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Transkript
00:00Der Trinkfeste General
00:02Von dem berühmten Lügenbaron Münchhausen gibt es eine nette Geschichte über den Alkohol.
00:10Münchhausen behauptet, dass er einen russischen General kennengelernt habe,
00:15der jeden Abend in seiner Stammkneipe saß und bis zu sechs Litern Wodka getrunken habe,
00:22ohne auch nur ein bisschen betrunken zu sein.
00:26Er, der Münchhausen, habe sich gefragt, wie das möglich ist.
00:29Er vermutete, dass es einen Trick gäbe.
00:32Deswegen habe er den General aufgesucht und heimlich beim Trinken beobachtet.
00:38Dabei will er bemerkt haben, dass der General eine schwere Kopfverletzung hatte.
00:43Da hatte ihm eine Kanonenkugel, ein großes Loch, in die Schädeldecke gerissen.
00:49Und damit dort nichts rausfällt oder reinregnet, soll er eine kleine Silberplatte gehabt haben.
00:57Und immer, wenn der General wieder eine Flasche Wodka auf X geleert hatte,
01:03dann soll er kurze Zeit später den Deckel angehoben haben, sodass der Alkohol dort entweichen konnte.
01:10Er, Münchhausen, habe sich gedacht, dann könnten wir dem General ja mal einen Streich spielen.
01:15Und er habe sich unauffällig hinter den General platziert.
01:19Und wie der General nun gerade wieder eine Flasche auf X getrunken hatte und seinen Deckel anhob,
01:25da will der Münchhausen ihm ein brennendes Streichholz hingehalten haben.
01:29Und wui, hätte es eine wunderbare blaue Stichflamme gegeben.
01:34Der General sei zunächst sehr erschrocken gewesen, aber dann hätte er es herrlich gefunden
01:39und hätte den Münchhausen gebeten, ihn mehrmals am Abend abzufackeln,
01:44weil er auf diese Weise noch mehr Alkohol vertragen haben soll.
01:48Natürlich sollen sie diese Geschichte nicht unbedingt glauben.
01:52Aber die Frage ist, wie kommt Alkohol eigentlich in unseren Körper hinein?
01:57Wo geht er hin? Und vor allen Dingen, wie kommt er wieder heraus?
02:01Und über all diese Dinge soll es jetzt gehen.
02:05Wenn wir Alkohol trinken, dann geht der Alkohol zunächst über die Speiseröhre in unseren Magen.
02:1480% des Alkohols gehen aber gleich weiter in den Dünndarm.
02:20Nur 20% bleiben im Magen.
02:23Unser Magen und unser Dünndarm sind ausgerüstet mit Schleimhäuten.
02:29Und über die Schleimhäute kann der Alkohol nun übertreten in unseren Blutkreislauf.
02:35Und damit in Windeseile in unserem ganzen Körper verteilt werden.
02:40Über den Blutkreislauf werden alle Organe unseres Körpers mit Sauerstoff versorgt.
02:46Am wichtigsten ist das für unser Gehirn.
02:50Deswegen gelangt auf diese Weise der Alkohol auch sehr schnell und sicher in unser Gehirn.
02:56Alkohol steigt in die Birne, sagt man.
02:59Und genau so ist es.
03:01Unsere Schleimhäute sind die am besten durchbluteten Gewebe.
03:05Sie können sich das bildlich so vorstellen.
03:09Unten sind dicke Blutgefäße und nach oben fein verästelte, offene Blutgefäße.
03:16Nun ist Alkohol ein sehr kleines Molekül.
03:20Der Chemiker bezeichnet es deswegen auch als ein dummes Molekül.
03:25Er hat zwei Eigenschaften.
03:27Er ist wasserlöslich und er ist fettlösend.
03:31Deswegen enthalten zum Beispiel die meisten Putzmittel ein bisschen Alkohol,
03:35weil dadurch das Fett angelöst wird.
03:38Diese beiden Eigenschaften erlauben es ihm, besonders gut und schnell über unsere Blutgefäße in unser Gehirn zu kommen.
