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  • vor 2 Tagen

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🎈
Spaß
Transkript
00:11Einlass ist um 20 Uhr, die Besucher werden durch die Prähistorische Sammlung in den Saal geführt und um 21 Uhr
00:16gehen wir mit in den Konzern.
00:17Gut, und davor meine kleine Begrüßung.
00:19Komm.
00:20Oh, Entschuldige.
00:22Heiner, hallo?
00:23Hallo.
00:25Ah, okay. Gut. Ja, dann sehen wir uns morgen früh.
00:30Danke.
00:33Du kannst meinen Mann von der Gästeliste streichen. Er hatte einen anstrengenden Tag.
00:52Musiker des Staatsorchesters spielen heute für uns hier im Naturkundemuseum Wiesbaden das Konzert D-Moll für Bassklassen.
01:00Ich wünsche uns allen gute Unterhaltung. Danke.
01:06Applaus
01:11Musiker des ZD-Moll für Bassklassen.
01:37Musiker des ZD-Molls
02:06Untertitelung. BR 2018
02:20Untertitelung. BR 2018
02:49Hallo?
03:05Untertitelung. BR 2018
03:36Guten Abend.
03:39Guten Abend, Herr Reuter.
03:40Frau Schröder, was haben wir?
03:42Der Tote heißt Dr. Heiner Rönsch.
03:44Ist 55 Jahre alt.
03:46Wer hat ihn gefunden?
03:47Seinen Sohn, Mario.
03:50Hallo, Frau Dr. Heiner.
03:51Hallo, Reuter.
03:52Können Sie schon was sagen?
03:54Keine äußeren Verletzungen, kein Hämatome.
03:57Ara, sehen Sie hier die ausgeprägte Zyanose im Gesicht?
04:01Ja.
04:02Es scheint sich hier um eine spontane Lähmung der Atemmuskulatur zu handeln.
04:05Also toddurcherstecken?
04:06Mhm.
04:07Ausgelöst wodurch?
04:08Dafür brauche ich noch einen Moment.
04:09Gut.
04:10Danke erst mal.
04:11Gerne.
04:17Guten Abend, Herr Bitter.
04:18Guten Abend.
04:19Der Tresor wurde aufgebrochen.
04:21Wissen Sie schon, ob was fehlt?
04:22Nee, aber schauen Sie mal hier.
04:26Ja, da hätte es sich auch jemand einfacher machen können.
04:29Das kann man wohl sagen, ja.
04:35Guten Abend.
04:36Mein Name ist Reuter, Staatsanwaltschaft Wiesbaden.
04:39Mein Beileid.
04:43Sie haben Ihren Vater gefunden?
04:46Ja.
04:48Wie spät war es denn da?
04:51Ich war so gegen halb eins.
04:55Da habe ich sofort den Notarzt gerufen.
05:00Wo waren Sie denn, bevor Sie nach Hause gekommen sind?
05:04Unterwegs.
05:07Feiern.
05:09Entschuldigung, wo wollen Sie hin?
05:11Ich muss nach Hause.
05:13Sie können hier nicht durch.
05:14Ich wohne hier.
05:16Was ist passiert?
05:20Meine Hand tut.
05:22Ich dauerlich kein Daumen.
05:23Leer versichert.
05:24Ist in Ordnung.
05:25Ich bin Hauptkommissarin Julia Schröder.
05:27Sie sind?
05:28Viola Röntsch und ich wohne hier.
05:30Was ist hier los?
05:31Frau Röntsch, es ist was Schlimmes passiert.
05:36Ihr Mann wurde tot aufgefunden.
05:39Was?
05:44Aber...
05:47Was ist passiert?
05:48Ein Einbruch.
05:49Was genau was können die leider noch nicht sagen.
05:53Oh mein Gott.
05:54Es tut mir leid.
06:10Ich bin ein Einbruch.
06:11Was ist passiert?
06:14Es tut mir leid.
06:15Das ist ein Einbruch.
06:15Es tut mir leid.
06:15Es tut mir leid.
06:15Es tut mir leid.
06:16Es tut mir leid.
06:24Morgen.
06:24Tut mir total leid, ich bin viel zu spät.
06:27Ach du, kein Stress.
06:28Ich musste leider zu Fuß zur Bahn.
06:31Mein Rad wurde geklaut.
06:33Ey, so eine Scheiße.
06:34Schon wieder?
06:35Ja, das zweite Mal im Jahr.
06:36Ich finde, solltest du dir mal ein besseres Fahrradschuss kaufen.
06:38Dabei ist es nicht mal gut.
06:39Das ist voll die alte Gurke.
06:41Aber hey, vielen Dank für den heißen Tipp, Herr Wachtmeister.
06:45Ich habe mir noch mal das Handy vorgenommen.
06:48Also Dr. Rönsch wollte zu dem Konzert,
06:50hat aber um 17.55 Uhr seiner Frau abgesagt.
06:54Okay.
06:56Der oder die Täter vermuten also,
06:58Rönsch sind nicht zu Hause und brechen ein.
07:00Das müsste schon ein gut informierter Täter sein.
07:02Außerdem gibt es ja noch den Sohn.
07:04Vielleicht war bekannt, dass der nie vor Mitternacht auftaucht.
07:06Es wurden keine Wertgegenstände entwendet.
07:08Dann war vielleicht doch nur der Tresor das Ziel.
07:11Ja, guck mal hier.
07:14Also so wie der aufgebrochen wurde,
07:16wirkt das sehr dilettantisch.
07:21Hallo, Frau Dr. Engel.
07:22Hallo, Reuter.
07:24Tja, das Opfer ist tatsächlich an einer Atemlähmung gestorben.
07:28Ausgelöst durch die Einbringung einer toxischen Substanz.
07:31Die genauen Laborergebnisse liegen noch nicht vor.
07:34Interessant ist die Größe und Beschaffenheit der Hautperforation.
07:38Ich gehe nicht von einer herkömmlichen Kanüle aus.
07:41Die Injektion muss mit großer Wucht erfolgt sein.
07:44Vielleicht ein Betäubungsgewehr?
07:46Möglich.
07:46Oder ein Blasrohr in der Wohnung lag ein Blasrohr auf einem Sims als Deko.
07:50Das habe ich hier.
07:51Es geht gleich in die KTU.
07:53Die überprüfen die mögliche Funktionstüchtigkeit als Tatwaffe.
07:59Jedenfalls, das Toxin wirkte auf das vegetative Nervensystem
08:02und führte ziemlich schnell zum Atemstillstand.
08:06Verstehe.
08:08Todeszeitpunkt?
08:09Zwischen 22 Uhr und 23 Uhr 30.
08:12Gut.
08:13Danke Ihnen.
08:14Gerne.
08:24Wir haben gestern den ganzen Tag die Prüfberichte für eine Expertise analysiert.
08:30Wann hat Dr. Rönsch das Büro verlassen?
08:34So ging es 20 Uhr.
08:37Was machen Sie eigentlich hier genau?
