00:00Im Europaparlament zeichnet sich ein harter Schlagabtausch mit dem
00:05ungarischen Regierungschef Viktor Orban ab. Der Rechtsnationalist warf der EU vor seiner Rede
00:11im Straßburger Plenum Erpressung und Heuchelei vor. Er reagierte damit auf unter anderem Kritik
00:17an seiner prorussischen Politik. In Ungarn sind wir der Meinung,
00:27so schnell wie möglich einen Waffenstillstand erreichen zu wollen. Denn wir sind davon
00:31überzeugt, dass man diesen Krieg nicht auf dem Schlachtfeld gewinnen kann. Das kann man
00:36einfach nicht. Das ist unsere Meinung. Wenn man also auf dem Schlachtfeld nicht gewinnen kann,
00:40muss man kommunizieren, verhandeln, einen Waffenstillstand aushandeln und Leben retten.
00:45Das ist es also, was wir uns wünschen." Orban will sich in seiner Ansprache vor den
00:53Europaabgeordneten zu den Prioritäten des ungarischen EU-Ratsvorsitzes in diesem
00:59Halbjahr äußern. Bereits vorab verriet er, wie er auf einen möglichen Wahlsieg von Donald Trump
01:05bei den US-Präsidentschaftswahlen reagieren würde. Was wir tun werden? Wir werden mehrere
01:11Flaschen Champagner öffnen, wenn Trump gewählt wird. Aber was die anderen tun werden,
01:15das ist eine andere Frage. In der Asylpolitik rief Orban die anderen EU-Länder auf, dem Beispiel
01:23Ungarns zu folgen und keine Migranten mehr nach Europa zu lassen. Aus dem demokratischen Lager
01:29wurde scharfe Kritik an dem Gebaren des Ungarn laut. Der Vorsitzende der konservativen Europäischen
01:35Volkspartei Manfred Weber nannte die ungarische EU-Ratspräsidentschaft einen Totalausfall.
01:41Die Sozialdemokraten warfen Orban vor, den Feinden der Europäischen Union die Hand auszustrecken.
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