- vor 8 Stunden
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00:00der stau auf der a61 wenn man einen rückfälligen alkoholiker nach den gründen für seinen rückfall befragt dann bekommt man
00:12häufig zwei antworten
00:15entweder der betroffene sagt ach weißt du da kam das und das und das und das und dann ging es
00:22mir so schlecht dann konnte ich einfach nicht anders als wieder trinken oder man hört keine ahnung plötzlich hatte ich
00:32das glas wieder in der hand und hab einfach getrunken
00:36beide begründungen haben den vorteil dass der betroffene sich und anderen einzureden versucht dass er nichts für den rückfall kann
00:46beide begründungen haben aber auch den nachteil dass wenn sie stimmen würden und der betroffene nichts dafür kann dass man
00:54ihn auch nicht behandeln müsste man würde ihnen viel glück wünschen und ihn alleine lassen
01:00zum glück stimmen diese beiden begründungen nicht in den letzten 20 jahren ist sehr viel rückfallforschung betrieben worden und man
01:12hat erkannt dass die meisten rückfälle einen ganz typischen verlauf haben und zwar egal ob es sich um alkohol um
01:22medikamente um rauchen um drogen oder um glücksspiel handelt
01:29in all diesen fällen verlaufen rückfälle offenbar ganz ähnlich ich will ihnen das an einem beispiel verdeutlichen nehmen wir einen
01:42geschäftsmann der in freiburg lebt er ist verheiratet und er ist alkoholiker
01:50er hat eine behandlung gemacht das liegt nun schon drei monate zurück das leben ist für ihn problemlos verlaufen er
02:00hat einfach den alkohol weggelassen und er und seine frau sind zuversichtlich dass er es nun ein für allemal geschafft
02:09hat
02:10nun nehmen wir an dieser geschäftsmann hatte geschäftlich in düsseldorf zu tun die woche war anstrengend aber erfolgreich
02:21es ist freitag 12 uhr er ruft seine frau an und sagt er dass er sich jetzt auf den weg
02:29machen wird mit dem auto auf der autobahn und wahrscheinlich gegen 18 uhr zu hause sein wird
02:35sie freut sich und erzählt ihm dass freunde kommen wollen und beide freuen sich auf einen gemütlichen freitag abend
02:46nun wechseln wir die szene zu seiner frau sie erwartet ihren mann gegen 18 uhr sie setzt schon einmal kaffee
02:55auf und schaut ab und zu aus dem fenster nun wird er ja bald kommen
03:01es wird 19 uhr er ist nicht da sie schaut besorgt aus dem fenster es wird 20 uhr die freunde
03:09kommen nun ist sie sehr beunruhigt
03:13um 21 uhr als sie gerade schon die polizei verständigen will läutet das telefon er ist am apparat und er
03:21erklärt ihr dass er heute nicht nach hause kommen wird er habe station in eden koben gemacht
03:29sie kann das nicht verstehen
03:31eden koben liegt überhaupt nicht auf der strecke
03:34wir hatten doch vereinbart dass du nach hause kommst freunde sind da er antwortet ich hab's mir eben anders überlegt
03:42da wird sie misstrauisch und fragt ihn du hast doch nicht etwa getrunken
03:48er legt auf er hatte getrunken und niemand versteht wie es zu diesem rückfall kommen konnte
03:56das ist die normale ausgangssituation bei einem rückfall
04:02weder der betroffene noch sein umfeld können sich den rückfall erklären
04:08nun nehmen wir an der betroffene hat drei tage durchgetrunken
04:15aber dann am montag fasst er sich ein herz hört auf und begibt sich zu seinem suchtberater
04:23und erzählt ihm wie sich der rückfall ereignet hat
04:26als er am freitag um zwölf uhr losgefahren ist
04:31da hatte er im leben nicht vor zu trinken
04:35zunächst verlief auch alles problemlos
04:38er begab sich auf die autobahn
04:40hatte gute musik im radio
04:42und fuhr los
04:43immer linke spur
04:44alles war bestens
04:46aber nach ungefähr 100 km geriet er in einen großen stau
04:52wenn er auf der linken spur war dann war die rechte ein paar meter schneller
04:57wenn er auf der rechten spur war dann war die linke ein bisschen schneller
05:01die lastwagen haben ihm abgase in sein fenster gepustet
