00:00Der Budapester Ostbahnhof heute und der Budapester Ostbahnhof vor zehn Jahren.
00:08In den letzten August- und ersten September-Tagen des Jahres 2015 drängten sich hier riesige Menschenmengen.
00:16Es handelte sich vor allem um syrische Flüchtlinge, die nach Westeuropa weiterreisen wollten.
00:22Doch sie wurden hier und an anderen Budapester Bahnhöfen aufgehalten.
00:30Und sie wurden hier und dort und dann.
00:34Das ist ein Schild.
00:36Anfangs hatte Kinderarztin Judith Modyoroschi ihren Freunden dabei geholfen, Sandwiches für die Flüchtlinge zuzubereiten.
00:45Wir kennen die Sandwichen und jemand sagte, dass sie in den Norden keine Alkoholbos sind.
00:51Ja, das war sehr.
00:52Aber es gab nichts.
00:54Es gab nichts.
00:56Es gab nichts.
00:58So wurde sie zur inoffiziellen Ärztin der Flüchtlinge.
01:03Viele nannten sie Mami.
01:07Und sie haben die Flüchtlinge zu haben.
01:09Die Flüchtlinge zu haben.
01:10Die Flüchtlinge zu haben waren.
01:11Die Flüchtlinge zu haben.
01:12Die Menschen waren die Menschen, die in Deutschland waren die Menschen, die in Deutschland waren, die in Europa waren, die in Europa waren.
01:27Die Menschen waren ein Redvás Nadrág, ein Polo und ein Flipflop-Papucs.
01:35Judith half den Geflüchteten an den Budapester Bahnhöfen und engagierte sich später auch freiwillig in den Transitionen und Flüchtlingslagern.
01:55An einem solchen Ort lernte sie auch Isaac kennen.
01:59Isaac kam 2015 mit der Flüchtlingswelle aus Afrika nach Ungarn.
02:05Zu diesem Zeitpunkt war er bereits seit einem Jahr auf der Reise durch die Türkei, Griechenland und den Balkan gewesen.
02:19Angst hat Isaac immer noch. Er ist vor dem Bürgerkrieg in seiner Heimat geflohen, sein Leben ist weiterhin in Gefahr, sagt er.
02:27Deshalb will er weder sein Gesicht zeigen, noch seinen richtigen Namen verraten.
02:32Ursprünglich wollte er nicht nach Ungarn. Er war aber zu erschöpft, um weiterzuziehen.
02:43Dann kam er in die Erstaufnahmeeinrichtung in der Stadt Debrecen, wo er begann, Ungarisch zu lernen.
02:49Die meisten Flüchtlinge wollten jedoch nicht in Ungarn bleiben.
03:11Am 4. September 2015 machten sie sich zu Fuß auf den Weg, über Österreich nach Deutschland,
03:19nachdem die ungarische Regierung ihnen die Mitfahrt in Zügen verweigert hatte.
03:25Daraufhin wurde die Transition am Ostbahnhof geschlossen.
03:29Und die Stimmung in der ungarischen Bevölkerung begann sich zu verändern.
03:33A Magyar Kormány teljesen tudatosan és szándékosan megy szembe minden olyan nem csak nemzetközi jogi,
03:43hanem emberiességi mércével is, amik a menekültekkel szemben egy emberséges bánásmódot jelentenének.
03:50Isaac ist trotz allem in Ungarn geblieben.
04:13Hier hat er seine Liebe gefunden und ist Vater geworden.
04:17Er hat studiert und arbeitet.
04:19Jetzt möchte er ungarischer Staatsbürger werden.
04:49Doch auf die Erfüllung dieses Traums muss er warten.
04:54Obwohl er allen Kriterien entspricht, wurde sein Antrag zunächst abgelehnt.
04:59Vor kurzem hat er ihn erneut eingereicht.
05:03Laut Isaac und Judith war die Mehrheit der Ungarn zu Beginn der Flüchtlingskrise aufnahme- und hilfsbereit.
05:10Erst später zeigte die Anti-Flüchtlingskampagne der Orban-Regierung Wirkung.
05:15Seitdem ist in Ungarn die Ablehnung von Flüchtlingen und Einwanderern auf Rekordhöhe.
05:22Judith gibt aber nicht auf und engagiert sich weiterhin ehrenamtlich an verschiedenen Orten Europas.
05:29Isaac ist ein positives Beispiel, doch laut Judith konnten nur etwa 10 Prozent der in Ungarn verbliebenen Flüchtlinge gut integriert werden.
05:39Ihrer Meinung nach liegt das größtenteils an den integrationsfeindlichen Maßnahmen der Regierung.
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