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  • vor 1 Tag
Manchmal beginnt Ruhe nicht dann, wenn alle Aufgaben erledigt sind, sondern in dem Augenblick, in dem wir aufhören, von uns selbst immer noch mehr zu verlangen.

„German Songs wenn mein Herz in der Stille endlich zur Ruhe kommt“ erzählt in sieben zusammenhängenden Liedern die Geschichte von Heinrich, einem 68-jährigen Handwerker, der nach 44 Jahren seine Werkstatt übergibt und in den Ruhestand geht.

Am ersten Abend ohne Arbeit nimmt er die Werkstattschlüssel noch mit nach Hause. Aus Gewohnheit will er den Wecker wieder auf 5:15 Uhr stellen, prüft das Telefon und sucht nach Dingen, die erledigt werden müssen. Doch zum ersten Mal wartet am nächsten Morgen niemand darauf, dass er eine Tür öffnet oder eine Maschine repariert.

Zwischen den alten Schlüsseln entdeckt Heinrich einen kleinen Messingschlüssel. Er gehört zum Haus seines verstorbenen Vaters am stillen See – einem Ort, den Heinrich seit zwölf Jahren gemieden hat.

Dort sieht er sofort alles, was repariert werden müsste: den tropfenden Wasserhahn, das klemmende Fenster und das lose Brett am Steg. Neben dem alten Sessel seines Vaters findet er jedoch einen Zettel:

„Bevor du wieder etwas reparierst, setz dich hin und sieh aufs Wasser.“

Zum ersten Mal versucht Heinrich, die Stille nicht wie einen Fehler zu behandeln. Er sitzt am See und erlebt einen Morgen, der nichts von ihm verlangt.

Dann ruft die alte Werkstatt an.

Heinrich fährt sofort zurück und übernimmt mehr, als Jonas, sein langjähriger Mitarbeiter und Nachfolger, von ihm verlangt hatte. Zwischen Maschinen und vertrauten Abläufen fühlt er sich wieder gebraucht. Doch er erkennt auch, wie sehr er den Lärm benötigt hat, um nicht hören zu müssen, was in ihm selbst still geworden war.

In einer Schublade findet er eine alte Postkarte seines Vaters:

„Komm am Sonntag heraus. Wir setzen uns einfach an den See.“

Darunter steht Heinrichs nie eingelöstes Versprechen:

„Nach der Arbeit antworten.“

Am folgenden Sonntag stellt er zwei Tassen Kaffee auf den Steg. Eine für sich, eine für den Vater, der nicht mehr kommen kann. Heinrich begreift, dass Menschen nicht für immer warten, bis der letzte Auftrag erledigt ist. Manche gewöhnlichen Nachmittage kehren niemals zurück.

Heinrich entschuldigt sich bei Jonas und bringt den letzten Werkstattschlüssel zurück. Als Jonas ihm sagt, dass er nicht wieder der Chef sein muss, um weiterhin wichtig zu sein, beginnt Heinrich zu verstehen, dass sein Wert nicht an Verantwortung oder Leistung hängt.

Zurück am See steht im Kalender nur ein Wort:

„Frei.“

Am Ende ist nicht alles repariert. Das alte Boot braucht noch Farbe, die Wanduhr steht still, und manche verlorenen Sonntage bleiben verloren. Doch in der Stille hört Heinrich Wasser, Wind und seinen eigenen Atem – und zum ersten Mal ist das genug.