05:06es war heiß
05:07und er kam einfach nicht voran
05:09es wurde ihm klar
05:11er würde es bis 18 uhr niemals schaffen
05:15im autoradio bekam er meldungen
05:18dass der stau sehr lang sei
05:19vor allen dingen
05:21dass es weitere staus auf der strecke geben würde
05:23er war frustriert und wütend
05:27im autoradio wurden aber auch
05:30umgehungsmöglichkeiten durchgegeben
05:31insbesondere wurde empfohlen
05:34das ganze gebiet
05:35weiträumig zu umfahren
05:37vor allen dingen
05:39war immer von einer abzweigung
05:41in alzai die rede
05:43und wie er das hört
05:45sieht er das schild
05:46alzai tausend meter
05:48gut dachte er sich
05:50dann werde ich hier abbiegen
05:51und kann vielleicht doch noch
05:53den ganzen stau umfahren
05:56nun können sie sich vorstellen
05:58er war nicht der einzige
06:00der ein autoradio hatte
06:01und damit nicht der einzige
06:03der diese umgehungsstraße benutzen wollte
06:06der stau hat sich also gerade
06:08auf die landstraße verlagert
06:10jetzt ging es durch kleine ortschaften
06:13dort gab es ampeln und kreuzungen
06:15das heißt
06:16weiterhin kam er nur sehr langsam voran
06:20nach mehreren stunden näherte er sich
06:23edenkoben
06:25dort gab es eine umgehungsstraße
06:27aber es gab auch eine straße
06:29die in den ort führte
06:32er überlegte sich
06:33dass er eine pause braucht
06:35er wollte sich erholen
06:38und er wollte seine frau anrufen
06:39und er fuhr nach edenkoben
06:42hinein
06:43mitten in den ort
06:45dort gelangte er auf einen parkplatz
06:47er sah eine telefonzelle
06:50er sah ein café
06:51und wie er ausstieg
06:53und gerade dort hingehen wollte
06:55da sah er vor sich
06:57ein wunderschönes
06:58altes fachwerkhaus
07:00mit einem riesigen portal
07:03und er sah über diesem portal
07:05ein schild
07:07und er las
07:09kostenlose weinprobe
07:11verdutzt schaute er nochmal
07:13was steht denn da
07:14kostenlose weinprobe
07:16jetzt wurde ihm klar
07:17er war ja in der pfalz gelandet
07:20einem der berühmtesten
07:22weinanbaugebiete deutschlands
07:24auf der ganzen straße
07:26waren schon ähnliche schilder gewesen
07:28es war nämlich die deutsche weinstraße
07:32und er hatte die idee
07:33ach da geh ich mal rein
07:35und kauf zwei flaschen guten weins
07:38die bringe ich dann meinen freunden mit
07:40er öffnete die tür
07:42und ging hinein
07:43in ein feuchtes
07:45kühles gewölbe
07:47an der stirnseite gegenüber
07:50waren mindestens
07:51fünfzig fässer wein aufgestapelt
07:54davor eine riesige theke
07:56mit mindestens
07:58fünfzig angebrochenen
08:00flaschen wein und dahinter
08:02eine bildhübsche junge verkäuferin
08:04sie strahlt ihn an und fragt ihn
08:06na was kann ich ihnen anbieten
08:10und er merkt
08:11es war keine gute idee hierher zu kommen
08:14denn er kommt sich blöde vor
08:16er der tolle geschäftsmann
08:18kennt sich nicht aus mit wein
08:19was macht er bei einer weinprobe
08:21wenn er nicht trinken will
08:22er hat sich nämlich
08:24in eine risikosituation
08:26begeben
08:28das ist das entscheidende
08:30man ist nicht immer gleich rückfallgefährdet
08:33sondern
08:34es gibt rückfallrisikosituationen
08:38sechzig prozent aller rückfälle
08:40passieren in drei situationen
08:44erstens
08:45unangenehme gefühle
08:46wenn man alleine ist
08:48zweitens
08:49unmittelbar im
08:50anschluss an konflikte
08:52und drittens
08:53soziale verführungssituationen
08:55wenn andere einem alkohol anbieten
08:58eine risikosituation bedeutet
09:01dass plötzlich der alkohol ganz nah ist
09:05und man keinen plan hat
09:07was man machen soll
09:09dieser geschäftsmann
09:10hatte nicht vor
09:12in eine risikosituation zu geraten
09:15wenn ihm das vorher klar gewesen wäre
09:18wäre er wahrscheinlich gar nicht
09:20in den weinkeller gegangen
09:22trotzdem ist es kein zufall
09:24dass er in diese risikosituation geraten ist
09:28sondern es sind zwei dinge vorausgegangen
09:31die typischerweise bei rückfällen vorausgehen
