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  • vor 3 Stunden
Transkript
00:01Sieben Jahre sind seit dem ersten Control vergangen.
00:04Jetzt ist das Spiel um die paranormale Expertin Jessie zurück.
00:07Aber halt! Stopp! Wir spielen ja gar nicht mehr Jessie.
00:10Stattdessen übernehmen wir ihren Bruder Dylan.
00:13Und statt Fernkampfwaffe gibt's jetzt ausschließlich Nahkampfprügeln.
00:17Ach, und obendrein verlassen wir auch das altbekannte Setting
00:20mit dem verworrenen, sich verändernden Haus.
00:23Stattdessen erkunden wir in Manhattan eine semi-offene Welt.
00:26Alles anders also irgendwie.
00:27Aber gleichzeitig erwartet euch im Kern hier auch ein Control.
00:31Und das heißt, es wird ein richtig wilder Ritt.
00:34Denn so abgedreht wie in Remedy-Spielen geht es selten zu.
00:39Die sieben Jahre sind nicht nur für uns vergangen, sondern auch für Dylan.
00:43Auch wenn er nicht viel davon mitbekommen hat.
00:45Er erwacht am Anfang nämlich erstmal aus dem Koma.
00:48Und zwar mit einer Waffe in der Brust.
00:49Kein Problem, die ist genauso übernatürlich wie Dylan selbst, tut also gar nicht weh.
00:54Stattdessen ziehe ich sie raus und wähle hier direkt mal die primäre Form für meine Nahkampfwaffe.
00:59Zwei schnelle Klingen mit kritischem Schaden.
01:01Eine Sense, die mehrere Gegner trifft.
01:03Oder ein Beil, das mehr Schaden von hinten verursacht.
01:06Dann kann ich mir auch schon den Weg nach draußen bahnen.
01:09Dylan erwacht nämlich im Federal Bureau of Control.
01:12Eine Organisation, die sich um die Eindämmung paranormaler Ereignisse kümmert.
01:15Die Mitarbeiter sind aber nicht gut auf Dylan zu sprechen.
01:18Im Vorgänger hatte er nämlich unter dem Einfluss des übernatürlichen Zischens so einige von
01:23ihren Kollegen auf dem Gewissen.
01:25Upsi.
01:26Jetzt ist das Zischen aus dem Gebäude ausgebrochen und hat sich über ganz Manhattan ausgebreitet.
01:31Dylan wird also ausgeschickt, um sich des Problems anzunehmen.
01:35Zur Seite steht ihm dabei meist per Funk seine Betreuerin Zoe.
01:38Auch die ist anfangs nicht gut auf ihn zu sprechen.
01:40Aber wie sich die Beziehung der beiden entwickelt, ist eine der großen Stärken der Story.
01:46Willkommen im Park, Dylan.
01:48Kurze Erinnerung, keinen Fungus essen.
01:55Du meinst, ich soll mal probieren?
01:59Haha, es ist mein Ernst, Dylan.
02:02Besonders, da Dylan anfangs ziemlich blass als Hauptcharakter ist.
02:06Erst zur Mitte hin wird er deutlich stärker und es gibt auch einige emotionale Momente.
02:11Leider leidet die Präsentation besonders in Dialogen unter dem begrenzten Budget.
02:15Steife Gesichtsanimationen und eine asynchrone durchwachsende deutsche Synchro gab's bereits im Vorgänger.
02:21Und das zieht sich jetzt leider auch hier durch.
02:23Durch einen Bug wurden englische und deutsche Sprachausgabe auch hin und wieder vermischt.
02:28Das wird laut Remedy aber aktuell gefixt.
02:39Aufgewogen wird das mit sehr vereinzelten, dafür aber wieder sehr gut inszenierten Zwischensequenzen.
02:45Wer den Vorgänger gespielt hat, weiß auch, dass es hier richtig abgedreht wird.
02:49Und diese Atmosphäre kann Remedy fantastisch.
02:52Falls die Story übrigens jetzt schon verworren für euch klingt, davon gibt's noch deutlich mehr im Spiel.
02:58Hier werdet ihr dann auch mit schönen Begriffen wie Para-Utilitaria, Neutralisierungsfeldgerät, GWE und so weiter zugeballert.
03:05Wer will, kann sich auch noch durch hunderte Textdokumente wühlen, um wirklich alles zu verstehen.
03:10Das ist am Ende aber auch völlig egal.
03:13Eigentlich sind wir ja auch hier, um uns durch die semi-offene Welt zu prügeln.
03:16Sobald Dylan die Straßen Manhattans betritt, bekommt er es nämlich an jeder Ecke mit Gegnern zu tun.
