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#SciFi #Hörspiel #SciFiHörspiel

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00:00Sous-titrage Société Radio-Canada
00:38Sous-titrage Société Radio-Canada
01:04Sous-titrage Société Radio-Canada
01:05Sous-titrage Société Radio-Canada
01:11Sous-titrage Société Radio-Canada
01:22Sous-titrage Société Radio-Canada
01:27Sous-titrage Société Radio-Canada
01:31Und antwortet niemand
01:37Absolute Stille
01:39Sous-titrage Société Radio-Canada
01:46Sous-titrage Société Radio-Canada
01:48Scott
01:50Sous-titrage Société Radio
02:20Sous-titrage Société Radio
02:47Sous-titrage Société Radio-Canada
02:49Sous-titrage Société Radio-Canada
02:51Sous-titrage Société Radio-Canada
02:55Sous-titrage Société Radio-Canada
03:04Sous-titrage Société Radio-Canada
03:06Sous-titrage Société Radio-Canada
03:11Sous-titrage Société Radio-Canada
03:17Sous-titrage Société Radio-Canada
03:19Sous-titrage Société Radio-Canada
03:22Sous-titrage Société Radio-Canada
03:26Sous-titrage Société Radio-Canada
03:28Je ne sais pas.
03:34Je ne sais pas.
03:37Je ne sais pas.
03:38Je devrais savoir que ça.
03:39Allerdings.
03:44Je suis un peu surprise.
03:45Je ne pensais pas à l'inverse.
03:46Vous avez pas pensé que vous devriez vous perdre.
03:50C'est compliqué, vous entendez ?
03:53Non.
03:55Non, Professeur, vergessen kann auch seine Vorteile haben.
03:59Wie meinen Sie das ?
03:59Erinnerungen sind nicht immer schön.
04:01Worauf wollen Sie hinaus ?
04:02Vergessen als Chance, Professeur.
04:04Ein neuer Anfang, ein neues Ziel, sozusagen.
04:07Wäre das nichts ?
04:08Ich will wissen, wer ich bin und wo ich bin.
04:11Warum ?
04:12Warum, warum ?
04:14Wie soll man ein Ziel finden ohne Basis, ohne Ausgangspunkt ?
04:18Verstehen Sie denn nicht ?
04:19Ich brauche meine Identität und dazu gehört auch das Wissen um die Vergangenheit und das Wissen um meinen Zustand.
04:25Auch wenn diese Vergangenheit, sagen wir mal, ein paar dunkle Flecken aufzuweisen hat ?
04:31Ja.
04:32Und auch wenn die Erinnerung manchmal sehr schmerzlich sein kann ?
04:35Auch dann.
04:36Ich muss wissen, wer und was ich bin.
04:40Die ganze Wahrheit.
04:41Sie dürfen mir nichts verschweigen.
04:44Na gut, Professeur.
04:46Ich akzeptiere Ihre Entscheidung.
04:48Um ehrlich zu sein, ich bin sogar sehr damit einverstanden.
04:51Ich habe es jedoch für meine Pflicht gehalten, Sie auch auf die unerfreulichen Aspekte der Erinnerung hinzuweisen.
04:56Schon gut, schon gut.
04:57Sagen Sie mir jetzt endlich, wer Sie sind und wer ich bin.
05:01Geduld, Professeur.
05:02Nur Geduld.
05:03Wir haben einen langen Weg vor uns.
05:07Fangen wir bei Ihnen an.
05:09Sagt Ihnen der Begriff Sarov etwas ?
05:14Sarov ?
05:16Sarov ?
05:18Ja, irgendwie kommt mir der Begriff bekannt vor.
05:20Sarov, das sind Sie, Professeur.
05:22Ihr voller Name lautet Boris Sarov ?
05:25Aha.
05:27Ich bin also Professeur Sarov.
05:30Das klingt nicht schlecht.
05:32Und weiter ?
05:33Bad Haunau ?
05:34Bad Haunau.
05:37Ist das ein Ort ?
05:38Richtig.
05:38Bad Haunau ist ein idyllisches Städchen in Klaus.
05:41Natürlich.
05:42Ich bin ja dort zu Hause.
05:44Ich wohne in Bad Haunau, nicht wahr ?
05:47Sozusagen, ja.
05:50Sozusagen, sozusagen.
05:52Das erinnert mich ...
05:53Ihre Erinnerung scheint schneller zurückzukehren, als ich erwartet hatte, Professor.
05:56Ich halte es jedoch für ratsam, nichts zu überstürzen und Schritt für Schritt vorzugehen.
06:00Bleiben wir also erst einmal bei Ihrem Zuhause in Bad Haunau.
06:04Können Sie sich an Einzelheiten erinnern ?
06:08Dunkel.
06:09Sehr dunkel.
06:11Da ist ein Haus.
06:12Groß.
06:13Klein.
06:15Groß.
06:16Sehr groß.
06:17Viele Häume.
06:20Ich komme mir so verloren vor.
06:23Steril.
06:24Ohne persönliche Note.
06:26Interessant.
06:29Warum kommen Sie sich in dem Haus verloren vor, Professor ?
06:32Wohnten Sie dort allein ?
06:35Wohnte ?
06:35Wohnte ?
06:36Ich glaube nicht mehr.
06:39Jedenfalls nicht im Moment, Professor.
06:40Aber das ist jetzt auch nicht so wichtig.
06:42Sind Sie verheiratet, Professor ?
06:47Verheiratet, ja.
06:48Als ich das nur vergessen konnte.
06:50Meine Frau heißt Elke.
06:51Wenn ich mich recht entsinne.
06:52Stimmt.
06:53Sie machen Fortschritte, Professor.
06:55War, ich meine, ist Ihre Ehe glücklich ?
06:59Ich glaube nicht, dass Sie das etwas anginge, Herr.
07:03Bevor ich mich weiter mit Ihnen unterhalte, erwarte ich, dass Sie sich erstmal bei mir vorstellen.
07:06Mit der Erinnerung scheinen auch gewisse Eigenschaften bei Ihnen zurückzukehren, Professor.
07:11Aus therapeutischen Gründen muss ich jedoch darauf bestehen, dass ich den Zeitpunkt bestimme, wann ich nichts erkennen gebe.
07:18Sie sollten mir trotzdem vertrauen, Professor.
07:21Denn sehen Sie, ich will Ihnen helfen.
07:25Und wenn ich es nicht kann, dann kann es niemand.
07:29Soll das bedeuten, dass ich Ihnen voll und ganz ausgeliefert bin ?
07:32Betrachten Sie es als eine Art Partnerschaft, Professor.
07:35Sie und ich, wir könnten gemeinsam etwas Großartiges verbringen.
07:39Vorausgesetzt, Sie sind zur Mitarbeit bereit.
07:42Das schließt Zwang von vornherein aus, denn unter Zwang kann keine fruchtbare Arbeit geben.
07:47Na schön.
07:48Ich weiß zwar nicht, was ich davon halten soll, aber was Sie da sagen, klingt immerhin ganz vernünftig.
07:53Und außerdem habe ich hier wohl keine andere Wahl.
07:55Dann lassen Sie uns jetzt fortfahren, Professor.
07:57Haben Sie Kinder ?
08:00Kinder ?
08:02Moment, Kinder ?
08:04Nein, nicht, dass ich wüsste.
08:08Wäre ich nicht ?
08:09Nein, Professor.
08:10Warum haben Sie keine Kinder ?
08:13Tja, warum ?
08:15Es sind keine schönen Erinnerungen.
08:17Ich dachte es mir, ob schön oder nicht, Professor, Erinnerungen sind unfeilbar.
08:21Sie haben sich einmal dafür entschieden.
08:23Jetzt müssen Sie dabei bleiben.
08:24Ich brauche Ihre Belehrung nicht.
08:26Natürlich nicht.
08:28Können wir jetzt weitermachen ?
08:30Was wollen Sie wissen ?
08:32Alles.
08:34Erzählen Sie mir alles, was Ihnen einfällt.
08:36Ich kann mich nur vage erinnern.
08:38Geben Sie mir ein Stichwort.
08:41Langemark-Klinik.
08:42Ja, natürlich.
08:44Die Langemark-Klinik in Bad Hornau.
08:47Jetzt fällt mir hin, dass ich der Chef dieser Klinik bin.
08:49Aber damit sage ich Ihnen sicher nichts Neues.
08:51Die Klinik ist schließlich nicht ganz unbekannt.
08:53Dann sind Sie also Arzt ?
08:55Mediziner, ganz richtig.
08:57Mediziner und Wissenschaftler.
08:58Ich betreibe intensive Forschung auf dem Gebiet der Organtransplantationen und der Verpflanzung von Extremitäten.
09:05Zugegeben, meine Arbeit hat mich immer stark beansprucht.
09:07Ich hatte nie viel Zeit für meine Frau.
09:10Vielleicht ist unsere Ehe auch deshalb kinderlos geblieben.
09:13Naja.
09:15Ja.
09:17Fahren Sie fort, Professor.
09:19Ich entsinne mich da an einen Frühlingstag.
09:22Ich weiß genau, dass es Frühling war, weil die Kirschbäume in unserem Garten blühten.
09:27Boris.
09:29Elke und ich lebten noch nicht sehr lange in der Villa.
09:33Mir kam damals noch alles sehr neu und fremd vor.
09:39Boris.
09:40Na nun, du hast dich so schick gemacht, Elke. Willst du ausgehen?
09:43Ja, hast du denn den Empfang beim Ministerialrat Reimers vergessen?
09:46Ach Gott, ja. Immer diese gesellschaftlichen Verpflichtungen.
09:49Typisch der Zerstreuter, Herr Professor.
09:51Ich möchte es einmal erleben, mit dir irgendwo pünktlich zu erscheinen.
