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  • vor 6 Stunden
Work-Life-Balance, Generation Z und das ewige Jugend-Bashing: Ex-Skirennläuferin und ORF-Kommentatorin Nicole Schmidhofer nennt die Gesellschaft verweichlicht, Unternehmer Maximilian Riedel (Riedel Glas) hält die junge Generation für verloren. Klartext widerspricht – über Erziehung früher und heute, ungleiche Verdienstchancen von der Pflege bis zum Fernsehen, unerreichbares Wohneigentum und die Frage, warum wir eigentlich arbeiten.

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Transkript
00:06Herzlich Willkommen wieder bei Klartext. Wir wollen heute wieder Klartext sprechen.
00:10Bevor wir anfangen, schaut ab und zu auch beim Robert auf seinen Blogs rein. Das sind auch immer
00:14ganz interessante Themen. Das kann ich fast sagen, das hat einiges an Spannung.
00:20Ja, erst einmal schön, dass ihr da seid. Heute einmal bekühlen Wetter. Also die Schwurbel haben recht,
00:24es gibt keine Erderwärmung. Mit Augen zwinkern und danke für die schöne Werbung. Auf Robert
00:31Sommer Auto, auf Facebook habe ich bis zu einer Million Klicks jetzt schon und spreche ein paar
00:37Dinge an oder schreibe ein paar Dinge an, die sich vielleicht andere nicht trauen. Das ist ja meine
00:41Aufgabe auch als Blogger, der ich unter anderem bin. Absolut. Ganz wichtig, unbedingt einmal reinschauen.
00:46Jetzt zu unserem heutigen Thema. Wir haben Sie etwas Besonderes ausgesucht. Willst du vielleicht
00:52ja Lust starten? Ja, diesmal haben wir gesagt, nicht Politik. Das kommt dann im heißen Herbst,
00:57da wird er wieder heiß, da kommt die Erderwärmung in der Politik. Dieses Jugend-Bashing hätte uns
01:03einmal interessiert. Also ich habe mir zwei Aussagen vom Wochenende herausgeschrieben. Eine von der
01:07Nicole Schmidhofer, der bekannten Ex-Skifahrerin, die ja beim ORF jetzt Skirennen kommentiert,
01:12die auf die jetzige Generation hingehaut hat, die können sich nicht durchbeißen. Die sind so weich,
01:18lauter, die Gesellschaft ist verweichlich, hat sie gesagt. Und dann, da muss ich nachschauen,
01:22bei einem Unternehmern muss man vorsichtig sein, dass man kein Preis hin sagt. Maximilian Riedl,
01:26jeder kennt ihn. Elfte Generation Riedl-Glas, das heißt, der hat natürlich schon ein bisschen
01:31Vorstufe, der ist ja nicht arm geboren worden, der ist schon reich geboren, aber arbeitet rund um
01:36die Uhr, das muss man ihm lassen. Sagt er zumindest, das glaube ich auch. Und schimpft auf die Work-Life
01:41-Balance
01:41und wie schrecklich die Juga ist. Er arbeitet mit seinen 1000 Mitarbeitern, 260 Tage im Jahr,
01:48hat 650.000 Follower, alle bedienter selbst. Und die Jugend hat keine Geduld mehr, die machen
01:55das nicht so wie er. Die Generation Z ist völlig verloren, kaum einer hält noch irgendwas durch
02:00und so weiter und so fort. Also wir kennen das Geschimpfe auf die junge Generation. Und da war
02:06unsere Idee, stimmt das? Ist die junge Generation zum Schmeißen oder ist die alte Generation,
02:13die ältere Generation, die haben wir ja auch schon angehören, irgendwie so wie jede ältere Generation,
02:18sie schimpfen auf die Jungen. Ist ja bei uns auch passiert, oder? Längere Jahre gehabt, warst
02:22schon ein Hippie, faul waren wir, wir haben nicht so ein bisschen, ist das gleiche wie jetzt. Was sagst du,
02:26oder?
02:26War es so? War es bei dir auch? Absolut. Oder warst du so ein braver, angepasster Puppe oder warst du
02:31eher ein Hippie?
02:32Das war eine gefährliche Zeit damals. Naja, natürlich. Weil alle die damals in der 68er-Bewegung
02:37oder beim Auslaufen der 68er-Bewegung dabei waren, da hat es dann quasi so geheißen,
02:44das sind die gefährlichen, das werden einmal die Kommunisten, die werden immer unser System kippen und was immer.
02:49Passiert ist nicht. Aber es war trotzdem eine schöne Zeit. Es war eine schöne Zeit, ich bin 1962 auf die
02:54Welt gekommen,
02:55also 68er hat mich ja nur ganz am Rande gestreift, aber es gab natürlich auch in dieser Generation
03:00viele Fehlleistungen, zum Beispiel der AF-Theorismus, der natürlich wie jedes Gewaltverbrechen abzulehnen ist,
03:06aber dann, dass man sich ein bisschen emanzipiert, weil ja die Frauen sich endlich emanzipieren konnten,
03:11dass man auch darauf hingewiesen hat, dass 1945 keine Stunde Null war, sondern dass sehr viele ehemalige Nazis
03:17oder neue Nazis wieder in Top-Positionen sind. Männer natürlich, weiße, alte Männer. Und dass sich überhaupt nichts geändert hat,
03:24dass es so viel Antisemitismus auch auf den Universitäten gab, Stichwort Baratakiewicz,
03:29dieser leider berühmte juristische Professor, die antisemitische Witze bei seinen Lesungen gemacht haben,
03:36das haben damals Heinz Fischer, der spätere Bundespräsident und der ehemalige Finanzminister
03:40oder spätere Finanzminister Ferdinand Ratzinger aufgedeckt. All diese Dinge waren ja wichtig.
03:46Und jetzt ist die Frage, ist die jetzige Generation völlig versaut oder machen die auch was richtig?
03:52Und da wollen wir darüber diskutieren, oder?
03:54Absolut. Das ist, glaube ich, sogar eine ganz wichtige Sache, weil ich habe das Gefühl,
03:57dass sehr schnell der Stab gebrochen wird. Jetzt nicht nur zu dem Thema, sondern immer wieder Themen,
04:03wo man einfach den Stab schnell bricht, ohne ihn wirklich zu hinterfragen. Warum ist das so?