Kategorie

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Musik
Transkript
00:14Ich löschte in der Werkstatt
00:30Ich prüfte noch die Hintertür und strich über die alte Bank
00:38Dann ging ich mit den Schlüsseln heim, die 44 Jahre in meiner Tasche lagen
00:48Zu Hause stellte ich den Wecker, fast wieder auf Viertel nach fünf
00:54Erst als meine Hand schon auf dem Knopf lag, fiel mir ein
01:00Morgen wartet niemand
01:02Der erste Abend ohne Eile, kein Auftrag, der noch vor mir liegt
01:13Nur die Uhr an meiner Wand und draußen Regen, der ganz leise fällt
01:22Ich musste heute nichts mehr tragen, nichts mehr retten, nichts beweisen
01:29Im ersten Abend ohne Eile
01:33Hörte ich mein Herz ganz langsam wieder atmen
01:41Ich sah noch einmal auf das Telefon, doch kein rotes Licht war an
01:47Kein Kunde fragte nach dem Motor, kein Lehrling rief mich wegen etwas an
01:53Die Stille wurde fast zu groß, darum schaltete ich das Radio ein
02:00Doch schon nach einem alten Lied drehte ich es wieder leiser
02:06Und schließlich ganz aus
02:10Da hörte ich den Wasserkessel, den Regen und den alten Stuhl
02:15Und zwischen all den kleinen Tönen wurde etwas in mir ruhig
02:22Der erste Abend ohne Eile, kein Auftrag, der noch vor mir liegt
02:33Nur die Uhr an meiner Wand und draußen Regen, der ganz leise fällt
02:42Ich musste heute nichts mehr tragen, nichts mehr retten, nichts beweisen
02:48Im ersten Abend ohne Eile, hörte ich mein Herz ganz langsam wieder atmen
03:01Ich hatte mein ganzes Leben Dinge wieder heil gemacht
03:07Motoren, Uhren, alte Maschinen, oft bis tief hinein in die Nacht
03:13Doch vielleicht musste heute gar nichts mehr repariert werden
03:20Vielleicht durfte auch ein müdes Herz einfach müde sein
03:24Und trotzdem weiterschlagen
03:27Der erste Abend ohne Eile war stiller, als ich es ertragen wollte
03:37Doch hinter dieser großen Stille lag kein Ende, sondern ein freier Raum
03:46Ich sagte, für heute musst du nichts mehr reparieren
03:53Dann nahm ich die Werkstatt-Schlüssel und legte sie zum ersten Mal in eine Schublade
04:04Zwischen all den alten Schlüsseln lag ein kleiner Schlüssel aus Messing
04:12Der vom Haus meines Vaters draußen am See
04:17Ich nahm ihn vom Ring und legte ihn allein auf den Tisch
04:38Der vom Haus meines Vaters
04:41Der vom Haus meines Vaters
05:03Am nächsten Morgen nahm ich den Schlüssel
05:09Der allein auf meinem Tisch lag
05:15Ich fuhr hinaus durch kleine Dörfer
05:19Bis der See im Morgennebel stand
05:26Zwölf Jahre hatte ich das Haus gemieden
05:31Seit mein Vater nicht mehr dort war
05:37Das Messing klemmte kurz im Schloss
05:41Dann gab die alte Tür langsam nach
05:48Im Flur roch es nach Holz und Staub
05:51Nach kalten Wintern, die niemand sah
05:57Ich sagte in die leeren Zimmer
06:01Ich bin nur für ein paar Tage da
06:07Im Haus am Stirnensee
06:13Wollte niemand etwas von mir
06:19Kein Auftrag lag auf meinem Tisch
06:23Kein Telefon rief durch die Tür
06:28Kein Telefon rief durch die Tür
06:30Im Haus am stillen See
06:36War die Ruhe erst viel zu groß
06:41Doch irgendwo zwischen Wind und Wasser