09:55Würdest du dich jetzt bitte fertig machen, Boris?
09:56Ich bin es langsam leid, auf diesem Empfingen herumgereicht zu werden.
09:59Boris, du überraschst mich.
10:00Der Ministerialrat Reimers ist eine einflussreiche Persönlichkeit.
10:03Na wenn schon, das bin ich auch.
10:06Darf ich dich daran erinnern, Boris, dass es dein Wunsch war, mit Reimers bekannt gemacht zu werden?
10:10Und dass Papa es war, der dir die Einladung heute Nachmittag verschafft hat?
10:13Es war nicht mein Wunsch, die Bekanntschaft Reimers zu machen, sondern der Wunsch meines Vaters.
10:17Aber es geht um deine Interessen, Boris. Es muss endlich eine rechtliche Grundlage für deine Arbeit geschaffen werden.
10:22Ich glaube, du bringst einiges durcheinander, Ecke. Meine Forschung ist nicht ungesetzlich.
10:26Deinem lieben Papa geht es aber um die Vermarktung meiner Forschungsergebnisse.
10:30Und dazu bedarf es noch einiger rechtlicher Grundlagen vom Gesetzgeber.
10:33Das ist doch das Gleiche.
10:34Oh nein, meine Liebe, ich möchte das ganz klar getrennt wissen.
10:37Die Forschung hat nichts mit Kommerz zu tun.
10:39Denn die Ergebnisse der Forschung sind schließlich für alle da.
10:41Du brauchst vor mir keine Sonntagsreden zu halten, Boris.
10:44Du weißt so gut wie ich, dass Forschung erst einmal finanziert werden muss.
10:47Und deshalb solltest du froh sein, dass Papa dir diese Möglichkeiten verschafft hat.
10:50Es ist wirklich hinreißend, wie du mir die Abhängigkeit von deinem Vater immer wieder unter die Nase reifst.
10:54Manchmal glaube ich, Boris, dass du einfach nicht verstehen willst.
10:58Wenn du es bloß mal einsehen würdest.
11:02Was ist nun? Gehen wir zu Reimers.
11:04Also gut, um des lieben Friedenswillen...
11:07Endlich nimmst du Vernunft an. Bitte beeil dich jetzt.
11:11Warte, ich gehe ran.
11:12Ja. Ja, ja.
11:16Gut, ich komme.
11:18Wer war das?
11:19Birkenheimer. Ich muss in die Klinik, ein Notfall.
11:22Nein, Boris. Nicht heute Abend.
11:23Elke, ich bin Arzt. Ich werde gebraucht.
11:25Warum ausgerechnet du? Kann Dr. Birkenheimer denn den Fall nicht übernehmen?
11:29Birkenheimer ist zwar ein tüchtiger Arzt und ich schätze ihn sehr, aber ihm fehlt noch die nötige Erfahrung.
11:33Wie soll er die auch jemals bekommen, wenn du ihm nie die Gelegenheit gibst, selbstständig zu arbeiten?
11:36Bitte, Elke, misch dich nicht in meine internen Angelegenheiten, ja?
11:39Im Übrigen handelt es sich in dem vorliegenden Fall um eine komplizierte Lebertransplantation.
11:44Die Langemark-Klinik darf sich einfach keinen Kunstfehler erlauben. Das verstehst du doch, oder?
11:48Oh ja, ich verstehe.
11:51Darf ich wissen, wer der glückliche Empfänger der neuen Leber ist?
11:54Eine junge Frau.
11:55Aha. Ist sie hübsch?
11:57Was soll denn das nun wieder heißen? Ich suche mir meine Patienten doch nicht nach Schönheitskriterien aus.
12:02Es freut mich, das zu hören. Wie wäre es denn, wenn du auch einmal etwas für deine eigene Frau tätest?
12:07Sei froh, dass du gesund bist. Worauf willst du eigentlich hinaus?
12:11Na, glaubst du, ich hätte als Frau nicht längst gemerkt, dass ich für dich nicht besonders attraktiv bin?
12:16Bitte, Elke, mach mir keine Szene, ja? Nicht jetzt, wo ich vor einer schweren Aufgabe stehe.
12:20Außerdem, was hat das mit meiner Arbeit als Arzt zu tun?
12:23Sehr viel. Du hast doch alle Möglichkeiten, um mir zu einem besseren Aussehen zu verhelfen.
12:29Also, Elke, mir ist jetzt wirklich nicht zum Scherzen zumute.
12:33Grundsätzlich, ich bin kein Schönheitschirurg. Und ich arbeite auch nicht mit Prothesen oder irgendwelchen Plastikgelumpen.
12:38Eben. Ich will auch keine Prothesen und Plastikgelumpen. Ich will was Echtes.
12:42Elke, das ist doch nicht dein Ernst.
12:44Warum nicht?
12:47Was stellst du mich so an?
12:49Ich überlege gerade, womit ich bei deiner Rundumerneuerung beginnen würde.
12:54Boris, du bist fies.
13:00Professor.
13:02Professor.
13:04Habe ich geschlafen?
13:05Ja. Sie hatten es auch nötig.
13:07Wie lange habe ich geschlafen?
13:08Ist das so wichtig?
13:10Nein, natürlich nicht.
13:12Sagen Sie, ich bin doch jetzt wach, oder?
13:15Ich weiß zwar, ich weiß, was diese Frage soll, Professor.
13:18Aber natürlich sind Sie wach, sonst könnten wir beide uns ja nicht unterhalten.
13:20Wach, wach, ein schlechter Traum ist das.
13:24Dieses verdammte Sinsternis, es hat sich nichts geändert.
13:28Was ist eigentlich mit Ihrer Stimme los, Mann? Sie klingt so seltsam.
13:31So? Und worauf schließen Sie das, Professor?
13:35Weil ich menschliche Stimmen anders in Erinnerung habe.
13:38Oder sind Sie vielleicht kein Mensch?
13:40Sie werden es erfahren.
13:43Wir reizen von Ihnen. Ich habe Hunger.
13:46Unmöglich.
13:47Natürlich habe ich Hunger, mir knurrt der Magen.
13:49Es muss eine Sinnestäuschung sein.
13:53Sinnestäuschung? Können Sie mir das bitte mal erklären?
13:55Nein. Wo waren wir stehen geblieben?
13:58Ach ja, die Szene mit Ihrer Frau.
14:00Sagen Sie, ist Ihre Frau tatsächlich so wenig attraktiv für Sie, dass Ihre Ehe darunter leidet?
14:06Ist das wirklich so wichtig, dass ich mich darüber lang und breit auslasten muss?
14:10Ich würde schon meinen, dass dieser Punkt von einiger Wichtigkeit ist.
14:13Für Sie oder für mich?
14:16Vielleicht für uns beide.
14:17Sie weichen mir aus.
14:19Wir kommen vom Thema, Professor.
14:21Wie ist das nun mit Ihrer Frau?
14:24Ich gebe zu, dass ich meine Frau nicht sehr attraktiv finde.
14:27Aber Schönheit ist ein sehr relativer Begriff.
14:30Ich könnte mir gut vorstellen, dass es Männer gibt, die auf ihren, sagen wir, strengen Typ fliegen.
14:35So, könnten Sie.
14:36Warum haben Sie Ihre Frau überhaupt geheiratet, wenn Sie so wenig für Sie empfinden?
14:40Ich werde es Ihnen erklären.
14:42Diese Ehe ist realistisch gesehen für alle Beteiligten quasi ein Zweckbündnis.
14:48Die Familie meiner Frau, wie heißt sie denn gleich?
14:52Frönig.
14:53Mir will doch partout nicht dein Name einfallen.
14:56Frönig.
14:57Ach.
14:58Sie kennen sie?
14:59Wir kennen sie nicht.
15:00Die Frönigs sind eine sehr einflussreiche Familie.
15:02Ja, das sind sie.
15:04Immerhin betrachtet mich diese Familie Frönig als eine gute Partie für ihre Tochter.
15:09Vielleicht, weil ich Akademiker bin.
15:11Der Wissenschaftler Professor Sarov ist jedoch viel interessanter.
15:16Und zwar als Werbeträger für den Konzern der Familien.
15:18Und wo liegt Ihr Vorteil, Professor?
15:21In der Forschung.
15:22Und ich habe nie ein Hehl daraus gemacht.
15:25Ihnen dürfte bekannt sein, dass der Langemer Klinik ein Forschungsinstitut angeschlossen ist,
15:29welches sich ausschließlich mit neuen Techniken der Organtransplantation und der Verpflanzung von Extremitäten beschäftigt.
15:36Ich kann wohl ohne falsche Bescheidenheit von mir behaupten, dass ich in der Fachwelt als Koryphäe auf meinem Gebiet gelte.
15:43Und nicht zuletzt bin ich deshalb auch viel unterwegs, um an den renommiertesten Universitäten Europas Gastlesungen zu halten.
15:50Aber das wird von der Öffentlichkeit einfach ignoriert.
15:52Für die Medien bin ich immer noch so eine Art Dr. Frankenstein.
15:55Vielleicht liegt dieses Negativ-Image auch in der etwas unglücklichen Konstellation des Forschungsinstituts begründet.
16:01Wann Sie nicht?
16:03Sie spielen auf den Konzern an, nicht klar?
16:05Ich kann darin beim besten Willen keinen negativen Zusammenhang entdecken.
16:09Es ist wahr, die Langemer Klinik befindet sich im Besitz der Familie Frönig
16:13und das Forschungsinstitut wird von meinem Schwiegervater aus den Erlösen seiner Warenhauskette finanziert.
16:19Das beeinträchtigt doch aber nicht meine Arbeit.
16:22Und schließlich, die Ergebnisse meiner Forschung kommen letztlich allen zugute.
16:27Wollen Sie damit sagen, dass Ihr Schwiegervater überhaupt keinen Einfluss auf Ihre Arbeit ausübt?