03:48Es dauert gerade mal drei bis fünf Minuten.
03:51Dann ist das erste Tröpfchen Alkohol bereits in unserem Gehirn gelandet.
03:57So gelangt also Alkohol in unseren Körper.
04:00Und das Wichtige ist, sehr schnell.
04:04Wie kommt er jetzt wieder heraus?
04:05Das geschieht sehr, sehr langsam.
04:11Das lässt sich am besten an folgender Grafik verdeutlichen.
04:16Nehmen wir an, ein Mensch trinkt einen Liter Bier auf Ex.
04:21Dann würde es drei bis fünf Minuten dauern, bis sein Blutalkoholspiegel zu steigen beginnt.
04:29Nach einer halben Stunde wäre der Höhepunkt erreicht etwa 0,6 Promille.
04:35Ab dann würde der Alkoholspiegel wieder langsam sinken, aber maximal 0,1 bis 0,15 Promille pro Stunde.
04:48Das heißt, es würde bis zu sechs Stunden dauern, bis der Betroffene wieder ganz nüchtern ist.
04:54Und da verrechnen sich schon manche.
04:57Nehmen wir an, ein Mensch hat sich an einem Abend ordentlich betrunken und legt sich um 24 Uhr mit zwei
05:05Promille ins Bett.
05:07Nehmen wir an, er schläft gut und steht um sechs Uhr morgens wieder auf, fühlt sich sehr nüchtern und fit.
05:14Vielleicht trinkt er zur Sicherheit noch ein bisschen Kaffee und setzt sich um sieben Uhr ins Auto.
05:20Er hat aber Pech und die Polizei kontrolliert ihn.
05:24Dann hätte er noch mindestens 1,3 Promille und würde seinen Führerschein verlieren,
05:31obwohl er sich vielleicht schon wieder vollkommen fit gefühlt hatte.
05:36Entscheidend ist, dass wir den Abbau von Alkohol durch nichts beeinflussen können.
05:43Der Alkohol hat nämlich lediglich drei Wege, unseren Körper wieder zu verlassen.
05:49Ein geringer Teil geschieht über die Nieren durch den Urin.
05:55Das sind aber lediglich maximal 2%.
05:59Ob wir also häufig auf Toilette gehen oder selten, wenn wir viel getrunken haben, spielt keine große Rolle.
06:07Der zweite Weg ist über unsere Haut und über unsere Lunge.
06:11Wenn wir Alkohol getrunken haben, haben wir immer eine Fahne.
06:15Und mit jedem Ausatmen verlässt ein bisschen Alkohol unseren Körper.
06:20Und wenn wir viel getrunken haben, dann riechen manchmal unsere Klamotten nach Alkohol oder auch unser Bett,
06:27weil wir ein bisschen Alkohol ausschwitzen.
06:30Aber beides zusammen sind maximal 5%.
06:34Auch hier irren sich viele Betroffene, die zum Beispiel an sehr schweißtreibenden Arbeitsplätzen arbeiten
06:42und denken, dass sie den meisten Alkohol wieder ausschwitzen würden.
06:46Ja, sie schwitzen die Flüssigkeit aus, aber den Alkohol zu maximal 5%.
06:53Insofern nützt es auch nichts, wenn man nach einem Besäufnis in eine Sauna geht.
06:58Man kann den Alkohol dadurch nicht schneller ausscheiden.
07:0393% des ganzen Alkohols, den wir je zu uns genommen haben, den muss schließlich unsere Leber verbrennen.
07:13Und deswegen leidet sie auch so häufig und haben viele Alkoholiker einen Leberschaden.
07:20Wie verbrennt nun unsere Leber den Alkohol?
07:24Sie brauchen keine Sorge zu haben, dort brennt nichts, was gelöscht werden müsste.
07:30Sondern unsere Leber ist die Entgiftungsstation unseres Körpers.
07:36Sie bildet körpereigene, hochaktive Substanzen, die sogenannten Enzyme.
07:43Angeborenerweise verfügt unsere Leber über ein Enzym, mit dem sie den Wasserstoff, dem Alkohol, entziehen kann.