06:47Ließ mein Herz
06:55Ließ mein Herz
07:17Als müsste ich auch dieses Schweigen
07:22Bevor ich ihm vertraut
07:26Dann sah ich
07:28Dann sah ich Vaters alten Sessel
07:30Noch immer nah am Fenster stehen
07:33Auf der Lehne lag sein Wolscher
07:36Als wäre er nur kurz hinausgegangen
07:42Im Haus am stillen See
07:47Im Haus am stillen See
07:49Wollte niemand etwas von mir
07:55Kein Auftrag lag auf meinem Tisch
07:59Kein Telefon rief durch die Tür
08:06Im Haus am stillen See
08:10Im Haus am stillen See
08:12War die Ruhe erst viel zu groß
08:17Doch irgendwo zwischen Wind und Wasser
08:23Ließ mein Herz
08:25Den ersten Widerstand los
08:31In der Schublade neben dem Sessel
08:34Lag ein Zettel in seiner Hand
08:37Bevor du wieder etwas reparierst
08:40Setz dich hin
08:43Und sieh aufs Wasser
08:46Ich musste über ihn lächeln
08:50Er hatte mich schon damals gekannt
08:53Ich legte Schraubenzieher und Liste weg
08:57Und setzte mich an das alte Fenster
09:03Im Haus am stillen See
09:07Musste ich heute nichts vollenden
09:11Der tropfende Hahn durfte warten
09:18Auch das Fenster blieb noch schwer
09:23Im Haus am stillen See
09:27Hörte ich den Wind im Schilf
09:30Und zum ersten Mal seit vielen Jahren
09:35War die Stille kein leerer Raum
09:40Sondern ein Ort
09:42An dem ich bleiben konnte
09:47Am Abend blieb das Werkzeug in der Tasche
09:51Den Wecker stellte ich nicht
09:54Draußen lag der Steg im Nebel
09:59Morgen wollte ich
10:02Vor Sonnenaufgang hinuntergehen
10:29Ich wachte auf
10:32Bevor es draußen hell war
10:36Doch kein Wecker rief mich aus dem Schlaf
10:435 Uhr 15 lag still im Zimmer
10:46Und heute wartete kein erster Auftrag
10:50Ich blieb noch einen Augenblick
10:52Unter der alten Decke liegen
10:55Zum ersten Mal seit 44 Jahren
11:00Musste dieser Morgen
11:03Nirgendwo hinführen
11:07Ich kochte Kaffee
11:10Nahm den Wollschall meines Vaters
11:13Und ging den kleinen Weg zum See
11:16Der Nebel lag noch auf dem Wasser
11:20Der Steg verschwand fast in der Ferne
11:25Der Morgen wollte nichts von mir
11:28Ich musste ihn nicht besser machen
11:31Die Sonne fand allein den Weg
11:34Das Wasser brauchte meine Hände nicht
11:38Der Morgen wollte nichts von mir
11:42Und trotzdem durfte ich in ihm sein
11:45Vielleicht beginnt die Ruhe dort
11:48Wo ich nicht länger glaube
11:51Immer nützlich sein zu müssen
11:58Am Ende des alten Steges
12:01Sah ich jedes kleine Stück Arbeit
12:05Ein loses Brett
12:07Das Boot voll alter Farbe
12:10Zu hohes Schilf am Uferrand
12:13In meinem Kopf entstand schon wieder
12:16Eine Liste für den ganzen Tag
12:19Doch dann hörte ich die Worte meines Vaters
12:23Und ließ den Werkzeugkasten zu
12:27Bevor du wieder etwas reparierst
12:30Setz dich hin und zieh aufs Wasser
12:33Also blieb ich sitzen
12:35Obwohl in mir noch alles weiter lief
12:39Der Morgen wollte nichts von mir
12:42Ich musste ihn nicht besser machen
12:46Die Sonne fand allein den Weg
12:49Das Wasser brauchte meine Hände nicht
12:53Der Morgen wollte nichts von mir
12:56Und trotzdem durfte ich in ihm sein
12:59Vielleicht beginnt die Ruhe dort