16:31Nein, er lässt mir vollkommen vorherhand.
16:33Es gibt keine Diskrepanzen?
16:34Woher denn? Wir verstehen uns prächtig.
16:36Obwohl Sie mit seiner Tochter keine sehr glückliche Ehe führen?
16:39Was hat das damit zu tun?
16:41Alles, was die Familie Frönig von mir erwartet, ist, dass sie mich an die gesellschaftlichen Konventionen malt.
16:46Nun gut. Es gab dann aber doch eine Missstimmung zwischen Ihnen und Ihrem Schwiegervater, erinnern Sie sich?
16:52Nein.
16:54Dann muss ich Ihrem Gedächtnis wohl ein bisschen auf die Sprünge helfen, Professor.
16:57Herr Frönig war erbost, weil Sie nicht zu dem Empfang beim Ministerialrat Reimers erschienen sind.
17:04Jetzt erinnere ich mich eine kleine Meinungsverschiedenheit. Wieso wissen Sie davon?
17:09Das tut nichts zur Sache, Professor. Erzählen Sie lieber von der kleinen Meinungsverschiedenheit.
17:13Also, das ist nun wirklich nicht der Rede wert, aber bitte.
17:16Klingt aber gar nicht schön.
17:18Die Unterredung fand zu einem Bürostadt.
17:21Du rauchst zu viel.
17:23Wenn ich Dir einen guten Rat geben darf, mein lieber Schwiegerverpaar...
17:25Geht ordentlich mit mir, Boris. Ich kann dieses gönnerhafte Gehabe von euch Ärzten nicht ausschneiden.
17:29Wenn Du so weiter qualmst wie bisher, Klaus, gebe ich Dir höchstens noch fünf Jahre.
17:33Na und? Dann kriege ich von Dir eine neue Lunge verpasst. Das ist doch kein Problem, oder?
17:37Mit Dir als Schwiegersohn werde ich gut und gerne tausend Jahre alt.
17:40Du vergisst dabei eine Kleinigkeit.
17:42Naja, nämlich?
17:43Dass ich keine tausend Jahre alt werde.
17:47Das ist ja immer schuld.
17:49Die Möglichkeiten der Medizin sollte die Menschheit nicht dazu verleiten, mit ihrer Gesundheit zu arsen oder sich gar für unsterblich
17:55zu halten.
17:55Natürlich nicht. Wo gehen wir da auch hin? Aber bei Deinem Schwiegervater wirst Du sowohl eine Ausnahme machen, oder?
18:01Ich bin Arzt und helfe jedem, der meine Hilfe braucht.
18:04Recht so, Boris. Es ist Dein Pflichtbewusstsein, das ich so an Dir schätze.
18:09Aber meinst Du nicht, dass Du es damit gelegentlich zu weit treibst?
18:12Worauf willst Du hinaus?
18:13Zum Beispiel der Empfang beim Ministerialrat Reimers.
18:17Du kannst doch eine derart wichtige Begegnung nicht wegen irgendeiner Routineoperation sausen lassen.
18:21Es war keine Routineoperation, sondern eine komplizierte Lebertransplantation.
18:26Ich verstehe gar nicht, was ist Dir an diesem Reimers so wichtig?
18:29Mensch Boris, Du bist doch sonst nicht so schwer vom Begriff.
18:32Sie meinen, was wir bis jetzt gemacht haben, war doch nur der Anfang.
18:35Du und ich, wir haben die Voraussetzungen geschaffen, um den Handel mit Organen und Extremitäten ganz groß aufzuziehen.
18:46Stell Dir vor, es gibt Ersatzteile für jede Maschine.
18:49Warum nicht auch für den Menschen?
18:50Ein Bein, ein Auge oder ein Magen auf Krankenschein, wer das nicht, ob er es bezahlen kann, kriegt einen ganz
18:55neuen Körper.
18:56Ich sag Dir Boris, das wird das Geschäft der Zukunft und wir sind die Ersten.
19:01Du bist verrückt.
19:01Quatsch, ich bin Realist und Geschäftsmann.
19:04Um die Sache anzukurbeln, brauchen wir aber die gesetzlichen Voraussetzungen.
19:08Deshalb ist der Kontakt zu Reimers so wichtig.
19:11Diese Entwicklung geht mir ein bisschen zu stürmisch, Klaus.
19:14Wir sind noch nicht so weit.
19:15Wir sind mittendrin in der Entwicklung und Du wirst sie nicht aufhalten.
19:19Die Medizin als Selbstbedienungsladen, das ist nicht gerade der Fortschritt, wie ich mir vorgestellt habe.
19:25In welcher Zeit lebst Du eigentlich, Boris?
19:27Fortschritt ist, was gut ist für´s Geschäft und was gut ist für´s Geschäft, ist auch gut für die Menschen.
19:31Dann würdest Du es beispielsweise auch gut finden, wenn sich Elke von mir ohne zwingenden Grund mit fremden Körperteilen verschönern
19:37lassen will?
19:38Wieso hat sie das gesagt?
19:40Ja.
19:41Aber das war wohl mehr eine Laune.
19:44Na großartig.
19:46Das wäre der Knüller.
19:49Ich verstehe nicht.
19:50Du verpasst Deine eigene Frau, ein paar schöne lange Beine und so weiter.
19:53Na, eine bessere Werbung für unsere Pläne gibt´s doch gar nicht.
19:55Wirklich, Klaus, das kriegt mir entschieden zu weisen.
19:57Dann stell dich mal nicht so an, mein Junge.
19:59Wir reden später noch drüber.
20:01Sag mal, was ist denn nun aus der Lebertransplantation geworden an dem Tag, als Du nicht zu Reimers gekommen bist?
20:07Du weißt Frau Rohner? Warum fragst Du?
20:09War die Operation erfolgreich?
20:10Natürlich war die Operation erfolgreich.
20:12Ich hörte, es gibt da Schwierigkeiten. Habt Ihr gepfuscht?
20:16Meine ärztliche Schweigefrau...
20:17Kannst Du Dir hinter den Spiegel stecken? Ich will wissen, was in meiner Klinik passiert.
20:22Ich kann im Moment nur so viel sagen, dass vielleicht eine zweite Transplantation erforderlich sein wird.
20:27Mhm. Und wer bezahlt das?
20:30Wann ist die Frau versichert? Hat sie Geld?
20:33Ich pflege mich in der Regel nicht, um die finanziellen Verhältnisse meiner Patienten zu kümmern.
20:38Die Leute allerdings sehen nicht so aus, als ob sie sehr wohlhabend werden.
20:41Weißt Du nicht, Boris, dass Du mit dem Geld Deines Schwiegervaters lange genug den Wohltäter gespielt hast?
20:46Ich glaube, es wird für Dich Zeit zu begreifen, dass die Klinik und das Forschungsinstitut langsam Gewinn abwerfen müssen.
20:52Es ist die Grundregel allen kaufmännischen Denkens, dass sie jede Investition irgendwann mal bezahlt machen.
20:57Das mag wohl auf Deine Warenhäuser zutreffen, aber im klinischen Bereich...
21:02Außerdem weißt Du sehr gut, dass der größte Teil unserer Kunden in der Langemar-Klinik zahlungskräftige Privatpatienten sind.
21:08Seit zwei Jahren wirtschaften wir ohne Verluste. Genügt das nicht?
21:11Wir müssen auch die Umkosten für die Forschung reinholen.
21:14Oder willst Du, dass ich Dir die Mittel kürze?
21:17Zum jetzigen Zeitpunkt?
21:20Du würdest mein Projekt gefährden.
21:22Dir liegt sehr viel an diesem Projekt, ne?
21:24Ja, natürlich.
21:27Warum?
21:29Wollt's mir nur nochmal von Dir bestätigen lassen, ne?
21:37Erzählen Sie, was nach der Unterredung mit Ihrem Schwiegervater geschah?
21:41Nichts. Was sollte schon geschehen?
21:43Haben die Pläne Ihres Schwiegervaters Sie denn gar nicht alarmiert?
21:46Warum?
21:47Weil Sie offensichtlich Bedenken hatten, wie Herr Frönig Ihre Forschungsergebnisse zu vermarkten gedacht hat.
21:52Ach das. Mein Schwiegervater hatte öfter solche Einfälle. Meistens konnte ich ihn davon wieder abbringen.
21:58Und diesmal?
22:00Es ist mal nichts entschieden. Das dauert alles eine Zeit.
22:03Wie war das nun mit Frau Ronau? Sie sagten, die Operation wäre erfolgreich gewesen.
22:09Aber es gab Komplikationen. Worin bestanden die?
22:12Es stellte sich eine Gewebeunverträglichkeit heraus. In einem solchen Fall versucht der Körper das neue Organ abzustoßen.
22:20Tja, eine schöne junge Frau stirbt. Tragisch, aber leider kein Einzelfall.
22:26Denn auch der Medizin sind Grenzen gesetzt.
22:29Wir Ärzte wissen das und deshalb haben wir zum Tod verständlicherweise auch eine andere Einstellung als die Angehörigen des Verstorbenen.
22:36Herr Ronau muss seine Frau abgöttisch geliebt haben, wofür ich übrigens volles Verständnis habe.
22:41Er brach zusammen, als er die Nachricht vom Hinscheiden seiner Gattin erhielt.
22:45Entschuldigen Sie, wenn ich unterbreche, Professor, aber woran ist Frau Ronau denn nun gestorben?
22:49An der Gewebeunverträglichkeit. Ich sagte es bereits.
22:52Ist die Gewebeunverträglichkeit beim heutigen Stand der Medizin noch ein Problem?
22:56Eigentlich nicht. Deshalb hat mir der Tod der jungen Frau ja auch so viel Ärger eingebracht.