08:39Wir beraten verschiedene Auftraggeber und unterstützen Firmen bei der Realisierung von Großprojekten im Bereich erneuerbare Energien.
08:46Sehr interessant. Und wie läuft das dann ab?
08:48In diesem Bereich tummeln sich viele Anbieter, die in den Markt drängen.
08:51Aber nicht jeder hält, was er verspricht.
08:54Da werden wir tätig und trennen sozusagen die Spreu vom Weizen.
08:57Ja, da ist sicherlich viel Geld im Spiel und man macht sich nicht immer nur Freunde, oder?
09:02Ja.
09:03Wir haben uns aber durch langjährige Erfahrungen einen guten Ruf erarbeitet
09:06und finden uns in dem Haifischbecken ganz gut zurecht.
09:09Kann es sein, dass Dr. Rönsch da eine Attacke zum Opfer gefallen ist?
09:15Unsere Geschäftspartner sind alle zivilisierte Leute.
09:17Sicherlich, aber ich bräuchte bitte trotzdem eine Aufstellung dieser zivilisierten Leute.
09:24Ja.
09:27Frau Rönsch ist seit zwei Jahren Kuratorin des Museums.
09:30Ich unterstütze Sie als Assistent in der Organisation und der Öffentlichkeitsarbeit.
09:35Wie lief denn der Abend hier gestern ab?
09:37So kurz nach neun hat Frau Rönsch eine kleine Begrüßungsansprache gehalten und danach gab es ein Konzept.
09:41Wie lange hat das gedauert?
09:43Mit Pause so etwa anderthalb Stunden.
09:45Und Frau Rönsch war den ganzen Abend über anwesend?
09:48Ja. Sie hat in der ersten Reihe gesessen.
09:52Wann war die Veranstaltung denn zu Ende?
09:55So kurz nach eins sind die letzten Besucher gegangen.
09:58Wir haben gemeinsam das Museum verlassen.
10:01Waren Überwachungskameras auch während der Abendveranstaltung eingeschaltet?
10:04Dankeschön, ja.
10:14Wissen Sie, was er alles im Tresor war?
10:17Nicht genau.
10:20Er hat darin vertrauliche Unterlagen aufbewahrt und meistens eine größere Menge Bargeld.
10:28Haben Sie den Einbrecher denn schon gefasst?
10:30Nein, leider noch nicht.
10:32Und wir wissen auch noch nicht, ob der Tod Ihres Mannes überhaupt mit diesem Einbruch zu tun hat.
10:37Wir können nicht ausschließen, dass er mal ein Opfer eines gezielten Mordanschlags wurde.
10:42Mord?
10:47Die Sachen hat Heiner aus Kenia mitgebracht.
10:50Er hat sowas gesammelt.
10:52Was ist denn mit dem Blasrohr?
10:54Das wird noch untersucht. Sie bekommen es natürlich so schnell wie möglich zurück.
10:58Aber wieso? Was hat das mit seinem Tod zu tun?
11:00Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen.
11:03Frau Rönsch, wissen Sie, ob jemand beruflich in letzter Zeit Probleme hatte?
11:06Ich weiß nicht, nein.
11:09So eine Tätigkeit in der Consulting-Firma, das war nicht einfach.
11:14Da gab es immer wieder Konflikte.
11:17Und privat?
11:18Wir hatten eine gute Ehe, wenn Sie das meinen.
11:22Ja.
11:24Hallo.
11:25Hallo.
11:26Herr Rönsch, Sie haben gesagt, dass Sie gegen 0.30 Uhr Ihren Vater tot aufgefunden haben.
11:31Ja.
11:32Der Anruf bei der Notrufzentrale ist aber erst um 0.55 Uhr eingegangen.
11:38Okay, und?
11:39Ich würde gerne wissen, was Sie in diesen 25 Minuten gemacht haben.
11:42Was soll er denn gemacht haben?
11:44Ich weiß nicht mehr genau. Ich war etwas durcheinander.
11:47Das ist verständlich.
11:49Vielleicht bin ich auch nicht später gekommen. Keine Ahnung.
11:52Ich habe Kaffee für dich, wenn du willst.
11:55Nein, danke.
11:56Gut, Frau Rönsch, das war es auch schon.
11:58Vielen Dank.
12:01Ich bin raus.
12:06Ich wusste gar nicht, dass du so gut lügen kannst.
12:12Walter.
12:13Hallo, Herr Witte.
12:13Herr Witte, schauen Sie sich doch das Alibi von Mario Rönsch schon mal etwas genauer an.
12:17Der junge Mann scheint gewisse Gedächtnitslücken zu haben.
12:19Okay, machen wir.
12:20Gut.
12:22Im Tresor war offenbar eine größere Menge Bargeld.
12:25Vielleicht hat er den Einbruch auch nur vorgetäuscht und wurde von seinem Vater überrascht.
12:30Naja, gewagte Theorie.
12:32Aber wie auch immer, Mario Rönsch weiß mehr, als er sagt.
12:36Alles klar, ja.
12:38Gut, bis dann.
12:44Boah, ich kann mich nicht erinnern, weil ich das letzte Mal feiern war.
12:48Ja, Techno war noch nie so meins.
12:50Techno?
12:51Du bist auch eher ein Freund der Volksmusik, ne?
12:53Ja.
12:54Mal, Volksmusik.
12:55Guten Abend.
12:56Guten Abend.
12:56Guten Abend.
12:58Guten Abend.
13:34Okay, Leute, ich geb noch eine aus.
13:36Lass mal stecken, du hast schon genug.
13:38Tschö mal, ich will nur ein bisschen Spaß haben.
13:41Ich check echt nicht, dass sich das alles kalt lässt.
13:44Ist doch scheißegal.
13:45Das macht ihn jetzt auch nicht mehr lebendig.
13:58Hallo, Herr Wunsch.
14:01Was hätten Sie hier reingelassen?
14:02Wir wollten mal schauen, wie es Ihnen so geht.
14:05Mir geht super.
14:06Ja? Kann es sein, dass das mit dem Zeug zusammenhängt?
14:09Was für ein Zeug?
14:11Sorry, das da.
14:13Was ist im Rahmen der Legalität?
14:15Ja, Sie kennen sich ja aus.
14:17Ich kenne mir gar nichts.
14:18Mario, lass mal gut sein.
14:20Wieso denn? Stimmt doch.
14:22Wie war das mit Ihrem Vater?
14:24Wusste der von Ihrem Drogenkonsum?
14:27Drogenkonsum? So ein Bullshit.
14:29Gab es deshalb Streit?
14:31Mir hat keiner was vorzuschreiben.
14:33Und ich mein Vater.
14:35Gerade von dem nicht.
14:36Was meinen Sie denn damit?
14:38Der hat doch selbst genug Scheiße gebaut.
14:40Ja? Hat er das?
14:41Ich glaube, es ist besser, wenn wir jetzt gehen.
14:44Immer nur an sich selbst gedacht.
14:46Die ganze Ehe.
14:48Das war alles fake.
14:49Und meine tolle Mutter, die hat das alles ertragen.
14:52Das war sicher nicht einfach für Sie.
