00:02Sie beobachten jede Bewegung ihrer thailändischen Nachbarn.
00:06Kambodschanische Truppen in ihren Stellungen entlang der Grenze zu Thailand.
00:12Trotz der Waffenruhe bleibt die Lage angespannt.
00:15Die thailändische Seite hat eine sogenannte Sicherheitszone eingerichtet,
00:18zum Schutz der Bevölkerung vor kambodschanischen Scharfschützen.
00:23Die Soldaten hier sagen jedoch, Thailand besetze widerrechtlich kambodschanisches Territorium.
00:31Das ist die thailändische Seite. Dieses Gebiet hier gehörte früher zu Kambodscha.
00:35Jetzt mussten sie sich von hier aus fast zwei Kilometer zurückziehen.
00:41Bei zwei militärischen Auseinandersetzungen zwischen Thailand und Kambodscha im vergangenen Jahr
00:46wurden fast 150 Menschen getötet und mindestens 300.000 vertreten.
00:53Beide Länder beschuldigten sich gegenseitig, die Kämpfe begonnen zu haben.
00:58Kambodschanische Soldaten, zum Teil in Zivil, zeigen die Zerstörungen.
01:02Für Zivilisten bleibt das Gebiet weiterhin gesperrt.
01:09Die Artilleriegranaten sind rund um dieses Haus eingeschlagen.
01:12Der Beschuss hörte einfach nicht auf. Sie haben immer weiter gefeuert.
01:19Große Teile der Grenzregion wirken noch immer wie ein Kriegsgebiet.
01:22Überall sind Bunker zu sehen.
01:24An einem Grenzübergang führen Soldaten zu einem Lastwagen,
01:27der nach ihren Angaben bei der letzten Offensive von der thailändischen Armee zurückgelassen wurde.
01:32Beide Seiten werfen sich regelmäßig Verstöße gegen die Waffenruhe vor.
01:37Weiter kommt man auf kambodschanischer Seite der Grenze nicht.
01:41Ich war bereits nach der ersten Runde der Kämpfe im vergangenen Jahr genau hier.
01:45Damals befand sich dieser thailändische Militärposten noch rund 400 Meter weiter unten an der Straße.
01:50Das bedeutet, dass er seit der zweiten Gefechtsrunde im Dezember im vergangenen Jahr verlegt worden ist.
01:57Thailand erklärt, die Militärposten seien Teil der neuen Sicherheitszone.
02:00Die Stationierung der Truppen entspreche exakt den Bestimmungen der von beiden Seiten unterzeichneten Waffenruhe.
02:06Kambodscha sieht das anders.
02:08Nach Angaben der Regierung leben mehr als 20.000 Bürgerinnen und Bürger in Notunterkünften,
02:13weil sie nicht in ihre Heimatorte zurückkehren können.
02:16Eine von ihnen ist die 74-jährige Ö Juon.
02:20Sie sagt, sie habe ihr Haus durch Thailand verloren.
02:23Vor einigen Monaten zog sie mit acht Kindern und Enkelkindern in dieses sogenannte Wartedorf.
02:33Tausende Menschen leben inzwischen in diesen sogenannten Wartedörfern entlang der Grenze.
02:38Offiziell handelt es sich um Übergangssiedlungen.
02:40Doch weil eine Lösung des Konflikts nicht in Sicht ist,
02:43beginnen viele Menschen, sich hier ein neues Leben aufzubauen.
02:47Ö Juon hat vor ihrem Haus einen Mangobaum gepflanzt.
02:51Dass sie bald zurückkehren kann, glaubt sie kaum.
02:54Vor rund 30 Jahren hatten sie und ihr Mann sich nahe der Grenze niedergelassen.
02:58Den Tag ihrer Flucht und die Suche nach Schutz in einem Tempel werde sie niemals vergessen, sagt sie.
03:09Die Leute fragten mich, woher kommst du?
03:11Warum hast du keine Schlafmatte, kein Moskitonetz und keine Decke?
03:15Ich sagte ihnen, dass ich nichts mitnehmen konnte.
03:18Mein Mann und ich hatten gerade einmal etwa einen Euro bei uns.
03:21Dann setzte ich mich hin und fing an zu weinen.
03:28Thailand ist militärisch und wirtschaftlich das stärkere Land.
03:32Die lokale Wirtschaft auf kambodschanischer Seite war in hohem Maß von der offenen Grenze abhängig.
03:38Allein die Räumung scharfer Munition wird nach Angaben der Behörden noch lange dauern.
03:42Minenräumteams konzentrieren sich zunächst auf Krankenhäuser und Schulen.
03:48Dies ist nur eine von vielen Fabriken entlang der 800 Kilometer langen Grenze, die inzwischen geschlossen worden sind.
03:55Sie zeigt exemplarisch die wirtschaftlichen Schäden, die dieser Grenzkonflikt verursacht, insbesondere für Kambodscha.
04:05Wie viele jüngere Menschen in der Region arbeitete auch die Tochter von Ooyuan, früher in der Landwirtschaft auf der thailändischen
04:12Seite.
04:13Heute ist sie arbeitslos.
04:15Die Wartedörfer mit jeweils mehreren tausend Bewohnern gelten als sicher.
04:19Doch sie wurden fernab von Arbeitsplätzen und grundlegender Infrastruktur errichtet.
04:28Ich wünsche mir, dass unsere Politiker mir helfen, Arbeit zu finden, damit ich Geld verdienen und meine Kinder zur Schule
04:35schicken kann.
04:36Aber ich kann nirgendwo hin.
04:38Ich bleibe zu Hause und kümmere mich um meine Kinder.
04:41Und meine Eltern werden inzwischen sehr alt.
04:49An unserem letzten Drehtag wollten wir ein besonders umkämpftes Gebiet besuchen.
04:54Einen abgelegenen Tempel tief in den Bergen an der Grenze zu Thailand.
04:58Doch die Soldaten befürchten, dass die Kämpfe jederzeit wieder aufflammen können.
05:02Deshalb dürfen wir nicht weiterfahren.
05:09Der Konflikt belastet beide Länder wirtschaftlich und richtet auch politischen Schaden an.
05:15Er erschwert die Zusammenarbeit innerhalb der ASEAN, der Staatengemeinschaft Südostasiens,
05:19in der Kambodscha und Thailand eigentlich als Partner und Nachbarn zusammenarbeiten sollen.
05:25Doch den höchsten Preis für den ungelösten Konflikt zahlen die Menschen in der Grenzregion.
05:33Der Konflikt
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