23:02Birkenheimer hätte die Gewebeunverträglichkeit schon vor der Operation feststellen müssen.
23:06Wir hätten die Transplantation dann unterlassen oder eine andere Leber genommen.
23:09Dann ist dieser Birkenheimer hat Schuld an dem Tod von Frau Ronau.
23:13Schuld? Was ist Schuld? Sie wollten die Wahrheit hören. Bitte, das ist sie.
23:18Ihr Körper war bereits so sehr geschwächt. Sie hätte weitere Eingriffe nicht überlebt.
23:23Worin bestand nun der Ärger, den Ihnen der Tod von Frau Ronau verursacht hat?
23:27Das ist doch wirklich eine unglaubliche Schrapperei.
23:29Zum nächsten Mal hatte ich Krach mit Birkenheimer.
23:31Wie konnte das nur passieren?
23:32Was meinen Sie?
23:33Sie wissen genau, was ich meine. Sie sagen nur mit Frau Ronau. Was denn sonst?
23:37Wie erklären Sie die Gewebeunverträglichkeit nach der Transplantation?
23:40Haben Sie vorher gar keinen Test gemacht?
23:42Der Test ist wie üblich vom Labor durchgeführt worden.
23:45Dann werden Sie dort wohl auch den Schuldigen suchen müssen, Herr Professor.
23:48Wahrscheinlich hat man die Gewebeproben verwechselt.
23:50Das Labor ist Schuld. Und wie sieht es mit Ihrer eigenen Verantwortung aus, Herr Birkenheimer?
23:55Gut, mir leid, aber auf das Labor muss ich mich schon verlassen können.
23:58Es ist unmöglich für mich alles selbst zu machen. Ich bin ohnehin überlastet.
24:02Überlastet, überlastet. Was soll ich denn sagen?
24:05Begleifen Sie denn nicht, Birkenheimer?
24:07Sie können doch so einen wichtigen Test, von dem der Erfolg der Transplantation abhängt,
24:10nicht einfach den Leuten im Labor überlassen.
24:12Was erwarten Sie eigentlich noch alles von mir, Herr Professor? Soll ich mich zerreißen?
24:16Ich weiß schon gar nicht mehr, wo mir der Kopf steht. Ich brauche dringend einen Assistenten.
24:19Ich habe seit fast zwei Jahren keinen Urlaub mehr gemacht.
24:23Sie fahren in der Weltgeschichte rum, um Sie als Wissenschaftler feiern zu lassen, sozusagen.
24:27Und ich erledige für Sie die Arbeit in der Klinik. Und wenn was schief läuft, bin ich für alles verantwortlich.
24:32Nein, Professor Sarov, das muss mal ganz klar gesagt werden. Nicht? So geht das nicht. Nicht mit mir!
24:39Was echauffieren Sie sich, Herr Kollege? Wenn Sie Ihrer Aufgabe nicht gewachsen sind, gut, dann werde ich eben für Entlastung
24:45sorgen.
24:46Ob die Entlastung allerdings in Ihrem Sinne sein wird, dafür kann ich nicht garantieren.
24:50Das klingt ja ganz so, als ob Sie nicht rausschmeißen wollen.
24:53Nun gut, Herr Professor, wenn Sie glauben, auf mich verzichten zu können...
24:59Nebenbei bemerkt, ich verstehe überhaupt nicht, dass Sie sich über den Tod der Frau Runau so aufregen.
25:03Sie wissen selber sehr gut, dass wir die Frau mit einer zweiten Transplantation hätten retten können.
25:07Die Klinik verfügt über eine gut sortierte Organbank. Warum haben Sie darauf verzichtet?
25:12Ich bitte Sie, Herr Birkenheimer, wo bleibt Ihr Sachverstand?
25:14Die Frau hätte eine zweite Operation nie überstanden. Es wäre vergebliche Mühe gewesen.
25:18Vergebliche Mühe oder vergebliche Kosten?
25:20Was wollen Sie damit sagen?
25:21Sie verstehen sehr gut, Herr Professor.
25:23Runaus Versicherung hätte die Kosten für eine zweite Operation nicht übernommen.
25:27Und Runau selber hatte nicht die Mittel, um dafür aufzukommen.
25:30Frau Runau ist also gestorben, weil sie arm war.
25:32Aber das ist doch völlig absurd!
25:35Wie können Sie so einen Quatsch behaupten?
25:37Das ist... das ist infamil!
25:39Verlassen Sie auf der Stelle mein Büro!
25:44Wie sieht es bei Ihnen aus?
25:46Macht die Erinnerung Fortschritte?
25:49Nicht wesentlich.
25:50Da ist noch zu viel Dunkelheit.
25:52Ich kann die Zusammenhänge nicht erkennen.
25:54Zugegeben, das ist doch schwierig, Professor.
25:55Aber wir werden schon noch dahinter kommen.
25:57Verlassen Sie sich darauf.
25:59Zunächst einmal.
26:00Was hat Sie veranlasst nach dem Tod von Frau Runau mit ihrem langjährigen Mitarbeiter Dr. Birkenheimer
26:06so hart ins Gericht zu gehen?
26:08Rückblickend betrachtet ist es wohl so gewesen, dass es ein Zusammentreffen oder besser eine Häufung verschiedener unglücklicher Umstände war.
26:15Ich stand unter extremen Druck.
26:18Ging der Druck von Ihrem Schwiegervater aus?
26:20Nein.
26:21Das heißt, in gewisser Weise schon.
26:23Aber der eigentliche Druck kam von woanders.
26:26Etwa von Ihrer Frau?
26:27Nein, nein.
26:27Ihre Launen und kleinen Streitereien haben mich kaum berührt.
26:30Soweit ich mich erinnere, ging der Druck von meiner Arbeit aus.
26:33Liege ich richtig in der Annahme, dass es sich um etwas ganz Außergewöhnliches gehandelt hat?
26:40Ein Projekt.
26:41Ja.
26:42Ein ungeheuer wichtiges Projekt.
26:45Gewissermaßen die Krönung meiner Forschung.
26:47Ich stand unmittelbar vor einem Ergebnis und ich musste befürchten, dass der geringste Zwischenfall in der Langemark-Klinik unsere Kritik
26:54alarmiert und das Projekt gefährdet hätte.
26:56Um was für ein Projekt handelte es sich, Professor?
27:01Ich weiß es nicht. Ich habe angestrengt darüber nachgedacht, aber es fällt mir nicht ein.
27:07Vielleicht wollen Sie es mir noch nicht verraten, Professor. Ist es so?
27:11Nein, ich weiß es wirklich nicht. Aber ich nehme an, dass Sie es wissen. Sie könnten mir helfen.
27:17Wir kommen gleich darauf zurück, Professor. Sagen Sie mir erst, welche Folgen Frau Runhaus' Tod für die Langemark-Klinik und
27:23für Ihre Forschung hatte.
27:24Lassen Sie mich nachdenken. Ja, es gab Probleme. Und zwar nachdem Herr Runhaus sich von seinem Schock erholt hatte.
27:33Er wollte die Langemark-Klinik für den Tod seiner Frau verantwortlich machen. Er ging sogar so weit, mir einen Kunstfehler
27:39zu unterstellen.
27:40Lächerlich. Er hatte keinerlei Beweise. Nur an den Haaren herbeigezogene Verdächtigungen.
27:44Aber die falsche Analyse des Labors, war das kein Kunstfehler?
27:48Nicht im eigentlichen Sinne. Das war mehr eine interne Angelegenheit, die wir aus verständlichen Gründen nicht an die große Glocke
27:53gehängt haben.
27:54Ich verstehe. Wie verhielt sich denn Ihr Schwiegervater zu der ganzen Angelegenheit, Professor?
27:59Klaus Frönig. Moment, ich muss überlegen.
28:04Durch ihn wurde alles nur noch schlimmer.
28:06Boris!
28:07Boris!
28:08Klaus, du weißt, dass ich in meiner Arbeit nicht gestört werden möchte.
28:11Ich muss mit dir reden.
28:12Hat es nicht Zeit bis später?
28:13Nein, hat es nicht.
28:14Es gefällt mir nicht, dass du dich hier hinter Reagenzgläsern und Gerätschaften versteckst und in der Klinik geht alles rund
28:19und rüber.
28:20Wieso ist was passiert?
28:20Die Runau-Geschichte.
28:22Ach so.
28:23Ach so, ach so.
28:24Ist dir wohl egal, dass wir in den Schlagzeilen geraten, weißt?
28:27Bloß, wenn dieser sentimentale Kerl nicht über den Tod seiner Frauen wegkommt, macht er uns Schwierigkeiten.
28:31Wir müssen was unternehmen, ist dir das klar?
28:34Wenn ich mein Projekt erfolgreich abgeschlossen habe...
28:36Nein, so lange können wir nicht warten.
28:37Wir müssen jetzt hampern.
28:39Birkenheimer ist auch der Meinung.
28:40Birkenheimer?
28:41Ausgerechnet er, der uns den ganzen Ärger durch seine Unachträumkeit eingebrockt hat.
28:45Was steckt er denn vor?
28:46Ich schlage vor.
28:48Und zwar müssen wir unser Image nach dem Todesfall wieder aufpolieren.
28:51Wir brauchen einen Knüller.
28:52Eine kleine Sensation.
28:53Wo willst du die hernehmen?
28:54Wenn man eine Sensation braucht, dann muss man sie halt produzieren.
28:57Und wie soll das aussehen?
28:59Elkes Verschönerung.
29:00Nein!
29:01Niemals!
29:03Okay, Boris.
29:04Dann kannst du dein Projekt begraben.
29:07Überleg's dir.
29:11Wir bitten um Verständnis für eine kurze Verkehrsdurchlage.
29:1521.30 Uhr Südfunk Stuttgart zur Verkehrslage.