14:54Das war mir scheißegal.
14:57Ich war mir auch scheißegal.
15:00Wissen Sie, was er mal zu mir gesagt hat?
15:02Wenn es nach mir gegangen wäre, dann hätte ich dich abtreiben lassen.
15:07So war er, mein Vater.
15:08Das war mir.
15:45Die Kombination aus drei Kristallschichten erhöht den photovoltaischen Effekt um den Faktor 1000 gegenüber herkömmlichen Modulen.
15:52Oh.
15:55Aber ich weiß, deswegen sind Sie nicht hier.
15:58Nicht unbedingt.
16:00Hab's heute in der Zeitung gelesen. Schrecklich.
16:04Sie hatten eine geschäftliche Beziehung, Herr Doktor. Schrecklich.
16:08Er war für uns als Berater tätig. Schmerzlicher Verlust. Sowohl menschlich als auch beruflich.
16:16Na super. Du hättest mich doch anrufen können. Ja. Ja, bis heute Abend.
16:23Alles klar. Ja, danke.
16:24Mein Mann hat mein Rad genommen. Mann, ey. Das Auto ist nicht angesprungen und er musste zum Bahnhof.
16:30Also super. Fall gelöst.
16:33Ach komm, sei doch froh, dass es nicht geklaut wurde.
16:35Ja, ich geb mir Mühe. Kaffee?
16:37Nee. Also, Mario Rönsch hat Tiermedizin studiert, wurde aber nach dem fünften Semester zwangsexmatrikuliert.
16:43Der hat sich nicht mehr fristgemäß zurückgemeldet.
16:46Das dürfte dem Vater wohl überhaupt nicht gefallen haben.
16:48Nee. Das passt alles ins Bild des ungeliebten Sohns.
16:51Da hat sich bestimmt einiges angestaut.
16:53Ja. So wie der über seinen Vater geredet hat?
16:55Also, wenn Dr. Rönsch wirklich auf so einem Ego-Trip war,
16:59dann muss das doch auch anderen Leuten in seinem Umfeld aufgefallen sein.
17:03Da sollten wir uns mal umhören.
17:04Ja.
17:06Das ist Helios.
17:08Ein 4 Gigawatt-Kraftwerk, das in Zusammenarbeit mit der EU in Algerien errichtet wird.
17:13Sieht beeindruckend aus.
17:15Ja.
17:16Man geht heute dahin, wo die Sonne immer scheint.
17:18Ist effektiver und kostengünstiger.
17:20Sowohl fürs Land als auch die Investoren.
17:22Per Überseekabel wird das Werk an unser Stromnetz auf dem europäischen Festland angeschlossen.
17:26Ah ja. Und Dr. Rönsch hat sich für dieses Projekt engagiert, ja?
17:30Ja, es gab eine europaweite Ausschreibung für die Herstellung der Solarmodule.
17:33Und Ihre Firma hat das Rennen gemacht?
17:35Ja. Unser Angebot hat überzeugt.
17:38Ist das sicher ein lokaler Auftrag für ein mittelständisches Unternehmen, oder?
17:43Deutsche Innovation, Qualität, Wertarbeit zahlt sich aus.
17:48Das weiß der Kunde zu schätzen.
17:49Ja.
17:51Es geht um eine Auftragsvergabe der öffentlichen Hand.
17:54Ich würde gerne wissen, ob die Firma, die den Zuschlag bekommen hat,
17:57bei Ihnen in der Wirtschaftsstrafkammer schon mal aktenkundig geworden ist.
18:01Genau.
18:04Prima. Dann würde ich Ihnen die Unterlagen nachher gleich zuschicken.
18:08Ist die E-Mail okay?
18:10Super. Bis dann. Danke.
18:13Wir haben uns gestern nochmal den Club von Mario Rönsch vorgenommen.
18:16Und?
18:17Niemand kann seine Anwesenheit zur Tatzeit bestätigen.
18:21Das war doch zu erwarten, oder?
18:22Ja, er selbst war ziemlich zugedröhnt.
18:24Hat sich über seinen Vater und die Ehe seiner Eltern ausgekotzt.
18:28Aha.
18:29Tja, dann hat mir Frau Rönsch offenbar nicht so ganz die Wahrheit gesagt, oder?
18:33Ja.
18:34Dr. Rönsch werden etliche Affären und übergriffiges Verhalten nachgesagt.
18:37Ja, vor zwei Jahren gab es eine anonyme Beschwerde gegen ihn beim Betriebsrat
18:41wegen sexueller Belästigung am Arbeitsplatz.
18:43Wie ist das ausgegangen?
18:44Die Sache konnte nicht weiterverfolgt werden.
18:46Ja, das war ja klar.
18:47Ach, das ist so typisch.
18:49Beim Chef wird dann schon mal ein Auge zugedrückt.
18:51Ja, anonyme Beschwerden sind ein juristisches Mienenfeld.
18:54Das ist alles andere als einfach.
18:55Ja, aber alles wird hier immer nur unter den Teppich gekehrt.
18:58Der macht doch trotzdem munter weiter.
19:00Ich kann Ihren Ärger wirklich verstehen, aber...
19:02Ja, Recht und Gerechtigkeit.
19:05Ich finde das trotzdem scheiße.
19:07Ja, ich... ich verstehe Sie.
19:10Hat Frau Rönsch das über Ihren Mann gewusst?
19:13Du meinst, vielleicht ist das Ihr Motiv?
19:16Ja.
19:17Frau Rönsch hat ein Alibi.
19:19Ist das... ist das glaubhaft?
19:21Ja, sie war den ganzen Abend im Museum.
19:23Ja.
19:23Bestätigt ein Mitarbeiter.
19:25Ich habe auch die Überwachungskameras gecheckt.
19:26Sie war zur Tatzeit anwesend.
19:28Das war die KTU.
19:30Der Tresor wurde gar nicht aufgebrochen.
19:31Die Spuren waren nur vorgetäuscht.
19:33Jemand hat die mit dem Schlüssel geöffnet.
19:35Ah.
20:09Viola, hallo.
20:11Ja, es ist schrecklich, was passiert ist.
20:14Mein herzliches Beileid.
20:16Danke.
20:18Du hättest dir ein paar Tage Auszeit nehmen sollen.
20:21Wir kommen hier auch alleine klar.
20:24Ich brauche Ablenkung.
20:26Mir fällt so aus die Decke auf den Kopf.
20:29Ja, das kann ich verstehen.
20:32Wenn du Unterstützung brauchst,
20:35kannst du dich jederzeit an mich wenden.
20:37Das ist lieb von dir.
20:38Danke.
20:41Viola...
20:42Die...
20:43Polizei war gestern da und hat sich nach dem Abend erkundigt.
20:46Was wollten die wissen?
20:48Ob du den ganzen Abend da warst und wann du gegangen bist.
20:53Ja, ist in Ordnung.
20:54Die müssen sowas fragen.
20:56Ja, sicher.
21:01Ja.
21:09Das ist sowas.
21:28Zugriff.
21:35Polizei, keine Belegung.