04:06Was sicher stimmt ist, also ich selber habe ja keine Kinder, aber ich kann natürlich darüber reden,
04:12also ich bin auch kein Jude und kämpfe gegen Antisemitismus, ich bin ja nicht schwul und kämpfe für Schulrechte,
04:17ich bin auch kein Flüchtling und will, dass die gut behandelt werden. Also man kann auch, wenn man keine Kinder
04:21hat,
04:21über Kinder reden, weil unsere engsten Freunde in der Familie, überall sind Kinder, wir kennen ja das Bild
04:26oder Jugendliche mittlerweile. Und natürlich ist die Erziehung eine andere, sie ist wesentlich anti-autoritärer.
04:31Als ich in die Schule gegangen bin, hatte ich noch Angst. Ich sage das wirklich, ich bin in der Zirkusklasse,
04:36ich habe das auch oft schon geschrieben in meinen Büchern, das war ein strenges, humanistisches Gymnasium,
04:40in die Schule gegangen, da hatte ich noch Angst. Da waren diese Lehrer, teilweise noch nicht alle,
04:44es gab auch junge, progressive Lehrer. Mit dieser Handbewegung?
04:46Ich bin nicht physisch, ja, vom Krieg, ich bin nicht physisch geschlagen worden, aber sie wollten die Seele,
04:51die Seele der Schülerinnen und Schüler nicken. Und das waren zum Teil, da haben wir einen ehemaligen SSler gehabt,
04:57ehemaligen Nazis, Kriegsversehrte, die einen Splitter im Kopf gehabt haben, also völlig irreleid.
05:02Und ich hatte Angst dort. Ist das das Ziel? Jetzt haben die Kinder und Jugendlichen weniger Angst,
05:08um zu sagen, gar keine. Es soll aber auch nicht in die Richtung gehen, dass dann die Lehrer Angst haben
05:12vor den Schülern. Das muss man auch dazu sagen. Das heißt, die Schüler und Schülerinnen, die Jugendlichen
05:17haben viel mehr Selbstvertrauen. Das ist einmal klar. Die Frage, ob das gut oder schlecht ist,
05:22ich finde es einmal nicht. Es soll doch nicht wieder in die andere Richtung gehen, dass sich die Lehrer fürchten
05:25müssen.
05:25Es ist wie mit allen Dingen im Leben, das Pegel sollte in der Mitte sein. Das heißt einmal,
05:31die Schüler und Schülerinnen, die Jugendlichen müssen sich nicht so durchbeißen wie wir.
05:35Ich habe diese Angst überwinden müssen. Ich habe es geschafft. Ich kann aber von Schulkollegen sagen,
05:40die sind zerbrochen daran. Die waren sicher gescheiter wie ich, haben aber keine Karriere mehr machen können,
05:44einfach weil sie psychisch gebrochen waren. Das ist ja auch nicht der Sinn in der Schule.
05:48Da gibt es ja wunderbares Stück, das war nicht in der Zeit.
05:52Von Thorberg natürlich. Und genauso, also ich hatte keinen Selbstmord, aber gebrochener
05:57Menschen in meiner Umgebung. Und wir hatten jetzt wieder ein Klassentreffen und viele haben das
06:01auch angesprochen. Das war schon so damals auch. Also das ist einmal schon klar, dass ich finde,
06:06es ist jetzt so besser. Es darf, wie gesagt, nicht eine komplett anti-autoritäre Erziehung ausarten,
06:11denn ein Nein ist schon noch ein Nein. Sie müssen gerade Bumm lernen bei Mädchen.
06:15Aber auch Mädchen müssen es lernen, egal was. Jedes Kind muss erzogen werden.
06:19Also komplett anti-autoritär ist einmal nicht gut.
06:21Fest steht natürlich, dass viel mehr Geld da ist, immer noch. Aber alle reden, wir sind zu arm.
06:25Als ich auf die Welt kam, hatten wir keinen Fernseher, kein Auto und kein Telefon.
06:30Dann waren wir die Ersten, die ein Vierteltelefon gehabt haben.
06:32Da haben sich die Leute angestellt bei uns und haben dann versucht zu telefonieren.
06:37Wenn aber ein anderer telefoniert hat, war es auch, was wir können.
06:39Das heißt, meine Generation musste sich durchbeißen. Meine Eltern haben ein bisschen was gehabt,
06:45aber nicht viel. Und ich wollte halt ein bisschen mehr haben.
06:48Heute ist genug da für alle, weil wir immer jammern.
06:50Das heißt, man kann den Jugendlichen nicht vorwerfen, dass die Eltern mehr Geld haben als unsere Eltern.
06:55Das war halt der Krieg und das war anders. Werfe ich ihnen nicht vor.
06:59Was will ich dann sonst? Das war ja, dass sie halt zu faul sind.
07:02Dass sie nur mehr Work-Life-Balance machen. Und da habe ich meine eigene Theorie.
07:05Was sagst du eigentlich? Bist du für die Work-Life-Balance?
07:08Das ist eine zweischneidige Sache. Was ist das?
07:11Wenn ich bedenke, dass ich vielleicht überlegen kann, was will ich von meinem Leben noch haben.
07:17Will ich, also als junger überhaupt ist das einmal eine Position, jetzt steige ich ein in das Berufsleben.
07:22Aber ich will ein bisschen was erleben auch. Ich will noch ein bisschen meine Freizeit genießen können.
07:28Was ja der Freizeitindustrie restlich wieder zugute kommt.
07:31Dann kann ich schon verstehen, dass es aus der Warte vielleicht von dem einen oder anderen,
07:36ich sage jetzt mal vorsichtshalber, Industriellen, nicht so ist.
07:41Das ist schon was anderes. Weil, wie gesagt, wenn ich heute mitunter mit einem Löffel im Mund auf die Welt
07:45komme,
07:45mit einem Gold an einem Löffel, ich will nicht absprechen, dass die nichts arbeiten.
07:49Wie beim Herrn Riedl, der will schon viel arbeiten, aber er ist nicht arm auf die Welt gekommen.
07:54Genau, und wenn er arbeitet, bedeutet das für ihn, das ist ein ganz anderer Mehrwert, wie für einen Angestellten.
08:01Was gilt der Supermarktverkäuferin? 12, 13, 14 Euro Euro. Bei einem müssen sie Millionen sein.
08:05Genau.
08:06Da haue ich mich schon einmal ganz anders ein.
08:07Das ist schon einmal für mich ein ganz anderes Argument.
08:09Das ist ein ganz anderes Argument.
08:10Auch der Name da und auch an die Kinder weitergeben.
08:13Also man muss immer sagen, es gibt Berufe, wo man einfach extrem viel verdienen kann.