13:02Wo ich nicht länger glaube
13:05Immer nützlich sein zu müssen
13:12Ich trank den Kaffee langsam aus
13:15Ohne einmal auf die Uhr zu sehen
13:17Ein Vogel setzte sich ans Ufer
13:20Ohne irgendeinen Grund zu kennen
13:24Da dachte ich
13:25Vielleicht muss auch mein Leben
13:27Nicht in jeder Stunde etwas leisten
13:31Vielleicht bin ich nicht weniger wert
13:34Nur weil heute niemand
13:36Nur weil heute niemand meinen Namen ruft
13:40Der Morgen wollte nichts von mir
13:44Und zum ersten Mal war das kein Ende
13:47Ich ließ das alte Brett
13:50Ich ließ das alte Brett noch liegen
13:51Ließ das alte Boot so sein
13:54Der Morgen wollte nichts von mir
13:58Doch er gab mir einen stillen Platz
14:01Ich schrieb auf ein leeres Blatt
14:04Heute muss nichts aus mir werden
14:08Heute darf ich einfach da sein
14:14Gerade als ich den Stift hinlegte
14:17Begann mein Telefon zu klingen
14:20Jonas aus der alten Werkstatt sagte
14:24Heinrich, wir könnten deine Hilfe brauchen
14:30Ich sah zu den Autoschlüsseln
14:35Und dann hinaus auf den stillen See
15:04Das Telefon lag noch in meiner Hand
15:08Der stille See stand vor dem Fenster
15:16Jonas hatte nur um Rat gebeten
15:20Doch ich griff schon nach dem Autoschlüssel
15:27Ich faltete den Satz vom Morgen
15:32Ich faltete den Satz vom Morgen
15:33Legte ihn unter meine Tasse
15:37Dann nahm ich auch die Werkstatt-Schlüssel
15:43Wieder aus der alten Schublade
15:49Auf der Straße wusste jede Kurve
15:55Wohin ich all die Jahre fuhr
15:57Und noch bevor ich darüber nachdachte
16:00Stand ich wieder vor dem alten Tor
16:03Als die Werkstatt mich zurück rief
16:07Lief ich schneller zurück
16:10Als mein Herz mir folgen konnte
16:13Zwischen Ölgeruch und alten Maschinen
16:18Wusste ich sofort, wer ich wieder sein sollte
16:27Als die Werkstatt mich zurück rief
16:31Fühlte ich mich endlich wieder gebraucht
16:33Doch vielleicht war es nicht nur Hilfe, die ich geben wollte
16:39Vielleicht brauchte ich den Lärm
16:42Damit die Stille in mir schweigt
16:51Jonas zeigte mir die alte Drehbank
16:55Nur ein Lager lief nicht sauber rund
17:01Ich fand den Fehler in wenigen Minuten
17:07Und hätte danach wieder fahren können
17:14Doch ich prüfte noch die anderen Aufträge
17:20Nahm das Telefon wie früher ab
17:26Rückte jedes Werkzeug an die Stelle
17:29Die es 44 Jahre hatte
17:32Ich hörte wieder meinen Namen
17:35Von jeder Ecke dieses Raums
17:38Und mit jedem kleinen Problem wurde ich größer
17:42Und der See in mir ganz klein
17:45Als die Werkstatt mich zurück rief
17:50Lief ich schneller zurück
17:52Als mein Herz mir folgen konnte
17:55Zwischen Ölgeruch und alten Maschinen
18:00Wusste ich sofort, wer ich wieder sein sollte
18:09Als die Werkstatt mich zurück rief
18:13Fühlte ich mich endlich wieder gebraucht
18:16Doch vielleicht war es nicht nur Hilfe, die ich geben wollte
18:21Vielleicht brauchte ich den Lärm
18:24Damit die Stille in mir schweigt
18:29Dann sagte Jonas ruhig
18:32Ich brauchte deinen Rat, Heinrich, nicht
18:36Dass du wieder alles übernimmst
18:40Ich fragte viel zu scharf
18:43Warum ruft ihr mich dann an
18:46Wenn ihr mich gar nicht braucht