07:53Dieses Enzym heißt Alkohol-Dehydrogenase, kurz ADH.
08:01Mit diesem Enzym werden wir geboren.
08:04Wenn also ein Säugling Alkohol bekäme, dann könnte seine Leber den Alkohol auf diese Weise bereits verbrennen.
08:13Hierbei gibt es angeborene Unterschiede.
08:17Manche Leute vertragen mehr Alkohol, weil sie mehr ADH haben,
08:22und andere Leute weniger Alkohol, weil sie weniger ADH haben.
08:27Das hat allerdings kaum eine Auswirkung auf die Entwicklung einer Alkoholabhängigkeit.
08:32Es entscheidet nur darüber, wie teuer es wird, wenn jemand abhängig ist.
08:38Wenn er viel ADH hat, dann wird er auch viel pro Tag trinken.
08:42Wenn er wenig ADH hat, kann er auch alkoholabhängig werden,
08:46aber es wäre dann eher die schottische, d.h. preiswerte Variante.
08:52Die Leber verbrennt den Alkohol in mehreren Schritten.
08:57Zunächst entsteht ein Zwischenprodukt, Acetaldehyd.
09:01Entscheidend ist, dass dieses Zwischenprodukt hochgiftig ist.
09:06Die meisten Schäden, die durch Alkohol verursacht werden können,
09:11erzeugt nämlich der Alkohol nicht selbst, sondern das Acetaldehyd,
09:16das wir tragischerweise bei der Verbrennung von Alkohol selbst erzeugen.
09:21Dieses Acetaldehyd wird dann in der Leber weiterverarbeitet zu Wasser, zu Kohlendioxid und zu Fett.
09:32Alkohol ist die einzig nahrhafte Droge.
09:36Wenn wir etwa 3-4 Liter Bier jeden Tag trinken würden,
09:42könnten wir uns schon problemlos damit ernähren.
09:46Das ist einer der Gründe, warum viele Alkoholiker im Verlauf ihrer Abhängigkeitsentwicklung
09:52immer weniger gegessen haben.
09:55Nun ist unsere Leber lernfähig.
09:59Wenn wir über einen längeren Zeitraum mehr Alkohol zu uns nehmen,
10:04als sie auf einmal verbrennen kann,
10:07dann lernt sie, die Verbrennung zu beschleunigen, indem sie Sauerstoff zuführt.
10:12Dazu bildet sie ein weiteres Enzym, das sogenannte MEOS,
10:19Mikrosomales Ethanol-Oxidationssystem.
10:23Dieses Enzym wirkt wie ein Blasebalg.
10:27Dadurch vertragen viele Alkoholiker im Verlauf ihrer Suchtentwicklung immer mehr Alkohol.
10:34Entscheidend ist nun, dass wenn die Leber einmal gelernt hat, das MEOS zu produzieren,
10:41dann vergisst sie das nie mehr.
10:44Das heißt, auch wenn ein Betroffener viele Jahre abstinent leben würde
10:49und danach wieder anfängt, Alkohol zu trinken,
10:54wüsste seine Leber sofort wieder, wie sie den Alkohol schneller verbrennt.
11:00Wie wirkt nun der Alkohol in unserem Gehirn,
11:04dass wir ihn so gerne trinken,
11:06vor allen Dingen aber, dass wir davon abhängig werden können?
11:10Darüber hat die Wissenschaft in den letzten zehn Jahren immer mehr herausgefunden.
11:17Entscheidend ist, dass Alkohol im Gehirn auf unser Belohnungssystem wirkt.
11:23Unser Belohnungssystem ist der Teil in unserem Gehirn,
11:27der uns antreibt, die für unser Überleben wichtigen Dinge
11:32auf jeden Fall zu tun und niemals zu vergessen,
11:36zum Beispiel zu essen oder Sex zu haben.
11:41Unser Belohnungssystem wird gesteuert durch sehr viele sogenannte Neurotransmitter.
11:47Sie können sich das vorstellen wie bei einem Auto.