08:18Der Armin Wolf hat das auch eine Woche in einem Interview gesagt, in der Kronenzeitung, zu seinem 60. Geburtstag,
08:24dass es einfach Berufe gibt, wo man unverschämt viel verdient.
08:29Unter anderem Fernsehfutzer nannte er sich selber, oder halt Fußballer.
08:32Und andere, zum Beispiel im Pflegebereich, unverschämt wenig.
08:35Wahnsinn.
08:36Dass man da andere Motivation hat, mehr zu arbeiten, ist mir auch klar.
08:39Dazu kommt, dass unsere Generation noch die Chance hat, sich Eigentum zu schaffen.
08:44Wenn du dir heute die Wohnungspreise anschaust in ganz Österreich, nicht nur in Wien,
08:47schaffst du es nicht mehr.
08:48Vor allem, wie viele Junge sind, müssen bei den Eltern leben,
08:51obwohl für beide Teile das nicht sehr angenehm ist, weil es gar keine Chance hat, eine Wohnung zuzeit zu haben.
08:55Oder du brauchst eine Beziehung.
08:56Ich bin ausgezogen mit 18 und konnte mir locker eine Wohnung leisten.
08:59Eine Mietwohnung natürlich.
09:01Aber das geht doch zum Teil heute gar nicht mehr.
09:03Wenn die Mieten bis zu 1000 Euro kosten, dann bleibt dir ja nichts mehr zum Leben über.
09:07Das heißt, du brauchst einen Partner oder eine Partnerin.
09:10Und du bist gezwungen, in eine Beziehung zu gehen.
09:11Oder du gehst in eine WG, wenn du von daheim ausziehen willst.
09:14Das hat sich ja extrem verändert.
09:18Und wenn du mit den Jungen rätst, und das tue ich natürlich auch,
09:21dann haben die eine ganz andere Einstellung zu leben.
09:24Bei uns war es noch Eigentum, wie wir gesagt haben.
09:27Aber die denken vielleicht sogar noch eine Spur mehr.
09:30Da habe ich immer das Gefühl, die fragen sich, warum leben wir?
09:34Was ist der Sinn des Lebens?
09:36Das kommt in den Prophezeiungen von Celestine sehr oft vor,
09:39dass wir eigentlich vergessen haben, darüber nachzudenken, warum leben wir?
09:42Weil selbst der Herr Riedl, wenn er jetzt dann reich ist, was ihm zustellt,
09:45bei mir gibt es keinen reichen Bashing.
09:47Niemand hat das gestohlen.
09:48Auch toll, dass er für arbeitet.
09:49Aber er wird einmal den Weg gehen, den wir alle gehen.
09:52Kann er seine Gläser mitnehmen?
09:54Dann weiß man seine Gläser wahrscheinlich nicht, was er im Himmel verkauft.
09:57Und dann fragt man sich, was hast du gemacht?
09:59Ist die Antwort, ich habe gearbeitet.
10:02Und viele Jüngere denken darüber auch ein bisschen nach.
10:09Warum bin ich auf dieser Welt?
10:10Das klingt jetzt sehr naiv.
10:13Das klingt sehr unpolitisch.
10:15Ich bin ja kein Politiker.
10:16Ich darf ja unpolitisch sein.
10:17Das klingt auch sehr unwirtschaftlich, unprofitabel.
10:20Wenn ich der Chef einer Firma wäre, wollte ich auch nicht tausend Mitarbeiter haben,
10:24die einen Sitzkreis machen und nachdenken, warum sie leben.
10:26Na, so gescheit bin ich auch.
10:28Ich bin ja nicht ganz dumm.
10:29Also ich habe ja selber immer viel gearbeitet.
10:30Aber in Japan ist das durchaus üblich, gell?
10:32Das wollte ich ganz sagen.
10:33Es gibt Religionen oder Regionen, aber auch Religionen.
10:36Es gibt, du wusstest, andere Religionen dort, wo das durchaus anders ist.
10:41Zum Beispiel in China geht man auch mit Älteren ganz anders um.
10:44Bei uns schaut man, dass man Ältere abbaut.
10:47Also eliminiert quasi aus der Firma, weil sie zu teuer sind.
10:51In China ehrt man sie.
10:53In der Firma und fragt nach dem Rat.
10:56Ist bei uns auch nicht der Fall.
10:58Jetzt natürlich, ich verstehe es schon auch nicht, wenn ich mir heute, wie du sagst,
11:03was für Möglichkeiten habe ich noch.
11:05Wie schaut meine Zukunft aus?
11:06Muss ich alles in eine Wohnung, die ich vielleicht gar nicht so schnell kriegen kann?
11:11Oder ein Haus, was vielleicht gar nicht so möglich ist?
11:14Oder verbringe meine Zeit wertvoll?
11:17Und wertvoll kann zum Beispiel ein Spaziergang sein.
11:20Wertvoll kann für einen anderen zum Beispiel sein, wie es in Wien am Franz-Josefske ist das, glaube ich,
11:27wo diese Szene ist.
11:28Wenn du dort abhängen willst?
11:29Naja, warum nicht?
11:32Ich sage, es gibt ja auch nicht die Generation.
11:34Genauso wie es nicht die Ausländer gibt.
11:36Oder die Österreicher.
11:37Es gibt ja verschiedene.
11:39Ich kenne genug Jugendliche, die voll reinbeißen.
11:41Also so ist es ja auch nicht.
11:42Und wenn man sich den Sport anschaut, wo ich mehr komme, die Leistungen werden immer besser.
11:46Also es ist ja nicht so, dass die Leistungen schlechter werden.
11:47Und die hängen dran.
11:48Man kann es ja nicht verallgemeinern.
11:50Aber es gibt natürlich schon, aufgrund auch der Situation, dass man eben nicht mehr Eigentum schaffen kann,
11:55sagen viele, naja, dann mache ich halt nur Work-Life-Balance.
11:59Das Wort haben wir noch gar nicht erwähnt.
12:00Work-Life-Balance.
12:01Also da arbeite ich halt nur 30 Stunden und ich gönne mir ein bisschen was.
12:05Also ich zahle halt meine Monatsmitte, damit ich eine Wohnung habe, einen Kopf über den Dach.
12:10Und sonst versuche ich halt, meine Hobbys zu frönen und das Leben zu genießen.
12:14Und dabei vielleicht auch für mich selber was zu lernen.
12:17Es gibt sehr viele Jugendliche, die ich kenne, die zu Kursen gehen, die zu buddhistischen Vorlesungen gehen
12:22und sich da weiterbilden.
