- il y a 17 heures
- #sci
- #sc
- #scifi
- #horspiel
- #scifihorspiel
- #galaktischeechos
Willkommen zu einem neuen Sci-Fi-Video auf unserem Kanal!
Ich bin Anna Morgenstern, 29 Jahre alt und lebe in Berlin, Deutschland. Gemeinsam mit meinen Freundinnen und Freunden habe ich diesen Kanal gegründet, um euch spannende, vertonte Inhalte aus der Welt der Science-Fiction zu präsentieren.
In diesem Video nehmen wir euch mit auf eine futuristische Reise voller Geheimnisse, Technologie, fremder Welten und unerwarteter Wendungen. Unsere Inhalte verbinden Fantasie, Atmosphäre und Storytelling zu einem besonderen Erlebnis für alle Sci-Fi-Fans.
Wenn euch das Video gefällt, freuen wir uns sehr über ein Like, ein Abo und eure Kommentare. Eure Unterstützung motiviert uns, weiterhin neue und bessere Inhalte für euch zu produzieren.
Viel Spaß beim Anschauen und Zuhören!
Beliebteste Videos:
Sci Fi Hörspiel Antares 8 – Welt Alarm #Sci FiHörspiel
• Sci Fi Hörspiel Antares 8 – Welt Alarm #Sc...
Sci Fi Hörspiel Aus einer anderen Welt #Sci FiHörspiel
• Sci Fi Hörspiel Aus einer anderen Welt #Sc... #SciFi #Hörspiel #SciFiHörspiel
Tauche ein in die faszinierende Welt der Science-Fiction Hörspiele! Hier erwarten dich spannende Abenteuer aus fernen Galaxien, mysteriöse Geschichten und futuristische Visionen, die zum Träumen und Mitfiebern einladen.
🎧 Vergiss nicht, unseren Kanal zu abonnieren, um keine neuen Sci-Fi Episoden zu verpassen!
👍 Like das Video, wenn es dir gefallen hat, und
💬 hinterlasse einen Kommentar, um deine Meinung oder Ideen zu teilen – wir freuen uns auf dein Feedback!
Abonniere jetzt und werde Teil unserer intergalaktischen Hörspiel-Community!
#SciFi #Hörspiel #GalaktischeEchos
Ich bin Anna Morgenstern, 29 Jahre alt und lebe in Berlin, Deutschland. Gemeinsam mit meinen Freundinnen und Freunden habe ich diesen Kanal gegründet, um euch spannende, vertonte Inhalte aus der Welt der Science-Fiction zu präsentieren.
In diesem Video nehmen wir euch mit auf eine futuristische Reise voller Geheimnisse, Technologie, fremder Welten und unerwarteter Wendungen. Unsere Inhalte verbinden Fantasie, Atmosphäre und Storytelling zu einem besonderen Erlebnis für alle Sci-Fi-Fans.
Wenn euch das Video gefällt, freuen wir uns sehr über ein Like, ein Abo und eure Kommentare. Eure Unterstützung motiviert uns, weiterhin neue und bessere Inhalte für euch zu produzieren.
Viel Spaß beim Anschauen und Zuhören!
Beliebteste Videos:
Sci Fi Hörspiel Antares 8 – Welt Alarm #Sci FiHörspiel
• Sci Fi Hörspiel Antares 8 – Welt Alarm #Sc...
Sci Fi Hörspiel Aus einer anderen Welt #Sci FiHörspiel
• Sci Fi Hörspiel Aus einer anderen Welt #Sc... #SciFi #Hörspiel #SciFiHörspiel
Tauche ein in die faszinierende Welt der Science-Fiction Hörspiele! Hier erwarten dich spannende Abenteuer aus fernen Galaxien, mysteriöse Geschichten und futuristische Visionen, die zum Träumen und Mitfiebern einladen.
🎧 Vergiss nicht, unseren Kanal zu abonnieren, um keine neuen Sci-Fi Episoden zu verpassen!
👍 Like das Video, wenn es dir gefallen hat, und
💬 hinterlasse einen Kommentar, um deine Meinung oder Ideen zu teilen – wir freuen uns auf dein Feedback!
Abonniere jetzt und werde Teil unserer intergalaktischen Hörspiel-Community!
#SciFi #Hörspiel #GalaktischeEchos
Catégorie
🎥
Court métrageTranscription
00:02Alle Namen Gottes
00:05Un Hörspiel von Gerald Sommet
00:13Und, liebe Frau Strothmann,
00:16wie Sie ja wissen, haben wir Sie schon für eine andere Aufgabe ausgewählt,
00:20bei der ich sicher bin, dass Sie sie auf die bei Ihnen übliche Weise,
00:24also zu unserer vollsten Zufriedenheit, erfüllen werden.
00:28Sie haben sich also bereits entschieden?
00:31Gewissermaßen.
00:32Ich wüsste jedenfalls wirklich nicht,
00:34wer sich besser für diesen ungewöhnlichen Auftrag eignen sollte.
00:38Und es handelt sich bei Gott um den ungewöhnlichsten Auftrag,
00:41der der Intercom jemals erteilt worden ist.
00:44Nun reden Sie schon, Kaltenborn.
00:46Warum handelt es sich denn?
00:48Wenn ich das so einfach sagen könnte.
00:51In der vorigen Woche erhielten wir den Anruf eines Mönchs.
00:56Oder Abt, aus einem Kloster in den Bergen des Himalaya.
01:00Ja, Sie haben schon richtig gehört.
01:02In den Bergen des Himalaya.
01:05Er ließ fragen, ob wir in der Lage wären,
01:07dort eine unserer Rechenanlagen aufzustellen.
01:10Wahrscheinlich die CM 4004.
01:13Offenbar hat er sich aus welchen Quellen auch immer
01:16mit unserem Angebot bereits vertraut gemacht.
01:19Es war nur nicht aus ihm herauszukriegen,
01:22wozu Sie die Anlage dort eigentlich verwenden wollen.
01:26Aber vorgestern schickten Sie uns einen beglaubigten Auszug
01:30über eines Ihrer Konten bei einer indischen Bank.
01:34Ich glaube nicht, dass wir es uns leisten können,
01:37die Sache abzulehnen.
01:39Zumal das alles eine fantastische Werbung für uns werden könnte.
01:44Er erwartet uns in einer halben Stunde im Köln.
01:47Dieser Abt?
01:49Ja, ein Herr Liu.
01:51Er ist eigens aus dem Himalaya herübergekommen,
01:54wegen der 4004?
01:56Unser Büro in Delhi?
01:57Er wollte nur mit dem Hersteller selbst verhandeln.
02:01Die einzige Bedingung, die er stellt, ist die,
02:06dass die Anlage am Ort von europäischem Personal
02:09in Betrieb gesetzt wird,
02:10das sich noch nicht in seinem Heimatland
02:12und dessen nähere Umgebung aufgehalten hat.
02:15Ich respektiere seinen Wunsch,
02:18den eines jeden unserer Kunden,
02:20auch wenn er seine Motive nicht nimmt.
02:25Glauben Sie, dass er uns wenigstens bei unserem Zusammentreffen
02:29mit näheren Einzelheiten vertraut machen wird?
02:31Ich fürchte, nein.
02:34Alles soll, wie ich ihn verstanden habe,
02:37offenbar erst am Einsatzort entschieden werden.
02:40Aber wir benötigen Grundinformationen für die Programmierung.
02:44Er geht davon aus,
02:45dass alle wesentlichen Vorbereitungen
02:47hierzu an Orten Stelle getroffen werden.
02:50Selbst die Installation einer unabhängigen Stromversorgung,
02:53die dort anscheinend nicht existiert,
02:56müsste von uns durchgeführt werden.
02:58Was kaum ein Problem sein dürfte.
03:01Sie nehmen den Auftrag also an.
03:04Es sieht nicht so aus,
03:05als hätte ich eine andere Entscheidungsmöglichkeit.
03:08Ja, da ist noch eine Kleinigkeit.
03:12Die wäre?
03:13Nun, wie Sie sich denken können,
03:15werden Sie zu zweit arbeiten.
03:17Mit Los.
03:19Los?
03:20Stefan Los.
03:21Ich weiß, Sie mögen nicht besonders.
03:24Aber er ist unschlagbar, wo es um Aufgaben geht,
03:26die eine bestimmte Improvisationsgabe erfordern.
03:32Ich kenne ihn kaum.
03:34An seinem Improvisationsvermögen zweifle ich eher.
03:37Seine Kompetenz im technischen Bereich
03:39sollten Sie aber nicht bestreiten.
03:42Und ich bin fest davon überzeugt,
03:43dass eine Frau mit Ihren Fähigkeiten einen Weg finden wird,
03:46der zu einer halbwegs vernünftigen Kooperation mit ihm führt.
03:50Können wir die Entscheidung nicht aufschieben,
03:52bis nach dem vorbereitenden Gespräch?
03:54Nun, das Gespräch mit Liu ist nur noch eine Formsache.
03:58Der Transport der Ausrüstungen und die Buchungen für Ihre Reise
04:01wurden bereits veranlasst.
04:03Sie werden unterwegs genügend Gelegenheit finden,
04:05sich mit ihm einzuarbeiten.
04:08Herr Liu, Frau Strothmann, Herr Los,
04:12Sie werden die Einrichtung und Inbetriebnahme
04:14des Systems an Ortenstelle überwachen.
04:18Haben Sie einen Eindruck gewonnen von den Möglichkeiten,
04:21die wir Ihnen bieten?
04:23Vielen Dank.
04:25Ich glaube schon.
04:26Und Sie sind nach wie vor sicher,
04:29dass Sie Ihren Anforderungen genügen werden?
04:31Dass es keinen Grund gibt,
04:34der Sie veranlassen könnte,
04:35Ihr Vorhaben etwas mehr im Detail für uns auszubreiten?
04:39Sie müssen verstehen, Herr Liu.
04:41Eine Programmierung ist nur der Versuch,
04:43einer einem Problem angemessene Sprache zu finden.
04:47Ich habe mit Ihrem Herrn Kaltenbrunn vereinbart,
04:50dass Sie die Programmierung an Ihrem Einsatzort vornehmen werden,
04:54nachdem Sie sich bei uns aus eigener Anschauung
04:56mit dem Kern unseres Problems vertraut machen konnten.