18:49Und noch bevor der Satz verklungen war
18:53Wusste ich
18:55Dass ich nicht von dieser Maschine sprach
19:01Als alle später nach Hause gingen
19:06Blieb ich am alten Schreibtisch sitzen
19:12Im muntersten Fach lag eine Karte
19:18Mit dem Haus am See auf ihrer Vorderseite
19:24Mein Vater hatte hinten geschrieben
19:28Komm am Sonntag heraus
19:31Wir setzen uns einfach ans Wasser
19:37Darunter stammt in meiner eigenen Schrift
19:41Nach der Arbeit Antworten
19:46Als die Werkstatt mich zurück rief
19:50Hörte ich auch all die Tage
19:52Die ich nie zurückgerufen hatte
19:56Jeden Sonntag, jede kleine Bitte, jedes später
20:00Das kein Morgen mehr bekam
20:02Ich hatte vieles heil gemacht
20:05Und manchen Menschen gut geholfen
20:08Doch kein fertiger Auftrag
20:11Konnte mir die Stunden wieder geben
20:14Die ich immer nur verschoben hatte
20:21Ich löschte über meinem alten Tisch
20:25Noch einmal langsam das Licht
20:27Die Postkarte kam in meine linke Tasche
20:31Die Werkstattsschlüsse blieben rechts
20:36Dann fuhr ich zurück zum stillen See
20:42Ich bin ein Mal
20:44Ich bin nicht die Stunde
21:11Ich bin nicht die Stunde
21:11Am Sonntag lag die alte Karte, noch immer neben meinem Glas
21:17Komm heraus, wir sitzen einfach am See
21:22Stand dort in Vaters Handschrift, darunter meine eigene Antwort
21:29Die niemals seine Antwort war, nach der Arbeit
21:35Nur zwei kleine Worte und zwölf verlorene Jahre dazwischen
21:43Ich kochte Kaffee für zwei Tassen, nahm seinen Schal und ging zum Steg
21:50Der Platz an meiner rechten Seite war noch frei
21:55Doch niemand kam mehr diesen Weg
22:00Ich kam an den Sonntag, den ich immer verschoben hatte
22:07Das Wasser lag noch da, das Haus, der alte steht
22:14Nur der Mensch, der auf mich wartete, konnte heute nicht mehr neben mir sitzen
22:21Ich hatte immer noch etwas zu erledigen
22:28Noch einen Auftrag, noch ein Jahr
22:34Ich kam an den Sonntag, den ich immer verschoben hatte
22:40Und sagte viel zu spät
22:43Vater, jetzt bin ich da
22:49Ich sah uns beide vor mir sitzen
22:52Er mit der Mütze tief im Gesicht
22:55Er fragte nie nach großen Dingen
22:59Nur ob ich etwas Zeit für ihn hätte
23:02Ich sagte, nächsten Sonntag sicher
23:05Dann wurde aus dem Nächsten wieder einer
23:08Den die Arbeit von uns nahm
23:15Ich dachte, Menschen würden warten
23:18Bis mein letzter Auftrag fertig war
23:25Doch Arbeit findet immer Arbeit
23:29Ein Kalender bleibt niemals leer
23:32Nur ein Mensch, der still auf uns wartet
23:35Wartet irgendwann nicht mehr
23:40Ich kam an den Sonntag, den ich immer verschoben hatte
23:46Das Wasser lag noch da, das Haus, der alte steht
23:54Nur der Mensch, der auf mich wartete, konnte heute nicht mehr neben mir sitzen
24:00Ich hatte immer noch etwas zu erledigen
24:07Noch einen Auftrag, noch ein Jahr
24:14Ich kam an den Sonntag, den ich immer verschoben hatte
24:20Und sagte viel zu spät
24:22Vater, jetzt bin ich da
24:28Ich wollte aufstehen
24:30Ich wollte aufstehen, das lose Brett befestigen
24:32Den alten Anstrich prüfen, irgendetwas mit den Händen tun