29:18Auf der A8 Stuttgart-Mönchen zwischen der Anschlussstelle Ulm West und Ulm Ost.
29:24Sichtweiten um 50 Meter wegen Nebel.
29:27Und nun weiter mit unserem Science-Fiction-Herspiel.
29:34Professor Sarwoff, erzählen Sie mir bitte, was aus der Verschönerung Ihrer Frau geworden ist.
29:41Elke bekam in der Langemar-Klinik ein paar Brüste.
29:44Schöne, echte Brüste.
29:47Sie durfte sie sich selber aussuchen.
29:49Machst du nichts sagen, Professor.
29:51Sie sind Ihren Prinzipien am Ende doch noch untreu geworden.
29:54Nur scheinbar.
29:55Dieser Eingriff war bei meiner Frau notwendig geworden zur Stabilisierung ihrer Psyche.
30:00Sie können sich gar nicht vorstellen, wie verändert Elke nach ihrer Genesung war.
30:04Das Strenge war von ihr gewichen.
30:08Sie wirkte viel fraulicher.
30:10Wirklich ein erstaunlicher Wandel, den ich so nicht für möglich gehalten hätte.
30:15Wir verstanden uns dann auch besser.
30:17Im Nachhinein muss ich sagen, dass wir den kleinen Eingriff schon viel früher hätten vornehmen sollen.
30:22Sie verstanden sich also besser.
30:24Wie wurde der kleine anatomische Unterschied an Ihrer Frau denn nun von den Medien aufgenommen?
30:29Brachte es die erwünschte Publicity?
30:33Klaus, mein Schwiegervater veranstaltet eine große Party, für die auch die Presse erklärten waren.
30:38Es kam zu einem Eklat.
30:44Da ist Vater. Mach nicht sein verdriebsliches Gesicht, Boris.
30:47Er hat die Party auch für dich arrangiert.
30:49Er täuscht dich, Elke.
30:50Was wir hier machen, ist eine reine Public-O-Lation-Show.
30:53Dabei geht es weder um dich noch um mich, sondern um das Geschäft.
30:55Natürlich, aber du und ich sind Teil dieses Geschäftes.
30:57Denn schließlich profitieren wir davon.
30:59Na, ihr beiden?
31:00Streitet ihr schon wieder, dass wir mehr nicht die Gäste verkräutet?
31:04Boris, alter Junge, was machst du?
31:06So ein toller Erfolg mit Elkes neuem Buch, ne?
31:09Übrigens habt ihr schon Ministerial auf Reimach gemacht?
31:12Bis jetzt noch nicht. Er wird schon noch kommen.
31:14Ich erwarte, dass du dich ein bisschen um den Mann kümmerst und ihn unterhelfen brauchst.
31:17Was hat sie kommt?
31:18Ich frage es nicht.
31:19Hat's ja zugesagt.
31:21Das ist doch gut, neiner.
31:22Verstaunt dich das?
31:23Ein wenig schon.
31:25Herr Spock, du mal dein erster Mitarbeiter brauchst und für mich ein wichtiger Angestellter.
31:29Wir können ihn nicht einfach übergeben.
31:31Nein, natürlich nicht.
31:32Es verstaunt mich auch nicht, dass er ihn eingeladen hat, sondern dass er gekommen ist.
31:36Warum soll der nicht kommen? Er hat doch auch Anteil an dem Erfolg der Langemar-Klinik.
31:39Nachdem er mir vorgerufen hat, dass in der Langemar-Klinik nur reiche Patienten behandelt werden und wir die Armen sterben
31:44lassen,
31:45hat er doch ernsthafte Zweifel an seiner neuen Mitglied bekommen.
31:48Das ist doch Quatsch, Birkenheimer ist ganz in Ordnung.
31:50Ihr solltet eure kleinen Meinungsverschiedenheiten endlich mal begraben und euch die Verschiebenen haben.
31:54Hallo, dann treffe ich hier gleich die ganze Familie.
31:57Gnädige Frau, Sie sehen bezaubernd aus.
32:00Herr Fröhnich, Professor Sarah, ich danke für die Einladung.
32:03Das war doch selbstverständlich, Birkenheimer.
32:05Aber sehr, sehr gut.
32:06Das habe ich auch vor.
32:07Fröhnich, wissen wir, mein Feste feiert.
32:09Oh ja, wir feiern gerne.
32:10Heute haben Sie nun wirklich auch allen Grund zu feiern, Gnädige Frau.
32:13Sie schmeißen.
32:14Nein, nein, ich meine es ernst. Tanzen Sie eigentlich gern?
32:18Leidenschaftlich.
32:19Herr Professor, gestatten Sie, dass ich Ihre Frau zum nächsten Tanz entführe?
32:22Als mein Assistent dürfen Sie diese Pflicht gerne auf sich nehmen, Birkenheimer.
32:25Ich betrachte es nicht als Pflicht.
32:27Boris tanzt nämlich nicht gerne.
32:29Kommen Sie, Doktor.
32:30Das ist der Chameur, dieser Gattenheimer.
32:33Sicheres Auftreten, weil es sich zu benehmen ist, gefällt mir.
32:36Du solltest auch mal mit Elke tanzen, Boris.
32:38Das macht keinen guten Eindruck, weil man mich nie zusammensieht.
32:40Ich beuge mich den Konventionen.
32:42Ah, gut.
32:44Da kommt ja endlich unser Ministerialrat Reimers.
32:47Sogar mit Gatten. Die müssen auch mal zu uns in die Klinik.
32:50Komm, Boris, wir wollen Sie gar nicht erfahren.
32:51Ah!
32:53Oh!
32:53Oh, das ist doch nicht!
32:54Oh, das ist doch die Partie!
32:56Oh, das ist ja.
32:57Oh, das ist ja so!
32:58Oh, das ist ja so!
33:01Professor!
33:02Hä?
33:03Ja?
33:04Was ist denn das?
33:05Was war los auf der Party, Professor?
33:06Grunau est à moi-même à ma femme et a pris le décolleté.
33:11Et puis...
33:12C'est-à-dire que je ne peux pas penser à moi.
33:16Grunau a dit à la presse et à la gêne,
33:18j'étais à Elke de sa femme.
33:20Et de cette raison, j'ai dû sterner.
33:23Absurd.
33:25Mais pour les reporters, c'était un troublé.
33:28Et ils ont eu le cassement.
33:30C'est-à-dire qu'ils n'ont pas le droit à la campagne, Professeur ?
33:33Grunau a commons-à-dire.
33:35C'est-à-dire qu'il meforder, la
34:04Ce qui est en Langemar-Klinique, c'est très souvent, nous demandons les enfants,
34:11nous nous demandons des organes ou des maçons de la mort à la recherche.
34:15Et pour le Runeau, il est pas été demandé ?
34:18Runeau, il est-il peut-être, comme vous vous vous l'avez dit,
34:19il est en train de la mort de la femme, il était un peu de la mort.
34:23Il n'a pas été demandé.
34:24Il était donc à la mort de la mort.
34:26C'est vrai.
34:28Je vous donne, c'est ce que vous avez fait, c'est une sclapareille.
34:30Cela berechtigt aber noch lange nicht zu der Entschuldigung.
34:33Ich hätte... Lassen wir das.
34:35Warum soll ich mich aufregen?
34:37Der Mann ist ja nicht zurechnungsfähig.
34:39Nur ein krankhaftes Gehirn kann sich dergleichen ausdenken.
34:41Wie hat eigentlich Ihr Schwiegervater darauf reagiert, Professor?
34:45Er hat getobt.
34:47Ich habe ihn noch nie so wütend gesehen.
34:50Vermutlich teigert ihn am meisten an der ganzen unerfreulichen Geschichte,
34:53dass Reimers die Kontakte zu seiner Familie abgebrochen hat.
34:56Der Ministerialrat fürchtet um seinen guten Ruf.
34:59Und Ihre Frau, wie hat Sie das alles aufgenommen?
35:03Elke.
35:05Anfangs war sie schockiert.
35:07Sie hat sich jedoch schnell wieder gefasst.
35:10Sie ist wie Ihr Vater, harte Nähmung.
35:12Wie sind Sie schließlich aus der Affäre herausgekommen, Professor?
35:15Meine Damen und Herren von der Presse.
35:17Ich habe gewissermaßen die Flucht in die Öffentlichkeit angetreten
35:20und gemeinsam mit Birkenheim eine Pressekonferenz abgehalten.
35:24Soviel also zum Krankheitsverlauf von Frau Ruhner,
35:26bevor sie in die Langemann-Klinik eingeliefert wurde.
35:28Wir konnten die Diagnose Ihres Hausarztes nur bestätigen.
35:31Frau Ruhner hatte Krebs.
35:33Und zwar in einem so weit fortgeschrittenen Stadium,
35:35dass sich die Metastasen bereits im ganzen Körper ausgebildet hatten.
35:38Die Lebertransplantation kam zu spät.
35:41Ihr Körper war schon so sehr geschwächt,
35:42dass sie die Operation nicht überstanden hat.
35:44Nicht überstehen konnte.
35:46Bitte, Herr Professor Saroff.
35:48Meine Damen, meine Herren,
35:49nach den Ausführungen meines sehr geschätzten Mitarbeiters und Kollegen Dr. Birkenheimer
35:53dürfte wohl allgemein klar geworden sein,
35:54dass die maßlosen Anschuldigungen eines Herrn Ruhner
35:57jeglicher Grundlage entbehren.
35:59Es wird doch wohl niemand im Ernst behaupten wollen,
36:01dass ich meiner Frau die Brüste einer hochgradig krebskranken Patientin übertragen habe.
36:06Wenn es nicht mit Absicht war, dann vielleicht auch Sie das sehen.
36:09Herr Mann, Sie sind doch wohl nicht so naiv anzunehmen,
36:11dass die Leichenteile in der Langemann-Klinik nur so herumliegen
36:13und dass sich da jeder frei bedienen kann.