05:00Wir haben Gründe für diese Vereinbarung,
05:02die Sie nicht weiter beunruhigen sollten.
05:05Sie liegen samt und sonders in der Tradition und Lage unseres Klosters begründet.
05:09Die Aufgabe, zu der wir Sie benötigen,
05:12betrifft ein religiöses Problem,
05:15zu dessen Lösung ausschließlich der Ort bestimmt ist,
05:17an dem wir unser Kloster gegründet haben.
05:19Ich weiß, dass das für Sie schwer zu verstehen ist.
05:22Ich wüsste nicht, wie wir ohne jede Vorinformation...
05:25Der Herr Lohs will uns sagen...
05:28Ich kann die Bedenken Ihres Herrn Lohs wohl begreifen.
05:32Aber außerhalb der Mauern des Klosters ist mir eine Schweigepflicht auferlegt,
05:36für alles, was unser dortiges Leben betrifft.
05:40Vielleicht genügt Ihnen der Hinweis,
05:42dass es sich um ein kombinatorisches Problem handelt,
05:45das mit bestimmten Einschränkungen
05:47sämtliche Variationen einer festgelegten Größenordnung
05:50innerhalb eines gegebenen Zeichensystems umschließt.
05:53Ich bin sicher, dass Ihr System 4004
05:57einen solchen Vorgang zuverlässig bearbeiten wird.
06:01Mit genaueren Angaben für unsere Vorbereitungen
06:04wäre uns wirklich geholfen.
06:05Auf alle Fälle verbürge ich mich für die Kreativität meiner Mitarbeiter.
06:10Erlauben Sie mir noch eine Anmerkung,
06:12die Ihren kommenden Aufenthalt bei uns betrifft.
06:15Ich habe am Morgen Ihre Stadt besichtigt.
06:18Dabei ist mir aufgefallen,
06:20wie sehr Ihre Lebensweise sich von der Unseren unterscheidet.
06:23Das ist im Grunde nicht weiter verwunderlich.
06:26Aber bedenken Sie,
06:28dass Sie sich nach Abschluss aller Vereinbarungen
06:30auf eine lange und zuletzt gewiss auch strapaziöse Reise begeben werden,
06:34die sich in allen von den Formen der Fortbewegung unterscheiden dürfte,
06:38die Sie hier für sich gefunden haben.
06:41Sobald Sie unser Einflussgebiet erreicht haben,
06:44und es wird praktisch mit dem Verlassen von Simmler der Fall sein,
06:48wird ein Führer unseres Vertrauens zu Ihrer Verfügung stehen.
06:52Für den Transport der Ausrüstung und Materialien sorgen wir selbst.
06:56Ich verstehe nicht recht, worauf Sie hinaus wollen.
07:00Woraus glauben Sie denn, dass uns ein Hindernis entstehen könnte?
07:03Nur eine Mahnung zur Umsicht.
07:06Eine kaum zugängliche Gebirgsregion wirkt manchmal Überraschungen,
07:10die zu vermeiden uns wenig Mühe kostet,
07:13die Ihnen aber gewisse Ungelegenheiten bereiten könnten,
07:17zumal es Ihnen kaum gelingen wird,
07:18sich mit der Vielzahl der Dialekte und Sprachen,
07:20die bei uns gesprochen werden,
07:22auch nur annähernd vertraut zu machen.
07:24Ich möchte deshalb ein Kodewort mit Ihnen vereinbaren.
07:27Es lautet
07:28von einem Stein,
07:30ein Stein,
07:31von einem Stein.
07:33Sie dürfen es nur verwenden,
07:35wenn Sie in eine Situation der äußersten Hilflosigkeit und Gefahr geraten sollten
07:39und die Frage an Sie gerichtet werden sollte,
07:42weshalb Sie sich bei uns befinden.
07:45Ich sage das nicht, um Sie zu ängstigen.
07:48Sie sollten nur wissen,
07:50dass wir auch für den Fall unvorhersehbarer Ereignisse
07:53unserer Vorkehrung getroffen haben.
08:05Haben Sie schon einmal solche Berge gesehen?
08:08Und das ist erst der Anfang.
08:12Berge, die alles unter Ihnen auf eine so überragende Weise zu beherrschen scheinen,
08:16dass Sie gar nicht zu bemerken sind.
08:19Ich hoffe nur, die Ingenieure, die diese Trasse legten,
08:22wussten, was sie taten.
08:24Simla war einmal die Sommerresidenz der Vizekönige von Indien.
08:27Das lässt auf eine gewisse Sorgfalt bei den Baumaßnahmen hoffen.
08:31Immerhin dürfte die Wirksamkeit dieses Privilegs
08:33Ihre 30 oder 35 Jahre zurücklegen.
08:36Immerhin genießen Sie einen Ausblick,
08:38wie Ihnen keine zweite Eisenbahnfahrt auf der Welt noch einmal bieten kann.
08:41Mit dem Ausblick auf ein halbwegs komfortables Hotelzimmer,
08:44das mich die Schrecken dieses Aufstiegs vergessen lässt,
08:46wäre ich schon zufrieden.
08:47Ach, kommen Sie.
08:50Soweit ich weiß, haben Sie Aufträge für die Firma schon auf dem halben Erdball abgewickelt.
08:54Sie werden sich dabei nicht ausschließlich in klimatisierten Büros aufgehalten haben.
08:59Seltsam.
09:01Ich dachte, Sie wären eher eine Art Abenteurer-Natur
09:04oder wenigstens ein Mensch, der euch nicht so leicht zu beeindrucken ist.
09:08Vielleicht trifft das ja zu.
09:11Es ist mir noch nie begegnet, dass ein offenbar simples Grundproblem
09:16mit derart aufwendigen und undurchschaubaren Konditionen verknüpft ist.
09:20Haben Sie denn inzwischen irgendeine Vorstellung davon entwickelt,
09:23warum es sich bei dem Einsatz handeln wird?
09:25Ich meine, welche Aufgaben 4004 lösen sollen?
09:29Ehrlich gesagt bin ich da kaum weitergekommen.
09:31Nach Newsbeschreibung verlangen Sie allenfalls die Berechnung
09:34sämtlicher Variationen innerhalb eines gegebenen Zeichensystems.
09:39Allerdings hat er von Einschränkungen gesprochen.
09:43Alles hängt wahrscheinlich von diesen Einschränkungen ab
09:46und von ihrer Struktur.
09:49Ich bin so gut wie sicher, dass hinter allem
09:51eine für uns undurchschaubare Frage von Sinngebung liegt.
09:55Aus welchem anderen Grund sollten Sie versuchen, uns hinzuhalten,
09:58wo es um die konkreten Anweisungen geht?
10:01Mathematische Systeme allein schaffen nicht die Voraussetzungen
10:04für eine taktische Operation dieser Art.
10:07Und damit haben wir es doch ohne Zweifel zu tun.
10:10Irgendetwas ist da an der Geschichte,
10:11das mir ganz und gar nicht gefällt.
10:14Entweder ist sie so simpel, dass wir in 14 Tagen
10:16mit dieser verrückten Bahn wieder nach Delhi runterschlittern,
10:19oder wir sitzen dort oben in den Bergen
10:21auf einmal wie beim Preisschießen auf dem Präsentierteller.
10:24Fragt sich dann bloß, wer schießt.
10:26Ich muss das jedenfalls herausfinden,
10:28bevor ich dazu überzwungen werde.
10:41Wir fragen uns nur,
10:43wie es zwei Europäern so einfach gelingen konnte,
10:47unerkannt auf den Weg über die Grenze und herauf zur Passhöhe zu gelangen.
10:53Ihre Führer haben uns ja leider keine Auskunft geben können.
10:56Es ist ihnen dank ihrer offenbar ausgezeichneten Ortskenntnisse
11:01gelungen, sich unbemerkt aus dem Staub zu machen.
11:05Wir haben allen Grund anzunehmen,
11:07dass sie die Uniform von Regierungssoldaten getragen haben.
11:11Demnach wären sie Aufständische, Rebellen?
11:16Solche Bezeichnungen sind gleichgültig.
11:19Dieses Land wird von einer Clique von Kompradoren beherrscht,
11:22die die Interessen ausländischer Mächte vertreten.
11:26Ihre Anwesenheit ist ein weiterer Beweis dafür,
11:30dass sie sich bei ihrem Krieg gegen das eigene Volk
11:32von Experten aus diesen Ländern beraten lassen?
11:35Sie irren sich.
11:36Irren?
11:37In ihrem Gepäck fanden wir Konstruktionszeichnungen
11:41und Beschreibungen von umfangreichen elektronischen Ausrüstungen,
11:45deren Aufstellung sie offenbar in die Wege leiten sollten.
11:49Glücklicherweise werden sie dazu nun keine Gelegenheit mehr finden.
11:52Wir erwarten von ihnen, dass sie uns mitteilen,
11:55welche Ziele sie mit ihrem Projekt verfolgten
11:57und von welchem Ort aus sie die Operationen ihrer Gruppe durchführen wollten.
12:02Heißt das, dass sie uns als eine Art Kriegsgefangen betrachten?
12:05Wenn sie auf solchen Konventionen bestehen.
12:09Dieser Krieg wurde allerdings niemals erklärt.
12:13Insofern fühlen wir uns auch nicht an bestimmte Abmachungen gebunden,
12:16die sie vielleicht in Anspruch nehmen werden.
12:19Sie verstehen, was ich meine.
12:22Es ist nicht allzu schwer, das zu erraten.
12:24Sie entscheiden letztlich, was mit uns geschieht.
12:27Es freut mich, dass Sie Ihre Lage so realistisch beurteilen.
12:31Auch wenn Sie uns kaum Glauben schenken werden,
12:33möchte ich Sie doch aber darauf hinweisen,
12:35dass uns von den Kampfhandlungen in Ihrem Land
12:37bis vor ein paar Stunden nicht das Geringste bekannt gewesen ist.
12:40Unser Auftrag hat mit militärischen Operationen nichts zu tun, überhaupt nichts.
12:46Es sei denn, man hätte uns getäuscht.
12:48Was mir angesichts der Umschreibungen, mit denen uns die Sache angetragen wurde,
12:52jetzt nicht mehr vollständig ausgeschlossen erscheint.
12:55Wer hätte Sie getäuscht?
12:56Ein Herr Liu.