24:41Doch diesmal blieb ich bei der Trauer
24:44Ohne sie sofort zu reparieren
24:48Ich ließ die Tränen auf die Karte fallen
24:51Und sagte, es tut mir leid, dass ich dich warten ließ
25:01Ich kann den Sonntag nicht zurückholen
25:05Den ich immer verschoben hatte
25:08Ich kann die leere Tasse nicht mit gestern füllen
25:13Doch ich kann aufhören
25:16Mein heutiges Leben
25:18Auf einen freien Tag zu vertagen
25:22Ich kann bei Menschen bleiben
25:24Solange sie noch neben mir sitzen
25:28Und wenn mein Herz wieder sagt
25:31Später
25:33Will ich mich an diesen stillen Sonntag
25:36Und an deinen freien Platz erinnern
25:41Ich rief Jonas an
25:43Und sagte
25:45Es tut mir leid, dass ich wieder alles übernommen habe
25:51Dann legte ich die Werkstattschlüssel
25:55Neben Vaters Karte
25:58Morgen wollte ich sie
26:02Endgültig zurückbringen
26:04Ich bin ein sehr, sehr, sehr, sehr
26:33Am Montag wachte ich um fünf Uhr fünfzehn auf, noch ehe irgendein Wecker sprach.
26:45Die Werkstattsschlüssel lagen neben Vaters Karte, genau dort, wo ich sie gestern hingelegt hatte.
26:57Ich zog nicht meine alte Arbeitsjacke an, ich nahm nur Schlüssel, Karte und Mantel.
27:05Dann fuhr ich denselben Weg noch einmal, diesmal nicht, um etwas zu retten.
27:14Jonas hatte das Tor schon geöffnet, die alte Drehbank lief ruhig und rund.
27:25Zum ersten Mal sah ich die Werkstatt arbeiten, ohne dass meine Hand alles lenken musste.
27:37Als ich den letzten Schlüssel weitergab, wurde meine Tasche leicht und mein Herz zuerst schwer.
27:4844 Jahre klangen darin, jeder Morgen, jeder Auftrag, jede Tür.
28:00Doch ich gab nicht meine Hände fort, nicht mein Wissen, nicht den Menschen, der ich bin.
28:09Ich gab nur ab, was nicht mehr mir gehörte und nahm mein eigenes Leben wieder mit.
28:23Ich legte den Schlüssel auf den Schreibtisch und sagte, Jonas, es tut mir leid, du brauchtest meinen Rad für eine
28:32Maschine.
28:32Doch ich nahm dir wieder alles aus der Hand.
28:37Er schob den Schlüssel nicht zurück, er sagte, du musst nicht wieder unser Chef sein,
28:48Dann brachte er das alte Werkstattbuch, in dem ich jeden Fehler eingetragen hatte.
28:55Auf die letzte freie Seite schrieb ich, hör erst hin, bevor du etwas öffnest.
29:02Als ich den letzten Schlüssel weitergab, wurde meine Tasche leicht und mein Herz zuerst schwer.
29:1544 Jahre klangen darin, jeder Morgen, jeder Auftrag, jede Tür.
29:48Am Ausgang wollte ich wie immer noch die Hintertür kontrollieren,
29:55Doch Jonas nahm den Schlüssel bunt, ging selbst den langen Flur hinunter.
30:02Ich blieb stehen, bis ich das Schloss hörte, es klang genauso wie all die Jahre.
30:09Nur diesmal war es nicht mehr meine Aufgabe, dass hinter mir alles sicher war.
30:18Als ich den letzten Schlüssel weitergab, war die Stille auf dem Heimweg nicht mehr ganz so leer.
30:29Jonas schloss die Werkstatt hinter mir, und zum ersten Mal musste ich es nicht tun.
30:40In meiner linken Tasche blieb, der Messingsschlüssel, der zum alten Haus am See gehört.
30:50Ich verlor nicht, wer ich gewesen bin, ich wies nur los, was mich so lange nicht losgelassen hatte.
