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  • vor 5 Monaten
Valor Mortis, das neue Spiel der Ghostrunner-Macher One More Level hat eine ziemlich coole Idee: Es ist ein Soulslike - aber aus der Ego-Perspektive. Dimitry Halley hat's auf der gamescom gespielt und zeigt euch im Video, wieso nicht nur die Perspektive frischen Wind ins Genre bringen könnten.

Mehr dazu lest ihr außerdem in Dimis Preview-Artikel zu Valor Mortis bei GameStar Plus .

In Valor Mortis seid ihr der Soldat William, der für den Feldherren Napoleon ins Gefecht ziehen soll. Nur schon bald stellt sich heraus, dass hier nicht jeder der stirbt auch wirklich totbleibt und eine finstere Macht Freund und Feind zu grotesken Monstern mutiert. Denen kommt ihr nicht nur mit dem Säbel sondern außerdem mit Magie und eurer treuen Handkanone bei - Bloodborne lässt grüßen!

 
Transkript
00:00Was ihr hier seht, ist Valor Mortis. Und Valor Mortis macht so verflixt viel Spaß.
00:09Ehrlich, ich bin aus meinem einstündigen Anspieltermin auf der Gamescom 2025 mit
00:15einem derart fetten Grinsen rausgestiefelt, als wäre ich der erste Fachbesucher, der vernünftiges
00:20Messeessen erspäht hat. Valor Mortis, das neue Spiel der Ghostrunner-Macher. Auf der Opening
00:26Night Live mit einem fulminanten Trailer angekündigt, der mehr Fragen als Antworten liefert.
00:32Warum wagt sich das Studio hinter einem der besten Cyberpunk-Plattformer jetzt ausgerechnet
00:37an ein Soulslike? Und wieso sehen die Spielfiguren aus wie aus einem napoleonischen Kostümdrama
00:42mit Keira Knightley? Worum geht's hier und was wird das?
00:47Tja, gut, dass ihr fragt. Denn wenn ihr hinter Valor Mortis wieder nur eins dieser unzähligen
00:53Soulslikes vermutet, die gerade die Steam-Release-Liste fluten, dann gebe ich euch drei Gründe, warum
00:58dieses Spiel aus der Menge heraussticht.
01:01Grund Nummer eins, das Szenario ist einzigartig. Valor Mortis spielt in keinem mittelalterlichen
01:07Fantasy-Königreich, sondern an der Ostfront der napoleonischen Kriege Anfang des 19. Jahrhunderts.
01:13Ihr schlüpft in die Haut eines französischen Soldaten mit dem sehr französischen Namen William,
01:18der wahrscheinlich erschossen wurde, weil irgendwer ihn für einen Engländer gehalten hat.
01:22Späßle, dahinter stecken natürlich übernatürliche Kräfte. Irgendeine mysteriöse Kraft
01:27hat die Landschaft befallen. Sie heißt Nef... Nefo... Okay, ich hab verpennt, mir das mitzuschreiben,
01:34weil ich das Gamepad beim Anspielen nicht aus der Hand legen wollte. Aber dieses Nefo-Dingens
01:38sorgt auf jeden Fall dafür, dass Napoleons einstige Armee sich allmählich in Necromorph-ähnliche
01:43Kreaturen verwandelt. Und so flaniere ich in Valor Mortis auch nicht durch mittelalterliche Burgen,
01:49sondern warte durch bergeweise Leichen inmitten eines Schlachtfelds. Irgendwo in der Ferne
01:54ballert ein wahnsinnig gewordener Soldat, überzogen von Pestbeulen auf einen Leichnam,
01:59der es wahrscheinlich seit Stunden hinter sich hat. Sobald ich mich nähere, rennt der Feind kreischend
02:04auf mich zu. Ja, solche Szenen erinnern an Bloodborne, Dark Souls und Co. Aber mit dem
02:09napoleonischen Anstrich bekommt Valor Mortis eine absolut einzigartige Note, die künftige Level
02:15hoffentlich fortsetzen. Grund Nummer zwei, warum dieses Spiel einzigartig ist. Die Ego-Perspektive
02:21ändert alles. Auch meine Spielfigur William wurde von diesem Nefo-Dingens befallen, aber statt sich
02:27in eine Pestbeulen-Kreatur zu verwandeln, erwachen in mir übernatürliche Kräfte. Viel mehr gibt die
02:33Story aktuell noch nicht her, außer dass Napoleon in meinem Kopf zu mir spricht. Souls-typisch erwache
02:39ich einfach inmitten einer mörderischen Umgebung und muss erst mal Antworten finden. Nur fühlt sich
02:44das ganz anders an als in Elden Ring, Dark Souls und Co., denn Valor Mortis spiele ich strikt aus
02:50der Ego-Perspektive. Das klingt vielleicht nach einer Kleinigkeit, macht aber einen gewaltigen
02:55Unterschied, den so noch kein anderes Soulslike probiert hat. Beispielsweise erlebe ich das Schleichen
03:01viel intensiver, wenn ich aus First-Person-Ansicht geduckt durch das Gras pirsche, um einem Feind von
03:06hinten den Säbel in den Nacken zu rammen. Um zu parieren, muss ich wirklich warten, bis die gegnerische
03:10Klinge unmittelbar vor meiner eigenen Nasenspitze einschlägt, bevor ich auf die Block-Taste
03:15hämmere. Da stellen sich die Nackenhaare ganz schön auf. Nach ein paar Minuten Gameplay
03:19finde ich auch eine altenbotische Handkanone. Und hier könnt ihr es euch wahrscheinlich