12:58Er wurde uns als der Anführer eines Klosters irgendwo hier in den Bergen vorgestellt.
13:01Liu?
13:02Liu? Soll Sie hierher gerufen haben?
13:04Liu?
13:04So hat er sich jedenfalls genannt.
13:06Bei der Ausrüstung, die zu den Plänen und Instruktionen gehört, die Sie bei uns gefunden haben,
13:11handelt es sich um ein Computersystem vom Typ Intercom CM4004.
13:16Das wird Ihnen wahrscheinlich wenig sagen.
13:18Aber ich versichere Ihnen, es handelt sich nur um eine konventionelle elektronische Rechenanlage,
13:23von der die Leute im Kloster wollen, dass wir sie für die Lösung einer ihrer Aufgaben programmieren.
13:29Für die Stromversorgung haben Sie zusätzlich zwei Dieselaggregate bestellt.
13:33Wo befindet sich jetzt dieses Material?
13:36Der Transport der Ausrüstung wurde ausschließlich von Ihnen organisiert.
13:39In Simla haben wir erfahren, dass die Ladung bereits auf den Weg gebracht wurde.
13:43Wo sind Sie mit Liu zusammengetroffen?
13:46Bei der Intercom, unserer Firma in Köln.
13:49In Europa?
13:50Liu ist nach Europa gereist, um für sein Kloster eine elektronische Rechenanlage zu bestellen?
13:56Er hat alle nur denkbaren Informationen über die Leistungsfähigkeit unserer Systeme eingeholt.
14:01Er hat unsere Labors und Produktionsstätten besichtigt und uns danach unseren Auftrag erteilt.
14:06Er hat uns für den Fall, dass unerwartete Schwierigkeiten auftreten sollten,
14:09sogar ein Kodewort mit auf den Weg gegeben.
14:11Ein Kodewort?
14:13Wie heißt es?
14:15Von einem Stein, ein Stein, von einem Stein.
14:19Aber das ist unser Kodewort.
14:21Warum haben Sie das nicht gleich gesagt?
14:23Du hast es gehört, Chandras.
14:26Wir können jetzt nur um Ihr Verständnis bitten,
14:29dass wir die Situation zunächst anders beurteilen mussten.
14:33Ich darf Sie nun aber als unsere Gäste willkommen heißen.
14:36Mein Mitarbeiter hier wird Sie für die Dauer Ihres Aufenthalts bei uns beaufsichtigen.
14:42Sie kennen also den Satz?
14:43Wir haben ihn mit Liu für äußerste Notfälle vereinbart.
14:47Er gewährleistet, dass jede Seite diejenigen, die von ihm Gebrauch machen,
14:51nach ihren Kräften unterstützt.
14:53Es besteht eine Verbindung zwischen Ihnen und Liu.
14:56Eine vorübergehende Absprache.
14:59Sehen Sie, aus einem unbegreiflichen Grund glauben die Mönche des Klosters dort oben in den Bergen,
15:05dass wir uns auf ihrer Seite befinden.
15:08Obwohl sie wissen, dass wir für eine wirklich grundlegende Veränderung der Verhältnisse in diesem Land eintreten,
15:14haben Sie von sich aus den Kontakt zu uns gesucht.
15:18Natürlich dürfen Sie nicht glauben, wir würden etwa aus Sentimentalität den Einflussbereich eines Klosters ausnehmen von unserem politischen Programm.
15:28Aber solange unser Kampf uns noch von unseren hauptsächlichen Gegnern aufgezwungen wird,
15:34solange erlauben wir es uns, die Unberührtheit des Gemäuers dort oben in der Dunkelheit
15:40als ein Symbol dafür anzusehen, dass uns an einer Zerstörung des Vertrauten noch nicht gelegen sein kann.
15:48Wenn wir gesiegt haben, wird über diese Frage neu zu entscheiden sein.
15:53Ein modernes Land kann sich auf Dauer keinen Lebensbereich leisten,
15:57in dem die Verpflichtung zur allgemeinen Produktivität aufgehoben ist.
16:01Wir achten die Tradition, aber den Erfordernissen einer neuen Zeit wird diese sich gefügig erweisen müssen.
16:10Liu und seine Mönche sind Teil eines Bündnisses, das wir früher oder später aufkündigen müssen,
16:16wenn wir überleben wollen.
16:18Ich muss Sie jetzt leider verlassen.
16:21Sollten Sie auf Ihrem Weg noch einmal in eine vergleichbare Situation geraten,
16:25genügt es, wenn Sie sich auf mich berufen.
16:28Mein Name ist Zhang, Kommissar Zhang.
16:31Bei der unabhängigen patriotischen Armee.
16:34Unsere Gruppen operieren weiträumig und autonom.
16:38Bestehen Sie in jedem Fall auf einer Kontaktaufnahme mit mir
16:42und vermeiden Sie es, von dem Kodewort noch einmal Gebrauch zu machen.
16:46Chandras wird Ihnen bei Ihrer Weiterreise behilflich sein.
16:52Wir bitten Sie, die kleine Unannehmigkeit nachzusehen, die Ihnen in der Nacht zugestoßen ist.
16:58Sie haben damals in Köln nicht erwähnt, dass das Kloster im Partisanengebiet liegt.
17:02Haben Sie gedacht, dass die Kenntnis dieser Tatsache unsere Entscheidung beeinflussen könnte?
17:07Ich gestehe, dass wir damit gerechnet haben.
17:11Andererseits sind Sie selbstverständlich nicht wirklich in Gefahr gewesen.
17:15Ein Arrangement.
17:18Begreifen Sie?
17:19Ganz und gar nicht.
17:21Die Sache hätte uns Kopf und Kragen kosten können.
17:23Davon kann nicht die Rede sein.
17:26Ihnen wurde kein Haar gekrümmt.
17:28Aus einem einleuchtenden Grund.
17:32Soll das heißen, dass doch eine Zusammenarbeit mit der Guerilla besteht?
17:36Unsere Beziehungen sind etwas verwickelter, als Sie sich das wahrscheinlich vorstellen können.
17:42Auf eine gewisse Weise hat Ihre vorübergehende Gefangenschaft Sie mit unseren Problemen bereits in Berührung gebracht.
17:50Sie verstehen, so hoffe ich, jetzt besser.
17:53Alles, was wir in Ihrem Land bisher erlebt haben, deutet aber darauf hin,
17:57dass Sie nur in einem begrenzten Umfang, Herr, Ihre Entscheidungen sind.
18:02Unsere Beweglichkeit mag Ihnen in der Tat aus Ihrer Sicht recht eingeschränkt vorkommen.
18:08Vergessen Sie aber nicht, dass wir diesen Ort normalerweise kaum verlassen.
18:13Meine Reise zu Ihnen war die beinahe einzige größere Reise,
18:17die ein Angehöriger dieses Klosters hier zurückgelegt hat.
18:21Denken Sie an unsere Gespräche in Ihrer Heimat.
18:24Uns ist lediglich Aufmerksamkeit auferlegt für die uns umgebende Welt.
18:31Es ist nicht zwingend erforderlich, dass man sich hierzu bewegt.
18:35Sie haben uns immerhin einen Auftrag erteilt.
18:38Und wir versichern Ihnen, dass Sie ihn auf die von Ihnen für angemessen gehaltene Weise erfüllen werden.
18:45Woraus wir schließen dürfen, dass Sie für unsere Sicherheit garantieren?
18:50Woraus Sie schließen dürfen, dass die Dinge sich hier auf eine Weise im Lot befinden,
18:55die Ihnen fremd erscheinen mag, deren Gleichgewicht uns aber trägt,
19:01jedenfalls für den Zeitraum, der Ihnen zur Verfügung steht, tragen wird.
19:06Ich darf darin eine bestimmte Einschränkung Ihrer Zusage vermuten.
19:11Ich glaube, ich erwähnte bereits, dass wir damit den Bereich des Problems berühren,
19:15das wir hoffentlich gemeinsam lösen werden.
19:18Alles in allen Bäsin ist es ja nur eine Frage der Zeit.
19:23Aber lassen Sie uns dort beginnen, wo Sie auf den äußeren Anlass
19:27der von uns gewünschten Zusammenarbeit gestoßen sind.
19:31Wir hätten Ihnen eine Begegnung mit diesen jungen Revolutionären,
19:35die die Täler auf dem Weg zu uns kontrollieren, wahrscheinlich ersparen können.
19:41Daran konnte uns aber aus einem Grund, der Ihnen hoffentlich einleuchten wird,
19:46gar nicht gelegen sein.
19:48Die Situation ist übrigens unübersichtlich.
19:51Genauso gut hätten Sie Truppen der Regierung in die Hände fallen können.
19:56Es gibt keinen Anlass zu glauben, dass dann eine prinzipiell andere Entwicklung eingetreten wäre.
20:02Sie wollen sagen, dass Sie zu beiden Seiten Verbindungen unterhalten?
20:06Nicht wir.
20:08Aus einem unbegreiflichen Grund glauben die Kontrahenten des unerklärten Bürgerkrieges in unserem Land,
20:14dass wir jeweils auf ihrer Seite wären.
20:17Das ist nicht leicht zu verstehen, wenn man annimmt,
20:20dass in einem solchen Kampf unvereinbare Gegensätze aufeinander prallen,
20:24zwischen denen ein Pol der Ruhe undenkbar erscheint.
20:29In Wirklichkeit verhält es sich so,
20:31dass alles, was das Ansehen dieses Landes einmal begründete,
20:36in den andauernden Kämpfen vollkommen unsichtbar geworden ist.
20:42Es existiert tatsächlich kein Bild mehr,
20:46das den Bewegungen, die von uns Besitzer griffen haben,
20:50noch einen Anhaltspunkt liefern könnte,
20:52in der, wie wir gut genug wissen,
20:56nur noch scheinbaren Abgeschiedenheit dieses Klosters,
21:00liefern wir für eine kurze Zeitspanne
21:02den Bezug zu einer Wirklichkeit,
21:05die den Parteien der Regierung wie der Revolution bereits verloren gegangen ist.
21:10Wir sind sozusagen die einzige Kraft,
21:13die für einen Augenblick noch über eine Bedeutung verfügt.
21:19Was dort draußen geschieht, halten Sie demnach für einen sinnlosen Krieg.
21:24Ist es nicht so, dass im Grunde jeder Krieg sich von Anbeginn an von seinem ursprünglichen Anlass entfernt?