31:05Am Steg befestigt dich ein loses Brett langsam, ohne eine neue Liste zu beginnen.
31:18Danach legte ich das Werkzeug weg, auf den nächsten Tag im Kalender schrieb ich nur ein einziges Wort.
31:54Ich wachte wieder,
31:57Um fünf Uhr fünfzehn auf, doch heute rief mich nichts hinaus.
32:05Im Kalender stand nur dieses eine Wort, frei, sonst war die Seite leer.
32:16Der Wasserhahn tropfte in der Küche, die alte Wanduhr stand noch still.
32:24Doch zum ersten Mal sah ich nicht sofort alles, was sich ändern will.
32:33Ich griff immer in die rechte Manteltasche, kein Schlüsselbund schlug an meine Hand.
32:47Nur links lag noch der kleine Messingsschlüssel vom Haus am stillen See.
32:59In der Stille kam mein Herz zur Ruhe, als ich endlich nichts mehr von mir verlangte.
33:12Kein Auftrag musste fertig werden, kein Mensch musste sagen, dass er mich noch braucht.
33:25In der Stille kam mein Herz zur Ruhe, sie war kein Loch mehr, das ich füllen musste.
33:36Ich hörte Wasser, Wind und meinen Atem und zum ersten Mal war das genug.
33:51Ich nahm nur eine Tasse mit und ging hinunter an den Steg.
33:57Vaters Karte lag in meiner Tasche, doch der freie Platz tat heute weniger weh.
34:07Dann leuchtete mein Telefon, Jonas schrieb, die Werkstatt läuft, danke für alles.
34:15Ich las die Zeilen, legte das Telefon zur Seite und blieb noch sitzen.
34:25Ich musste nicht zurückrufen, nicht fragen, ob wirklich alles richtig läuft.
34:32Man kann etwas lieben, ohne es für immer in den eigenen Händen festzuhalten.
34:38In der Stille kam mein Herz zur Ruhe, als ich endlich nichts mehr von mir verlangte.
34:52Kein Auftrag musste fertig werden, kein Mensch musste sagen, dass er mich noch braucht.
35:05In der Stille kam mein Herz zur Ruhe, sie war kein Loch mehr, das ich füllen musste.
35:17Ich hörte Wasser, Wind und meinen Atem und zum ersten Mal war das genug.
35:30Am Mittag reparierte ich den Wasserhahn langsam mit den alten Händen.
35:37Nicht, weil ich seine kleinen Tropfen keine Minute länger hören konnte.
35:43Ich tat es, weil ich diese Arbeit mochte.
35:48Danach wusch ich das Werkzeug ab und stellte es zurück.
35:53Ich suchte keinen nächsten Fehler, ich setzte mich ans Fenster.
36:01In der Stille kam mein Herz zur Ruhe, nicht weil plötzlich alles heil geworden war.
36:14Manche Sonntage bleiben verloren, manche Fragen finden keine Antwort mehr.
36:23Doch ich bin auch dann etwas wert, wenn heute niemand etwas von mir braucht.
36:33In der Stille kam mein Herz zur Ruhe, als ich aufhörte, mich selbst reparieren zu wollen.
36:46Ich schrieb unter dem Satz vom Morgen, heute darf ich einfach da sein.
36:53Dann setzte ich noch eine Zeile darunter und das ist genug.
37:03Draußen wurde langsam Abend, ich blieb am Fenster sitzen.
37:14Ja, ich lefte mich an.
37:14Mad-und-Ja.
37:15Ausölliger, ich bin wieder.
37:15Ich sehe mich gegen Tad, ich bin wieder nach viel Tipps im Kab찬 Platz.
37:15Und ich habe mir genauисchen, mich nur mal kurz auf Ehe.
37:16Ich lebe aus allen, ich nehme dich ab und mach mal spa.

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