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Transkript
00:02Islam und Muslime aus der Sicht Martin Luthers
00:05Eine Betrachtung in fünf Teilen
00:08Einleitung
00:09Vom Solus Christus zum Solus Dialogus
00:12Wie sich die heutige Kirche von Jesus Christus entfandet
00:16Luther schreibt als erster verständlich und deutsch über den Islam.
00:22Luther war der erste christliche Theologe in Europa, der sich darum bemüht hat,
00:27das Wissen über Türken und Islam in einer jedem verständlichen Sprache zu verbreiten.
00:33Seine Quellen waren die wichtigsten und fast einzig erhältlichen Schriften zum Islam in Westeuropa.
00:40Die Knappheit der Quellen hat ihn schockiert.
00:43Er stellte fest, dass sich die Christen mit dem Islam bisher nicht richtig beschäftigt hatten,
00:49obwohl die Lehre Mohammeds schon seit 900 Jahren wütete.
00:53Nicht um eine billige Polemik gegen die Türken als politische Macht ging es Luther in seinen Türkenschriften,
01:00sondern um eine sachliche und biblisch begründete Analyse des Islam.
01:05Er war nicht einmal an Geschichten über Mohammed interessiert.
01:09Er schreibt,
01:18Der Islam blieb für Luther ein wichtiges Thema, Zeit seines Lebens.
01:23Drei Wochen vor seinem Tod wies der Reformator in einer Predigt darauf hin,
01:27dass der christliche Glaube der einzig richtige Glaube ist,
01:31der Islam dagegen eine theologische Erfindung.
01:36Haltlose Vorwürfe an den Reformator
01:39Luthers fundierte und harte Kritik am Islam bereitet heute vielen Zeitgenossen Unbehagen.
01:46In einer Zeit, in der Dialog und Toleranz als höchste Ziele gelten,
01:52platzen die deutlichen Worte Luthers über den Islam wie eine Bombe in die künstliche interreligiöse Harmonie.
01:59Für heutige Funktionsträger der Kirchen ist Luther ein Ärgernis mit seiner Islamkritik.
02:06Während Luther seine Bewertung des Islam ausnahmslos durch die Worte Allahs im Koran begründet,
02:12operieren seine Gegner mit viel Fantasie und Verleumdung.
02:17Um Luthers Islamkritik als unsachlich darzustellen, wird immer wieder behauptet,
02:22Luthers Urteile über den Islam seien das Ergebnis von psychologischen Zwängen
02:28durch den militärischen Druck von außen.
02:30Die Türken standen gerade vor Wien.
02:33Der Reformator sei aufgrund der zeitgeschichtlichen Situation zu einer objektiven Würdigung
02:40und zu einer korrekten Darstellung des Islam gar nicht imstande gewesen.
02:46Nicht von ahnungslosen Laien werden solche Vorwürfe an Luther ausgesprochen,
02:51sondern von Personen, die sich jahrelang akademisch mit Luthers Werken befasst haben.
02:56Kann es sein, dass sie die wichtigsten Schriften Luthers über den Islam nie gelesen haben?
03:02Oder geht es ihnen um eine bewusste Verleumdung Luthers,
03:05der den antichristlichen Charakter des Islam nachgewiesen hat?
03:10Luthers nüchterne und sachliche Darstellung des Islam
03:15Als die Türken-Not in Europa mit der ersten Belagerung Wiens 1529 ihren Höhepunkt erreichte,
03:23war Luther ein renommierter Gelehrter mit kühlem Kopf.
03:26Ein echter Luther-Forscher schreibt,
03:28Es ist erstaunlich, mit welcher Nüchternheit Luther die Lage der Christenheit betrachtet,
03:34ohne in einen hochfliegenden Optimismus,
03:37aber auch ohne in einen resignierenden Pessimismus zu verfallen.
03:42Luthers Schriften zum Islam sind weder eine billige Polemik,
03:46noch eine panische Hetze,
03:48sondern eine sachliche Darstellung des Islam
03:50und dessen Auswertung im Lichte der Bibel.
03:53Ganz anders als Luther geht die heutige Kirche bei der Bewertung des Islam vor.
04:00EKD distanziert sich von Luthers Islamwahrnehmungen.
04:05In ihrem Impulspapier
04:07Reformation und Islam von 2016
04:10bezeichnet die evangelische Kirche in Deutschland
04:13die Aussagen Luthers zum Islam als
04:16polemisch, einseitig, schemenhaft, holzschnittartig
04:21und nicht passend zu gegenwärtigen dialogischen Ansätzen.
04:25Der EKD zufolge darf unser Zeugnis von Jesus Christus
04:30nicht als anmaßend oder als überheblich für den Islam wahrgenommen werden.
04:35Vor allem darf der Islam dabei weder abgewertet
04:38noch für unwahr erklärt werden.
04:40Damit ersetzt die EKD
04:42Solus Christus
04:44durch
04:44Solus Dialogus
04:46also
04:46wahr ist, was dem Dialog dient.
04:50In der Kirche Luthers sind heute nicht viele,
04:53die es wagen, den Islam so zu nennen,
04:55wie die Lehre Allahs sich selbst im Koran
04:58und in den Sprüchen des Propheten Mohammed präsentiert
05:01und wie Luther ihn folgerichtig nannte.
05:03Ein Reich, dessen Wesen und Entstehung
05:06ganz allein durch den Kampf gegen Christus
05:09und seine Heiligen bestimmt ist.
05:12Auch der Appell Luthers an die evangelische Kirche,
05:15Muslime mit dem Evangelium zu erreichen,
05:18war vergeblich.
05:19Bis Anfang des 19. Jahrhunderts
05:22unternahm die evangelische Christenheit
05:24keinen ernsthaften Versuch zur Verwirklichung
05:27der Aufforderung Luthers,
05:28dass sie das Evangelium auch den Türken verkündigen soll.
05:32Der Dienstauftrag von Jesus Christus
05:35geht hin zu allen Völkern
05:37und verkündigt die gute Nachricht.
05:39gilt bis heute für die weltweite Christenheit.
05:42Es ist deshalb nicht nachvollziehbar,
05:45wie dieser Auftrag von Jesus Christus,
05:47dem Herrn der Kirche,
05:49von namhaften kirchlichen Würdenträgern
05:51als nicht mehr zeitgemäß,
05:54anmaßend und überheblich abgelehnt wird.
05:58Hier können wir nur noch beten und Buse tun.
06:03Hier noch ein kurzes Gedicht von Martin Luther aus dem Jahre 1524.
06:09Aus tiefer Not schrei ich zu dir, Herr Gott,
06:12erhör meinen Ofen.
06:14Dein gnädig Ohren kehrt zu mir
06:16und meiner Bitt sie öffne.
06:18Denn so du willst das Sehen an,
06:20was Sünd und Unrecht ist getan.
06:23Wer kann, Herr, vor dir bleiben?
06:26Bei dir gilt nichts,
06:27denn Gnad und Gunst die Sünde zu vergeben.
06:30Es ist doch unser Tun umsonst,
06:33auch in dem besten Leben.
06:35Von dir niemand sich rühmen kann.
06:37Des muss dich fürchten,
06:39jedermann und deiner Gnade leben.
06:43Hören Sie nächste Woche den ersten Teil
06:45Türkengefahr in den Tagen Lutas.

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