21:30Es hat Menschen auf unserem Kontinent gegeben,
21:33die den Krieg als eine Läuterung zu beschreiben versuchten.
21:36Ein Aufgehen im äußersten Grenzbereich menschlicher Existenz.
21:39Ich habe diese Schriften gelesen.
21:42Vergessen Sie nicht, dass in Ihnen die Frage nach dem Imaginären
21:46auch als Frage nach der vielleicht am weitesten reichenden menschlichen Erfahrung aufgeworfen wird.
21:53Für einen Menschen, der so gut wie ausschließlich an diesem Ort lebt,
21:56zeigen Sie sich mit den Verhältnissen, die uns betreffen, ungewöhnlich vertraut.
22:01Sie sind es, die uns mit den Jahren näher gekommen sind.
22:04Gut, wir beobachten seit langer Zeit den Fortgang Ihrer Kultur.
22:09Die Fragestellungen bleiben uns oft fremd.
22:12Die Antworten dagegen wirken vollkommen vertraut.
22:17Glauben Sie vielleicht, der Krieg dort draußen
22:20könnte sich in seiner unüberschaubaren Gestalt am Ende als unverneidbar erweisen?
22:24Wie beantworten Sie diese Frage für sich selbst?
22:29Die Erfahrungen Ihres Landes sind in dieser Hinsicht wahrscheinlich nachhaltiger als die unseren.
22:36Andererseits hat sich unsere Welt, weil sie den fortwährenden Wechsel der Ideale nicht kennt,
22:42dem Sie sich in Ihrer Geschichte ausgesetzt haben,
22:46als weitaus verletzlicher erwiesen.
22:49Die von den Ideen Ihres Kontinents geprägten Revolutionäre,
22:53die diesen Kampf jetzt aufgenommen haben,
22:57haben nicht bedacht, dass der Zusammenstoß Ihrer hermetischen Vorstellungswelt
23:03mit der Realität der Bauern und Hirten in diesen Tälern,
23:07deren Elend natürlich außer Frage steht,
23:10jedes der Anliegen, das die Parteien in diesem Krieg bewegt,
23:13ihres spektakulären Pathos,
23:16ihre Sehnsüchte und Hoffnungen entkleiden musste.
23:20Was sich vor unseren Augen ereignet,
23:24ist eine Revolution,
23:26die an der falschen, beigebrachten Konfrontation,
23:30aus der sie aufgebrochen ist,
23:32ausweglos scheitern wird.
23:34Es geht längst nicht mehr um den Entwurf einer neuen,
23:37die Mängel des vergangenen tilgenden Zeit.
23:40Der schonungslose Kampf wird geführt
23:44um die im Verborgenen bleibende,
23:47buchstäblich unfassbare Macht.
23:50Sie ist in den Dingen,
23:52die sie verhandelt werden, bereits angelegt.
23:55In dieser Situation ist uns,
23:58ohne unser Zutun,
24:00für ein paar Wochen oder Monate,
24:02wir wissen es nicht,
24:04eine tragende Rolle zugefallen.
24:07Für ein paar Wochen oder Monate
24:09beweist das Bild des Klosters auf diesem Berg
24:12den Kämpfenden,
24:13dass die Szenerie,
24:14auf der sie angetreten sind,
24:16noch existiert.
24:18In dem Gewirr der Sperrgürtel
24:20und Minenfelder,
24:22die sie, ohne es zu wissen,
24:25mit ihrer,
24:26nicht mit unserer Hilfe durchquert haben,
24:28im Schussfeld der Maschinengewehrnester
24:30an den Hängen,
24:31im Ring der Patrouillen,
24:33der täglich enger und argfönischer
24:35von beiden Seiten um uns gelegt wird,
24:39sind wir vielleicht zum ersten Mal
24:42in unserer Geschichte
24:43ein wirklich heiliger Ort geworden.
24:47Ein Ort, an den alle,
24:49die ihn umkreisen,
24:50die Hoffnung knüpfen,
24:51dass alles,
24:54wofür sie einstehen,
24:56nicht nur um seiner Selbstwillen geschieht.
24:59In dem Ansehen,
25:01das wir gerade genießen,
25:03liegt zugleich eine unermessliche Gefahr.
25:06Die Verehrung,
25:08die man uns zukommen lässt,
25:09wird in die Despotie
25:11der Enttäuschten umschlagen,
25:12wenn sie erst begreifen,
25:14dass wir niemals die Iren sein werden.
25:17Es kostet nicht viel,
25:19ein Universum auszulöschen,
25:20das sich dem Wunsch
25:22nicht gefügig erweist.
25:23Die meisten Brände
25:25werden aus verzehrender Liebe gelegt.
25:27Wir verfügen im Innern dieser Mauer
25:29nur noch über einen begrenzten Vorrat an Zeit.
25:32Mit jedem Schusswechsel,
25:34der zu uns dringt,
25:35sind wir der wohnen Zukunft
25:36ein Stück näher gebracht.
25:38Wenn es uns aber nicht gegeben ist,
25:41den Zerfall aufzuhalten,
25:43so wollen wir doch wenigstens
25:45auf das Maß Einfluss gewinnen,
25:47nachdem er sich vollzieht.
25:50Deswegen haben wir sie zu uns gerufen.
25:53Mit ihrer Hilfe soll erfüllt werden,
25:56was uns von Gott
25:57zur Aufgabe gesetzt ist.
25:59Was wäre das nun endlich
26:00in einer solchen Situation?
26:03Alle Namen Gottes.
26:05In jeder Situation.
26:09Unsere Überlieferung zufolge
26:10ist sein Wille erfüllt,
26:12wenn alle seine denkbaren Namen
26:14in einem von uns
26:15für diesen einzigen Zweck
26:16gefundenen speziellen Alphabet
26:18niedergeschrieben sind.
26:20Die größte Klarheit
26:21und Gewissheit auf Erden
26:23wird in die Bücher eingeschlossen,
26:25die wir seit vier Jahrhunderten
26:27in diesem Kloster anlegen.
26:29Mit ihren Kenntnissen
26:31und mit dem Leistungsvermögen
26:34ihres technischen Systems
26:35hoffen wir,
26:37dass wir dieses Vorhaben
26:39jetzt zu dem schnellen Ende bringen werden,
26:41das uns in Anbetracht
26:42der äußeren Umstände,
26:44denen wir ausgesetzt sind,
26:45geboten scheint.
26:46Niemand
26:47wird die wenigen
26:49wirklichen Namen Gottes,
26:51die sich in der Flut
26:52der von uns gefundenen
26:53Möglichkeiten verbergen,
26:55jemals aufnehmen können.
26:57Es genügt,
26:59dass sie ein einziges Mal
27:01sichtbar geworden sind.
27:03Danach wird die Entscheidung
27:04über die Welt
27:05nach seinem Willen gefällt.
27:12In welcher Zeit glauben Sie,
27:13dass wir die Programmierung
27:14bewältigen werden?
27:16Drei oder vier Tage.
27:18Sie haben sehr präzise Vorstellungen,
27:20was den Ausdruck
27:21der Buchstabenkombinationen angeht.
27:24Aber ich denke nicht,
27:25dass wir deswegen
27:25in Schwierigkeiten geraten werden.
27:28Dafür,
27:28dass Sie mit Ihrem
27:29eigentlichen Anliegen
27:30praktisch bis zur letzten Sekunde
27:32zurückgehalten haben,
27:33zeigen Sie sich
27:34über die Einsatzmöglichkeiten
27:36der Anlage
27:36außergewöhnlich gut informiert.
27:38Ich nehme an,
27:40dass wer einer solchen Aufgabe
27:41über Jahrhunderte folgt,
27:42schon sehr genaue
27:44Vorkehrungen treffen muss.
27:45Denken Sie nur an die Ausrüstung.
27:47Sie ist ohne jeden Verlust
27:49von Simla heraufgeschafft worden.
27:51Die Installation
27:52der Versorgungssysteme
27:53wird sich leichter
27:54bewerkstelligen lassen,
27:55als wir das vorausgesehen haben.
27:57Sie verfügen anscheinend
27:58über ein beachtliches
27:59organisatorisches Talent.
28:01Es steht jedenfalls
28:02in keinem Verhältnis
28:03zu Ihrer sonstigen Lage.
28:05Auch wenn Sie diese
28:06recht ungeschminkt beurteilen.
28:07Ich weiß nicht recht.
28:09Ich bin beinahe sicher,
28:11dass Sie mit Ihrer
28:11untrüglichen Gelassenheit,
28:13was Ihre Lage betrifft,
28:14recht behalten werden.
28:15Frau Struttmann...
28:16Ja, ich glaube,
28:18dass Sie am Ende
28:18recht behalten werden.
28:21Wie wäre es übrigens,
28:22wenn Sie mich Margareta nennen?
28:24Nennen Sie mich Margareta.
28:26Frau Struttmann,
28:27unser Problem ist...
28:27Es ist nur eine Bitte.
28:29Ohne Verbindlichkeit.
28:32Versuchen Sie sich davon zu lösen,
28:33dass ich eine sozusagen
28:34vorgesetzte Funktion
28:36für Sie ausübe.
28:37Ich weiß.
28:38Ich kenne Ihre Vorbehalte.
28:40Sie zweifeln an meiner Loyalität?
28:42Ach, Loyalität.
28:44Nun komplizieren Sie nicht
28:45meinen bescheidenen Versuch,
28:46eine etwas persönlichere
28:47Atmosphäre herbeizuführen.
28:50Loyalität ist das wenigste,
28:52was ich von Ihnen erwarte.
28:53Es ist mir nicht gleichgültig,
28:55mit wem mich eine solche Aufgabe
28:56zusammenführt.
28:57Es ist das erste Mal,
28:58dass ich mit Ihnen zusammenarbeite.
29:00Was macht das?
29:01Dieser Auftrag ist ungewöhnlich genug,
29:03einen außergewöhnlichen Schritt
29:05zu wagen.
29:06Wie Sie meinen,
29:09Margareta.
29:12Was ich sagen wollte,
29:14die Gelassenheit,
29:15auf die Sie setzen,
29:16halte ich für recht trügerisch.
29:18Liu kalkuliert sehr genau
29:20mit seinem Vorrat an Zeit.