12:24Das kann ja auch damit auch für das Arbeitsleben gut sein.
12:26Also ich bin nicht der Glorifizierer der Jugend.
12:29Ich bin nur auch kein Päscher der Jugend.
12:31Genauso wie ich kein Päscher von Flüchtlingen oder Ausländern bin.
12:34Aber auch kein Glorifizierer, auch kein Glorifizierer Österreichs, auch kein Patriot bin,
12:38weil ich sage, oh, das ist super bei uns.
12:39Nein, es gibt die Österreicher und die Österreicher.
12:42Und genauso gibt es eben die Jugend und die Jugend.
12:45Und nicht alles, was sie machen, ist schlecht.
12:47Wobei viele, die eben diese World-Life-Balance gern leben,
12:51es aber dann andererweitig wiederum, vor allem in Niederösterreich sehe ich das oft,
12:55dass die dann bei freiwilligen Organisationen ihre Freizeit verbringen.
12:58Das darf man auch nicht vergessen.
12:59Und das darf man nicht vergessen, weil die Feuerwehr lebt davon.
13:01Es lebt das Rote Kreuz, das ist ein Ritterbund, wie die ganzen Rettungsorganisationen heißen,
13:05aber auch diese NGOs davon.
13:07Man sieht das extrem, also ich bin ja da in Nickelsdorf, sind wir am Fußballplatz,
13:11und wenn da die Sirene heult während dem Spiel, rennen die Hälfte nicht das Spiel,
13:14die dürfen weiterspielen, aber der Zuschauer rennt weg, die Jungen.
13:17Weil sie irgendjemanden, der im Auto vor Kai, das retten wollen.
13:20Und zwar, die kriegen keine Geld dafür.
13:21Und das musst du auch sagen.
13:23Es werden ja auch immer weniger, aber nicht, weil die Jungen nichts mehr tun wollen,
13:26sondern weil halt die Nickelsdorfer immer weniger Kinder haben.
13:28Wir hatten hier im Vorjahr genau vier Kinder.
13:31Das ist für eine Ortschaft der Größten.
13:33Das ist fast 2.000 Einwohner und das ist deutlichst unterm Schnitt, muss man sagen.
13:37Es werden ja auch immer weniger.
13:38Da gibt es andere Gründe auch dafür.
13:41Frauen wollen sich auch selbstständig weiterentwickeln und sagen,
13:44eher keine Familie.
13:45Frauen dürfen auch Nein sagen.
13:47Man wird nicht schief angeblickt, wenn man mit 22 noch ein Kind gehabt hat,
13:51so wie früher.
13:52Das heißt, es hat sich ja vieles zum Positiven entwickelt.
13:54Und weltweit haben eh genug Menschen.
13:56Es ist ja nicht so, dass wir zu wenig Menschen hätten.
13:58Und das verschiebt sich ja durch die Flüchtlingswelle, die es ja auch gibt.
14:02Die leugnet ja niemand.
14:03Das heißt, es verschiebt sich und wir brauchen das ja auch, damit wir das irgendwie aufdecken.
14:09Jetzt ist es so natürlich auch, kann man sagen, die Jugend, unter Anführungszeichen
14:16wiederum verallgemeinert, sind ja sehr stark abgelenkt von den sozialen Medien,
14:20haben dann so Traumberufe wie YouTuber oder Influencer.
14:25Ich meine, dass nur ganz wenige schaffen.
14:27Da brauchen wir gar nicht drüber reden.
14:30Ist das negativ?
14:32Nein, erstens mal mit dem ganz wenigen bin ich ein bisschen vorsichtig.
14:34Ich wollte immer Sportjournalist werden.
14:36Da haben alle gesagt, das schaffen nur ganz wenige.
14:38Dann bin ich Sportchef der größten Zeit lang geworden.
14:40Dann wollte ich Schriftsteller werden.
14:41Ich habe gesagt, um Gottes Willen, das schafft überhaupt nicht mehr.
14:44Dann habe ich jetzt mittlerweile vier Bestseller-Bücher geschrieben.
14:47Das heißt, man kann schon schaffen, würde ich sagen.
14:49Und das sind halt neue Berufe.
14:50Auch die KI schafft es ja auch, Berufe zu vernichten.
14:56Also müssen wir auch neue Berufe irgendwie erfinden.
14:59Natürlich schaffen es nur wenige.
15:00Aber ich bin auch jetzt Blogger, auf meinen alten Tag ein Influencer.
15:04Du hast das ja freilicherweise erwähnt.
15:06Und ich habe es auch jetzt bis zwischen 700.000,
15:08jetzt habe ich fast einmal knapp die Millionengrenze angepeilt,
15:12noch nicht ganz geschafft.
15:13Aber das ist ja mehr als jede Zeitung.
15:15Mit Ausnahme der Kronenzeitung.
15:17Wobei, man sollte aber vielleicht sagen,
15:19okay, da hat es Haken und macht es nebenbei.
15:21Wenn es funktioniert, dann könnt es dann immer noch wechseln.
15:24Ich glaube, das wäre das sicher.
15:24Ich mache es auch nebenbei.
15:25Weil ich mache meine journalistischen Sachen,
15:27meine Schriftstellerische, meine Medienberatung.
15:29Das ist schon klar.
15:29Aber es gibt schon welche, die davon ein gutes Geld kriegen.
15:32Also ich habe auch schon erste Anfragen,
15:34ob ich da nicht irgendwie mit Firmen mich positionieren will
15:38oder ob sich die bei mir positionieren können.
15:39Da musst du halt nachdenken, wie unabhängig bist du da noch.
15:42Wenn du zum Beispiel jetzt eine Supermarktkette nimmst,
15:44dann wirst du nichts mehr über diese Supermarktkette sagen können.
15:47Was ja auch logisch ist, was ich auch verstehe.
15:49Aber da muss man halt ein bisschen nachdenken.
15:50Und jetzt werde ich mal langsam in mich gehen.
15:53Ich muss es ja nicht morgen entscheiden.
15:54Das ist der Vorteil.
15:56Was, glaube ich, noch ein ganz wichtiger Punkt ist,
15:58auch an dem Wochenende, habe ich gehört von Tassila Valentin,
16:01den ehemaligen Präsidentschaftskandidaten,
16:03war auch bei der größten Zeitung Österreichs einmal ein Kollege von mir,
16:05schrieb dort sehr Rechte, aber keine Rechtsextremen,
16:09aber Mitte-Rechts-Kommentare, sehr leistungsbezogen.