03:21Von grotesken Wesen, die ihre riesigen Köpfe auf uns hämmern, über einen mutierten Schulbus,
03:26bis hin zu Pilzwesen, die Dylan mit ihren Sporen vergiften.
03:30Egal, gegen alle nutzt Dylan seine treuen Aberranten.
03:33Die Nahkampfwaffe, die wir zu Beginn auswählen.
03:36Neben der Primärform bekommt die auch schnell eine alternative Form.
03:39Ich wähle hier einen Hammer, der ordentlich Strauchelschaden bei Gegnern macht.
03:43Den brauche ich auch, blocken oder parieren kann Dylan nämlich nicht.
03:47Nur mit Ausweichen entgeht er Schaden.
03:49Denn das Spiel will, dass ich aggressiv bleibe und mir Heilung von besiegten Gegnern hole.
03:53Das sorgt dann für ein flottes, Adrenalin-geladenes Spieltempo.
03:57Immer wieder schaue ich mich im Gefecht nach einem Gegner mit wenig Leben um, um mir ein bisschen Heilung zu
04:01stibitzen.
04:02Und dann stürze ich mich wieder auf die großen Klopper.
04:04Solange nämlich von denen noch welche auf dem Feld sind, spawnen kleine Feinde noch nach.
04:09Die Kämpfe sind dabei herrlich spektakulär inszeniert.
04:12Dank Trefferfeedback und Sounddesign fühlen sich Schläge wunderbar wuchtig an.
04:16Und überall regnet das Effektgewitter.
04:18Auch wenn man dabei schon manchmal den Überblick verlieren kann.
04:22Auch in den Bosskämpfen kommt diese Inszenierung zur Geltung.
04:25Wenn ein gigantischer Kopf etwa die halbe Arena auseinander nimmt,
04:28oder ein riesiges Feuerwesen der Boden des Lava mit mir spielt.
04:31Diese Kämpfe fordern dann deutlich mehr Können und Ausdauer als die normalen Gegner.
04:36Ein wichtiges Manko gibt's am Kampfsystem aber leider.
04:39Gerade zu Beginn fehlt es an Abwechslung.
04:42Villain startet mit einer Standard-Kombo und einer Fähigkeit.
04:45Und in der Regel verursache ich einfach mit dem Hammer Strauchelschaden,
04:49bis die Leist des Gegners voll ist und ich ihn mit ein paar Finishern ausschalten kann.
04:53Das gibt mir dann auch einen Bonus auf meinen Schaden für ein paar Sekunden.
04:56Dann schalte ich mit der Standardwaffe die kleinen Gegner aus.
04:58Und für die ersten Stunden ist das dann meine Standardkost.
05:01Im Verlauf kommen zum Glück weitere Fähigkeiten dazu.
05:04So etwa ein Kombo-Finisher.
05:06Hier kann Dylan gleich aus einer ganzen Reihe an Optionen wählen
05:09und dann Gegner etwa in die Luft schleudern.
05:11Weitere Fähigkeiten lassen ihn mit perfektem Ausweichen die Zeit verlangsamen,
05:15seine Waffe in Feuer tränken oder hochspringen,
05:18um mit einem Schmetterangriff alles unter sich platt zu machen.
05:21Hier gibt das Spiel wirklich eine ganze Menge Optionen, um das Gameplay anzupassen.
05:25Und das trägt dann auch deutlich zum Langzeitspaß bei.
05:29Mit bestimmten Materialien kann Dylan zudem seine gewählten Fähigkeiten auch immer wieder ändern
05:33und andere Optionen testen.
05:35Es lohnt sich also echt, sich hier etwas reinzufuchsen.
05:37Aber leider dauert es einfach etwas zu lange, bis alle Fähigkeiten Slots belegt sind.
05:42Es wird also zwischendrin immer mal repetitiv.
05:45Hier spielt übrigens auch das Level der Gegner eine Rolle.
05:48Folge ich einfach nur der Hauptgeschichte, kann ich schnell in ein Areal kommen,
05:51wo Feinde weit stärker sind als Dylan.
05:53Dann werden die sonst Flottenkämpfe nicht nur deutlich härter, sie ziehen sich auch wie Kaugummi.
05:58Ich mach nämlich schlicht und einfach nicht genug Schaden.
06:01Immerhin?
06:02Die Rücksetzpunkte sind großzügig gesetzt.
06:05Weiß ich doch mal ins Gras, kann ich mich schnell wieder ins Getümmel werfen.
06:08Die Lösung ist hier, optionale Bereiche zu erkunden und Nebenaktivitäten abzuschließen.
06:13Dann gibt's Materialien zum Aufwerten der Waffe, wodurch sich Dylans Stärke erhöht.
