Zum Player springenZum Hauptinhalt springen
  • vor 2 Stunden
Transkript
00:00Mit Gears of War E-Day kehrt eine der namhaftesten Actionreihen
00:04nach über siebenjähriger Pause auf die Xbox-Konsolen und den PC zurück.
00:08Statt eines klassischen Nachfolgers liefert der Microsoft eigene Entwickler The Coalition
00:12mit E-Day nun ein Prequel, das vor den Ereignissen des ersten Teils spielt
00:16und dabei auf die bewährten Stärken der Serie setzt.
00:19Ich habe die Kampagne von E-Day in den letzten Tagen durchgespielt
00:22und bin grundsätzlich ziemlich begeistert.
00:24E-Day ist nämlich ein ganz famoses Actionspiel geworden,
00:27das aber auch noch ein bisschen Nachholbedarf hat.
00:30Wo genau, erfahrt ihr in diesem Testvideo.
00:37Eine kleine Info noch vorab, die Szenen in diesem Video entstammen hauptsächlich
00:41dem Performance-Modus der Xbox Series X-Version und zwar ausschließlich von der Kampagne.
00:46Auf den Versus-Multiplayer und den kooperativen Horde-Modus hatte ich bislang noch keinen Zugriff.
00:51Eindrücke dazu und eine finale Wertung findet ihr zeitnah auf GamePro und GameStar.de.
01:03Storytechnisch geht E-Day, wie schon erwähnt, zurück zu den Wurzeln und das im wahrsten Sinne des Wortes.
01:07Wir erleben hier den wohl entscheidendsten Tag des Gears-Universums mit,
01:11den namensgebenden Emergency Day.
01:13An diesem Tag graben sich brutale Untergrundwesen, im Spiel Locust genannt,
01:18aus dem Boden, fallen über die Bevölkerung des Planeten Sarah her und machen alles dem Erdboden gleich.
01:27Mittendrin sind die beiden Gears-Haudegen Marcus Fenix und Dominic Santiago,
01:32die beim Bierchen in der Kneipe vom Locust-Angriff überrascht werden.
01:35Sie schließen sich kurzerhand mit den beiden neuen Charakteren Lucas Reyes und Max Carter zusammen,
01:39um als Bravo-Squad den einfallenden Horden unter der Führung von Oberfiesling Wrack in den Hintern zu treten.
01:46Es geht also wieder los.
01:49Freundkontakt aus 1, 3, 5 Grad.
01:51Sie sind überall.
01:52Die Kampagne von E-Day spielt sich hauptsächlich in und um der Stadt Kelowna ab,
01:57die nach und nach von den Locust überrannt und zerstört wird.
02:00Phoenix und sein Team unterstützen dabei die lokalen Kräfte rund um den überheblichen Colonel Trench
02:04und werden dafür immer wieder an andere Orte geschickt, um zu helfen.
02:09Klar wird aber irgendwann auch,
02:11den Untergang der Stadt können sie nur hinauszögern, nicht verhindern.
02:15Dementsprechend vorhersehbar fällt dann auch die Storyline von E-Day aus.
02:19Wirkliche Überraschungen oder Wendungen gibt es bis zum Finale jedenfalls nicht.
02:23Dafür gibt es aber wie schon in den meisten bisherigen Serienteilen
02:26ein paar überraschend ruhige und fast schon sentimentale Momente,
02:29die zumindest mir eine ziemliche Gänsehaut beschert haben.
02:32Verlust und Verzweiflung angesichts der schieren Locust-Übermacht
02:36sind wiederkehrende Motive in der Geschichte
02:37und durch gewisse Ereignisse in der Story
02:40werden Marcus und Dom auch als Brüder im Geiste immer enger zusammengeschweißt.
02:47Die neuen Figuren Lucas und Max fügen sich auch gut in das Bravo Squad ein,
02:52wobei Max aufgrund ihrer Vita der etwas interessantere und ungewöhnlichere Charakter ist.
02:57Die ehemalige Gears-Soldatin und durch die Arbeit in einer Raffinerie spürbar gezeichnete Frau
03:01greift am E-Day gezwungenermaßen wieder zur Waffe
03:04und hilft Marcus später dabei, sich als Leader zu etablieren,
03:08zu dem die anderen Squad-Mitglieder aufsehen.