09:34das erste ist der stau
09:38ein stau ist kein großes problem
09:41es gibt wahrlich schlimmere dinge
09:43ein stau bedeutet aber
09:45dass die dinge nicht so funktionieren
09:48wie wir sie uns vorgenommen haben
09:50dass unsere pläne über den haufen geworfen sind
09:53und wir improvisieren müssen
09:55man nennt das in der rückfallforschung
09:59eine unausgewogene lebenssituation
10:02und wenn wir nun eine reihe
10:06so genannter scheinbar harmloser entscheidungen fällen
10:10dann können wir in eine risikosituation geraten
10:14und der geschäftsmann hat drei scheinbar harmlose entscheidungen gefällt
10:20die erste war
10:22dass er ausgerechnet die umgehung auf der deutschen weinstraße genommen hat
10:28es war ihm nicht bewusst
10:30dass er sich damit immer näher an den alkohol gebracht hat
10:34die zweite noch wichtigere entscheidung war
10:37dass er ausgerechnet in eden koben rast machen will
10:41ich hoffe unter ihnen ist kein pfälzer der jetzt fürchterlich beleidigt ist
10:46aber in eden koben ist absolut nichts los
10:49außer dass es dort wunderbaren wein gibt
10:53die dritte sicherlich wichtigste scheinbar harmlose entscheidung war
10:57dass er nicht in das café gegangen ist
11:01sondern zunächst alkohol für seine freunde kaufen wollte
11:06wie gesagt er wollte nicht trinken
11:08es hätte natürlich auch viele andere möglichkeiten gegeben
11:12jetzt in dieser situation zu reagieren
11:15er hätte gleich wieder rausgehen können
11:18wie wenn er sich in der tür geirrt hat
11:20er hätte die verkäuferin nach dem weg fragen können
11:23insbesondere hätte er sich aber beraten lassen können
11:27was der beste wein ist
11:31typischerweise treten aber in einer risikosituation
11:34bei einem alkoholabhängigen sogenannte rückfallgedanken auf
11:40wie er dort steht und nicht weiß was er tun soll
11:45da kommen ihm plötzlich automatisch folgende gedanken
11:50wein sagt er sich war eigentlich gar nicht mein getränk
11:54bier und schnaps ja klar
11:56wein ich wüsste gar nicht wann ich den zum letzten mal getrunken habe
12:00ja vor 20 jahren als ich meine frau kennengelernt habe
12:04das war bei wein da war ich aber noch nicht abhängig
12:09dann kommen ihm gedanken dass er gehört hat
12:12dass man bei einer weinprobe den wein ja gar nicht schluckt
12:15sondern nur einen schluck in den mund nimmt
12:18und dann wieder ausspuckt
12:20das kann er ja machen das wäre kein rückfall
12:24und wie er diese gedanken hat
12:26dann merkt er dass es an diesem tag sehr heiß ist
12:30dass er lange nichts getrunken hat
12:33und dass es hier sehr gut riecht
12:36er bekommt plötzlich verlangen
12:40beides zusammen lässt ihn entscheiden
12:42die verkäuferin von dem teuersten wein
12:46um einen kleinen schluck zu bitten
12:49diesen möchte er in den mund nehmen
12:51sofort wieder ausspucken
12:53und dann zwei flaschen davon kaufen
12:56warum ist ihm das nicht gelungen
13:00nun wie er den wein im mund hat
13:02und darauf rumkaut
13:04da erinnert er sich plötzlich
13:06an die letzte gruppentherapiesitzung
13:09während seiner behandlung
13:10der therapeut hat seine mitpatienten gebeten
13:14sie mögen ihm rückmeldung geben
13:16ob sie glauben dass er es schaffen wird
13:18oder rückfällig wird
13:20alle haben damals gesagt er wird es schaffen
13:22bis auf einen
13:24das war ein ziemlich abgerissener penner
13:27er konnte ihn noch nie leiden
13:30ausgerechnet dieser penner hat ihm gesagt
13:33hör mal her du
13:34du wirst der erste sein von uns
13:37der rückfällig ist
13:38weil du denkst du bist was besseres
13:40damals war er sehr wütend
13:42wie er jetzt den schluck wein im mund hat
13:45da sieht er plötzlich das gesicht des penners vor sich
13:48na was habe ich gesagt
13:50und er bekommt einen riesigen schreck
13:54er muss nicht sehr glücklich ausgesehen haben
13:56zumindest fragt ihn die verkäuferin
13:58na schmeckt er ihn nicht
13:59und er sagt doch doch kindchen