16:12Und der hat jetzt gesagt in einem Blog auf Instagram,
16:16die KI vernichtet zwei Drittel der Arbeitsplätze.
16:21Und der sagt, der Mitte-Rechts-Kandidat,
16:23der auch mit der FPÖ verhandelt hat,
16:26ob er nicht für die FPÖ antreten soll bei der Bundespräsidentschaftswahl.
16:29Also der ist kein Linker.
16:30Der ist alles nur kein Linker.
16:31Und der sagt in diesem Selbstgespräch,
16:34wir werden uns überlegen müssen,
16:36wenn zwei Drittel der Arbeitsplätze in den nächsten Jahrzehnten vernichtet werden,
16:39und das werden sie in allen Bereichen,
16:40in allen Bereichen, ob wir nicht ein bedingungsloses Grundeinkommen andenken müssen.
16:46Er sagt also aber nicht, weil wir Kommunisten sind,
16:48sondern weil wir die Menschheit retten wollen.
16:50Und das sagt einer, der rechts der Mitte steht.
16:52Also der kein Marxist ist, wie wir den Babel oft vorwärten.
16:55Einerseits die Menschen retten wollen, aber das Staatsgefüge,
16:57weil es käme wahrscheinlich irgendwann einmal zur Anarchie oder noch viel Schlimmeren.
17:02Also das heißt, ich glaube, das wäre dann das geringere Übel,
17:05dass man sagt, wir greifen als Staat in die Tasche.
17:07Aber du siehst, wenn der so einer sagt, der halt gebildet ist, der gescheit ist,
17:10ich kenne ihn gut, sympathischer Mensch, hat nicht meine Meinung, aber so ist Demokratie.
17:14Der eine ist links der Mitte, der andere rechts der Mitte.
17:17Wenn der schon vernünftigerweise darüber nachdenkt,
17:19dann werden die jungen Leute sagen, ich habe eh keine Chance viel zu verdienen.
17:23Schau dir einmal die Löhne an.
17:25Es ist ja nicht das Problem, dass die Sozialhilfe oder die Grundsicherung
17:28der hoch ist in Wien bei 1200 Euro.
17:31Also die Mindestsicherung, die Grundsicherung für Flüchtlinge ist bei 500 Euro.
17:34Jetzt auch für subsidiär schutzberechtigt, das ist eh wenig,
17:37aber die Grundsicherung, die Mindestsicherung ist bei 1200 Euro.
17:43Viel mehr verdienst im Beruf auch nicht, wenn du irgendwo einsteigst, was verdienst.
17:47Du musst schon froh sein, wenn du mehr verdienst.
17:491300, 1400.
17:50Jetzt kann man sagen, okay, wir streichen die Sozialhilfe.
17:53Oder wir schauen, da bin ich dagegen, weil da verhungern die Leute.
17:57Oder wir schauen, dass netto mehr überbleibt.
18:01Dass die Leute 2000 Euro verdienen, dann werden sie sagen,
18:03okay, das macht dann Sinn, dann gearbeitet.
18:05Das heißt, man päscht die Jungen.
18:09Aber das Angebot an die junge Generation ist doch falsch.
18:13Natürlich, das sagen ja alle vernünftigen Menschen, wenn ich einfach nichts machen muss
18:18und fast das gleiche bekomme, wie wenn ich 40 Stunden arbeite,
18:23dann war mir auch schön deppert, oder?
18:24Ich weiß nicht, wie ich mich entschieden hätte.
18:27Jetzt gibt es eben diese zwei Denkschulen, die ich schon gesagt habe.
18:29Das sagt auch die Hanna Mikleitern, auch am Wochenende.
18:32Wir sind das Wochenende aber ja viel los.
18:34Wieder Wien-Bashing, Wien-Bashing voll rein, da ist die Sozialhilfe zu hoch.
18:38In Niederösterreich ist es viel weniger.
18:39Na gut, aber man muss schauen, was in Wien abspielt.
18:42Da sind ja zwei Millionen Menschen.
18:44Die muss ich ja anders behandeln.
18:46Ich kann ja nicht die Leute in den Bürgerkrieg hetzen.
18:48Nur wird ja Leute auf der Straße liegen und dann auf die Reichen einschlagen,
18:51weil die Jungen, die nichts mehr zum Essen haben.
18:53Ich muss ja denen Geld geben.
18:55Da geht es ja nur um parteitaktisches Kalkül.
18:58Und die sagt halt, kürzen, kürzen, kürzen, Anreize schaffen.
19:02Aber ist das ein Anreiz für 1200 Euro, vielleicht für 30 Stunden an einer Supermarktkasse zu sitzen?
19:07Das halte ich für sehr fragwürdig.
19:09Ich bin der Meinung, wir müssen die Nettolöhne, also brutto ein bisschen,
19:12aber es sind viel zu viele Abgaben natürlich.
19:14Die Nettolöhne erhöhen, damit auch die jungen Menschen wieder Anreize haben zu arbeiten.
19:19Anreize braucht man.
19:21Wobei es dann natürlich auch weniger gäbe, wenn jetzt das Problem ist,
19:24dass ja sehr viele auch in Teilzeit arbeiten müssen.
19:27Sie müssen so arbeiten, wenn sie eben zum Beispiel Kinder haben.
19:30Eine alleinstehende Frau wird nicht anders arbeiten können.
19:33Und dann bekommt sie halt die 150, 250 oder 300 Euro aus Aufzahlung zur Mindestsichern.
19:40Also von der Stadt Wien eben dazu.
19:41Sonst kommt sie nicht durch.
19:42Oder wir gehen das Modell, das der Tasse der Valentin angesprochen hat.
19:47Aber das wird, das ist jetzt Fiktion, das ist Philosophie noch.
19:50Das wird jetzt im Moment nicht kommen.
19:52Wir gehen in diese Richtung und sagen, jetzt kriegen wir alle ein bedingungsloses Grundeinkommen.
19:56Aber das wird doch Generationen brauchen, bevor man überhaupt ernsthaft darüber nachdenken kann,
20:00weil es muss ja irgendwo herkommen.
20:01Genau.
20:02Dazu gibt es zwei Dinge.
20:03Es muss aber auch mal herkommen.
20:04Das heißt, wir müssen was sparen.
20:05Das kann es ja dann geben, wenn es keine Kriege mehr gibt.
20:08Wenn es keine Kriege mehr gibt und keine Rüstungsindustrie und wird das Geld nicht normalerweise auch zurecht,
20:13wie jetzt zum Beispiel zum Schutz der Ukraine, da verpulvern.