03:14Vieles wird allerdings nur angerissen und kratzt an der Oberfläche,
03:18tiefgreifende Charakterstudien oder Entwicklungen dürft ihr bei den stoischen und knurrigen Soldaten nicht erwarten.
03:23Für das, was sie ist, funktioniert die Story von E-Day aber in jedem Fall solide
03:27und hat mit Wrack zudem einen der coolsten und verachtenswertesten Bösewichte der bisherigen Seriengeschichte zu bieten.
03:45Darüber hinaus wird das Ganze auch in ziemlich schicken Zwischensequenzen sehr ansprechend präsentiert
03:50und natürlich lebt auch dieses Gears wieder von den Flottensprüchen und Flüchen seiner Hauptcharaktere.
03:55Für alteingesessene Fans gibt's außerdem ein paar schöne Lore-Szenen,
03:59wie etwa die Geburtsstunde des berühmten Kettensägen-Lancers.
04:10Spielerisch hat Entwickler The Coalition die bewährte Gears-Formel wenig überraschend nahezu unangetastet gelassen
04:15und das ist auch gut so.
04:17Denn auch E-Day flutscht als Duck-and-Cover-Shooter so gut wie kaum ein anderes Spiel dieses Genres,
04:22was die Kämpfer einmal mehr zu einem absoluten Highlight macht.
04:25Bei den Schießereien mit den Locust-Viechern ist Deckung suchen schon auf dem normalen Schwierigkeitsgrad
04:29tatsächlich das oberste Gebot, wenn man nicht schon nach wenigen Sekunden niedergeschossen werden will.
04:39Dass die Gefechte mit den Locusts so viel Spaß machen, liegt vor allem an zwei Faktoren.
04:43Zum einen wäre da das Gunplay, denn selten war es so befriedigend, virtuelle Waffen abzufeuern wie in Gears of War
04:49E-Day.
04:49Alle Knarren fühlen sich ausnahmslos wuchtig an und haben einen nachvollziehbaren Rückstoß.
04:54Außerdem gibt's bei entsprechenden Treffern sehr genugtunende Soundeffekte, wie etwa bei den krachenschmatzigen Kopfschüssen.
05:04Und ja, auch E-Day ist in seiner Gewaltdarstellung wieder sehr explizit.
05:09Zu bereits bekannten Wummen wie dem Lancer- oder dem Longshot-Scharfschützengewehr gesellen sich jetzt unter anderem ein neuer Granatwerfer,
05:15eine ätzende Emulsion verschießende Schrotflinte und die Fernkampfwaffe Breachshot.
05:20Alle Knarren fügen sich prima ins Arsenal ein und vor allem die Breachshot hat sich mit ihrer Vielseitigkeit auf mittlere
05:25und lange Distanzen direkt in mein Herz gespielt.
05:29Der zweite Punkt, warum die Gefechte in E-Day so großartig sind, ist die Vielfältigkeit der Gegner und deren Verhalten.
05:35Wer die Reihe kennt, wird einige Gegnertypen wie die Standarddrohnen und die flinken Wretches natürlich kennen.
05:41Wie die Gegnertypen aber nach und nach eingeführt werden, dürfte auch Veteranen ein Grinsen ins Gesicht zaubern.
05:54Während manche Gegnertypen recht clever Deckung suchen, stürmen andere auf euch zu,
05:58vernebeln die Sicht mit Rauchgranaten oder versuchen von der Seite anzugreifen,
06:02was dafür sorgt, dass ihr immer wieder unter Druck gesetzt werdet und eure Herangehensweise anpassen müsst,
06:06was auch spätere Gefechte ziemlich abwechslungsreich macht.
06:10Glücklicherweise lässt E-Day euch dabei auch ausreichend Möglichkeiten zu reagieren,
06:14denn die Levels erlauben meist mehrere Angriffsoptionen oder Wege zum Vorstoß.
06:18Dabei wirkt sich besonders positiv aus, dass viele Areale jetzt deutlich vertikaler sind
06:22und Markus und Co. dank dedizierten Sprungknopf und einer Slide-Animation auch etwas agiler sind als zuvor.
06:28Die Erkennung von Deckungsmöglichkeiten ist zwar hier und da etwas hakelig,
06:31grundsätzlich funktioniert die Steuerung der Gears aber ganz hervorragend.
06:35Auf diese Weise kann man dann auch den neuen Abscheulichkeiten in E-Day beikommen,
06:39wie etwa den von mir liebevoll getauften Kotzfröschen
06:43oder diesen fliegenden Hodensäcken.