14:01und schluckt den wein runter
14:03und er sieht das gesicht des penners vor sich
14:05na und zu blöd zum ausspucken
14:08nun ist er restlos bedient
14:10es fällt ihm ein
14:12was die therapeuten immer gesagt haben
14:14ein schluck und er ist wieder voll drin
14:15es wird ärger mit seiner frau geben
14:19er muss noch unglücklicher ausgesehen haben
14:21zumindest fragt die verkäuferin
14:23ist die nicht gut
14:24doch doch sagt er
14:25und nimmt einen zweiten schluck
14:28und letztmalig
14:29sieht er den penner vor sich
14:30na und auch noch zu blöd zum zählen
14:33und nun sagt er sich
14:34es ist sowieso alles egal
14:36ich wollte ja auch gar nie richtig abstinent leben
14:39dann geben sie mir noch davon was
14:40und davon was und davon was
14:42und er verlässt den weinkeller erst
14:44nachdem er ziemlich stark angetrunken ist
14:48er hat das erlebt was typischerweise
14:51bei einem rückfall passiert
14:52zunächst versucht ein betroffener
14:55nur ein bisschen zu trinken
14:57aber früher oder später
14:58ereilt ihn der sogenannte rückfall schock
15:02ein rückfall schock ist gekennzeichnet
15:05von schlechtem gewissen
15:06von panik
15:08oder auch von gedanken
15:09es kommt sowieso nicht mehr drauf an
15:11mich sieht ja keiner
15:13dann kann ich noch ein bisschen weiter trinken
15:16es ist diese abfolge
15:18von schritten
15:18über die sich die meisten rückfälle ereignen
15:23was kann man nun tun
15:24um nicht rückfällig zu werden
15:27wenn man das betroffene zu beginn ihrer behandlung fragt
15:31dann sagen sie meistens
15:33ich muss meine probleme lösen
15:35wenn ich keine probleme mehr habe
15:37dann werde ich auch keinen alkohol mehr trinken
15:40das ist eine nette idee
15:42aber die meisten probleme
15:46wird man nicht ein für alle mal
15:48im rahmen einer therapie lösen können
15:50viele behält man
15:52mit dem großen unterschied
15:54dass man sie jetzt auch noch nüchtern erlebt
15:59kein leben verläuft ohne konflikte
16:02kein leben verläuft ohne staus
16:05in der die pläne über den haufen geworfen sind
16:08und man nicht das machen kann was man wollte
16:12entscheidend ist dass man jetzt nicht
16:14durch scheinbar harmlose entscheidungen
16:16auch noch in eine risikosituation gerät
16:19denn das ist die gefährliche mischung
16:23unausgewogene lebenssituation
16:25und risikosituation
16:28das wichtigste ist also
16:30dass sich ein betroffener
16:31im rahmen der behandlung
16:33über seine persönlich relevanten
16:36risikosituationen
16:37im klaren wird
16:39denn eine bekannte
16:41gefahr ist nur noch halb so groß
16:44nun sind die risikosituationen
16:47bei jeder person anders
16:49manche sind besonders gefährdet
16:51wenn sie mit ihren freunden
16:53in bestimmte lokale gehen
16:55andere sind eher gefährdet
16:57wenn sie alleine sind
16:58manche sind gefährdet
17:00wenn es ihnen eher schlecht geht
17:01und manche sind eher gefährdet
17:04wenn es ihnen zu gut geht
17:05entscheidend ist
17:06dass man seine persönlich relevanten
17:09risikosituationen erkennt
17:12dann muss man eine schwere
17:14entscheidung treffen
17:15welche risikosituationen
17:18kann ich künftig vermeiden
17:19und welche risikosituationen
17:22muss ich bewältigen lernen
17:24denn in einem land
17:27in dem die mehrheit trinkt
17:28kann man einfach nicht
17:30allen risikosituationen
17:32ausweichen
17:32bestimmten risikosituationen
17:35muss man sich stellen
17:36und hierfür gibt es
17:39spezielle behandlungsangebote
17:43für soziale verführungssituationen
17:46bei denen also andere sagen
17:48komm trink doch mal wieder einen mit
17:50gibt es ein sogenanntes
17:52ablehnungstraining
17:53da übt man in rollenspielen
17:56wie man alkoholangebote
17:58sicher ablehnen kann
18:00dabei gilt es zu entscheiden
18:03wem man erklären will
18:05warum man nicht mehr trinkt
18:06und wem man das nicht
18:08auf die nase binden will
18:09schließlich muss ein alkoholiker
18:12ja nicht mit einem schild