20:17Aber ich bin schon dafür, weil das ist ein angegriffenes Land, also helfen wir ihnen.
20:20Also ich bin keiner, der das kritisiert.
20:22Aber wenn es keine Kriege mehr gibt, brauchen wir das nicht mehr.
20:24Das ist ein Beispiel.
20:25Können wir Milliarden sparen?
20:26Da können wir es schon einmal auszahlen.
20:27Wir müssen gleichzeitig auch die Superreichen besteuern.
20:31Nicht bestrafen.
20:32Kein Reichen-Pashing.
20:33Aber warum geht man nicht, ich sage es bei jeder Diskussion, weil es so wichtig ist, in
20:37die Stiftungen rein.
20:39In Deutschland hat man genau ausgerechnet, wenn man denen nur ein paar Prozent wegnehmt,
20:43die in den Stiftungen sind, gäbe es in ganz Deutschland für über 90 Millionen Menschen
20:49eine Grundsicherung, ein bedingungsloses Grundeinkommen.
20:51Das heißt, die haben immer noch genug.
20:53Ich will die nicht bestrafen.
20:54Die sind reich.
20:55Okay, aber die können ein paar Prozent abgeben und nicht 0,75 Prozent.
20:59Das tut nicht weh.
21:00Da gibt es einen amerikanischen Millionär, Milliardär, der über 100 Millionen einfach
21:07darin investiert, dass man gegen die Reichensteuer vorgeht.
21:13Also in Amerika heißt es eine Reichensteuer oder irgendwie dort.
21:16Und dort Millionen investieren, dass man dagegen angeht.
21:20Also wo ist da der Sinn der ganzen Sache?
21:22Dann könntest du das, wenn man das schafft, wir reden jetzt von Generationen, Generationen, Generationen,
21:27dann wäre genug gilt da für ein bedingungsloses Grundeinkommen.
21:30Das heißt, jeder kann einmal ausatmen und sagen, ich schlafe gut, denn ich kann einmal leben.
21:36Die Frage ist, die man sich auch stellen muss, wir haben auch dann die ungeliebten Jobs, zum Beispiel Raumpflegerinnen und
21:44Hotels,
21:44die sind ja nicht so lustig oder fremde Clones zu putzen.
21:47Die Frage muss man sich auch stellen, weil irgendeiner wird es putzen müssen.
21:50Keine Frage.
21:50Da muss ich dann wieder Anreize schaffen und die wahrscheinlich auch wieder gut bezahlen.
21:55So ist es.
21:55Das wird es keiner machen.
21:56Aber da kann man philosophisch darüber diskutieren.
21:58Was man jetzt entscheiden muss, ist Anreize zu schaffen für die Jungen, wenn man will, dass sie arbeiten,
22:05und nicht immer die Jungen beschimpfen.
22:08Weil die haben keine Anreize.
22:10Wenn ich mir heute, ich weiß nicht, ob alle Jungen so denken,
22:12aber wenn ein Junge sich heute die Welt anschaut, irgendwo fehlen ein bisschen die Perspektiven.
22:17Na ja, sicher fehlen die Perspektiven.
22:19Und damit, warum soll ich dann, ich hakele zwar, dass ich ein bisschen Geld habe,
22:22aber ich möchte ein bisschen was für mein Leben haben.
22:25Diese grobe Einschätzung finde ich eigentlich aus der Situation heraus verständlich.
22:31Ich finde es auch verständlich.
22:32Also ich meine, keiner weiß, wie wir wären.
22:35Wenn man etwas ändern will, dann muss man es aber von der Politik her ändern,
22:38oder von der Gesellschaft.
22:39Wer die entscheidet, die Jungen entscheiden sie nicht.
22:41Die nehmen nur das, was sie kriegen.
22:43Das heißt, entweder ich sage, okay, ich habe eine Jugend, die mehr über das Leben nachdenkt,
22:47die mehr Life-Work-Life-Balance macht, also mehr Life-Work, muss man dann akzeptieren.
22:53Oder ich versuche denen Anreize zu geben, indem sie schon von Beginn an mehr verdienen.
22:57Und nicht dann, dass viele Geld verdienen, wenn die Firma 50 sind, und später, wenn sie es rauskaut,
23:01weil sich die Firma das nicht mehr leisten kann.
23:03Also das ist eigentlich auch absurd.
23:04Wir haben auch eine absurde Gehaltsschere, die auch nicht mehr stimmt.
23:10Die Leute verdienen zu wenig.
23:12Die Leute haben zu wenig Geld, um sich das Leben noch leisten zu können.
23:17Absolut.
23:17In einem reichen Land.
23:19Ich sage nicht, dass es uns schlecht geht.
23:20Nein, nein.
23:20Eben.
23:20Und ich bin dagegen.
23:22Und ich bin dagegen.
23:23Und das, was Rechte in ganz Europa sagen.
23:26Rechtsextreme.
23:26Und mittlerweile leider auch Rechte, wie die sind auch Mitglieder, die ja absolute Demokratinnen
23:30sind, muss man dazu sagen.
23:31Es muss auch Rechte geben.
23:32Das sage ich bei der Diskussion.
23:33Die dann sagen, kürzt die Flüchtlinge.
23:36Die Flüchtlinge sind schuld.
23:37Die Ausländer sind schuld.
23:37Nehmt sie dann alles weg und gebt sie aus uns.
23:39Es ist absurd, weil die arbeiten ja teilweise auch.
23:42Und zwar nicht nur teilweise, sondern zwei Drittel, die 2015 gekommen sind, hier in Nickelsdorf
23:46über die Grenze arbeiten.
23:48So ist es.
23:49Zum Beispiel in Spitälern.
23:50Und die wollen wir jetzt alle loswerden.
23:53Dann gute Nacht.
23:54Oder am Bau.
23:55Die arbeiten auch am Bau.
23:56Österreicher siehst du in Wien nicht mehr am Bau.
23:58Keinen einzigen.
23:59Keinen einzigen.
24:00Aber früher waren es Rumänien und Ungarn, die auch nicht mehr.
24:02Du siehst ehemalige Flüchtlinge.
24:04Und was machen viele Unternehmen im Winter, Bauunternehmen?
24:07Sie schicken sie zum AMS.
24:09Und dann sind die ehemals Geflüchteten die Bösen, weil sie Geld kriegen vom AMS.
24:14Ich verstehe auch den Unternehmer, der sagt ja, die kommen anders nicht durch.