21:36Stehen gleich.
21:37Stehen gleich.
21:38Polizei, komm, komm, komm, komm.
21:40Nicht weiter.
21:53Danke, dich kannst du ihm jetzt Geld abmachen.
22:02Setzen Sie sich.
22:06Eine ganz schöne Menge.
22:07Der Rahmen der Legalität reicht ja für diesmal nicht aus.
22:10Ist mir scheißegal.
22:12Mich würde brennend interessieren, woher Sie so viel Geld haben.
22:16Ist ja schön.
22:17Das geht es dir aber nichts an.
22:19Ach, ich denke schon.
22:20Nicht nur in Bezug auf die Drogen,
22:22sondern auch in Bezug auf den Mord an Ihren Vater.
22:24Sie glauben doch nicht ernsthaft, dass ich meinen Vater umgebracht habe, oder?
22:28Ist ja lächerlich.
22:28Na ja, wer weiß.
22:31Vielleicht fahren Sie ja drauf.
22:34Ihr Vater hat Ihnen Geld für Drogen verweigert.
22:37Es gab Streit.
22:39Wir wissen, dass der Tresor mit dem Schlüssel geöffnet wurde.
22:43Das Aufbrechen wurde nachträglich simuliert.
22:45Der Schlüssel war unter das Regal geklebt.
22:48Und da fragen wir uns natürlich, wer davon gewusst haben könnte.
22:50Und na ja, wissen Sie was?
22:53Also, so viel ist uns da gar nicht eingefallen.
22:57Wow.
22:59Was ein Schwachsinn.
23:02Vielleicht hat er ja die Gelegenheit genutzt, um in das Geld zu kommen.
23:05Aber das heißt noch lange nicht, dass er seinen Vater getötet hat.
23:08Ah.
23:09Das ging ja schnell.
23:11Das hilft mir wirklich weiter.
23:30Um es gleich vorauszuschicken, ich kann Ihnen da sicher nicht viel weiterhelfen.
23:34Ich kannte Dr. Rönsch nur flüchtig.
23:37In welcher Angelegenheit halten Sie denn zu tun mit ihm?
23:40Das kann ich Ihnen beim besten Willen nicht sagen.
23:43Haben Sie einen Hinweis für mich?
23:44Sicher.
23:45Blume Solar.
23:46Sagt Ihnen der Firmenname etwas?
23:48Blume Solar.
23:49Ja, das sagt mir, was du stellen diese Solarmodule her.
23:51Richtig, ja.
23:53Das Land Hessen ist an einem internationalen Großprojekt beteiligt.
23:57Es gab, soweit ich weiß, eine Ausschreibung.
24:00Kaffee? Wasser?
24:01Nein, vielen Dank.
24:03Blume Solar hat diese Ausschreibung ja gewonnen.
24:06Das klingt ja so wie bei der Lotterie.
24:09Blume Solar hat unter vielen Mitbewerbern den Zuschlag für die Herstellung der Solarpanele erhalten,
24:16die bei dem Solarkraftwerk zum Einsatz kommen.
24:19Wie kam dieser Zuschlag denn zustande?
24:21Das läuft nach den üblichen Wettbewerbsmodalitäten.
24:23Ah ja.
24:25Also meines Wissens hat Dr. Rönsch Blume Solar eine herausragende Expertise ausgestellt.
24:30Wenn Sie das sagen, dann wird das so gewesen sein.
24:33So genau kann ich mich nicht an die Details erinnern.
24:37Herr Hausmann, ich habe mich da mal ein bisschen schlau gemacht.
24:40Also nach § 97 Absatz 4 GBP ist der öffentliche Auftraggeber verpflichtet,
24:45bei der Vergabe mittelständische Unternehmen besonders zu berücksichtigen.
24:49Das ist richtig.
24:51Voraussetzung für die Vergabe in dieser Größenordnung ist aber,
24:55dass das entsprechende Unternehmen seine wirtschaftliche Zuverlässigkeit beweist.
25:01Und das scheint mir hier nicht gegeben.
25:03Wie meinen Sie das?
25:04Ja, gegen Blume Solar wurde vor zwei Jahren wegen Insolvenzverschleppung ermittelt.
25:09Das Verfahren wurde, soviel ich weiß, eingestellt.
25:12Das ist richtig, aber es gab begründete Zweifel an der wirtschaftlichen Zuverlässigkeit dieser Firma.
25:17Und das hätte natürlich zu einem Ausschuss aus dem Wettbewerbsverfahren führen müssen.
25:22Darüber bin ich nicht informiert.
25:24Was, Sie sitzen doch im Vergabeausschuss?
25:26Du hast das Topischen zur Sprache gekommen.
25:28Nicht, dass ich wüsste.
25:29Okay.
25:31Gut, dann würde ich gern die Protokolle sehen.
25:34Ich glaube nicht, dass ich dazu berechtigt bin.
25:37Und ich glaube, dass Sie dazu verpflichtet sind, da außen.
25:49Das war letztes Jahr im Sommer.
25:51Teambuilding.
25:52Das war Heiner, ähm, Dr. Rentsch, sehr wichtig.
25:56Teambuilding?
25:57So nennt man das also.
25:58Ich weiß nicht, worauf Sie anspielen.
26:00Ich glaube, das wissen Sie ganz genau.
26:04Wenn Sie diese alte Geschichte meinen?
26:05Das ist doch ein alter Hut.
26:08Aber klar, sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz klingt erstmal unappetitlich.
26:13Aber dann?
26:15War nichts dahinter.
26:18Sicher.
26:19Dr. Rentsch war manchmal vielleicht so der ein oder anderen Mitarbeiterin etwas hemmsärmlich oder salopp.
26:25Er hat seine Bemerkungen immer als Kompliment verstanden.
26:28Alte Schule eben.
26:29Alte Schule?
26:30Also die Einschätzung sollten Sie vielleicht lieber den Mitarbeiterinnen überlassen.
26:34Immerhin gab es hier eine Beschwerde.
26:36Die offensichtlich unbegründet war.
26:39Niemand konnte eine Verfehlung bestätigen.
26:42Auch keine Mitarbeiterin.
26:44Vielleicht, weil das den Job gekostet hätte.
26:47Wissen Sie eigentlich, wie schnell man unter so einen schlimmen Verdacht geraten kann?
26:50Gerade als Chef.
26:52Und das sage ich als Frau.
26:54Sind Sie deshalb zu mir gekommen?
26:56Wir haben noch ein paar Fragen zu der Firma Blume Solar.
26:59Bitte.
26:59Es geht da um die Vergabe eines Großauftrags.
27:02Dr. Rentsch war sowohl als unabhängiger Berater für das Wirtschaftsministerium als auch für diesen potenziellen Auftragnehmer tätig.
27:09Was meinen Sie?
27:10Schließt das eine das andere nicht aus?
27:12Warum sollte es?
27:14Dr. Rentsch war als Berater für das Wirtschaftsministerium tätig und unsere Firma, Rentsch Consulting, für Blume Solar.