03:23denken, einen Scharfschützen vom Gerüst zu ballern, ist in Ego-Perspektive viel cooler.
03:29Es lässt sich natürlich irgendwie sehr schwer mit Worten transportieren, wie anders sich
03:32ein Soulslike aus der Ich-Perspektive anfühlt. Aber ich kann es zumindest quittieren, es macht
03:37so viel Spaß. Dadurch spielt sich Val-O-Mortis bisweilen mehr wie ein Action-lastiges Dishonored
03:43als wie ein Dark Souls.
03:46Grund Nummer 3, warum Val-O-Mortis ziemlich einzigartig ist, es hat einen unglaublich
03:49coolen Flow. Man merkt Val-O-Mortis natürlich an, dass die Entwicklerinnen und Entwickler
03:54vorher mit Ghostrunner und Ghostrunner 2 zwei unglaublich flotte Akrobatik-Spiele gemacht
03:59haben. Im Vergleich zu Dark Souls geht's in Val-O-Mortis nämlich ziemlich fix zu. William dascht
04:05per Tastendruck so schnell nach links oder rechts, dass es sich fast wie ein Teleport
04:08anfühlt. Er schwingt an Querbalken, umtänzelt Gegner spielend leicht. Aber das muss er auch,
04:14denn in Ego-Perspektive habe ich natürlich viel weniger Überblick als in A Third Person.
04:19Lustigerweise war das bei einem anderen Gamescom-Spiel, über das ich zum Glück mittlerweile
04:23sprechen darf, ein großes Problem. Denn das neue Turok Origins lässt mir die Wahl zwischen
04:29Ego und Verfolgeansicht, ist aber auf letztere hin designt. Und das merkt man sofort, weil
04:35einen ständig aus toten Winkeln Geschosse treffen, die ich in Ego-Perspektive nicht
04:39sehe, aber in Third Person eben schon. In Val-O-Mortis behalte ich hingegen immer den
04:45Überblick. Die Kämpfe spielen sich flott, brachial. Ich blocke, weiche aus, pariere, ramme dem Feind
04:50das Schwert in die Flanke, verteile leichte und schwere Schläge. Das ist ein herrlicher
04:55Spielfluss. Bisweilen habe ich mich sogar gefragt, hey, bin ich am Ende vielleicht zu
05:00flott und das Spiel wird dadurch vielleicht ein bisschen zu leicht? Aber der Endboss der
05:05Demo serviert mir die kalte Dusche. Im Trailer habt ihr den Napoleonischen Koloss wahrscheinlich
05:09schon erspäht. Das ist so ein drei Meter großer Hühner, ihr seht ihn auch hier, der mit seinen
05:14Schwingern die halbe Arena eindeckt und dem Arme aus dem Rücken wachsen, bestückt mit Kanonen.
05:20An diesem Kollegen hier habe ich mir fast die Zähne ausgebissen, aber zum Ende der
05:24vollen Anspielstunde saß das Pariertiming dann und ich konnte den Feind so aus der Puste
05:29bringen, dass meine Konter ihn wie ein Bäumchen fällten. Die Entwickler sagen, nach diesem
05:34Level hier öffnet sich das Spiel erst richtig. Meine Demo bleibt weitgehend linear, hier und
05:39da gibt's mal Abzweigungen, doch das Gros des Abenteuers soll ähnlich offen sein wie ein Dark Souls.
05:45Also keine Open World, aber viele Gänge, Abzweigungen, vielleicht sogar mal optionale Gebiete.
05:50Was ich aber jetzt schon weiß, falls Valor Mortis das Niveau der Demo hält und in Punkto Gegner- und
05:57Waffenvielfalt vernünftig aufspielt, dann wird das eins der coolsten Souls-Likes der letzten Jahre.
06:02Und mal ganz persönlich gesagt, ich bin ziemlich verliebt in dieses Spiel. Valor Mortis ist mein
06:07letzter Anspieltermin auf der Gamescom 2025 und die Show endet mit einem richtigen Bang. Das neue Projekt der
06:13Ghostrunner-Macher verwöhnt mein Sekuro-Herz nicht nur mit flotten, brutalen und wunderbar
06:17präzisen Souls-Kämpfen, sondern wagt auch wirklich mal was Neues, den Wechsel in die Ego-Sicht. Und
06:23der ist gar nicht so risikoarm, wie man vielleicht vermutet. Parier- und Ausweichspiele profitieren
06:28normalerweise enorm von der zusätzlichen Übersicht der Third-Person. Wir alle haben schon über zu
06:33eingeschränkte Kamerawinkel geflucht. Aber Valor Mortis kontert das mit mehr Bewegungsvielfalt und setzt
06:39genau da an, wo Ghostrunner schon super war. Beim Movement, bei der Geschwindigkeit, beim Rhythmus
06:44der Gegner. Zumindest in dieser Demo greifen die mörderischen Neffo-Dingens-Zombies zum Beispiel
06:50kaum mit Flächenangriffen oder Projektilen an, sondern setzen stattdessen auf Finden- und
06:55Scheinangriffe, um mein Timing zu versauen. Das zeigt mir, die Devs haben sich viele Gedanken
07:00gemacht, wie ein Souls-Like aus Ego-Sicht funktionieren kann, wo es in der Third-Person vielleicht nicht
07:06funktionieren würde. Gepaart mit dem spannenden Szenario an der Ostfront des Napoleon-Feldzugs
07:10könnte hier eines der kreativsten Souls-Projekte der letzten Jahre vor der Tür stehen. Und das
07:16heißt schon was in einem Genre, das ohnehin sehr oft sehr kreative Wege beschreitet. Also ich freue mich!
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