06:45Und ja, so werden sie im Spiel tatsächlich genannt, das habe ich mir nicht ausgedacht.
06:52Allerdings können sich die Gefechte gerade gegen die neuen Feinde spürbar in die Länge ziehen,
06:56weil Frösche, Testikel und Co. erhebliche Mengen an Munition schlucken,
06:59wenn man nicht direkt ihre Schwachstellen trifft.
07:01Das gilt übrigens ebenso für die Bosskämpfe, die zwar überragend inszeniert sind,
07:05den Spielfluss durch die widerstandsfähigen Riesenviecher jedoch phasenweise etwas hemmen.
07:10Dieser Kritikpunkt wird im Koop-Modus mit bis zu vier Personen etwas abgemildert,
07:14denn treffsichere Mitstreiterinnen und Mitstreiter
07:16können die Killtimes auch von dicken Brocken erheblich verkürzen.
07:20Überhaupt ist E-Day im Koop eine Mords-Gaudi.
07:23Spielt ihr hingegen alleine, steuert die CPU die anderen drei Charaktere
07:26und obwohl die ganz passabel treffen und euch auch immer wieder auf die Beine helfen,
07:30bleibt der Großteil der Arbeit an euch hängen, was die Spielzeit künstlich strecken kann.
07:35Ein Aspekt, der mein Gesamterlebnis getrübt hat, betrifft das Pacing des Spiels.
07:39In drei der insgesamt fünf Akte verlässt das Spiel seine gewohnte Geradlinigkeit
07:42und schickt das Bravo-Team in etwas größere Hubareale, unter anderem das Stadtzentrum von Kelowna.
07:48Statt echt Mehrwert zu bieten, erweisen sich diese frei erkundbaren Gebiete
07:51mitsamt optionalen Nebenaufgaben und Sammelobjekten leider als Bremser für den Spielfluss.
07:56Es wird also unnötiger Leerlauf erzeugt.
07:58Bei den Nebenaufgaben müsst ihr meist anderen Trupps oder Zivilpersonen helfen
08:02und etwa ein Autohaus oder einen Glockenturm verteidigen.
08:04Als Belohnung gibt's dafür Mods, mit denen ihr eure Knarren oder euren Anzug aufbrezeln könnt.
08:11Beispielsweise gibt's diverse Visiere, größere Magazine, aber auch Buff-Effekte wie verbesserte Verteidigung bei niedriger Gesundheit.
08:18Genau diese Mods oder zusätzliche Slots stecken auch in den überall versteckten Koffern und Kisten.
08:23Und ich muss auch gestehen, dass mich das anfangs immer wieder getriggert hat, auf die Suche zu gehen und die
08:27neuen Mods einzusacken.
08:29Sobald man allerdings ein bisschen herumexperimentiert und sein bevorzugtes Setup gefunden hat, verliert das System rasch an Reiz.
08:36Statt spielerischer Tiefe regiert dann eher Masse statt Klasse und die Fülle an vernachlässigbaren Buffs bläht das Inventar unnötig auf.
08:42Zwar bleiben Nebenaufgaben und Sammelitems komplett optional, doch die ausgedehnten Laufwege zwischen den eigentlich storyrelevanten Einsatzorten in offenen Gebieten bremsen
08:52die Dynamik merklich aus.
08:54Anders als in den packenden, lineardesignten und mit eindrucksvollen Momenten durchsetzten Abschnitten fehlt es in den weitläufigen Arealen schlicht an
09:00dynamischen und interessanten Feindbegegnungen.
09:02Das schadet dann letztendlich dem Pacing, auch wenn das Ausmaß nicht ganz so extrem ausfällt wie noch in Gears 5.
09:09Bedingt durch den Leerlauf kommt die Kampagne von E-Day auf eine Spielzeit von rund 15 bis 16 Stunden und
09:15ist damit die längste der Seriengeschichte.
09:17Ungefähr drei Viertel erledigte Nebenaufgaben und gefundene Sammelobjekte sind damit eingepreist.
09:22Was auf dem Papier nach viel Umfang klingt, fühlt es sich beim Test in der Praxis aber keineswegs wie ein
09:27Vorteil an.