36:15Ein bisschen Sorgfalt können Sie uns nun wirklich zutrauen.
36:18Ein bisschen Sorgfalt ist vielleicht nicht genug.
36:20Ich lade Sie ein, sich persönlich davon zu überzeugen,
36:23wie sorgfältig in der Langemann-Klinik gearbeitet wird.
36:25Nur wenn Sie mir garantieren, dass ich da heil auch wieder rauskomme.
36:28Also ich muss schon sagen, Sie haben eine recht merkwürdige Art der Berufsausübung.
36:32Erst verbreiten Sie in den Medien wahre Horrorgeschichten über die Langemann-Klinik
36:35und zum Schluss glauben Sie sogar selber daran.
36:37Sie können aber unbesorgt sein.
36:39Ich garantiere Ihnen in der Langemann-Klinik, wie sagt man doch,
36:42ach ja, ich garantiere Ihnen freies Geleit.
36:45Danke, Herr Professor, sehr liebenswürdig.
36:47Herr Professor Sarroff, würden Sie mir denn auch freies Geleit garantieren
36:51für einen Besuch in Ihrer Menschenfarm in Südamerika?
36:54Für bitte was?
36:56Ich habe natürlich volles Verständnis dafür, dass Sie jetzt mit Überrasten spielen, Herr Professor.
37:00Aber Ihnen ist doch sicherlich bekannt, dass Ihr Schwiegerpartner, Herr Fröning,
37:03in Südamerika eine Farm eingerichtet hat, in der Menschen die Viege halten werden.
37:07Und zwar einzig und allein zu dem Zweck, Organe zu spenden oder was auch immer,
37:11damit der steigende Bedarf in Europa gedeckt werden kann.
37:16Ihre Elk in Rum hat gute Fortschritte gemacht, Professor.
37:20Wir nähern uns jetzt langsam dem Punkt, an dem sich für Sie alles aufklären wird.
37:24Aber vorher müssen Sie mir noch erzählen, was es mit dieser angeblichen Menschenfarm in Südamerika auf sich hat.
37:30Nichts, absolut nichts meines Wissens.
37:32Und Sie damit andeuten das?
37:33Gar nichts will ich andeuten.
37:35Klaus, ich muss Sie sprechen.
37:36Herr, mein Schwiegervater hat zur Rede gestellt.
37:38Du kommst gerade richtig vor, Herr Fröning.
37:40Eben hat mich Elke angerufen. Sie ist außer sich.
37:43Sie glaubt, sie hat Krebs, weil du ihr die Brüste von dieser Frau Brunau transportiert hast.
37:49Quatsch, das binden Sie sich ein.
37:50Sag mal, Klaus, du bist doch manchmal geschäftlich in Südamerika, nicht wahr?
37:54Ja, ja, und was fragst du?
37:55Du, ich sag dir, wenn Elke Krebs kriegt, dann kannst du dich auf was gefasst machen.
37:58Elke kriegt kein Krebs.
38:00Kannst du mir mal verraten, was das für Geschäfte in Südamerika sind?
38:03Seit wann interessierst du dich für meine Geschäfte?
38:05Du weißt, wie sehr ich an meiner Tochter hänge, Boris.
38:08Ich würde es dir nie verzeihen, wenn du ausgerechnet bei ihr Mist gebaut hast.
38:11Es war deine Idee, Elke als Werbeträger zu benutzen.
38:14Sag mir lieber, was das für Geschäfte in Südamerika sind.
38:16Mein Gott, Kaffee, Kakao, Bananen, was denn sonst?
38:19Anstatt mir dumme Fragen zu stellen, solltest du besser nach Hause fahren und dich um deine Frau kümmern.
38:22Und was ist mit dieser Menschenfarm in Südamerika?
38:26Wieso, was meinst du?
38:28Du weißt genau, was ich meine.
38:29Woher kriegst du die Organe, die wir aus dem Ausland importieren?
38:32Ich will es wissen.
38:35Jedenfalls nicht von Menschenfarm, wenn du das meinst.
38:38Wer hat dir den Blödsinn überhaupt erzählt?
38:40Ein Reporter auf der Pressekonferenz wegen der Runau-Geschichte.
38:45Wie heißt der Mann und für welche Zeitung arbeitet er?
38:49Peter Krause vom Abendkurier.
38:52Das Käseblatt kaufe ich mir, der Mann fliegt raus.
38:55Der kriegt Nerven im Job, dafür sorge ich.
39:00Sagen Sie mir, wie der Prozess ausgegangen ist, den Runau gegen Sie angestrengt hatte?
39:04Das Verfahren wurde nicht eröffnet.
39:06Der Fall kam zu den Akten.
39:08Wie war das möglich?
39:09Wir konnten die Staatsanwaltschaft davon überzeugen, dass Frau Runau krebskrank war und letztlich auch daran gestorben ist.
39:15Ein bisschen hat wohl auch der Einfluss meines Schwiegervaters zur Einstellung des Verfahrens beigetragen.
39:19Und wie hat Herr Runau das ausgenommen?
39:22Keine Ahnung.
39:22Ich hatte auch Wichtigeres zu tun, als mich um diesen Quirolanten zu kümmern.
39:27Birkenheimer hat es übernommen, sich um ihn zu kümmern oder besser gesagt, ihn abzuwimmeln.
39:31Ich war ihm dafür recht dankbar.
39:32Sie konnten sich also wieder ungestört Ihrer Arbeit widmen?
39:35Ja, und das tat ich auch.
39:36Ich hatte viel aufzuholen und dann wollte ich das Projekt vorantreiben und so schnell wie möglich zum Abschluss bringen.
39:42Ich war angeschlagen, ja, so kann man wohl sagen.
39:46Die Runau-Geschichte mit ihren Begleitumständen hatte mich doch ziemlich mitgenommen.
39:50Die Gerüchte um die Langemar-Klinik wollten auch nicht verstummen.
39:54Sie haben meinem Ansehen als Wissenschaftler sehr geschadet.
39:57Ich war fest entschlossen, mich nach Beendigung des Projektes aus der praktischen Forschung zurückzuziehen und ein wissenschaftliches Werk über meine
40:05Erkenntnisse zu verfassen.
40:06Und die Langemar-Klinik? Die praktische Arbeit als Arzt?
40:09Es hätte sich sicher ein Nachfolger für mich gefunden.
40:14Birkenheimer?
40:15Vielleicht.
40:16Obwohl ich bezweifeln möchte, dass er einer derartigen Aufgabe gewachsen wäre.
40:21Vielleicht haben Sie Ihren Assistenten immer etwas unterschätzt, Professor.
40:25Wusste Ihre Familie von den Plänen?
40:27Natürlich nicht. Sie hätten es früh genug erfahren.
40:30Nun, Sie Ihren Projekt, Professor. Um was ging es?
40:33Ich spüre, es ist zum Greifen nahe, aber ich komme nicht drauf.
40:38Erinnern Sie sich an einen sonnigen Samstagnachmittag im Oktober.
40:43Sie waren zu Hause und erhielten einen Anruf.
40:47Ja.
40:49Ja, ja, ich erinnere mich.
40:52Nimmst du mal bitte ab, Wilke?
40:53Ich erwarte keinen Anruf.
40:55Das könnte für mich sein.
40:56Dann nimm selber ab.
40:57Was ist los mit dir, Elke? Stimmt was nicht?
40:58Ich lasse mich nicht länger von dir benutzen. Das ist es.
41:01Ich verstehe zwar den Zusammenhang nicht, aber ich bin gerne bereit, mit dir darüber zu reden.
41:05Würdest du jetzt bitte den Hörer abnehmen?
41:07Nein!
41:08Ja, gibt's denn sowas?
41:12Verdammt, zu spät.
41:13Wenn das nur eine Klinik war.
41:15Das hättest du dir früher überlegen sollen.
41:16Außerdem kannst du ja zurückgerufen und anfragen, ob was los ist.
41:19Du benimmst dich wirklich kindisch, Elke.
41:21Ich weiß gar nicht, was um dich gefahren ist.
41:24Ich muss also erst kindisch werden, damit du mal eine Notiz von mir nimmst.
41:28So weit ist das schon mit uns.
41:30Dramatisierst du nicht ein bisschen Elke?
41:32Hallo? Ja? Hier ist er?
41:34Wer hat mir einer?
41:35Was geht's?
41:38Ich kann's.
41:39Ich komme sofort.
41:41Es war tatsächlich die Klinik. Ich muss sofort los.
41:44Worum geht es?
41:46Bleib für lange?
41:47Das ist schon Sinn.
41:51X-Trans.
41:52Professor, was ist das?
41:55Das Projekt.
41:57Eine Pioniertat auf dem Gebiet der Transplantation.
42:01Nobelpreis nötig.
42:03Sagen Sie,
42:05habe ich es geschafft?
42:07Sie müssen es selbst herausbekommen, Professor.
42:11Erzählen Sie mir mehr von X-Trans.
42:13Es interessiert mich.
42:15In dem Projekt steckte jahrelange Forschung.
42:18Unendliche Mühen.
42:19Sie glauben gar nicht, mit welchen Schwierigkeiten ich zu kämpfen hatte.
42:24Zuerst musste eine modifizierte Maschine zur künstlichen Durchblutung des Cerebrums konstruiert werden.
42:30Dazu waren ganz neue Elektrotechniken notwendig mit Sensoren und verbesserten Computersystemen,
42:35speziell für den klinischen Bereich.
42:37Und dann die Instrumente, Spezialwerkzeuge, alles Sonderanfertigungen nach meinen Angaben.
42:42Woher wussten Sie...
42:43Erfahrung, mein Lieber.
42:45Erfahrung.