27:23Ja, Sie verstehen doch, worauf wir hinaus wollen.
27:29Selbst beim Bau einer öffentlichen Toilettenanlage geht sowas nicht. Das stinkt doch zum Himmel.
27:34Der Stank allein reicht aber nicht, Herr Bitte.
27:36Wir brauchen Beweise.
27:38Vielleicht hat sich ein Konkurrent ausgebotet gefühlt und sich an Dr. Rentsch gerecht?
27:43Na, darauf gibt's doch keinen Hinweis, oder?
27:45Ich hab noch mal im Umfeld von Mario Rentsch recherchiert. Der hat vor drei Jahren Abitur am Albert-Einstein-Gymnasium
27:51gemacht. Hier, ich hab die Abizeitung im Netz gefunden.
27:54Da.
27:55Die kennen wir doch.
27:56Ja, das ist Bea Seifert. Sie hat danach als Praktikantin bei Rentsch Consulting gearbeitet.
28:02Ah.
28:12Guten Tag, Frau Seifert.
28:14Ja?
28:15Mein Name ist Julia Schröder. Kripo Wiesbaden. Hätten Sie kurz Zeit?
28:20Eigentlich nichts. Ich muss zur Arbeitsgruppe nehmen. Und was geht's denn?
28:23Es geht um Dr. Rentsch.
28:26Ich hab's in der Zeitung gelesen.
28:28Und was wollen Sie von mir?
28:29Sie waren mit seinem Sohn Mario zusammen, ist das richtig?
28:32Ja, das ist schon länger her.
28:34Und Sie haben dann nach dem Abitur ein Praktikum in der Firma seines Vaters angefangen?
28:38Ja, es hat sich so angeboten. Consulting hat mich interessiert.
28:41Sie haben das Praktikum dann aber abgebrochen. Das war nur der Grund.
28:46Es hat nicht mehr so gepasst.
28:49Kann es sein, dass das Interesse an Ihnen über das Berufliche hinausgegangen ist?
28:54Dr. Rentsch hat mich sehr in meinem beruflichen Werdegang unterstützt.
28:58Ich muss sich mir das vorstellen.
29:01Ich meine, immerhin haben Sie das Praktikum vorzeitig abgebrochen.
29:04Okay.
29:06Dr. Rentsch war auch privat sehr an mir interessiert.
29:12Ich aber nicht an ihn.
29:14Wie war das für Mario?
29:17Es ist schon ungewöhnlich, wenn sich der Vater für die Freundin des Sohnes interessiert.
29:21Ich muss jetzt wirklich los.
29:31Mario, ich würde gerne mit Ihnen über Ihre Ex-Freundin, Bea Seifert, sprechen.
29:36Schönes Tier.
29:38Was waren Sie mit der?
29:40Das ist schon ein langes Schluss.
29:41Ja, aber hier.
29:44Als Sie noch zusammen waren,
29:47da hat sich Ihr Vater wohl auch sehr für Sie interessiert, richtig?
29:51Ja, kann sein.
29:54Wie war denn das für Sie?
29:59Das war mir scheißegal.
30:01War es Ihnen scheinbar nicht.
30:03Es gab einen aktenkundigen Streit mit Bea Seifert.
30:07Sie sind nachts vor Ihrer Wohnung aufgetaucht,
30:10haben rumgeschrien und ein Fenster eingeworfen.
30:14Die Nachbarn haben dann die Polizei gerufen.
30:17Ja, da war nichts.
30:20Also, für nichts ist das schon ein ziemlich großer Aufwand.
30:25Okay, mein Vater war ein Riesenarschloch.
30:28Und Bea hätte sich niemals auf ihn einlassen dürfen.
30:30Hat sie das denn?
30:31Er hat sogar von mir damit geprahlt,
30:33dass er sie flachgelegt hat.
30:35Und das haben Sie ihm geglaubt?
30:38Keine Ahnung.
30:38Sie hat das natürlich alles abgestritten.
30:42Lernt man im Tiermedizinstudium
30:43nicht den Umgang mit Blasrohren
30:45zur Betäubung von Tieren?
30:46Was wollen Sie damit sagen?
30:50Ist er so getötet worden?
30:54Ich habe meinen Vater gehasst,
30:56aber ich habe ihn nicht umgebracht.
31:00Vorsicht, Herr Schiller.
31:03Ich hoffe, Sie wissen,
31:04dass ein Sturz von der Leiter
31:05zu den häufigsten Arbeitsunfällen gehört.
31:07Ach, Leute.
31:09Mit diesem Solarpanel
31:10kann ich bis zu 30 Prozent
31:12meines Strombedarfs decken.
31:14Das klingt gut.
31:14Ja.
31:15Und bei diesen Strompreisen momentan
31:17lohnt sich das sogar.
31:19Und ich tue was fürs Klima.
31:21Toll.
31:22Wissen Sie, was auch toll wäre?
31:24Wenn es weiterhin bei Ihnen heißen Espresso gäbe.
31:26Was?
31:28Das gibt es für mich.
31:32Hallo, Frau Dr. Hänge.
31:33Das Serum, mit dem Dr. Röntsch getötet wurde,
31:36heißt Batrachotoxin.
31:39Batrachotoxin.
31:39Genau.
31:40Was ist das denn?
31:41Das wird bei Operationen in geringer Dosierung eingesetzt,
31:44um Teile der Muskulatur erschlaffen zu lassen.
31:46Ah.
31:46Ach, und die KTU hat das Blasrohren untersucht
31:50und festgestellt, dass es als Tatwaffe nicht in Frage kommt.
31:53Ah.
31:55Sie haben ja wirklich weitergeholfen.
31:56Vielen Dank.
31:59Batrachotoxin.
32:00Hochinteressant.
32:01Sie kennen das?
32:01Ja.
32:02Das wird aus dem Sekret des Pfeilgiftfrosches gewonnen.
32:05Aus einem Frosch?
32:06Ja.
32:07Das wurde schon vor langer Zeit in Südamerika von Naturvölkern
32:10zur Jagd benutzt.
32:11Und kommt auch heute noch in der Medizin zum Einsatz.
32:14Bei Überdosis.
32:16Absolut tödlich.
32:17Was Sie alles wissen, Herr Schiller?
32:19Na ja, also mal als ehemaliger Chefarzt der Anästhesie.
32:23Ja.
32:24Ah.
32:25Ja, nur mit der Elektrik habe ich es nicht so.
32:44Willst du nicht noch was essen?
32:47Kein Hunger.
32:49Mario, ich weiß.
32:51Es ist alles nicht einfach.
32:54Dein Vater war schwierig.
32:56Aber es war nicht alles schlecht.
32:58Wir beide müssen zusammen sein.
33:00Was redest du da für einen Scheiß?
33:04Du bist doch selbst froh, dass der Arsch tot ist.
33:08Willst du mit mir über irgendwas reden?
33:10Was gibt es noch zu reden?
33:12Was wollte die Polizei heute von dir?
33:15Jetzt kannst du dir doch denken.
33:18Wir suchen einen Mörder.
34:04Wer sind Sie?