24:17Das war auch immer schon so.
24:18Vorher waren es halt...
24:19Das war schon früher immer so.
24:20Da waren halt die Jugos die Bösen.
24:21Da hast du die Jugos nur gesehen, wie wir in Wien immer gesagt haben.
24:24Also die Menschen aus Kroatien und Serbien oder sonst woher.
24:28Da hat man dann immer auch die Jugos, wie man damals gesagt hat.
24:30Es gab auch noch andere Ausdrücke, aber die sage ich jetzt nicht geschimpft.
24:32Aber die waren ja auch.
24:33Und der hat der Chef auch gesagt, das ist so bei uns.
24:35Und wenn ich mir vorstelle, wie ich selbst Lehrling war, wir haben auf der Baustelle sehr viel,
24:40also ich habe Elektrischer gelernt, aber auch die Bauunternehmen, die haben sehr viel Burgenländer damals gehabt.
24:45Ja, das waren die Jugos.
24:47Die Burgenländer waren damals eine ganz wichtige Funktion.
24:50Nur die sind dann im Winter wieder heim und da haben sie einfach die Arbeitslose gekriegt.
24:55Das war ganz üblich beim Baugewerbe.
24:58Es ist vielleicht das System so, wie es ist.
25:00Nur ich darf mich da nicht über die Menschen beschweren, die halt ein Geld vom Staat kriegen.
25:03Und wenn es wärmer wird eh wieder arbeiten.
25:05Genau.
25:06Noch einmal, es wird auch Leute geben, die das System ausnutzen.
25:09Österreicher und Nicht-Österreicher.
25:10Das wissen wir ja alle.
25:11Aber wir haben es ja schon einmal gesagt, ein Sozialsystem, das man nicht ausnutzen kann,
25:15ist kein gutes Sozialsystem.
25:16Absolut.
25:16Es wird immer Leute geben, die es ausnutzen.
25:18Aber das müssen wir durch.
25:19Und wenn man da erwischt, okay, dann gibt es Sanktionen, dann gibt es ja auch Gesetze.
25:23Ja, und was uns betrifft, wir leben keine Work-Life-Balance, weil wir haben einen 24-7-Stunden-Job.
25:29Genau.
25:29Wir machen es auch gern.
25:30Es ist sicher etwas anderes als ein Klo putzen in einem Hotel.
25:32Genau.
25:33Also das möchte ich 24-7 nicht.
25:34Man kann eben auch als Unternehmer, mit vollen Hosen ist es leicht stinken, sage ich immer.
25:39Genau.
25:40Das heißt, man kann als Unternehmer, der viel arbeitet, sagen, na gut, der sagt ja selber,
25:43weil er sitzt jeden Tag im Flugzeug, fliegt dort und fliegt dort hin.
25:46Wie ich Sportjournalist war war, war es genauso.
25:48Jetzt habe ich meine Termine, ich fahre heute Abend ins Schweizerhaus, trifft da dann Kollegen,
25:51auch beruflich.
25:52Aber das ist ja alles machbar, das mache ich ja alles gern.
25:55In der Summe komme ich sicher auf 60 Stunden.
25:57Aber ich habe jetzt nicht das Gefühl, dass ich mich dabei zu Tode arbeite.
26:00Wenn ich 40 Stunden an der Supermarktkasse sitze und dafür 1200 Euro kriege,
26:04oder 1300 oder 1400 Euro, würde ich es nicht machen.
26:07Und dann noch beschimpft werden von den Kunden, die auch gantig sind, weil alles ja teuer ist.
26:11Ist ja auch verständlich.
26:12Wir haben ja andere Jobs.
26:14Genau.
26:15Das hat Damien Wolf schon völlig richtig gesagt.
26:17Und man muss auf die schauen, die Jobs, die gemacht werden müssen auch.
26:21Und die keiner will.
26:23Also ich glaube, wo man so sagen kann, man soll vorher ein bisschen überlegen,
26:28warum das so ist, dass das nicht die Faulheit der Jungen ist, sondern vielleicht einfach
26:32ein Produkt unserer Gesellschaft.
26:34Wäre ich Unternehmer, muss man nicht gendern, ich kann keine Unternehmerin sein in diesem
26:38Leben, also wäre ich Unternehmer, würde ich es probieren einmal, mit der Idee, die
26:45ich gesagt habe, wenn ich das Geld habe, ich muss ja haben, das Geld muss ja verdienen.
26:48Dann würde ich aber so viel zahlen, ich würde es einmal ein, zwei Jahre probieren.
26:52Ich würde denen so viel anbieten und dann schauen, wie viele Leute kommen, wie die arbeiten.
26:57Ich würde denen wirklich, ich würde sie auf Händen tragen.
27:00Das klingt vielleicht jetzt ein bisschen naiv, aber ich würde es einmal probieren.
27:03Man kann es dann wieder sagen, nein, es geht nicht, man kann ja leider raus haben, wenn es
27:06nicht geht.
27:06Ich würde einmal, es geht ja nicht um Millionen, es ist ja klar, dass keiner 10.000 Euro verdient.
27:10Aber man kann einmal sagen, okay, du kriegst, ich sage jetzt irgendeinen Betrag, im ersten
27:14Jahr 1.
27:14Jahr 1.
27:14100 Euro.
27:15Und wenn du gut arbeitest, wenn ich sehe, du gut arbeiten, du gut arbeiten, hat man früher
27:19gesagt, dann kriegst du oder bekommen sie, man ist jetzt politisch korrekt, 2.000 Euro
27:25im nächsten Jahr.
27:26Das wird nicht immer um 2.000 Euro, also nicht um 200 Euro steigern.
27:30Aber du weißt, was ich meine, Anreize schaffen.
27:32Ich komme aus dem Sport, da sind Anreize, große Gefühle, große Siege, große Emotionen,
27:37immer das Entscheidende, schöne Medaillen, Pokale.
27:40Man muss es leisten können und dann ist es schön, wenn der Staat mitspielt.
27:44Und vor allem, ich komme aus einer Zeit, wo du teilweise, zum Beispiel als Elektriker,
27:48hast du teilweise Firmen gehabt, die weit über einen Kollektivvertrag zahlen.
27:51Und damit hast du gute Leute gehabt.
27:53Das war früher so.
27:54Ich war so ein Mediengeschäft.
27:56Genau.
27:56Warum hat eben die Zeitung, wo ich so gute Leute gehabt habe, das gut gezahlt haben.
28:00Und wir haben nicht gefragt.