29:23Was uns betrifft,
29:24so wird durch uns die Geschwindigkeit,
29:26mit der er und seine Mönche
29:28die selbstgestellte Aufgabe lösen wollen,
29:30der Geschwindigkeit des äußeren
29:32Verfalls angepasst,
29:33der Sie bedroht.
29:35Aus Ihrer Sicht
29:36ist dies ein Wettlauf,
29:37von dem Sie glauben,
29:38dass Sie ihn,
29:39wenn auch vielleicht
29:40in letzter Minute,
29:41doch noch gewinnen können.
29:43Das ist es,
29:44was mir auf dem Gestanden
29:45am meisten Sorge bereitet.
29:46Denken Sie daran,
29:48dass wir uns aus freien Stöcken
29:49hierher begeben haben.
29:51Unsere Befürchtungen,
29:52wie berechtigt sie auch sein mögen,
29:53haben keine Relevanz,
29:55solange der Modus unserer Rückreise
29:57noch nicht festgelegt ist.
29:59Es ist sinnlos,
30:01dieses Problem von uns aus lösen zu wollen.
30:04Aber natürlich haben Sie recht.
30:06Wer weiß schon,
30:07was geschieht,
30:08wenn Sie Ihre Aufgabe gelöst haben.
30:10Sie glauben doch nicht etwa
30:11an Konsequenzen
30:12aus dieser fantastischen Spekulation
30:13auf eine bevorstehende Entscheidung
30:15Ihres Gottes über die Welt.
30:19Ich kann nicht ermessen,
30:20worin das Eingreifen eines Gottes
30:22in die Geschehnisse der Welt
30:23im Einzelnen besteht.
30:26Es hat dazu viele einander
30:27widersprechende Vorbilder gegeben.
30:30Aber religiöse Vorstellungen
30:32schaffen sich nun einmal
30:33ihr eigenes Maß,
30:34das in letzter Konsequenz
30:36von außen nur schwer
30:37beurteilt werden kann.
30:39Was einem Gottesentscheid
30:41ausgesetzt wird,
30:42lässt sich wahrscheinlich
30:43nur in einem begrenzten Umfang befragen.
30:46In einer solchen Begrenzung
30:48müssen nicht nur Aberglaube
30:50und Willkür verborgen sein.
30:51Sie verkörpert auch
30:53eine ungeheure Macht.
30:56Ich fürchte,
30:57die Folgen unserer Arbeit
30:58werden eher auf eine
30:59erschreckende Weise alltäglich sein.
31:01Wenn auch nicht ohne Gefahr.
31:04Sehen Sie,
31:05die Sache hier wird sich,
31:06wenn keine unvorhergesehenen
31:07Schwierigkeiten auftreten,
31:09in weniger als einer Woche
31:10abwickeln lassen.
31:11Was geschieht dann?
31:14An die 300 Mönche
31:15sind seit vier Jahrhunderten
31:17mit nichts anderem befasst,
31:18als damit Buchstabenkombinationen
31:20aufzuzeichnen,
31:21in denen Sie die unbekannten Namen
31:23Ihres Gottes vermuten.
31:26Am ersichtlichen Ende
31:27Ihrer Epoche
31:28versuchen Sie die Aufgabe,
31:30die Ihnen als am längst
31:31vergessenen Grund
31:32einmal gestellt worden ist,
31:33mit unserer Hilfe
31:34wenigstens zu einem Abschluss
31:35zu bringen,
31:36bevor Ihre Welt
31:37endgültig versinkt.
31:38In einigen Tagen
31:40werden die letzten Wortgebilde
31:41über die Papierbände
31:42des Computers laufen.
31:44Sie werden Sie mit Ihrer
31:46gewohnten,
31:46ein wenig aufreizenden Umsicht
31:48in die Folianten kleben,
31:50die Ihr Vermächtnis
31:50bewahren sollen.
31:53Und danach?
31:55Seit vier Jahrhunderten
31:56rechnen Sie für diesen Tag
31:57mit einem Ereignis,
31:59das seinesgleichen
31:59nicht kennt.
32:01Aber was wird sich
32:02an seiner Stelle ereignen?
32:04Die Maschine wird schweigen,
32:06die Folianten werden schweigen,
32:08die Mauern,
32:09die Berge,
32:09ihre Gebete,
32:10jeder weitere Tag.
32:12Ihr gesamtes Leben
32:13wird sich von einer Minute
32:15auf die andere
32:15als überflüssig erweisen.
32:17Und Ihre gesamte Geschichte
32:19wird von einem Augenblick
32:20auf den anderen
32:21auf einen Irrtum
32:21gegründet sein.
32:23Während draußen
32:24nichts geschieht,
32:26außer dem Lärm
32:27und der Bewegung
32:27der Maschinengewehre,
32:29die vom Fortschreiten
32:30einer Zeit könnten,
32:31die Ihnen
32:31nicht länger gehört.
32:34Sie werden diese Wirklichkeit
32:36nicht hinnehmen wollen,
32:37die Ihnen berichtet,
32:38Sie hätten umsonst gelebt.
32:40Sie denken,
32:41dass Ihre Enttäuschung
32:42sich dann gegen uns
32:43wenden könnte?
32:45Ich bin mir nicht sicher.
32:47Dieser Liu
32:48macht einen durchaus
32:49vernünftigen Eindruck.
32:51Aber seinem Vorhaben,
32:53seiner Tradition
32:54ist er ohne Einschränkung
32:55verpflichtet.
32:56Er glaubt an seine Mission,
32:58auch wenn er um
32:59ihre Gefährdung weiß.
33:02Wie sich mit den anderen
33:03verhält es schwer abzuschätzen.
33:04Sie leben nach ihrem Ritual.
33:06Es ist kaum möglich,
33:07einmal ein Wort
33:08mit ihnen zu wechseln.
33:10Liu's Rede
33:11von der Disputie
33:12der Enttäuschten
33:14könnte auch
33:15eine versteckte
33:15Warnung
33:16an uns gewesen sein.
33:18Ich habe
33:19kein gutes Gefühl.
33:22Ist Ihnen
33:23die zeitliche
33:23Koinzidenz
33:24nicht aufgefallen?
33:26Sein Beharren
33:27auf einer nur noch
33:27begrenzten Möglichkeit
33:28Ihrer Existenz?
33:31Es hat fast
33:32den Anschein,
33:33als wollten Sie
33:33eine Art
33:34Rückzucker öffnen.
33:36Sie stehen vor
33:36der Möglichkeit,
33:37das unabwendbare
33:38Verschwinden
33:39Ihrer vertrauten Welt
33:40mit der Erfüllung
33:42Ihrer Aufgabe
33:42in einem Zusammenhang
33:43zu bringen.
33:45Bevor eine wirklich
33:46offene,
33:47eine für Sie
33:47und alle Beteiligten
33:48wirklich unabänderliche
33:50Lage entsteht.
33:52Was Sie betreiben,
33:53was wenigstens
33:54dieser Liu
33:55zu betreiben scheint,
33:57wirkt auf mich
33:57wie ein stiller,
33:58in unserer Gegenwart
33:59fast augenzwinkernder
34:01Vorgriff
34:01auf den in Aussicht
34:02genommenen
34:03Gottesentscheid.
34:05Wenn Sie so wollen,
34:06etwas wie
34:06eine beiläufige
34:07Apokalypse
34:08auf der Basis
34:09eines streng
34:10logischen Kalküls.
34:13Sie versichern
34:13sich im Voraus
34:14mit unserer Hilfe
34:15des eigenen
34:16Untergangs,
34:18der Ihnen
34:18vielleicht einen
34:19neuen Anfang
34:20eröffnen könnte.
34:21Das klingt
34:22einleuchtend.
34:24Trotzdem sollten
34:25wir Vorkehrungen
34:26treffen.
34:27Ich wüsste
34:28nicht welche.
34:30Wir sind Gefangene,
34:32ohne dass wir
34:32genau sagen können,
34:34was es eigentlich ist,
34:35was uns gefangen hält.
34:36Wenn es uns gelänge,
34:37Verbündete zu finden,
34:38wäre uns damit
34:39vielleicht schon gedient.
34:40Sie wollen handeln,
34:42Stefan,
34:42ich weiß.
34:43Das ist die Tugend,
34:44die Sie für notwendig
34:45erachten.
34:46Sie zählt nicht
34:48an einem solchen Ort.
34:50Das Risiko,
34:51dass es zu einer
34:52vorzeitigen Katastrophe
34:53kommt,
34:54ist größer
34:55bei einem
34:55unbedachten Eingriff
34:56in unserer Situation.
34:57Sollen wir
34:58weiterarbeiten,
34:59ohne Einfluss zu suchen
34:59auf das,
35:00was morgen geschehen kann?
35:02Ich begreife erst jetzt,
35:04weshalb ich Sie heute
35:05so unvermutet
35:06um ein wenig
35:07persönliche Aufmerksamkeit
35:08gebeten habe.
35:11Zum ersten Mal
35:12in meinem Leben
35:14erlebe ich einen
35:15nahezu vollständigen
35:16Stillstand der Zeit.
35:19Die Vergangenheit
35:20dieses Klosters
35:21ist ein System
35:21wiederkehrender Tage,
35:23das von seiner Gegenwart
35:25nicht zu unterscheiden ist
35:27und seine
35:27ist durch uns
35:29auf eine Weise
35:29begrenzt,
35:31die für uns
35:32unfassbar bleiben muss.
35:35Verstehen Sie,
35:35Stefan?
35:38Es ist das erste Mal,
35:39dass wir vollständig
35:40auf uns selbst
35:41angewiesen sind,
35:43weil wir uns
35:44nicht mehr bewegen.
35:50Herrn Zhang.
35:52Ich will mit
35:53Herrn Zhang sprechen.
35:54Er ist es gewesen,
35:56in dessen Gegenwart
35:56wir unsere Identität
35:57klären konnten.
35:59Er kannte das
35:59Code-Wort,
36:00das uns die
36:01Fortsetzung unseres
36:01Wegs zum Kloster
36:02ermöglicht hat.
36:03Dass Sie nun
36:04wieder verlassen haben,
36:06ohne Ihre Mitarbeiterin.
36:09Ein Code-Wort,
36:10sagten Sie?
36:11Davon müssten Sie
36:12doch wissen.
36:13Unsere Verbindungen
36:14untereinander sind
36:15auf den Austausch
36:16weniger unabdingbarer
36:17Informationen begrenzt.