11:51Manchmal ist es angenehm, wenn man Gas geben kann.
11:54Entsprechend gibt es Neurotransmitter in unserem Gehirn,
11:58die uns erregen und uns auf Touren bringen, uns Freude bringen.
12:02Beim Autofahren ist es aber genauso wichtig,
12:05dass wir manchmal sehr schnell wieder bremsen können.
12:09Entsprechend gibt es in unserem Belohnungssystem Neurotransmitter,
12:12die uns wieder runterbringen, uns beruhigen, uns abschalten lassen.
12:16Das Ganze befindet sich immer in einem Gleichgewicht
12:20und je nach Situation empfinden wir manchmal Erregung
12:24und manchmal Dämpfung als angenehm.
12:27Entscheidend ist nun, dass Alkohol, wie alle anderen Suchtstoffe auch,
12:32immer eine Zwei-Phasen-Wirkung auf unser Belohnungssystem hat.
12:39Zunächst hat er eine Hauptwirkung.
12:42Je nach Situation und Menge kann diese eher dämpfend oder eher erregend sein.
12:51Wir haben sie in unserer Grafik nach unten eingemalt.
12:56Diese angenehme Hauptwirkung tritt schnell ein.
12:59Sie hat nach ungefähr einer halben Stunde ihren Höhepunkt
13:03und würde nach ungefähr einer Stunde beendet sein.
13:07Wenn danach in unserem Belohnungssystem wieder alles normal wäre,
13:13dann wäre das perfekt.
13:15Wir hätten für ein paar Euro mit Hilfe von Alkohol Glücksgefühle getankt.
13:21Tatsächlich hat der Alkohol im Anschluss an die angenehme Hauptwirkung
13:27aber eine unangenehme Nachwirkung.
13:30Diese ist lange nicht so stark, dafür aber ungefähr zehnmal so lange anhaltend.
13:38Da geht es uns also belohnungszentrumsmäßig schlechter als jemals zuvor.
13:45Wenn wir sehr viel Alkohol getrunken haben,
13:49dann kennen wir das alle als Gefühl eines Katers.
13:52Aber auch schon bei geringen Mengen Alkohol
13:55ist diese unangenehme Nachwirkung immer in unserem Belohnungssystem vorhanden.
14:02Nun ist es natürlich nur eine Frage der Intelligenz,
14:06bis der Betroffene auf die Idee kommt,
14:08die unangenehme Nachwirkung durch das erneute Trinken von Alkohol zu beseitigen.
14:15Wenn er dies tut und dieselbe Menge Alkohol trinkt,
14:20dann wird seine angenehme Hauptwirkung allerdings nur ein bisschen geringer sein,
14:25denn er muss sich ja erst durch die unangenehme Nachwirkung hindurchtrinken.
14:31Er hat wieder eine angenehme Hauptwirkung,
14:34aber danach türmen sich die zwei Nachwirkungen aufeinander.
14:39Jetzt geht es ihm also noch schlechter als jemals zuvor.
14:43Jetzt trinkt er wieder, gut,
14:46aber dann türmen sich drei unangenehme Nachwirkungen aufeinander.
14:51Das ist natürlich stark vereinfacht,
14:54aber wenn man sich das auf die Dauer vorstellt,
14:57dann türmen sich die unangenehmen Nachwirkungen so lange aufeinander,
15:02bis dadurch die bekannten körperlichen Entzugserscheinungen entstehen können.
15:09Was damit verdeutlicht werden soll, ist,
15:13dass im Prinzip jeder Mensch abhängig werden kann.
15:16Man braucht keine psychischen Probleme oder sonstigen Außenereignisse.
15:22Wenn jemand nur lange genug den Alkohol in einer Weise trinkt,
15:27dass sich die unangenehmen Nachwirkungen auftürmen können,
15:31dann entstehen auf diese Weise automatisch Entzugserscheinungen.
15:42Wenn Sie von einem Menschen hören, dass er zum Beispiel mit zwei Promille von der Polizei beim Autofahren erwischt worden
15:52ist,
15:54dann brauchen Sie über diesen Menschen ansonsten nichts zu wissen.