28:01Und wir waren am Sonntag am Abend heim.
28:03Also, ich habe meine Partnerinnen, die man halt im Laufe eines Lebens hat, am Wochenende
28:08nie gesehen.
28:09Habe aber nie gefragt.
28:10Aber heute verdienen sie noch einen Kollektivvertrag.
28:12Heute ist der Kugelschreiber weg.
28:13Und sie geht nicht.
28:14Ist ja auch logisch.
28:15Ich verstehe sie auch nicht.
28:17Und die nehmen ihn halt weniger ein, die Zeitung.
28:19Ist logisch.
28:19Dann muss ich halt schauen, wie kann ich einnehmen.
28:21Wie kann ich mit den sozialen Medien umgehen.
28:22Man muss kreativ sein.
28:24Und nur, und darum geht es mir.
28:26Die Jungen sind zu faul.
28:27Die Jungen arbeiten nichts mehr.
28:29Die Jungen machen nur ein Work-Life-Balance.
28:31Dann drehe ich sie mal um.
28:32Und sage, schauen wir mal, wie sie reagieren, wenn sie Motivation haben.
28:37Was ist Motivation?
28:38A. Geld.
28:40B. Aber auch ein flexibles, gutes Arbeitsklima.
28:43Es gibt ja Firmen, da geht es fürchterlich zu.
28:45Da herrscht Terror.
28:47Weil die wissen, ich kann es rausgehauen, weil der kriegt eh keinen anderen Job mehr.
28:52Das heißt, es ist ja nicht alle Unternehmer heilig.
28:54Ich weiß nicht, ob es die Firma noch gibt.
28:56In der Konstellation nicht mehr.
28:57Da hat es einen gegeben, immer der langsamste, zum Beispiel von den Lagerarbeitern, der,
29:02der am wenigsten im Monat gebracht hat, ist entlassen worden.
29:06So war hart, ja.
29:07Du hast aber permanent immer wiederum die Angst gehabt, weil irgendeiner hat müssen gehen.
29:12Und damit hast du einen um, egal wie schnell der gearbeitet hat, irgendeiner ist sowieso gegangen.
29:16Wobei ich der Lehrer anhänge, dass Angst jetzt kein großer Motivator ist.
29:20Absolut.
29:21Das hat auf Dauer nicht funktioniert.
29:22Ich glaube, das funktioniert nicht.
29:23Ich würde es anders machen.
29:24Ich würde eben, der der Beste ist, und ich bin schon ein Leistungsdenker.
29:26Der, der der Beste ist, der würde eine Prämie geben.
29:28Genau.
29:29Ist ja schön, oder?
29:30Aber eine, die er merkt.
29:31Nicht 2,50 Euro oder eine Tafel Schokolade, sondern eine, die du merkst.
29:34Genau.
29:35Und es gibt Unternehmen, die können das.
29:37Und es kann auch nicht sein, dass zum Beispiel ein Unternehmen wie Red Bull, und ich tue kein
29:42Bashing machen gegen Red Bull.
29:43Ich habe hohen Respekt vom leider Verstorbenen, die Thematische.
29:47Ich kannte ihn ja ein bisschen durch meinen Beruf.
29:49Super Mensch.
29:50Ich habe politisch komplett anders gedickt wie er.
29:52Er war Mitte rechts, ich bin eher Mitte links.
29:55Aber der hat ja diesen Fernseher sehen, das ServusTV.
29:58Und dort wollten sie ihren Betriebsrat machen, und am nächsten Tag hat er einen Zug gesperrt.
30:01Die will keinen Betriebsrat.
30:03Und das habe ich ihm bis...
30:04Jetzt ist er tot.
30:05Das habe ich ihm verziehen.
30:06Aber solange er gelebt habe, habe ich ihm das nie verziehen.
30:08Weil das tut man doch nicht.
30:09Der hat ja so viel Geld, warum sollen die Arbeitnehmer...
30:11Also die Arbeitnehmer keinen Betriebsrat haben, der hat dann mit den Unternehmern was
30:17verhandelt.
30:18Das ist ja nichts Schlechtes.
30:21Ja.
30:22Und deswegen sage ich, auch Unternehmer, die eigentlich viel Geld haben, wie sie im Red Bull
30:26hat, wollen nicht, dass die Arbeitnehmer Rechte haben.
30:30Obwohl der eigentlich wieder auf der anderen Seite gut zahlt, also sehr viel gemacht hat.
30:33Aber er war ja nicht schlecht.
30:35Aber das ist ja absurd so etwas.
30:37Absolut, ja.
30:38Absolut.
30:39Das ist besser mit dir, da hast du nicht so viele Mitarbeiter, oder?
30:41Genau.
30:42Ich könnte halt mein eigener Betriebsrat sein.
30:44Und gleichzeitig Unternehmer, oder?
30:46Mit mir ganz schön ins Leben fahren.
30:48Nein, es ist halt...
30:49Wie gesagt, man muss wirklich das von allen Seiten betrachten.
30:52Und einfach jetzt generell zu sagen, so wie du sagst, die Jungen sind einfach voll,
30:56die wollen nichts mehr hakeln, ist einfach absolut der falsche Weg.
30:59Ich glaube schon, probieren wir es mit dem Weg einmal.
31:01Das kannst du in einer Sekunde machen.
31:03Man kann einmal sagen, es kann ja immer ein Unternehmen geben.
31:05Wir machen ein Fahrzeugeunternehmer.
31:08Und dann, zum Abschluss, könnte der Staat ja sagen, du machst so viel, du zahlst weniger
31:13Steuern.
31:13Da hat der Unternehmer, die Unternehmerin, dann auch einen Anreiz.
31:16Die braucht ja Anreize.
31:16Und der Staat sagt, okay, du tust so viel, weil der Staat verdient ja auch, wenn die
31:21Leute viel arbeiten, weil die Steuern zahlen sie sowieso.
31:23Genau.
31:23Das heißt, Kreativität statt Schimpfen.
31:27Ich glaube, das können wir fast als Schlusswort stehen lassen, oder?
31:30Mach ich gerne.
31:31Wunderbar.
31:32Dann sage ich dir wirklich herzlichen Dank.
31:34Es war ein ganz, ganz interessantes Thema.
31:36Danke auch.
31:36Und vielleicht denkt der eine oder andere jetzt ein bisschen nach, oder ein bisschen anders,
31:40oder beobachtet die Situation aus einem anderen Augenwinkel.
31:43Würde mich freuen.
31:44Uns auch gern.
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