36:19Ich nehme an,
36:20Sie kennen den Grund.
36:21Zhang wird wissen,
36:22warum er einen Code
36:23benutzt,
36:23dessen Existenz
36:24uns unbekannt ist.
36:27Mein Name ist
36:28übrigens Sarat,
36:29Mayor Sarat.
36:31Es wäre interessant
36:32zu erfahren,
36:33wie es Ihnen
36:33ohne Ortskenntnis
36:35in der Nacht
36:36gelungen ist,
36:37das Kampfgebiet
36:38zu durchqueren.
36:40Deshalb wollen Sie
36:41uns nicht erzählen,
36:42was Sie zu uns führt.
36:44Zhang hat uns
36:44ausdrücklich eingeschärft,
36:45dass wir künftige
36:46Gespräche mit Ihnen
36:47nur in seiner
36:48Gegenwart führen sollen.
36:50Es muss einen Anlass
36:51geben für eine solche
36:52Vorsichtsmaßnahme.
36:53Natürlich gibt es
36:53einen Anlass.
36:54Zhang ist übrigens
36:55auf dem Weg hierher,
36:56er wird noch
36:56aufgehalten worden sein.
36:59Sie hätten genauso gut
37:01auf Truppen der Regierung
37:01stoßen können
37:02bei Ihrem unbedachten
37:03Ausflug.
37:05Ich bin sicher,
37:05dass man Ihren Erzählungen
37:07dort die größte
37:08Aufmerksamkeit geschenkt
37:09hätte.
37:10Wie lautete noch
37:11Ihr Code?
37:13Von einem Stein,
37:14ein Stein,
37:15von einem Stein.
37:17Von einem Stein,
37:18ein Stein,
37:19von einem Stein.
37:22Wie ist es Ihnen
37:23überhaupt gelungen,
37:23unbemerkt aus dem
37:24Kloster herauszukommen?
37:26Wir sind bei der
37:26Installation der
37:27Stromaggregate auf eine
37:28Tür an der Außenmauer
37:29gestoßen, die seit
37:31Jahrzehnten nicht mehr
37:31benutzt worden sein muss.
37:33Sie führt auf einen
37:34Saumpfad, der sich
37:34nach wenigen
37:35hundert Metern
37:35mit dem Weg vereinigt,
37:36auf dem wir
37:37hinaufgekommen sind.
37:39Ich nutzte die
37:40Nachtruhe, um mich aus
37:40der Tür zu schleichen
37:41und zu dem Weg
37:42hinüber zu laufen.
37:44Ich hoffte auf diese
37:45Weise Kontakt zu Ihnen
37:46zu finden.
37:47Sie haben unverdientes
37:48Glück gehabt, als Sie
37:49unserem Spähtrupp
37:49begegneten.
37:50Der Weg, den Sie
37:51entdeckten, ist
37:52keineswegs derjenige,
37:53der zum Haupteingang
37:54des Klosters führt.
37:56Es handelt sich
37:56vielmehr um eine
37:57Nachschubstraße, die von
37:58den Regierungstruppen
37:59angelegt wurde und auch
38:01kontrolliert wird.
38:03Ich war ganz sicher,
38:04in dem Nachtlicht.
38:05Das Nachtlicht ist, wie Sie
38:06wissen, ein sehr trügerisches
38:07Licht.
38:08Ohne unsere Hilfe und
38:09Aufmerksamkeit hätten Sie
38:11sich in dem Gelände
38:11niemals zurechtgefunden.
38:15Sie erzählten von einem
38:17Stromaggregat.
38:20Wozu um alles in der Welt
38:21installieren Sie ein
38:23Stromaggregat?
38:24Ich möchte darüber mit
38:25Herrn Zhang sprechen.
38:26Sie werden ausreichend
38:26Gelegenheit haben, sich
38:27Zhang anzuvertrauen, aber
38:29sehen Sie, es ist für uns
38:30von größter Wichtigkeit, so
38:32schnell wie möglich zu
38:33erfahren, was dort oben mit
38:34Ihrer Hilfe eigentlich
38:35geschieht.
38:37Es könnte doch sein, dass
38:38Sie, ohne es zu wissen, zu
38:39Maßnahmen der Gegenseite
38:40herangezogen werden.
38:43Hat Ihnen Zhang denn nicht
38:44mitgeteilt, dass diese
38:45Mönche möglicherweise ein
38:46doppeltes Spiel spielen?
38:48Liu hat ein paar derartige
38:50Andeutungen gemacht.
38:52Ich glaube aber nicht, dass
38:53es bewusst geschieht.
38:55Das Vorhaben, zu dem Sie
38:56uns benötigen, hat mit den
38:57militärischen Auseinandersetzungen
38:58hier nichts zu tun.
39:00Worum handelt es sich also?
39:02Es ist kaum zu glauben, wenn
39:04man bedenkt, was in diesem
39:05Land eigentlich geschieht.
39:06Sie wollen mit unserer Hilfe,
39:08das heißt mit Hilfe unserer
39:09CM 4004, eine Aufgabe lösen,
39:12die Ihnen durch eine alte
39:14Überlieferung auferlegt ist.
39:16Sie glauben, dass, wenn es
39:17Ihnen gelingt, alle Namen
39:19Gottes in einem von Ihnen
39:20gefundenen Alphabet aufzuschreiben,
39:23Ihr Gott über Ihre Welt nach
39:24seinem eigenen Willen
39:25verfügen wird.
39:27Sie haben auf dem Berg also ein
39:29elektronisches System
39:30eingerichtet?
39:31Eine Rechenanlage, die mit
39:33einem kombinatorischen Programm
39:34arbeitet.
39:36Die Mönche zerschneiden die
39:37Papierstreifen aus den
39:38Schreibgeräten und kleben die
39:40Buchstabenkombinationen in die
39:41gleichen ledernen Folianten, die
39:42sie über Jahrhunderte bei dem
39:44Versuch benutzt haben, ihr Problem
39:46auf manuelle Weise zu lösen.
39:48Und es besteht wirklich keine
39:49Möglichkeit, die Anlage auch für
39:51einen anderen, beispielsweise
39:54militärischen Zweck, zu benutzen?
39:56Nicht mit der Programmierung, die
39:57wir ihr eingegeben haben.
39:59Sie werden zugeben müssen, dass
40:01mich diese Auskunft nicht unbedingt
40:03überzeugen kann.
40:04Wir kennen diese Mönche, es geschieht
40:06kaum einmal, dass sie ihre Gebäude
40:08verlassen.
40:09Warum sollten sie ausgerechnet die
40:12Hilfe europäischer Experten zur
40:14Lösung ihrer religiösen Probleme in
40:16Anspruch nehmen?
40:17Und woher bitte verfügen sie über
40:19die Mittel zur Finanzierung eines
40:20solchen Vorhabens?
40:23Vielleicht lassen sich diese Fragen
40:25klären, wenn sie mir mitteilen, was sie
40:27veranlasst hat, mit uns auf diesem
40:28Weg in Verbindung zu treten.
40:30Die Finanzierung hat Ihnen in allem
40:32Anschein nach keine besonderen
40:33Schwierigkeiten bereitet.
40:34Liu zeigte uns in Köln die
40:36beglaubigten Kontoauszüge einer
40:37indischen Bank.
40:39Die Arbeit, die wir für sie
40:40verrichten, dient wirklich ausschließlich
40:43der Lösung ihres von mir schon
40:44beschriebenen religiösen Problems.
40:47Genau deswegen bin ich auch zu Ihnen
40:49gekommen.
40:50Meine Mitarbeiterin und ich,
40:53oder wenigstens ich,
40:55befürchte, dass sie die grenzenlose
40:57Lehre nach dem Abschluss ihrer
40:58Aufgabe nicht verwinden werden.
41:00Jeder Einzelne dieser Mönche
41:02erwartet ja, dass danach etwas nie
41:03zuvor Dagewesenes geschieht.
41:06Wenn dieses Ereignis aber ausbleibt,
41:08ist absehbar, dass sie uns und
41:10unsere Arbeit dafür verantwortlich
41:11machen werden.
41:14Wie ist es Ihnen überhaupt gelungen,
41:16die Ausrüstung, die Sie benötigen,
41:17unbemerkt heraufzuschaffen?
41:19Aber das müssten Sie doch wissen.
41:22Zang meint...
41:22Ich sagte Ihnen schon, unsere
41:23Kommunikation ist beschränkt.
41:26Ohne Hinweis niemand genau, was in den
41:28Nächten an den Hängen des Bergs
41:29wirklich geschieht.
41:31Aber wenn es Ihnen gelungen ist,
41:33Ihr Material durch die Sperren zu
41:34schleusen, werden Zang und seine
41:36Leute das wohl veranlasst haben.
41:37Sie sagten aber, Sie seien ein enger
41:39Vertrauter Zangs.
41:40Das bin ich aber eben im
41:41Gesamtrahmen unserer militärischen
41:43Zusammenarbeit.
41:44Im Detail wird jede Entscheidung nach
41:46Lage am Einsatzort selbst gefällt.
41:49Wenn Sie es wünschen, wird Zangs Sie
41:50gern mit den Problemen unserer
41:52Kommandostruktur vertraut machen.
41:55Ich begreife übrigens immer noch
41:57nicht so ganz, weshalb Sie sich auch
41:59den gefahrvollen Weg aus dem
42:00Kloster zu uns begeben haben.
42:01Letztlich geht es um unsere
42:02Rückreise.
42:04Wodurch ist denn auszuschließen,
42:05dass wir nach dem aus der Sicht
42:07Lius' ergebnislosen Ende unserer
42:08Arbeit dort festgehalten oder zur
42:10Rechenschaft gezogen werden?
42:12Ich habe mir deshalb gedacht, dass es
42:14mit Ihrer Hilfe vielleicht möglich
42:15sein könnte, uns ein paar Stunden
42:17vor Abschluss der Arbeiten auf einen
42:19Weg zur Grenze nach Simla zu bringen.
42:21Die Anlage arbeitet ja automatisch,
42:23solange die Stromversorgung
42:24gesichert ist.
42:26Sie wollen die Anlage zurücklassen?
42:29Es gibt in Europa Rechtskonstruktionen,
42:31die dafür sorgen, dass solche Verluste
42:33nicht allzu schwer zu Buche schlagen.