09:28Eine gestrafftere und fokussiertere Inszenierung ohne die künstlich gestreckten Hauptpassagen hätte der gewohnt intensiven Kernmechanik deutlich besser zu Gesicht gestanden.
09:38Technisch verdient sich Gears of War E-Day aber ohne jede Diskussion die Bestnote und setzt sich für mich auch
09:43serienintern an die Spitze.
09:45Das zerfallende Kelowna ist unglaublich detailliert und stilsicher in Szene gesetzt, es gibt beeindruckende Bauten wie die Allväterbrücke
09:52und ganz generell ist es interessant durch eine noch halbwegs intakte Stadt auf dem Planeten Serra zu laufen.
09:57In früheren Teilen liegt die Welt der Menschen ja bereits komplett in Schutt und Asche.
10:02Auch in Sachen Animationen, Beleuchtung und Gegnerdesigns fährt E-Day ordentlich auf und kann sich locker mit den aktuell schönsten
10:08Spielen messen.
10:09Bei den Schießereien bröckeln zudem Teile der Umgebung weg und auch die Gore-Effekte sind so detailliert wie selten zuvor
10:15in der Serie.
10:17Auch die deutsche Sprachausgabe ist ordentlich gelungen, wobei manche Passagen ein wenig gekünstelt wirken und fast schon zu cool eingesprochen
10:24wurden.
10:25Hier und da ist die Vertonung zudem etwas zu leise abgemischt.
10:38Das schmälert den Soundeindruck aber nur wenig, denn mit den wuchtigen Waffensounds und Effekten sowie der atmosphärischen Musikuntermalung
10:44hat E-Day auch akustisch einiges auf dem Kasten.
10:57Die Xbox Series X-Version leidet allerdings unter deutlich spürbaren Laderucklern beim Durchqueren der Spielwelt, also einem typischen Unreal Engine
11:045 Problem.
11:05Komplett sauber läuft das Spiel zudem auch im Performance-Modus nicht, gerade bei einigen sehr actionreichen Szenen sinkt die Framerate
11:11merkbar ab, wenn auch nur kurzzeitig.
11:13Außerdem hatte ich beim Test den ein oder anderen Bug. Nach einem Bildschirmtot und dem Neuladen des letzten Checkpoints war
11:19beispielsweise das komplette Bild rot gefärbt.
11:21An anderer Stelle waren plötzlich keine Waffengeräusche mehr zu hören. Ein Neustart des Spiels behob diese Probleme zwar jeweils, nervig
11:28waren sie aber trotzdem.
11:29GameStar-Kollege Peter berichtet, dass Gears of War E-Day auf dem PC in den Tests wie ein Brett lief.
11:35Mit den höchsten Grafikeinstellungen wurden auf zwei Rechnern bei 1440p-Auflösung konstante 60 Frames erreicht.
11:41Einer davon hatte eine GeForce RTX 5080 verbaut. DLSS oder andere Frame-Generation-Techniken waren dabei deaktiviert.
11:50Die Bildqualität ist hervorragend und die Einstellungsoptionen vielfältig. Auch bei der Steuerung gibt's nichts zu meckern.
11:56Auf der Tastatur lassen sich alle Befehle frei umbelegen, wenn ihr etwa mit Pfeiltasten statt DASD spielen wollt.
12:01Auch das für die Serie gewohnt enge Sichtfeld lässt sich per Field of View-Schieberegler leicht erweitern.
12:07Um es also nochmal zusammenzufassen.
12:09Gears of War E-Day erfindet das Serienrad sicherlich nicht neu, das war aber auch nicht zu erwarten.
12:14Vielmehr schleift es die altbewährte Deckungs-Shooter-Mechanik noch ein bisschen runder und besticht vor allem mit seinen spaßigen und
12:20intensiven Gefechten,
12:21sowie seiner zum absoluten Großteil herausragenden Technik und daran angeschlossen einer herausragenden Präsentation.
12:27Die Hub-Areale rauben der Kampagne in drei von fünf Akten allerdings etwas das Tempo und das Mod-System wirkt
12:33zudem etwas aufgebläht.
12:34Aber auch mit diesen Schwächen bleibt Gears of War E-Day ein hervorragendes Action-Spektakel,
12:39das sich insbesondere Serienfans und Genre-Liebhaber keinesfalls entgehen lassen sollten.
12:44manuscript.
12:46Wie ist das so ein Ding.

Empfohlen

  1. GamePro
    vor 8 Monaten