00:00Naftali Fürst krempelt sein Hemd hoch, noch immer ist die Nummer zu sehen, die die Nazis
00:06in Auschwitz ihm auf seinen linken Unterarm tätowierten.
00:10Ihm, seinem Vater und seinem Bruder, weil sie nebeneinander standen, bekamen sie fortlaufende
00:16Nummern, erinnert sich der heute 92-jährige Israeli.
00:19Mein Name ist Naftali Fürst, ich wurde am 18.
00:26Dezember 1932 in Bratislava geboren.
00:29Der Holocaust begann, als ich sechs Jahre alt war, als wir aus unserem Zuhause vertrieben
00:37wurden.
00:381942 kam die Familie dann zunächst in ein slowakisches Konzentrationslager, zwei Jahre
00:46später wurde sie in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert.
00:50Als die Rote Armee am Ende des Krieges immer näher rückte, begann die SS damit, die überlebenden
00:57Insassen auf den sogenannten Todesmärschen in andere Lager weiter westlich zu verlegen.
01:02Von Auschwitz-Birkenau gingen wir in das Lager Budi.
01:11Vom Budi aus kamen wir auf dem Todesmarsch am 23.
01:15Januar 1945 in Buchenwald an.
01:24Dort in Buchenwald bei Weimar wurde Fürst am 11.
01:27April 1945 befreit.
01:30Auf einem berühmten Foto, das fünf Tage später aufgenommen wurde, ist der damals Zwölfjährige
01:36auf einem Britischenbett zu sehen.
01:39Dem Mann im Vordergrund sei damals gesagt worden, wie er seine Kleidung halten sollte,
01:43erinnert sich Fürst.
01:45Das Buch hat er sich vom Papst signieren lassen.
01:48Ich fragte ihn, können Sie das bitte für mich signieren, also unterschrieb er hier
01:53Franziskus.
01:54Nach der Befreiung fanden Fürst und sein Bruder ihre Eltern wieder.
01:58Sie hatten den Holocaust ebenfalls überlebt.
02:01Gemeinsam emigrierten sie schließlich nach Israel, wo Fürst unter anderem als Fotograf
02:06und Fahrlehrer arbeitete.
02:08Er hat eine Tochter, vier Enkel und drei Urenkel.
02:13Fürst hat auch in einem Film über Buchenwald mitgewirkt.
02:16Solange er kann, möchte er über seine Geschichte berichten, damit das Geschehene nicht in Vergessenheit
02:22gerät.
02:23Ich möchte, dass die Menschen daraus lernen, was in der Vergangenheit geschehen ist.
02:36Dass sie ihren Kindern beibringen, dass die Menschen gleich sind, dass niemand über den
02:40anderen steht.
02:41Dass es Gleichheit geben sollte, gleiche Rechte und gleiche Pflichten.
02:47Ich glaube an die Gleichheit aller Menschen und an die Menschenrechte und daran, dass
02:56man ein guter Mensch sein sollte.
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