Gegnern den Puppenkopf vom Torso schießt, hat Laune
05:33einen überdimensional großen Schraubenschlüssel dabei, um beispielsweise brüchige Wände
05:37einzuschlagen. Für einige Passagen bekommt ihr zudem neue Items an die Hand. Darunter ein
05:43Regenschirm aus Rabenfedern, der euch durch Luftströme auf höher gelegene Plattformen
05:48befördert oder eine Taschenlampe, mit der ihr zumindest etwas Licht ins Dunkel bringen könnt.
05:52Erwarten solltet ihr jedoch kein Spiel, das wie zuletzt Split Fiction permanent neue Fähigkeiten
05:58oder kreative Gameplay-Twists einführt. Hier und da sorgen mal ein Kampf- oder eine Fluchtpassage
06:03für Abwechslung. Im Kern schlendert ihr jedoch durch die albtraumhaften Abschnitte und versucht,
06:08recht klassische Umgebungsrätsel zu lösen. Dabei ist uns übrigens aufgefallen, dass die
06:13Knobelei im Koop doch ein ganzes Stück kniffliger wird. Das liegt vor allem daran, dass die KI-Begleitung
06:18genau weiß, welchen Schritt sie zu erledigen hat. Dreht Low beispielsweise an einer Kurbel,
06:23die ein Licht zum Flackern bringt, steigt KI Alone daraufhin auf das richtige Holzregal und springt
06:28auf eine Lampe, die wiederum einen Geheimgang öffnet. Im Koop mussten wir zu zweit erst einmal
06:33knurbeln, welcher Schritt folgt, was das Glücksgefühl beim Lösen des Rätsels allerdings
06:37auch noch etwas gesteigert hat. Little Nightmares 3 macht zwar auch Solo viel Spaß, wenn ihr aber
06:44die Möglichkeit habt, solltet ihr unbedingt zusammen mit einer anderen Person spielen. Wenn
06:48man im Koop-Modus minutenlang gemeinsam auf dem Schlauch steht, dann urplötzlich zufällig
06:52den richtigen Schalter umlegt und dann so tut, als sei man endlich auf die Lösung gekommen,
06:56was gibt es Schöneres? Während der Rätselflow und die generelle Abwechslung beim Gameplay im
07:02guten bis sehr guten Bereich angesiedelt sind, gibt es spielmechanisch nur kleinere Kritikpunkte,
07:07wie Fans von Little Nightmares hinlänglich bekannt sind. So machen Trial-and-Error-Passagen einige
07:13Abschnitte beim ersten Anlauf zum reinen Glücksspiel und auch das Gehüpfe selbst fühlt sich nach wie vor
07:19leicht schwammig an. Beides ist aber wahrlich nichts, was den Spielspaß vermiest. Entscheiden wir uns jedoch
07:25beispielsweise auf der Flucht vor einem Monster in einer Weggabelung für die nicht ersichtliche
07:29tödliche Abzweigung, dann ist das beim ersten Versuch noch lustig. Wiederholen sich solche
07:34Momente und ist das Timing für die korrekte Entscheidung zudem sehr knapp bemessen, kann das
07:38wiederholte Spielen solcher Stellen durchaus nerven und für Frustmomente sorgen. Unterm Strich setzt
07:44Supermassive nahtlos fort, was bereits in den Vorgängern von Tarsia so gut funktioniert hat. Ihr bekommt
07:50ein superatmosphärisches Horrorspiel mit motivierenden Rätselabschnitten und einer
07:54gelegentlichen Prise Action. Zum Schluss kommen wir noch einmal auf den Preis zu sprechen, den ihr
08:00euch mit dem Freundespass wie gesagt teilen könnt. Dennoch bleibt ein kleines Geschmäckle über. Einen
08:06solchen Preis für ein siebenstündiges Spiel zu bezahlen, wenn manch umfangreicher Game of the Year
08:10Kandidat wie Hollow Knight Silksong nur die Hälfte kostet oder für Clay Obscure nur 10 Euro mehrfällig
08:17werden, hier wird zumindest manch Solist verständlicherweise ins Grübeln geraten. Erst recht,
08:22da der vom Umfang her nahezu identische Vorgänger zum Release ein 10er günstiger war.
08:28Hinzu kommt, dass ihr den besten Deal im Prinzip nur mit der Deluxe-Version für 60 Euro macht. Die
08:33bringt nämlich im kommenden Jahr zwei Zusatzkapitel und sollten die gut werden und nicht
08:37allzu kurz sein, klingt das Preis-Leistungs-Verhältnis schon stimmiger.
08:42Aber wie immer gilt natürlich auch hier, dass Preise sehr subjektiv empfunden werden und
08:46die Little Nightmare-Spiele erfahrungsgemäß auch gerne mal im Sale landen.
08:50In dem Sinne, wir hoffen euch einen guten Überblick geliefert zu haben und wünschen
08:54euch ganz viel Spaß beim Gruseln im Schocktober.
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