15:58Allein diese Information reicht aus, um zu wissen,
16:02dass es sich um einen Alkoholabhängigen handelt,
16:06der über eine lange Zeit immer wieder Alkohol getrunken haben muss.
16:10Denn wenn jemand mit dieser Menge sein Auto gefunden hat
16:15und noch einigermaßen anständig gefahren ist,
16:19dann muss er bildlich gesprochen von sehr, sehr weit oben gekommen sein,
16:24damit die Alkoholwirkung dann ungefähr um die Nulllinie gewesen ist.
16:29Nun lassen Sie uns schauen, wie sich das vorher erwähnte Meos
16:35auf die Zwei-Phasen-Wirkung eines Suchtmittels in unserem Belohnungssystem auswirkt.
16:41Nehmen wir noch einmal die Kurve eines Menschen zu Beginn seiner Suchtentwicklung,
16:47das heißt ohne Meos.
16:50Angenehme Hauptwirkung, unangenehme Nachwirkung.
16:54Nun vergleichen wir die Kurve mit einem Menschen nach einer längeren Suchtentwicklung,
17:00nachdem seine Leber das Enzym Meos entwickelt hat.
17:05Da seine Leber den Alkohol jetzt schneller verbrennen kann,
17:09ist bei gleicher Trinkmenge die angenehme Hauptwirkung nicht mehr so stark,
17:15vor allen Dingen aber sehr viel kürzer.
17:19Gemeinerweise ist nun aber auch noch die unangenehme Nachwirkung stärker
17:24und vor allen Dingen viel länger.
17:27Das liegt daran, dass das Acetaldehyd sich mit diesem Meos
17:33in einer unangenehmen Weise in unserem Körper verbindet.
17:38Das ist nun tragisch.
17:39Der Betroffene hat nicht mehr so viel davon,
17:42vor allen Dingen zahlt er aber jeden Konsum von Alkohol
17:46mit einer stärkeren und vor allen Dingen länger anhaltenden, unangenehmen Nachwirkung.
17:54Das ist der Grund, den man heute weiß,
17:58warum Alkoholabhängige mit kontrolliertem Trinken
18:02keinen guten Erfolg mehr haben.
18:06Zumindest ist es nicht mehr dasselbe wie früher.
18:10Jedes Mal, wenn sie Alkohol getrunken haben,
18:13durchlaufen sie hinterher eine stärkere Phase als nichtabhängige,
18:18in der sie versucht sind, erneut zu trinken.
18:23Nun könnte sich ein Betroffener sagen,
18:25aber dann doch vielleicht alkoholfreies Bier.
18:30Alkoholfreies Bier ist zunächst normales Bier,
18:34dem nach dem Brauen chemisch der Alkohol entzogen wird,
18:39ohne dass der Geschmack verloren geht.
18:42Das kann man heute auch ganz gut.
18:44Wenn alkoholfreies Bier kalt ist,
18:47dann merkt man den Unterschied zu richtigem Bier geschmacklich nicht.
18:52Wenn man dem Bier den Alkohol entzieht, das Ethanol,
18:57dann entsteht tragischerweise in kleinen Mengen ein anderer Stoff,
19:03nämlich Methanol.
19:05Und dieses Methanol verbindet sich nun bei einem Menschen,
19:09dessen Leber über das Enzym Meos verfügt,
19:13in einer unangenehmen Weise.
19:15Der Betroffene hat also keine angenehme Hauptwirkung,
19:20denn das alkoholfreie Bier enthält ja so gut wie keinen Alkohol.
19:24Aber er hat im Anschluss eine unangenehme Nachwirkung,
19:29die er von früher kennt.
19:32Und daher ist die Gefahr groß,
19:35dass er früher oder später wieder auf echtes Bier umsteigen würde.
19:40Für einen Alkoholabhängigen ist somit alkoholfreies Bier
19:44keine gute Alternative mehr.
19:48Das ist zumindest das, was man heute weiß über Alkohol im Körper.