42:35Außerdem bin ich ganz offen gesagt
42:37davon ausgegangen, dass die Anlage uns
42:40die Gelegenheit gibt, mit Ihnen ins
42:42Geschäft zu kommen.
42:44Ich wollte Sie keineswegs nur zu einer
42:45uneigennützigen Hilfeleistung überreden.
42:48Früher oder später werden Sie ja ohnehin
42:50gezwungen sein, die unangetastete Existenz
42:52des Klosters zu beenden, bevor die Gegenseite
42:55den Versuch dazu unternimmt.
42:57Zang hat das ja schon angedeutet in
42:58unserem Gespräch.
43:00Ihr Vorgehen folgt einer Anregung
43:01Zangs?
43:02Das nicht.
43:07Also, Sie bieten ein elektronisches
43:09Rechensystem, von dem Sie wissen, dass
43:11niemand außer Ihnen damit umzugehen
43:13versteht.
43:15Und als Gegenleistung fordern Sie
43:17freies Geleit?
43:18Wir haben mit den Konflikten, um die es
43:20bei Ihnen geht, nichts zu tun.
43:22Das haben wir oft genug betont.
43:25Sie könnten wenigstens Teile der Anlage
43:27für Ihre Zwecke verwenden.
43:28Die Stromaggregate zum Beispiel.
43:33Uns genügte ein Hinweis auf einen Weg,
43:36auf den wir unbehelligt nach Simla
43:37hinüberkommen können.
43:39Ja.
43:43Sie verstehen, ich kann es natürlich nicht
43:45endgültig entscheiden, ohne mich mit Zang zu
43:47besprechen.
43:48Aber ich verrate wohl kaum ein Geheimnis,
43:51wenn ich Ihnen erkläre, wie Sie zu der
43:53Straße kommen, die vom Haupttor des
43:54Klosters zur Talsohle hinunterführt.
43:56Sie wird weder von uns noch vom Feind
43:58kontrolliert.
43:59Es ist zu unwahrscheinlich, dass auf ihr
44:00etwas wirklich Bedeutsames geschehen
44:02könnte.
44:04Einsweilen rate ich Ihnen, ins Kloster
44:06zurückzukehren.
44:08Versuchen Sie nicht noch einmal mit uns
44:09Kontakt aufzunehmen.
44:10Wir werden Ihnen zum geeigneten
44:12Zeitpunkt eine Botschaft übermitteln.
44:15Und sorgen Sie sich nicht um Ihren Weg.
44:18Sie werden ab jetzt von unseren
44:19Freunden unauffällig bewacht.
44:24Was um Himmels Willen hat Sie zu diesem
44:26Unternehmen veranlasst, Stefan?
44:28Ich sagte Ihnen doch, dass jeder noch so
44:29unbedeutender Eingriff unabsehbare
44:31Folgen haben kann für unsere Situation.
44:35Halten Sie den Arm still und beten Sie,
44:37dass es ein glatter Durchschuss ist.
44:39Ich habe keinerlei Erfahrungen mit
44:41Verletzungen dieser Art.
44:42Hoffen wir nur, dass es uns gelingt,
44:43den Simmler einen Arzt für Sie zu finden.
44:46Es gibt eine Möglichkeit,
44:48unbeobachtet hinauszukommen.
44:49Ich denke, dass wir sie nutzen sollten.
44:52Und zwar vor Ablauf des Programms.
44:54Mit wem haben Sie gesprochen?
44:55Mit Zangsleuten.
44:57Sie sichern uns freies Geleit.
45:00Das heißt, Sie haben eine Möglichkeit
45:01genannt, unbemerkt ins Tal
45:03hinunterzukommen.
45:04Als Gegenleistung erwerben Sie freien
45:06Zugriff auf das von uns
45:07zurückgelassene Gerät.
45:09Haben Sie etwa diesen Tausch angeboten?
45:11Hätte ich mit leeren Händen
45:13verhandeln sollen?
45:15Hinausgehen sollen, nur um vorzutragen,
45:16dass wir uns wegen einer Wahnvorstellung,
45:18die absehbar in einer Katastrophe enden wird,
45:21in Gefahr wehnen?
45:21Ach, Sie sind ein Narr, Stefan.
45:23Ich habe das unterschätzt.
45:25Liu wird jeden Augenblick hier eintreffen.
45:27Wir schulden ihm eine Erklärung.
45:29Ich möchte das Ihnen überlassen.
45:31Sie sind mit Ihren Motiven ja wohl
45:32selbst am besten vertraut.
45:34Ich glaube nicht, dass meine kurze
45:35Abwesenheit überhaupt bemerkt wird.
45:36Ach, Sie glauben, Sie glauben.
45:38Auf einmal glauben Sie.
45:39Und das Gewehrfeuer an der Klostermauer?
45:41Glauben Sie vielleicht auch,
45:42das sei unhörbar gewesen?
45:44Es ist unüberhörbar gewesen.
45:50Hat man Sie ernsthaft verletzt?
45:53Ich hoffe, dass bis zu unserer Abreise
45:56keine ernstlichen Komplikationen eintreten werden.
45:59Wir wollen so schnell wie möglich versuchen,
46:01nach Simla zu kommen, um einen Arzt aufzusuchen.
46:04Das wird nicht nötig sein.
46:06Sie können erst einmal unsere medizinischen
46:09Hilfsmöglichkeiten in Anspruch nehmen.
46:11Sie sind zwar bescheiden,
46:12aber gleichwohl wirkungsvoll.
46:15Aber sagen Sie mir zuerst,
46:18was hat Sie veranlasst,
46:19uns das Vertrauen zu entziehen?
46:23Ich dachte,
46:25diese Tür,
46:27es war pure Neugierde.
46:30Wie sollte ich wissen,
46:31dass bereits die nächste Umgebung des Klosters
46:33zum Kampfgebiet zählt?
46:35Sie hätten uns zum Rat fragen können,
46:38wenn Ihnen so an einem Ausflug
46:39in die Umgebung gelegen war.
46:42Darf ich wissen,
46:43ob es auch die pure Neugierde gewesen ist,
46:46die Sie veranlasste,
46:47mit den Regierungssoldaten
46:48in Verhandlungen einzutreten?
46:50Wovon reden Sie da?
46:51Ich habe mit Zangs Leuten gesprochen,
46:53mit den Aufständischen.
46:54Glauben Sie.
46:56Sarat ist der Kommandeur der Militärregion.
46:58Er hat Ihnen eine Falle gestellt
47:00und Sie sind prompt hineingelaufen.
47:03Woher wissen Sie überhaupt?
47:06Unsere Gewehrsleute.
47:08Ihnen verdanken Sie übrigens auch,
47:10dass Sie mit dem Leben davongekommen sind.
47:12Dass Sie verletzt wurden,
47:14konnten Sie nicht verhindern.
47:16Jede Bewegung wird mehrfach beobachtet
47:18auf diesem Berg.
47:22Dann wissen Sie auch...
47:24Ich weiß auch,
47:25dass Sie unsere Rache fürchten
47:26für den Fall,
47:27dass unsere Prophezeiung
47:28nicht eintreten sollte.
47:30Was für eine erbarmenswerte
47:32und für die Menschen
47:33Ihres Kontinents
47:34doch so charakteristische Angst.
47:38Unablässig verbergen Sie Ihre Sorge
47:40um die Zukunft
47:40in einem System
47:41argwöhnischer,
47:43einander belauernder Sicherheiten.
47:46So lange,
47:47bis Sie unweigerlich
47:48zwischen alle Fronten geraten sind.
47:51Als Sie zu uns kamen,
47:53haben wir das auch
47:54als ein Zeichen
47:55Ihrer Freundschaft empfunden.
47:57Ich sehe jetzt,
47:59dass wir uns darin
48:00gründlich getäuscht haben.
48:02Es gibt wohl nichts mehr,
48:03das uns noch verbindet.
48:06Einer unserer Mönche hat,
48:08während er nach Ihnen suchte,
48:09für Ihr Abenteuer
48:10mit seinem Leben bezahlt.
48:11Als Sie nach mir suchten?
48:13Ja, glauben Sie denn wirklich?
48:15Wir hätten nicht bemerkt,
48:17wie Sie sich aus dem Kloster entfernten.
48:19Unsere Situation zwingt uns doch,
48:22jeder noch so kleinen Begebenheit
48:24in unserer nächsten Nähe
48:25die größte Aufmerksamkeit zu schenken.
48:27Sie hätten wissen müssen,
48:30dass es keinen unbewachten Augenblick
48:32geben kann an einem solchen Ort.
48:35Stattdessen haben Sie sich
48:36wie ein Tölpel benommen
48:37und uns dadurch zu Maßnahmen gezwungen,
48:40die wir unter allen Umständen
48:41vermeiden wollten
48:42und darüber hinaus
48:44das Geheimnis preisgegeben,
48:47das wir als eine selbstverständliche Bedingung
48:50für unsere Zusammenarbeit
48:52angesehen haben.
48:54Ich bedauere es,
48:56dass wir uns damit zu einem Schritt zwingen,
48:58der den Verpflichtungen,
49:00die wir uns unseren Gästen gegenüber auferlegen,
49:03auf eine schmerzliche Weise widerspricht.
49:06Aber ich darf andererseits wohl davon ausgehen,
49:09dass Ihre sofortige Abreise,
49:11wie Ihre nächtlichen Aktivitäten ja nahe liegen,
49:14auch ganz in Ihrem Sinne liegen dürfte.
49:18Wir haben alle nötigen Vorkehrungen bereits getroffen.
49:22Ein Flugzeug erwartet Sie auf einer improvisierten Landebahn
49:25unten im Tal.
49:27Sie können es nicht verfehlen,
49:28wenn Sie die Straße vom Haupttor nehmen.
49:31Zwischen den Piloten und Ihnen
49:33ist ein Blinkzeichen verabredet.
49:35Aber wird der Weg denn nicht bewacht?
49:37Ein einziges Mal bei seinem Täuschungsmanöver
49:40hat Zarath Ihnen die Wahrheit gesagt.
49:43Keine der beiden Seiten hält es für notwendig,
49:46ihre Aufmerksamkeit der offensichtlichsten Fluchtmöglichkeit
49:49zuzuwenden.
49:50Zarath hat geplaudert,
49:52weil er ohnehin nicht mit ihrer Rückkehr rechnete.