34:07Was wollen Sie von mir?
34:11Ich habe etwas, das Sie bei uns im Haus gesucht haben.
34:14Wovon reden Sie?
34:15Sie wissen genau, wovon ich rede.
34:24Blume?
34:26Verstehe.
34:29Nicht am Telefon.
34:31Mach dir keine Sorgen, ich kümmere mich drum.
34:33Geil, dein Herz.
34:42Du bist Nein, ich kümmere mich drumherum.
35:02Vor kurzem ist ja dein Vater ermordet worden.
35:05Schon krass, oder?
35:10Und wenn schon?
35:45Ich hab hier was. Das ist sehr viel wert.
35:53Und das wird unser Leben verändern.
36:22Ich hab aber auch Zeit.
36:24Okay. Also dann.
36:25Lass das Geld.
36:32Okay.
36:58Fuck, fuck, fuck it!
37:08Fuck, fuck!
37:14Fertig, Fertig.
37:18Fertig!
37:21Fertig, Fertig!
37:23Fertig!
37:31ARD Text im Auftrag von Funk
37:58Am Anfang waren mehrere Firmen im Rennen.
38:00Die Vergabekommission hat sich dann für eine Firma entschieden.
38:02Sie können sich sicher vorstellen, welche Firma das war.
38:05Blume Solar.
38:06Auftragsvolumen 50 Millionen Euro.
38:09Ganz schön eine Stange Geld.
38:11Haussen hat vor einem halben Jahr in Wiesbaden eine Villa für über 3,5 Millionen gekauft.
38:16Ach, als stellvertretender Staatssekretär verdient er sicher gut,
38:20aber 3,5 Millionen hat er sicher nicht im Sparstrumpf gehabt.
38:30Danke.
38:34Keine Brems- oder Längsspuren.
38:36Kein Hinweis auf einen Unfallbetreiligten.
38:39Wieso war der so schnell unterwegs?
38:43Schon ein komischer Zufall, dass der Javier zu Tode gekommen ist.
38:54Im Blut wurde eine nicht unerhebliche Menge Amphetamine nachgewiesen.
38:58Er war also auf Speed.
39:00Ja, das können natürlich auch Reste vom Voramt gewesen sein.
39:03Und mich ist das wie ein Schuldeingeständnis.
39:05Sie glauben also, Mario Rentsch hat seinen Vater umgeworfen?
39:09Fakt ist, der Junge hat kein Alibi.
39:11Der braucht Geld für seine Drogen, knackt nachts den Tresor,
39:14sein Vater überrascht ihn, er rastet aus, Ende.
39:17Na, hier von der KTU.
39:18In unmittelbarer Nähe wurden auf einem Waldparkplatz
39:21frische Reifenspuren von einem weiteren Fahrzeug sichergestellt.
39:25Das heißt, er hat sich kurz vor seinem Unfall noch mit dir in Mom getroffen dort?
39:40Sie wissen schon, dass ich meine Untersuchung noch nicht abgeschlossen habe.
39:43Vielen Dank, dass Sie es trotzdem ermöglicht haben.
39:46Nein.
39:48Nein.
39:50Nein.
39:51Nein.
39:54Nein.
39:55Nein.
39:56Nein.
40:06Aber...
40:07aber...
40:07was ist passiert?
40:10Ihr Sohn stand wohl unter dem Einfluss von Drogen.
40:14Darin fremdverschulden ist, nicht auszuschließen.
40:17Fremdverschulden...?
40:19Die Ermittlungen sind natürlich noch nicht abgeschlossen.
40:22Ich melde mich sofort bei Ihnen, wenn ich etwas weiß.
40:24Ja?
40:40Ich weiß echt nicht, was Sie von mir wollen. Ich vertickelte drum. Fragen Sie doch Mario.
40:45Ja, das mögen wir gerne, aber das geht leider nicht mehr.
40:48Wieso?
40:52Es tut uns leid, Mario ist tot.
40:54Was?
40:59Das stimmt nicht. Das ist nicht wahr.
41:02Leider doch. Er hatte heute Morgen einen tödlichen Unfall.
41:08Das kann nicht sein.
41:11Hat er Ihnen gesagt, dass er sich heute noch mit jemandem treffen will?
41:16Das weiß ich nicht. Und das ist mir auch egal. Scheiße, Mario.
41:25Frau Hauen, wissen Sie, zu wem Hauen zuletzt Kontakt hatte?
41:30Also, das ist wirklich wichtig.
41:33Fuck, ich weiß nicht.
41:37Das ist doch nicht zu fassen. Ich meine, was ist das für so unglaublich? Bock, wie so was macht.
41:47Der Durchsuchungsbeschluss, Herr Blummi.
41:48Soll ich damit den nehmen, oder was?
41:50Das überlasse ich.
41:54Und?
41:55Ja, die Kollegen vom Wirtschafts-Externat kennen die Tricks, wie man Daten in der Buchführung entschlüsselt.
42:00Und haben Tools, wie man sie wieder entschlüsselt.
42:02Schauen Sie mal hier. Hier sind mehrere Geldtransaktionen auf ein Offshore-Konto einer Bank auf den Cayman Islands.
42:09Nur mal ein Konto.
42:10Inhaber Anonym.
42:12250.000.
42:14Nochmal 250.000.
42:16Dreimal 250.000 innerhalb von vier Wochen.
42:19Verwendungszweck jedes Mal STH.
42:22Na, das sagt uns doch was.
42:24STH?
42:25Na, STH wie stellvertretender Staatssekretär Hausner.
42:28Aha.
42:29Ich schließe das im Endeffekt nicht aus.
42:37Herr Reuter, meine Zeit ist begrenzt. In einer Viertelstunde ist Ausschusssitzung.
42:42Ja, ja, ich will es auch nie lange aufhalten.
42:44Wie kann ich Ihnen weiterhelfen?
42:46Die Logistik.
42:48Sagt Ihnen das etwas?
42:49Nicht wirklich.
42:51Das ist eine Methodik, die Grundlage jeder kriminalistischen Erkenntnis ist.
42:57Jurastudium, viertes Semester, das ist also schon eine Weile her bei mir.
42:59Sie sind doch nicht hier, um über Ihre Studentenzeit zu reden.
43:03Um es kurz zu machen, bei dieser Methodik geht es um die Anhäufung von Verdachtsmomenten,
43:08die durch Qualifizierung im Laufe einer Ermittlung zu einer fundierten Hypothese werden können.
43:13Hypothese, sagten Sie das?
43:15Klingt interessant.
43:16Das ist auch interessant.
43:18Vorteilsnahme, Korruption, Bestechung.
43:19Das sind drei Straftaten, die vielleicht nicht direkt mit dem Tod von Dr. Röntsch und
43:24seinem Sohn zu tun haben, die aber in Zusammenhang gesehen werden müssen.
43:27Worauf wollen Sie hinaus?
43:30Wir haben Hinweise, dass es bei der Vergabe des Großauftrages an Blume Solar zu Unregelmäßigkeiten
43:37gekommen ist.
