00:00ÖBB-CEO Andreas Matthe hat am Donnerstag bekräftigt, dass die sogenannte neue
00:06Weststrecke durch das Tullnerfeld nach Behebung der Unwetterschäden nun doch
00:11bereits ab 15. Dezember wieder in Betrieb genommen wird.
00:16Bis dahin wird der Verkehr auf der alten Weststrecke durch den Wiener Wald
00:21zweigleisig geführt.
00:23Wir kehren am 15. Dezember, das ist unser Fahrplanwechsel
00:27international, zur Höchstgeschwindigkeit zurück. Also pünktlich mit dem
00:32Fahrplanwechsel fahren wir zwischen Wien und St. Pölten wieder mit bis zu 230 kmh an.
00:38Wir können den Fahrplan 2025 wie geplant anbieten.
00:44Damit ist letztendlich Weihnachtswunder auch der Weihnachtsverkehr gesichert.
00:52Als Wermutstropfen bezeichnete es Matthe, dass im kommenden Jahr noch einmal eine
00:57vierwöchige Sperre der Strecke notwendig sein werde.
01:01Wir werden noch ein Stück weit zu diskutieren haben, wann genau das
01:07stattfinden wird. Das hängt zum einen mit den Lieferdaten zusammen, zum zweiten
01:11aber auch, wo in Summe über alle Verkehrsarten hinweg die geringste
01:18Belastung für unsere Kundinnen und Kunden steht.
01:21Ab dem 4. November soll wieder ein Pendelverkehr zwischen Wien-Westbahnhof
01:26und dem Bahnhof Tullnerfeld möglich sein.
01:29Ab dem 9. November soll dann die S80 zwischen Wien-Hütteldorf und Hauptbahnhof
01:36sowie die S40 zwischen Tulln und Tullnerfeld wieder verkehren.
01:41Der am meisten beschädigte Teil der neuen Weststrecke ist der Tunnel Atzenbruck.
01:48Wir haben es bei den Pumparbeiten nach dem Ereignis schmerzlich feststellen müssen,
01:53dass das Wegpumpen gar nicht so einfach ist, weil das Wasser nirgends mehr wohin konnte.
01:57Die Böden sind dort hochgradig gesättigt, das Grundwasser ist sehr, sehr hoch gestiegen,
02:03quasi über die Geländeoberkante. Der Abfluss durch die natürlichen Gewässer
02:08hat in diesem Moment auch nicht mehr funktioniert.
02:11Entsprechend schwierig waren auch die Pumparbeiten nach dem Regenereignis.
02:16Die Folgen des Klimawandels seien bei der Planung der Strecke in den 90er Jahren
02:21noch nicht berücksichtigt worden.
02:24Man ging damals davon aus, dass ein Ereignis, das statistisch einmal in 100 Jahren auftritt,
02:29eine gewisse Wassermenge mit sich bringt.
02:32Und darauf wurde die Strecke auch bemessen und geschützt.
02:36Spätestens nach dem Ereignis im September 2024, das hinter uns liegt,
02:40müssen wir ganz nüchtern erkennen, dass dieses Ereignis wohl weit häufiger
02:46als einmal in 100 Jahren auftreten wird können
02:49und dass die damit verbundenen Wassermengen weit höher sind,
02:53als damals für ein HQ100 angenommen.
02:56Und mit weit höher sprechen wir nicht um ein paar Prozent höher,
03:00sondern um ein Vielfaches höher.
03:02Noch nicht gleich werden zur Wiederinbetriebnahme am 15. Dezember
03:06auf dem 2,5 Kilometer langen Streckenabschnitt im Tunnel Atzenbrock
03:11WLAN und Handyempfang funktionieren.
Kommentare