49:56Dass er sie jetzt auch für tot hält,
49:58dafür haben wir gesorgt.
49:59Die Anlage,
50:01das Programm wird noch in dieser Nacht abgeschlossen sein.
50:04Wäre es nicht möglich,
50:05bis zum Morgen zu warten
50:06oder bis zur nächsten Nacht,
50:08um den Abtransport der Geräte zu gewährleisten?
50:11Das ist vor den Unternehmungen
50:13Ihres Mitarbeiters
50:14eine immerhin denkbare Möglichkeit gewesen.
50:17Jetzt ist das ganz ausgeschlossen.
50:19Unsere Aufgabe ist bald erfüllt.
50:22Mit der Verbreitung dessen,
50:24was Sie dazu beigetragen haben,
50:26haben Sie für das Ende
50:27auch unseres vorübergehenden Schutzes gesorgt.
50:30Wir müssen nun stündlich damit rechnen,
50:33dass die eine Seite angreifen wird,
50:35um dem Zugriff der anderen
50:36auf Ihre Ausrüstung zuvor zu kommen.
50:38Es tut uns leid
50:40um die unglückseligen Umstände.
50:42Bedauern Sie nichts.
50:44Wir hätten wissen müssen,
50:46dass wir mit Ihrer selbstlosen Hilfe
50:47allein nicht rechnen konnten.
50:49Aber die Wahrheit liegt in dem,
50:51was geschieht,
50:53nicht wie es geschieht.
50:55Unsere Zeit verbraucht sich in dieser Nacht,
50:58wie wir es vorausgesehen haben.
51:01Was folgen wird,
51:03wird nur die Ruhe sein
51:04vor einem gewaltigen Sturm.
51:07Kehren Sie zurück
51:08in Ihre bewegte
51:10und von Bewegung zerrissene Welt
51:11und erinnern Sie sich niemals
51:14der Mönche in diesem verlassenen Tal.
51:17Was nicht im Gedächtnis verbleibt,
51:19darüber kann auch nicht verfügt werden.
51:22Schweigen Sie.
51:24Begreifen Sie,
51:25dass wir alle einmal
51:27an einen Ort geraten müssen,
51:28wo es zu schweigen gilt.
51:31Das Schweigen,
51:32es ist eine unvorstellbare Macht.
51:37Sehen Sie die Sterne dort oben?
51:40Den halben Mond über dem Eis?
51:43Ihre Welt glaubt,
51:44eines Menschenfußes
51:46hätte ihn in einer Sommernacht
51:47einmal betreten.
51:49Was glauben Sie,
51:50das er dort vorgefunden hat?
51:53Nichts.
51:54Das Buchstäbliche,
51:56nichts.
51:57Der Mann,
51:58der glauben wollte,
51:59sein Schritt werde vom Traum
52:01einer ganzen Menschheitsgeschichte geführt,
52:04ist nur an den entferntesten
52:06und ungeheuerlichsten Ort
52:07seiner eigenen Vorstellungswelt gelangt.
52:10Er wird ein Leben lang schweigen müssen,
52:14wenn er nicht das unweigerliche Ende
52:16von allem, was er seither ist,
52:17dabei führen will.
52:18In der Geschwätzigkeit
52:20dieses hartnäckigen Schweigens
52:23liegt die einzige Hoffnung,
52:25die seiner Rückkehr
52:26noch zu einem bescheidenen Sinn verhilft.
52:30Die Welt wäre
52:31auf die niederschmetterndste
52:32aller Wahrheiten gegründet,
52:34wenn er verkündete,
52:36wohin ihn sein verhängnisvoller Schritt
52:38wirklich geführt hat.
52:40Ein kleiner Schritt für ihn,
52:43aber ein gewaltiger Schritt
52:45für die Menschheit.
52:48Das war nur ein Versuch,
52:50nicht auszusprechen,
52:52was nicht ist.
52:57Gehen Sie jetzt,
52:58in Gottes Namen.
53:01Unsere Zeit ist bald abgelaufen.
53:17Diese plötzliche Dunkelheit
53:19ist überwältigend.
53:22Gut zu wissen,
53:23dass es irgendwo in dieser Schwerze
53:25ein Flugzeug gibt,
53:26das uns hinausbringen wird.
53:28All das wäre
53:29auf die selbstverständlichste Weise
53:31vorübergegangen,
53:31wenn Sie sich nicht
53:32wie ein Idiot benommen hätten.
53:34So haben wir alles verloren.
53:36Den Auftrag,
53:37die Ausrüstung
53:38und zuletzt auch
53:40die Achtung vor uns selbst.
53:41Sie haben diesen Juh
53:43ein wenig zu sehr
53:43in Ihr Herz geschlossen.
53:46Er ist ein Fantast.
53:48Sein Vorstellungsvermögen
53:49hält den Realitäten
53:50nicht stand,
53:51die ihn umgeben.
53:53Mein Versuch,
53:54eine Entscheidung herbeizuführen,
53:55ist alles in allem richtig gewesen.
53:57Dieser Versuch
53:57hat einen Menschen
53:58das Leben gekostet.
53:59Es ist doch deren Wunsch gewesen,
54:01meinem Verbleib nachzuforschen.
54:03Hätten Sie es Ihnen
54:04vielleicht ausreden können?
54:05Ich habe es nicht einmal versucht.
54:07Sie waren in diese Falle gelaufen
54:09und Liu hat sie,
54:11ohne auch nur danach zu fragen,
54:12daraus befreit.
54:14Diese Behauptung,
54:15Sarat hätte mich töten wollen,
54:16ist absurd.
54:19Wenn es sich wirklich
54:20um Truppen der Regierung handelte,
54:22was hätte ich dann
54:23befürchten müssen?
54:25Und den Rebellen gegenüber
54:26hätte ich die Anlage
54:27als Faustpfand gehabt.
54:29Sie wären auf uns angewiesen gewesen,
54:31nicht wie auf Sie.
54:33Was jetzt eingetreten ist,
54:35widerlegt Ihre gesamte Vorgehensweise.
54:38Nicht einmal Ihr Vertrauensbruch,
54:40durch den Sie sich selbst
54:41in größte Gefahr begeben haben,
54:43hat Liu zu Strafmaßnahmen
54:44gegen uns veranlasst.
54:45Mit Ausnahme
54:46dieses gerechtfertigten
54:47Hinauswurfs.
54:48Aber er sichert uns
54:50sogar noch unsere Rückreise,
54:51um die wir uns gesorgt haben.
54:55Ein müßiger Streit
54:57ist das,
54:58Margareta.
55:01Die Sache hat sich
55:02nicht so entwickelt,
55:03wie ich es mir vorgestellt habe.
55:05Aber sie hat
55:06zu einem vertretbaren Ende
55:07geführt.
55:08Allein das zählt.
55:12Erinnern Sie sich
55:13an den Tag,
55:14an dem wir hier
55:14heraufgekommen sind?
55:17Ich wollte es erst
55:18nicht glauben,
55:18dass es solche Berge gibt.
55:21Das Krähen des Klosters
55:23saß über Ihnen
55:24wie...
55:25Es ist zwecklos.
55:28Ich finde keinen Vergleich.
55:31Wie ein aus einem
55:33Stein gewachsenes Haus.
55:35Was sagen Sie da?
55:38Ich sagte,
55:39wie ein aus einem
55:40Stein gewachsenes Haus.
55:44Eine Selbstverständlichkeit,
55:45die sich über
55:45das Selbstverständliche
55:47erhebt.
55:49Jedenfalls muss es
55:50das erste Mal
55:50in seiner Geschichte sein,
55:51dass eine elektrische
55:53Beleuchtung
55:53sein Inneres erhält.
55:55Sie haben recht, Stefan.
55:57So von außen
55:58haben wir,
55:59was wir dort
55:59zurückgelassen haben,
56:00ja noch gar nicht
56:01sehen können.
56:02Zwei, drei Fenster,
56:04aus denen ein Lichtschand
56:05fällt in diese
56:07eisklare Nacht.
56:11Fast möchte man meinen,
56:13die Dunkelheit
56:13nehme noch zu.
56:16Sie sind verwöhnt
56:17von den europäischen
56:18Nächten, Stefan.
56:20Von ihren Lichtschatten
56:21und Wolken,
56:22die jeden Schein
56:23vervielfachen
56:23und auf sich selbst
56:25zurückwerfen.
56:27Diese Nacht
56:28ist anders.
56:30Sie entlässt
56:31jeden Lichtstrahl
56:32in das zurückweichende
56:33dunkle eine Unendlichkeit,
56:35von der wir vergessen haben,
56:37dass es sie noch gibt.
56:40Ich kann kaum sehen,
56:42wo sie meine Füße
56:42befinden.
56:44Gehen Sie.
56:45Blind.
56:49Schritte im Sand
56:50und Geröll
56:51eines viel zu entfernt
56:52von uns liegenden Sterns.
56:55Nicht aussprechen,
56:56was nicht ist.
57:00Noch auf diesen Weg
57:01ist Liu mit uns gegangen.
57:05Noch für diese Schritte
57:06benötigen wir
57:07ein Vorrat
57:08an Zeit.
57:09Die Seine jedenfalls
57:10geht unaufhaltsam
57:11ihrem Ende entgegen.
57:13Wenn ich mich nicht irre,
57:14dann müssten in diesen Minuten
57:15die letzten Buchstabenkombinationen
57:17dort oben
57:17aus den Maschinen laufen.
57:20Wirklich gut zu wissen,
57:21dass wir in einer Stunde
57:22im Flugzeug sitzen,
57:23bevor Sie auf den Gedanken kommen,
57:25es könnte an uns gelegen haben,
57:26dass Ihre Arbeit
57:27zu einem so unerwartet
57:28lautlosen Ende
57:29geführt hat.
57:32Sehen Sie, Stefan,
57:35dort oben in der Dunkelheit
57:38und plötzlich Stille.
57:41Sehen Sie,
57:42so sehen Sie doch
57:45die Lichter,
57:48die Sterne,
57:51die Nacht.
57:59Sie hörten
58:00Alle Namen Gottes,
58:02ein Science-Fiction-Hörspiel
58:03von Arthur C. Clarke,
58:05Hörspielbearbeitung
58:06Gerald Summitt.
58:07Die Personen
58:09und ihre Darstellung