43:38Es wurde Schmiergeld gezahlt.
43:40Das sind doch haltlose Unterstellungen.
43:43Dr. Röntsch hat sich bei Ihnen dafür eingesetzt, dass der Auftrag an Blume Solar geht.
43:47Und der Inhaber der Firma, Herr Blume, hat für Sie Geld auf den Kaiman-Inseln deponiert,
43:52das Sie danach Lichtenstein transferiert haben.
43:55Das Gespräch ist hiermit beendet.
43:57Wenn ich Sie bitten darf.
44:00Herr Hausner, ich nehme an, Sie wissen, dass sich ein frühes Geständnis Strafmeldet auswirken kann.
44:05Ich werde mich über Sie wegen Ihrer haltlosen Verdächtigung beschweren.
44:09Wie Sie wollen.
44:13Ach, noch etwas.
44:14Ihren Hauskauf haben Sie mit einer großen Menge Bargeld getätigt.
44:18Es besteht also der Anfangsverdacht der Geldwäsche.
44:23Schönen Tag noch.
44:29Ich habe die ganze Nacht wachgelegen.
44:31Ich kann es einfach nicht begreifen, dass Mario tot ist.
44:33Ja.
44:34Er fährt nicht einfach so gegen einen Baum.
44:37Er hat sich nicht umgebracht.
44:39Auf keinen Fall.
44:40Wollen Sie sich vielleicht setzen?
44:45Pia, Sie glauben, jemand ist schuld an seinen Tod?
44:49Ja, da hat es jemand voll auf ihn abgesehen.
44:52Wie kommen Sie da drauf?
44:54Mario hat es Andeutungen gemacht.
44:56Er hätte was, was ganz viel wert wäre.
44:59Es würde unser Leben verändern.
45:01Wir wollten doch zusammen weggehen.
45:04Und was war so viel wert?
45:05Er hat mir so einen Datenstick gezeigt.
45:09Da sollen irgendwelche Fotos drauf sein.
45:12Okay.
45:13Und woher hat er den?
45:15Aus dem Tresor.
45:29Er wird doch sicher eine Kopie gemacht haben,
45:31bevor er sich mit jemandem trifft.
45:33Ja, das ist anzunehmen.
45:37Passwort.
45:39Okay.
45:47Den müssen wir leider mitnehmen.
45:49Dürfen Sie das überhaupt?
45:50Ich denke, es ist doch auch in Ihrem Interesse,
45:52dass wir den Tod Ihres Sohnes aufklären.
46:00Alexander?
46:03Es hat sich erledigt.
46:05Danke.
46:08Danke.
46:10Danke.
46:13Danke.
46:22Ich habe zu den Fotos nichts zu sagen.
46:24Das müssen Sie auch nicht.
46:25Ich denke, die Fotos sprechen für sich, oder?
46:28Herr Hosner, für Ihr Verhalten als Mandatsträger
46:31werden Sie sich an anderer Stelle verantworten müssen.
46:33Dafür bin ich nicht zuständig.
46:36Hier geht es um den Tod von zwei Menschen.
46:39Damit habe ich nichts zu tun.
46:40Es gibt aber einen Zusammenhang.
46:42Im Auftrag von Blume Sola hat Ihnen Herr Dr. Wunsch Zahlungen
46:45in den Aussicht gestellt.
46:46Sie sollten die Entscheidung des Vagabeausschusses beeinflussen.
46:49Das müssen Sie mir erst mal beweisen.
46:51Herr Hosner.
46:54Sie sind ja noch nicht so lange im Amt.
46:58Vielleicht kennen Sie sich ja noch nicht so richtig raus
47:00mit diesen Dingen.
47:03Also ich halte es sogar für möglich,
47:05dass Sie sich zunächst gar nicht einlassen wollten
47:07auf die Vorschläge von Herrn Dr. Wunsch.
47:10Aber dann hat er Sie erpresst mit diesen Fotos.
47:13Sie wollten die Geschichte klären.
47:15Sie sind am Tatabend zu ihm in die Villa gegangen.
47:18Aber da kam es dann leider zu einem Streit,
47:21der tödlich endete.
47:23Für den Auftrag haben Sie Schmiergelder
47:25an den stellvertretenden Staatssekretär Hausner gezahlt.
47:29Ich muss mir sowas nicht anhören.
47:31Ja.
47:33Wenn es publik geworden wäre,
47:34dann wäre Ihr schöner Auftrag futsch gewesen.
47:38Dr. Wunsch wollte mehr für seine Dienste,
47:39hat sie erpresst.
47:41Und das wollten Sie unterbinden.
47:45Sie dachten, die Sache sei erledigt.
47:48Doch dann kommt plötzlich der Sohn ins Spiel.
47:49Will Sie auch erpressen.
47:51Es kommt zu einem Treffen mit tödlichem Ausgang.
47:56Sie ist doch alles vollkommen aus der Luft gegriffen.
47:59Wir haben sowohl Fuß- als auch Reifenspuren
48:02am Waldparkplatz sichergestellt.
48:03Und ein Abgleich mit Ihren
48:05und denen Ihrer Mitarbeiter läuft gerade.
48:08Mario Wunsch, der Sohn von Dr. Wunsch,
48:10hat die Fotos gefunden.
48:11Und auch er hat versucht, Sie zu erpressen.
48:13Und wieder mussten Sie reagieren.
48:15So ein Blödsinn.
48:17Sie haben ja keine Ahnung.
48:18Dann erklären Sie es mir.
48:21Sie können sich gar nicht vorstellen,
48:22wie man als Mandatsträger da reingerät.
48:26Anfänglich sind es kleine Aufmerksamkeiten,
48:30die ohne Bedeutung sind.
48:32Dann taucht plötzlich Geld auf Ihrem Konto
48:34von einem unbekannten Auftraggeber auf.
48:37Schon kommen Sie in Erklärungsnot.
48:40Herr Hausner,
48:42Sie haben Zahlungen erhalten
48:43in der Höhe von etwa einer Million Euro.
48:46Das ist kein Pappenstiel.
48:48Ja, ich habe einen schweren Fehler begangen.
48:50Das ist mir klar.
48:53Aber mit dem Mord an Herrn Dr. Wunsch
48:54und dem Tod seines Sohnes
48:56habe ich nichts zu tun.
49:04Jola?
49:08Komm her.
49:12Ich mache mir solche Vorwürfe.
49:16Ich hätte das verhindern müssen.
49:20Was meinst du?
49:26Marie war so
49:27er war so aufgewühlt und wütend
49:31auf mich und auf seinen Vater.
49:35Du meinst, der hat etwas gewusst?
49:40Ich kann es mir nicht vorstellen.
49:44Komm.
49:47Mein Herz nichts bei Leid.
49:57Die stecken doch alle unter einer Decke.
50:00Hier, Blume hat Hausner geschmiert.
50:02Dr. Rönschel merkt Kohle und erpresst die beiden
50:05und die bringen ihn dann schließlich um.
50:09Also gut, für Hausner steht die politische Karriere auf dem Spiel.