42:46Ich habe unzählige Experimente durchgeführt, bis ich meiner Sache ganz sicher war.
42:50Was waren das für Experimente, Professor?
42:52Affen natürlich.
42:53Keine Menschen, wenn Sie das meinen.
42:56Probleme hatten auch mit dem Liquor.
42:58Es gelang mir erst nach einer Serie von Fehlschlägen, eine physiologische Salzlösung herzustellen,
43:04die das Cerebrum konservierte, ohne es zu schädigen oder seine Funktion zu beeinträchtigen.
43:09Und das haben Sie alles alleine geschafft?
43:11Birkenheimer hat mich unterstützt.
43:13Er hatte ein Faible für elektronische Spielereien und das war manchmal sehr nützlich.
43:19Alles in allem muss ich in meinem technischen Verstand attestieren.
43:22Vielleicht hätte er besser Elektroingenieur werden sollen und nicht Mediziner.
43:26Sie standen an jenem Samstagnachmittag also vor der ersten Gehirntransplantation in der Geschichte der Medizinprofessor.
43:33Wer war der Spender?
43:35Wer war der Empfänger?
43:36Der Empfänger war ein Mann namens Morchert.
43:4131 Jahre alt, großkräftig, athletische Figur.
43:45Er war einmal Boxer gewesen und starb tragischerweise an Gehirnerweichungen.
43:49Das heißt, sein Gehirn starb ab.
43:52Es war nicht mehr zu retten.
43:55Wir ersetzten die Gehirnfunktionen durch ein computergesteuertes Programm.
44:00Damit würde der Körper künstlich am Leben erhalten,
44:02bis sich ein entsprechendes Cerebrum fand, das wir in den hohlen Kopf transplantieren konnten.
44:07War dieser Morchert denn zu Lebzeiten noch damit einverstanden gewesen?
44:11Als der Mann zu mir in Behandlung kam, war er zu einer eigenen Willenserklärung schon nicht mehr fähig.
44:15Die Angehörigen hatten aber nichts dagegen.
44:18Wirklich keine Einwände?
44:19Jedenfalls gelang es mir, alle Bedenken auszuholen.
44:22Mit welchen Argumenten, Professor?
44:24Mit Geld.
44:26Wenn Sie es genau wissen wollen, ich habe den Angehörigen Morcherts Leichnam abgekauft.
44:31Kommen wir zum Gehirnspender, Professor.
44:35Wer war das?
44:36Ich weiß es nicht.
44:39Warten Sie, warum weiß ich es nicht?
44:42Ich bin doch an jenem Samstagnachmittag in die Klinik gefahren, um die Transplantation vorzunehmen.
44:50Ja, Birkenheimer hatte mich benachrichtigt, dass man endlich das passende Cerebrum gefunden habe.
44:56Irgendetwas ist geschehen.
44:57Ich spüre es.
44:59Etwas Entsetzliches.
45:03Nein!
45:03Woran erinnern Sie sich, Professor?
45:06Ich will es nicht wissen.
45:07Nein, ich will nicht daran denken.
45:09Professor, nehmen Sie sich zusammen. Es ist das Schlüsselerlebnis zu Ihrem jetzigen Zustand.
45:13Ich habe Angst.
45:14Schwellenangst. Sie müssen Sie überwinden.
45:16Schwellenangst? Ich verstehe nicht.
45:18Die Schweffe zu Ihrer neuen Existenz, Professor.
45:21Ich will nichts davon hören. Queren Sie mich nicht.
45:23Ich kann es Ihnen nicht ersparen, Professor.
45:25Reden Sie.
45:27Wie sind Sie zur Klinik gefahren?
45:29Mit dem Wagen.
45:31Unsere Villa liegt etwas außerhalb von Bad Hornau.
45:34Ich kann die Klinik über die Schnellstraße um 20 Minuten erreichen.
45:38Wenn ich es einig habe, fahre ich immer mit aufgeblendeten Scheinwerfern, auch tags.
45:42Die Leute aus der Umgebung kennen mich schon.
45:45Die machen mir dann Platz.
45:48Die werden Augen machen.
45:50Das wird die Sensation.
45:52Endlich.
45:54Hat auch lange genug gedauert.
45:56Und dann können Sie mich mal alle.
45:58Alle, wie Sie da sind.
46:01Wollen wir mal sehen, wer wen in der Hand hat.
46:03Das ist auch voll.
46:07Das ist mit der Sonntagswahrer hier auf dem Schnellweg.
46:10Wenn du keinen Gas gibst, muss ich dich halt überholen.
46:14Sollte wieder seinen Führerschein abgeben, der Bummler.
46:17Oder sich ein junges Gehirn einpflanzen lassen.
46:22Das ist ein junges Gehirn.
46:23Die hatten wir immer.
46:24Die hatten mir richtig die Muffe am Telefon.
46:28Hoffentlich macht er keinen Mist, bis ich da bin.
46:31Die wissen, wo er das Zerebrum aufgegabelt hat.
46:35Na egal.
46:36Ich werde schon mal erfahren.
46:38Was soll das?
46:40Der ist nicht.
46:49Ein Unfall.
46:51Nein.
46:52Das war kein Unfall.
46:54Kein Unfall?
46:55Was war es dann?
46:56Mord.
46:58Versuchter Mord.
46:59Ich lebe ja noch.
47:01Das müssen Sie schon erklären, Professor.
47:03Sie werden es erklären, Herr.
47:06Der Wagen fuhr auf der linken Seite.
47:09Er raste eindeutig auf mich zu.
47:11Ich habe noch im letzten Moment versucht auszuweichen.
47:15Wer war es?
47:16Bruno.
47:17Er war sofort tot.
47:19Bruno, also?
47:21Hat er mich so gehasst?
47:23Er hat einen Abschiedsbrief hinterlassen,
47:25in dem er Sie noch einmal für den Tod seiner Frau verantwortlich machte.
47:28Er konnte nicht darüber hinwegkommen, dass Elke...
47:32Ihre Frau...
47:34Sie wissen schon.
47:35Und dann der erfolglose Prozess.
47:37Bruno tot und ich lebe.
47:41Aber wie lebe ich?
47:44Wo bin ich?
47:46In der Langemark-Klinik, Professor.
47:48Auf der Intensivstation?
47:50Nein.
47:51Also wo schon reden Sie endlich?
47:52Können Sie es sich noch immer nicht denken, Professor.
47:55Doch, nicht der Fall.
47:57Sie, sagen Sie, dass es nicht wahr ist.
47:58Doch, Professor, Ihr Gehirn konnte gerettet werden.
48:01Nur Ihr Gehirn.
48:02Ich in physiologischer Salzlösung?
48:05Hören Sie, das ist ein übler Scherz.
48:06Das kann doch nicht wahr sein.
48:08Es ist wahr, Professor.
48:11In meinem eigenen Labor.
48:14Wer?
48:15Ich.
48:17Birkenheimer.
48:18Ja, Professor.
48:19Für Sie immer noch Herr Professor?
48:22Ja, Herr Professor.
48:24Wozu?
48:26Um mich zu bemütigen,
48:28damit Sie sich an meinem Unglück weiden können?
48:30Nein, Herr Professor, bestimmt nicht.
48:32Sie haben leider ein vollkommen falsches Bild von mir
48:34und das macht meine Aufgabe nicht leichter.
48:37Ich habe vor, Ihnen einen neuen Körper zu verschaffen.
48:42Wenn Sie mir dabei helfen.
48:43Ich?
48:45Einen neuen Körper?
48:46Im Moment wird Ihnen das alles ziemlich unvorstellbar sein, Herr Professor.
48:50Aber Sie haben ja Zeit.
48:52Wie überlegen Sie es sich?
48:58Ich bin in einem Körper, in einem fremden Körper.
49:06Was hätten Sie für einen Vorteil davon?
49:08Ich traue Ihnen.
49:09Ich traue Ihnen nicht.
49:12Einen Körper haben.
49:14Sehen können.
49:16Fühlen.
49:18Schmitten.
49:19Riechen.
49:21Die Sinne gebrauchen.
49:23Arbeiten.
49:24Aktiv sein.
49:26Kreativ.
49:26Professor Sarov?
49:27Was meinen Sie?
49:28Haben Sie über meinen Vorschlag nachgedacht, Herr Professor?
49:31Ich bin nicht interessiert.
49:32Sie enttäuschen mich, Herr Professor.
49:34Wo bleibt Ihr Pioniergeist?
49:36Ich bin nicht interessiert,
49:38weil ich Ihnen die Operation nicht zutraue,
49:40Dr. Berfenheimer.
49:43Hätten Sie überhaupt einen passenden Körper für mich?
49:45Ich könnte Ihnen Morsak anbieten.
49:47Er hängt noch immer an der Maschine und ist in gutem Zustand.
49:50Ich könnte Ihnen aber auch einen anderen Körper beschaffen, Herr Professor.
49:53Falls Sie besondere Wünsche haben,
49:56lassen Sie es mich bitte wissen.
49:58Körper auf Bestellung.
50:00Großartig.
50:02Aus südamerikanischen Landen, frisch auf den Operationstisch.
50:05Ist das so?
50:07Was glauben Sie, Herr Berfenheimer,
50:09was Ministerialrat Reimers dazu sagen würde?
50:12Ministerialrat Reimers hat erst kürzlich
50:13einen neuen Magen bei uns bekommen,
50:15nachdem der Alte von Geschwüren fast vollkommen zerfressen war.
50:18Seitdem steht dann unsere Arbeit
50:19in der Langemar-Klinik sehr aufgeschlossen gegenüber.
50:23Berfenheimer, ich glaube,
50:24ich habe Sie doch unterschätzt.
50:26Es freut mich, das zu hören,
50:27Herr Professor.
50:30Ihre Gehirn zu konservieren,
50:31war ja auch keine schlechte Leistung.