06:16So richtig optional sind diese Nebenaktivitäten also nicht, sondern eher nötiger Grind.
06:22Dadurch wirkt das Pacing in den ersten Stunden immer dann etwas komisch,
06:25wenn die Story noch nicht ganz in Gang gekommen ist.
06:27Zum Glück gehört das Erkunden aber zu den spaßigsten Aktivitäten des Spiels.
06:31Das liegt einerseits am Movement. Dylan ist nämlich verdammt mobil.
06:36Doppelsprünge, über kurze Distanzen schweben, alles kein Problem.
06:39Später bekommt er Fähigkeiten, mit denen er auch bestimmte Wände entlanglaufen
06:43oder sich direkt vom Boden aus auf Dächer hochziehen kann.
06:46Die Spielwelt ist zwar nicht komplett offen, sondern in große Areale unterteilt.
06:50Innerhalb dieser Areale ist aber quasi alles meine Spielwiese.
06:54Der zweite Part, der die Erkundung so spaßig macht, sind die Nebenmissionen.
06:58Hier gibt's nämlich so einige abgedrehte Geschichten.
07:01Etwa eine Karaoke-Maschine, die Leute zum Tanzen zwingt, bis sie tot umfallen.
07:05So lange, bis ich den Song richtig beende.
07:16Oder ein Taxi, das mich in eine Art Grenzdimension mitnimmt.
07:20Um zu entkommen, muss ich das richtige Fluchttaxi finden.
07:23Hier kann ich die Story sogar manchmal beeinflussen.
07:25Die Hauptgeschichte hat zwar einen festen Ausgang,
07:27in den Nebenmissionen kann meine Wahl aber auch über Leben und Tod entscheiden.
07:31Immer wieder stoße ich dabei auch auf kleine Rätsel.
07:34Und die sind so ein heimlicher Höhepunkt von Control.
07:37Sie sind herrlich unverbraucht und fordern mir gerne mal etwas Hirnschmalz ab.
07:41Ohne, dass Dylan mir die Lösung nach 30 Sekunden schon vorsagt.
07:45Trotz vieler positiver Punkte gibt's aber auch hier ein wenig Kritik.
07:49Das Spiel gibt euch etwa nicht direkt den Weg zum nächsten Ziel vor.
07:52Questmarker gibt es aber nur auf der Map, nicht in der Spielwelt selbst.
07:56Das ist eigentlich sehr angenehm, trotzdem dürfte die Spielerführung hier und da gerne besser sein.
08:01Ein Beispiel. Wir haben an einer Stelle einen optionalen Hinweis nicht angeschaut.
08:06Deshalb wurde uns ein wichtiger Bosskampf nicht markiert.
08:09Einige Stunden später ging's deshalb in der Hauptgeschichte plötzlich nicht weiter.
08:13Und kein Hinweis vom Spiel, wo die Info vom Boss zu finden sein könnte.
08:17Auch bei der Technik läuft's nicht komplett rund.
08:19Die Konsolenversion hat sowohl auf Standard PS5 als auch auf der Pro immer mal wieder kleine Nachladeruckler und Pop-Ins
08:26in der weitläufigen Welt.
08:27Auf der Standard PS5 flimmert das Spiel besonders im Performance-Modus zudem durch die niedrige Auflösung merklich.
08:33Auf der PS5 Pro wird das Flimmern zum Großteil im Zusammenspiel mit PSSR beseitigt.
08:38Die Version für die stärkere Konsole sieht also viel sauberer aus.
08:42Und das, obwohl ich mich vor jedem Areal erstmal durch eine ellenlange Ladezone schlängeln darf.
08:47Nein, wirklich. Guckt mal, wie lange das dauert.
09:04Willkommen im Park, Dylan!
09:06Auf einem leistungsstarken PC mit RTX 5080 konnten wir dagegen selbst mit maximalen Details und Path-Tracing mit DLSS konstante
09:13100 FPS rauskitzeln.
09:15Kleinere Ruckler gab's nur bei Schnellreisen.
09:17Control Resonant ist also eines dieser Spiele, die einen etwas schwächelnderen Start hinlegen.
09:23Ein anfangsblasser Hauptcharakter, ein paar technische Probleme und hin und wieder repetitive Kämpfe.
09:28Bleibt ihr aber dran und fuchst euch rein, bekommt ihr in den besten Momenten ein schnelles, wuchtiges Actionspiel mit einigen
09:34fantastischen Nebenmissionen und Rätseln, die euch knubeln lassen.
09:38Und natürlich der abgedrehten Control-Erfahrung, wie sie einfach nur Remedy kann.
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