50:13Das wäre natürlich ein Motiv, aber...
50:16Nein, Hausner ist korrupt, aber ein Mord traue ich ihm nicht zu.
50:20Das sind die Reifenspuren vom Wahlparkplatz.
50:23Ein Mitarbeiter von Blume fällt ein Auto mit exakt dem gleichen Reifenprofil.
50:28Ja.
50:29Ja.
50:30Hallo Frau Dr. Engel.
50:34HIV?
50:35Ist dein Ding.
50:45Ihr Mann hatte diverse außereheliche Aktivitäten, richtig?
50:49Reifersucht war kein Thema.
50:52Im Blut Ihres Mannes wurde Ritonavir nachgewiesen.
50:56Das sagt mir nichts.
50:57Es ist ein Wirkstoff zur Behandlung von HIV-Infektionen.
51:03Ihr Mann war HIV-positiv.
51:06So wie er gelebt hat, wundert mich das nicht.
51:10Frau Rentschel, ich muss Ihnen diese Frage stellen.
51:12Hat jemand Sie infiziert?
51:18Ja.
51:20Vor etwa einem Jahr kam er von einer Dienstreise.
51:23Wahrscheinlich wusste er es selbst nicht.
51:26Ich habe nach einiger Zeit gemerkt, dass mit mir irgendwas nicht stimmt.
51:30Und bei einer Blutuntersuchung hat man es dann festgestellt.
51:33Und dann?
51:35Heiner hat erstmal alles abgestritten.
51:38Und mir Vorwürfe gemacht.
51:40Und ich habe dann gesehen, dass er heimlich Tabletten nimmt.
51:44Wie haben Sie darauf reagiert?
51:47Ich habe jeden körperlichen Kontakt zu ihm abgebrochen.
51:52Wie geht es Ihnen jetzt gesundheitlich?
51:56Ich nehme Medikamente und kann damit leben.
52:12Hey.
52:13Was machst du hier?
52:15Ich wollte dich einfach nur sehen.
52:17Schön, aber...
52:19Ich habe jetzt leider keine Zeit.
52:21Ja, klar.
52:23Bea...
52:25Es gibt ein neues Medikament.
52:28Einen ganz neuen Wirkstoff.
52:30Ich kenne einen sehr guten Arzt, wenn du willst, ich könnte dich...
52:36Wir können ja später telefonieren.
52:38Okay.
52:52Ja.
52:53Ja.
53:09Frau Schröder.
53:10Die Sache mit Bea Seifert, die hat mich nicht losgelassen.
53:12Hier, ich bin auf was gestoßen.
53:16Sie hat den Nachnamen der Mutter. Die Eltern sind geschieden. Und das ist der Vater von Bea Seifert.
53:23Ach.
53:25Der hat früher in der PR-Abteilung eines Pharmaunternehmens gearbeitet.
53:30Schön, Frau Schröder. Sehr schön.
53:52Frau Rönschech würde Ihnen gern kurz etwas zeigen. Das sind die Videoaufnahmen der Überwachungskamera.
54:00Das Konzert beginnt um 21.15 Uhr und dauert ziemlich genau eineinhalb Stunden.
54:06Herr Therse hat ausgesagt, Sie seien den ganzen Abend im Museum gewesen.
54:10Ja, das stimmt ja auch.
54:12Das wird auch von diesem Video bestätigt. Sie sind die ganze Zeit zu sehen. Auch in der Pause.
54:16Das heißt, wir können Sie als Potentialität daran ausschließen.
54:21Herr Therse.
54:22Herr Therse, im Gegensatz zu Frau Rönsch sind Sie auf diesem Video in der Konzertpause nicht zu sehen.
54:27Sie tauchen erst wieder ganz am Ende des Konzerts auf.
54:31Und da ist mir etwas aufgefallen. Sie gehen mit Frau Rönsch auf eine sehr vertraute Weise um.
54:37Schauen Sie mal.
54:41Und das hat mich stutzig gemacht.
54:45Herr Therse, Sie hatten die Zeit, um vom Museum zur Villa Rönsch zu fahren und wieder zurück.
54:50Das ist doch alles Quatsch. Mein Auto stand in der Tiefgarage.
54:53Das kann ja sein, dass Ihr Auto in der Tiefgarage stand.
54:56Aber Sie haben trotzdem das Museum unbemerkt verlassen.
54:59Mit einem Miet-Elektroroller nehmen Sie die Abkürzung durch den Kurpark und fahren zum Haus von Familie Rönsch.
55:06Dort töten Sie Herrn Rönsch mit einem Pfeil aus dem Blasrohr.
55:13Dann durchwühlen Sie die Wohnung, um einen Einbruch vorzutäuschen.
55:19Danach fahren Sie zurück ins Museum und mischen sich unter die Besucher.
55:26Sie wollen gesehen werden.
55:33Das Alibi, das Sie Frau Rönsch gegeben haben, war eigentlich Ihr Alibi.
55:38Aber es ist falsch.
55:40Nein, so war das nicht.
55:42Herr Therse, wir konnten die GPS-Daten dieses Elektrorollers auswerten.
55:46Und diese Daten beweisen eindeutig, dass Sie zur Tatzeit in der Villa Rönsch waren.
55:51Und noch etwas.
55:53Als ehemaliger Mitarbeiter eines Pharmaunternehmens wissen Sie doch sicher, was Batrachotoxin ist.
55:59Und offenbar waren Sie auch in der Lage, sich diesen Wirkstoff zu besorgen.
56:03Nein, das stimmt nicht.
56:05Wir haben in Ihrem Spind das Blasrohr sichergestellt.
56:31Das ist die Achtung.
56:48Schau!
56:48Stehbleiben!
56:49Hände auf den Rücken!
56:50Hände auf den Rücken!
56:55Ah!
57:06Matthäse, Ihre Tochter Bea Seifert hat nach dem Abitur ein Praktikum bei Dr. Rentsch
57:10gemacht. Ich nehme an, Sie wissen, was dort passiert ist.
57:14Dieses Schwein hat sie auf einer Betriebsfeier betrunken gemacht und ist dann mit ihr aufs
57:18Hotelzimmer. Aus Scham ist sie nicht zur Polizei. Ich wusste das erst gar nicht. Sie hat es
57:24verschwiegen. Sie ist meinen Fragen ausgewichen. Als Viola mir dann erzählt hat, dass ihr Mann
57:30sie mit HIV angesteckt hat, bin ich der Sache nachgegangen. Und da habe ich erfahren, dass
57:35er Bea damals, dass er meine Tochter nicht nur wehrlos missbraucht hat, sondern sie auch angesteckt
57:42hat. Ich musste etwas tun. Hey. Ich liebe dich, Viola. Wir könnten gemeinsam ein neues Leben
57:59anfangen. Ich habe das auch für dich getan.
58:08Matthäse, Sie sind vorläufig festgenommen.
58:30Herzog, wie es sind vorläufig festgenommen.
58:31Ich bin. Ich bin. Ich bin. Ich bin. Ich bin. Ich bin. Ich bin. Ich bin. Ich bin.

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