50:32Finden Sie nicht?
50:34Und dann der Trick mit der Verständigung.
50:36Ihr Hangt zu elektronischen Spülereien.
50:38Sie sehen, wozu es gut ist.
50:40Leider haben Sie mir damit keinen Gefallen getan,
50:42Berfenheimer.
50:43Ich wäre lieber tot.
50:45Aber Herr Professor,
50:46so dürfen Sie nicht reden.
50:48Die Menschheit braucht Sie noch.
50:50Sie und Ihr geniales Wissen.
50:53Stellen Sie sich vor, Herr Professor,
50:55wenn es mir mit Ihrer Hilfe gelände,
50:57Sie in einem neuen Körper wieder aufleben zu lassen.
51:00Das wäre doch wahrhaftig die Krönung Ihrer Forschung.
51:03Das wäre,
51:04wie soll ich sagen,
51:06traumhaft.
51:07Ja, wirklich, traumhaft.
51:09Das würde meiner Arbeit natürlich
51:10eine ganz andere Dimension verleihen.
51:12Da muss ich Ihnen schon zustimmen,
51:14Berfenheimer.
51:17Bleibt die Frage,
51:18was ist damals noch
51:19der geplanten Gehirntransplantation
51:21am Tage meines Unfalls geworden?
51:22Ich habe es versucht,
51:23nachdem ich Ihr Gehirn versorgt hatte.
51:25Es ist
51:26Müslung.
51:27Sie wissen selber,
51:28Herr Professor,
51:29die eigentliche Schwierigkeit liegt
51:30in der Verbindung des Cerebrums
51:32mit den Nervenenden
51:33in der Wirbelsäule.
51:34Daran bin ich gescheitert.
51:36Inzwischen habe ich auf diesem Gebiet
51:37zwar einige Fortschritte erzielt.
51:39Trotzdem,
51:40ohne Ihr Wissen geht es nicht.
51:42Ich möchte bei Ihnen
51:43einfach kein Risiko eingehen.
51:45Sehr edel von Ihnen,
51:46Birkenheimer.
51:48Da fällt mir ein,
51:49wie geht es eigentlich meiner Frau?
51:51Es geht ihr
51:52den Umständen entsprechend.
51:54Gut.
51:55Weißt du, dass ich...
51:56Nein, natürlich nicht.
51:57Wir hielten es aus Gründen der Pietät
51:59für angebracht,
52:00hier nichts davon zu sagen.
52:02Wir?
52:03Herr Frönig und ich.
52:05Der alte Frönig.
52:06So, so.
52:08Er grüßen Sie von mir, Birkenheimer.
52:09Ich würde es ausrichten.
52:10Er wird sich freuen.
52:11Freuen?
52:11Ich glaube eher,
52:12dass er auf mich nicht gut
52:13zu sprechen sein wird.
52:14Wegen der Runau-Geschichte
52:15und den ganzen Begleitumständen.
52:17Das war bestimmt nicht gut
52:19für das Geschäft.
52:19Oder irren Sie sich,
52:20Herr Professor.
52:21Die negative Publicity
52:22der Runau-Geschichte
52:23hat unserer Klinik
52:24einen gewaltigen Auftritt gegeben.
52:25Die Leute reißen sich darum,
52:26bei uns aufgenommen zu werden.
52:28Wir sind bereits
52:29für zwei Jahre ausgebucht
52:30und werden demnächst
52:31wohl anbauen müssen.
52:32Herr Frönig ist begeistert.
52:34Er kann es gar nicht erwarten,
52:36bis Sie die Klinik
52:37in einem neuen Körper
52:38wieder zur Verfügung stehen.
52:40So ist das also.
52:42Nun,
52:43Herr Professor,
52:45konnte ich Sie überzeugen?
52:47Nicht ganz.
52:48Was hätten Sie für Vorteile
52:50davon, Birkenheimer,
52:51wenn ich wieder auferstünde
52:52und mich vor Ihrer Nase
52:53in den Schäfsessel setzte?
52:55Ich könnte mir vorstellen,
52:56dass Sie es sich dort
52:57inzwischen
52:57dann schön bequem gemacht haben.
52:59Gute Frage,
53:00Herr Professor.
53:02Ich kann Ihnen dazu
53:02Folgendes sagen.
53:04Erstens würde etwas von dem Ruhm
53:06Ihrer erfolgreichen
53:07Gehirntransplantation
53:08auch auf mich abfallen.
53:09Und zweitens würde ich
53:10dann den Ruf
53:11einer renommierten Universität
53:12in den USA annehmen,
53:14um dort Dozent zu reden.
53:17Verschaffen Sie mir
53:17Ihren Körper,
53:18Birkenheimer.
53:19Je schneller,
53:20desto besser.
53:21Oder warten Sie.
53:22Ich glaube,
53:23ich nehme Marchert.
53:25Den Körper kenne ich,
53:26der weiß,
53:26was ich habe.
53:27Großartig.
53:29Ich freue mich
53:29auf die neue Zusammenarbeit
53:30mit Ihnen.
53:31Wir haben eine große
53:32Aufgabe vor uns.
53:34Dann fangen wir an.
53:35Sie können gleich anfangen,
53:37Birkenheimer.
53:38Rufen Sie im Hauptrechner
53:39die Informationen
53:40aus dem Speicher
53:41Grips ab.
53:42Arbeiten Sie den Stoff durch,
53:43anschließend reden wir darüber.
53:45Grips?
53:46Heißt der Code also?
53:48Zinniger Name,
53:49Herr Professor.
53:50Ich werde tun,
53:52was Sie sagen.
53:57Und jetzt, Freunde,
53:58ein heißer Tipp
53:59für alle,
53:59die letzten Nacht
54:00ihren Kopf verloren haben.
54:01Wer ihn noch nicht
54:02wiedergefunden hat,
54:03sollte mal in der
54:04Langemar-Klinik
54:05in Bad Hornau nachfragen.
54:06Dort hat Dr. Birkenheimer
54:08mit seinem Team
54:09die erste
54:10Gehirntransplantation
54:11an einem Menschen
54:11durchgeführt.
54:12Dem Empfänger
54:13des Gehirns
54:14soll es gut gehen,
54:14sagt das Ärzte-Biljetär.
54:16Es hat jedoch nicht um,
54:17welches Hirn es da geht.
54:18So, das hältst
54:19er im Kopf nicht aus.
54:21Ob der Typ
54:21sich wohl wundert,
54:22wenn er in einem
54:22fremden Kopf aufwacht?
54:24Und weiter geht's mit
54:25Heute in meinem Kopf.
54:27Heute in meinem Kopf.
54:35Heute
54:38in meinem Kopf.
54:44Warum höre ich nichts
54:46von Bergenheimer?
54:49Nach jedem Aufwachen
54:51glaube ich,
54:51ein Körper zu sein.
54:53Jedes Mal ist es nur
54:55Eigenbildung.
54:56Nichts als überreizte
54:58Fantasie.
55:00Ich würde sogar
55:02Schmerzen ertragen
55:04für einen neuen Körper.
55:08Aber ich spüre nichts.
55:12Keine Schmerzen
55:13und kein Körper.
55:19Bergenheimer,
55:20worauf wartest du?
55:22Hallo, Professor.
55:23Beinahe hätte ich sie vergessen.
55:25Was soll das heißen,
55:26Bergenheimer?
55:27Ich hatte viel
55:27auf die Ohren, Professor.
55:29Eine Gehirntransplantation.
55:31Die erste
55:32in der Geschichte
55:32der Menschheit
55:33und gleich ein voller Erfolg.
55:34Es hat natürlich
55:35viel Staub aufgewirbelt.
55:36Sie können sich
55:36den Rummel
55:37gar nicht vorstellen.
55:38Das war fast noch
55:38anstrengender
55:39als die Operation selbst.
55:43Wollen Sie mir
55:44den gar nicht gratulieren,
55:45alter Junge?
55:47Hey,
55:48was wird Ihnen los?
55:50Sie haben mich
55:51hereingelegt.
55:53Sie haben sich
55:54meinem Vertrauen
55:55erschlichen,
55:55um sich mein Wissen
55:56anzueignen.
55:57Sie Dreckskerl.
55:59Sie haben nie
55:59im Ernst daran gedacht,
56:00mit seinem neuen Körper
56:01zu verhelfen.
56:02Sie begreifen sehr schnell,
56:03Professor.
56:04Ich hatte natürlich nie
56:05die Absicht,
56:06in die USA zu gehen.
56:07Und deshalb ist für Sie
56:08in der Langemark-Klinik
56:09auch kein Platz mehr.
56:11Sehen Sie, Professor,
56:12es hätte auch sonst
56:13nur Komplikationen gegeben.
56:15Stellen Sie sich vor,
56:16Sie und ich,
56:17wir beide also
56:19müssten uns
56:19den Nobelpreis
56:20für die erste
56:21Gehirntransplantation
56:21an einem Menschen teilen.
56:22nicht auszudenken.
56:25Ja,
56:26und dann ist da noch etwas.
56:27Sie müssen nämlich wissen,
56:28dass ich inzwischen
56:29mit Elke zusammenlebe.
56:30Und demnächst
56:31werden wir sogar heiraten.
56:32Sagen Sie selbst,
56:34da ist die jetzige
56:35Lösung schon besser.
56:36Ich ernte den Ruhm,
56:38dafür können Sie
56:38in Ihrem Zustand
56:39gut und gerne
56:40tausend Jahre alt werden.
56:42Fast schon
56:43Unsterblichkeit.
56:45Ist das nichts?
56:57In unserer Reihe
56:58Science Fiction
56:59als Radiospiel
57:00brachten wir
57:01Unheimliches Erwachen.
57:02Ein Hörspiel von
57:03Chris Brougham.
57:04Das ist ein Hörspiel.

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