18:13um den hals herumlaufen
18:14vorsicht alkoholiker
18:16bitte nicht füttern
18:18in anderen situationen
18:20kommt die versuchung
18:21allerdings eher von innen
18:23kein anderer fordert einen auf
18:26sondern man erlebt
18:27plötzlich verlangen
18:28oder jipper auf alkohol
18:30hier gibt es spezielle
18:33sogenannte expositionsübungen
18:35in denen man sich absichtlich
18:38vor alkohol setzt
18:39alles tut
18:41dass man möglichst starkes
18:43verlangen bekommt
18:44und dann trainiert
18:45wie man diesem verlangen
18:47widerstehen kann
18:48diese therapieangebote
18:51sind darauf gerichtet
18:52dass man nicht
18:54rückfällig wird
18:55nun müssen wir uns aber auch
18:58der tatsache stellen
18:59dass ungefähr 50%
19:01aller patienten
19:03einen rückfall im
19:04anschluss an eine behandlung
19:06erlebt
19:06nun macht es allerdings
19:08einen großen unterschied
19:10ob es sich um einen kurzen
19:12rückfall von ein zwei tagen
19:14handelt
19:14nach denen der betroffene
19:16wieder zur abstinenz
19:18zurückkehrt
19:18oder
19:19ob der betroffene
19:21wieder völlig
19:22in sein altes
19:23suchtverhalten zurückfällt
19:24bevor er nach jahren
19:26wieder eine zweite
19:27behandlung macht
19:29wenn man allerdings
19:30erst im moment
19:31eines rückfalls
19:32überlegt
19:33was man jetzt tun soll
19:34dann ist es zu spät
19:36man hat den rückfall schock
19:38man hat vorwürfe
19:40von angehörigen
19:41da ist es nur wahrscheinlich
19:43dass man weiter trinkt
19:44was man jetzt braucht
19:46ist ein einfacher
19:48und gut eingeübter
19:50notfallplan
19:51von daher seien sie nicht beleidigt
19:54wenn ihr therapeut
19:54früher oder später
19:56auf sie zukommt
19:57und fragen wird
19:58was werden sie eigentlich
20:00im moment
20:01eines rückfalls unternehmen
20:03das heißt nicht
20:04dass er ihnen nichts zutraut
20:06sondern es bedeutet
20:08dass er ein guter therapeut ist
20:10und sie auf die möglichkeit
20:12eines rückfalls
20:13vorbereiten will
20:14im moment eines rückfalls
20:17kommt es vor allen dingen
20:19darauf an
20:20dass man weiß
20:22wen man als erstes
20:24informieren will
20:25nicht immer
20:27sind dabei
20:28die angehörigen
20:30die besten
20:31ansprechpartner
20:32sie werden enttäuscht sein
20:34und vorwürfe machen
20:36von daher
20:37kann es unter umständen
20:39besser sein
20:40sich zunächst
20:41an eine neutrale person
20:43zu wenden
20:43das muss aber
20:45im vorfeld
20:47mit den angehörigen
20:48vereinbart sein
20:49sonst würde es ja
20:51den nächsten vertrauensbruch
20:53bedeuten
20:55nun sollen sie natürlich
20:56einen notfallplan
20:58nicht falsch verstehen
21:00in der richtung
21:01jetzt kann ich mir ja
21:02ab und zu
21:03einen kleinen
21:04gepflegten rückfall leisten
21:06sehen sie es eher
21:08wie bei einem
21:09erste hilfe kurs
21:11heute müssen alle
21:12autofahrer
21:13einen solchen machen
21:14und sagen sich ja dann
21:16auch nicht
21:17ich habe meinen
21:18erste hilfe kurs gemacht
21:19jetzt kann ich ja mal mit
21:21absicht gegen den baum
21:22fahren
21:22ich habe ja gelernt
21:24wie ich mich wieder
21:25abkratzen kann
21:26sondern
21:27man weiß
21:28dass menschen
21:29die einen guten
21:30erste hilfe kurs
21:31absolviert haben
21:32eher
21:33vorsichtig fahren
21:35genau so
21:36verhält es sich
21:37mit notfallplänen
21:39in der suchtbehandlung
21:40fassen wir zusammen
21:43rückfälle
21:45kommen nicht aus
21:46heiterem himmel
21:47und rückfälle
21:49passieren auch
21:50typischerweise nicht
21:51dann
21:52wenn es den betroffenen
21:53besonders schlecht geht
21:55sondern
21:56rückfälle
21:57haben in der regel
21:59einen typischen verlauf
22:01gegen rückfälle
22:03kann man daher
22:04sehr viel
22:06in der behandlung
22:07präventiv unternehmen
22:09wenn sie sich also
22:10in ihrer behandlung
22:11nur um ein
22:12einziges thema
22:13kümmern wollen
22:14dann sollten sie sich
22:16um das thema
22:17rückfall kümmern
22:18dann